Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

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cds
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Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von cds » 02.09.2012, 20:18

Hallo zusammen!

Nachdem ich jetzt alle UM Fernsehprodukte zum 31.8. gekündigt habe kommt der nächste Schritt: Der Kabelanschluss kommt vom Hausnetz weg und versorgt nur noch das Kabelmodem (auf die Hausanlage wird dann DVB-T eingespeist).

Jetzt habe ich mich mal mit den Modempegelwerten und dem UM Vorgaben zu diesen beschäftigt, und bin bei einem ins Stutzen geraten:

UM schreibt für den Upstream Powerlevel einen Wertebereich von 43-50 dBmV vor.

Nun, entweder übersehe ich da was wesentliches, oder aber eine solche Vorgabe ist völlig unnötig, denn:

Der US-Powerlevel des Modems wird vom CMTS gesteuert. Das Modem sendet also immer mit dem passenden Level damit am CMTS der gewünschte Pegel anliegt.

Ist jetzt ein Modem quasi direkt am Verstärker angeschlossen - oder man hat einen sehr gut angebundenen Hausanschluss und eine Hausanlage mit geringen Dämpfungswerten, da kann es durchaus sein das das Modem mit einem gemäß UM- Vorgaben zu niedrigen Werten sendet - und auch der Rückkanalverstärker sich nicht weiter runterstellen lässt.

Die einzige Gegenmaßnahme wäre nun, das Modem über ein Dämpfungsglied anzuschließen.
Nur was macht es für einen Sinn, einen Teil der Ausgangsleistung des Modems direkt wieder zu verbraten, und umgekehrt auch den Dowstream entsprechend mehr verstärken zu müssen?

Gruß

CDS

Cablemen
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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Cablemen » 02.09.2012, 23:38

Du denkst in die falsche Richtung! Du musst beim Rückkanal andersherum denken. Also wenn du den Rückkanal in deiner denkweise dämpfst drehst du ihn eigentlich auf! :zwinker: Der US wird übrigens nicht durch die CMTS gesteuert sondern mit dem Hausverstärker wird der US "für" das Modem eingestellt damit das Modem überhaupt funktioniert! Das ist im Prinzip wie mit jeden normalen Gerät das eine min. und max. Spannung benötigt um funktionsfähig zu sein. Die CMTS verwaltet nur die Modeme und außerhalb des Hausnetzes liegen ebenfalls Verstärker die wiederum einen US Pegel übertragen damit überhaupt im Haus ausreichend ankommt! :zwinker:

Wird der Vorweg gedämpft (durch passive Bauteile oder Leitungsverlust usw.) geht im Gegenzug der Rückweg hoch. Die Hausverstärker verstärken nun mal in beide Richtungen daher muss man halt umgekehrt denken!

cds
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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von cds » 03.09.2012, 08:27

Hallo!

Wirklich logischer wird es für mich durch die Erklärung nicht.

Nehmen wir mal ein Zahlenbeispiel:

Modem hängt an einem Ast der Hausverteilung, zwischen Modem und Hausverstärker hängt ein Verteiler mit 9,5db Durchgangsdämpfung.

Die Pegelwerte seien (ich nehme jetzt zur Vereinfachung nur einen Kanal je Richtung)

DS Powerlevel: 4.2dBmV
US Powerlevel: 42,7 dBmV

So, nun wird in obiger Konfiguration der Verteiler entfernt. Ergebniss:

DS Powerlevel: 13,9dBmV
US Powerlevel: 32,8 dBmV


Ist - ohne die 'umgekehrte Denkweise' auch logisch: Im Empfangsweg sind jetzt 9.5dB weniger Dämpfung, also ist der Empfangspegel um 9.5dB höher, im Sendeweg der nötige Pegel auch um 9.5dB niedriger.

Stellt sich jetzt die Frage: Woher weiß das Modem das es nun weniger Sendepegel braucht? Genau das CMTS misst für jedes von ihm verwaltete Modem den Empfangspegel, und fordert das Modem nötigenfalls zur Erhöhung/Reduzierung auf. Anders ist es kaum erreichbar das sämtliche Modems mit selbem Pegel beim CMTS ankommen.

Deine "umgekehrte" Denkweise kann ich irgendwie gar nicht nachvollziehen.

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Cablemen » 03.09.2012, 19:12

*gelöscht wegen Bullshit von mir* :zerstör: :heul:
Zuletzt geändert von Cablemen am 04.09.2012, 18:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von cds » 04.09.2012, 07:51

Hallo!

Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen: Aber deine Beschreibung ist leider kompletter Blödsinn.

Die Behauptung, ein Kabelmodem würde den Rückkanal realisieren in dem es eine modulierbare Senke darstellt darstellt die dem Empfänger Energie entzieht - das ist mal eine gewagte These.
Nach dieser würde zwar dein "Umgekehrt denken" mit viel Phantasie Sinn machen, bleibt aber leider doch Humbug.

Da ist nix mit einer 'negativen Spannung' die das Modem ins Kabelnetz einspeist, Upstream und Downstream liegen schlichtweg auf unterschiedlichen Sendefrequenzen, und stören sich deshalb nicht - genau so wie ja auf anderen Frequenzen im Kabel auch noch Fernsehen übertragen wird,

Es gibt keine "negativen Spannungen" in der Sendetechnik, da hier mit Wechselfeldern gearbeitet wird. Es gibt bestenfalls eine negative Verstärkung, die eine Dämpfung wäre.

Das besondere an der Rückkanaltechnik in einem Kabelnetzt ist, das die Verstärker auf dem Übertragungsweg nunmehr nicht nur in eine Richtung arbeiten müssen - das ist der einfache Fall, sondern eben in beide, und das ist ein bischen Tricky was Rückkopplungen und Übersprechen angeht.
Ungefähr so, als wenn dein HiFi Verstärker nicht nur die Audiosignale vom CD-Spieler an die Lautsprecher verstärken soll, sondern die Lautsprecher auch noch gleichzeitig zum Aufnehmen deines Gesanges verwendet werden und der Verstärker dies auch noch für das Aufnahmegerät verstärken soll (ungefähr zumindest).
Und es bleibt auch dabei: Die Sendeleistung des Kabelmodems wird vom CMTS festgelegt. Das muß auch so sein, oder glaubst du wirklich es wäre nur im Ansatz handhabbar, das alle 50000 Modems die ein CMTS verwalten kann MANUELL korrekt eingestellt werden? Da wären den ganzen Tag Heerscharen von Technikern mit nichts anderem mehr beschäftigt als durch die Gegend zu fahren und Schwankungen in Verstärkern und Hausinstallationen manuell auszugleichen.

Mein Nachrichtentechnikstudium ist nun auch schon ein paar Jahre her, aber soviel ist dann doch noch übrig geblieben - ergänzt durch meine Amateurfunkkenntnisse.

Ich würde dir zur Auffrischung und Kenntnisserweiterung diese Lektüre empfehlen:

Andres Keller: Breitbandkabel und Zugangsnetze, Springer Verlag

http://books.google.de/books?id=Yn8d34k ... TS&f=false

Eine Antwort auf die Frage der Sinnhaftigkeit der UM Vorgabe findet sich dort aber auch nicht - außer vielleicht das somit sichergestellt ist das das Modem standardmäßig in der Mitte seines Regelbereiches sendet, und somit immer noch in beide Richtungen genug Reserven sind um sich an Änderungen im Signalweg anzupassen.

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Cablemen » 04.09.2012, 18:43

Vielleicht reden wir auch gerade aneinander vorbei! Ich hab mir mal versucht das ganze nochmals zu verstehen und mir ist im Endeffekt aufgefallen das du eigentlich sagen willst das die CMTS den Modem den Befehl geben soll die Freuqenz zu wechseln! Denn es ist in der Tat so das aufgrund des Channelbondings das Modem seine Frequenz im US wechselt und technisch nunmal bedingt ist das einige US Kanäle eine recht hohen Sendepegel aufweisen (Ist ja auch klar aufgrund der unterschiedlichen Dämpfung in höheren Frequenzen). Aber trotzdem stellen wir mit den Verstärker den Grundwert ein (in der Regel so ca. 43-45dBmV). Naja und idealerweise haben dann alle Frequenzbereiche in dem das Modem sendet einen Pegel von 40-50dBmv. Leider ist dem nicht so weswegen deine Aussage einen Sinn ergibt und die CMTS den Modem sagt das es die Frequenz wechseln soll. Aber die CMTS stellt nicht den US ein das geschieht über den Verstärker! Das würde auch erklären dass das Modem ständig rebootet wenn die Pegelwerte am Hausverstärker nicht innerhalb der Vorgabe sind da das Modem dann keine Frequenz finden kann die innerhalb dieser Toleranz ist! Ich seh das ja jeden Tag das der Sendepegel sich nicht verändert sondern nur auf anderen Frequenzbereichen nach oben oder unten abweicht.

PS: Man verzeihe mir meine Unkenntnis in den Bereich, ich bin auch erst seit über einem Jahr in diesen Beruf rein gerutscht! :zwinker: Aber ich bin ja lernfähig! :D

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von cds » 05.09.2012, 09:12

Hallo!

"das du eigentlich sagen willst das die CMTS den Modem den Befehl geben soll die Freuqenz zu wechseln!"

Nein, das will ich nicht sagen. Das mach das CMTS zwar auch, aber darum geht es hier ja nicht.
Es ist und bleibt definitiv so, das das CMTS die Sendeleistung des Modems steuert.
Richtig ist, bei der Installation wird der Hausanschlussverstärker so eingestellt, das der Sendepegel des Modems der UM-Vorgabe entspricht.
Das ändert aber nichts daran, das das CMTS trotzdem die Sendeleistung der Modems steuert - bei korrekt eingestellten Übertragungswert halt bei allen Installationen auf den selben Wert.
Und hier sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Das CMTS steuert definitiv die Sendeleistung der einzelnen Modems, warum also gibt UM hier einen relativ engen soll-wert vor.

ZUSÄTZLICH steuert das CMTS noch auf welchen Frequenzen welches Modem arbeitet, schlichtweg um ein Modem von "problematischen" Frequenzen wegzubringen, auf der anderen Seite aber auch zur gleichmäßigen Auslastung der vorhandenen Kanäle.

Vielleicht solltest du dir als Weiterbildung das Buch das ich verlinkt habe anschaffen. Das ist in machen Bereichen vielleicht etwas zu detailiert, könnte aber zu diversen "Aha - so funktioniert das" Erlebnissen führen .....

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Bastler » 09.09.2012, 20:28

ich hatte das mal so verstanden (ob das richtig ist weiß ich nicht 100%ig):

Das CMTS stellt die Sendeleistung im Modem passend ein, um die Dämpfung zwischen Modem und CMTS auszugleichen. Das müssen dann nicht zwingend die 100-110 dBµV sein!
Wenn du in einem Rückkanalverstärker an der Dämpfung drehst, dann ändert sich die Dämpfung zwischen Modem und Verstärker (und damit auch ein Teil der Gesamtdämpfung auf der Strecke vom Modem bis zum CMTS). Und genau dann gibt das CMTS zum Modem den Befehl, die Sendeleistung entsprechend zu erhöhen oder zu senken.
Wenn du also einen Modemsendepegel von 105 dBµV hast bei 25 dB Dämpfung zwischen Modem und Verstärker. Machst du nun aus den 25 dB nur noch 20 dB Dämpfung, bekommt das Modem den Befehl, mit 5 dB weniger zu senden, also nur noch 100 dBµV, weil die Dämpfung geringer ist. Umgekehrt genau so.
Das CMTS sorgt also nicht dafür, dass der Sendepegel am Modem immer konstant gehalten wird, sondern das er die Dämpfung ausgleicht (also letztendlich gibt es einen bestimmten Pegel, den das CMTS vom Modem empfangen will, und um den zu sehen regelt es die Sendeleistung des Modems nach).
Der Modulator im Modem arbeitet nur in dem schmalen Segment von ca 100-110 dBµV fehlerfrei, außerdem hat der Rückkanalvestärker einen festgelegten Bereich, in dem der Eingangspegel sein muss (genau das gleiche wie bei jedem normalen Vorwegverstärker, auch diese haben einen festgelegten Pegelbereich, in dem sich der Eingangspegel befinden sollte, um dem Signal- /Rauschverhalten möglichst wenig zu schaden und keine Über- / Untersteuerungseffekte zu zeigen). Darum wird die Dämpfung so eingestellt und die Verstärkung passend ausgewählt, dass sich am Modem ein Sendepegel in dem gewünschten Fenster ergibt.
Der Rückwegsendepegel, der immer angegeben wird ist ja nicht der Pegel, der vom Modem beim CMTS ankommt, sondern nur der Sendepegel des Modems. Und der sollte eben in dem Bereich sein, dass es das Modem und der Verstärker vernünftig verarbeiten können. Und das ist eben das genannte Pegelfenster.
Nachgeregelt wird also der Pegel, der im CMTS vom Modem ankommt. Das hält aber nicht den Sendepegel des Modems "auf einem Wert fest", weil das Signal vom Modem bis zu CMTS noch diverse Verstärkungen und Dämpfungen zu überwinden hat...
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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von josen » 10.09.2012, 10:47

Hallo zusammen,

mit den Überlegungen hier im Thread schaut euch mal folgende Grafik an:
Bild

Was kann ich daraus hinsichtlich des Verhaltens der CMTS und des Modems sowie des Verstärkers ablesen? Sind die kleinen Sprünge Anpassungen der Sendeleistung und die großen "ein Problem" oder sieht man hier normales Verhalten eines Upstream-Kanals?

Grüße

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Dinniz » 10.09.2012, 11:39

Die aktuellen Modems können nicht stärker als 113dBµV senden .. von ~92dBµV bis ~112dBµV laufen die Modems ansich noch Problemlos.

Schwankungen im Kabelnetz sind normal.
Wenn der Rückkanal nicht richtig eingemessen ist, kann es auch zu diesen Sprüngen kommen wenn die CMTS die US Frequenz für Modem ändert.
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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von cds » 10.09.2012, 15:53

@Baster: Nix anderes habe ich ja beschrieben: Das CMTS steuert den Modemsendepegel so, das am CMTS der gewünschte Pegel ankommt. Ein Verstärker der einen Mindestpegel braucht um sauber zu funktionieren wäre eine ziemliche Krampfkonstruktion. Kann mir nicht vorstellen das UM so einen Müll einsetzen würde. Beim Max-Pegel hast du recht, hier darf es natürlich nicht zur Übersteuerung kommen, aber auch hier würde ich davon ausgehen das die von UM verwendeten Verstärker für den max. Modemsendepegel ausgelegt sind.

All diese Betrachtungen helfen bei der Frage nach den UM Vorgaben aber noch kein Stück weiter, denn es wird ja vorgegeben welchen Sendepegel das Modem verwenden soll, und nicht welcher Pegel an Verstärker oder HÜP anliegen soll - und alle Erklärungsversuche würden darauf basieren, denn: Ein Modem das mit 29dBmV sendet und 3dB Dämpfung bis zum Verstärker hat, und ein Modem das mit 43dBmV sendet und via 17dB Dämpfung am Verstärker ankommt, liefern für den Verstärker den selben Pegel. Trotzdem wäre die erstere Installation nicht UM-Konform, letztere aber schon.

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Bastler » 10.09.2012, 19:30

@ cds
Du bist Funkamateur, so wie ich das gelesen habe. Dann erkläre ich dir das ganze jetzt noch mal in Amateurfunktechnik:

Du hast einen Steuersender, und dahinter eine Endstufe.
Der Steuersender entspricht dem Modem, die Endstufe dem Rückwegverstärker. und dein QSO-Partner entspricht dem CMTS.
Die Endstufe braucht einen bestimmten Einganspegelbereich. Wenn sie übersteuert wird macht sie Müll, wenn sie untersteuert wird genau so. Das ist auch bei jedem Kabel und Antennenverstärker so, und keine "Krampfkonstruktion". Ebenso kann der Steuersender keinen beliebigen Pegel liefern, sondern auch nur in einem gewissen Rahmen sauber arbeiten.

Dein QSO-Partner möchte nun gerne, dass du mit (sagen wir mal) stabil S9 bei ihm ankommst. Dazu fordert er, verglichen mit der DOCSIS-Technik, deinen Steuersender (=Modem) auf, den Sendepegel zu erhöhen (deine Endstufe = Rückkanalverstärker, kann der QSO-Partner =CMTS nicht steuern).
Wenn nun aber die Endstufe zu schwach ist und die Dämpfung auch dem Weg zum QSO-Partner zu hoch ist, um dort mit S9 anzukommen, bekommt der Steuersender den Befehl, die Sendeleistung soweit zu erhöhen, dass am QSO-Partner die S9 ankommen.
Dabei kann es aber eben vorkommen, dass dadurch der Steuersender in einen Bereich kommt, für den er Sendeseitig nicht mehr ausgelegt ist. Daher muss mit der Sombination aus Dämpfung und Verstärkung der Sendepegel am Steuersender so eingestellt werden, dass er in seinem korrekten Betriebspegelbereich läuft (und damit auch gleichzeitig im von der Endstufe gewünschten Eingangspegelbereich liegt.
Daher muss der Rückkanal vor Ort selbstverständlich überall passend eingepegelt werden (Über die Dämpfungssteller im Verstärker), das kann das CMTS nicht. Das CMTS weiß nicht mal die Dämpfung zwischen Modem und ihr selbst, geschweige denn die Verstärkungen, die es auf dem Weg noch durchläuft.
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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von cds » 11.09.2012, 08:51

Ja, du beschreibst nochmal da selbe wie in deinem letzten Beitrag - und das habe ich ja bereist als gemeinsames Verständniss bestätigt.

Nachdem das Kabelmodem aber auch einen Mindestpegel und einen Höchstpegel hat auf den es vom CMTS konfigurierbar ist bleibe ich dabei: In dieser Installation einen Rückkanalverstärker einzusetzen der bezüglich des Eingangspegels nicht den kompletten Bereicht des Modems abdeckt - der ja so wahnsinnig groß auch nicht ist - wäre Krampf.

Und wir sind uns von Anfang an einig: Das CMTS regelt das Modem so, das beim CMTS der gewünschte Pegel ankommt.
Aber: Es dürfte dem CMTS völlig wurst sein ob das Modem zum Erreichen dieses CMTS-Empfangs-Pegels nun mit 43 dBmV, oder aber nur mit 29dBmV sendet denn, wie schon unser Altkanzler wusste: Wichtig ist was hinten raus kommt.

Nun liegt aber 43dBmV in der UM-Spec, und 29dBmV außerhalb, und das obwohl in beiden Fällen der gewünschte Pegel beim CMTS ankommt.

Bleibt die offene Frage: Warum die Vorgabe. Denn, nehmen wir einmal an der Rückkanal des Hausverstärkers ist schon auf die geringste Verstärkung eingestellt (OK, das ist technisch nicht korrekt: Der Verstärker hat immer die selbe Verstärkung und wird bedämpft), und das Modem sendet immer noch mit einem zu niedrigen Sendepegel - z.B. weil es das einzige Gerät ist das quasi direkt am Hausverstärker angeschlossen ist, was macht der Kabeltechniker? - Er schließt direkt am Modem ein Dämpfungsglied an.
Nun sendet das Modem mit gewünschtem Pegel, am Hausverstärker liegt genau der selbe Pegel an wie zuvor (denn das was das Modem jetzt an höherem Pegel verwendet wird ja direkt wieder verbraten), und UM ist glücklich.
Einen wirklichen Sinn mag ich nach wie vor darin nicht sehen.

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Bastler » 11.09.2012, 18:33

Bleibt die offene Frage: Warum die Vorgabe. Denn, nehmen wir einmal an der Rückkanal des Hausverstärkers ist schon auf die geringste Verstärkung eingestellt (OK, das ist technisch nicht korrekt: Der Verstärker hat immer die selbe Verstärkung und wird bedämpft), und das Modem sendet immer noch mit einem zu niedrigen Sendepegel - z.B. weil es das einzige Gerät ist das quasi direkt am Hausverstärker angeschlossen ist, was macht der Kabeltechniker? - Er schließt direkt am Modem ein Dämpfungsglied an.
Nun sendet das Modem mit gewünschtem Pegel, am Hausverstärker liegt genau der selbe Pegel an wie zuvor (denn das was das Modem jetzt an höherem Pegel verwendet wird ja direkt wieder verbraten), und UM ist glücklich.
Einen wirklichen Sinn mag ich nach wie vor darin nicht sehen.
Das am Verstärker dann der gleiche Pegel liegt stimmt, aber du vergisst, dass der Modulator im Modem eben auch nur für einen bestimmten Pegelbereich spezifiziert ist. Durch das Dämpfungsglied wird das Modem in diesen Bereich gezwungen. Dem SNR kommt das natürlich nicht zugute, das ist klar. Ich würde in so einem Fall auch dann eher nach dem Verstärker dämpfen als davor.
Ob die UM-Vorgabe für das Pegelfenster im Rückweg (102-107 dBµV) wirklich sinnvoll ist, darüber kann man sich streiten, man sollte eher nach dem gehen, was die Hersteller sagen (die lassen ein etwas größeres Fenster zu, aber über 110dBµV führt bei allen aktuellen Modems zu Störungen im Betrieb, nach unten hin ist aber ein ganzes Ende "Pegelunterschreitung" mehr möglich als von UM vorgegeben).

Bei den ganz alten Modems hingegen konnte man sie auch noch mit 115dB senden lassen und es gab keine Störungen. Das lag einfach daran, dass die Modems herstellerseitig für solch hohe Betriebspegel ausgelegt waren.
Es halt also definitiv seinen Sinn, mit dem Pegel in dem Fenster zu bleiben, in dem das Modem garantiert störungsfrei läuft. Nicht umsonst müssen wir vielfach Großanlagen "releveln", wenn zu viele Modems außerhalb des Sollbereiches liegen und sich die Störungsmeldungen aus den betreffenden Objekten häufen (das ist in der Regel der Fall).
Mit aller Gewalt jedes Modem auf genau 105 dBµV zu bringen ist natürlich unsinnig, aber sie im korrekten Fensterbereich laufen zu lassen ist für fehlerfreien betrieb nötig.
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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von phoenixx4000 » 12.09.2012, 20:17

Das am Verstärker bei der Variante 43 dB und bei der mit 29 dB der gleiche Eingangspegel anliegen soll wage ich hiermit mal zu bezweifeln.

Bei reduzierter Eingangsdämpfung, sei es durch Reduzierung am Dämpfungssteller des VR Eingangs oder durch Wegfall einer Leitungsdämpfung (Kabel/Verteiler/Abzweiger etc.) erhöht sich der Eingangspegel am Verstärker.

Die meisten von UM verwendeten Verstärker sind für einen Betrieb mit einem Eingangspegel zwischen 64 und 75 dB ausgelegt. Dies ergibt sich aus der Verstärkung (bsp. 30-40 dB) und dem auf dem Gerät angegebenen Max Pegel (bsp. 98-107 dB) bei Hausverstärkern.

Bei einem VR mit 30 dB Verstärkung sollte dieser auf einen Wert zwischen 94 und 96 dB eingestellt werden. Dies entspricht einem Eingangssignal von 64-66 dBµV.
im Vorweg.

(Dies entspricht auch dem Ausgangspegel der MTA's (105 dBmV => 65 dBµV))

Bewegtsich das Eingangssignal ausserhalb dieses Bereichs wird der VR unter- bzw. übersteuert, was in beiden Fällen eine negative Auswirkung auf die Signalqualität mit sich bringt.

Bei Rückwegsieht es ähnlich aus.

Wenn also der Pegel im Rückweg bei 29dB angezeigt wird heist das im Umkehrschluss, das der Signalpegel welcher am Verstärkereingang anliegt aufgrund fehlender Dämpfung zu hoch liegt. Als Folge übersteuert der Verstärker und verzerrt das Nutzsignal. Da im Netz der UM allerdings zwischen CMTS und MTA nicht nur ein Verstärker verbaut ist sondern in der Regel mehrere dieser Geräte Kaskadiert werden verstärkt sich dieser negative Einfluss mit jeder weiteren Verstärkerstufe. Die Nutzsignalqualität nimmt rapide ab und das Grundrauschen steigt stetig an, was dazu führt, das sowohl MTA als auch CMTS gewaltige Probleme bei der Signalaufbereitung und Auswertung bekommen.

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Re: Pegel: Upstream Power Level - Sinn der UM Vorgabe

Beitrag von Bastler » 12.09.2012, 20:53

Wenn also der Pegel im Rückweg bei 29dB angezeigt wird heist das im Umkehrschluss, das der Signalpegel welcher am Verstärkereingang anliegt aufgrund fehlender Dämpfung zu hoch liegt.
Das ist falsch.
Also: angenommen ein Modem sendet mit 99 dBµV, der Rückkanalverstärker ist voll aufgedreht, zwischen Verstärker und Modem sind 20 dB Bauteildämpfung.
Dann kommen am Verstärker 79 dB davon an.
Geht nun der Techniker her, und dämpft auf der Hausseite (also entweder über den Dämpfungssteller oder Bauteile, völlig egal) um weitere 10 dB, dann erhöht das Modem den Sendepegel (um am CMTS mit gleichbleibendem Pegel anzukommen) um genau den Wert der zugefügten Dämpfung, also sendet es dann mit 109 dBµV.
Am Verstärkereingang kommt es dann mit 109-20-10 an, also: 109-30= 79 dB: Gleicher Pegel..
mit dem unterschied, dass das Modem nun in dem für das Gerät spezifiziertem Bereich liegt. Und das ist für den fehlerfreien Betrieb mehr als wichtig.
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