Studium anfangen??

Hier geht es um alle weiteren Telekommunikations-Medien und -Anbieter, wie z.B. Festnetz (ADSL, VDSL, IPTV), Mobilfunk (GSM, UMTS, LTE), andere Kabelnetzbetreiber, usw.
Antworten
Stäbli18
Kabelneuling
Beiträge: 5
Registriert: 06.08.2018, 09:01

Studium anfangen??

Beitrag von Stäbli18 » 06.08.2018, 09:17

In den letzten Tagen hab ich mir immer mal wieder Youtube Videos rund um Telekommunikation/ Elektrotechnik angeschaut. Manchmal lande ich abends einfach da und dann lass ich das auf mich einrieseln und lern ab und zu noch das ein oder andere. Als ich dann Samstagabend eine große Familienfeier hatte, kam das Thema auch auf. Oder allgemein meine "Zukunft" (immer super beliebt das Thema bei der Familie). Was ich denn nun mache und wo ich hin will und all sowas... aber das kennen die meisten sicher selber. Meine Tante meinte dann jedenfalls etwas, das mir bis heute noch im Kopf rumgeistert. So von wegen "Du studierst ja schon, nur ohne einen Abschluss zu bekommen." Das fand ich... interessant. Ich meine, ein bisschen hat sie Recht. Ich lerne ja in meiner Freizeit und informiere mich und so. Hauptsächlich über Youtube aber das ist ja erstmal egal.

tl:dr: Studium in der Richtung anfangen? Habt ihr Erfahrung?

Danke euch,
Flo

boba
Kabelexperte
Beiträge: 230
Registriert: 19.03.2012, 17:00
Wohnort: Unitymedia Hessen

Re: Studium anfangen??

Beitrag von boba » 06.08.2018, 11:56

Bevor du dich festlegst: es gibt eine gigantische Auswahl an Studiengängen. Besorge dir ein Studienverzeichnis einer technisch orientierten Uni und schmökere in den ganzen Studiengängen herum. Vielleicht fällt dir was ins Auge, was du bisher nicht gesehen hast.
Ein von einer Uni unabhängiges Lexikon an Studiengängen gibt es z.B. hier: http://www.studienwahl.de/de/chstudiere ... felder.htm
Schau dir doch mal die Sparten Ingenieurwissenschaften sowie Mathematik/Naturwissenschaften durch, das wären vermutlich deine Interessensrichtungen.

Ob du nun konkret ein bestimmtes Studium anfangen sollst, das kann man "von außen" nicht beurteilen. Nur du selbst kannst am Ende wissen, ob du zu dem, was du dir ausgesucht hast, Lust hast das für einen großen Teil deines Lebens im Beruf mit Freude zu tun. Studiere nichts, zu dem du keine Lust hast das auch längerfristig zu tun. Kannst du dich zwischen zwei Studiengängen nicht entscheiden, schaue in die Berufsperspektiven und suche dir das mit den besseren Perspektiven aus. Aber erst, wenn du zwei ansonsten gleiche Studiengänge in der Vorauswahl hast, sonst orientiere dich eher daran, ob du Interesse hast - nicht am Geld und nicht an den Perspektiven. Machst du ein Leben lang etwas, wozu du eigentlich gar keine rechte Lust hast, nur des Geldes wegen, bringt das keine Lebensfreude.

Schau dir Demo-Vorlesungen life an einer Uni an (ok, ich weiß nicht, ob es das heutzutage noch gibt, aber als ich anfing, gab es das). Ich wollte seinerzeit entweder Mathe oder Physik studieren und habe mir jeweils eine Demo-Vorlesung dazu angehört. Erst dort an der Uni bin ich auf ein seinerzeit noch recht neues Studienfach namens Informatik getroffen, das seinerzeit noch ein Underdog war, aber ich merkte: "das ist die Sache für dich", und so wurde es dann eben Informatik, auch nachdem ich feststellen konnte, dass es zur Hälfte aus Mathematik besteht, also keine ganz andere Wahl als meine ursprünglichen Vorstellungen. Möglicherweise findest du ja auch ein Studienfach, von du bisher noch nichts gehört hast, das aber dein Ding ist. Und wenn du am Ende findest, dass nach aller Orientierung Elektrotechnik dein Ding ist, dann machs.

robert_s
Übergabepunkt
Beiträge: 426
Registriert: 14.05.2018, 21:24

Re: Studium anfangen??

Beitrag von robert_s » 06.08.2018, 15:16

boba hat geschrieben:
06.08.2018, 11:56
Nur du selbst kannst am Ende wissen, ob du zu dem, was du dir ausgesucht hast, Lust hast das für einen großen Teil deines Lebens im Beruf mit Freude zu tun. Studiere nichts, zu dem du keine Lust hast das auch längerfristig zu tun.
Wobei es bei den MINT-Absolventen gewisse Freiheitsgrade gibt. Ich kenne Elektrotechnik-Absolventen, die als Software-Entwickler unterwegs sind und Technische Informatik Absolventen, die sich als Hardwareentwickler verdingen... oder auch Physiker.

Gerade bei den "Naturtalenten" habe ich den Eindruck, dass die statt ihres Steckenpferdes lieber etwas "angrenzendes" studieren, um ihren Horizont zu erweitern, am Ende aber doch bei ihrer eigentlichen Leidenschaft landen.

Das wissen Arbeitgeber aber auch, und trauen z.B. einem Elektrotechnik-Absolventen auch zu, dass der zumindest hardwarenahe Software entwickeln kann.

Stäbli18
Kabelneuling
Beiträge: 5
Registriert: 06.08.2018, 09:01

Re: Studium anfangen??

Beitrag von Stäbli18 » 08.08.2018, 13:11

robert_s hat geschrieben:
06.08.2018, 15:16
Wobei es bei den MINT-Absolventen gewisse Freiheitsgrade gibt. Ich kenne Elektrotechnik-Absolventen, die als Software-Entwickler unterwegs sind und Technische Informatik Absolventen, die sich als Hardwareentwickler verdingen... oder auch Physiker.
ja, genau das ist der Plan!

Also danke erst mal schon für die Rückmeldungen. Ich bin mir sicher, dass es etwas naturwissenschaftliches sein soll... Nur irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, wie ich mich mit anderen in einen Hörsaal setze und dann lerne und mitschreibe - ich habe auch eh gehört, dass man bei Informatik eigentlich AUCH nur zu Hause lernt. Das mache ich eben ja schon.
Bin jetzt am Überlegen, ob vom Format her vielleicht ein Fernstudium Sinn macht, da habe ich in den Bussen grad auch Werbung für gesehen. Vor allem Angewandte Informatik gibt es ja nicht an jeder Uni und wegziehen... das kann ich mir kaum vorstellen, habe ja Freunde, Familie und mein Herzblatt hier.

Habt ihr denn nach Interesse studiert oder nach Perspektiven? Meine Familie fänd die Perspektive wahrscheinlich viel wichtiger, aber ich denke irgendwie ganz naiv: Irgendwas wird man immer finden... oder?

boba
Kabelexperte
Beiträge: 230
Registriert: 19.03.2012, 17:00
Wohnort: Unitymedia Hessen

Re: Studium anfangen??

Beitrag von boba » 08.08.2018, 14:29

Wie man sein Studium gestaltet, hängt wesentlich von der persönlichen Lernmethodik ab. Ich kann jetzt nur von mir reden, aber mein Lernkonzept sieht seit Schulzeiten so aus, dass ich einem Vortragenden aufmerksam folge, dabei Notizen mache, und dabei den Großteil des Stoffes direkt aufnehme. Zu Hause oder mit der Lerngruppe können dann direkt die verordneten Übungen bearbeitet werden ohne nochmal Stoff nachzuarbeiten. Dazu werden sowohl die Notizen herangezogen als auch die Literatur, die vom Dozenten für den Stoff angesagt wurde. Gegen Ende zur Prüfung werden nochmal die Notizen überflogen, um sicherzustellen, dass der Stoff vollständig im Kopf parat ist. Wirklich "gelernt" oder nochmal Stoff verinnerlicht wird dabei nicht, sondern lediglich in Erinnerung gerufen was man zuvor verinnerlicht hatte. Wenn man etwas übersehen hat, z.B. wenn es mangels Übungen untergegangen ist, dann ist hier die Gelegenheit das Wissen zu ergänzen.
Mit Lerngruppe meine ich die zwei, drei Kommilitonen, mit denen man sich üblicherweise näher anfreundet, weil sie genau dasselbe wie man selbst studieren und auch vom Verständnis her ähnlich ticken. Mit denen bearbeitet man Übungen oft als Gruppe gemeinsam. In manchen Vorlesungen wird bei manchen Übungen auch erwartet, dass nicht einzelne Studenten, sondern nur Lerngruppen ihre Ergebnisse einreichen.

Ein anderer mag sich Lernstoff anders aneignen. Es gibt Leute, die schwänzen Vorlesungen größtenteils und sagen, sie würden sich den Stoff aus dem Vorlesungsskript zu Hause aneignen. Diese Leute hatten meiner Beobachtung nach durchaus ihre Schwierigkeiten in der Klausur.

Es gibt auch das Fernstudium, bei dem man ausschließlich Dokumente und heutzutage wahrscheinlich auch Videos studiert. Das geht natürlich, nur fehlt die Dynamik einer Vorlesung. Es mangelt an der Einordnung des Stoffs, an der Wahrnehmung welche Sache wichtiger ist und welche Sache weniger wichtig. Auf dem Papier ist alles gleich wichtig, obwohl es in der Realität nicht so ist.

Ich weiß jetzt nicht, auf welche Videos konkret du dich beziehst. Wenn du meinst, du würdest praktisch jetzt schon studieren, dann sei dir gesagt, dass in naturwissenschaftlichen Fächern in einer richtigen Vorlesung viel Stoff unglaublich technisch und trocken erscheint und Seite für Seite einfach nur Fakten, Formeln und Beweise durchgerasselt werden. Vorlesung für Vorlesung, Stunde für Stunde. Ich weiß nicht, ob du solche in Serien gegossene komplette Vorlesungen in Videos meinst, oder ob du eher einzelne Vorträge meinst, die durchaus tiefgehend sein können, aber nicht den Vorlesungsstoff eines ganzen Semesters darstellen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste