Hausverstärker zwingend nötig?

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kju
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Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 20.07.2009, 15:33

Frage an die Installationsgurus:

Heute sollte ich eigentlich meinen zweiten UM-Internet-Anschluss (an einem anderen Ort als der erste natürlich) bekommen. Die Dose wurde neu gesetzt und hat nur etwa 50 Zentimeter Abstand zum HÜP. Der Techniker fragte bei seiner Firma nach, ob er auf einen Verstärker verzichten könne, da die Werte alle gut sind, und dies wurde erst bestätigt. Kurz bevor er fertig war, kam dann aber ein Anruf, daß er doch eine richtige Anlage bauen müsse mit Hausverstärker und Verteiler. Und nun muss er morgen wiederkommen und ich muss noch auf den Anschluss warten. :gsicht:

Ist dies wirklich zwingend nötig? Ich bin eigentlich dagegen, weil der Verstärker allerhöchsten die SNR verschlechtert, ansonsten aber eher keinen Sinn hat.

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Voldemort
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von Voldemort » 20.07.2009, 16:22

Wenn neu - dann eben alles neu. Ist eben so Vorschrift :zwinker:
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Ary
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von Ary » 20.07.2009, 17:04

Bei uns im Bereich ist es in Fällen wie bei dir so, dass wir uns bei UM die Genehmigung dafür holen müssen.
Es wird aber nur genehmigt, wenn sonst nichts an dem ÜP hängt. Dann muss noch ein 6er Tap gesetzt werden, wo auf dem gedämpften Ausgang ein Abschlusswiderstand drauf muss und die Dose muss auch sein. ohne Dose direkt ins Modem ist nicht zulässig.
WEnn mit dem ganzen Driss drann die Werte immer noch gut sind, dürfen wir es so machen.
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kju
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 20.07.2009, 18:02

Ary hat geschrieben:Bei uns im Bereich ist es in Fällen wie bei dir so, dass wir uns bei UM die Genehmigung dafür holen müssen.
Es wird aber nur genehmigt, wenn sonst nichts an dem ÜP hängt.
Das wäre gegeben, aber der Chef der Kabelschrauber hats halt nicht erlaubt. Nun muss der arme Kerl morgen wiederkommen. Er erzählte mir, daß er pro ausgeführten Auftrag bezahlt wird und heute bislang nur Ausfälle hatte, weil Kunden falsch beraten wurden und dann der Anschluss nicht installiert wurde.
ohne Dose direkt ins Modem ist nicht zulässig.
Interessant, denn der Techniker hatte kurz darüber nachgedacht. Naja, ich hab ihn sowieso stark verwirrt, weil die Installation unten im Keller im Hausanschlussraum ist und das Signal von dort über eine eigene VDSL-Strecke weitertransportiert wird. Sowas kannte er noch nicht und hat auch mehrfach nachgefragt um sicher zu gehen, daß es da keine Probleme geben wird :smile:

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Ary
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von Ary » 20.07.2009, 20:53

kju hat geschrieben: Das wäre gegeben, aber der Chef der Kabelschrauber hats halt nicht erlaubt. Nun muss der arme Kerl morgen wiederkommen. Er erzählte mir, daß er pro ausgeführten Auftrag bezahlt wird und heute bislang nur Ausfälle hatte, weil Kunden falsch beraten wurden und dann der Anschluss nicht installiert wurde.
Wenn der ASP bei UM das nicht genehmigt hat, waren die Werte wohl nicht doch nicht ausreichend
Interessant, denn der Techniker hatte kurz darüber nachgedacht. Naja, ich hab ihn sowieso stark verwirrt, weil die Installation unten im Keller im Hausanschlussraum ist und das Signal von dort über eine eigene VDSL-Strecke weitertransportiert wird. Sowas kannte er noch nicht und hat auch mehrfach nachgefragt um sicher zu gehen, daß es da keine Probleme geben wird :smile:
Das verwirrt mich jetzt auch ein wenig. Was ist bitte eine eigene VDSL-Strecke? Hast du dir aus ner Vst nen DSLAM geklaut und dir nen eigenen Server in den Keller gestellt, oder was?
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 20.07.2009, 22:24

Ary hat geschrieben: Wenn der ASP bei UM das nicht genehmigt hat, waren die Werte wohl nicht doch nicht ausreichend
Ne, soweit ich das mitbekommen habe, war UM gar nicht gefragt worden. Das war eine Entscheidung des Chef der Installationsfirma. Bekommen die vielleicht weniger Geld, wenn da kein Verstärker installiert wird?
Das verwirrt mich jetzt auch ein wenig. Was ist bitte eine eigene VDSL-Strecke? Hast du dir aus ner Vst nen DSLAM geklaut und dir nen eigenen Server in den Keller gestellt, oder was?
Man kann ein VDSL2 "Master Modem" kaufen von Allnet. Es gibt auch ein passendes Gegenstück, mit etwas Gebastel tuts aber auch das Standard VDSL2-Modem der Telekom (Speedport 300HS). Damit kann man über eine Doppelader VDSL2 fahren und erreicht bis zu 100 MBit/s symetrisch mit Ethernet-Bridge an beiden Ende. Ich habe bei einer Leitungslänge von geschätzt 30-50 Metern vollen Durchsatz und kann so das Ethernet aus dem Kabelmodem zum Zielort transportieren wo dann der Router drankommt.

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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 21.07.2009, 18:46

So, was für ein Schwachsinn das mit dem erzwungenen Hausverstärker ist, hat sich heute gezeigt. Auch nachdem die Verstärkung auf Minimum gedreht war, ergab sich ein DS-Pegel von 20 dBmV. Da Unitymedia diesen Wert aber nicht akzeptiert, wurde nun ein 6 dB Dämpfungsglied aufs Kabelmodem gesetzt. Das ist sowas von absurd, erst wird das Signal unnötig verstärkt und dann gedämpft. Und das nur weil irgendein Kabelinstallateurbuden-Chef das so wollte. Macht ja nix, daß das die Signalqualität unnötig herabsetzt. Ich könnte brechen!

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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von HariBo » 21.07.2009, 19:49

wieso regst du dich auf? Es hat dich doch nichts gekostet und im Bedarfsfall kann die Anlage problemlos aufgestockt werden.

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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von Voldemort » 21.07.2009, 19:49

kju hat geschrieben:So, was für ein Schwachsinn das mit dem erzwungenen Hausverstärker ist, hat sich heute gezeigt. Auch nachdem die Verstärkung auf Minimum gedreht war, ergab sich ein DS-Pegel von 20 dBmV. Da Unitymedia diesen Wert aber nicht akzeptiert, wurde nun ein 6 dB Dämpfungsglied aufs Kabelmodem gesetzt. Das ist sowas von absurd, erst wird das Signal unnötig verstärkt und dann gedämpft. Und das nur weil irgendein Kabelinstallateurbuden-Chef das so wollte. Macht ja nix, daß das die Signalqualität unnötig herabsetzt. Ich könnte brechen!

Wo bitte ist das Problem ??
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von Bastler » 21.07.2009, 20:08

Ist dies wirklich zwingend nötig? Ich bin eigentlich dagegen, weil der Verstärker allerhöchsten die SNR verschlechtert, ansonsten aber eher keinen Sinn hat.
Es ist Vorschrift von UM, dass immer, wenn Rückkanal im Spiel ist, ein Verstärker eingesetzt werden muss, die Ausnahmeanfragen werden m.W generell abgelehnt, auch NTUs (Miniverstärker) werden meistens nicht genehmigt (hat bei mir zumindest schon lange nicht mehr geklappt).
Eine technische handhabe hat das nicht. UM schreibt was von "Verstärker ist nötig wegen der Entkopplung", wobei das keinen Sinn ergibt, denn die nötige Entkopplung vom Netz macht schon der Abzweiger draußen, aber es steht halt in deren Unterlagen. Ob der MTA seine 106 dB Sendepegel mit Hilfe eines Verstäkers erreicht oder direkt am ÜP selbst, für den MTA ist beides das Gleiche.

Wenn man einen Verstärker wählt, der zur nachfolgenden Dämpfung recht genau passt, macht man sich dadurch den Signal-/Rauschabstand aber nicht kaputt oder gravierend schlechter, also "Schaden" tut der Verstärker also auch nicht. Zumal er ja auch nichts kostet...

Es gibt zwar Firmen, die immer noch ein MTA einfach in nen ÜP stecken und fertig, jedoch bekommen die spätestens wenn ich da war ne SNI dafür, die auch immer genehmigt wird :zwinker:

Lange Rede, kurzer Sinn:
Hausverstärker zwingend nötig?
Ja, aber nicht weiter drüber nachdenken warum :zwinker: .
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 21.07.2009, 20:11

Bastler hat geschrieben:Wenn man einen Verstärker wählt, der zur nachfolgenden Dämpfung recht genau passt, macht man sich dadurch den Signal-/Rauschabstand aber nicht kaputt oder gravierend schlechter, also "Schaden" tut der Verstärker also auch nicht. Zumal er ja auch nichts kostet...
Jeder Verstärker rauscht und verschlechtert damit das Signal. Es ist einfach nur absurd erst ein Signal zu verstärken um es danach zu dämpfen. Zumal der unnötige Hausverstärker ja auch Strom aufnimmt und damit Kosten verursacht. Als Funkamateur finde ich so eine Installation einfach nur gruselig.

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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von Bastler » 21.07.2009, 20:16

Jeder Verstärker rauscht und verschlechtert damit das Signal. Es ist einfach nur absurd erst ein Signal zu verstärken um es danach zu dämpfen. Zumal der unnötige Hausverstärker ja auch Strom aufnimmt und damit Kosten verursacht.
Da gebe ich dir recht, Kollege ( Funkamateur :zwinker: ). Dieses erst Verstärken und danach wieder (ganz gewaltig) dämpfen (da Vr mit deutlich zu hoher Verstörung gewählt :zwinker: ) ist mir genau so zuwider wie dir, nur das ist beim Kabel gängige Praxis, auch draußen in der C-Linie oder NE4-Linien.

Ich wiederhole dir nochmal meine Aussage von eben, damit es deutlich wird:
Es gibt keine technische Handhabe dafür, aber UM schreibt den Verstärker vor.
Das ist im übrigen nicht der einzige Fall für eine UM-Vorschrift, wofür es keine technische Handhabe gibt :zwinker: ...
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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 21.07.2009, 20:27

HariBo hat geschrieben:wieso regst du dich auf? Es hat dich doch nichts gekostet und im Bedarfsfall kann die Anlage problemlos aufgestockt werden.
Natürlich kostet es mich was. Und Dich auch. Meinst Du diese ganze unnötige Technik ist nicht in die Monatsgebühren eingerechnet?

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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 21.07.2009, 20:30

Bastler hat geschrieben:
Jeder Verstärker rauscht und verschlechtert damit das Signal. Es ist einfach nur absurd erst ein Signal zu verstärken um es danach zu dämpfen. Zumal der unnötige Hausverstärker ja auch Strom aufnimmt und damit Kosten verursacht.
Da gebe ich dir recht, Kollege ( Funkamateur :zwinker: ). Dieses erst Verstärken und danach wieder (ganz gewaltig) dämpfen (da Vr mit deutlich zu hoher Verstörung gewählt :zwinker: ) ist mir genau so zuwider wie dir, nur das ist beim Kabel gängige Praxis, auch draußen in der C-Linie oder NE4-Linien.
Naja, der Techniker hat immerhin nach eigener Aussage den Hausverstärker mit der geringsten Verstärkung der verfügbar ist gewählt. Bei ihm bin ich eh offene Türen eingerannt mit meiner Missbilligung der Installation des Verstärkers.

Es ist auch so gut wie ausgeschlossen, dass da ein anderer Teilnehmer an den Anschluss kommt. Der HÜP war mindestens zwei Jahre unbenutzt (mit einem Kleber versiegelt auf dem noch ish stand) und es ist auch kaum möglich, von dort Koax in die Räume zu führen. Deswegen musste ich ja auch das VDSL-Gebastel machen statt Ethernet zu nutzen.

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Re: Hausverstärker zwingend nötig?

Beitrag von kju » 29.07.2009, 17:10

Um die Geschichte mal fortzuschreiben: Seit 50 Stunden war mein Anschluss gestört, keine Verbindung im Upstream (Ranging, Ranging und dann nix). Heute kam ein anderer Techniker, der mit Hinweis auf Reparaturen in der vergangenen Woche im Netz den Verstärker (der ja komplett runtergedreht war) aufgedreht hat, und dafür das Dämpfungsglied gegen ein höherdämpfendes tauschte und dann noch ein zweites dazusetzte. Damit ist die HF-Absurdität meiner Installation auf eine neue Stufe gestiegen, das glorreiche Resultat ist nun, daß der Pegel im DS nicht mehr 14 dBmV sondern 2 dBmV ist, dafür jetzt auch im DS der Verstärker aufgedreht ist und im US der Pegel wie zuvor auf rund 46 dBmV. Ausser dass die weitere Verstärkung und das zusätzliche Dämpfungsglied die SNR weiter verschlechtern (jetzt nur noch 34,0 dB statt 35,5 dB), hat die Aktion echt nix gebracht.

Und das eigentlich Problem ist auch noch nicht gefunden: Der Pegel sackt einfach mal um 20 dB ab, womit der Connect im Eimer ist. Trat während der Prüfung mehrmals auf, und einmal hatte der Techniker sogar schon das Haus verlassen, als es wieder passierte. Nach Wackeln am Erdkabel ging das Signal wieder auf alten Pegel, aber leider liess sich das Problem nicht gezielt reproduzieren. Vermutung ist also ein Bruch im Koax, aber man weiß es nicht. Ich kann jetzt also nur abwarten, ob (oder besser wann) es wieder passiert.

Seufz.

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