IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von Knifte » 25.07.2013, 09:37

Zum Thema ISDN:

ISDN war aber in Deutschland auch nie wirklich der Standard. Also die ISDN-Funktionalität war immer ein Zusatzfeature, was m.E. erst durch die Verbreitung der FritzBoxen mit ISDN-Funktion in den Privathaushalten richtig angekommen ist.

Meines Wissnes sind auch die FritzBoxen im Wesentlichen die einzige Modem/Router-Kombination, welche die ISDN-Funktionalität überhaupt anbietet.

Insofern finde ich diesen Kritikpunkt ausnahmsweise mal ungerechtfertigt, weil UM reine Modems verteilt, die halt nur einen analogen Telefonanschluss bieten (was ja trotzdem in Deutschland noch Standard sein dürfte).

Und alle die dann trotzdem Ihre ISDN-Telefone weiternutzen wollen - so wie ich - ist dann die einzige Möglichkeit eine "alte" FritzBox als Telefonanlage zu betreiben. So mache ich es mit meiner 7170, die aber ausser der Telefonzentrale auch keinen weiteren Nutzen mehr hat, also ins Netzwerk nur für die SIP-Telefonie eingebunden ist.
Viele Grüße

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von SpaceRat » 25.07.2013, 09:48

Knifte hat geschrieben:Naja, dafür dürften die aber momentan einen erheblichen Mehraufwand im Support haben, weil gewisse Dinge nicht so funktionieren, wie man Sie von den bekannten DSL-Providern kennt.
Man muß es klarer sagen:
Die so erzwungenen Topologien widersprechen den Regeln der Technik.

"Anders" heißt ja noch nicht, daß es "schlechter" oder "falsch" wäre, aber so wie es jetzt ist, ist es eben das: Falsch.

Ich überlege gerade wirklich einigermaßen verzweifelt, wie man damit einen halbwegs ordentlichen Aufbau hinkriegen soll, bei dem z.B. eine nachgeschaltete Fritte wirklich der Router ist.

Den analogen Telefonausgang oder den S0 der Zugangshardware kann man ja auch so in die Fritte einspeisen (Wenn man keine VoIP-only-Fritte hat ...), dann sieht das für die eigentliche Fritte wie ein Festnetzanschluß aus.
Sauber wäre es dann, auf der UM-Hardware den DHCPd abzuschalten und die Router in einem /30er Subnetz miteinander zu verbinden, also so:
UM-HW= 192.168.0.1
Fritte= 192.168.0.2
Subnet Mask=255.255.255.253
Daraus folgt: Netzwerkadresse= 192.168.0.0 und Broadcast = 192.168.0.3
Dann müssten auf der UM-HW sämtliche Ports an die Fritte weitergeleitet werden (Besser: Exposed host, wenn verfügbar).
Die Fritte (oder der sonstige eigene Router) hätte somit die externe (WAN-)IP 192.168.0.2, was dazu führen könnte, daß sich die Fritte für offline hält ...
LAN-seitig könnte sie dann ihr eigenes Netz, also z.B. 192.168.178.0/24 oder 192.168.1.0/24 aufmachen ...

Für IPv4 oder Betrieb im Dual Stack per Tunnel auf der zweiten Fritte könnte das gehen, aber problematisch wird's beim DS-lite-Betrieb. Wie kriegt man es hin, daß die nachgeschaltete Fritte das Prefix oder zumindest ein eigenes Subnet erhält, damit sie auch radvd sein kann? Der Betrieb eines eigenen Routers bringt ja nicht viel, wenn das vorgeschaltete Gerät immer noch DHCP-Server und radvd beherbergt, damit wäre der nachgeschaltete Router ja kaum mehr als ein Switch.
Bei dem beschriebenen Aufbau gibt es wohl auch Probleme mit VoIP, weil eben nicht wirklich alle Ports auf die Fritte durchgeleitet würden, VoIP-Konten würde man also weiterhin besser auf dem vorgeschalten Gerät einrichten und damit sind wir wieder bei dem Punkt, daß UM das jederzeit durch FW-Updates unterbinden könnte, wogegen wir uns ja durch den eigenen Router schützen wollen.
Ich glaub, ich probier das mal mit einer 7570 hinter meiner 7390 aus :)
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von SpaceRat » 25.07.2013, 11:07

Knifte hat geschrieben:Zum Thema ISDN:

ISDN war aber in Deutschland auch nie wirklich der Standard.
"Im Jahr 2009 waren in der Bundesrepublik bei 32,1 % aller Haushalte ISDN-Anschlüsse geschaltet." (Wikipedia)
Fast ein Drittel halte ich schon für durchaus bedeutsam.
Vor allem dürfte es 2009 schon einige Anschlüsse gegeben haben, an denen zwar kein ISDN (mehr) geschaltet war, aber noch ISDN-Telefone z.B. hinter Fritten betrieben wurden.
Klar, es gab auch Anschlüsse, an denen nie mehr als ein a/b-Wandler benutzt wurde, also auch nur analoge Telefone genutzt wurden, nichtsdestotrotz kommen da einige Anschlüsse zusammen, an denen das von mir gesagte gilt.
Knifte hat geschrieben:Meines Wissnes sind auch die FritzBoxen im Wesentlichen die einzige Modem/Router-Kombination, welche die ISDN-Funktionalität überhaupt anbietet.
Und was sagt Dir das im Zusammenhang damit, daß z.B. 1&1 konsequent auf AVM-Hardware setzt und man schon eine gewisse Fixierung der dt. Kunden auf Fritz!Boxen erkennen kann?

Ansonsten spricht eigentlich gar nicht so viel für die Fritten, sie waren z.B. noch nie besonders leistungsstark, die 7570 war für viele wilhelm.tel-Anschlüsse, für die sie verwendet wurde, eigentlich schon zu schwach und hinterm Kabel-Modem packt sie gerade mal 64 MBit/s. Die älteren ADSL2+-Modelle sind für 16 MBit/s "auf Kante genäht", obwohl ADSL2+ bis 20/3 definiert ist und im Ausland auch so geschaltet wird. Die DSL-Modems waren oft unterdurchschnittlich bis grottig (Bis zur 7170 und auch bei der 7570 an ADSL2+) und erzielen bei ratenadaptivem DSL schlechte Sync-Raten.
Ja, man kann Fritten freetzen, aber man kann auch auf anderen Routern verbesserte Firmwares einspielen (DD-WRT, OpenWRT) und genau betrachtet sind große Teile von freetz backports von WRT.

Das Erfolgsrezept von AVM ist ergo nicht die herausragende Qualität (Die nicht gegeben ist), sondern daß die Boxen einfach sehr gut auf den dt. Markt passen:
- Die Oberfläche ist komplett in Deutsch.
- ISDN-Funktionalität
- Kommt gut mit dem dt. Sonderweg der Zwangstrennung klar ("Verschieben der Zwangstrennung durch den Anbieter in die Zeit zwischen x und y Uhr")
- Die schlechten Sync-Werte spielten z.B. in D lange keine Rolle, weil die Telekom DSL eh nur mit derartigen Reserven geschaltet hatte, daß es gar nicht nötig war, die Leitungskapazität ausreizen zu können.
- ADSL2+ wird bis heute selten über 16/1 hinaus geschaltet und wenn (NetCologne schaltet bis zu 18 MBit/s), dann durch den schlechten Sync eh kaum erreicht. Daß eine 7050 oder 7170 bei 20/3 über Limit fahren würde, fällt daher nicht auf.

Wenn also ein Hardware-Hersteller durch Beachtung einiger dt. Besonderheiten mit eher schlechter Hardware Erfolg hat, dann sollte das bzgl. der Relevanz dieser Besonderheiten für den dt. Kunden schon zu denken geben ...
Für mich war die 7390 übrigens eigentlich auch letzte Wahl ... hat aber Dank ISDN dann am Ende doch gegen ansonsten überlegene und günstigere Geräte gewonnen.
Knifte hat geschrieben:Und alle die dann trotzdem Ihre ISDN-Telefone weiternutzen wollen - so wie ich - ist dann die einzige Möglichkeit eine "alte" FritzBox als Telefonanlage zu betreiben. So mache ich es mit meiner 7170, die aber ausser der Telefonzentrale auch keinen weiteren Nutzen mehr hat, also ins Netzwerk nur für die SIP-Telefonie eingebunden ist.
Gut, zu mehr taugt die 7170 auch mangels Leistung nicht. Bei einer 73xx sieht das schon anders aus ... und auch bei einer 7270 an einigen Anschlüssen.
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von milchbart » 12.01.2014, 16:13

Guten Tag zusammen,

entschuldigt, dass ich diesen Thread nach Vorne hole. Ich habe aktuell ein ähnliches Anliegen und komme damit nicht weiter.

Mein Problem
Ich versuche ein VPN von meinem Smartphone mit meinem Heimnetzwerk aufzubauen. Auch mir wurde von Unitymedia ein Cisco EPC3208G Gerät zugestellt.

Aktueller Stand
Durch den IPSec/DS-Lite Konflikt kann ich den VPN Server der Fritzbox vergessen. Aus diesem Grund wollte ich mir nun auf einem Raspberry Pi einen OpenVPN Server installieren und bekomme leider keine Verbindung aufgebaut.
Nach weiteren Suchen bin ich auf den etwas umfangreicheren Thread von SpaceRat gestoßen, in dem das Thema grundlegend etwas erklärt wird. Leider hilft mir das nicht weiter, da immer noch der Cisco EPC3208G "Router" zwischen der Leitung und meiner Fritzbox steht.
Vorhin habe ich eine E-Mail an Unitymedia geschickt, ob die Möglichkeit besteht eine Fritzbox als Router zu bekommen.

Hat denn Slashdot eventuell eine mögliche Lösung für die Kombination der beiden Geräte gefunden?
Gibt es eventuell Hinweise, wie die Sache mit dem OpenVPN Server geregelt werden kann?

Grüße
milchbart

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von Knifte » 12.01.2014, 16:15

milchbart hat geschrieben:Vorhin habe ich eine E-Mail an Unitymedia geschickt, ob die Möglichkeit besteht eine Fritzbox als Router zu bekommen.
Diese Möglichkeit gibt es, indem du die Telefon Plus Option für mtl. 5 Euro dazubuchst. Dann bekommst du eine FritzBox 6360.

Kostenlos bekommst du die aber nicht.
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von milchbart » 12.01.2014, 16:19

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

So ein verdammter Mist! Ausgerechnet den Tarif brauche ich nicht und wenn ich den dazubuche kann ich auch gleich 3play nehmen. :zerstör:

Gibt es denn noch andere Lösungen?

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von Knifte » 12.01.2014, 16:39

Naja, bei 3play musst du ja auch noch die Grundgebühr für den Kabelanschluss zahlen. Und auch da kostet die FritzBox 5 Euro pro Monat.
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von milchbart » 13.01.2014, 11:03

Ich habe gestern meine Fritzbox, die hinter dem Cisco EPC3208G steht, bei MyFritz registriert. Auf der MyFritz-Seite bekomme ich nun einen Link zu meiner Fritzbox mit IPv6 angeboten. Diese IPv6 Adresse habe ich gerade im Cisco EPC3208G gesucht und sie unter Status -> Local Network in der SLAAC Table gefunden. Klicke ich nun allerdings auf den Link, der mich zur Fritzbox bringen soll, wird diese Seite allerdings nicht gefunden.

Gibt es Möglichkeiten im Cisco EPC3208G Einstellungen vorzunehmen, mit denen IPv6 vollständig an die Fritzbox durchgelassen wird?
Oder muss ich meinen Client, auf dem der Browser läuft, konfigurieren?

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von SpaceRat » 16.01.2014, 11:53

milchbart hat geschrieben:Gibt es Möglichkeiten im Cisco EPC3208G Einstellungen vorzunehmen, mit denen IPv6 vollständig an die Fritzbox durchgelassen wird?
Nicht wirklich.

Wenn die Fritz!Box als IP-Client konfiguriert wird (Was sie sollte, da der Cisco EPC3208G ein Router und keine Bridge ist), dann sollten sowohl sie selber als auch dahinter angeschlossene Geräte durchaus eine IPv6-Adresse (Aus dem Subnet des Cisco EPC3208G) erhalten, allerdings ist in diesem Modus MyFritz! deaktiviert, womit die Sache witzlos ist.

Nutzt Du die Fritz!Box hingegen im Modus "Internet über LAN1" (Die Möglichkeit "Anbieter: Unitymedia" ist das selbe), dann ist zwar MyFritz! aktiv, die Box erhält aber gar keine brauchbare IPv6. Sie erhält zwar eine einzelne IPv6-Adresse aus dem Subnet des Cisco EPC3208G, sie möchte aber, wenn sie Router ist, mindestens ein /64er Subnet für sich haben, um dieses dann auch verwalten zu können. Da sie das nicht kriegt (Keine Prefix Delegation durch den Cisco) verwirft sie auch die einzelne IPv6-Adresse schlußendlich wieder.

Was man tun könnte, wäre eine Firmware für die Fritz!Box zu bauen (Mittels Freetz), in der MyFritz! auch im IP-Client-Modus aktiv ist, um dann zu sehen, was es bringt.
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von endelight » 13.02.2014, 19:37

Hallo :)

Seit Monaten bin ich treuer Leser (leider, da Unitymedia-Kunde) dieses Forum und bewundere die hilfsbereite Community :lovingeyes: Ich habe soviel über IPv6 gelernt und auch wieder nicht gelernt, weil die Materie in Verbindung mit Unitymedia einen einfach nur verwirrt. Ich lese stundenlang und bin manchmal hinterher immer noch so klug wie vorher :confused:

Megahammer fand ich Spacerats "IPv6 Workshop", das am Rande.

Ok, zu meinen Issues. Habe haargenau das selbe Problem wie "Slashdot":

- habe "2play PLUS 50"
- habe Cisco EPC3208G Router
- Fritte 7390 (verbunden mit Cisco mit LAN1)

und habe systematisch alle IPv6 Kombinationen durchprobiert (habe sogar einen SiXXS Tunnel besorgt etc.), ohne Erfolg. VPN auf meine Synology kann ich ohne IPv6 also auch knicken, denn darum geht es mir. (ach wie schön war es, als ich noch DSL hatte, zwar nur 2Mbit, aber jederzeit Zugriff von außen)

Meine Fragen nun:

- Hilft es mir, wenn ich auf Telefonkomfort umsteige? Die 5 EUR / Monat (+30 EUR Aktivierung) würde ich in Kauf nehmen wegen der Fritte 6360.
- Wird der Cisco wieder von Unitymedia zurück genommen?
- Was mache ich mit meiner heißgeliebten Fritte 7390?
- Kann ich die Fritte 6360 als Bridge betreiben?

Danke und viele Grüße :super:

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von SpaceRat » 14.02.2014, 13:34

endelight hat geschrieben:Megahammer fand ich Spacerats "IPv6 Workshop", das am Rande.
Danke :)
endelight hat geschrieben:- Hilft es mir, wenn ich auf Telefonkomfort umsteige? Die 5 EUR / Monat (+30 EUR Aktivierung) würde ich in Kauf nehmen wegen der Fritte 6360.
Ja.
Das ist der einzige Router, mit dem sich derzeit IPv6-Freigaben sicher einrichten lassen.
Mit den Routern Cisco EPC3208G oder TC7200 würde es zwar theoretisch auch gehen, aber nicht sicher.

"Nicht sicher" heißt in diesem Zusammenhang, daß Du Dein gesamtes Heimnetz aufreißen müßtest, sobald Du auch nur einen einzigen Port von außen erreichbar machen willst.

Mittels der Fritz!Box könntest Du über IPv6 einzelne Ports auf einzelnen Geräten genauso sicher freigeben wie sonst auch per IPv4.

Die Einschränkung ist diese:
Prinzipiell ist auf Deiner Seite mit einer solchen IPv6-Freigabe bereits alles getan, um ein Gerät von außen erreichen zu können. Jeder IPv6-taugliche Anschluß auf der Welt kann eine solche Freigabe erreichen.
Leider haben aber immer noch nicht alle Anschlüsse auch IPv6. Hat ein Anschluß kein IPv6, dann kann er Deine Freigabe auch nicht erreichen.

Für die Beseitigung dieser Einschränkung gibt es drei Lösungen:
  • Die zugreifenden Anschlüsse IPv6-tauglich machen.
    Bei einem stationären Anschluß mit anständigem Router, z.B. einem DSL-Anschluß oder einem Unitymedia/KabelBW-Altanschluß ist das pipi-einfach und die beste Lösung, da damit wirklich die Ursache des Problems gelöst wird, nämlich das fehlende IPv6 am zugreifenden Anschluß.
    Wenn es also um eine überschaubare Anzahl von Fremdanschlüssen geht, z.B. bei den Eltern zuhause, bei Freunden und Verwandten, etc., dann würde ich diese Lösung empfehlen, die ich hier im Workshop erklärt habe.

    Dieser Weg funktioniert auch gut an Mobilfunkzugängen mit einem Androiden, wie ich hier erklärt habe.

    Diese Lösung ist hingegen nicht anwendbar auf Apple-Notsosmartphones, Windows-Notsosmartphones und am Arbeitsplatz, wo die IT-Abteilung die fehlende IPv6-Unterstützung bereitstellen müßte.
    Ob man am Arbeitsplatz eventuell schon IPv6 hat, kann man ganz einfach testen, indem man mal auf diese und/oder diese Seite surft. Wenn auf der ersten die Schildkröte zappelt, dann hat man IPv6, bei der zweiten wird ein deutlich umfassenderer Test durchgeführt, welcher im Idealfall 10/10 Punkten ergibt.
  • Port-Proxies als Vermittler zwischen IPv4 und IPv6.
    Es wird, neben zugreifendem Rechner und dem Gerät in Deinem Netz auf das zugegriffen werden soll, noch ein dritter Rechner mit ins Boot genommen. Dieser muß IPv4 und IPv6 können - es reicht dabei auch völlig, wenn IPv6 dort wie beim ersten Lösungsansatz implementiert wurde - und wird über ein kleines Tool instruiert, Anfragen per IPv4 anzunehmen und diese dann per IPv6 an Dein Gerät zuhause (Also Dein NAS) weiterzuleiten.
    Man kann diese Port-Proxies sogar kostenlos und selber einrichten, z.B. auf einer gefreezten Fritz!Box eines Bekannten, dessen NAS, Raspberry Pi, Enigma-Receivers, durchlaufenem Rechner oder einem *-WRT-Router, es gibt aber auch Anbieter, wo man sich solche Port-Proxies mieten kann, z.B. (http://feste-ip.net.

    Dieser Weg ist immer noch verhältnismäßig einfach zu gehen und stellt keinerlei Ansprüche an den zugreifenden Rechner, da dieser Dein NAS wie gewohnt über nacktes IPv4 erreichen kann. Es kostet halt nur eben Geld.
  • Ein IPv4-Tunnel (VPN) in Deinem Netzwerk
    Dieser Weg ist genau das Gegenteil des ersten:
    Statt das zugreifende Netz auf IPv6 bzw. Dual-Stack aufzurüsten, richtest Du innerhalb Deines Netzwerkes einen Tunnel ein, über den Du wieder eine öffentliche IPv4-Adresse bekommst, stellst also die Abwärtskompatibilität zu IPv4 wieder her.
    Da Du eine Fritz!Box 63x0 nicht modifizieren kannst, mußt Du diesen Tunnel allerdings auf einem anderen Gerät aufbauen (Es kommen dieselben in Frage wie für den Port-Proxy).
    Dieser Weg ist allerdings extrem steinig, denn IPv4-Portweiterleitungen wären danach auf Deinem Tunnel-Endpunkt (Also z.B. dem NAS) und nicht in der Fritz!Box einzurichten, jegliches Routing für diese IPv4 mußt Du manuell einstellen und die Absicherung des Tunnels durch eine Firewall liegt ebenfalls in Deiner Verantwortung.
    Den Tunnel bzw. das VPN an sich hat man schnell eingerichtet, aber da man VPNs normalerweise eben zwischen zwei abgeschlossenen und vertrauenswürdigen Netzen einrichtet und nicht zwischen dem eigenen Heimnetz und dem Internet sind in VPN-Standard-Konfigurationen keinerlei Sicherheitsmaßnahmen vorkonfiguriert.

    Außerdem kosten auch diese Tunnel Geld.

    Prinzipiell also ein hypscher Gedanke, da auch dieser Weg an den zugreifenden Client bzw. dessen Netz keine Anforderungen stellt und darüber hinaus Deinem Netzwerk - richtige Konfiguration vorausgesetzt - auch wieder die volle IPv4-Konnektivität verleihen würde, aber auch wenig einsteigerfreundlich. Außerdem verursacht es natürlich laufende Kosten.
endelight hat geschrieben:- Wird der Cisco wieder von Unitymedia zurück genommen?
Ja.
endelight hat geschrieben:- Was mache ich mit meiner heißgeliebten Fritte 7390?
Dir überlassen.
Du kannst sie zum WLAN-Access-Point und Switch degradiert weiter im Netzwerk werkeln lassen, Du kannst sie zusätzlich auch freetzen und dadurch OpenVPN draufpacken, um damit VPN-Verbindungen aufzubauen (OpenVPN kann im Gegensatz zu AVMs VPN IPv6), ...
Genauso kannst Du sie verkaufen ...
Du kannst sie auch einfach aufheben und darauf hoffen, daß AVM die Prefix Delegation im 6360 repariert (Prinzipiell funktioniert sie, allerdings ist für den nachgeschalteten Router - das wäre z.B. Deine Fritz!Box 7390 - alles dicht), ...
endelight hat geschrieben:- Kann ich die Fritte 6360 als Bridge betreiben?
Du kannst es versuchen.
Das hat bei manchen hier im Forum geklappt, aber bei den wenigsten auf Dauer.
Realistischer ist da schon die Hoffnung, daß AVM in einer 6360-Firmware >06.04 die o.g. Prefix Delegation fixed, an einem DS-lite-Anschluß liefe das im Endeffekt auf das selbe hinaus wie eine Bridge.

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von endelight » 16.02.2014, 11:59

Vielen lieben Dank, SpaceRat... Habe wieder dazu gerlernt :super: Ich werde dann wohl, den Weg mit der Fritte 6360 aus dem Telefonkomfort-Angebot versuchen.

Eine Frage habe ich noch:

Ich verwende VOIP über dus.net und sipgate. Mit Telefonkomfort und der 6360 bin ich aber nicht auf einen VOIP-Anschluss von Unitymedia festgenagelt oder? Habe es heute morgen, von solchen Fällen bei Kabel-BW Kunden gelesen. Zu Unitymedia habe ich unterschiedliche Aussagen gefunden (auf die Schnelle). Falls es nicht geht, kann ich ja immer noch meine 7390 dahinter schließen...

Euch einen schönen Sonntag :pcfreak:

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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von SpaceRat » 16.02.2014, 12:11

endelight hat geschrieben:Vielen lieben Dank, SpaceRat... Habe wieder dazu gerlernt :super: Ich werde dann wohl, den Weg mit der Fritte 6360 aus dem Telefonkomfort-Angebot versuchen.
Ach ja, fast vergessen:

Eine Alternative hierzu soll nicht verschwiegen werden: Ein Business-Anschluß.

Der höhere Preis wird teilweise dadurch wieder kompensiert, daß "Telefon Komfort" (Bei Business sogar mit bis zu 10 Rufnummern) und "SPAR mobil" bereits inklusive sind. Bei den Business-Anschlüssel kriegt man auch noch eine IPv4-Adresse, auf Wunsch sogar statisch. Für IPv6 kann problemlos ein kostenloser Tunnel (SixXS, Hurricane Electric, ...) eingerichtet werden, so daß man vollwertigen "Dual Stack"-Betrieb hätte.
Bei einem Business-Anschluß mit statischer IPv4-Adresse könntest Du dann auch Deine 7390 wieder komplett nutzen, denn dann wird einer der LAN-Ports der 6360 zum Bridge-Port.

Was bleibt, sind die hohen Einrichtungsgebühren.

Für und wider statische IPv4 (Die "Snake Oil"-Argumente mal außen vor gelassen):
Du müßtest Du bei One-Click-Hostern wirklich warten. Es ist nicht möglich, sich durch Reconnect eine neue IP zu beschaffen.
Dafür entfällt das Gehampel mit DynDNS-Updates, da sich Deine IPv4-Adresse über die gesamte Vertragslaufzeit nie ändern wird.

CapFloor
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von CapFloor » 16.02.2014, 20:52

SpaceRat hat geschrieben: Was bleibt, sind die hohen Einrichtungsgebühren.
Nicht unbedingt: Ich habe gerade von Privat auf Business umgesattelt und musste keine Einrichtungsgebühr zahlen. Da die Fritzbox von einem Techniker vorbei gebracht wurde, entfallen auch die Versandkosten.

Der Business-Tarif ist der verbliebene und leider aktuell auch einzige Weg bei UM, auf Basis einer uneingeschränkten IPv4 Konnektivität IPv6 auszuprobieren und - alle - Home-Geräte von außen erreichbar zu machen, wenn es technisch möglich ist und man es denn will. Obwohl es fast immer eine Möglichkeit gibt, pure IPv6 Konnektivität zwischen allen möglichen Geräten herzustellen: Es kann schon sehr mühsam sein, wenn die Geräte IPv6 nicht (nativ) unterstützt - oder eventuell ganz unmöglich, wenn man selbst keinen Zugriff auf die Geräte-Konfiguration hat.

Ich bevorzuge auch heute noch eine bewährte IPv4 Umgebung, in der ich (ohne Zwang und etwaige Einschränkungen) per DualStack mit IPv6 experimentieren und lernen kann. Natürlich wäre es mir aus Kostengründen lieber, dies auch weiterhin mit den Privat-Tarifen von UM umzusetzen...Früher war eben doch - manches - besser. :heul:

UM hätte auch von sich aus DualStack Zugänge anbieten können - ja, aber man muss letztendlich akzeptieren, dass DSLite die Realität bei UM ist. Dass von UM darüberhinaus auch die IPv6 Konnektivität durch den unsäglichen Standard-Router TC7200 eingeschränkt wird, ist allerdings nicht nachzuvollziehen :hirnbump:. Ich bin dem "entflohen" mit Buchung eines Business-Tarifs. :super:
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Re: IPv6 via Cisco EPC3208G und Fritz!Box 7390

Beitrag von SpaceRat » 17.02.2014, 15:22

CapFloor hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben: Was bleibt, sind die hohen Einrichtungsgebühren.
Nicht unbedingt: Ich habe gerade von Privat auf Business umgesattelt und musste keine Einrichtungsgebühr zahlen. Da die Fritzbox von einem Techniker vorbei gebracht wurde, entfallen auch die Versandkosten.
Dann ist es natürlich umso interessanter.
CapFloor hat geschrieben:Ich bevorzuge auch heute noch eine bewährte IPv4 Umgebung, in der ich (ohne Zwang und etwaige Einschränkungen) per DualStack mit IPv6 experimentieren und lernen kann.
Da brauchen wir uns nicht drüber zu streiten ... vollwertiger Dual Stack, selbst wenn dann das IPv6 per Tunnel kommt, ist natürlich besser als DS-lite.
CapFloor hat geschrieben:UM hätte auch von sich aus DualStack Zugänge anbieten können
... das aber in der Vergangenheit.
Und diesen Vorwurf muß man letztlich allen Anbietern machen.
CapFloor hat geschrieben:Dass von UM darüberhinaus auch die IPv6 Konnektivität durch den unsäglichen Standard-Router TC7200 eingeschränkt wird, ist allerdings nicht nachzuvollziehen :hirnbump:.
In der Tat.
Zumindest die Fritz!Box 6320 hätte man den Kunden lassen können. Oder auch einfach nur den Bridge-Modus erlauben ...
CapFloor hat geschrieben:Ich bin dem "entflohen" mit Buchung eines Business-Tarifs. :super:
Momentan vermutlich die beste Wahl, zudem es bei 50/5 auch nicht wirklich teurer ist.
Ab 100/7,5 wird's dann aber langsam uninteressant teuer.

Die günstigeren Alternativen stehen allerdings auch eher selten zur Verfügung.
Was nutzt Telekom VDSL50/10 für 40 EUR oder Telekom Fiber 100 für 50 EUR, wenn man es eh nicht kriegen kann?

Und NetAachen will mir ja auch kein
- Internet-Flat (24,90 €) + Feste IP (4,90 €, wegen Vermeidung der 12h-Zwangstrennung notwendig) + Bandbreite 100.000 (15,00 €)
also ingesamt 44,80 EUR/mtl.
schalten, sondern besteht auf einem völlig anderen Paket für 58,80 EUR/mtl.

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