Vorratsdatenspeicherung bei UM?

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HappyTiger
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Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von HappyTiger » 28.02.2008, 15:41

Hi Leute,

wollte mal von euch wissen, ob ihr bereits Informationen habt, wie es UM mit der VDS hält.
Habe selber erstmalig am 09.01.2008 und später noch öfters eine Anfrage per Kontaktformular versand, mit der Bitte um eine Info bezüglich der VDS. Bisher ohne Antwort :(
Habe dazu die Vorlage von hier genommen: https://wiki.vorratsdatenspeicherung.de ... Ish.2FIesy

Die Angaben auf der Seite helfen leider auch nicht weiter. Evtl kann sich ja jemand von UM direkt dazu äußern. Vielen Dank schonmal.

mfg

PS: Suchfunktion lieferte leider keine Treffer

sauger345
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von sauger345 » 03.03.2008, 19:03

ich wollte es nur mal so sagen:

diese datenspeicherung wird schon seit jahren vollzogen, und niemanden hats gestört.

die meisten wussten es.

Komischer weise stört es jetzt viele... mich störts nicht weil es keinen großen unterschied zu früher gibt

die polizei konnte immer schon sagen:

Leute guckt mal was der herr mustermann in den letzten monaten so gemach hat...

schwups schon waren alle verbindungsdaten da

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von HappyTiger » 03.03.2008, 19:24

Soweit ich richtig informiert bin, durften das die Pvoider bisher selber entschiden und das hatte sich seit dem 01.01.2008 geändert. Nun MÜSSEN (ab dem 01.01.2009 definitiv) bestimmte Daten speichern.

Es geht mir ja im Grunde ja auch nicht um das "ob" sondern um das "wie lange". Damals waren es nur sicherlich keine 6 Monate und nicht in dem Umfang wie es jetzt vorgeschrieben ist.
Gibt ja immernoch Provider, die nachdem eine Connection geschlossen wurde, alle betreffenden Daten löschen und mit aller Macht von der Übergangsfrist gebrauch machen wollen bzw. auf ein Urteil warten.

An dieser Stelle mal ein Hinweis auf eine wirklich interessante Doku mit dem Namen: "Kontrolle total". Lief vor einiger Zeit mal auf arte.

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Dinniz » 03.03.2008, 20:18

lt den AGBs kannst du die Löschung verlangen wenn ichs richtig gelesen hab :D
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HappyTiger
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von HappyTiger » 03.03.2008, 20:38

Danke für den Hinweis!

Hatte mir die AGBs bei Vertragsabschluss zwar durchgelasen, wusste aber nicht mehr, dass dies dort verankert ist:
Der Kunde hat das Recht, eine vollständige Speicherung der Verbindungsdaten oder eine vollständige Löschung der Verbindungsdaten
nach Rechnungsversand zu verlangen. Sofern die Verbindungsdaten auf Wunsch des Kunden nicht gespeichert werden, ist der
Kabelnetzbetreiber von der Pflicht zur Vorlage dieser Daten zum Beweis der Richtigkeit der Entgeltrechnung befreit, wenn der
Kunde Einwendungen gegen die Rechungshöhe hat.
Quelle: http://blob.unitymedia.de/Download/BesG ... Hessen.pdf

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von ralfk » 04.03.2008, 10:43

sauger345 hat geschrieben: Komischer weise stört es jetzt viele... mich störts nicht weil es keinen großen unterschied zu früher gibt
Der Unterschied zu früher ist a) die Verpflichtung, b) die Erweiterung der Speicherzeit und c) die Erweiterung der Daten (z.B. Erfassung aller Emails, Erfassung des Orts). Das ist meines Erachtens gravierend, da eine Grenze überschritten ist, die dem Anhänger von Demokratie und Freiheit nicht egal sein sollte. Wenn man bisher ein gewisses Unrecht toleriert hat, heisst das lange nicht, dass man noch mehr Unrecht tolerieren muss. Widerstand ist nicht zwecklos, siehe aktuelle Meldung http://www.heise.de/newsticker/meldung/104439.
sauger345 hat geschrieben: die polizei konnte immer schon sagen:
Leute guckt mal was der herr mustermann in den letzten monaten so gemach hat...
schwups schon waren alle verbindungsdaten da
Wenn nach ein paar Wochen wirklich noch Daten zu Deinem Internet-Anschluss vorhanden waren, hat der Provider gegen geltendes Recht verstoßen. IP-Adressen durften bisher - wenn überhaupt ! - nur zu Abrechnungszwecken gespeichert werden. Bei UM wäre eigentlich wegen der Flatrate jedes Speichern untersagt gewesen (oder max. 1 Woche). Dass sich die wenigsten Provider daran gehalten haben, ist wohl richtig. Wie oben gesagt: Eine Grenze wurde überschritten, die nun auf Widerstand stößt. Richtig so.

Die Vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig und muss gekippt werden.
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Uncle_CM » 04.03.2008, 17:26

ralfk hat geschrieben:
sauger345 hat geschrieben: Komischer weise stört es jetzt viele... mich störts nicht weil es keinen großen unterschied zu früher gibt
Der Unterschied zu früher ist a) die Verpflichtung, b) die Erweiterung der Speicherzeit und c) die Erweiterung der Daten (z.B. Erfassung aller Emails, Erfassung des Orts). Das ist meines Erachtens gravierend, da eine Grenze überschritten ist, die dem Anhänger von Demokratie und Freiheit nicht egal sein sollte. Wenn man bisher ein gewisses Unrecht toleriert hat, heisst das lange nicht, dass man noch mehr Unrecht tolerieren muss. Widerstand ist nicht zwecklos, siehe aktuelle Meldung http://www.heise.de/newsticker/meldung/104439.
sauger345 hat geschrieben: die polizei konnte immer schon sagen:
Leute guckt mal was der herr mustermann in den letzten monaten so gemach hat...
schwups schon waren alle verbindungsdaten da
Wenn nach ein paar Wochen wirklich noch Daten zu Deinem Internet-Anschluss vorhanden waren, hat der Provider gegen geltendes Recht verstoßen. IP-Adressen durften bisher - wenn überhaupt ! - nur zu Abrechnungszwecken gespeichert werden. Bei UM wäre eigentlich wegen der Flatrate jedes Speichern untersagt gewesen (oder max. 1 Woche). Dass sich die wenigsten Provider daran gehalten haben, ist wohl richtig. Wie oben gesagt: Eine Grenze wurde überschritten, die nun auf Widerstand stößt. Richtig so.

Die Vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig und muss gekippt werden.
Meine Meinung! Ich habe schon viele Presseerklärungen gelesen und gehört wo geschrieben wurde "Es wird nur die Dauer der Speicherung erhöt", aber das stimmt nicht! Wie oben schon geschrieben wurde wird nicht nur gespeichert wann man im internet war, sondern auch wer mit wem was geschrieben hat ... So werden zB alle Telefonate gespeichert ... egal ob es eine Telefonseelsorge oder die Nummer vom Psychiater ist ...
Ich war schon damals bei FFII.org aktiv und unterstütze stop1984.com , weil ich finde dass das Grundgesetz geschützt werden sollte!
“Artikel 10.1 Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.”
Und früher konnte die Polizei nciht einfach sagen "Leute guckt mal was der herr mustermann in den letzten monaten so gemach hat...", dazu Bedarf es meines Wissens immer noch einem gerichtlichen Beschluss, dass man sein Telefon und co anzapfen durfte ... Jetzt werden aber alle Menschen in Deutschland wie Kriminelle behandelt und den Spruch "Ich habe nichts zu verbergen" kann ich langsam auch nicht mehr hören ... Ich habe auch nichts zu verbergen, dass gibt aber niemanden das Recht in meiner Privatssphäre rumzuschnüffeln!

Und ich kann nicht verstehen, dass es Menschen in diesem Land gibt die sowas Beführworten ... :traurig:
Im Leben gibt es nur die Seite der Gewinner und die der Verlierer! Auf welcher Seite stehst du?

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von ralfk » 04.03.2008, 17:46

Vielleicht würden einige mehr aufwachen, wenn analog zur TK-Überwachung der Staat auch von den Postdienstleistern verlangen würde, die Anschrift- und Absenderadressen aller Briefe, Postkarten und Pakete der staatlichen Einsicht vorzuhalten. Ausserdem würde gespeichert, in welchem Briefkasten die Sendung eingeworfen wurde. Und es würden nur Briefe befördert, die eine gültige Absenderadresse haben (also nix mehr mit ohne Absender etwas verschicken !). Das hat der Staat aber bisher nicht gemacht, obwohl es der VDS gleichkommen würde. Warum wohl ? Weil sonst der normale Bürger auch langsam die Krise bekommen würde in diesem Land. Wenn ich schon von höchster Stelle (Hallo Angie !) höre "Es darf keine rechtsfreien Räume geben", dann frage ich mich, wann endlich der Aufenthalt in Parks, Cafes und Kinos erfasst wird. Denn da könnte man ja auch als Terrorist die nächste Straftat planen.
--
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Moses » 05.03.2008, 00:08

Uncle_CM hat geschrieben:
“Artikel 10.1 Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.”
Und früher konnte die Polizei nciht einfach sagen "Leute guckt mal was der herr mustermann in den letzten monaten so gemach hat...", dazu Bedarf es meines Wissens immer noch einem gerichtlichen Beschluss, dass man sein Telefon und co anzapfen durfte ... Jetzt werden aber alle Menschen in Deutschland wie Kriminelle behandelt und den Spruch "Ich habe nichts zu verbergen" kann ich langsam auch nicht mehr hören ... Ich habe auch nichts zu verbergen, dass gibt aber niemanden das Recht in meiner Privatssphäre rumzuschnüffeln!
Es gibt ja auch keinem das Recht in deiner Privatssphäre rumzuschnüffeln. Die Daten dürfen ja, wie besonders den aktiveren Leuten bei dem Thema, bekannt sein sollte, nur verwendet werden, wenn ein begründeter Verdacht (oder wie auch immer das jetzt genau hieß) vor liegt. Es wird also eben immer noch nicht "einfach so rumgeschnüffelt". Zumindest dann nicht, wenn alles mit rechten Dingen zu geht... ob das der Fall ist, wenn die einsame Sekretärin den charmanten Herrn doch so nett fand, dem sie einfach mal ein paar Daten geschickt hat (Herr und Dame sind meinetwegen austauschbar, man kann auch Männer leicht zu eigentlich unmöglichen Dingen überreden), darf dann jeder selber für sich entscheiden...

Mit einer vernünftigen Sicherung der Daten (insbesondere, dass eben nur ganz wenige, sehr sorgsam ausgewählte Personen überhaupt an die Daten kommen) und ordentlichen Umgang, könnte man sich schon vorstellen, dass so etwas sinnvoll zur Verbrechensbekämpfung beitragen kann und den normalen Bürger nicht einschränkt. Das ist nur leider in meinen Augen beim besten Willen nicht realisierbar (zumindest nicht für Kosten die die Regierung bereit ist zu zahlen), womit ich dann eher dafür wäre einfach mehr für Polizei und deren Schulung auszugeben...
ralfk hat geschrieben:Und es würden nur Briefe befördert, die eine gültige Absenderadresse haben (also nix mehr mit ohne Absender etwas verschicken !).
Ja, das sollte man für E-Mails wirklich mal einführen. Wenn die Voratsdatenspeicherung so etwas wirklich durchsetzen würde/wollte/könnte, würde ich sogar darüber nachdenken, ob ich dafür nicht doch meine Privatssphäre aufgeben möchte... so bleibt mir nur der tägliche Kampf um meinen E-Mail Eingang und das auch nach dem Gesetz zur Voratsdatenspeicherung *seufz*

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von ralfk » 05.03.2008, 07:53

Moses hat geschrieben:
ralfk hat geschrieben:Und es würden nur Briefe befördert, die eine gültige Absenderadresse haben (also nix mehr mit ohne Absender etwas verschicken !).
Ja, das sollte man für E-Mails wirklich mal einführen. Wenn die Voratsdatenspeicherung so etwas wirklich durchsetzen würde/wollte/könnte, würde ich sogar darüber nachdenken, ob ich dafür nicht doch meine Privatssphäre aufgeben möchte... so bleibt mir nur der tägliche Kampf um meinen E-Mail Eingang und das auch nach dem Gesetz zur Voratsdatenspeicherung *seufz*
Das Verifizieren eines gültigen Email-Absenders wäre und ist heute schon mit Digitalen Signaturen möglich (S/MIME, PGP). Nur leider sind diese nicht ohne gewissen Aufwand nutzbar bzw. die Anwender (auch Firmen) kennen diese Methode nicht. Das oder andere Maßnahmen zur Vermeidung des in der Tat unsäglichen SPAM-Mülls müssten aber nicht zwangsläufig zur Verlust der Privatsphäre führen. Der Verlust der Privatspähre ensteht durch das verdachtlose Vorhalten der Daten über den eigentlichen Versand der Email hinaus, wer mit wem kommuniziert hat. Die Verifikation der Kommunikationspartner geht zum Zeitpunkt der Kommunikation nur die Kommunikatiosnpartner etwas an, nicht den Staat oder andere "Interessengruppen". Das ist so, als wenn Du Dich in der Bar mit Deinem Pass ausweist, damit der Barkeeper weiß, dass Du volljährig bist. Das muss noch lange nicht heißen, dass nun 6 Monate gespeichert wird, wann, wo und wieviel Bier Du getrunken hast.
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Uncle_CM » 05.03.2008, 08:24

Moses hat geschrieben:Es gibt ja auch keinem das Recht in deiner Privatssphäre rumzuschnüffeln. Die Daten dürfen ja, wie besonders den aktiveren Leuten bei dem Thema, bekannt sein sollte, nur verwendet werden, wenn ein begründeter Verdacht (oder wie auch immer das jetzt genau hieß) vor liegt.
Das ist mir auch bekannt ... Wo wir beim Punkt wären ... warum wird mein "virtuelles privates" Leben komplett aufgezeichnet, wenn sie eh nich reinschauen? Warum kann man es nciht bei dem alten Schema belassen, wenn jemand verdächtigt ist wird er durchsucht und abgehört? Ich habe kein Vorstrafenregister, bin nie negativ aufgefallen und auch meine Schulakte is sauber ... also warum soll ich nun bestraft werden?
Tut mir nicht leid, aber da bin ich strikt dagegen.
Aber vllt interessiert die Einen oder Anderen folgende Seite:
http://www.daten-speicherung.de/wiki/in ... -irrtümern
Aber ganz heftig find ich ja diesen Vorfall: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 77,00.html
Naja, ich hoffe ja immernoch dass die Deutschen endlich mal aufwachen und merken dass ihre Grundrechte in Gefahr sind. Leider werden sie ja immer mit "Das ist nich so schlimm, die Daten werden nur länger gespeichert" NAchrichten abgefüllt ... Und ich dachte man hätte aus der Vergangenheit gelernt :traurig:
Vllt schnappen wir ja mal einen Terroristen, dann hat sich das wenigstens gelohnt den 82.5 Millionen Einwohnern ihre Grundrechte zu verweigern :super:
ralfk hat geschrieben:Vielleicht würden einige mehr aufwachen, wenn analog zur TK-Überwachung der Staat auch von den Postdienstleistern verlangen würde, die Anschrift- und Absenderadressen aller Briefe, Postkarten und Pakete der staatlichen Einsicht vorzuhalten.
Nicht zu vergessen die Kopie des Briefes ansich ;)
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Moses » 06.03.2008, 11:19

Uncle_CM hat geschrieben:
Moses hat geschrieben:Es gibt ja auch keinem das Recht in deiner Privatssphäre rumzuschnüffeln. Die Daten dürfen ja, wie besonders den aktiveren Leuten bei dem Thema, bekannt sein sollte, nur verwendet werden, wenn ein begründeter Verdacht (oder wie auch immer das jetzt genau hieß) vor liegt.
Das ist mir auch bekannt ... Wo wir beim Punkt wären ... warum wird mein "virtuelles privates" Leben komplett aufgezeichnet, wenn sie eh nich reinschauen? Warum kann man es nciht bei dem alten Schema belassen, wenn jemand verdächtigt ist wird er durchsucht und abgehört? Ich habe kein Vorstrafenregister, bin nie negativ aufgefallen und auch meine Schulakte is sauber ... also warum soll ich nun bestraft werden?
Wenn man im voraus wissen würde, was man aufzeichnen muss, dann könnte man das so machen... der Ansatz einfach alles aufzuzeichnen und dann hinterher das wichtige rauszusammeln klingt schon plausibel. Ganz banales Beispiel: wenn ich einen Film aus dem Fernsehen aufnehme, dann lasse ich auch vorne und hinten ein paar Minuten überlapp Zeit. Nichts anderes ist der Ansatz, den man hier verfolgt, nur das die Voraussetzungen noch etwas härter sind... man weiß über Zeit und Ort gar nichts => es muss also alles aufgezeichnet werden.

Du differenzierst leider nicht zwischen der Idee an sich und der Ausführung. Deine Beispiele bekräftigen nur, was ich über die mangelnde Sensibilität bei dem Umgang mit den Daten geschrieben hab. Sie sind aber keinesfalls Argumente gegen eine umfassende Datenspeicherung. Versteh mich nicht falsch, bei dem Gemütszustand der heutigen Politiker bin ich ebenfalls gegen eine umfassende Datenspeicherung, da es eben nicht sicher gestellt ist, dass niemand daran kommt, wenn es keinen triftigen Grund (= harten Verdacht) gibt.
Grundsätzlich finde ich den Ansatz aber nicht verkehrt... wenn jemand alles, was ich tue aufzeichnet, aber da keiner ran kommt, stört mich das nicht... wenn es hilft das ein oder andere Verbrechen umfangreich aufzuklären bin ich sogar dafür. Das Problem ist für mich aber eben "keiner ran kommt" und nicht "wird gespeichert"... gegen das "wird gespeichert" hab ich noch kein sinnvolles Argument lesen können... das bezog sich alles nur auf möglichen Missbrauch, den man mit geeigneten Mitteln ausschließen könnte (was nicht heißt, dass ich glaube, dass das in naher Zukunft jemand tun würde).

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von ralfk » 06.03.2008, 11:44

Moses hat geschrieben:Grundsätzlich finde ich den Ansatz aber nicht verkehrt... wenn jemand alles, was ich tue aufzeichnet, aber da keiner ran kommt, stört mich das nicht... wenn es hilft das ein oder andere Verbrechen umfangreich aufzuklären bin ich sogar dafür. Das Problem ist für mich aber eben "keiner ran kommt" und nicht "wird gespeichert"... gegen das "wird gespeichert" hab ich noch kein sinnvolles Argument lesen können... das bezog sich alles nur auf möglichen Missbrauch, den man mit geeigneten Mitteln ausschließen könnte (was nicht heißt, dass ich glaube, dass das in naher Zukunft jemand tun würde).
Wieso sollte etwas gespeichert werden, wo keiner drankommt (ich weiß, was Du meintest :zwinker: ) ?
Und was heute als Missbrauch der Daten angesehen wird, kann schon morgen (unter einer anderen Regierung) als "gutes" Recht gelten.
Gehen wir mal davon aus, dass man die Daten nur für einige hoch-vertrauenswürdige Ermittler des Staates öffnen würde und Missbrauch total verhindern könnte. Was passiert aber, wenn diese Ermittler plötzlich nicht mehr Angestellte eines demokratischen Staates sondern von einer Diktatur wären. Die Daten dürften dann natürlich auch verwendet werden. Nun aber nicht mehr gegen Terroristen und schwere Straftaten sondern z.B. gegen politisch Andersdenkende, gegen Demonstranten, gegen Menschen anderer Herkunft und Rasse etc. Was also vorher verhindert wurde, ist plötzlich "legitim". Wer garantiert also, dass die Definition, wer als Straftäter mit den Daten überführt werden kann, unverändert bleibt. Überwachung ist immer im Kontext der Gesellschaft und des politischen Systems und zu sehen.

Ausserdem ist es gerade das Grundrecht, dass dem Menschen die Unversehrtheit und Freiheit garantieren soll. Alleine das Protokollieren von allem wird den Menschen und die Gesellschaft verändern, mit oder ohne Missbrauchsmöglichkeiten. Wenn wir alle Straftaten (und seien es auch "nur" sie schweren) präventiv verhindern wollten, sind wir zwangsläufig nicht mehr frei.
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Moses » 06.03.2008, 12:09

ralfk hat geschrieben:Was passiert aber, wenn diese Ermittler plötzlich nicht mehr Angestellte eines demokratischen Staates sondern von einer Diktatur wären.
Dann zieh ich um (unabhängig davon ob die Diktatur jetzt irgendwelche Daten von mir hat oder nicht). :P Soll ich jetzt sagen, dass man dann dem Verfassungsschutz besser vorher die Daten ausgehändigt hätte, damit er diese Verfassungsfeindliche Bewegung (die Demokratie steht schließlich auch in der Verfassung) hätte bekämpfen können? ;)

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Uncle_CM » 06.03.2008, 12:27

Moses hat geschrieben:
Uncle_CM hat geschrieben:Ganz banales Beispiel: wenn ich einen Film aus dem Fernsehen aufnehme, dann lasse ich auch vorne und hinten ein paar Minuten überlapp Zeit. Nichts anderes ist der Ansatz, den man hier verfolgt, nur das die Voraussetzungen noch etwas härter sind.
Ja, hier ist das Beispiel aber man nimmt nur ein Teil aus dem kompletten "Leben" des Senders auf ... und lässt nicht 24 Stunden den Videorekorder mitlaufen. Und gegen diese Einstellung habe ich nichts ... wenn jemand verdächtigt ist, wird er überwacht. Find ich so vollkommen in Ordnung. Wenn sie einen begründeten Verdacht haben, dürfen se wegen meiner auch mich überwachen wenn se lustig sind ...

Und ich hatte schon einen Grund genannt ... das Speichern ist Verfassungswidrig:
Art. 10 Abs. 1 Var. 3 GG (Fernmeldegeheimnis)
Art. 2 Abs. 1, 1 Abs. 1 GG (Recht auf informationelle Selbstbestimmung)
Art. 5 Abs. 1 S. 1 Hs. 1 GG (Meinungsfreiheit)
Art. 5 Abs. 1 S. 1 Hs. 2 GG (Informationsfreiheit)
Art. 5 Abs. 1 S. 2 Var. 2 GG (Rundfunkfreiheit)
Und ich weiss was jetz kommt ... jeder darf immernoch dahin surfen wo er will ... Ja dürfen schon, aber manche Menschen überlegen es sich jetz zweimal, ob sie bei telefonbuch.de die Nummer von nem Psychiater suchen oder ne Beratungsseite für misshandelte Frauen ... Ich mein wem unsere Grundrechte vllt eh zu läppsch sind und findet man sollte die abschaffen: Das ganze ist auch nochmal in den Menschenrechten vertreten unter Artikel 12 im Punkt Recht auf Privatssphäre ...
Schäuble hin, Merkel her ... ich bin auch dafür dass man gegen Terroristen, Amokläufer und Downloader vorgehen sollte, aber das bestimmt nicht wenn Grundrechte damit übergangen werden.

Und für mich sind eigeschränkte Grundrechte ein trifftiger Grund ... Aber das war ja nur zum aufwärmen:
Ein Innenminister, der das Grundgesetz als Gefängnis bezeichnet, weil es ihn in der Ausspionierung des Volkes einengt, hat den Sinn seines Berufes nicht verstanden. http://www.schaeuble-wegtreten.de
Ma schaun was Papa Staat uns noch alles reinwürgt, da sie ja jetz sehen dass das Volk alles schluckt ...

Ich weiss leider nicht mehr woher ich den Spruch habe, aber: "Quis custodit custodes?" oder Wer überwacht die Wächter? ;)
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Knight rider » 20.01.2009, 16:18

Hallo.

Ich Buddel mal das Thema wieder aus, da es mich derzeit sehr Interessiert, wie es derzeit aussieht.

WAS wird denn Gespeichert, und was nicht ?

- Internet Connection - wann zuletzt ausgeloggt..
seitenaufrufe etc. pp..

wer kann denn dazu etwas genaueres sagen ?

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von ralfk » 20.01.2009, 18:38

Knight rider hat geschrieben: WAS wird denn Gespeichert, und was nicht ?
Siehe:
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/c ... 6/lang,de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdat ... peicherung

Wichtig wäre zu wissen, inwieweit sich Unitymedia an die Vorgaben hält. Es gibt ja einzelne Provider, die eine Speicherung nicht mitmachen. Stand bei den Providern siehe http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Provider.
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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Uncle_CM » 20.01.2009, 20:33

Und heute kam noch ein interessanter Artikel auf heise.de raus: Datenschützer protestieren gegen "Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung"

Schade dass wir in Deutschland zu viele "Ich habe ja nichts zu verbergen" Leute haben, statt Menschen die für den Datenschutz sind ...
Erinnert ihr euch noch an das Post, Brief und Fernmeldegeheimnis (Telekommunikationsgeheimnis)? Schade dass es die bald nicht mehr geben wird :(

Ich hielt es ja immer für ein Gerücht, aber die Deutschen (bin selber einer ;) ) scheinen wohl nicht aus der Vergangenheit zu lernen ...

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Re: Vorratsdatenspeicherung bei UM?

Beitrag von Moses » 20.01.2009, 21:14

Man will halt zu alt bewährtem zurück kehren... passt doch auch zur "Ostalgie"-Welle... ;)

Wobei man sich auch nicht wundern sollte... wenn man schon "so jemanden" zum Innenminister macht. Mich wundert eher, dass er nicht noch viel mehr Unfug gemacht hat.. ist wohl von jemandem an der kurzen Leine gehalten worden. :glück:

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