Unkorrigierbare Bitfehler

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joge
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Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 26.12.2008, 00:28

Hallo,

ich hab regelmäßig Bitfehler, die sich unterschiedlich äußern, je nachdem ob ein Keyframe betroffen ist oder nicht, oder ein Bewegungsvektor, oder der Audiostream oder ein Frameheader. Oft sind Streifen über die ganze oder halbe Bildbereite in Keyframes betroffen, die sich meist 0,5-1s halten und von den nachfolgenden Frames "verschmiert" werden. Manchmal sind nur Farb- oder Helligkeitswerte kaputt, manchmal ist auch völliger Datenmüll (reines Schwarz, Weiß, Rot, Blau oder Grün oder eine Mixtur daraus) an der betroffenen Stelle. Weniger häufig treten Fälle auf, wo Teile des Bilds kurz stehenbleiben (z.B. Nachrichtensprecher dreht den Kopf, aber eine Zeile Bart bleibt stehen...). Häufig treten auch einzelne Blöcke auf, die entweder "unscharf" wirken oder Datenmüll enthalten. Ist der Audiostream betroffen, gibt's ein unheimlich lautes, metallisches Klirren, das mir Angst um meine Hochtöner macht. Ist der Frameheader betroffen, stürzt schonmal die Wiedergabe ab... Insgesamt scheinen die Bitfehler zufällig, gleichmäßig verteilt über den ganzen Stream verteilt auftreten, sprich gemäß der relativen Größe sind Audiofehler ziemlich selten und die Bildfehler entsprechend häufig. "Häufig" heißt ca. 5-10 Mal pro Spielfilm.

Zur Verkablung / Hardware: als 3play-Kunden wurde mir von UM ein Rückkanalverstärker installiert und eingestellt. Eine Durchschleifdose befindet sich noch imselben Kellerraum. Das Kabel bis dahin (insges. keine 2m) wurde von UM noch erneuert, hinter der Dose besteht noch die ursprüngliche Hausverkabelung. An dieser Dose habe ich einen PC mit zwei TV-Karten (Modell TechnoTrend TT DVB-C 1501) mit CI-Slot und UM-Smartcards in Betrieb (von da streame ich live oder zeitversetzt übers LAN auf einen weiteren PC mit Beamer im Wohnzimmer). An der Durschleifdose habe ich über ein T-Stück und je ein 5m-Kabel (digitaltauglich, mit Mantelstromfilter) sowie einen Massetrenner die beiden TV-Karten angeschlossen.

Um Reflexionen aus dem nicht erneuerten Teil der Hausverkabelung ausschließen, habe ich testweise an der Durschleifdose den alten Teil abgeklemmt und stattdessen einen Abschlusswiderstand eingesetzt, was jedoch keine Veränderung brachte.

Um Einstrahlungsstörungen auszuschließen, habe ich testweise für einige Stunden sämtliche Telefonbasisstationen vom Netz genommen, bei den Mobilteilen die Batterien raus, Funksteckdosen vom Netz, WLAN/Router/Switches vom Netz - auch keine Veränderung.

Auch Bursts im Stromnetz (Ein-/Ausschalten von Halogenlampen) scheinen nicht die Ursache zu sein, da die Störungen auch nachts auftreten, wenn ich weder Lampen noch Geräte benutze.

Weil die Kanäle auf S2 (RTL, ProSieben, etc.) stärker betroffen sind als z.B. ARD (S34), hab ich für die Durchschleifdose im Fachgeschäft einen Ersatz gekauft - auch keine Veränderung. Erwähnenswert ist an dieser Stelle vllt. noch, dass die Signalpegel auf S2 100% betragen, auf den übrigen Kanälen (90-97%). Ich hoffe ja mal, dass das auch wirklich nur 100% und kein Überpegel ist, schließlich hat der Techniker das ja eingestellt. An dem Verstärker will ich nichts rumstellen, aber testweise hab ich nochmal meinen alten (nicht rückkanalfähigen) Verstärker (ohne Splitter und Modem natürlich) eingebaut und mit dem rumgespielt - mit dem Ergebnis, dass ein Absenken des Pegels unter 100% die Probleme nur schlimmer macht.

Zu den anderen Werten: die Bit-Error-Rate liegt meistens bei null, ab und zu mal bei kleineren Werten (1-4, selten mal bis zu 20) - also völlig ok. Aber: die uncorrectable blocks sind leider nicht immer null, ungefähr so häufig nicht, wie letztendlich auch die sicht- und hörbaren Störungen auftreten (logischerweise). Was ich jedoch überhaupt nicht begreife: der BER-Wert ist immer null, wenn die uncorrectable blocks auftreten? Wie kann das denn sein? Ich kann es unkorrigierbare Fehler geben, wenn es überhaupt keine Fehler gab?!? (oder ist das so zu lesen, dass ein Fehler ENTWEDER als bit-error ODER als uncorrectable block gewertet wird?)

Noch was: wenn ich mit beiden TV-Karten zur gleichen Zeit dasselbe Programm aufnehme, bekomme ich beidemale Fehler, aber nicht diegleichen! Könnte jetzt heißen, dass beide TV-Karten Schrott sind (ziemlich unwahrscheinlich), oder dass das Signal stellenweise so unsauber ist, dass einige Bits unmittelbar davor sind zu kippen (und mal kippen sie halt und mal nicht).

Wenn ich übrigens die Signal-Werte des Modem auslese, deckt sich das nicht so recht mit den empfohlenen Werten aus diesem Forum, obgleich das Internet / Telefon aber keine Probleme zu machen scheint: Downstream SNR 37dB, Power Level 15dBmV, Modulation QAM256; Upstream Power Level 34dBmV, Modulation mal 16QAM, mal 64QAM; Signal Stats: unerrored codewords 795935530, correctable codewords 2642, uncorrectable codewords 76. Dazusagen sollte man vllt. noch, dass hinter dem Verstärker nach dem Abzweiger noch zwecks 6dB Dämpfung ein T-Stück (Abschlusswiderstand am blinden Ausgang) vom UM-Techniker montiert wurde, da das Signal für das Modem zustark sei, wenn es für die TV-Dose gleichzeitig noch stark genug sein solle.

Für das Modem sind die paar uncorrectable codewords ja ok. Wenn ein IP-Paket im Eimer ist, wird's halt nochmal geschickt, aber im TV hätte ich gerne immer absolut null uncorrectable Blocks! Sonst könnte ich ja auch DVB-S nutzen...

Bin für jede mögliche Erklärung und jeden Tipp, was überhaupt noch als Ursache infrage kommt, dankbar!

Viele Grüße,
Joachim

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Dinniz » 26.12.2008, 01:09

da scheint aber einiges nicht zu stimmen.
mit einem powerlevel von 15 hast du schonmal mindestens 75dB auf dem K39 - was definitiv zuviel ist.
upstream ist auch zu gering.

die % angaben des receivers sind leider nur geringfügig nutzbar.

solltest auf jeden fall eine störung melden.
entweder kommen die bitfehler schon von der strasse oder durch einen falsch eingepegelten verstärker.
ohne messwerte kann man das aus der ferne leider nicht sagen.

noch kleiner hinweis:
telefonbasisstationen und andere funksender/steckdosen von kabeltv/receivern fernhalten!
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 26.12.2008, 14:23

Danke, werd dann mal eine Störung melden und den Technikerbesuch abwarten. Berichte dann demnächst, was dabei herum gekommen ist.

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 03.01.2009, 00:56

So, der Techniker war jetzt da und hat den Verstärker neu eingepegelt und ein anderes Dämpfungsglied vor das Modem montiert. Die Modemwerte sind jetzt ok (downstream: SNR 37 dB, power level 4 dBmV; upstream: power level 44 dBmV), obgleich es dafür fast 10x mehr Total Uncorrectable Codewords gibt als vorher (670 auf 1207255725). Interessanterweise scheinen diese Total Uncorrectable Codewords übrigens stundenlang stabil zu sein und sich dann wieder schubartig zu erhöhen.

In Bezug auf die Bitfehler hat es aber absolut nichts geholfen, im Gegenteil, es ist sogar schlimmer geworden! Das Signal, was aus der Dose rauskommt, hat der Techniker ebenfalls gemessen, auch mit dem Kabel, was ich zum Anschluss der TV-Karten verwende (d.h. er hat also genau die Konstellation ausgemessen, die ich auch verwende, mit seinem Messgerät anstelle der TV-Karte). Das Signal wäre angeblich top und mit 75 dB im oberen Normbereich.

Was nun? Ich würde UM gern beweisen, dass das Signal Fehler hat, aber wie? Die Signal-Statistiken der Software sind ja angeblich nicht besonders aussagekräftig.

Oder muss ich davon ausgehen, dass tatsächlich beide identische TV-Karten (Neuware) Schrott sind?

Viele Grüße,
Joachim

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Moses » 03.01.2009, 01:01

Kommen die Fehler bei deinen TV Karten jetzt auch in "Bursts", wie beim Modem? Vielleicht ist ein Abzweiger in der Straße kaputt, was dann Fehler verursacht, wenn z.B. ein LKW drüber fährt oder sowas...

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 03.01.2009, 01:22

Ja, ich würde auf Bursts tippen, dennn wenn ich bei meiner TV-Karte alle 0,1s die Signal-Statistiken logge (Sigal, SNR, BER, UBLK Werte), dann gibt es bis zu 30 unkorrigierbare Blöcke auf einen Schlag, wobei man ja noch berücksichtigen muss, dass ein Block erst dann als unkorrigierbar zählt, wenn soviele Bits kaputt sind, dass die Fehlerkorrektur versagt.

Was allerdings leider gegen die "LKW-Theorie" spricht: die Anzahl der Fehler steht nicht im Zusammenhang mit der Verkehrsdichte. Die Fehler werden tief in der Nacht zwar weniger, haben ihren Höhepunkt aber nicht zur Rushhour, sondern eher zwischen 20-24h.

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Dinniz » 03.01.2009, 02:08

die massiven unkorrigierbaren daten kamen wahrscheinlich durch den tausch des dämpfungsgliedes - durch den signalverlust geht natürlich die rate kurzzeitig schnell hoch.

der kollege ist auch lustig .. 75dB ist zwar nen netter wert aber so misst man nicht richtig digital.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 03.01.2009, 22:11

So, hab jetzt die Ursache (oder eine von mehreren), aber es fehlt die Lösung... Doch schön der Reihe nach:

Ja, es sind definitiv Bursts. Um das herauszufinden, hab ich heute die TV-Karte unter Windows statt Linux in Betrieb genommen, und mir für 15 EUR die TransEdit Vollversion von dvbviewer.com gekauft, da die Signal-Statistiken leider nur bedingt brauchbare Werte liefern. Mit TransEdit kann man sich die Stream-Inhalte aufschlüsseln lassen, z.B. für Kanal S2 die MPEG, AC3, MP2, ... Streams für RTL, ProSieben, etc. Pro Stream evaluiert TransEdit die Header und zeigt in der Spalte "Missing Packets" Discontinuities an. Dieser Wert bleibt zunächst schön brav auf 0, aber wenn man mal geduldig eine halbe Stunde drauf starrt, sieht man, dass der Wert schlagartig auf sämtlichen Streams etwas ansteigt, d.h. innerhalb von Sekundenbruchteilen gehen auf sämtlichen Kanälen einige Packete verloren (bzw. sind nicht rekonstruierbar).

Mein erster Verdacht, dass nicht sauber zwischen Programm und Werbung umgeschaltet würde, erwies sich als falsch. Aber jetzt mit der besseren Analyse-Software bin ich nochmal mögliche Ursachen durchgegangen, die ich schon ausgeschlossen hatte (s. mein erster Beitrag). Z.B. hab ich beobachtet, was passiert, wenn der Kühlschrank angeht - und siehe da: Treffer! Ich hab dann mal sämtliche elektrischen Geräte durchgetestet und dabei auch herausgefunden, warum der Fehler auch in der Nacht auftrat, wo ich praktisch alles vom Netz genommen hatte: eins hatte ich in der Nacht nämlich nicht vom Netz genommen (bzw. konnte ich auch gar nicht): den Aufzug. Unterm Strich werden die Bursts (mindestens) beim Ein- und Ausschalten der Motoren im Aufzug, Kühlschrank, Gefriertruhe, Abzugshaube ausgelöst. Nichts passiert jedoch beim Staubsauger, Halogenlampen oder einer über 30 Jahre alten Bohrmaschine.

Wikipedia brachte mich darauf, dass durch größere Stromstöße beim Ein- und Ausschalten Breitbandstörungen bis in den Megahertzbereich ausgelöst werden können. Dass die als Wellen in die geschirmten Kabel oder Geräte eindringen, hielt ich für unwahrscheinlich. Blieb also die Möglichkeit der leitungsgebundenen Störung. Also hab ich mal an einen freien 5/12V Stecker im PC ein Oszilloskop angeklemmt und gewartet, bis der Kühlschrank wieder angeht - und siehe da: es gab einen Zacken über und unter die Gleichspannungslinie von fast 1V Abweichung. Schade, ich hatte gedacht, dass das die dicken Kondensatoren in den Computernetzteilen zur Entstörung gedacht wären...

So, das Problem ist also analysiert, doch wie kriege ich es gelöst? Sämtliche störenden Geräte wegzuschmeißen, kommt nicht infrage, da es nicht nur zu teuer ist, sondern speziell in puncto Aufzug nicht möglich ist; der Aufzug ist übrigens getrennt abgesichert (die Leitung trennt sich direkt nach der Hauptsicherung). Also muss irgendwie der PC (und ggf. auch der Kabelverstärker von UM, der auch am Stromnetz hängt) entstört werden - bloß wie? Kennt sich wer damit aus? Bin für jeden Tipp dankbar!

Viele Grüße,
Joachim

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Invisible » 03.01.2009, 22:23

Die getrennte Absicherung bringt dir überhaupt nichts. Hochfrequenz kriecht dir überall hinein, manchmal selbst sogar über eine Erdung. Das Thema Aufzug klingt mir sehr verdächtig. Insbesondere wenns was relativ neues ist. Dann sind da Frequenzumrichter drin und das sind wahre HF-Schleudern.

An deiner Stelle würde ich es einmal an den kritischen Verbrauchern mit hochwertigen Netzfiltern versuchen. (also nicht von Conrad-Elektronic oder sonstigen Bastel-Vereinen)

Nur kosten die an Abhängigkeit von der erforderlichen Leistung dann auch schon richtig Geld.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 03.01.2009, 23:00

Meinen lokalen PC- und Elektro- "Fachgeschäften" traue ich noch weniger Kompetenz zu also Conrad Elektronic. Irgendwelche Tipps an wen ich mich wenden könnte?

Wie wärs mit so einem Zwischenstecker: http://www.brieselang.net/shop/SF-Protector.php Oder ist das auch noch zu minderwertig? Auf was für Kenngrößen muss ich achten?

Danke + viele Grüße,
Joachim

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Invisible » 03.01.2009, 23:13

Brieselang ist etwas vernünfiges. Nur lass die Finger von den angeblichen "all-in-one-Lösungen" die HF-Schutz, Überspannungsschutz und auch noch Schutz vor der Entführung durch Ausserirdische versprechen von Blöd-Markt und Co.

Wenn du mit einem Oszi umgehen kannst bist du evtl. in der Lage dir sowas selbst zu bauen. Anleitungen dazu findest du reichlich in HiFi-Foren.

Ich würde allerdings einmal den Weg zum guten HiFi-Fachhändler wählen, dort wird man dir sicher auch einmal leihweise etwas brauchbares zur Verfügung stellen.
Primär ist für dich die Stromaufnahme wichtig. Aber mit TV, Receiver evtl HDD-Recorder und Tuner sollten es schon 500 W sein. Wenn du einen Plasma hast, kann es aber auch schon um einiges mehr sein. Einfach mal auf die Typenschilder schauen und die Leistungsaufnahme addieren.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 04.01.2009, 00:04

Ok, danke! Werd ich ausprobieren. Melde mich die Tage dann wieder.

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 12.01.2009, 18:02

Habe einen ersten Teilerfolg erzielt: Hab als erstes eine Steckdosenleiste der Marke Brennenstuhl mit HF-Filter für knapp über 50 EUR gekauft. Was anderes hatten HiFi-, Computer- und Elektroläden in meiner Umgebung nicht da - müsste erst bestellt werden und dann gäbe es kein Rückgaberecht. Technisch aufwendigere Produkte liegen dann schon schnell mal bei 400 EUR, und das ist mir "auf gut Glück" ohne Rückgaberecht ein bissel viel. Zurück zur Steckdosenleiste von Brennenstuhl: Die lässt den Impuls zwar nicht verschwinden, verringert aber seine Intensität (und auf dem Oszilloskop betrachtet zieht sie ihn "in die Breite" und "verschmiert" ihn etwas).

Als nächstes hab ich ein etwas höherwertigeres Netzteil (Marke Tagan) für meinen Computer besorgt, das in Kombination mit dem HF-Filter in der Steckdosenleiste den Impuls nahezu herausfiltert (zumindest ist er mit dem menschlichen Auge auf einem Oszilloskop etwas älteren Baudatums nicht mehr erkennbar). In der Summe konnte ich mit beiden Komponenten die Anzahl der Fehler schon merklich reduzieren.

Nun scheint sich zusätzlich jedoch ein weiteres Problem herauszukristallisieren: wenn ich mit beiden TV-Karten (identische Hardware) zeitgleich RTL und ProSieben aufnehme (die ja beide auf derselben Frequenz liegen), ist die RTL-Aufnahme nahezu fehlerfrei (<5 Fehler/Stunde) und die ProSieben-Aufnahme immer noch ziemlich vermurkst (>50 Fehler/Stunde). Werde in den nächsten Tagen mal testweise die Smartcards, CAM-Module und die TV-Karten selbst vertauschen, um mögliche Hardwaredefekte auszuschließen.

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Moses » 12.01.2009, 19:52

5 Fehler/Stunde ist aber nicht annähernd Fehlerfrei... das mag für "gucken & löschen" noch ok sein, aber für Archivierung ist das nix... mit meiner Sat-Anlage hab ich nur Fehler bei extremem Regen/Schnee. (Im TV Kabel hab ich wahrscheinlich ein ähnliches Problem, wie du und beobachte den Thread daher aufmerksam ;))

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Invisible » 12.01.2009, 22:18

joge hat geschrieben:Habe einen ersten Teilerfolg erzielt:
:super: Ein wenig mitdenken und Eigeninitiative lösen viele Probleme.

Wie ich bereits schrieb solltest du einmal nach Anleitungen zum Eigenbau suchen. Dir traue ich das durchaus zu. :smile:

Brennenstuhl ist natürlich "Baumarkt-Ware" da kannst du keine Wunder erwarten.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von koax » 13.01.2009, 07:45

joge hat geschrieben: müsste erst bestellt werden und dann gäbe es kein Rückgaberecht. Technisch aufwendigere Produkte liegen dann schon schnell mal bei 400 EUR, und das ist mir "auf gut Glück" ohne Rückgaberecht ein bissel viel.
Wenn Du im Versandhandel als Verbraucher selbst bestellst, hast Du grundsätzlich ein Rückgaberecht von 14 Tagen.
Wenn der Fachhändler für Dich bestellt, bist Du natürlich kein Kunde des Versandhändlers sondern es handelt sich um einen normalen Ladenverkauf, für den das Rückgaberecht nicht gilt. Was da möglich ist, hängt vom Entgegenkommen des Ladenbesitzers ab.

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von luluthemonkey » 13.01.2009, 17:50

Brennstuhl = Baumarktmarke? Dachte immer lieber brennstuhl als Hama und co.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Dinniz » 13.01.2009, 18:06

naja Brennstuhl ist auch im Fachmarkt erhältlich.
Baumärkte verkaufen eh immer mehr Markenware.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Voldemort » 13.01.2009, 19:07

Brennenstuhl ist sicher kein Billigprodukt oder Ramsch sondern schon gute Mittelklasse.
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Moses » 15.01.2009, 16:50

Hm.. also ich hatte von Brennenstuhl bisher zwei Master/Slave Steckdosen... beide waren nach ein paar Monaten Schrott. Die aus dem Aldi, die nur die Hälfte gekostet hat, hält jetzt schon deutlich länger...

Mein Fazit aus meinen Begegnungen mit Brennenstuhl: lieber Steckdosenleiten für 1€ das Stück aussem Baumarkt kaufen, als Brennstuhl das Geld in Rachen werfen für Produkte, die es nicht wert sind. An den ganzen "Überspannungs-Versicherungsschutz" glaub ich eh nicht...

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von luluthemonkey » 16.01.2009, 17:59

Dann lieber Fisch Audiotechnik produkte kaufen. Kosten auch nur 11xx,xx € :P
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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 16.01.2009, 21:46

Wieder ein paar Neuigkeiten: Als Ersatz für den Brennenstuhl-Netzfilter hab ich mir einen Zwischenstecker der Marke Dehn gekauft. Auf den ersten Eindruck scheint er etwas besser zu arbeiten, aber dennoch auch keine "Wunder zu vollbringen". Aber ehe ich das endgültig beurteilen kann, muss ich damit noch ein paar mehr Testserien durchführen. @Invisible: klar wär ich in der Lage mir was zusammenzulöten, das Problem ist nur was. Ich muss ja erstmal herausfinden, was exakt die Ursache ist. Bislang weiß ich ja nur, dass Elektromotoren oder deren Ansteuerung meinen Empfang stören, d.h. der Spannungsimpuls beim Anlaufen/Abschalten und/oder das dabei erzeugte Feld können die Fehler verursachen. Lt. Wikipedia kann diese Breitbandstörstrahlung bis in den Megahertzbereich reichen (was offenbar passiert) und sowohl durch den Raum als auch leitungsgebunden übertragen werden. Auf dem Oszilloskop sehe ich im Niedervoltbereicht (Sekundärseite des Computernetzteils; die Netzspannung ist für das Gerät leider zu hoch) einen Peak, der da nicht hingehört und den ich per Augenmaß auf 0.5V (bei 5V) ablesen kann. Diese Angaben sind sicher noch zu unspezifisch, um konkrete individuelle Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Genauer messen kann ich leider nicht, da mir dazu die teure Meßtechnik fehlt. Also hab ich einfach mal mit Produkten der mittleren Preisklasse mit Rückgaberecht auf gut Glück angefangen rumzuexperimentieren...

Das Problem wird dadurch auch leider nicht einfacher, dass gleich eine Kombination mehrerer Ursachen schuld ist: (a) Spannungsspitzen - Gegenmaßnahme Netzfilter und besseres Computernetzteil sorgen teilweise für Abhilfe; (b) elektrische Fehler - ersetzt man das von Unitymedia bei der Settopbox mitgelieferte 08/15-TV-Kabel durch ein mehrfach geschirmtes mit Mantelstromfiltern werden die Störungen ebenfalls weniger. Woher weiß ich jetzt, ob ich Störung (a) oder (b) nur teilweise beseitigt habe oder ob es vllt. noch eine bislang unentdeckte Störung (c) gibt?

Einen weiteren Fehler (der von diesem Problem unabhängig besteht) habe ich mittlerweile isoliert: eines meiner Alphacrypt Classis CAMs arbeitet nicht fehlerfrei. Praktischerweise (zum Testen) habe ich ja zwei technisch identische TV-Karten und CAMs. Nachdem ich die o.g. Fehlerquellen etwas eingedämmt hatte, fiel mir auf, dass eine der beiden TV-Karten bei zeitgleicher Aufnahme derselben Sendung erheblich viel mehr Fehler produziert als die andere. Egal wie ich die CAMs und Smartcards vertausche, es liefert immer die TV-Karte die stark erhöhte Fehlerrate, wo dieses eine, anscheinend defekte Alphacrypt-Modul gerade drinsteckt. Dieses werd ich nächste Woche reklamieren.

Zurück zum eigentlichen Problem: mit Dehn-Netzfilter, Tagan-Computernetzteil und der intakten TV-Karte/CAM/Smartcard ist die Fehlerquote jetzt spürbar gesunken, aber fehlerfrei ist es leider trotzdem noch nicht. Es gelingt mir jedoch nicht, die Rest-Ursachen aufzuspüren, da man jetzt schonmal eine Stunde auf den nächsten Fehler warten kann und ich keinen Zusammenhang zwischen den Fehlern und dem was ich mache bzw. Geräten, die ich benutze bzw. die überhaupt am Netz sind, herstellen kann.

Ich frage mich außerdem, inwieweit evtl. die Marke der TV-Karte eine Rolle spielt? Meine TV-Karten Techno-Trend C-1501 (http://www.technotrend.de/2915/TT-budget__C-1501.html) haben nur einen relativ winzigen Tunerbaustein im Vergleich z.B. zur Technisat CableStar HD 2 (http://www.technisat.de/index5528.html? ... de,76-211#), die vergleichsweise quasi mit einer "Flut" von Bauteilen, insbesondere auch Kondensatoren, bestückt ist. Ich weiß ja jetzt nicht, wie der Schaltplan davon aussieht, aber Kondensatoren könnten ja zur Entstörung gut sein. Vllt. läuft die TT C-1501 ja nur unter Laborbedingungen mit einem absolut reinen Signal fehlerfrei und andere Modelle kommen mit leichten Störungen möglicherweise besser zurecht? Ist von meiner Seite alles nur Spekulation, aber vllt. hat hier einer Erfahrungswerte damit gesammlt? (Nach einer Internet-Recherche kann man nicht gehen, da findet man zu jeder Karte negatives, hauptsächlich QAM256-bezogenes.) @Moses: was ist eigentlich genau deine Problemkonstellation?

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von Moses » 18.01.2009, 15:15

Ich hab am PC auch solche Burst-Fehler, allerdings deutlich weniger. Bei mir gehen von Anfang an so ca 10 Pakete die Stunde verloren. Als Hardware ist hier eine FireDTV-C im Einsatz. So genau wie du, hab ich das noch nicht untersucht (fehlt mir auch die Ausrüstung und größten Teils das Know-How, außerdem nutze ich den Kabelanschluss nur zum gucken, für Aufnahmen ist meine Sat-Anlage zuständig ;)). Aber dass es am Kühlschrank liegt, hab ich auch schonmal vermutet... einen Netzfilter hab ich bisher noch nicht ausprobiert.

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 18.01.2009, 22:18

Um der Frage nachzugehen, inwieweit verschiedene TV-Kartenmodelle möglicherweise unterschiedlich stark fehlertolerant sein könnten, habe ich mir am Wochenende testweise eine Terratec Cinergy C PCI ausgeliehen (die ist angeblich nahezu baugleich zur Technisat CableStar HD 2, was der optische Eindruck bestätigt: Platinenbestückung praktisch identisch). Meine eigene Vermutung, dass die Techno-Trend C-1501 möglicherweise wenig fehlertolerant sein könnte, muss ich nun widerrufen: die Art und Anzahl der Bitfehler war in mehreren Testläufen (künstlich erzeugte Fehler durch Ein-/Ausschalten der Gefriertruhe) mit beiden TV-Karten praktisch identisch.

Allerdings hab ich bei diesen Tests eine weitere Entdeckung gemacht: wenn ich nur den verschlüsselten Datenstrom analysiere, ist die Anzahl der Discontinuities 2-4 mal so hoch mit CI-Modul + CAM + Smartcard wie ohne, d.h. allein die Tatsache, dass das CI-Modul angeschlossen ist (ohne dass es verwendet wird), erhöht die Wirkungskraft der Störeinflüsse. Da das CI-Modul keine eigene Stromversorung besitzt, sondern nur mit einem mehradrigen Kabel an der TV-Karte hängt, spricht das in meinen Augen für Einstrahlungsstörungen (über das Kabel zwischen TV-Karte und CI-Modul - 5cm kurz - sowie die Leiterbahnen auf der CI-Modul-Platine) statt Spannungsspitzen. Liest hier zufällig ein Fachmann mit, der das bestätigen oder widerlegen kann?

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Re: Unkorrigierbare Bitfehler

Beitrag von joge » 25.01.2009, 20:42

Hab dieses Wochenende mal wieder neue Fehlerquellen entdeckt und beseitigt:

Als erstes hab ich in der Durchschleifdose im Keller (direkt nach dem Abzweiger fürs Modem) das TV-Kabel, was zur restlichen Hausverkabelung weitergeht, testweise abgeklemmt (mit einem Abschlusswiderstand ersetzt). Das reduzierte die Fehler merkbar. Kabel wieder angeklemmt und auf diese Weise schrittweise mit der ganzen Hausverkabelung weitergemacht. Letzten Ende stellte sich heraus, dass es nicht an der Verkabelung, sondern der Radio-Komponente der HiFi-Anlage liegt. Sobald die nicht in der Radio-Dose steckt, bleiben die Fehler weg, die durch die Motorsteuerung der Dunstabzugshaube in der Küche entstehen, d.h. offenbar ist dieser Denon Receiver derart schlecht konstruiert, dass Störstrahlung über dieses Gerät rückwärts wieder ins Kabelnetz gelangen kann (das passiert selbst dann, wenn ich bis auf das Radio-Kabel sämtliche Kabel der HiFi-Anlage incl. Netzkabel abstecke). Nach diversen schlechten Erfahrungen mit Denon-Komponenten überrascht mich das jetzt auch nicht mehr allzusehr...

Als nächstes hab ich mich um mögliche Einstrahlungen in den PC gekümmert. Dazu hab ich mir ein passende Alu-Platte gesägt und über die Laufwerksöffnungen geschraubt, so dass das Gehäuse wieder vernünftig geschirmt ist. Ein paar Störungen blieben jedoch. Vermutung: vielleicht kommen die von innen? Tatsächlich half es, den Gehäuse-Lüfter abzustecken. Werd mir da die Tage mal einen höherwertigen Ersatz besorgen müssen.

Unterm Strich konnte ich damit jetzt eine fehlerfreie 3-stündige Aufnahme erzielen. Muss das die Tage mal noch intensiver analysieren, aber die Hoffnung ist hoch, dass das jetzt die letzten Störfaktoren waren :smile:

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