IPv6 und Synology

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
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IPv6 und Synology

Beitrag von Kuschelserver » 23.01.2014, 00:00

Hey :)

ich habe leider ein kleines Problem und kann meine Synology nicht von extern erreichen. Es liegt wohl am IPv6. Wie muss ich das Modem TC7200U bzw. meinen Router TP-Link WDR4900 einstellen, dass meine Synology DiskStation über die IPv6 Adresse erreichbar ist.

Hier eine Übersicht zu den Einstellmöglichkeiten: https://dl.dropboxusercontent.com/u/590 ... _Modem.pdf

Nach einen großen hin und her habe ich nun den Router TP-Link bei den IPv6 Einstellungen auf Tunnel 6to4 eingestellt. Danach wurde der DS auch eine IPv6-Adresse zugewiesen, was zuvor nicht der Fall war. Leider ist Aber die DS unter dieser Adresse im Format https://[2xx2:xxx:xxx:x:xxxx:xxxx:xxxx:xxxx]:8001 nicht zu erreichen. Kann mir jemand helfen?

Leider habe ich keine Ahnung von Netzwerken und dessen Einrichtung, und somit verstehe ich auch das meiste von IPv6 und IPv4 hier in den Foren nicht :( Aber es muss doch irgendwie möglich sein, dass ich meine DS erreichen kann.

Gruß aus Aachen!

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von atsiz77 » 30.01.2014, 19:48

So wie ich das immer mitlese, sind die meisten auf ein Business Tarif gewechselt, dort bekommt man noch eine ipv4.
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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 31.01.2014, 19:33

atsiz77 hat geschrieben:So wie ich das immer mitlese, sind die meisten auf ein Business Tarif gewechselt, dort bekommt man noch eine ipv4.
Er hat's inzwischen auch per IPv6 hinbekommen, was bei einem NAS auch meist überhaupt kein Problem ist.

Wir haben das per eMail geregelt :)

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von atsiz77 » 31.01.2014, 20:04

Das hört sich ja super an, dann bin ich beruhigt und kannst beruhigt meine DS kaufen.

Kannst mir aber auch gerne bei der Einrichtung helfen, wenn ich das selber nicht hinbekomme mit ipv6 ;)
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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 31.01.2014, 23:08

atsiz77 hat geschrieben:Das hört sich ja super an, dann bin ich beruhigt und kannst beruhigt meine DS kaufen.

Kannst mir aber auch gerne bei der Einrichtung helfen, wenn ich das selber nicht hinbekomme mit ipv6 ;)
Man muß das Problem in zwei Teil-Aspekte zerlegen:
  • Das Heimnetz zumindest soweit IPv6-tauglich zu machen und zu halten, daß ein Zugriff von außen auch über IPv6 gelingen kann.
    Das ist in der Regel - solange wir von gängigen Marken-NAS oder Enigma2-Receiver mit aktuellem Image (z.B. OpenPLi 4.0) reden, gar kein Problem.
    Der eigentliche Zugriff über IPv6 erfolgt fast genauso wie über IPv4, nur daß er unterm Strich betrachtet sogar einfacher zu bewerkstelligen ist.
  • Außerhalb muß auch IPv6 verfügbar sein.
    Das ist das eigentliche Problem, denn immer noch sind die meisten Internet-Anschlüsse für Privatkunden in Deutschland in der Form kastriert, daß sie auf IPv4-only beschränkt sind.
    Die Provider wurden übrigens durchaus schon seit Jahren von informierten Kunden dazu befragt, wann sie endlich gedenken, Dual Stack einzuführen ... aber damals wäre es ja noch rechtzeitig für einen fließenden Übergang gewesen ...

    Ironischer Weise gilt das auch für die Bestandskundenanschlüsse derselben Provider, die Neukunden DS-lite schalten, also Unitymedia, KabelBW, Kabel Deutschland, ...
    Auch der Internetzugang über Mobilfunk ist davon betroffen, dort hat man sogar nur IPv4-only mit CGN.

    Dieses Problem ist durchaus ebenfalls lösbar. Wenn der IPv4-only-Anschluß über eine Fritz!Box oder einen anderen brauchbaren Router läuft, kann man den gesamten Anschluß über einen kostenlosen Tunnel (SixXS, Hurricane Electric/Tunnelbroker) zu einem Anschluß mit "Dual Stack" aufwerten, mit dem man dann das gesamte Internet erreichen kann, inkl. z.B. dem NAS an einem DS-lite-Anschluß.
    Auch auf einem Androiden ist so ein Tunnel einfach einzurichten.

    Es gibt aber durchaus auch einige Problemfälle, wo das nicht gelingen wird:
    Vaderphone's ComplicatedBox z.B. kann gar kein IPv6, geschweige denn 6in4-/6to4-Tunnel (Und das, wo an einem Vaderphone-DSL-Anschluß technisch sogar 6rd zur Verfügung stünde, wenn es der Router kann ...); auch diverse und immer noch verkloppte Schrottrouter können kein IPv6; auf diesen Dingern, die Apple als Smartphones bezeichnet ist ebenfalls kein Tunnel einrichtbar und am Arbeitsplatz kann man i.d.R. die IT-Abteilung auch nicht so einfach dazu animieren, endlich IPv6 bereit zu stellen, wenn sie es noch nicht getan hat.
Sprich:
Der zweite Punkt entscheidet, ob der Zugriff auf's Heimnetz mit etwas Eingewöhnung ganz einfach zu bewerkstelligen ist oder ob er zur Qual wird.

Wer Androiden nutzt, im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis nur hochwertige Router vorfindet und entweder bei der Arbeit gar nicht ins Internet kann/darf oder dort eine aufgeweckte IT-Abteilung hat, wird vor keine ernsthaften Schwierigkeiten gestellt.
Währenddessen werden sich andere fragen, wie das alles jemals funktionieren soll, wenn man vor einen technologischem Scherbenhaufen aus Edlink-, TP-Link- und Weißdergeierwasfürmüll-Routern, eiFons und der üblichen inkompetenten IT-Abteilung (Bestehend aus dem Neffen vom Chef) gestellt wird.
Receiver/TV:
  • Vu+ Duo² 4xS2+2xC / OpenATV 6.1@Samsung 50" Plasma
  • AX Quadbox HD2400 2xS2+2xC / OpenATV 6.1@Samsung 32" TFT
  • 2xVu+ Solo² / OpenATV 6.1
  • DVBSky S2-Twin PCIe@SyncMaster T240HD (PC)
  • TechniSat SkyStar HD2@17" (2.PC)
Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Superchic, SCT 10, HD-, Sky
Fon: VF Komfort-Classic (ISDN), 2xFritz!Fon C4+Siedle DoorCom Analog@F!B 7390
Internet: UM 1play 100 / Cisco EPC3212+Linksys WRT1900ACS / IPv4 (UM) + IPv6 (HE)
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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 04.02.2014, 11:05

Darf ich mich mal hier mit einer OT-Frage anhängen? Völlig OT...

Ich hatte in den letzten Tagen Probleme mit zwei TP-Link-Switches. Am ersten, einem 5-Port, schaffte mein NAS eine DL-Rate von ungefähr 200 kB/s, am zweiten, einem 8-Port, war die DL-Rate völlig i. O. aber die Verbindung zwischen VU+-Receiver und NAS brach offensichtlich immer zusammen, so dass ich bei der Wiedergabe von Videos ständig die "Eieruhr" sah. Mit einem anderen Switch von D-Link funktionierte gestern Abend wieder alles einwandfrei.
Da du, SpaceRat, gerade über den technologischen Scherbenhaufen sprachst und dabei explizit TP-Link genannt hast, wollte ich fragen, ob du Alternativen nennen kannst, die besser funktionieren. Für den Hausgebrauch. Kleines Netz aus Fritzbox 6320, einem Switch am Schreibtisch für Rechner, Drucker und NAS1, weiterer Switch im WZ für SAT, Sonos, NAS2 und gelegentlich mal einem Laptop. Außerdem hängt noch der WLAN-Accesspoint (auch von TP-Link :wand:) an diesem Switch, weil das WLAN der Fritzbox ausgeschaltet ist.

Grüße
Marco

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Knifte » 04.02.2014, 12:04

Auch wenn du explizit SpaceRat gefragt hast, antworte ich mal.

Die Vu+-Boxen scheinen teilweise Probleme mit den Billg-Switches von TP-Link zu haben. Ich habe hier noch einen, wo es keine Probleme gibt.

Alternative ist z.B. der Netgear Prosafe GS108E-100PES
Viele Grüße

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 04.02.2014, 12:40

Nicht nur die VU+-Boxen haben diese Probleme, auch Synology NAS (wie ist eigentlich die Mehrzahl von NAS? :kratz: NASen? :hammer: ). Aber da auch nicht alle.
Ich hätte gar nicht erwartet, dass es da so Kompatibilitätsprobleme gibt. Aber auch hier gilt wohl: you get what you pay for.

Netgear ist besser? Oder muss es gleich Cisco sein?

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Knifte » 04.02.2014, 18:58

Also ich hab hier nen Netgear. Der tuts gut.
Viele Grüße

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 04.02.2014, 20:08

Titus hat geschrieben:Für den Hausgebrauch. Kleines Netz aus Fritzbox 6320, einem Switch am Schreibtisch für Rechner, Drucker und NAS1, weiterer Switch im WZ für SAT, Sonos, NAS2 und gelegentlich mal einem Laptop. Außerdem hängt noch der WLAN-Accesspoint (auch von TP-Link :wand:) an diesem Switch, weil das WLAN der Fritzbox ausgeschaltet ist.
Eigentlich reichen diese Switches für den Hausgebrauch auch völlig.
Ich habe mich vorher lediglich versichert, daß der große Switch die nötige Switching Power hat, um mehrere Gigabit-Verbindungen gleichzeitig durchschalten zu können. Bei den kleinen bin ich mir da nicht so sicher, aber am fest aufgebauten im Wohnzimmer hängen auch nur Fast-Ethernet-Geräte (Also 100 MBit/s), da spielt das keine so große Rolle. Man muß ja auch mal die Kirche im Dorf lassen können.

Was diese Switches allesamt nicht haben ist IGMP Snooping und das kann in bestimmten Einsatzfällen zum Problem werden:
Innerhalb einer Kollisionsdomäne werden Multicasts normalerweise an alle Geräte verteilt. Befindet sich nun in der Kollisionsdomäne ein Gerät, welches diese mit Multicasts flutet, dann beeinträchtigt das die Leistung des gesamten Netzwerkes. Mit IGMP Snooping werden Multicast-Gruppen gebildet, so daß nur noch die Geräte Multicasts erhalten, die der entsprechenden Multicast-Gruppe beigetreten sind.

Multicasts treten ganz normal in jedem Netzwerk auf, aber z.B. bei der Verwendung von IPTV können es so viele werden, daß das Netzwerk damit förmlich erschlagen wird. An einem Telekom IPTV-Anschluß (Also Entertain) sollte man also schon darauf achten, daß IGMP Snooping beherrscht wird.

Es wäre auch bei Dir möglich, daß Du ein Gerät hast, welches das Netzwerk mit Multicasts flutet, z.B. die NAS, je nachdem, was da so alles drauf installiert ist.

Die erwähnten Netgear ProSafePlus-Switches sind "ein bißchen administrierbar", von daher wäre es schon möglich, daß die ein bißchen mehr tun, als nur stupide durchzuschalten und damit den Übeltäter entsprechend stoppen.
Bevor Du jetzt mit Kanonen (Administrierbaren Switches, dann aber nicht von TP-Link) auf Spatzen schießt, würde es ich durchaus mal mit denen versuchen.
Zuletzt geändert von SpaceRat am 05.02.2014, 00:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 04.02.2014, 20:41

Halleluja...jetzt bin ich komplett verwirrt. Netzwerke und deren Technik sind nicht so meine Stärke...

Ich wollte momentan gar nicht schießen, da es derzeit läuft. Ich wollte nur schonmal Meinungen hören, wenn es mal wieder nicht klappt. Dann möchte ich schnell handlungsfähig sein...

Grüße
Marco

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 04.02.2014, 22:04

Titus hat geschrieben:Halleluja...jetzt bin ich komplett verwirrt. Netzwerke und deren Technik sind nicht so meine Stärke...

Ich wollte momentan gar nicht schießen, da es derzeit läuft. Ich wollte nur schonmal Meinungen hören, wenn es mal wieder nicht klappt. Dann möchte ich schnell handlungsfähig sein...
Dann versuche es dann erst einmal mit so einem Netgear ProSafe ...

Von einem Cisco-Gerät hättest Du wohl auch erst dann einen Vorteil, wenn Du richtig tief in die Tasche greifst und einen "managed switch" kaufst.

Günstiger fährst Du in dem Fall allerdings mit z.B. diesem LANCOM-Switch.

Erstens sicherst Du damit Arbeitsplätze in Deutschland

Code: Alles auswählen

LANCOM Systems GmbH
Adenauerstraße 20 / B2
52146 Würselen
Deutschland
und zweitens ist davon auszugehen, daß Geräte von Cisco und Juniper NSA-verpestet (Eingebauter Vollzugriff per Backdoor) sind.

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 05.02.2014, 19:45

Jau, den Lancom lege ich mir im nächsten Leben zu, wenn ich mein eigenes Rechenzentrum aufbaue :brüll:

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von gregorrot » 12.02.2014, 08:51

Liebes Forum,

ich bin neu hier und wollte zunächstmal sagen: Respekt vor dem gesammelten Wissen und der allgemeinen Hilfsbereitschaft!!!
Ich bin gerade ein wenig verzweifelt, denn nach unerem Umzug habe ich bedenkenlos einen Vertrag bei Unitymedia abgeschlossen und stelle nun fest, dass ich von außen nicht mehr ohne weiteres auf meine Synology DiskStation zugreifen kann. Nun ganz kurz die Frage, da mir von den vielen verschiedenen Beiträgen hier gewaltig der Kopf dröhnt: Ist es derzeit möglich, mit einem ipv6 / DS-lite account bei Unitymedia und einer TC7200 U das Port-Forwarding so hinzukriegen, dass ich von außen auf den NAS zugreifen kann (mehr brauch ich nicht) oder nicht? Und wenn ja: in welchen Thread / welches Tutorial muss ich mich einlesen? Oder brauch ich zwingend einen zweiten Router, den ich im Bridge hinter meinen TC7200 schalte? Und wenn ja: was für ein Router muss das sein?

Vielen Dank im Voraus,

Gregor

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Knifte » 12.02.2014, 08:59

Ob es aktuell geht, kann ich dir nicht sagen.

Was ich dir sagen kann, ist aber dass es über IPv4 von aussen definitiv nicht gehen wird. Die Geräte, mit denen du auf deine Synology zugreifen willst, müssen also auf jeden Fall irgendwie einen IPv6-Zugang bekommen.

Die Sache mit den Portweiterleitungen wird nicht funktionieren, da das alles noch aus der IPv4-Zeit stammt und du mit DSlite unterwegs bist, was bedeutet, dass du von aussen nicht via IPv4 erreichbar bist.

Guck dir mal die Threads von SpaceRat an:

http://www.unitymediakabelbwforum.de/vi ... 53&t=24781
http://www.unitymediakabelbwforum.de/vi ... 53&t=25148

Da sollte eigentlich alles erklärt werden.
Viele Grüße

Knifte
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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 12.02.2014, 08:59

Hallo Gregor,

schau mal in diesen Thread/Workshop. Da sollte alles Nötige beschrieben sein.
Viel Erfolg!

Marco

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 12.02.2014, 09:05

Knifte hat geschrieben: Was ich dir sagen kann, ist aber dass es über IPv4 von aussen definitiv nicht gehen wird. Die Geräte, mit denen du auf deine Synology zugreifen willst, müssen also auf jeden Fall irgendwie einen IPv6-Zugang bekommen.
Ich weiß, dass ich mich jetzt auf dünnes Eis begebe, wenn ich wie ein Blinder über Farbe spreche, möchte hier aber trotzdem widersprechen.
IMHO hätte es heißen müssen "...dass es über IPv4 von außen ohne Umwege nicht gehen wird...". Ich habe derzeit ja dasselbe Problem, allerdings mit einer Fritzbox. Und wenn ich das alles richtig verstanden habe, was ich in den letzten Tagen so gelesen habe, könnte feste-ip.net die Lösung sein. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man die Geräte hinter der Fritzbox, also hier die DS, von außen über ihre v6-Adresse erreichen kann. Daran scheitere ich momentan und weiß nicht so recht, warum.
Sollte ich falsch liegen mit meiner Meinung, würde ich mich über eine Richtigstellung sehr freuen.

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Knifte » 12.02.2014, 09:26

So richtig die Ahnung davon habe ich ja auch nicht. Bisher habe ich die ganzen Tipps von SpaceRat immer so verstanden, dass man die ganze Kette IPv6-tauglich machen muss. Hier sind es insbesondere die mobilen Endgeräte, die meist nur über IPv4 angebunden werden.
Viele Grüße

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 12.02.2014, 09:34

Knifte hat geschrieben:Hier sind es insbesondere die mobilen Endgeräte, die meist nur über IPv4 angebunden werden.
Naja, gibt ja auch noch genug Provider, die sich v6 verwehren.
Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es zwei Wege. Grundsätzlich müssen die Geräte aus dem Heimnetz nach außen gebracht werden. Anschließend kann man, wenn man will, die kryptische URL über z. B. afraid.org loswerden. Dann sind die Geräte, so sie das selber können, von außen über v6 erreichbar.
Um sie auch aus v4-Netzen, z. B. Mobilnetzen, erreichen zu können, gibt's dann wohl zwei Wege:
- über einen 6to4-Tunnel z. B. über sixxs (darüber habe ich schon meine Fritzbox vom Android-Smartphone erreicht)
- oder eine feste v4-Adresse bei z. B. feste-ip.net einrichten (so weit bin ich leider noch nicht, da ich meine Geräte derzeit nicht mal über die kryptische URL erreiche)

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von gregorrot » 12.02.2014, 10:12

OK, vielen lieben Dank. Ich wollte nur wissen, ob es überhaupt ein Licht am Ende des Tunnels gibt, bevor ich mich in den ipv6-Irrgarten begebe. Aber da ich auf den Zugang durch mobile Endgeräte notfalls verzichten kann, sollte es grundsätzlich die Möglichkeit geben, von einem privaten Linux-Rechner aus auf meine Synology DS zuzugreifen, richtig? Ich muss "nur" ipv6 verstehen lernen und direkt über ipv6 ansprechen. ... brauche ich dafür dann noch einen zusätzlichen (besseren) Router als den TC7200?

LG Gregor

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 12.02.2014, 10:49

Titus hat geschrieben:
Knifte hat geschrieben:Hier sind es insbesondere die mobilen Endgeräte, die meist nur über IPv4 angebunden werden.
Naja, gibt ja auch noch genug Provider, die sich v6 verwehren.
An einem stationären Privatkundenanschluß mit IPv4-only, also z.B. DSL- oder Bestandskunden-Kabel-Internet, ist es aber in aller Regel kein Problem, IPv6 über einen Tunnel zu realisieren.

AVM hat einen Marktanteil von weit über 50%, d.h. da brauchen die meisten Nutzer wirklich nur eben IPv6 einschalten, an neuen Telekom-AllIP-Anschlüssen war's das (Die Telekom schaltet AllIP mit Dual Stack), an Vodafone-Anschlüssen würde ein 6rd-Tunnel automatisch gefunden werden und der Rest trägt eben einen SixXS- oder "Hurricane Electric/Tunnelbroker"-Tunnel ein, das sind 5 Minuten Aufwand.

Knifte hat zwar keinen AVM-Router, aber auch sein Asus-Router kann IPv6, besagter Knopfdruck würde bei ihm zumindest bei der Telekom reichen, 6rd kann er vielleicht nicht, aber auch er kann einen "Hurricane Electric"-Tunnel nutzen und tut das auch. Sollte auch nur 5 Minuten kosten, vielleicht 10. Das Gleiche gilt dann analog für aktuelle D-Link-Router ...

Im Großen und Ganzen sind hier also die wenigsten Probleme zu erwarten.

Die mobilen Endgeräte hat er also wohl deshalb erwähnt, weil hier - neben dem Internet am Arbeitsplatz - die Probleme am größten sind:
Für Apple-Kram gibt es keine einfache Lösung, für Windows Phones ist mir auch keine bekannt, nur gerootete Androiden lösen das Problem einfach und effizient.

Titus hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es zwei Wege. Grundsätzlich müssen die Geräte aus dem Heimnetz nach außen gebracht werden.
Korrekt und zwar per IPv6.
Titus hat geschrieben:Anschließend kann man, wenn man will, die kryptische URL über z. B. afraid.org loswerden.
Die kryptische URL ist ein AVM-Schmankerl:
AVMs MyFritz! dient einfach als DynDNS für IPv6, nur daß eben die Hostnames nicht so schön kurz sind wie bei den üblichen DynDNS-Anbietern, wo sie z.B. "titus.mooo.com", "titus.dyndns-at-home.com" o.ä. lauten würden. Dafür funktioniert es aber automagisch und ohne extra Tools auf jedem Gerät installieren zu müssen, das über einen IPv6-DynDNS-Host verfügen soll.
Und den einzigen Nachteil, also den kryptischen Hostname, kann man problemlos über einen kürzeren und wartungsfreien (d.h. einmal angelegt muß man ihn nie wieder anfassen) CNAME z.B. von freedns.afraid.org beseitigen ...

Wer keine Fritz!Box und damit kein MyFritz! hat, muß auf klassische Weise DynDNS-Updates machen, d.h. dann eben auf jedem Gerät, das einen DynDNS-Host kriegen soll muß erst inadyn-mt o.ä. installiert, regelmäßig auf IP-Wechsel geprüft und dann der DynDNS-Host aktualisiert werden.
Das geht auch, ist aber ungleich aufwendiger als die MyFritz!-Lösung.
Titus hat geschrieben:Dann sind die Geräte, so sie das selber können, von außen über v6 erreichbar.
Richtig. Wobei so ein DynDNS-Host dabei genau wie bei IPv4 einfach nur eine Erleichterung darstellt. Auch ohne den DynDNS-Host könnte man direkt über die IPv6-Adresse auf die Geräte zugreifen. Aber wer will sich IP-Adressen merken, vor allem, wenn sich diese gelegentlich ändern?
Titus hat geschrieben:Um sie auch aus v4-Netzen, z. B. Mobilnetzen, erreichen zu können, gibt's dann wohl zwei Wege:
- über einen 6to4-Tunnel z. B. über sixxs (darüber habe ich schon meine Fritzbox vom Android-Smartphone erreicht)
- oder eine feste v4-Adresse bei z. B. feste-ip.net einrichten (so weit bin ich leider noch nicht, da ich meine Geräte derzeit nicht mal über die kryptische URL erreiche)
Korrekt beschrieben.
Wobei eben in beiden Fällen Dein Heimnetz über IPv6 erreicht wird, nur daß in zweiterem Fall feste-ip.net diesen Teil für Dich übernimmt, selber aber auch per IPv4 erreicht werden kann.

Die beiden Wege unterscheiden sich also gar nicht so gewaltig:
Beim Tunnel baut das Endgerät eine Verbindung über IPv4 zu einem Tunnelanbieter auf und über diese IPv4-Verbindung wird dann IPv6-Traffic getunnelt, so daß das Endgerät danach direkt selber mit IPv6-Hosts reden kann.
Bei feste-ip.net wird eine Verbindung über IPv4 zu feste-ip.net aufgebaut, die tunneln dann aber eben keinen IPv6-Traffic zwischen sich und dem Endgerät, sondern leiten den IPv4-Traffic nur in Abhängigkeit vom verwendeten und vorkonfigurierten Port an das gewünschte Gerät zuhause weiter.

Beide Lösungen haben Vor- und Nachteile:
Die erste ist umfassender. Hat man ein Endgerät einmal mit IPv6 versorgt, dann kann man danach beliebige Dienste und Server - also nicht nur seine eigenen, sondern z.B. auch die vom Bekannten/Verwandten/... - über IPv6 nutzen. Der Nachteil ist, daß das nicht auf jedem Endgerät so einfach geht, aber immerhin auf den gängigsten mobilen, also Android.

Die zweite stellt keine Ansprüche an das Endgerät/Startnetz, weil zwischen diesem und feste-ip.net weiter das alte IPv4 verwendet wird, das funktioniert also auch mit einem Apple-Notsosmartphone, Windows Phone oder auch an Arbeitsplätzen in Firmen mit kompetenzunbelasteter IT. Dafür funktioniert es auf der anderen Seite nur mit solchen Diensten, die man entsprechend vorbereitet (= bei feste-ip.net eingerichtet) hat und die Anzahl dieser Dienste bestimmt den Preis ...
D.h. ich kann dann z.B. mein heimisches NAS auch über IPv4 erreichen, aber nicht das vom Cousin usw., es sei denn, ich richte für den auch einen entsprechenden Dienst ein und bezahle dafür ...

Meine Präferenz ist klar:
Wann immer möglich, würde ich das Startnetz IPv6-tauglich machen, da das eh die natürliche Entwicklung ist. D.h. mit voranschreitender Zeit wird man das in immer weniger Startnetzen machen müssen (d.h. man kann den Tunnel dort ab- und auf natives IPv6 umschalten), aber immer mehr Zielnetze nur per IPv6 erreichen können.
Einschränkung dabei ist natürlich, daß die Anzahl der Startnetze beherrschbar ist, also z.B. eine knappe Handvoll eigener Smartphones/Tablets und eine ebenso große Anzahl von Heimnetzen bei Bekannten/Verwandten. Mehr wird man wohl kaum leisten können/wollen.

Die Alternative ist rückwärtsgewandt: Sie funktioniert zwar einwandfrei für die konfigurierten Dienste, aber je mehr Anschlüsse auf DS-lite geschaltet werden (M-Net, Unitymedia, KabelBW, Kabel Deutschland, Glasfaser Deutschland und bei NetCologne ist es abzusehen, daß die es auch irgendwann tun werden müssen), desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß ich auch auf fremde Dienste/Server per IPv6 zugreifen können will/muß, für die man wohl kaum jeweils eine feste-ip.net-Weiterleitung aus eigener Tasche bezahlen will ..
Die Daseinsberechtigung dieses Dienstes liegt also für meine Begriffe in solchen Diensten, die für mich ultimativ wichtig sind (z.B.: Ich will vom Arbeitsplatz unbedingt auf meine Unterlagen auf dem NAS zuhause zugreifen können), bei gleichzeitiger Unmöglichkeit, dies über einen 6in4-Tunnel zu tun (Firmen-IT spielt nicht mit).
Außerdem macht es Sinn, wenn ich aus einer kaum beherrschbaren Menge an Startnetzen (A la ständig wechselnde Internet-Cafes, Arbeitsplätze bei wechselnden Kunden, ...) auf das IPv6-/DS-lite-Zielnetz zugreifen können will/muß.

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von Titus » 12.02.2014, 11:01

Ich hätt's besser nicht ausdrücken können. Hätte ich wirklich nicht :hirnbump:

Aber ich bin froh, dass ich so langsam, ganz langsaaaaam anfange, das zu kapieren. :kratz:

Nochmals vielen Dank für deine Mühe und Gedul hier und an anderer Stelle :super:

Ich habe auch was gelernt: Unitymedia ist doof, weil sie nur DS lite anbieten. Die meisten anderen Anbieter sind noch doofer, weil sie sich IPv6 fast komplett verweigern.

"kompetenzunbelastet" würde ich übrigens zum Wort des Jahres wählen :D

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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 12.02.2014, 11:18

gregorrot hat geschrieben:OK, vielen lieben Dank. Ich wollte nur wissen, ob es überhaupt ein Licht am Ende des Tunnels gibt, bevor ich mich in den ipv6-Irrgarten begebe. Aber da ich auf den Zugang durch mobile Endgeräte notfalls verzichten kann, sollte es grundsätzlich die Möglichkeit geben, von einem privaten Linux-Rechner aus auf meine Synology DS zuzugreifen, richtig?
Richtig und zwar problemlos.
gregorrot hat geschrieben:Ich muss "nur" ipv6 verstehen lernen und direkt über ipv6 ansprechen. ...
Auch richtig.
Als größtes Problem sehe ich im Moment, daß die Leute eher zu kompliziert denken. D.h. sie übernehmen komplizierte Denkmuster von IPv4 und stehen sich damit selber im Weg.
IPv6 funktioniert an sich nicht anders als IPv4 auch, nur daß es bei IPv6 genug Adressen gibt, um wirklich alle Geräte direkt ansprechen zu können.

Beispiel:
Du hast einen NAS mit der lokalen IPv4-Adresse 192.168.0.10, extern hast Du momentan die IPv4-Adresse 170.123.45.67 (Und nur die ist aus dem Internet erreichbar). Wenn Du nun den NAS per IPv4 erreichen willst, dann mußt Du ja erst einmal dem Rechner, der die öffentliche IPv4 hat (Also dem Router), mitteilen, daß Traffic z.B. auf Port 443 ans NAS gehen soll (Portweiterleitung). Schließt Du einen zweiten NAS an (lokal 192.168.0.11), dann wird's noch komplizierter: Da der Port 443 schon verheizt ist, mußt Du diesmal einen anderen Port weiterleiten, also z.B. 444.
Extern erreichst Du also NAS1 über 170.123.45.67:443, NAS2 über 170.123.45.67:444, während intern NAS1 aber die 192.168.0.10:443 ist und NAS2 die 192.168.0.11:443 ...
Anpingen kannst Du extern
ping 170.123.45.67
keinen davon, denn die Pings beantwortet ja der Router, der eigentlicher Besitzer der IPv4-Adresse 170.123.45.67 ist ...

In Wirklichkeit ist das doch verwirrend und so gedacht war es ursprünglich auch nicht ...


Selbe Situation mit IPv6:
Der Router erhält das Präfix (Subnet) 2a02:908:abcd:ff00::/57, er selber schnappt sich das erste Subnet daraus, also 2a02:908:abcd:ff00::/64. Dieses Subnet teilt er im LAN mit und die Geräte bestimmen sich daraus ihre IPv6-Adresse:
NAS1 die 2a02:908:abcd:ff00:290:9bff:fe27:18da und NAS2 die 2a02:908:abcd:ff00:290:9bff:fe38:54b9. Diese Adressen sind lang und kaum zu merken, das war es dann aber auch mit den Problemen.
NAS1 ist jetzt nämlich von überall unter 2a02:908:abcd:ff00:290:9bff:fe27:18da zu erreichen und NAS2 entsprechend von überall unter 2a02:908:abcd:ff00:290:9bff:fe38:54b9.
Wenn Du NAS2 anpingst (Egal ob aus Timbuktu oder aus dem Heimnetz!)
ping [2a02:908:abcd:ff00:290:9bff:fe38:54b9]
dann antwortet auch wirklich NAS2 und nicht NAS1, der Router oder sonstwer.
Greifst Du auf [2a02:908:abcd:ff00:290:9bff:fe27:18da]:443 zu, dann ist sicher, daß da NAS1 reagiert und nicht NAS2, wie es passieren würde, wenn Du bei dem NAT-Geraffel mal versehentlich die Ports verwechselst.

Ein künstlich gemachtes Problem ist das dynamische Präfix, denn nach x Tagen wird Dir Unitymedia ein anderes Präfix zuteilen, also z.B. 2a02:908:ab90:ff00::, womit auch alle Geräte auf einmal neue Adressen kriegen ...
Das ist aber kein Problem von IPv6, denn gedacht war das so auch nicht. Dieses Problem verdanken wir unseren deutschen "Datenschutz"-Spinnern.
Die NSA oder einen Abmahnanwalt juckt das dynamische Präfix nicht, die lassen sich einfach von Unitymedia mitteilen, welcher Kunde hinter dem Präfix steckt, für die steht da also effektiv gar kein ständig wechselndes Präfix sondern immer nur gregorrot::/64 ...
gregorrot hat geschrieben:brauche ich dafür dann noch einen zusätzlichen (besseren) Router als den TC7200?
Du kannst das TC7200 leider nicht durch einen eigenen Router ersetzen/ergänzen, weil das TC7200 weder Bridge-Modus noch Prefix Delegation beherrscht.
Einzige Alternative wäre also die Fritz!Box 6360, die Du kriegst, wenn Du "Telefon Komfort" für 5 EUR/mtl. dazubuchst.

Durch den eingebauten IPv6-fähigen DynDNS-Dienst "MyFritz!" macht IPv6 damit mehr Spaß (Du mußt nicht selber auf jedem Gerät einzeln dafür sorgen, daß irgendwelche IPv6-fähige DynDNS-Dienste mit den wechselnden IPs aktualisiert werden, das macht die Box für Dich) und ist sicherer (Das TC7200 hat keine IPv6-Firewall, bzw. Du mußt sie komplett abschalten, sobald Du auf irgendwas zugreifen können willst. Einzelne Geräte oder gar Ports in der IPv6-Firewall freizugeben funktioniert beim TC7200 nicht, es heißt immer "alles oder gar nichts").
Prinzipiell funktioniert es aber auch mit dem TC7200.
Receiver/TV:
  • Vu+ Duo² 4xS2+2xC / OpenATV 6.1@Samsung 50" Plasma
  • AX Quadbox HD2400 2xS2+2xC / OpenATV 6.1@Samsung 32" TFT
  • 2xVu+ Solo² / OpenATV 6.1
  • DVBSky S2-Twin PCIe@SyncMaster T240HD (PC)
  • TechniSat SkyStar HD2@17" (2.PC)
Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Superchic, SCT 10, HD-, Sky
Fon: VF Komfort-Classic (ISDN), 2xFritz!Fon C4+Siedle DoorCom Analog@F!B 7390
Internet: UM 1play 100 / Cisco EPC3212+Linksys WRT1900ACS / IPv4 (UM) + IPv6 (HE)
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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von SpaceRat » 12.02.2014, 12:57

Titus hat geschrieben:Nochmals vielen Dank für deine Mühe und Gedul hier und an anderer Stelle :super:
Bitte bitte.
Titus hat geschrieben:Ich habe auch was gelernt: Unitymedia ist doof, weil sie nur DS lite anbieten. Die meisten anderen Anbieter sind noch doofer, weil sie sich IPv6 fast komplett verweigern.
Nun, sagen wir es so:
DS-lite ist auch doof, aber das geringste realisierbare Übel.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann hätte ich auch ein echtes statisches IPv4-Subnetz /24 und natives IPv6 mit einem statischen /40er Präfix, also Dual-Stack deluxe.
Das reicht dann, um zumindest 254 Geräten eine jeweils eigene öffentliche IPv4-Adresse zuzuweisen, also um auch bei IPv4 ohne das NAT-Gemurkse auszukommen. Denselben 254 Geräten plus einigen Milliarden weiteren könnte ich damit auch eine IPv6-Adresse geben, so daß vorerst alle meine Geräte von überall unter festen IPv4- und IPv6-Adressen erreichbar wären. DynDNS-Geraffel ade.
Jetzt war das Leben aber noch nie ein Streichelzoo und IPv4-Subnetze kriegst Du als Privatkunde nun einmal nicht, mit dem IPv4-NAT hat man also zu leben gelernt. An statische IPs kommt man schon eher, kostet aber auch direkt oder indirekt extra, also haben wir uns auch an DynDNS gewöhnt.

Und weil das Leben eben kein Wunschkonzert ist, betrachten wir einmal nur die realistischen Optionen:
  • Dual Stack - in Deutschland also i.d.R. eine dynamische, öffentlich erreichbare IPv4-Adresse und ein IPv6-Subnet mit - ebenfalls in Deutschland i.d.R. dynamischem - Prefix
    Sicherlich das Optimum und seit Jahren durch aufgeklärte Kunden bei den Providern eingefordert.
    Hierbei kann man in Ruhe migrieren, d.h. IPv6 nutzen wo es geht, wobei man aber auch noch IPv4 mit seinem NAT-Gemurkse als Fallback hat.

    Man ist eingehend wie ausgehend sowohl per IPv4 als auch per IPv6 angebunden.

    Diese Option ist zwar das Optimum, aber leider eben nicht mehr immer zu realisieren. Wachsende Provider wie Unitymedia, KabelBW, M-Net, Glasfaser Deutschland, usw. erhalten keine zusätzlichen IPv4-Adressen mehr, die sie bräuchten, um allen Kunden eine solche zur Verfügung zu stellen.

    Leider nutzen aber auch zu wenige Kunden, die diese Option noch haben, dieses Geschenk, inkl. derer, die selber schon DS-lite genießen durften, also z.B. KabelBW-Kunden nach der Umstellung auf IPv4.
    Da gilt dann wieder die Drei-Affen-Mentalität "nichts hören, nichts sehen, nichts sagen". Am besten wird noch gefragt, ob man jetzt nicht auf dem Rechner das IPv6-Protokoll deaktivieren kann ...

    Tatsache ist aber: Das Netz wird in den nächsten Jahren auf IPv6 migrieren müssen, d.h. dem, dem jetzt noch DS-lite erspart geblieben ist, sollte das zumindest Beweis genug sein, daß es jetzt eigentlich schon 5 nach 12 ist, um damit anzufangen sich mit IPv6 zu beschäftigen.
    Auch die, an denen der Kelch DS-lite jetzt noch vorbeigezogen ist, werden kurz- oder mittelfristig wieder damit konfrontiert werden, entweder indem sie doch wieder DS-lite kriegen oder aber indem sie einen IPv6-/DS-lite-Server erreichen können wollen oder gar müssen.
  • DS-lite oder auch "Dual Stack lite", also ein IPv6-Subnet mit - i.d.R. dynamischem - Prefix, für IPv4 allerdings nur eine nicht öffentlich erreichbare IPv4 aus einem CGN-Pool (CGN = Carrier Grade NAT)
    Dies ist aus technischer Sicht die zweitbeste Option.

    Der einzige Unterschied zu "Dual Stack" ist eben, daß man von außen nicht mehr unter "seiner" IPv4-Adresse erreicht werden kann, da es eben nicht mehr die IPv4 des Kundenanschlusses ist, sondern einer ganzen Gruppe von Kunden, die sich diese wiederum per NAT teilen müssen.

    Ausgehend kann man aber das gesamte Internet erreichen, egal ob per IPv4 oder IPv6 und auch eingehend ist man zumindest über IPv6 erreichbar.

    An einer Lösung für eingehende IPv4-Verbindungen wird übrigens auch gearbeitet. Sie nennt sich PCP (Port Control Protocol) und würde es dem Kunden erlauben, Ports im CGN des Providers auf den eigenen Router zu lenken und somit auch wieder per IPv4 freigeben zu können.
    Wie das funktionieren soll (PCP ist noch nicht fertig definiert) weiß ich nicht, denn immerhin kann jeder Port auf einer einzelnen Adresse nur ein einziges Mal verwendet und damit weitergeleitet werden, es muß also ein Handling für den Fall geben, daß mehrere Kunden gerne denselben Port nutzen möchten. Wenn's übel kommt, wird der dynamisch ausgehandelt, müßte also mit einem ähnlichen Mechanismus nach außen hin kommuniziert werden wie jetzt schon die dynamische IPv4-Adresse per DynDNS.
    PCP wird also aller Voraussicht nach kaum mehr werden als eine letzte Gnadenfrist während der unumgänglichen Migration auf IPv6.

    Daß erst jetzt und auch überhaupt an PCP gearbeitet wird ist ja auch schon nur der verschleppten Migration zu verdanken, denn wenn wir vor einigen Jahren schon alle Dual Stack gehabt hätten, würde DS lite jetzt weit weniger Leute erschrecken, da sie ja genug Zeit gehabt hätten, für den Zugriff von außen auf IPv6 umzustellen.
  • IPv6-only mit/ohne NAT64
    Bei dieser Anbindung erhält man gar keine IPv4-Adresse mehr.

    IPv4-Server und Dienste sind nur noch per NAT64 erreichbar, indem IPv4-Adressen in eine spezielle IPv6-Adresse im Subnet 64:ff9b::/64 umgeformt werden. Aus 172.168.10.5 würde z.B. 64:ff9b::172.168.10.5 bzw. 64:ff9b::aca8:0a05 (Das ist dieselbe Adresse, nur daß 172.168.10.5 hexadezimal geschrieben wurde).
    Im Netzwerk muß sich dafür auch ein NAT64-Router befinden, welcher über IPv4-Anbindung verfügt (Also z.B. beim Provider). Dieser nimmt dann alle Pakete für Zieladressen aus dem Bereich 64:ff9b::/64 an und leitet sie per IPv4 an den wieder aus der Adresse rausgedröselten IPv4-Host weiter.

    Das ganze ergänzt man dann um einen DNS64-Server:
    Ein DNS64-Server löst wie ein ganz normaler DNS-Server Hostnames in AAAA-Records (IPv6-Adressen) auf, wenn der angefragte Host einen solchen hat. Abweichend von einem normalen DNS wird er für einen Host der nur einen A-Record hat (Also nur eine IPv4-Adresse) aber nicht diesen zurückgeben, sondern einen AAAA-Record mit der oben beschriebenen speziellen Adresse 64:ff9b::<IPv4>.

    Prinzipiell ist das eine supersaubere Lösung, denn damit kann das Netzwerk komplett auf IPv6 umgestellt und IPv4 sogar abgeschaltet werden.
    Praktisch gibt es aber das Problem, daß das natürlich nur für Programme funktioniert, die überhaupt IPv6 können. eMule z.B. kann gar kein IPv6, würde also überhaupt nicht mehr verbinden können.
    Es behebt also nur das Problem fehlender IPv6-Konnektivität eines Zielhosts, aber nicht das Problem fehlenden IPv6-Supports in der Anwendung.

    Bei einem "normalen" Internet-Anschluß ist das nicht wirklich gangbar, denn dafür gibt es derzeit noch zu viele Programme und Dienste, die nur mit IPv4 arbeiten. D.h. man müßte eine NAT64-Umsetzung in den Kundenrouter implementieren, so daß dessen Heimnetz lokal weiterhin IPv4 zur Verfügung hat. Damit wäre aber gegenüber einem CGN nichts gewonnen.

    Enthusiasten "beschränken" sich aber gerne selber auf NAT64, denn wenn mit NAT64 alles funktioniert hat man die Garantie, daß das LAN perfekt mit IPv6 funktioniert (Denn etwas anders steht ja nicht zur Verfügung).
    Auch in einem Firmennetzwerk kann NAT64 Sinn machen, da die zu verwendenden Anwendungen überschaubar und beeinflußbar sind. Dadurch, daß im Intranet auch nicht mehr mit zwei Adressfamilien hantiert werden muß, kann der administrative Aufwand sogar sinken.

    Ohne NAT64 hätte so ein IPv6-Netzwerk schlichtweg gar keine Möglichkeit mehr, mit IPv4-only-Hosts zu "reden".
  • IPv4-only mit öffentlich erreichbarer IPv4-Adresse
    Aus technischer Sicht ist dies die zweitschlechteste Lösung, weil nur mit einem Teil des Internets kommuniziert werden kann, nämlich nur mit dem, der noch IPv4 kann, nicht aber z.B. mit IPv6-only- oder DS-lite-angebundenen Hosts.
    Im Feld wird das nur noch nicht als so schlimm empfunden, weil der überwiegende Teil des Internets eben noch per IPv4 erreicht werden kann.
    In Wirklichkeit sind aber die Probleme der DS-lite-Kunden eigentlich die Probleme der IPv4-only-Kunden!

    Was diesen Anschluß aber praktisch aufwertet ist die Tatsache, daß man ihn ganz einfach durch Einrichten eines 6in4-, 6rd- oder 6to4-Tunnels zum Dual-Stack-Anschluß aufwerten kann.
  • IPv4-only mit CGN (Carrier Grade NAT)
    Dies ist die denkbar schlechteste aller Lösungen.

    Der Kunde erhält nur IPv4 und diese IPv4 kann dann nicht einmal mehr von außen erreicht werden.
    Von einem solchen Anschluß läßt sich schon ausgehend nur eine Teilmenge des Internets erreichen und eingehend ist man komplett unerreichbar.

    Das ist die Anschlußart, die man bei UMTS/LTE geboten kriegt ...
    Prinzipiell hätten auch die "Festnetz"-Provider, die sich für DS-lite entschieden haben, diese Möglichkeit - als einzig wirklich realisierbare Alternative zu DS-lite - der Anbindung wählen können!

    Man kann zwar auch bei dieser Anbindung einen Tunnel nutzen - sonst würde der SixXS-Tunnel via androiccu auf dem Android ja auch nicht funktionieren - allerdings ist der Overhead hierbei erheblich größer. Außerdem funktioniert nur eine Teilmenge der Tunnel-Lösungen, da z.B. 6in4 eine öffentlich erreichbare IPv4-Adresse erfordern würde.
Titus hat geschrieben:"kompetenzunbelastet" würde ich übrigens zum Wort des Jahres wählen :D
:D
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  • AX Quadbox HD2400 2xS2+2xC / OpenATV 6.1@Samsung 32" TFT
  • 2xVu+ Solo² / OpenATV 6.1
  • DVBSky S2-Twin PCIe@SyncMaster T240HD (PC)
  • TechniSat SkyStar HD2@17" (2.PC)
Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Superchic, SCT 10, HD-, Sky
Fon: VF Komfort-Classic (ISDN), 2xFritz!Fon C4+Siedle DoorCom Analog@F!B 7390
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Re: IPv6 und Synology

Beitrag von gregorrot » 12.02.2014, 16:45

SpaceRat hat geschrieben:(Das TC7200 hat keine IPv6-Firewall, bzw. Du mußt sie komplett abschalten, sobald Du auf irgendwas zugreifen können willst. Einzelne Geräte oder gar Ports in der IPv6-Firewall freizugeben funktioniert beim TC7200 nicht, es heißt immer "alles oder gar nichts").
Prinzipiell funktioniert es aber auch mit dem TC7200.
Hmmm... und gibt es eine Möglichkeit, die fehlende Firewall dann softwareseitig zu ersetzen? Vermutlich nicht, oder zumindest nicht vernünftig, oder?

LG GR

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