Voice over Cable vs. Voice over IP

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
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Baseindy
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Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von Baseindy » 24.04.2012, 13:24

Hi

ich brauche mal ein paar Erfahrungsbericht zu Voice over Cable sprich der Telefonie über das Kabelmodem.

Ich habe seit vielen Jahren VoIP und die "tollsten" Erfahrungen gemacht.

- Freizeichen bzw. Gespräch verzerrt oder langgezogene Stimme.
- Der Angerufe hört sich selbst als kleines Echo.
- Wenn man gleichzeitig viel "Internet-Traffic" erzeugt merkt man das im Gespräch.
- Aussetzer im Gespräch
- der Anrufer hört den Angerufen nicht

Da bei Voice over Cable eine extra Bandbreite für die Telefonie zur Verfügung steht wollte ich mal wissen ob die Sprachqualität dort besser ist.
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Örni
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von Örni » 24.04.2012, 13:27

Ich telefoniere seit 2007 über Unitymedia... Einen Unterschied zum "normalen" T-Com Anschluss kann ich seit langem schon nicht mehr feststellen.
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josen
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von josen » 25.04.2012, 10:33

Hallo,

ich habe mit VoIP (Und VoC ist nichts anderes!) nur gute Erfahrungen gemacht. Ist auch nur Pakettelefonie. Die Vermittlungszeiten sind etwas besser als bei UM VoIP, aber nicht so kurz wie bei ISDN von der Telekom. Dich scheint das ganze ja technisch zu interessieren, also lies dir mal das folgende Whitepaper durch, da werden alle deine Fragen ausführlich beantwortet: http://www.voip-info.de/res/Technologie ... 9_ulko.pdf

Wenn du Festnetz-Eigenschaften brauchst, kauf dir eine USV und gut ist :)

Grüße

Baseindy
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von Baseindy » 25.04.2012, 12:41

Vielen Dank für den Link. Deine Vermutung ist richtig mich interessiert das technisch. :)

Ich spiele mit dem Gedanken auf VoC umzusteigen da ich mir von dem separaten "Telefoniekanal" Vorteile bei der Telefonie erhoffe.
Die Telefonie sollte beim gleichzeiten Surfen im Netz nicht beeinflusst werden das wäre schon mal ein Vorteil.

Mich wundert dass die Fritzbox 6360 die Telefonie nicht über VoC sondern über VoIP realisiert.

Habe hier noch einen Beitrag gefunden.
http://www.kabeldeutschland.com/static- ... ag_VoC.pdf
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josen
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von josen » 25.04.2012, 14:21

Hallo,

okay, dann versuchen wir doch mal eine technische Diskussion darüber. Ich bin auch über Fachwissen im Bereich DOCSIS dankbar :)
Eine nicht Beeinflussung kann dir niemand garantieren, schließlich benutzen beide Komponenten (Telefonie und Internetzugang) das selbe Medium: Koaxialkabel des Kabelnetzes. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass eine Beeinflussung viel geringer ausfällt oder fast nie auftritt. Grund dafür dürfte einfach sein, dass die Bandbreite des Internetzugangs nicht mitbenutzt wird, sondern ein eigenständiger Kanal benutzt wird. Da kann Unitymedia dann auch diesen Kanal stark beeinflussen, was Priorität angeht.

Einiges in dem Memo von dir trifft aber auch auf Unitymedias konkrete Installation nicht zu. Schau dir zum Beispiel mal die Aussage an, VoIP würde übers "Internet" laufen. Die ist nur zum Teil wahr. Tatsächlich verlassen VoIP Pakete nicht das Unitymedia Netzwerk, wenn du über die zentralen Unitymedia VoIP-Switches telefonierst. Und eine Alternative zu Packet Cable (worüber VoC recht wahrscheinlich ja betrieben wird) gibt es auch für das IP-Netz der Unitymedia: QoS mit IEEE 802.1p. Ich meine mich zu erinnern, dass 2008/9 rum auf meiner Fritz!Box 7170 sogar das TOS-Feld auf 0x10 ("Minimize Delay") gesetzt war.

Grüße

sam187
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von sam187 » 25.04.2012, 15:19

Moin,

ich wollte es auch gerade anmerken, eigentlich muss man bei Unitmedia die folgenden drei Szenarien betrachten:

- Voice over Cable (Telefonie am analogen Port des Kabelmodems)
- Voice over IP innerhalb des Unitymedia Netzes (SIP/Telefon+, bzw. jetzt Telefon Komfort oder wie auch immer)
- Voice over IP über einen Provider außerhalb des Unitymedia Netzes (Sipgate, ...)

Leider fehlt mir Detailwissen zur technischen Umsetzung von Voice over Cable. Prinzipiell glaube ich jedoch dass eine Voice over IP Nutzung innerhalb des Unitymedia Netzes (VoIP per Telefon+) nicht viel schlechter sein kann als VoC. Warum? Es fließt kein Traffic über fremde Routen/Provider, spricht UM hat es selbst in der Hand über geeinete Maßnahmen (QoS, ...) für entsprechende Qualität zu sorgen. Mich würde allerdings wirklich mal interessieren ob bei VoC getrennte Bandbreite, oder z.B. ein getrenntes "VLAN" genutzt wird.

Zu Beginn meiner UM Zeit (lange her, damals 2MBit) habe ich VoC genutzt, die letzten knapp 18 Monate VoIP im UM Netz per Telefon+. Fazit: ich konnte keine spürbaren Qualitätsunterschiede feststellen.

Was ist meinen Augen für eine VoIP Nutzung (egal ob im UM Netz oder extern) spricht ist die Flexibilität die ich z.B. bzgl. der Providerwahl habe (least cost routing). Ich bin nicht gezwungen für 20ct/min über UM zu Mobilfunkanschlüssen zu telefonieren. Natürlich kann man auch VoIP mit VoC kombinieren, aber ich persönlich mag es aus Prinzip nicht den analogen Telefonport des Kabelmodems wieder für meine internen VoIP Telefone zu digitalisieren.

Seit Januar nutze ich nun 1play + Sipgate (ich wollte mehr Bandbreite aber keine Fritz!box 6360), sprich eigentlich den "worst case" aus Telefonie-Qualitätssicht. Bisher habe ich noch keine Klagen bzgl. meiner Telefonqualität zu hören bekommen. Funktioniert zurfriedenstellend, trotz des bösen weiten Internets :naughty:

Grüße,
Sascha

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HNIKAR
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von HNIKAR » 25.06.2012, 17:32

*ausgrab*

Schöner Thread! Den gilt es - wie ich finde - zu vertiefen.
VoC, nicht VoIP, hat meines Erachtens nach großes Potential, wenn es richtig implementiert wird.
-> http://www.unitymediakabelbwforum.de/vi ... 10&t=20954
Ich weiß, das sind durchaus besondere Anforderungen bzw. hohe Ansprüche, die ich an die Telefonie (im Kabel) stelle. :kafffee:

An der Stelle würde ich gerne, da mir schlicht die Produkt-/Portfolioinfo fehlt, den letzen Beitrag von sam187 aufgreifen und das mal kurz auf meinen örtlichen Netzbetreiber herunterbrechen. Korrigiert mich also bitte, wenn ich falsch liegen sollte...

1. Fall (=VoC):
Wenn ich mir die Tarifübersicht unter http://www.kabelbw.de/kabelbw/cms/inter ... ebersicht/
mal hernehme (ja, da fehlen ein paar Pakte aber das tut jetzt nichts zur Sache), dann habe ich da beim Punkt "Telefonanschluss" die jeweilige Variante bzw. die Anzahl der verfügbaren Leitungen aufgeführt.
Ich nehme an, dass alle Pakete mit einer oder zwei ausgewiesenen Leitungen grundsätzlich via VoC realisiert werden.
Sprich, wenn man z. B. zum CF C für 29,90 € die sog. Option "Zweite Telefonleitung" hinzubucht, ist man immernoch bei VoC und erhält bei der Telefonieleistung dann exakt das selbe, wie wenn die Tarife CF P, CF E oder CA P gebucht werden.
Was hier aktuell und konkret für Hardware (bei eMTA + Router) geliefert wird, kann ich nicht sagen.
Seit ein paar Tagen ist jedenfalls offenbar die neue Fritz!Box 6340 Cable für 29,90 € bestellbar.
Wann oder ob es die total abgespeckte Variante Fritz!Box 6320 Cable gibt/überhaupt gibt, weiß ich nicht. Wisst ihr es?
Bemerkenswert finde ich hier, dass es m. W. n. bei UM kein Paket gibt, welches standardmäßig "2 Leitungen" mitbringt.
Im UM-Gebiet muss man also immer extra blechen. :zunge: Dafür sind die Preise bei euch insgesamt günstiger. :wein:

2. Fall (=VoIP via KNB):
Wie oben. Allerdings wird in diesem Szenario die sog. Option """""ISDN""""" (hier kann man einfach nicht genug Gänsefüßchen setzen...) gebucht. Und jetzt macht's - wenn ich das richtig verstanden habe - peng! Nun ist die Telefonie komplett und ausschließlich via VoIP realisiert. Sowohl die erste, als auch die zweite "Leitung" finden nur noch via VoIP im allgmeinen Datenstrom statt. D. h. es zieht a bissl was von der Kabelinternetbandbreite weg.
Und um genau dies besser als bisher verwalten zu können, wirft Kabel BW (wie alle anderen KNB auch) all jenen Kabelkunden mit Pseudo-ISDN-Option die Fritz!Box 6360 Cable an den Kopp. Gratis wohlgemerkt!
Nicht dass man mich falsch versteht - AVM liefert stets Top-Hardware.

3. Fall (=VoIP via Drittanbieter/SIP-Account):
Seit Jahren eine Grundfunktion bei vielen gängigen Routern - insbesondere bei allen Fritz!Boxen von AVM.
Dies schließt natürlich auch die drei o. g. "Cable"-Ausführungen selbiger ein. Allerdings haben die KNB hier
wohl der Nutzung von Drittanbietern wie z.B. Sipgate oder easybell einen Riegel vorgeschoben.
Diese Funktion sind im Telefoniereiter der F!B gesperrt worden und stehen dem Endkunden damit nicht mehr zur Verfügung.
Ich wage strak zu bezweifeln, dass hierfür technische Probleme ausschlaggebend sind und rechne das daher dem Geschäftskreis "miese Monopolpolitik + GMax" zu. Soweit mir bekannt, war es mit einer NICHT-CABLE-Fritz!Box bereits in der Vergangenheit jederzeit problemlos möglich, einen SIP-Account einzurichten und damit ganz normal zu telefonieren.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man die Kunden hier so künstlich einschränkt und gängelt.
Jetzt steht man vor der Wahl - entweder veraltete Hardware nutzen, oder auf Driattanbieter-VoIP komplett verzichten.
Bravo liebe KBW & übrige KNB! Was für ein enormer Fortschritt! :hammer:


Ich hake hier übrigens so ein, da ich gerade den KBW-Anschluss meiner Mutter und ihres Partner aufrüsten
soll und nun rasch wie begeistert feststelle, im Prinzip hier nur die Wahl zwischen Pest, Pest und Cholera zu haben.
Außerdem kann es nicht schaden, für andere an der Technik interessierte Leser mal festzuhalten, wovon hier
geschrieben überhaupt wird und was er selbst am Anschluss anliegen hat. Das macht es einfacher und verständlicher.
Wenn ich demnächst mal Zeit habe, würde ich an der Stelle seher gerne näher auf VoC =! VoIP eingehen.
Aber macht ruhig mal so lange weiter... :super:
MfG,
HNIKAR

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josen
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von josen » 25.06.2012, 19:12

Moin,
HNIKAR hat geschrieben:*ausgrab*
3. Fall (=VoIP via Drittanbieter/SIP-Account):
Seit Jahren eine Grundfunktion bei vielen gängigen Routern - insbesondere bei allen Fritz!Boxen von AVM.
Dies schließt natürlich auch die drei o. g. "Cable"-Ausführungen selbiger ein. Allerdings haben die KNB hier
wohl der Nutzung von Drittanbietern wie z.B. Sipgate oder easybell einen Riegel vorgeschoben.
Diese Funktion sind im Telefoniereiter der F!B gesperrt worden und stehen dem Endkunden damit nicht mehr zur Verfügung.
Ich wage strak zu bezweifeln, dass hierfür technische Probleme ausschlaggebend sind und rechne das daher dem Geschäftskreis "miese Monopolpolitik + GMax" zu. Soweit mir bekannt, war es mit einer NICHT-CABLE-Fritz!Box bereits in der Vergangenheit jederzeit problemlos möglich, einen SIP-Account einzurichten und damit ganz normal zu telefonieren.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man die Kunden hier so künstlich einschränkt und gängelt.
Jetzt steht man vor der Wahl - entweder veraltete Hardware nutzen, oder auf Driattanbieter-VoIP komplett verzichten.
Bravo liebe KBW & übrige KNB! Was für ein enormer Fortschritt! :hammer:
Das nächstemal doch besser nochmal nachsehen. Angehängt ein Screenshot einer Fritz!Box 6360 Cable mit Firmware 05.24 von vor einer Minute:
Bild

Es geht also doch. Man sollte Unitymedia nicht auch noch Unwahrheiten ins Nest legen :)

Grüße

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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von sam187 » 26.06.2012, 08:02

Wie es mit einer 6360 im UM-Netz ist wusste ich ehrlich gesagt nicht (fremde SIP Provider), da ich das Teil bewusst gemieden habe und nun 1play mit eigenem Router nutze. Aber ich finde es natürlich gut dass UM das nicht beschränkt hat.

Ich konnte damals schon zu meinen Kabel Deutschland Zeiten (Hamburg) in der von KDG gelieferten 7270 fremde SIP Provider nutzen. Genau das meinte ich ja mit dem Vorteil von SIP (über KNB-SIP oder fremde SIP-Provider) gegenüber VoC: ich bin einfach flexibler bzgl. meines Telefonieroutings, denn sowas wie "Preselection" (wow, ist schon ein paar Tage her) gibt es nicht mehr.

Natürlich bleibt der Punkt bestehen, dass VoC wahrscheinlich dedizierte, vom Internet getrennte, Bandbreite nutzt. Aber das war auch meine letzte Frage, ist das wirklich der Fall, bzw. wie wird das technisch realisiert? Wäre schön wenn jemand der Ahnung davon hat mal etwas dazu schreiben könnte, hier schauen doch genau UM-Mitarbeiter rein :zwinker:

Hnikar: ich kann deine Skepsis gegenüber VoIP grundsätzlich verstehen. Zum Thema Latenzen, hier ein paar Praxiserfahrungen meinerseits. Ich habe mir gerade mal meine Log-files für Gespräche über Sipgate im UM-Netz angeschaut: meistens (=ca. 90-95%) ~10ms, an schlechten Tagen 20-30ms, im gesamten letzten Monat zwei Ausreißer ~100ms. Weder wir noch unsere Gesprächspartner haben beim telefonieren etwas "gemerkt". Aber jeder ist diesbezüglich unterschiedlich sensibel. Andere sehen das Flackern von LED Rückleuchten an Fahrzeugen, ich nicht. Will sagen, das sind nur meine persönlichen Eindrücke.

Grüße,
Sascha

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HNIKAR
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von HNIKAR » 26.06.2012, 10:19

josen hat geschrieben:Moin,

Das nächstemal doch besser nochmal nachsehen. Angehängt ein Screenshot einer Fritz!Box 6360 Cable mit Firmware 05.24 von vor einer Minute:
Bild

Es geht also doch. Man sollte Unitymedia nicht auch noch Unwahrheiten ins Nest legen :)

Grüße
Okay, Okay! Tut mich sorry. Unitymedia macht ja durchaus ab und an was richtig. :D
Aber was heißt hier "besser nachsehen". Sag du mir lieber noch dazu, seit wann das (wieder wie früher) möglich ist!
Nebenbei bemerkt konzentriert sich meine Aufmerksamkeit (wie oben beschrieben) ziemlich auf Kabel KB,
da kann ich nur von dem ausgehen, was das letzter Stand ist, wenn man das Netz durchforstet.
Für Kabel BW und Kabel D ist mir jedenfalls nichts bekannt, dass Drittanbieter-VoIP funktioniert.
Mir ist die Updatepolitik bei den Kabelfritz!boxen ebenfalls nicht bekannt, gehe aber bisher davon aus,
dass hier angesichts der Rahmenbedingungen providerspezifische Firmwareupdates automatisiert vom KNB aus
verteilt werden und damit ausschleißlich der KNB in der Hand hat, welche Features sein Kunde bekommt und welche nicht.
Ich lasse mich aber auch hier gerne eines Besseren belehren.

Apropos - weiß hier zufällig jemand, wie es mit den anderen beiden Fritz!Boxen der Reihe "63x0 cable" aussieht?
Unterstützen die 40er und 20er bei Kabel BW und/oder Unitymedia ebenfalls Drittanbeiter-VoIP?
Die 6360 ist immerhin das "Premium"-Modell und gibt's - zumindest bei Kabel BW - eh nur mit der ISDN-Option.

@ sam187:
Schön wenn du so gute Erfahrungen gemacht hast. Bei mir war das eben über 1 Jahr lang Ende nicht der Fall.
Erst seit meinem Umzug Anfang 2010 habe ich wieder ISDN und bin seitdem rundum glücklich und zufrieden.
So muss moderne Telefonie sein. Wenn's bloß die Latenzen wären...
Klar, einerseits ist's der ganze technische "Schnickschnack" der mir gewisse Komfortfunktionen bietet, die ich nicht missen möchte und anderseits ist da vielleicht auch ein bisschen das nostalgisch-emotionale Moment.
Ich möchte einfach Telefonie, wie ich sie gewohnt bin. Besser darf es gerne sein. Nur nicht schlechter.
Wenn ich die Ruftaste drücke ohne ein Nr. gewählt zu haben, dann erwarte ich sofort das Freizeichen vom Amt.
Es sind eben die kleinen Dinge, die manchmal viel ausmachen...

Und zum Punkt "besser machen" - die KNB haben mit VOC das Potential es besser zu machen als die billigheimer im Festnetz.
Wenn sie sich richtig Mühe geben würden und netzseitig mehr implementieren, könnte man selbst die verbliebenen ISDN-Anbieter mit dem neuen VoC-Leistungsumfang deklassieren. Leider zählt Qualität heute nichts mir in vielen Vorstandsetagen.
Wachstum, Wachstum, Wachstuch, Wachsturm, Wachturm, Wattwurm! So lautet die Generaldevise.
Wenn nur Abschlusszahlen/Neuanschlüsse etwas zählen, dann ist das ein großer Irrweg der TK-Branche.
In Zeiten eines gesättigten TK-Marktes ist die Wechlserquote im Grunde die entscheidende Kennzahl.
Ein Unternehmen, dem nach Ablauf der MVLZ mehr als 10 - 15 % der Kunden abspringen, macht etwas falsch.
MfG,
HNIKAR

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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von webman » 26.06.2012, 10:42

Trotz der zugegebenermassen besseren Sprachqualität und Komfortfunktionen bei ISDN ist das klassische Festnetz trotzdem auf dem Abstellgleis. Warum sollten die Telcos in Zukunft auch weiterhin in zwei Netze parallel investieren ...
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von josen » 26.06.2012, 20:02

Moin,
HNIKAR hat geschrieben: Klar, einerseits ist's der ganze technische "Schnickschnack" der mir gewisse Komfortfunktionen bietet, die ich nicht missen möchte und anderseits ist da vielleicht auch ein bisschen das nostalgisch-emotionale Moment.
Ich möchte einfach Telefonie, wie ich sie gewohnt bin. Besser darf es gerne sein. Nur nicht schlechter.
Wenn ich die Ruftaste drücke ohne ein Nr. gewählt zu haben, dann erwarte ich sofort das Freizeichen vom Amt.
Das hats nichts mit Nostalgie zutun. Ich habe auch jedesmal einen Aha-Moment, wenn ich jemanden anrufe. Scheinbar bin ich da empfindlicher als andere.

Freisignal dauert um die 300-500 Milisekunden und nicht wie früher mit ISDN um die 10-30 (geschätzt). Das vermitteln der Verbindung dauert mehrere Sekunden, versus sofort am tuten bei ISDN. Im Vergleich zu gut realisiertem VoIP klingt das selbe Telefon topfig und der Ton wie durch Donald Duck vermittelt. Das ist jetzt natürlich miesepetern auf hohem Niveau, telefonieren geht ja und auch ohne Aussetzer. Bei einem Business Anschluss hätte ich trotzdem mehr erwartet.

VoC sollte es schon für die Komfort Option sein. Das kriegt die 6360 bestimmt auch hin.

Dieses unsäglich realisierte VoIP, dass als "Next-Generation-Nework" verkauft wurde, war aus meiner Sicht ein groß angelegter Alpha-Test durch die Kunden, aber in der ganzen Branche und nicht nur bei UM. Ist eben günstiger und Unitymedia muss mit den Billiganbietern konkurrieren.

Grüße

HariBo
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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von HariBo » 26.06.2012, 20:35

das verlängerte Warten beim Rufaufbau hängt sicherlich auch mit den Routings, die durch die T-Com gemacht werden zusammen.
Bei einem netzinternen UM Gespräch ist der Rufaufbau wesentlich schneller.

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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von sam187 » 27.06.2012, 02:18

Das ist gefühlt aber auch bei VoIP providerintern der Fall. Der kürzere, nahezu verzögerungsfeie, Verbindungsaufbau fällt mir immer auf wenn ich Sipgate zu Sipgate Telefonate führe. Aber in der Tat, der schnelle Rufaufbau zu ISDN Zeiten war schon was schönes...

Ich will jetzt nicht der VoIP Verfechter sein, denn auch ich sehe in einigen Bereichen den Rückschritt den wir gegenüber dem guten ISDN Netz hinnehmen müssen. Andererseits sehe ich aber auch neue Möglichkeiten und andere Vorteile, welche ich vorher nicht hatte. Und machen wir uns nichts vor, in ein paar Jahren wird es immer schwerer werden noch einen klassischen Anschluss zu bekommen, denn die Provider werden sicherlich nicht mehr "zurückdrehen". Der finanzielle Druck die Netze günstiger zu betreiben (= ein Netz für Sprache/Daten) wird nicht nachlassen...

Für mich ist das ganze momentan eine technische Spielwiese um Erfahrungen zu sammeln, aber ich bin privat auch nicht darauf angewiesen.

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Re: Voice over Cable vs. Voice over IP

Beitrag von HNIKAR » 27.06.2012, 15:59

josen hat geschrieben:Moin,

Das hats nichts mit Nostalgie zutun. Ich habe auch jedesmal einen Aha-Moment, wenn ich jemanden anrufe. Scheinbar bin ich da empfindlicher als andere.

Freisignal dauert um die 300-500 Milisekunden und nicht wie früher mit ISDN um die 10-30 (geschätzt). Das vermitteln der Verbindung dauert mehrere Sekunden, versus sofort am tuten bei ISDN. Im Vergleich zu gut realisiertem VoIP klingt das selbe Telefon topfig und der Ton wie durch Donald Duck vermittelt. Das ist jetzt natürlich miesepetern auf hohem Niveau, telefonieren geht ja und auch ohne Aussetzer. Bei einem Business Anschluss hätte ich trotzdem mehr erwartet.

VoC sollte es schon für die Komfort Option sein. Das kriegt die 6360 bestimmt auch hin.

Dieses unsäglich realisierte VoIP, dass als "Next-Generation-Nework" verkauft wurde, war aus meiner Sicht ein groß angelegter Alpha-Test durch die Kunden, aber in der ganzen Branche und nicht nur bei UM. Ist eben günstiger und Unitymedia muss mit den Billiganbietern konkurrieren.

Grüße

Ich danke dir, dass du das für mich so schön auf den Punkt gebracht hast.
Da ich sowieso schon als auffälliger ISDN-Verfechter abgestempelt bin, habe ich auf derlei Ausführungen verzichtet.
Ich kann jedoch alles was du da schreibst bestätigen und unterschreiben. Viel mehr gibt es nicht dazu zu sagen.
Nur in einem Punkt muss ich noch was loswerden die "Nostalgie" bezog sich auf das glasklare
"Tuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut"-Freizeichen vom Amt.
Das hat, abgesehen vom einer gewissen Korrelation zum schnellen Wahlverfahren/Rufaufbau keinen praktischen Nutzen.
Wer aber mit 3, 4 Jahren als kleiner Bub das erste mal ans alte FeTAp durfte um - unter Fingerführung durch Mutti -
die Großeltern anzurufen, der vergisst sowas einfach nicht. Tuuuuuuut!
Die heutige "Ei"-Phone-Generation hat doch keinen blassen Dunst mehr von sowas.
Tuut!


@ sam187:

Ich sehe die Vorteile noch lange nicht. Ich sehe einzig die Möglichkeiten die VoC architekturbedingt aubieten könnte.
Diese sind aber z. Z. nur reine Zukunftsmusik und warme Gedanken. Alles was unter "NGN" läuft, kann man vergessen.
Vom Pseudo-Festnetzanschluss entkoppeltes VoIP ist nicht viel besser. Es ist portabel und unabhängiger. Mehr nicht.

Es gibt ein Szenario, in dem ich VoiP als praktisch und sinnvol erachte, weil's einfach recht und v. a. billig ist;
Klassischer Analoganschluss der DTAG + DSL/kabelinternet (von wem auch immer) + VoIP (z. B. von sipgate).
Wer nur 'ne 2. Nummer benötigt um darauf angerufen zu werden (weil z. B. die Olle stundenlang telfoniert)
bekommt hier, was er braucht. Und zwar für 0 €. VoIP ist immer da stark, wo es im Grunde redundant ist.
Als nützliches Zusatzgimmick ist VoIP begrüßenswert, nur nicht als kompletter Ersatz der bestehenden Telefonie.
Eine Geistertelefonie, vor der sich Uromma und Uroppa schon zu Lebzeiten gegruselt hätten, kann nicht die Zukunft sein.

Nein, zurückgedreht wir im Festnetz sicherlich nicht. Nach der Übernahme von Hansenet durch Telefonica und der Integration der Alice-Produkte in O²-DSL ist in einem stillen Fingerstreich am 17. Februar dieses Jahres einer der vier übriggebliebenen, großen ISDN-Anbieter Deutschlands unwiederbringlich in der Versenkung verschwunden.
Für Neukunden gibt's seitdem nur noch NGN. Übrig bleiben Vodafone, Versatel und natürlich die Deutsche Telekom.
Versatel ist bereits angezählt und sucht nach Fusionspartnern. Vodafone ist indifferent - will kein ISDN mehr und hat schon mehrfach Anläufe genommen, es abzustoßen. Doch die Kunden fangen an zu revoltieren, weil sie weiterhin für ihr Geld die bewärte Arcor-Technik haben wollen. Die letzte Trutzburg dürfte mittelfristig die DTAG sein. Sie wird als Letzter
das Licht ausknipsen und ISDN begraben. Das kuriose dabei - das analoge PSTN wird es weiterhin geben.
Ich frage mich bei dieser Entwicklung nur, wie man in Zukunft im Krisen oder Katastrophenfall die Kommunikation in Deutschland aufrecht erhalten will. ISDN erfüllt(e) eben auch eine militärische und zivilschutztechnische Funktion.
MfG,
HNIKAR

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