Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
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Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 05.07.2015, 17:16

Hallo zusammen,

Ich bin gerade dabei, mir einen neuen Internetprovider zuzulegen, da ich in der jüngsten Vergangenheit eine schlechte Erfahrung mit der Telekom gemacht habe. Außerdem bin ich auch am Ende der technischen Möglichkeiten der guten alten Telefonleitung an meinem Standort angelangt (Mehr als 25MBit gehen einfach nicht).

Folgerichtig bin ich nun an der einzigen Technik interessiert, die bei mir zuhause eine höhere Bandbreite erlaubt - dem Koaxkabel - und daher zwangsweise Unitymedia. Eigentlich hatte ich UM schon ausgeschlossen, weil ich schon einmal kein allzu begeisterter Kunde bei denen war (Damals allerdings nur Kabelfernsehen). Allerdings ist das 2play Angebot mit 120/6 MBit schon verlockend und ich bin drauf und dran zuzugreifen. Daher bin ich nun auf der Suche nach Insiderwissen von Unitymedia-Kunden, das mir hoffentlich hilft eine Entscheidung zu treffen, die ich nicht bereuen muss.

Also im Prinzip frage ich, ob ihr jemandem Unitymedia 2play weiterempfehlen würdet.

Die Pro-Argumente sind ja eigentlich ziemlich offensichtlich, während ich auf der contra-Seite bis jetzt immer wieder das hier gefunden habe:

-Zwangsrouter - Naja :bäh: (Ich würde das Paket mit der FritzBox 6490 nehmen um das Problem ein wenig abzumildern - wie sieht es hier mit Einschränkungen gegenüber der Nicht-UM Version aus,- Was ist z.B. mit Firmware Updates ?)

-IPv6 mit IPv4 nur per DualStack Lite - Ich muss zugeben, das ist fast ein Ausschlusskriterium, da ich schon gerne per SSH von meinem Telefon auf den Heimserver zugreifen möchte.

-Schlechter Service/Kundenbetreuung. Habe ich zumindest häufig in Foren gelesen und würde sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen von früher decken. Mir ist aber klar, dass das ein Punkt ist, der so ziemlich bei allen Telcos angebracht werden kann.

Gibt es aus eurer Sicht weitere Contra-Argumente für UM, die möglicherweise nicht sofort offensichtlich sind ? Da das auch mein erster Internet/Telefonanschluss per Koaxialkabel wäre, bin ich ein wenig nervös mein im Prinzip ja funktionierendes Telekom VDSL gegen eine "unbekannte" Technik zu tauschen. Wie sieht's z.B. mit der Stabilität und Leistungsfähigkeit des UM-Netzes aus ?


Danke schonmal im Voraus für etwaige Antworten - und Sorry für die wahrscheinlich 1000ste Wiederholung der selben Fragen für euch - Dummerweise kenne ich niemanden der Internet via Kabel nutzt den ich mit solchen Fragen belästigen könnte :D Ich hab' zwar einige Reviews gelesen, aber es ist immer besser die mit realen Erfahrungswerten zu kombinieren. Leider werden die meisten Foreneinträge naturgemäß eher wegen etwas negativem gemacht, so dass es schwer ist sich ein ausgeglichenes Bild zu machen.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von Leseratte10 » 05.07.2015, 17:32

Nun ja, die wichtigsten Punkte - schrott Zwangsrouter und DS-Lite - hast du ja bereits genannt.

Einzige Einschränkung der Unitymedia-6490 gegenüber einer "normalen" DSL-Fritzbox: Updates kommen nur mit sehr (sehr!) großer Verzögerung von Unitymedia. AVM-Updates direkt gibt es nicht.
Außerdem wurde die Möglichkeit, Kabelfernsehen ins Heimnetz zu streamen, von Unitymedia aus der 6490 entfernt und es gibt keinen Telnetzugriff.

Die DS-Lite-Einschränkung hast du richtig erkannt: Zugriff von außen nur über komplizierte Umwege möglich.

Zum Support kann ich nur sagen: Wenn du irgendwann mal (egal warum) Support benötigst, schreib ans Unitymedia-Team auf facebook oder Twitter. (Es sei denn, es geht gerade um ne akute Störung) Die sind deutlich besser als die Leute an der Telefonhotline.

Unitymedia Privatkundentarife würde ich gerade wegen Zwangsrouter und DS-Lite auf keinen Fall weiterempfehlen. Wenn unbedingt Unitymedia (weil DSL nur 2 Mbit/s oder so ...), dann einen der (leider seit kurzem extrem verteuerten) Businesstarife. Da hat man (wenn man genug bezahlt) sowohl IPv4 als auch freie Routerwahl.

Ein weiteres "Kontraargument" wäre dann noch: Kabel ist "Shared Medium" - das heißt, die Leitung besitzt eine Gesamtkapazität von (ich glaube) 660 MBit/s, die du dir mit allen Nachbarn teilst. Wenn dann in deiner Gegend gerade vier Leute mit ihrem 200er-Tarif die Leitung ausnutzen wollen, kommt es (gerne in den Abendstunden) mal zu ner langsameren Leitung

Bei DSL hat man ne eigene Leitung und bekommt die Geschwindigkeit (die von der Kabellänge ermöglicht wird) eigentlich immer.

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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 05.07.2015, 17:57

Die Sache mit dem shared medium war mir schon klar, allerdings kommt mir die gesamte Leitungskapazität mit 660MBit/s ein wenig gering vor - selbst wenn's nur 20 weitere Teilnehmer sind würde das doch schon dafür sorgen dass ein Kabelnetzbetreiber niemals eine Geschwindigkeit von 120 oder gar 200MBit garantieren kann. Wie groß sind in der Regel diese "Nachbarschaften", oder kann man das nicht so generell sagen ? Kann ich das irgendwie für meinen Standort rausfinden ?
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von Leseratte10 » 05.07.2015, 19:22

Und genau aus diesem Grund garantieren die Netzbetreiber bei Kabel auch keine Geschwindigkeiten. Wie viele Kunden (und mit welchen Tarifen) jetzt tatsächlich an deiner CMTS hängen kannst du nicht rausfinden, das weiß nur Unitymedia (und die werden die Infos nicht rausgeben).

Aber genau das ist der Grund, warum oft abends die Bandbreite einbricht. Wenn man mit einem 50 Mbit/s Tarif abends nur noch 10 hat, dann kann man sich ausrechnen, dass das nicht nur 10 Kunden an einer Station hängen.

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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 05.07.2015, 19:54

Schätze die CMTS sind das DSLAM Äquivalent ? - Kann man die im Strassenbild identifizieren ? Ich nehme doch an, dass der Einzugsbereich eher in der Größenordnung eines Strassenzuges als eines Stadtteils liegt.

Hmm, das klingt ja alles nicht so prickelnd. Ist das Nicht-erreichen der versprochenen Geschwindigkeit tatsächlich der vorherrschende Stand der Dinge beim Kabel oder eher eine zeitweise Erscheinung wenn eine Lokalität nicht ausreichend ausgebaut ist - Ich meine, wenn ein DSLAM nicht gut genug angebunden ist und zuviele Kunden dranhängen kann's auch langsamer werden als versprochen aber das klingt ja nochmal eine Stufe schlimmer. Für einen etwaigen Ausbau müssen dann Segmente aufgetrennt werden, liege ich da richtig ?

EDIT: Tritt das Problem in Ballungszentren eher auf als beispielsweise am Rande einer kleineren bis mittelgroßen Stadt ?

Gibt's eigentlich auch was gutes zu berichten :zwinker:
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von SpaceRat » 05.07.2015, 20:32

zppln hat geschrieben:Schätze die CMTS sind das DSLAM Äquivalent ?
Ja.

zppln hat geschrieben:Kann man die im Strassenbild identifizieren ?
Nicht wirklich.

zppln hat geschrieben:Ist das nicht-erreichen der versprochenen Geschwindigkeit tatsächlich der vorherrschende Stand der Dinge beim Kabel oder eher eine zeitweise Erscheinung wenn eine Lokalität nicht ausreichend ausgebaut ist
Nein und ja, aber eher nein.
Der weit überwiegende Mehrheit der Kunden kann offenbar nicht klagen, sonst wäre dieses Thema hier im Forum viel präsenter.
Wenn man allerdings Pech hat wohnt man in einer Gegend in der es keine Konkurrenz gibt und wirklich jeder am Kabel-Internet hängt.

Kabel Deutschland steht im Ruf, mit den Cluster-Splits viel zu langsam zu sein, aber bei UM/KBW ist das eher ein vereinzelt auftretendes Problem (Eben dann, wenn DSL bei bestenfalls 2000 kBit/s aufhört und Kabel somit konkurrenzlos ist). Schon bei DSL16000 sind aber genug Leute bei der Konkurrenz.

zppln hat geschrieben:Ich meine, wenn ein DSLAM nicht gut genug angebunden ist und zuviele Kunden dranhängen kann's auch langsamer werden als versprochen aber das klingt ja nochmal eine Stufe schlimmer. Für einen etwaigen Ausbau müssen dann Segmente aufgetrennt werden, liege ich da richtig ?
Du liegst richtig und die Situation ist auch exakt vergleichbar.
Ein Cluster-Split ist halt u.U. was aufwendiger als eine zusätzliche Faser am DSLAM zu beleuchten (Bei ersterem ist halt leichter mal Tiefbau oder ein Schuß mit der Erdrakete nötig), aber das Prinzip ist das selbe.

Und:
Es klingt nur schlimmer, weil Du Dir keine Vorstellung von der realistischen Überbuchung machst.
Gute Provider überbuchen 16fach, d.h. wenn abgangsseitig Kunden mit summa summarum 16 GBit/s angebunden sind, bindet man den DSLAM mit 1 GBit/s an.
16 GBit/s an einem DSLAM sind jetzt unrealistisch, aber das Verhältnis paßt.
Auch Überbuchungen >20 führen nicht direkt dazu, daß Kunden schreien davonlaufen.

Jetzt kannst Du Dir ausrechnen, daß 660 MBit/s / Cluster bei 20facher Überbuchung eben ca. 13 GBit/s "verkaufbare" Bandbreite ergeben ...

Übrigens werden selbst Flüge überbucht. Es ist billiger im Wurstkäse (worst-case) eine Handvoll Passagiere zu entschädigen als eine Handvoll Sitze frei zu lassen. Normal kommen nämlich immer soundsoviele Passagiere nicht rechtzeitig am Flughafen an ...

Naja, zurück zum DOCSIS:
Rutscht die Überbuchung irgendwann in einen kritischen Bereich (oder sind die Kunden eines Segmentes überdurchschnittlich fleißige Sauger), dann kann es bei Kabel-Internet auch mal länger dauern, bis das Problem behoben werden kann.
Dann nämlich, wenn es keinen Kabel-Verstärker auf der Straße mehr gibt, den man einfach zum eigenständigen ONI umbauen kann, sondern man erst Maulwurf spielen muß ...

zppln hat geschrieben:Gibt's eigentlich auch was gutes zu berichten :zwinker:
Ja, das (s.o.) z.B.
Und das DOCSIS die weitauf zuverlässigere Technik ist, da die verwendeten Kabel auch darauf ausgelegt sind.
Mein - wegen ISDN noch vorhandenes - DSL fällt viel öfter aus.

Die Geschichte mit den Rotz-Zwangsroutern wiegt aber weitaus schlimmer und die wird damit ja auch nicht aus der Welt geschaffen.

Ich habe DOCSIS/Kabel-Internet seit 2010 und da war die Welt noch in Ordnung: Man bekam ein reines Kabel-Modem und konnte jeden gewünschten eigenen Router anklemmen. Ob 20 EUR-Müll aus der Grabbelkiste oder 2000 EUR-Profirouter.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 05.07.2015, 22:18

Danke für diese ausführliche Antwort, SpaceRat :super: . Das entspricht ungefähr dem, was ich mir schon gedacht habe. Hätte aber nicht gedacht, dass die Überbuchung bei Providern üblicherweise tatsächlich so hoch ist - man lernt nie aus.

Und die Sache mit dem einzigen "Glas Wasser in der Wüste", um es mal so auszudrücken - ist tatsächlich ein guter Punkt an den ich noch nicht gedacht hatte.

Demnach könnte ich relativ gute Chancen haben, dass mein Segment im Kabelnetz nicht allzu überbucht ist. Ich wohne in Limburg/Lahn, einer mittelgroßen Stadt am Rande des Rhein-Main Gebiets, die nach Karte komplett mit DSL16 sowie zu einem großen Teil mit VDSL50(und sogar VDSL100) erschlossen ist. Die Breitbandsüchtigen haben sich (wie ich) hoffentlich damit eingedeckt.

Tatsächlich ist der einzige Grund für mich die Telekom verlassen zu wollen die bereits erwähnte sehr schlechte Erfahrung, die aber im Prinzip nichts mit der Technik zu tun hat welche eigentlich immer tadellos funktioniert hat. Gut - ein weiter Anreiz ist durchaus, dass ich am Rand des Ausbaugebietes wohne und es auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird über die 25MBit hinauszugehen. Die 120Mbit von UM erscheinen da schon verlockend, zumal es für mich eine "neue" interessante Techik ist - Ich hatte seit der Einführung mit 768kbit/s in 1999 DSL. Im Moment versuche ich mich im ganzen Bereich "Kabel" schlau zu machen und die Situation / den Stand der Dinge zu evaluieren. Ich möchte halt am Ende nicht dastehen und ein stabiles VDSL gegen ein theoretisch besseres aber praktisch unzuverlässigers Kabel eingetauscht haben.

Das Problem mit IPv4/v6 sehe ich zwar im Moment mit etwas Ernüchterung, hoffe aber dass es sich in den nächsten Jahren von selbst erledigt wenn die Implementierung von IPv6 endlich mal weiter voranschreitet - vor allem auch im Mobilnetz. (ich weiß, ich weiß bis das mal richtig abhebt sind meine Enkel alt und grau)

Die Sache mit dem Zwangsrouter ist aber tatsächlich ein richtiges Ärgernis. Im Moment gehe ich zwar davon aus, dass die FB6490 im Gegensatz zu diesem Technicolor Teil wenigstens ein wenig brauchbarer ist, trotzdem hätte ich gerne auch volle Kontrolle über die Geräte die ich benutze.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von hajodele » 05.07.2015, 23:00

Ein praktisches Beispiel:
Ich wohne in einem reinen Wohngebiet mit ca. 10 Terassenhäusern a ca. 100 WE und rund 100 Reihenhäusern.
Wahrscheinlich kommen außerhalb dieses Bereichs noch viele WE dazu.
2012 war in meinem Terassenhaus ein Ausfall des Verteilers. Während der Reparatur meinte der Techniker, dass hier 15 Teilnehmer gemeldet sind.
Wenn man diese Zahlen etwa hochrechnet, kommt man schon auf einiges.
Trotzdem hatte ich nie Geschwindigkeitsprobleme mit meinen 50 Mbit.

Nachdem bei mir VDSL 50 verfügbar war, bin ich trotzdem aus Protest gewechselt.
Die haben etwas zu häufig Falschinformationen übermittelt bzw. einfach aufgelegt.

Mein VDSL läuft genau so reibungslos.

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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 05.07.2015, 23:39

Hmmm... Interessant. Danke für die Info. Meine Nachbarschaft besteht hauptsächlich aus typischen Ein-und Zweifamilien Siedlungshäusern. Soviel ich weiß sind die alle in den 80ern von der Bundespost mit Kabelfernsehen beglückt worden. Es wäre nun interessant zu wissen - kann man irgendwelche Rückschlüsse auf die Segmentierung des Kabelnetzes anhand der Bebauung/Stadtplanung ziehen ? (Sowas wie "Ein Wohngebiet=Ein Segment") Falls das nämlich zutreffen würde, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass mein Wohngebiet unterdurchschnittlich ausgelastet ist.

Aber das ist schon alles wilde Spekulation. :brüll:
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von hajodele » 06.07.2015, 09:57

Das ist doch ein dynamischer Prozess:
Im Jahr x wurde eine CMTS für ein Gebiet Y dimensioniert und eingerichtet.
Solange sich in dem Gebiet nichts wesentliches ändert, wird sich da auch nichts tun, auch wenn sich die Speed im laufe der Jahre vervielfacht.
Eine reine Vermutung (weil es so prinzipiell in unserem Laden auch so geht):
Erst wenn ein gewisser Schwellenwert übeschritten wird, fängt man an, etwas zu unternehmen. Also Investionsantrag, Bestellung, usw. Für die Realisierung braucht es dann auch noch der entsprechenden Manpower.

Ich habe deshalb für mich eine These aufgestellt: Je mehr Land, desto gut Kabel (und desto schlecht DSL)

Meine Mutter wohnt in einem 2000-Seelen-Dorf. Also irgenwas mit 700 WE. Das Kabel kam auch in der 80er praktisch in jedes Haus. Den Einzigen "größeren" Bauboom gab es Anfang der 90er, in dem ein gemischtes Gewerbe-/Wohngebiet erschlossen wurde. DSL kannst du dort völlig vergessen (<2Mbit). Trotzdem höhre ich von meinen Schulkameraden kein Gebruddel zwecks Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit.

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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von domserv » 06.07.2015, 10:06

zppln hat geschrieben:Hmmm... Interessant. Danke für die Info. Meine Nachbarschaft besteht hauptsächlich aus typischen Ein-und Zweifamilien Siedlungshäusern. Soviel ich weiß sind die alle in den 80ern von der Bundespost mit Kabelfernsehen beglückt worden. Es wäre nun interessant zu wissen - kann man irgendwelche Rückschlüsse auf die Segmentierung des Kabelnetzes anhand der Bebauung/Stadtplanung ziehen ? (Sowas wie "Ein Wohngebiet=Ein Segment") Falls das nämlich zutreffen würde, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass mein Wohngebiet unterdurchschnittlich ausgelastet ist.

Aber das ist schon alles wilde Spekulation. :brüll:
Ich würde mir in Limburg keine Gedanken machen, da gibt es immerhin 16 Mbit von der telekom, so dass viele bei DSL bleiben. Hier in Ennerich gibt es weiterhin nur ma 1 Mbit. die meisten sind umgestiegen auf UM. Bin seit 2010 dabei und hatte bisher nie Probleme. Meine gebuchten 100 Mbit sind immer verfügbar.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 06.07.2015, 10:27

Super. Ennerich is ja wirklich grad um die Eck'

Es muss wohl stimmen, dass wenn DSL>16.000 verfügbar ist viele Leute bei der Telekom bleiben. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis tatsächlich niemanden der Internet via Kabel nutzt. Was auch der Grund für mein blöden Fragen hier ist :zwinker:
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von SpaceRat » 06.07.2015, 12:18

zppln hat geschrieben:kann man irgendwelche Rückschlüsse auf die Segmentierung des Kabelnetzes anhand der Bebauung/Stadtplanung ziehen ?
Ihr macht Euch überhaupt keine Vorstellungen von der Größe eines Clusters.

Nehmen wir mal ein Beispiel aus der Zeit, als die Informationspolitik noch funktionierte:
(PresseBox) (Meckenheim/Rheinbach/Köln, 04.12.2008)
...
In Meckenheim und Rheinbach wird die Anzahl der Glasfaser-Knotenpunkte, an denen insgesamt rund 11.000 Haushalte angeschlossen sind, von derzeit zwei auf sechs verdreifacht.

Es geht jetzt weniger um die Berechnung der Überbuchung (Unitymedia kann seit 2008/2009 noch weitere Splits durchgeführt haben) als darum, daß man sich "mein Block = mein Cluster" von der Backe kratzen sollte.
Meckenheim und Rheinbach haben jeweils ca. 25 Tsd. EW und waren zum fraglichen Zeitpunkt (rechnerisch) zwei Cluster/also je einer, dann jeweils drei.

Man kann das jetzt trotzdem mal ein bißchen rumrechnen, hauptsächlich um aufzuzeigen, wie viele Faktoren man nicht kennt und daß deshalb kein brauchbares Ergebnis rauskommen kann:

50000 EW und 11000 Haushalte?
Das wären etwas mehr als 4,5 Personen pro Haushalt, etwa doppelt soviel wie der Bundesdurchschnitt ... da stimmt natürlich was nicht, nämlich daß wir auch noch wissen müssten, wie viele Haushalte (und in welchem der Cluster) nicht verkabelt sind, ob sich die 11 Tsd. auf homes passed (Anschließbare Haushalte) oder homes connected (Angeschlossene Haushalte) bezieht.

11 Tsd. Haushalte und 6 Cluster?
Das wären 1833 Haushalte je Cluster, bei angenommenen 660 MBit/s im Cluster also ca. 368 kBit/s je Haushalt ... nicht einmal DSL ultralight.
Auch hier stimmt natürlich was nicht, nämlich
- es fehlt der übliche Überbuchungsfaktor
- 2008/2009 gab es nur max. 32 MBit/s zu bestellen
- nicht jeder der 1833 Haushalte eines Clusters nutzt Kabel-Internet
- meines Wissens standen damals aber auch noch keine 660 MBit/s pro Cluster zur Verfügung (Diese Zahl kann man nämlich auch noch variieren)
- selbst wenn wir alle der o.g. Angaben hätten wüssten wir immer noch nicht, welches Produkt die Kunden gebucht haben (Wieviele Alt-Tarife a la 10 MBit/s und wieviele aktuelle mit 200 oder 250 MBit/s?)

Man kann bestenfalls mal überschlagen:
Bei angenommenen 660 MBit/s je Cluster und 33% Marktanteil (Da haben wir wieder ein Problem, die Marktanteile der KNB sind Gesamtmarktanteile, obwohl sie gar nicht überall vertreten sind. Um z.B. 9,8% am Gesamtmarktanteil insgesamt zu erreichen muß der von UMKBW innerhalb NRW, Hessen und BW umso höher liegen) kämen wir auf 1 MBit/s je Kunde (660 MBit/s / Cluster / 1833 Haushalte / Cluster * 0,33 Marktanteil) und beim konservativen Überbuchungsfaktor 16 somit auf 16 MBit/s, die problemlos vermarktbar sein sollten.
Sollten die Cluster seit 2008 nochmals gesplittet worden sein wäre es sogar schon 32 MBit/s und mit etwas weniger konservativen Überbuchungsfaktoren sogar auf 40-50 MBit/s.
Damit kommen wir in Sphären, wo der Überbuchungsfaktor sogar noch höher sein dürfte, 100 oder 200 MBit/s dauerglühen zu lassen schafft auch ein Großteil der Leute die 16 MBit/s problemlos 24/7 ausgelastet haben nicht mehr.
Dann bucht ja auch nicht jeder der Kunden gleich das 200 MBit/s-Paket und wenn höhere Pakete gebucht werden, dann oft wegen anderer Inklusivleistungen (z.B. Recorder statt Receiver im 3play) ...

Wie gesagt, alles nur Spekulatius (Wird auch langsam mal Zeit, daß der wieder in die Läden kommt!), aber trotz der rein rechnerisch erstmal ernüchternden Zahlen würde ich die Lage in diesen Clustern relativ entspannt sehen. Weit überwiegend ist in diesen 11 Tsd. Haushalten auch DSL16000 bis VDSL50 verfügbar. Wenn die Lage schrecklich würde, würden auch genug auf DSL wechseln und die Lage damit auch wieder entspannen.

Schließt man aber umgekehrt einen 500 Haushalte kleinen Cluster in Münster oder eine sonstigen Universitätsstadt an, kann der völlig zusammenbrechen, wenn unter den 500 Haushalten 400 Studenten-WGs sind und mit DSL dort nix los ist ...
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von SpaceRat » 06.07.2015, 12:49

zppln hat geschrieben:Es muss wohl stimmen, dass wenn DSL>16.000 verfügbar ist viele Leute bei der Telekom bleiben. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis tatsächlich niemanden der Internet via Kabel nutzt. Was auch der Grund für mein blöden Fragen hier ist :zwinker:
Das ist tatsächlich der beste Anhaltspunkt, den wir Dir bieten können.
Und das ">" kannst Du auch weglassen, DSL16000 reicht der Masse (bzw. von der Masse wäre ein ganzer Teil froh, wenn er das kriegen könnte).

Ich konnte hier DSL16000 kriegen, nah an den VSt. gingen auch schon VDSL50 oder zumindest VDSL25.
Der neuere Teil des Ortes der nur DSL2000 erreicht hat sich auch nicht ans BK-Netz anschließen lassen ...
Es gibt zwar ganze Viertel, die nur DSL3000 - wohl aber Kabel-Internet - bekommen konnten (Später mit der Freigabe von DSL-RAM auch DSL6000), aber die konnten auch Arcor-Risikoschaltungen oder Alice/o2 mit open-end DSL-RAM erhalten, dann waren teilweise auch da 10 und mehr MBit/s drin und auf der Rechnung stand dann ja auch DSL16000, das zählt.

Dementsprechend hatte ich hier noch nie ein Problem mit meinem Kabel-Internet, wenn ich meinen Gigabit-vServer leerziehen will, dann tue ich das praktisch immer mit voller Geschwindigkeit.
Jetzt wo die Telekom auch noch Vectoring ausgebaut hat und VDSL25 die neue Rückfallgeschwindigkeit ist (Da, wo es vorher nur DSL6000RAM gab) brauche ich mir um den Cluster überhaupt keine Sorgen mehr zu machen ...



Die Cluster die ich als kurz vorm Kollaps stehend kenne haben großflächig nur DSL2000 ...

Wo genau jetzt der Wendepunkt ist kann ich Dir nicht sagen, aber ich würde auf DSL6000<>DSL16000 tippen:
Bei DSL6000 hat man den psychologischen Effekt auf einer Rückfalloption - also auf einer nicht mehr vermarkteten Geschwindigkeitsstufe - zu sitzen.
Das merkt man schon daran, daß viele Provider versuchen, das hinter hübschen Klauseln a la "bis zu 16 MBit/s" zu verstecken und keine Tarife unter 16 MBit/s mehr anbieten.
Unter DSL3000 wird inzwischen schon das eMails holen und Online-Banking zäh.

Ab 6001 kBit/s ist es formal DSL16000, es synchronisiert nur nicht höher ;)
Auf der Rechnung steht aber DSL16000 und kein Hinweis auf einen Rückfall, die Seiten laden einigermaßen, wenn auch nicht rasant: Der Otto-Normaluser ist glücklich.
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hilikuss
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von hilikuss » 06.07.2015, 14:48

Servus.

Also kurz gefasst: Ich würde UM niemandem empfehlen.

Was von meiner Seite aus für UM spricht ist die schnelle und reibungslose Installation (am Samstag möglich, also kein Urlaub gebraucht)

Ich hatte jetzt 10 Jahre lang verschiedene DSL Geschichten an verschiedenen Standorten mit verschiedenen Anbietern. Es gab vor allem bei der Installation Probleme. Das schlimmste waren drei Monate Resyncs, bis die Telekom endlich mal auf die Idee kam, die TAE Dose zu tauschen.
Ansonsten kam bei mir bei DSL immer die synchronisierte Geschwindigkeit an. Zuletzt war das vor dem Umzug VDSL 50. Die einzigen Geschichten, dass einer weniger als den Sync bekommen hat, von denen ich weiß, war ein falsch konfiguriertes Profil.

Seit Oktober 14 in der neuen Wohnung (nur DSL 16 verfügbar) nun Business 50 von Unitymedia. Und ich bin mit der Leitung nicht zufrieden. Bis April war der Cluster hoffnungslos überfüllt, regelmäßig <10 MBit und astronomische Pings, wenn jemand anderes Youtube geschaut hat. Bei der Business Hotline durfte ich dann jeden Monat aufs neue Tests machen und Screenshots schicken, damit ich meine Gebühr zurückverlangen konnte. Bis ich dann mal eine echt fitte Dame in der Leitung hatte, die mir die restlichen drei Monate bis zum Split gutgeschrieben hatte.

Mit VDSL hier gab es dann auch den Split (ein Schelm, wer böses dabei denkt) und die 50 MBit kommen fast durchgehend an. Nach 6 Monaten sitzt dieser Frust aber auch schon tief, muss ich sagen. Und dennoch schwankt der Ping auch ohne Last enorm. Von 8ms bis 500ms ist alles dabei. Im Schnitt (10000 Durchführungen zu google.de) 19ms +/- 9ms und 0,5% Packetloss. Zu DSL Zeiten waren das 22ms +/- 1ms ohne Packetloss. Jeweils per Kabel am Router angeschlossen.
Dazu kommt, dass das QoS der Fritzbox 6360 nach wie vor bescheiden ist. Wenn einer am Nuckeln ist, ist der Rest am Ruckeln.
Dann gibt es nur die Wahl zwischen DS Lite oder IPv4 only (im mittlerweile wahnsinnig überteuerten Business Tarif), vollwertiges DS gibt es einfach nicht.


Bisher sieht alles danach aus, als wären das meine ersten und letzten 24 Monate mit Kabel Internet. Da würde ich lieber auf VDSL 25 umsteigen. Und hier gibt es jetzt sowieso Vectoring 100.

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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 06.07.2015, 15:13

Danke für die Informationen, SpaceRat. Ich sehe mich mal wieder vollkommen fasziniert von solchen infrastrukturellen Überlegungen und welche Faktoren (ökonomische und psychologische) in diese Dinge hineinspielen.

Na gut. Ich glaube, ich werde mir nochmal einige Infos zu IPv6+DSLite und den Möglichkeiten zu Gemüte führen bevor ich mich für irgendetwas entscheide. Ich glaube, ohne das und diese Zwangsrouter Geschichte würde ich das Kabel ohne weiteres überlegen ausprobieren, schon alleine weil ich immer neugierig auf "neue" (für mich) Technik bin.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von SpaceRat » 06.07.2015, 16:51

hilikuss hat geschrieben:Also kurz gefasst: Ich würde UM niemandem empfehlen.
Ich übrigens auch nicht ...
... nur ist halt die bescheuerte "shared medium"-Geschichte nicht der Grund dafür und da gezielt danach gefragt wurde ...

"Kabel-Internet ist ein shared medium und da teilen sich Hunderte von Nutzern Deine Bandbreite" ist ein Blödsinn, der irgendwann mal von den Ahnungslosesten aus dem eigentlich richtigen Beschreibungen herausgelesen wurde und dann so oft wiederholt wurde, bis alle Welt dran glaubte.

Darin stecken drei Irrtümer, die einfach klargestellt werden müssen:
  • stehen für alle dann doch "etwas" mehr als die vom Einzelnen gebuchten 10, 16, 32, 50, 64, 100, 128, 200 oder 250 MBit/s zur Verfügung
    Jeder einzelne Kunde "liegt" tatsächlich an (viel) mehr Bandbreite an, als er gebucht hat und wird auf seine gebuchte Geschwindigkeit abgebremst. Nicht alle Kunden eines Clusters teilen sich denselben Teil der Gesamtbandbreite, sondern unterschiedliche Ausschnitte.
    Beispiel:
    Es stehen 12 Kanäle a 55 MBit/s zur Verfügung, jeder Kunde erhält (Je nach Modem/Router) 8 davon versetzt zugeteilt, also z.B.
    Kunde A die Kanäle 1-8
    Bunde B die Kanäle 2-9
    Kunde C die Kanäle 3-10
    usw.
    Belastet Kunde B nun seine 100 MBit/s-Leitung voll, dann verteilen sich diese 100 MBit/s mehr oder minder gleichmäßig auf die ihm insgesamt angelegten 8 Kanäle mit 440 MBit/s insgesamt, d.h. rechnerisch steht dem Kunden A nach wie vor der unbelastete Kanal 1, Kunde C der unbelastete Kanal 9 und beiden zusätzlich die "Restbandbreite" der Kanäle 2-7 (jeweils 42,5 MBit/s, da Kunde B jeden Kanal rechnerisch mit 12,5 MBit/s belastet) zur Verfügung, in der Summe also immer noch für jeden weit mehr als die gebuchten 100 MBit/s, selbst wenn alle komplett aufdrehen.
    Das ist natürlich eine vereinfachte Darstellung, da in der Praxis auch mehrere Kunden komplett dieselben Kanäle nutzen und die gleichmäßige Verteilung der Last auch die bereits vorhandene Last berücksichtigt, usw. usf.
  • suggeriert die Formulierung "Kabel-Internet ist ein shared medium" daß es andere Internet-Zugänge gäbe, was aber nicht stimmt.
    Das ganze Internet ist ein shared medium, ja selbst das eigene LAN ist ein shared medium, wenn zwei Clients auf ein NAS zugreifen geht beim CSMA/CD (Carrier Sense Multiple Access/Collision Detection) die Luzie ab.
    Die (im Idealfall) 100-200m Klingeldraht beim DSL ändern da nix dran.
  • zu keinem Zeitpunkt nutzen alle Kunden ihre Bandbreite voll aus
    Bevor Kevin sich zu YouP*rn einen runter.... und Schakeline sich auf Youtube Schminktips reinziehen wollen, sind Schastin mit dem Download von 20 Linux-ISOs und Nadine mit dem Streamen von Berlin, Berlin fertig.
    Und selbst wenn nicht ist bei VPN Maier GmbH gerade Feierabend und Amalia Noée ist im Urlaub oder Marie-Selene wieder im Pflegeheim ...

    Diese Tatsache wird von allen Provider, auch bei DSL, für eine Überbuchung mit Faktor x auf allen Ebenen (DSLAM<>VSt, VSt<>Backbone, eigener Backbone<>DECIX, usw.) genutzt.
hilikuss hat geschrieben:Dazu kommt, dass das QoS der Fritzbox 6360 nach wie vor bescheiden ist. Wenn einer am Nuckeln ist, ist der Rest am Ruckeln.
Dann gibt es nur die Wahl zwischen DS Lite oder IPv4 only (im mittlerweile wahnsinnig überteuerten Business Tarif), vollwertiges DS gibt es einfach nicht.
Und damit sind wir beid en Punkten, wegen denen ich Kabel-Internet nicht (mehr) weiterempfehle:
  • Absoluter Elektronikschrott (Drecknikotzlor DK7200, ÜBEL EVIL3226) als Zwangsrouter oder bestenfalls Fritz!Boxen, bei denen UMKBW den Kunden dann aber das Heft bei der Firmwarewahl aus der Hand nimmt.
    Bei den früher verteilten Modems war bei der Routerauswahl jeder seines eigenen Glückes Schmied und mit einem entsprechenden Router ist auch DS-lite (Wofür UM ja nichts kann) kein riesiges Problem.

    Mit OpenVPN wäre ja auch ein VPN kein Problem mehr, aber selbst die Fritz!Boxen können halt selber kein OpenVPN, es sei denn man freetzt sie, was mit Kabel-Fritten nicht geht. Einen anderen Router kann man nicht wirklich anschließen, ... usw. usf.
    In Verbindung mit dynamischen Präfixen kommt man bei Unitymedia ja praktisch nicht mehr drum herum, eine Fritz!Box mit zu buchen (Selbst wenn man kein Telefon Komfort braucht) und mindestens noch einen Raspberry Pi o.ä. anzuklemmen.
  • Bescheidene Preisgestaltung und mieser Upload
    Es ist unglaublich aber wahr, der günstigste Provider ist inzwischen die Telekom. 45 EUR ist dort der Endpreis für VDSL100/40.
    Da hat man dann aber Dual Stack, freie Gerätewahl und 40 MBit/s Upload.
    Bei 1&1 kämen noch 3 EUR für den vollen Upload hinzu (Sonst kriegt man nur 20) und bei Vodafone bezahlt man den vollwertigen Telefonanschluß extra ...
    Aber selbst in Relation zu 1&1 und Vodafone:
    Wenn ich mir überlege, was ich alles buchen und bezahlen müßte um von Unitymedia poplige 20 MBit/s Upstream zu kriegen wird mir schlecht. Davon, daß ich die dann am Ende kaum nutzen könnte, weil mir UM dann deren Rotzhardware aufzwingt , ganz zu schweigen.
Nachdem Unitymedia auch den günstigsten Business-Tarif in utopische Preisregionen geschraubt hat kann man Unitymedia nur noch reinen Facebook-Klitschern und eMail-Lesern empfehlen. Mehr ist mit den neuen Anschlüssen nicht zu machen.
Und selbst bei dieser Klientel muß man mit der Empfehlung vorsichtig sein, denn ab dem Anschluß einer Spielekonsole merken auch diese User, was für einen Mist sie für ihr gutes Geld kriegen (Auch wenn das in diesem Fall die Schuld der Konsolenhersteller ist).
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 06.07.2015, 21:55

Yep, das fasst jetzt meine Gedanken zu dem Thema eigentlich ganz gut zusammen. Der einzige Grund, warum ich überhaupt über den Wechsel von VDSL>Kabel nachdenke ist die eigentlich (IMHO) "elegantere" Technik und die damit verbundene Option auf höhere Geschwindigkeit. Mit Blick auf andere, die mit 2MBit/s abgespeist werden, ist das sicherlich Jammern auf hohem Niveau, aber ich sitze halt am Rand vom Ausbaugebiet und die Aussicht in näherer Zukunft mit dem guten alten Klingeldraht mehr als 25MBit/s hinzubekommen ist relativ gering. Jetzt gibt's noch Tricksereien mit der DSL-Technik wie Vectoring, aber das Ende der Fahnenstange ist deutlich zu erkennen.

Jetzt kann ich's mir also aussuchen, ob ich mich mit dem vollwertigeren, eigenbestimmteren aber etwas langsameren und am Limit angelangten VDSL zufriedengebe oder die Gängelung bei einem nicht ganz zu 100% nutzbaren aber deutlich schnellerem Kabel akzeptiere.

Wie du sagst, wegen der IPv4-Adressenknappheit kann man UM eigentlich keinen allzu großen Vorwurf machen, keinen echten DualStack zu haben. Aber dass sich UM dann noch ohne Not das Manko der Gerätewahl/verzögerter FWUpdats ans Bein bindet ist wirklich schade....

Danke für den Input
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hajodele
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von hajodele » 06.07.2015, 22:15

Wenn du noch etwas warten kannst: Es ist ein Gesetz zur Abschaffung des Routerzwangs in der Mache.

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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 06.07.2015, 22:47

hajodele hat geschrieben:Wenn du noch etwas warten kannst: Es ist ein Gesetz zur Abschaffung des Routerzwangs in der Mache.
Davon hab' ich zwar schon gehört, aber es nicht wirklich verfolgt, weils mich bisher nicht betroffen hat. Ich werd' mir das mal anschauen, aber kannst du vielleicht mit einem Satz den Stand der Dinge wiedergeben - d.h. wie weit fortgeschritten ist der Gesetzgebungsprozess, bzw ist tatsächlich damit zu rechnen, dass in näherer Zukunft der Routerzwang in der Praxis fallen wird ?

Das wäre natürlich super.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von SpaceRat » 06.07.2015, 22:56

zppln hat geschrieben:
hajodele hat geschrieben:wie weit fortgeschritten ist der Gesetzgebungsprozess,
In Stichworten:
1. Noch lange nicht zuende (gedacht)
2. "Parlamentarische" Sommerpause
3. Wenn es in einer brauchbaren Form kommen sollte kannst Du nochmals mit mindestens 6 Monaten Übergangsfrist rechnen
4. Darauf oben drauf kommt dann noch die Verfahrensdauer für den ersten Prozess, von dem ich ausgehe, daß ihn Unitymedia erst ausfechten wird

Unter 12 Monate wird es garantiert nicht dauern, bis UM Dir zähneknirschend auf Zuruf hin den Drecknikotzlor oder ÜBEL EVIL in den Bridge-Modus schaltet (Können tut die Hardware das nämlich schon lange, jeder einzelne Tag Übergangsfrist ist immer noch 2 Jahre zu lang).
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 07.07.2015, 07:34

Das ist zwar ausserhalb meiner initialen Frage, aber :

Weiß / Kann mir vielleicht jemand sagen, welche IPv6 Präfixlänge dem Kunden von UM zugeteilt wird ? Es sollten ja mindestens /64 sein, damit SLAAC (stateless address autoconfiguration) funktioniert, aber soweit ich weiß hat man damit in der Praxis nur ein Subnetz, während ein /60 Präfix schon 16 erlauben würde.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von SpaceRat » 07.07.2015, 12:17

zppln hat geschrieben:Weiß / Kann mir vielleicht jemand sagen, welche IPv6 Präfixlänge dem Kunden von UM zugeteilt wird ? Es sollten ja mindestens /64 sein, damit SLAAC (stateless address autoconfiguration) funktioniert, aber soweit ich weiß hat man damit in der Praxis nur ein Subnetz, während ein /60 Präfix schon 16 erlauben würde.
/56, /57 oder /58, ich meine /56.

Die Subnetze reichen, die sind nicht das Problem.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von zppln » 11.07.2015, 17:20

Mal abgesehen von der Unmöglichkeit einen IPv4 Service an einem UM DSLite Anschluss zu betreiben....

Welche Einschränkungen habe ich in der Praxis dadurch noch zu erwarten ?

Ich tippe mal darauf, dass alle Dienste, die in irgendeiner Weise auf die IP Wert legen komische Effekte erzeugen dürften -

- One-Click Hoster oder Cloud-Dienste die zuviele Verbindungen/Verbindunsversuche von einer IP nicht mögen und mir möglicherweise mitteilen, dass mein Traffic schon aufgebraucht ist
- Mailprovider wie GMX oder Web.de dürften dieselben Probleme haben und es u.U. auch nicht gerne haben wenn von einer IP auf dutzende/hunderte Konten zugegriffen wird
- Shoppingseiten ? - Wird man ggf. aus dem System geworfen, wenn ein neuer Kunde sich mit der selben IP einloggt ?

Bleibt die IP für mich über einen bestimmten Zeitraum die gleiche, oder bekomme ich für jeden einzelnen Request (meinetwegen für jedes einzelne Bild auf ner Internetseite) eine andere dyamisch aus dem Pool der möglichen zugewiesen ?

Im Prinzip müssten das doch in etwa die Art von Probleme sein, mit denen sich UM Kunden im Internet rumschlagen müssen. Ich wette, keiner wünscht sich mehr, dass IPv6 sich endlich durchsetzt und zum dominierenden Standard wird.
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Re: Würdet ihr Unitymedia 2play weiterempfehlen ?

Beitrag von un1que » 11.07.2015, 17:25

Livestreaming leidet auch sehr deutlich darunter.

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