6in4-Tunnel gedrosselt?

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simonszu
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6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von simonszu » 21.07.2015, 09:08

Hi,

ich hatte bis gestern einen 3play-Tarif mit 50MBit. Da ich Bestandskunde bin, mit nativer IPv4 und ohne IPv6. Ich habe mir IPv6 über einen 6in4-Tunnel bei Tunnelbroker.net besorgt, und alles war top.
Seit gestern habe ich einen 2Play Tarif mit 200MBit. Nach anfänglichen Problemen und Debugging meinerseits, weil augenscheinlich nicht die 200MBit anlagen, habe ich das Problem heruntergebrochen auf die 6in4-Verbindung. Über das native IPv4 bekomme ich 180MBit, was voll ausreichend ist, über den v6-Tunnel allerdings nur 50 MBit. Im Forum von Tunnelbroker gibt es einen Thread (https://forums.he.net/index.php?topic=3386.0) wo ein anderer UM-Kunde das gleiche Problem hat. Kunden anderer ISPs haben keine Geschwindigkeitsprobleme mit ihren Tunneln, ich vermute daher mal ganz frei heraus, dass UM die Verbindung zu solchen Tunnelbrokern drosselt (wieso auch immer).
Ich habe gestern dann längere Zeit in der Hotline verbracht, um eine Lösung zu finden. Schließlich wollte ich meine v4-IP und mein Ciscomodem gerne behalten, aber auch irgendwie eine vernünftige v6-Verbindung haben. Da moderne Betriebssysteme v6 ja bevorzugen, habe ich nämlich momentan die Wahl zwischen 200MBit über IPv4 oder 50MBit über IPv6.
Die Hotline meldete mir widersprüchliche Aussagen, zum einen, dass nativer Dualstack überhaupt kein Problem sei, zum anderen aber, dass Dualstack nur noch für Bestandskunden aus BW machbar sei, die vor 2010 Kunde waren. Sie wollen sich heute zwar noch mal bei mir zurückmelden, aber ich habe nicht viel Hoffnung.
Momentan habe ich das Router Advertising für IPv6 in meinem LAN deaktiviert. Wenn ich für 200MBit zahle, möchte ich auch 200MBit nutzen können.
Aber wie komme ich jetzt an eine IPv6-Verbindung, die funktioniert und schön schnell ist? Die einzige Alternative ist eine VPN-Verbindung auf meinen Webserver, der nativen Dualstack hat, und dann alles darüber zu tunneln, aber das wirkt auf mich irgendwie wie "von hinten durch die Brust ins Auge".

Ist hier daher vielleicht jemand in der gleichen Situation? Also mit schneller, nativer IPv4-Verbindung, und auf der Suche nach einer v6-Verbindung? Ist eventuell ein Tunnelbroker, der nicht 6in4 benutzt, sondern z.B. Sixxs mit ihrem Aiccu eine Lösung?
Wieso drosselt Unitymedia überhaupt die Tunnelverbindung? Ich habe ja den Verdacht, dass die mich dadurch aus meiner nativen IPv4-Bestandskundenverbindung rausekeln wollen, damit sie eine weitere v4 haben, die sie in den Pool für das DS-Lite-NAT werfen können.
Da ich aber einen Homeserver habe, den ich auch gerne vollumfassend von außen betüddeln will, ist DS-Lite für mich momentan keine Option, vor allem im Hinblick dadrauf, dass ich mich dann mit einem Haufen Technicolor-Elektroschrott rumschlagen muss, oder mit einer Fritzbox, die ich eigentlich gar nicht brauche.

omodebach
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von omodebach » 22.07.2015, 16:26

Schau mal, was ich Anfang Mai hier geschrieben habe:

http://www.unitymediakabelbwforum.de/vi ... 00#p323053

Habe den Tunnel z.Zt. deaktiviert. Nicht nur aus diesem Grund, sondern eher weil mich der Android-Bug nervt, dass mit IPv6 keine Push-Benachrichtigungen mehr funktionieren, wenn die Apps dazu den Google Push Service nutzen. Und bevor's jetzt gleich wieder losgeht: das ist ein bekannter Bug in Android und hat nichts mit UM zu tun. Aber ich schweife ab :smile:

Gruß,
Oliver
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omodebach
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von omodebach » 22.07.2015, 18:38

Hab's gerade nochmal getestet: das Verhalten ist unverändert: der Download per IPv6 (HE Tunnel) steigt kurzzeitig auf die volle Bandbreite und bricht dann wieder komplett zusammen. So geht das weiter und weiter, dieses Verhalten sieht mir schwer nach gezielter Drosselung aus. Unter'm Strich bleiben so von den gebuchten 50 MBit/s über den Tunnel unter 20 MBit/s übrig.

Gruß,
Oliver
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Thomas1969zimmer
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von Thomas1969zimmer » 22.07.2015, 19:07

Ich denke das die Drosselung durch den Broker kommt.
Leider sind die viele IPV6 Geschichten im Moment für uns "Normalos" nix halbes und nix ganzes.
Wird zeit das ne einheitliche Regelung kommt.... ich komme damit überhaupt nicht klar...daher bin ich froh das ich noch "das olle" ipv4 habe und nicht auf IPV6 zugreifen muss.
LG
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von omodebach » 22.07.2015, 20:36

Thomas1969zimmer hat geschrieben:Ich denke das die Drosselung durch den Broker kommt.
Nein kommt sie definitiv nicht. Sowohl HE als auch SIXXS zeigen das gleiche Verhalten. Und sowohl an einem Telekom DSL-Anschluss als auch auf einem Hetzner vServer liefern beide konstant hohe Durchsätze. Nur bei UM nicht.
Thomas1969zimmer hat geschrieben:Leider sind die viele IPV6 Geschichten im Moment für uns "Normalos" nix halbes und nix ganzes. Wird zeit das ne einheitliche Regelung kommt.... ich komme damit überhaupt nicht klar...daher bin ich froh das ich noch "das olle" ipv4 habe und nicht auf IPV6 zugreifen muss.
LG
Nein, dem kann ich nun ganz und gar nicht zustimmen. IPv6 ist ein Muss. Und das schon seit mindestens 10 Jahren. Die einheitliche Regelung existiert doch, es wurden zahlreiche Übergangsmechanismen von v4 nach v6 definiert. Die Probleme, die manche haben, resultieren nicht aus dem Einsatz von IPv6 sondern aus dem Einsatz von DSlite auf Seiten UM, oder z.B. auch M-Net (dort fluchen die Kunden genauso). Und genau genommen ist doch noch nicht mal DSlite Schuld (vorausgesetzt, man braucht keine eingehenden v4 Verbindungen), sondern viel mehr schlampig entwickelte Geräte, wie beispielsweise die Play Station oder die X-Box, denen einfach immer noch der IPv6-Stack fehlt. Also sollte sich der Ärger viel mehr gegen deren Hersteller richten, die endlich ihre Hausaufgaben machen müssen, und nicht gegen die Provider, die keine andere Wahl mehr haben, als IPv6 großflächig einzusetzen. Dass es auch bei den Providern Verbesserungspotenziel gibt, steht außer Frage (Teilweise fehlerhafte Konfiguration der AFTR, bzw. deren Last).

Gruß,
Oliver
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von SpaceRat » 23.07.2015, 03:31

Ich habe mal ein paar Speed-Tests auf ipv6-test.com durchgeführt, die Ergebnisse sind nicht wirklich schlüssig:

Bild
Bild
Bild

Mir fällt auch kein anderer Speedtest für IPv6 ein, der wenigstens einigermaßen konsistente Ergebnisse liefert.

Dann habe ich es etwas praxisrelevanter getestet:

Code: Alles auswählen

C:\>wget http://ftp.halifax.rwth-aachen.de/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
--2015-07-23 02:43:35--  http://ftp.halifax.rwth-aachen.de/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
Resolving ftp.halifax.rwth-aachen.de... 137.226.34.42
Connecting to ftp.halifax.rwth-aachen.de|137.226.34.42|:80... connected.
HTTP request sent, awaiting response... 200 OK
Length: 3994091520 (3.7G) [application/octet-stream]
Saving to: `debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso'

 8% [======>                                                                                    ] 349,106,203 12.8M/s  eta 4m 32s

Code: Alles auswählen

C:\>wget http://ftp.be.debian.org/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-2.iso
--2015-07-23 02:48:38--  http://ftp.be.debian.org/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-2.iso
Resolving ftp.be.debian.org... 2a01:70:ffff:1::2, 195.234.45.114
Connecting to ftp.be.debian.org|2a01:70:ffff:1::2|:80... connected.
HTTP request sent, awaiting response... 200 OK
Length: 4693460992 (4.4G) [application/x-iso9660-image]
Saving to: `debian-8.1.0-amd64-DVD-2.iso'

 6% [====>                                                                                      ] 307,970,284 9.21M/s  eta 5m 4s
Der Transfer via IPv6 (aber auch http) ist wegen des Tunnels naturgemäß etwas langsamer als der über IPv4 und ftp, allerdings liegt bei dem Transfer der Server auch in Belgie und damit etwas weiter als Aken.

Für den Routing-Umweg über NetCologne und den Tunnel-Overhead nicht zu vergessen ist das Ergebnis durchaus ok.

Trickse ich den Routing-Umweg mal gezielt weg, komme ich über IPv6 zu diesem Ergebnis:

Code: Alles auswählen

C:\>wget ftp://debian.netcologne.de/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
--2015-07-23 02:56:09--  ftp://debian.netcologne.de/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
           => `.listing'
Resolving debian.netcologne.de... 2001:4dd0:1234:1::deb, 194.8.197.22
Connecting to debian.netcologne.de|2001:4dd0:1234:1::deb|:21... connected.
Logging in as anonymous ... Logged in!
...
--2015-07-23 02:56:10--  ftp://debian.netcologne.de/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
           => `debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso'
==> CWD not required.
==> EPSV ... done.    ==> RETR debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso ... done.
Length: 3994091520 (3.7G)

 6% [====>                                                                                      ] 243,983,600 12.4M/s  eta 5m 16s
Erschreckend finde ich was ganz anderes, nämlich daß der Debian-Mirror Informatik RWTH Aachen IPv4-only betrieben wird.

Wenn ich also einen Informatiker einstellen müßte und ich hätte zwei mit gleichen Noten, einen aus Aachen und einen aus Karl-Marx-Stadt, dann würde ich letzteren einstellen (Wenn er Deutsch spricht):

Code: Alles auswählen

C:>wget ftp://ftp.tu-karl-marx-stadt.dd/pub/linux/debian/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
--2015-07-23 02:59:03--  ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/debian/debian-cd/8.1.0/amd64/iso-dvd/debian-8.1.0-amd64-DVD-1.iso
           => `.listing'
Resolving ftp.tu-chemnitz.de... 2001:638:911:b0e:134:109:228:1, 134.109.228.1
Connecting to ftp.tu-chemnitz.de|2001:638:911:b0e:134:109:228:1|:21... connected.


Die meine Speedtests Dein Problem nicht lösen werden, hier ein anderer Hinweis:
Man kann die Präferenz "IPv6-vor-IPv4" auch umkehren, z.B. für genau solche Fälle.

Für Microsoft Windows gibt es hier eine Reihe von "Fix-Its" zum Herunterladen, um IPv6-Tunnelschnittstellen (in Windows) zu deaktivieren, IPv6 komplett zu deaktivieren (Das will man nicht) oder oder oder.

Relevant wären "Prefer IPv4 over IPv6 in prefix policies" und um es wieder rückgängig zu machen "Prefer IPv6 over IPv4 in prefix policies".
Für diejenigen die Bits addieren können steht auch dort, welchen Registry-Wert man stattdessen direkt manipulieren kann.

Das wäre wohl gegenüber dem kompletten Abschalten von IPv6 im Router die deutlich bessere Alternative:
Der Rechner würde IPv4 bevorzugt verwenden, hätte aber eben immer noch die Möglichkeit, auch IPv6-only-Server zu erreichen.


Auf Linux-Rechnern wäre /etc/gai.conf zu ändern.
/etc/gai.conf sollte nach RFC 3484 so aussehen:

Code: Alles auswählen

label  ::1/128       0
label  ::/0          1
label  2002::/16     2
label ::/96          3
label ::ffff:0:0/96  4
precedence  ::1/128       50
precedence  ::/0          40
precedence  2002::/16     30
precedence ::/96          20
precedence ::ffff:0:0/96  10
Um IPv4 zu bevorzugen wäre
precedence ::ffff:0:0/96 10
in
precedence ::ffff:0:0/96 100
zu ändern, umgekehrt halt die zusätzlich angehängte 0 einfach wieder streichen.

Wie auch schon bei Windows gilt hier:
Man kann dann immer noch seine Server auch per IPv6 erreichbar machen und selber auch externe IPv6-only-Server erreichen, nutzt aber ausgehend IPv6 erst dann, wenn es notwendig ist.

Theoretisch ist es bei Nutzung eines Tunnels sogar generell die bessere Wahl, ich mach's trotzdem nicht, weil ich sehen will, wenn Server neu auch über IPv6 erreichbar werden.
Wenn allerding so wie bei Dir Geschwindigkeitsprobleme hinzukommen ist es immer noch besser als IPv6 ganz abzuschalten.
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Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Superchic, SCT 10, HD-, Sky
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GoaSkin
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von GoaSkin » 23.07.2015, 22:25

Hier wird nichts gedrosselt. Die Telekom verfügt einfach über ein besseres Peering. Unitymedia hat nicht so viel direkte Leitungen zu anderen Netzbetreibern wie die Telekom. Von daher kann es sein, dass die Leitung zum Tunnel-Endpunkt einfach nicht die Direkteste ist.
Bei der Wahl des POPs muss es nicht unbedingt sein, dass der geographisch am Nächsten gelegene POP der Idealste ist. Es hilft da nur, verschiedene POPs/Entpunkte zu evaluieren. Die direkte Glasfaserleitung zu einem Backbone-Riesen im Ausland mag mehr hergeben, als die kleine Leitung zum kleinen Provider bei dir um die Ecke.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von SpaceRat » 23.07.2015, 23:14

GoaSkin hat geschrieben:Hier wird nichts gedrosselt. Die Telekom verfügt einfach über ein besseres Peering.
Ausgerechnet die Telekom ist ein schlechtes Beispiel.

Die Telekom sieht sich auf einem Level mit den ganz Großen und will für lau mit denen peeren.
Die ganz Großen sehen das aber anders.

Dementsprechend mau ist das Peering der Telekom, denn die bleibt stur.
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 12.10.2015, 16:25

Ich habe damals im HE Forum den Thread eröffnet.
Da ich die letzten Tage wieder an IPv6 arbeite, habe ich diesen Thread hier gefunden.
Zum einen möchte ich nochmal bestätigen, dass Unitymedia den IPv6 Tunnel nicht nur priorisiert, sondern ganz klar drosselt und begrenzt. Ich bin genau auf 50 mbit/s gedrosselt (bei einem 100 mbit/s Anschluss).
Folgende Gründe sprechen dafür:
  • Ich dachte, dass die Drosselung evtl. damit zusammenhänge könnte, dass ich jeden Monat ein hohes Datenvolumen habe (ich ziehe mir relativ häufig Server Backups in der Nacht auf meinen lokalen Server und dabei kommen einige GB zustande). Daher habe ich meine Verbindung zum 1. des Monats mal getestet und kam auf's selbe Ergebnis.
  • Am Tunnelbroker liegt es nicht, denn dieselbe Tunnelverbindung schafft auf einem Server im Rechenzentrum mehrere hundert Mbit/s.
  • Zudem kann es nicht an der Anbindung, dem Routing und dem Peering zu und von Hurricane Electric liegen, denn über einen IPv4-Download von HE-angebundenen Servern komme ich locker auf volle 100 mbit/s (selbst bei einer Verbindung). Generell ist das Routing zu HE bei UM bzw. Liberty eines der wenigen, was gut funktioniert!
  • Weiterhin begrenzt meine komplette Leitung im IPv6-Tunnelbetrieb selbst bei ZWEI Tunnels zu verschiedenen Tunnelservern (einer von Sixxx oder wie sich der Müll schreibt ;) und einer von HE) und 10 Downloads von verschiedenen, nahe gelegenen Servern. Ergebnis: 50 mbit/s
Einzige Lösung aktuell:
Die Verwendung von VPN, z. B. OpenVPN. Leider habe ich es noch nicht hinbekommen die VPN Verbindung zu "teilen" und somit ähnlich wie beim Tunnelbroker mit Radvd IPs für alle Netzwerkclients zu vergeben.
Was jedoch möglich ist, sind Downloads in Höhe von 100 mbit/s über eine IPv6 Verbindung.


Diese Punkte beweisen ganz klar, dass Unitymedia drosselt.

Meine Frage bleibt - Wieso? Welchen Sinn hat das Ganze?

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von Dinniz » 12.10.2015, 16:33

Die Frage solltest du dann UM stellen!?
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 12.10.2015, 16:40

Das habe ich schon vor langer Zeit "versucht".
... aber du glaubst nicht im Ernst, dass Unitymedia darauf eine Antwort geben wollte?

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von Dinniz » 12.10.2015, 16:42

Und was sollen wir jetzt dazu sagen? :kratz:
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 12.10.2015, 16:57

Ich verstehe dich nicht.

Ich habe hier lediglich meine Erfahrung und die klare Drossel von Unitymedia bekanntgegeben, falls noch mehr Leute auf dieses Problem stoßen.
Ist das nicht ein Hauptzweck dieses Forums?

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von Dinniz » 12.10.2015, 17:00

roberttk hat geschrieben:Meine Frage bleibt - Wieso? Welchen Sinn hat das Ganze?[/b]
Darauf beziehe ich mich.
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von GoaSkin » 12.10.2015, 17:03

Meinen Eltern habe ich einen Hurricane Tunnel in der Fritzbox konfiguriert (3Play Premium 150, IPv4, FB 6360).

Durch den HE.NET-Tunnel gehen abhängig vom Ziel bis zu ca. 16,5 Megabyte, was vollkommen in Ordnung ist und ganz und garnicht nach Drossel aussieht.

Ein OpenVPN-Tunnel per IPv6 via Hurricane zu einer IPv6-Adresse meines DS-Lite Anschlusses ist vollkommen ausreichend, um in akzeptabler Geschwindigkeit auch einmal eine VNC-Sitzung laufen zu lassen.

Darum würde ich nicht so voreilig sagen, dass UM hier drosselt. Es gibt viele Gründe, warum eine Verbindung von A nach B langsam sein könnte. Eine eventuelle Drossel ist nur Einer von Vielen. Die Routen, die Datenpakete so nehmen, sind auch nicht immer die Optimalsten.
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 12.10.2015, 17:35

GoaSkin hat geschrieben:[...] würde ich nicht so voreilig sagen, dass UM hier drosselt.
Ja, es sind scheinbar nicht alle Unitymedia-Anschlüsse bzw. Verträge von der Drosselung betroffen. Offensichtlich kann es auch anders gehen, wie dein Beitrag sowie ein Beitrag auf der ersten Seite bestätigt.
"Voreilig" ist meine Aussage aber keineswegs, wie mein Eingangspost bestätigen sollte...
GoaSkin hat geschrieben: Es gibt viele Gründe, warum eine Verbindung von A nach B langsam sein könnte. [...] Die Routen, die Datenpakete so nehmen, sind auch nicht immer die Optimalsten.
Wenn 2 verschiedene, simultan aufgebaute Tunnel, jeweils von HE als auch von SixXS, sowie 10 simultane Downloads von Servern aus 10 verschiedenen Rechenzentren mit 10 verschiedenen Routings zu verschiedenen Uhrzeiten (!) die Geschwindigkeit, die bei einem Download bereits 50 mbit/s beträgt, nicht weiter erhöhen, obwohl es mit IPv4 möglich ist, dann wird die Verbindung ganz klar gedrosselt.

Nebenbei habe ich einen eigenen Tunnelbroker-Dienst aufgesetzt mit einem Server, dessen Routing zu Unitymedia perfekt ist und bereits mit einer Verbindung Fullspeed per IPv4 schafft. Ergebnis: 50 mbit/s per IPv6. Das habe ich noch vergessen zu erwähnen. Per OpenVPN sofort Fullspeed, auch per IPv6.
Und jetzt bitte keine Aussage mehr, dass es aufgrund des Routings zu Geschwindigkeitseinbußen kommen könnte. ;)

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von GoaSkin » 13.10.2015, 00:07

Möglicherweise findet man auch - je nachdem, wo man wohnt - ganz unterschiedliche Voraussetzungen vor. Wie die Leute hier berichten, funktioniert z.B. 6to4 als Alternative zum Tunnelbroker bei manchen Leuten perfekt, bei Anderen schlecht und bei wieder anderen überhaupt nicht. AFAIK wechseln die Datenpakete der Teilnehmer schon auf regionaler Ebene in das Backbone anderer Provider und werden nicht erst einmal zentral in Kerpen gesammelt. Wer weiss, ob die Peering-Policies mit den Backbone Anbietern da auch nicht regional sehr unterschiedlich sind?

Interessant wäre auch die Frage, ob sämtliche Layer4-Protokolle, die es neben TCP und UDP gibt, nachrangig behandelt werden. Wirkt ein GRE- oder IPIP-Tunnel auch wie gedrosselt?
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 13.10.2015, 17:12

Geht es immer noch um das Routing? :zerstör:

IPIP sollte ähnliche Probleme bereiten wie 6to4. GRE habe ich noch nicht getestet.

Was ich heute herausgefunden habe:
  • 6to4 Verbindung von SixXS zu Netcologne -> 50 mbit/s
  • Ayiya Verbindung (nutzt UDP?) von SixXS zu Netcologne -> 95% Fullspeed
Und wieder der nächste Beweis, dass 6to4 gedrosselt ist und es nicht am Routing liegt, da beide Protokolle zum selben Server getestet wurden.
Der HE Server in Frankfurt ist ping- und routingtechnisch leider viel besser als der PoP von Netcologne. Dafür bietet das Ayiya "Protokoll" Fullspeed (zumindest bei Netcologne). Mangels der virtuellen Währung von SixXS (was für ein Schwachsinn) kann ich andere PoPs leider nicht testen.

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von simonszu » 14.10.2015, 20:02

Hmm...tue ich mir jetzt wirklich Ayiya an? Ich habe nur absolut keine Lust, wieder bei Sixxs anzufangen - die haben mir damals meinen Account kommentarlos gelöscht, wohl weil ich einen Forumpost geschrieben habe, der nicht exakt deren Guidelines entsprach.

GoaSkin
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von GoaSkin » 15.10.2015, 01:31

Mir haben sie den Account gesperrt, weil jemand, der 500km entfernt wohnt und den gleichen Namen hat, einen Account beantragen wollte. Heisst andersrum, jeder kann dafür sorgen, dass ein Anderer seinen SIXXS Account loswird.

Aber im Ernst: Es gibt noch eine andere Alternative zu den Tunnelbrokern: Einen dualstack-fähigen VServer bei einem X-beliebigen Hosting-Provider. Dort dann einfach einen OpenVPN-Server installieren und so konfigurieren, dass der Server eine IPv6-Adresse vergibt. Solange man keine Performance und Speicherplatz benötigt, sondern nur IP-Adressen und Bandbreite, geht das ab 2.49 im Monat. Dafür kann man mit einem VServer noch mehr machen, als mit einem reinen Tunnelbroker-Zugang und hat definitiv auch eine schnellere Verbindung, als über einen Tunnelbroker.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

roberttk
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 15.10.2015, 10:01

simonszu hat geschrieben:[...] Ich habe nur absolut keine Lust, wieder bei Sixxs anzufangen [...]
GoaSkin hat geschrieben:Mir haben sie den Account gesperrt, weil jemand, der 500km entfernt wohnt und den gleichen Namen hat [...]
Ja, SixXS ist ein extrem arroganter Laden. Deswegen bin ich auch kein "Fan" davon, aber aktuell bleibt mir keine andere Wahl.
GoaSkin hat geschrieben:Aber im Ernst: Es gibt noch eine andere Alternative zu den Tunnelbrokern: Einen dualstack-fähigen VServer bei einem X-beliebigen Hosting-Provider. Dort dann einfach einen OpenVPN-Server installieren und so konfigurieren, dass der Server eine IPv6-Adresse vergibt. Solange man keine Performance und Speicherplatz benötigt, sondern nur IP-Adressen und Bandbreite, geht das ab 2.49 im Monat. Dafür kann man mit einem VServer noch mehr machen, als mit einem reinen Tunnelbroker-Zugang und hat definitiv auch eine schnellere Verbindung, als über einen Tunnelbroker.
Für 2,49€ kriegst du bestimmt keinen vServer mit 2x /64 Subnetzen. Selbst mit einem Subnetz wird dieser Server performance- und anbindungstechnisch so schlecht sein, dass man selten auf 100 Mbit/s kommen wird. Zudem sollte der Server nicht nur nah an UM-Zugriffspunkten stehen (da gibt es nicht viele, in Düsseldorf ist einer z. B.), sondern auch eine deutsche IP haben, da es ansonsten zu Problemen beim Surfen kommen kann (dann wird man auf einmal als Franzose erkannt). ;)
Aber ganz abgesehen davon:
Kannst du mir erklären, wie der Server eingerichtet werden muss, damit ich über radvd (oder ähnliches) die IPv6-Adressen im Heimetz verteilen kann? Über eine VPN Verbindung habe ich das bis heute nicht geschafft und auch in anderen Foren (Server Fault) konnte mir noch keiner sagen, wie das funktioniert. Da gibt es so viele Routingprobleme, die zwar evtl. irgendwie lösbar sind, aber es scheint im Internet keiner zu wissen wie.
Ein zweites /64 in OpenVPN zu routen zum Client ist kein Problem. Aber weiter komme ich nicht und daher ist es unbrauchbar.

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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von GoaSkin » 15.10.2015, 10:59

Mit Präfix-Delegation über das VPN habe ich noch nicht gearbeitet. Ich evaluiere das gerade für eine Nutzung mit dem Laptop und Handy von unterwegs als Alternative zu SIXXS und Freenet6.

Aber ich denke, der Ansatz sollte sein, OpenVPN für den Bridge-Modus (TAP-Device) zu konfigurieren, auf dem selben Server einen funktionstüchtigen DHCPv6-Server zu installieren und den Client zu Hause dann einen Präfix über das VPN per DHCP anzufordern; Diesen dann über SLAAC (z.B. mit DNSMASQ) dem lokalen Subnet anbieten. Dann braucht man allerdings einen VSERVER, der einem mehr als nur einen /64-Präfix anbietet. Alternative wäre, ähnlich zu verfahren aber auf SLAAC zu verzichten und den Clients schlichtweg statische V6-Adressen im Rahmen eines kleineren Präfixes zu geben. Dann geht aber nichts mit Privacy Extensions.
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Re: 6in4-Tunnel gedrosselt?

Beitrag von roberttk » 15.10.2015, 14:19

Probleme bereitet mir das Routing.
Mit Tap habe ich es jedoch noch nicht versucht. Das ist ein guter Ansatz. Evtl. werde ich das demnächst mal testen, wenn ich Zeit habe.

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