Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

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hajodele
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von hajodele » 29.05.2016, 16:40

Die Daten werden immer nur via Richter rausgegeben.
Allerdings geht so was sehr zügig und ohne dein Wissen.
Das funktioniert aber überall so.

Genau so passiert es regelmäßig, dass der Anschlußinhaber tatsächlich nix mit der Sache zu tun hat.

tq1199
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von tq1199 » 30.05.2016, 14:15

t0mmi hat geschrieben:... - Und dann wirds TEUER.
Warum sollte es teuer werden, wenn man unschuldig ist?
Office Internet & Phone 50, AVM FRITZ!Box 6360 Cable (kbw) - FRITZ!OS 06.52 - , an Arris-CMTS, zusätzlich eine feste (statische, nicht per DHCP) IPv4-Adresse für meinen Server, am Bridge-Anschluss (kein Bridge-Modus, FB6360-cable wird ohne feste IPv4-Adresse als Router verwendet.)
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinP_Do » 30.05.2016, 14:35

tq1199 hat geschrieben:
t0mmi hat geschrieben:... - Und dann wirds TEUER.
Warum sollte es teuer werden, wenn man unschuldig ist?
Vor Gericht und auf hoher See ....

Bei Zivilprozessen gilt die Unschuldsvermutung nicht. Da urteilt der Richter im Sinne desjenigen, der seine Sache glaubwürdiger dargelegt hat.
Und wenn der Vertreter der Gegenpartei seine Hausaufgaben vor Verfahrenseröffnung da besser gemacht hat, als Du, hast Du recht schnell die A****karte ....

Und alleine der anwaltliche Beistand, den man braucht, um überhaupt eine Chance zu haben, kostet ....
FB 6490 von UM (Fw 6.50) 2Play PLUS 100 DSLite, Telefon Komfort, LevelOne GSW 0807 8-port switch

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 30.05.2016, 18:37

Wenn du sowie schon beim Anwalt bist, kannst du mal fragen, ob das ein Kündigungsgrund sein kann.
-> Kein Sonderkündigungsrecht bei sowas, mir allerdings egal da die einjährige Verlängerung sich sowieso grade wieder dem Ende nähert.
Warum sollte es teuer werden, wenn man unschuldig ist?
-> das was MartinP_Do über mir schreibt (Zivilrecht).

Der Witz an der Sache ist ja gerade der, dass wenn du den Brief erhältst schon alles Gerichtliche gelaufen ist. Die Beweisaufnahme ist schon abgeschlossen.
Zu diesem Zeitpunkt hat leider der Provider deine Daten auch schon gelöscht so dass du gar nicht mehr nachvollziehen kannst ob das wirklich stimmt was da behauptet wird.
Für die Abmahnindustrie und Ihre Helfer eine perfekte Lage.

Ich kann nur jedem empfehlen seinen Internetanschluß sobald als möglich zu kündigen. Für eine Privatperson ist ein eigener Internetanschluß zum unkalkulierbaren Risiko geworden.

Vor allem wenn man das hier liest sollten einem die Augen aufgehen:
https://www.wbs-law.de/abmahnung-filesh ... ich-40530/

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 30.05.2016, 18:56

Vielleicht noch ein Einblick wie so eine Beweisaufnahme im Detail aussieht (Ab Seite 4):
https://telekomhilft.telekom.de/riokc95 ... Antrag.pdf

hajodele
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von hajodele » 30.05.2016, 19:22

t0mmi hat geschrieben:Der Witz an der Sache ist ja gerade der, dass wenn du den Brief erhältst schon alles Gerichtliche gelaufen ist. Die Beweisaufnahme ist schon abgeschlossen.
Das stimmt so nicht. Es geht zunächst bei dem gerichtlichen nur um die Herausgabe der Postadresse zur IP.
Um die Sache, also ob DU überhaupt was gemacht hast, geht es erst, wenn du gegen die Unterlassungserklärung vorgehst.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 30.05.2016, 19:50

Das stimmt so nicht. Es geht zunächst bei dem gerichtlichen nur um die Herausgabe der Postadresse zur IP.
Um die Sache, also ob DU überhaupt was gemacht hast, geht es erst, wenn du gegen die Unterlassungserklärung vorgehst.
Bei der Beweisaufnahme zur Herausgabe der Postadresse wird konkret der Anschlußinhaber durch die Zuordnung "Tatgegenstand" <-> "IP Adresse" durch den beauftragten Rechercheur belastet.

(Wobei man sich natürlich darüber streiten kann ob das zur Beweisaufnahme verwendete Programm mehr macht als Zufallszahlen in IP Adressnotation in eine csv-Datei zu schreiben. Aber darauf geht natürlich die eidesstattliche Versicherung des Rechercheurs wie in o.a. Beispiel niemals ein ("Software wird gestartet", "Software wird überwacht" etc... ).)

Die Kausalkette wird dann beim Provider durch die Zuordnung "IP Adresse" <-> "Postanschrift Anschlußinhaber" fortgeführt.

Der Anschlußinhaber hat keine Gegendarstellungsmöglichkeit mehr wenn Ihm die Abmahnung zugeht (Nach Zusendung löscht der Provider die dem Abmahnanwalt zugesendeten Verkehrsdaten). Ergo ist ein Vorgehen des Anschlußinhabers gegen eine Abmahnung recht... schwierig.

So Richtig ?

Das Thema ist mittlerweile zu kafkaesk als das man es als technisch orientierter Mensch noch glauben möchte.

MartinDJR
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinDJR » 30.05.2016, 20:15

Soviel ich weiß, gilt bei Zivilrechtsprozessen immer der Grundsatz: "Kläger ist in der Beweispflicht".

Nur: Die Tatsache, dass es außer dem Beklagten in der Regel niemandem anderen möglich ist, unter der IP des eigenen Anschlusses zu surfen, hat den Gerichten immer als Beweis ausgereicht.

Wenn man als Beklagter nachweisen kann, dass es bei UnityMedia tatsächlich vorkam, dass fremde IP-Adressen missbraucht worden sind, wird der Richter diesen Beweis ("außer Ihnen konnte diese IP niemand anderes verwenden") nicht gelten lassen können.

Dann müsste wieder der Kläger (also der Vertreter des Urheberrechteinhabers) nachweisen, dass man tatsächlich diese Urheberrechtsverletzung begangen hat und niemand anderes.

Das wird sehr, sehr schwierig!

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von hajodele » 30.05.2016, 20:17

@t0mmi: Bei dieser Einstellung kann man sich aber den Gang zum Rechtsanwalt sparen.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 30.05.2016, 20:42

@t0mmi: Bei dieser Einstellung kann man sich aber den Gang zum Rechtsanwalt sparen.
Nein ! Wie ich eingangs erwähnte ist der Gang zum Rechtsanwalt absolute Pflicht !

Die o.a. Beweisführung und die vor der Abmahnung gelaufenen Prozesse führen in jedem Fall zum Anschlussinhaber als Täter oder Störer.
Daran ist auch schlecht zu rütteln weil schon 100.000 fach gerichtlich erprobt und bestätigt - diese Blöße werden sich die hohen Gerichte niemals geben... 100.000 Daten zu Unrecht rausgegeben, Existenzen, Familien auf Jahre hinaus zerstört.

Das ist ja auch der Grund warum ich sage -> Internetanschluß kündigen, unkalkulierbares Risiko.


Dem Abgemahnten bleiben im Endeffekt folgende Optionen:

- War er es selbst (Täter): (Durch eigenen (!) Anwalt formulierte) Unterlassungserklärung abgeben, Vergleichen, Zahlen und hoffen das nichts nachkommt
- War er es nicht (Störer): (Durch eigenen (!) Anwalt formulierte) Unterlassungserklärung abgeben, Angabe des Täters (Logprotokolle etc), Beweisen wer es war.

Alles andere führt normalerweise zum extrem teuren Gerichtsprozess den keine Rechtsschutzversicherung bezahlt !

Der Gang zum Rechtsanwalt ist deshalb Pflicht weil die Formulierung einer Unterlassungserklärung, des Vergleichsangebotes etc notwendig wird und diese Sachen sind leider leider recht komplex - viele unterschiedliche Fallkonstellationen etc... Außerdem bindet man sich auf 30 Jahre an sowas - das sollte man nicht selbst formulieren.

PS: Entschuldigt bitte wenn ich den Thread hier hijacke... Bin ja eigentlich neu hier :zwinker:

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von hajodele » 30.05.2016, 21:10

In den Varianten, von denen ich bisher gehört habe, steht gleich eine (sehr hohe) Geldsumme und eine vorformulierte Unterlassungserklärung.
Wenn man, wie du sagst, keine Chance hat, kann man gleich dem Brief des Abmahnanwalts folgen.
Ich halte deine Denkweise für falsch, nicht den Weg. Einen Rechtsanwalt nimmt man sich dann, wenn man Chancen sieht.

Es gibt übrigens schon Fälle, in denen sich die Abmahnung recht zügig in Luft aufgelöst hat. z.B. kann es der Beschuldigte gar nicht gewesen sein, weil er nachweislich nicht zuhause war und sonst niemand Zugang zur Wohnung hat.

Jetzt geh zum Rechtsanwalt. Das bringt mehr als dieses Laienhafte geschwafel.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 30.05.2016, 21:32

Jetzt geh zum Rechtsanwalt. Das bringt mehr als dieses Laienhafte geschwafel.
Ich war schon beim Anwalt :zwinker:
Ich möchte euch hier Optionen aufzeigen falls Ihr mal in die selbe Lage kommen solltet.
Wenn man, wie du sagst, keine Chance hat
OK - ich sage nicht dass man keine Chance hat. Natürlich gibt es eine Chance aus sowas raus zu kommen. Den Prozess (s.u.)
kann man gleich dem Brief des Abmahnanwalts folgen.
-> Auf keinen Fall !

Jetzt sind wir beim eigentlichen Thema: Traut man sich zu in seiner Fallkonstellation einen Gerichtsprozess anzustreben:

Variante 1 :
Normalerweise sind die aktuell versendeten Abmahnungen auf 1000 € Streitwert gedeckelt -> Ein eigener Anwalt wird so ca. 200-300€ kosten.
Wenn man sich vergleicht kostet einen so ein Wisch im Briefkasten also ca. 500-1000 € für die eigenen Anwaltskosten + den Vergleich - Wenns gut läuft.

Variante 2:
Bei einem Gerichtsprozess der sich durchaus durch mehrere Instanzen ziehen kann kann man natürlich alles sparen - wenn die Gegenseite verliert kann man mit 0€ rauskommen - allerdings kann man auch viel mehr verlieren. Diese Chancen muss jeder selbst einschätzen.
Und JA: Die Rechtschutzversicherung zahlt NICHT !

So - jetzt muss ich hier noch einen Disclaimer setzen:
Ich bin kein Anwalt und dies ist keine Rechtsberatung ! Wenn Ihr sowas bekommt - macht das was Ihr für richtig haltet.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 30.05.2016, 22:19

Einen hab ich noch:

Links zu Seiten die das Thema etwas ausführlicher behandeln als das hier Sinn machen würde:
http://www.abmahnwahn-dreipage.de/
http://aw3p.de/
http://www.abmahnstopper.de/
http://www.iggdaw.de/

Die Statistiken hier sind sehr aufschlußreich:
http://www.iggdaw.de/filebase/index.php ... bmahnwahn/

Und ich glaub jetzt bin ich komplett OffTopic... aber ok - ich mach dann hier mal Schluß :smile:

MartinDJR
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinDJR » 30.05.2016, 23:03

t0mmi hat geschrieben: Die o.a. Beweisführung und die vor der Abmahnung gelaufenen Prozesse führen in jedem Fall zum Anschlussinhaber als Täter oder Störer.
Daran ist auch schlecht zu rütteln weil schon 100.000 fach gerichtlich erprobt und bestätigt ...
Kennst du das "Sommer unseres Lebens"-Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2010 (I ZR 121/08)?

Das ganze ist ein BGH-Urteil - also eine Entscheidung des höchsten Gerichtes für Zivilangelegenheiten überhaupt.

Zitate aus der Urteilszusammenfassung:
Urteil hat geschrieben: Wer mittels „zuverlässiger Software“ als Inhaber einer IP-Adresse identifiziert wird, über die Rechtsverletzungen begangen werden, den trifft die Darlegungslast dafür, wieso er die Rechtsverletzung nicht selbst begangen hat. Gelingt dieser Beweis, haftet er nicht als Täter.
Wenn man nachweisen kann, dass man zur entsprechenden Uhrzeit nicht zuhause war, dürfte ausreichend sein.

Gegebenenfalls ist auch der Nachweis dafür, dass das Netz des Providers gehackt war (wie in deinem Link zu lesen), ausreichend.

Weiter heißt es:
Urteil hat geschrieben: Für ein schlecht gesichertes WLAN besteht Störerhaftung. Als Störer haftet nicht, wer sein WLAN zum Zeitpunkt des Einrichtens mit einem individuellen Passwort in einem marktüblichen Verschlüsselungsstandard gesichert hat. Eine spätere Verbesserung der Sicherung ist nicht notwendig.
t0mmi hat geschrieben: Der Gang zum Rechtsanwalt ist ... Pflicht
Absolut!

Egal, was man in so einer Situation ohne Anwalt macht: Man würde es auf jeden Fall falsch machen.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 31.05.2016, 05:42

Kennst du das "Sommer unseres Lebens"-Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2010 (I ZR 121/08)?
@MartinDJR

Ich kenne das Urteil... bitte lies es nochmal...
Gelingt dieser Beweis, haftet er nicht als Täter.
Für ein schlecht gesichertes WLAN besteht Störerhaftung. Als Störer haftet nicht, wer sein WLAN zum Zeitpunkt des Einrichtens mit einem individuellen Passwort in einem marktüblichen Verschlüsselungsstandard gesichert hat. Eine spätere Verbesserung der Sicherung ist nicht notwendig.
Was im Zusammenhang mit diesem Urteil NIEMAND versteht der noch nicht näher mit der Materie zu tun hatte: Na wenn das WLAN nicht offen war und andere Zugriff darauf hatten dann kommt man auch nur als Störer raus wenn man den NACHWEIS erbringt wer denn sonst der Täter ist (Logfiles aus der Fritzbox etc). Und das passiert natürlich ... vor Gericht (Rechtsschutzversicherung zahlt nicht etc...). Ein Pauschales "Da hatten auch andere drauf Zugriff" oder "Mein Nachbar hat mein WLAN gehackt" oder auch "mein Provider hat die falsche IP Adresse rausgegeben" (Nachweis UNMÖGLICH s.o.) reicht NICHT.

Glaub mir ich habe über die Situation schon ein paarmal ungläubig den Kopf geschüttelt. Man hat es mit Juristen zu tun... da kommt man nur noch mit Juristenlogik weiter.

Ich hätte selbst NIE gedacht dass ich sowas mal sage aber wie gesagt mein Fazit ist:
Kein eigener Internetanschluß mehr.

Und die Rechtsverdreher werden solange weitermachen bis das jeder so sieht. Die bekommen das Internet schon noch kaputt.. wartet mal ab.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von Wasserbanane » 31.05.2016, 06:02

Zumindest der WBS Lawblog erzählt in seinen Videos immer wieder vom sogenannten "Alternativen Sachvortrag" o.ä.

Als Medienrechtskanzlei, die bei YouTube zwar keine Rechtsberatung machen, weil verboten, aber Aufklärung betreiben, halte ich die schon für seriös.

Will jetzt hier selbst keine Rechtsberatung starten, aber es scheint möglich mit dieser "Ausrede" davonzukommen.
Das deutsche Fernsehprogramm ist das beste der Welt. Gäbe es sonst die vielen Wiederholungen? Jürgen von der Lippe

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 31.05.2016, 06:09

Der "Alternative Sachvortrag" führt nicht in jedem Fall zu einem Gewinnen des Gerichtsprozesses.
Deswegen ist es ja so wichtig sich (mit einem eigenen Anwalt zusammen) darüber klarzuwerden wie die Chancen dafür stehen.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von Wasserbanane » 31.05.2016, 06:17

Darum wollte ich auch keine Rechtsberatung hier einführen, sondern nur eine Möglichkeit anführen, wie man sich evt herausreden könnte, weil du das als vollkommenen Blödsinn abgestempelt hast.

Selbst wenn es so komplett einfach wäre, würde die Abmahnindustrie sowieso bestimmt andere Wege finden oder für sich einfordern.

Aber das geht hier alles viel zu sehr Off-topic.
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinDJR » 31.05.2016, 08:05

t0mmi hat geschrieben: Ich kenne das Urteil... bitte lies es nochmal...
Ich habe inzwischen ein neueres BGH-Urteil aus dem Jahr 2014 gefunden, und zwar I ZR 169/12.

Wenn ich es richtig verstehe, gilt folgendes:

Wenn nachweislich mehrere Personen Zugang zu einem Internet-Zugang haben, muss der Kläger (im konkreten Fall: die Musikindustrie) nachweisen, welche Person die Raubkopien gemacht hat. Ansonsten kann man den Anschlussinhaber nur wegen Störerhaftung, aber nicht wegen Haftung als Täter dranbekommen.

Für den Anschlussinhaber reicht es nach diesem Urteil also aus, zu beweisen, dass andere Personen den Internet-Zugang benutzen konnten und man muss nicht beweisen, dass der Internet-Anschluss tatsächlich von jemand anderem benutzt wurde.

Es gibt ein anderes Urteil, bei dem der BGH anders entschieden hat - und zwar deswegen, weil der Beklagte sich geweigert hatte, den Täter zu nennen obwohl er wusste, wer es war.

Für die Störerhaftung habe ich von einem BGH-Urteil gehört, das ich später für eine Diskussion noch einmal gesucht hatte, aber leider nicht gefunden:

Störerhaftung zahlt man prinzipiell dann, wenn man selbst einer anderen Person ermöglicht, den eigenen Internet-Anschluss zu nutzen. Wenn man selbst hingegen keinen Einfluss darauf hat, dass andere Personen den Internet-Anschluss nutzen können (also z.B. WLAN-Router hat ein unbekanntes Sicherheitsleck), ist man auch nicht zur Störerhaftung verpflichtet.

Beide Urteile zusammen würde ich (und ich bin kein Jurist) so verstehen, dass man im von dir verlinkten Fall (das Rechenzentrum des Providers und/oder das Netz wurden nachweislich gehackt) recht gute Chancen vor Gericht hätte:

Schließlich hatten nachweislich andere Personen Zugang zu deinem Internet-Anschluss (IP-Adresse), du kennst diese Personen nicht und du bist auch nicht schuld daran, dass diese Personen Zugang zu deinem Anschluss haben.

So wehrlos gegen die "übermächtige Abmahnindustrie", wie du es darstellst, ist man also nicht.

Leider stört mich, dass angeblich 2% der Abmahnungen tatsächlich auf Zahlendreher zurückgehen - also jede 50. Abmahnung den falschen Anschlussinhaber trifft. Diese Zahl ist extrem hoch!

Prinzipiell hat mich übrigens ein Satz aus deinem vorherigen Beitrag gestört:
t0mmi hat geschrieben: Der Witz an der Sache ist ja gerade der, dass wenn du den Brief erhältst schon alles Gerichtliche gelaufen ist.
Zu diesem Zeitpunkt ist exakt eine Gerichtsentscheidung gefallen:

Diejenige, dass der Provider deinen Namen und deine Adresse an den Kläger rausrücken muss. Mehr nicht.

Noch nicht einmal die Entscheidung, ob das "Raubkopieren" überhaupt illegal war, ist zu diesem Zeitpunkt gefallen. In wieweit du als Anschlussinhaber verantwortlich gemacht werden kannst, schon zweimal nicht.

Zu einem Gerichtsverfahren kommt es nur, wenn du die Abmahnung nicht akzeptierst - also z.B. wenn du die Abmahnung einfach ignorierst (was du logischerweise nur machen solltest, wenn dir dein Anwalt dazu rät).

Es gibt Beispiele für Gerichtsprozesse, wo dann sogar entschieden wurde, dass das angebliche "Raubkopieren" noch nicht einmal illegal war, sondern legal - und der "Raubkopierer" folglich auch kein Geld zahlen musste.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 31.05.2016, 09:18

Prinzipiell hat mich übrigens ein Satz aus deinem vorherigen Beitrag gestört:

t0mmi hat geschrieben:Der Witz an der Sache ist ja gerade der, dass wenn du den Brief erhältst schon alles Gerichtliche gelaufen ist.
Ja ich kann verstehen das dich das stört.
Und ich habe genauso gedacht: So ungerecht kann das doch nicht sein.

Ich habe es deshalb so geschrieben weil:

a) Der erste Gerichstbeschluß bestätigt den Anschlußinhaber als Täter oder Störer !
b) Dieser darf sich dann in einem beim unterliegen selbst zu finanzierenden Gerichtsprozess gegen diese Anschuldigung wehren !

Die Aussichten so einem Prozess sind leider allerdings nur in folgenden Fällen gegeben:
- Man war nicht zuhause (Aktuell nur angetretener und nachweisbarer Urlaub)
- Man kann die Täterschaft eines Dritten (Familienangehöriger oder ggfs. Dritter mit Zugriff auf das eigene Netz) gerichtsfest nachweisen.
- Der Anschluß war zum Tatzeitpunkt nicht vorhanden
- vielleicht noch individuelle andere Möglichkeiten

Alles andere wie z.B.
- Ermittlung gegen den Recherchedienstleister
- Vorgehen/ evtl. Prozess gegen den Provider
wird sich in so einem Prozess mindestens durch zwei Instanzen ziehen.
Ich sage nicht dass das unmöglich ist - für einen Familienvater welcher evtl. aktuell auch eine Immobilie abzahlt - ein zu hohes Risiko.

Die Situation mag einem nicht gefallen - ich bin gern für Ratschläge dankbar - aber versetzt euch mal in eine solche Lage:
Was würdet ihr tun ?

MartinDJR
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinDJR » 31.05.2016, 11:31

t0mmi hat geschrieben: b) Dieser darf sich dann in einem beim unterliegen selbst zu finanzierenden Gerichtsprozess gegen diese Anschuldigung wehren !
Ein Gerichtsprozess muss immer von demjenigen finanziert werden, der unterliegt.

Wenn dich dein Nachbar verklagt, weil du deinen Knallerbsenstrauch zu nah an den Maschendrahtzaun gepflanzt hast, und du verlierst, dann musst du den Gerichtsprozess bezahlen, obwohl dein Nachbar den Gerichtsprozess begonnen hat!
t0mmi hat geschrieben: Ja ich kann verstehen das dich das stört.
Und ich habe genauso gedacht: So ungerecht kann das doch nicht sein.
...
a) Der erste Gerichstbeschluß bestätigt den Anschlußinhaber als Täter oder Störer !
Genau das ist es, was falsch ist:

Der erste Gerichtsprozess bestätigt nur, dass der Provider den Namen des Anschlussinhabers herausrücken muss, weil der Anschluss wahrscheinlich zu einem Rechteverstoß benutzt worden ist.

Der erste Gerichtsprozess "bestätigt" nicht, dass ...
  • ... überhaupt ein Rechteverstoß vorlag
    (Gegenbeispiel sind Urteile (im "zweiten" Gerichtsprozess), bei denen entschieden wurde, dass das "Raubkopieren" aus welchem Grund auch immer legal war!!)
  • ... der Anschlussinhaber als Täter haftet
  • ... der Anschlussinhaber als Störer haftet
  • ... der Anschluss überhaupt irgend etwas mit dem Rechteverstoß zu tun hatte
    (Auch hierfür gibt es ein Gegenbeispiel, das allerdings erst in der zweiten Instanz entschieden wurde.)
Eine "Abmahnung" ist übrigens nichts anderes als die Ankündigung eines Anwalts, dich vor Gericht zu verklagen, verbunden mit der Möglichkeit, den teuren Gerichtsprozess zu verhindern, indem du freiwillig deine eigene Schuld eingestehst und in Zukunft auf ein bestimmtes Verhalten verzichtest.

Wenn deinem Nachbarn die Farbe von deinem Hemd nicht gefällt, kann er dich von seinem Anwalt abmahnen lassen, dass du in Zukunft ein anderes Hemd anziehen musst.

In diesem Fall hast du eine Abmahnung im Briefkasten liegen, dass du Abmahnkosten zu bezahlen hast und in Zukunft 1000 Euro zu bezahlen hast, wenn du dieses Hemd jemals wieder anziehst. Wenn du die Abmahnung akzeptierst, musst du tatsächlich die Abmahnkosten bezahlen und darfst in den nächsten 30 Jahren dieses Hemd nicht mehr anziehen. Wenn du die Abmahnung ignorierst, muss dich der Anwalt deines Nachbarn verklagen.

Das ist bei Rechtsverletzungen im Internet kein Bisschen anders.
t0mmi hat geschrieben: Die Aussichten so einem Prozess sind leider allerdings nur in folgenden Fällen gegeben...
Leider ist das richtig.

Wenn man aber tatsächlich nachweisen kann, dass das Netz des Providers zum entsprechenden Zeitpunkt gehackt war und tatsächlich mindestens ein Fall bekannt ist, wo eine fremde IP-Adresse missbraucht worden ist (und laut dem von dir verlinkten Artikel war das ja der Fall), dann gehe ich davon aus, dass deine Chancen wesentlich besser stehen.
t0mmi hat geschrieben: für einen Familienvater welcher evtl. aktuell auch eine Immobilie abzahlt - ein zu hohes Risiko.
Das stimmt.

Aber was passiert, wenn man die Unterlassungserklärung unterschreibt und das Ganze dann nochmal passiert?

Die Summen, die dann auf einen zukommen, können bei 100.000 Euro und mehr liegen!
t0mmi hat geschrieben: Was würdet ihr tun ?
  • Mir einen Rechtsanwalt nehmen.
  • Den Rechtsanwalt auf Artikel wie den von dir verlinkten hinweisen, da er dieses Problem eventuell nicht kennt.
  • Den Rechtsanwalt, der in der Regel von Technik keine Ahnung hat, auf sonstige mögliche Ursachen einer fehlerhaften IP-Adressermittlung usw. hinweisen.
  • Den Rechtsanwalt auf meine finanzielle Situation hinweisen.
  • Den Ratschlag des Rechtsanwaltes zu 100% befolgen. Wenn er sagt: "Zahlen", dann zahlen. Wenn er sagt: "Gerichtsprozess", dann Gerichtsprozess.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 31.05.2016, 11:37

MartinDJR: Sehe ich alles genauso - wir sind schon einer Meinung - nur haben evtl eine andere Risikobereitschaft :smile:

Ich würde gern zum eigentlichen Threadthema zurückkommen:
Wie werden Anschlußinhaber ermittelt ?

Bei den Recherchedienstleistern habe ich aktuell folgenden Kenntnisstand:

Zarei GmbH
Tool: Filesharing Monitor
Hersteller: Unbekannt

proMedia - Gesellschaft zum Schutz geistigen Eigentums mbH
Tool: Filesharing Monitor
Hersteller: Unbekannt

NC Electronics-IT
Tool: Fileguard
Hersteller: Eigenentwicklung

Guardaley Ltd.
Tool: Observer
Hersteller: Unbekannt

DigiRight Solutions
Tool: Filewatch
Hersteller: Unbekannt

Logistep AG
Tool: Unbekannt (modifizierte Version des Shareaza-Clients)
Hersteller: Eigenentwicklung

Grundsätzlich ist die Ausgabe dieser Tools eine Liste mit IP Adressen. Diese werden dann über whois Anfragen dem jeweiligen Provider zugeordnet.

Die Ausgabe geht den Providern zusammen mit einem Gerichtsbeschluß zu.
Zuletzt geändert von t0mmi am 31.05.2016, 13:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinDJR » 31.05.2016, 12:14

t0mmi hat geschrieben: Ich würde gern zum eigentlichen Threadthema zurückkommen:
Wie werden Anschlußinhaber ermittelt ?
Bei einem rein auf IPv4 basierten Tool gibt es für den Recherchedienstleister eigentlich kaum eine Chance, den Anschlussinhaber eines DS-Lite-Anschlusses zu ermitteln.

Es wurde beim RedTube-Fall darauf spekuliert, dass ein eingeblendetes Werbebanner auf der Webseite mit den illegalen Inhalten auf einem Webserver des Abmahners gehostet war.

In dem Moment, wo man die Seite mit dem illegalen Inhalt geöffnet hat, wurde das Werbebanner vom Server des Abmahners runtergeladen und der Abmahner hatte die IP-Adresse.

Wenn der Server des Abmahners ein DualStack-Server ist, hat der Abmahner die IPv6-Adresse des DS-Lite-Kunden, die dann ja wieder eindeutig ist.

Gegenfrage: Funktioniert rein auf IPv4 basiertes Filesharing an einem DS-Lite-Anschluss überhaupt?

t0mmi
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von t0mmi » 31.05.2016, 12:55

Bei einem rein auf IPv4 basierten Tool gibt es für den Recherchedienstleister eigentlich kaum eine Chance, den Anschlussinhaber eines DS-Lite-Anschlusses zu ermitteln.
...
Wenn der Server des Abmahners ein DualStack-Server ist, hat der Abmahner die IPv6-Adresse des DS-Lite-Kunden, die dann ja wieder eindeutig ist.
-> Ich hatte oben schon geschrieben: Theoretisch kann das Tool das Rechercheanbieters Zufallszahlen in eine csv Datei schreiben.
Mir sind zwar Fälle bekannt in welchem die Verfahrensweise der Rechercheanbieter wiederlegt wurde (Guardaley z.B.) -> Leider Glücksspiel wie das Gericht hier entscheidet. Das wird sich auch mit IPv6 nicht grundlegend ändern.
Gegenfrage: Funktioniert rein auf IPv4 basiertes Filesharing an einem DS-Lite-Anschluss überhaupt?
-> Keine Ahnung. Theoretisch -> nein.

Edit: Hab eine Diskussion bei Heise gefunden:
http://www.heise.de/forum/Netze/News-Ko ... 8669/show/

MartinDJR
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Re: Wie Anschlussinhaber ermitteln bei DS Lite?

Beitrag von MartinDJR » 31.05.2016, 16:09

t0mmi hat geschrieben: -> Ich hatte oben schon geschrieben: Theoretisch kann das Tool das Rechercheanbieters Zufallszahlen in eine csv Datei schreiben.
Kein Anbieter wird sich trauen, auch nur an so etwas zu denken:

Wenn das rauskommt, werden die von ihm ermittelten IP-Adressen keinerlei Beweiskraft mehr vor Gerichten haben und er selbst kann sowohl straf- als auch zivilrechtlich belangt werden.
t0mmi hat geschrieben: Mir sind zwar Fälle bekannt in welchem die Verfahrensweise der Rechercheanbieter wiederlegt wurde (Guardaley z.B.)
Wenn ein Rechercheanbieter auch nur ein einziges Mal nachweislich (versehentlich) eine falsche IP-Adresse ermittelt hat, hätte der Beklagte in einem Gerichtsprozess wohl sehr gute Chancen:

Schließlich ist laut BGH-Urteil eine "zuverlässige" Methode zur Ermittlung der IP-Adressen notwendig, damit der Beklagte die Beweislast hat. Bei einer "unzuverlässigen" Methode hat der Kläger zunächst einmal die Beweislast, dass die ermittelte IP-Adresse überhaupt korrekt ermittelt wurde. Das ist so gut wie aussichtslos.

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