Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
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Laurie
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Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von Laurie » 19.08.2010, 21:00

Hallo,

schon seit längerer Zeit habe ich nach einer besseren Alternative zu meinem aktuellen Anbieter gesucht. Das Angebot von Unitymedia schien nun endlich meinen Bedürfnissen zu entsprechen: günstiger Preis, moderate Mindestvertragslaufzeit, höhere Bandbreite mit der Aussicht auf baldige Verfügbarkeit einer Leitung mit 5 Mbit/s Upstream, Voice over Cable mit größerer Sprachqualität und Abhörsicherheit als VoIP sowie die Möglichkeit zur Weiternutzung meines Analog- und ISDN-Telefons bei Buchung der Option Telefon PLUS. Und dazu sollte auch noch eine Fritz!Box gestellt werden. Rundum zufrieden, schloß ich online den gewünschten Vertrag ab.

Nach Vertragsabschluß las ich dann im Rahmen einer Internetsuche zufällig hier im Forum, daß Telefon PLUS leider nicht als VoC, sondern als klassisches VoIP realisiert wird.

Daher erwäge ich nun, stattdessen die Tarifoption mit zwei analogen Leitungen (VoC) zu wählen oder meinen bisherigen ISDN-Anschluß zu behalten.

Zur Entscheidung fehlen mir aber noch einige relevante Informationen, und ich hoffe, Ihr könnt mir diesbezüglich weiterhelfen. :-)

1.
Nach meinem bisherigen Kenntnisstand erfolgt die verschlüsselte Signalübermittlung bei VoC zwar auch paketvermittelt, im Kontrast zu VoIP jedoch nicht über das Internet. Aber wie wird diese Trennung vom Internet erreicht: durch andere Frequenzen, eine Art VPN-Tunnel zwischen den Gesprächspartnern oder ...? Und ist diese Verbindung tatsächlich so sicher und der Festnetzqualität entsprechend, wie seitens der Kabelnetzbetreiber behauptet wird?
(Ich habe bereits mit der Bitte um genauere Erläuterung bei der Hotline für technische Fragen angerufen; der freundliche Mitarbeiter beschränkte sich bei seiner Argumentation allerdings auf die Fritz!Box, obwohl ich mehrfach betonte, primär an den Unterschieden der Übertragung in den Netzabschnitten außerhalb meiner Wohnung interessiert zu sein ...)

2.
Ich würde gerne mein ISDN-Telefon weiterhin nutzen. Nun sollen diverse Fritz!Box-Modelle ja sowohl hinter einem Kabelmodem als auch an analogen Telefonanschlüssen funktionieren. Nach Auskunft des Technikers kann eine Fritz!Box jedoch nicht als Telefonanlage am Anschluß des Modems für analoge Endgeräte betrieben werden, weil sie dann kein Signal erhält. Diese Aussage ist für mich im Moment nicht nachvollziehbar. Wenn eine Fritz!Box an derselben TAE-Buchse wie ein analoges Telefon betrieben werden kann, ist doch - zumindest aus meiner Perspektive als Laie - anzunehmen, daß diesbezüglich beide dieselben Signale auf vergleichbare Weise verarbeiten (können). Weshalb sollte dann ein analoges Telefon an der Telefonbuchse des Kabelmodems funktionieren, eine Fritz!Box bei ausschließlichem Einsatz als Telefonanlage dagegen nicht?

addicted
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von addicted » 19.08.2010, 23:58

Laurie hat geschrieben:1.
Ich habs jetzt nicht recherchiert, aber ich stells mir so vor:

Das Kabelmodem ist Teil eines internen Netzes. In diesem liegen die Telefonieserver von UM. Die Kommunikation innerhalb des Broadcast-Bereiches des Kabels (Layer 2) erfolgt ja sowieso verschlüsselt, das gilt daher auch für die Telefonie. Ab dem CMTS wird vermutlich nicht mehr verschlüsselt übertragen (auf Layer 3). Der Telefonieserver hat dann direkt die Leitungen ins Telefonnetz.
Die Qualität wird vermutlich durch eine reservierte Übertragungsrate in der Modemconfig gewährleistet. Im Docsis3 hat diese sogar "Priorität" vor den Nutzdaten der anderen Leute in Deinem Segment.
Laurie hat geschrieben:2.
Der Techniker geht vermutlich davon aus, dass Du eine Fritzbox mit TelefonPlus bekommen hast. In dem Fall liegen an den Telefonbuchsen des Modems in der Tat keine Signale an. Sofern Du kein TelefonPlus buchst, sondern die FB aus anderen Quellen beziehst, sollte Deinem Plan mMn nichts im Wege stehen.

smeagol4388
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von smeagol4388 » 20.08.2010, 08:20

Ich kann leider auch nichts zum thema abhörsicherheit von VoC beitragen.
Aber eines ist sicher die fritzbox funktioniert als Telefonanlage an einem Kabelmodem telefonanschluß.

Mir stellt sich hier gerade die frage ob die fritzbox 6360 VoC mit 2 kanälen kann. oder ob sie nur voip über sip kann.

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Matrix110
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von Matrix110 » 20.08.2010, 13:09

Abhörsicherheit ist zwar rudimentär vorhanden wie bei so ziemlich allen Diensten außer bei Analog Festnetz, aber stellt kein Hinderniss für jemanden dar der jemanden abhören möchte und genug Geld verbrennen kann... (Genauso wie bei ISDN/GSM/UMTS/VoIP/Skype wobei es aufsteigend immer teurer wird)

Sicherheit bringt hier nur End to End Verschlüsselung der Telefone.

addicted
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von addicted » 20.08.2010, 16:56

Matrix110 hat geschrieben:Abhörsicherheit [...] stellt kein Hinderniss für jemanden dar der [...] genug Geld verbrennen kann... [...] ISDN/GSM/UMTS/VoIP/Skype wobei es aufsteigend immer teurer wird)
GSM ist mittlerweile mit Hardware von etwa 1000-1500 Euro zu machen, und das unbemerkt und ohne in verschlossene Wohnungen oder Schaltkästen eindringen zu müssen :)
ISDN schätze ich teurer ein, wegen der Unerreichbarkeit der Kabel.

Wobei das für einen "authorisierten Mithörer" (Staat) eh keine Rolle spielt, der hört auch Dein VoIP-Telefonat relativ kostengünstig mit. Bei Skype bin ich grad nicht sicher, evtl. hilft Google.

Für die anderen Sachen bieten sich wohl Leute an, die z.B. aufgrund Ihrer Arbeitsstelle eh schon $Zugang zu an der Kommunikation beteiligten Einrichtungen haben.
In der Regel wird man natürlich direkt das unverschlüsselte Gespräch aufzeichnen anstatt die Verschlüsselung zu knacken, also mit einer Wanze im Telefonhörer.

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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von conscience » 20.08.2010, 17:10

Über welchem Protokoll werden die MTAs und Modeme konfiguriert?

Laurie
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von Laurie » 21.08.2010, 16:10

Ich danke Euch für Eure Antworten. :-)
addicted hat geschrieben: Das Kabelmodem ist Teil eines internen Netzes. In diesem liegen die Telefonieserver von UM. Die Kommunikation innerhalb des Broadcast-Bereiches des Kabels (Layer 2) erfolgt ja sowieso verschlüsselt, das gilt daher auch für die Telefonie. Ab dem CMTS wird vermutlich nicht mehr verschlüsselt übertragen (auf Layer 3). Der Telefonieserver hat dann direkt die Leitungen ins Telefonnetz.
Über diesen Kommunikationsweg laufen aber nur nur die Telefonate eines analogen Telefonanschlusses bei Unitymedia, oder? Bei Telefon PLUS werden sie dann wie bei anderen Anbietern mit VoIP übertragen und nicht irgendwie in das kabelinterne Telefonnetz eingespeist?
addicted hat geschrieben: Die Qualität wird vermutlich durch eine reservierte Übertragungsrate in der Modemconfig gewährleistet. Im Docsis3 hat diese sogar "Priorität" vor den Nutzdaten der anderen Leute in Deinem Segment.
Die per Voice over Cable übertragenen Telefonate eines analogen Kabel-Telefonanschlusses besitzen auch meinen Informationen zufolge im CMTS Priorität vor dem Internet-Traffic.
Aber gilt dies auch für Telefonate per Voice over IP bei Telefon PLUS? Wenn der CMTS nämlich diese Daten nicht von anderen Internet-Nutzdaten unterscheiden kann, nützt es mir in Zeiten hohen Internet-Verkehrsaufkommens doch recht wenig, in der Fritz!Box "Festnetzqualität" für Telefonate eingestellt zu haben, weil diese Option ja nur den von mir allein genutzten Netzabschnitt beeinflußt.
addicted hat geschrieben: Sofern Du kein TelefonPlus buchst, [...] sollte Deinem Plan mMn nichts im Wege stehen.
smeagol4388 hat geschrieben: die fritzbox funktioniert als Telefonanlage an einem Kabelmodem telefonanschluß.
Das ist schon einmal eine gute Nachricht. Ich war über die Auskunft des Technikers auch auch sehr verwundert.
addicted hat geschrieben: Wobei das für einen "authorisierten Mithörer" (Staat) eh keine Rolle spielt, der hört auch Dein VoIP-Telefonat relativ kostengünstig mit. [...]
Für die anderen Sachen bieten sich wohl Leute an, die z.B. aufgrund Ihrer Arbeitsstelle eh schon $Zugang zu an der Kommunikation beteiligten Einrichtungen haben.
Matrix110 hat geschrieben:Abhörsicherheit ist zwar rudimentär vorhanden wie bei so ziemlich allen Diensten außer bei Analog Festnetz, aber stellt kein Hinderniss für jemanden dar der jemanden abhören möchte und genug Geld verbrennen kann...
Vor staatlich initiiertem Abhören eines Telefonats schützt wohl letzlich nur ein Handy, bei dem weder IMEI noch Vertragsdaten der Prepaid-Karte Rückschlüsse auf die eigene Person erlauben (und der Gesprächsinhalt natürlich auch nicht). Insofern sehe ich diesbezüglich keinen Unterschied zwischen VoC und VoIP.
Offensichtlich habe ich meine Frage aber nicht eindeutig genug formuliert, denn meine Bedenken gegenüber VoIP betreffen gerade nicht staatliche Stellen, sondern den zusätzlichen Risikofaktor Privatpersonen.
addicted hat geschrieben: ISDN schätze ich teurer ein, wegen der Unerreichbarkeit der Kabel.
Genau das meine ich. Auf meinen derzeitigen ISDN-Anschluß könnten höchstens der Staat oder Mitarbeiter der Telefongesellschaft Zugriff nehmen, weil die Telefonleitung von der DSL-Leitung räumlich getrennt ist, also keine Verbindung zum Internet existiert.
Bei VoIP werden die Pakete dagegen über das Internet übertragen, auf das alleine in Deutschland Millionen Menschen Zugriff besitzen. Und darunter befinden sich mit Sicherheit etliche, die Entweder den Versuch des Hackens/Crackens als sportliche Herausforderung betrachten oder auch explizit am Inhalt der Gespräche ihrer Mitbürger interessiert sind.
Ist VoC in dieser Hinsicht der sicheren Trennung vom Internet nun eher mit VoIP oder ISDN vergleichbar?
Und ist diesbezüglich VoIP bei Unitymedia eher mit VoC bei Unitymedia oder mit VoIP bei anderen Anbietern zu vergleichen?
Matrix110 hat geschrieben: (Genauso wie bei ISDN/GSM/UMTS/VoIP/Skype wobei es aufsteigend immer teurer wird)
Deiner Einschätzung zufolge ist also ISDN wesentlich leichter/kostengünstiger abzuhören als VoIP oder Skype??
- Für staatliche Stellen oder Privatpersonen?
addicted hat geschrieben: Bei Skype bin ich grad nicht sicher, evtl. hilft Google.
Skype besitzt die Möglichkeit zum Mithören der Telefonate und arbeitet auch mit Ermittlungsbehörden zusammen.
Quelle 1
Quelle 2

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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von addicted » 21.08.2010, 16:50

Laurie hat geschrieben:[Das Kabelmodem ist Teil eines internen Netzes. In diesem liegen die Telefonieserver von UM.]
Über diesen Kommunikationsweg laufen aber nur nur die Telefonate eines analogen Telefonanschlusses bei Unitymedia, oder? Bei Telefon PLUS werden sie dann wie bei anderen Anbietern mit VoIP übertragen, und nicht irgendwie in das kabelinterne Telefonnetz eingespeist?
Erstmal ist Dein Gedanke korrekt. Allerdings verlassen auch die VoIP-Telefonate das (IP-)Netz von UM nicht, d.h. es gibt keine zusätzlichen zugriffsberechtigten Personen ausserhalb von UM bis zum Interconnection-Punkt, an dem widerum auch die VoC-Gespräche ankommen.

Laurie hat geschrieben:Die per Voice over Cable übertragenen Telefonate eines analogen Kabel-Telefonanschlusses besitzen auch meinen Informationen zufolge im CMTS Priorität vor dem Internet-Traffic.
Aber gilt dies auch für Telefonate per Voice over IP bei Telefon PLUS?
Nein, erstmal nicht. Die VoIP-Verbindung läuft eine "Ebene" höher und sieht erstmal auch wie "normale" Nutzdaten aus. Die Fritzbox prioritisiert diese Verbindung nur lokal, sobald die in den Shared-Bereich kommt, streitet sie sich mit "den anderen Kunden" um die verfügbare Bandbreite.
Allerdings: Falls es wirklich nichtmal mehr für ein Telefonat langt (<64KBit/s), dann hat UM mehrere Auslastungsgrenzen für den Ausbau verschlafen. Man könnte also hoffen, dass es nicht soweit kommt, hat aber ansich keine Garantie.

Laurie hat geschrieben:Vor staatlich initiiertem Abhören eines Telefonats schützt wohl letzlich nur ein Handy, bei dem weder IMEI noch Vertragsdaten der Prepaid-Karte Rückschlüsse auf die eigene Person erlauben (und der Gesprächsinhalt natürlich auch nicht). Insofern sehe ich diesbezüglich keinen Unterschied zwischen VoC und VoIP.
Da gibt es noch Ende-zu-Ende Verschlüsselung, die ich als sehr sicher einstufe, wenn man nur den Kommunikationsweg betrachtet und der/die Anwender sich gut genug auskennen (= es richtig machen).

Laurie hat geschrieben:Offensichtlich habe ich meine Frage aber nicht eindeutig genug formuliert, denn meine Bedenken gegenüber VoIP betreffen gerade nicht staatliche Stellen, sondern den zusätzlichen Risikofaktor Privatpersonen.
Ich denke von Privatpersonen geht da weniger Risiko aus als Du befürchtest.
Die VoC-Server sind ebenso wie die VoIP-Server im internen UM-Netz und allerhöchstens durch UM-Kunden zu erreichen. Aussen vorgelassen, dass es offene WLANs geben könnte, müsste UM eigentlich wissen, von welchem Anschluß aus ein Einbruchsversuch ausgeht, es dürfte also entsprechend riskant sein, das wirklich zu versuchen.
Desweiteren sind die Backend-Techniker bei UM eigentlich nicht unerfahren und werden die Systeme vermutlich gut abgesichert haben, d.h. selbst wenn sich jemand z.B. mittels Trojaner Zugriff auf das System eines UM-Kunden beschafft, muss er immernoch in die Telefonieserver einbrechen. Aber wenn auch das klappen sollte, dann macht es vermutlich keinen Unterschied mehr, ob Du VoC oder VoIP benutzt.

Im Übrigen: Wenn ich Dich belauschen wollte, als Privatmensch, würde ich eher Wanzen in Deiner Wohnung anbringen als irgendwie ins System von UM einzubrechen. Geht schneller, ist einfacher und vor allem nicht so leicht zu entdecken: Wie oft kontrollierst Du, ob in der Fassung Deiner Deckenlampen eine Wanze angebracht wurde?

Laurie hat geschrieben:Und ist diesbezüglich VoIP bei Unitymedia eher mit VoC bei Unitymedia oder mit VoIP bei anderen Anbietern zu vergleichen?
Wenn Dir der VoIP-Anbieter auch den Internetzugang bereitstellt, ist diesbezüglich alles mit VoC zu vergleichen. Bei externen VoIP-Anbietern sieht es etwas anders aus, weil Deine Pakete dann das Netz Deines Providers verlassen.
Laurie hat geschrieben:Skype besitzt die Möglichkeit zum Mithören der Telefonate und arbeitet auch mit Ermittlungsbehörden zusammen.
Danke für die Quellen. Ich hatte vermutet, dass es bei Peer2Peer nicht so leicht ist, aber in nicht-quelloffener Software geht so einiges :)


Edit: Und für alle die wegen Skype interessiert mitlesen: Wusstet Ihr, dass ICQ/AOL weitreichende Rechte an allen über die Dienste verschickten Text-Nachrichten gehören? Die habt Ihr ihnen mit Annahme der AGB gegeben. Ich darf Jabber/XMPP empfehlen, ist dezentral wie E-Mail, es gibt genug freie Clients [1,2], und Größen wie Google und GMX bieten direkt Jabber/XMPP-Adressen an :)

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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von Matrix110 » 21.08.2010, 19:04

Bei VoIP werden die Pakete dagegen über das Internet übertragen, auf das alleine in Deutschland Millionen Menschen Zugriff besitzen. Und darunter befinden sich mit Sicherheit etliche, die Entweder den Versuch des Hackens/Crackens als sportliche Herausforderung betrachten oder auch explizit am Inhalt der Gespräche ihrer Mitbürger interessiert sind.
Beim UM VoIP eben nicht, die Gespräche gehen nur bis zum UM Telefonieserver per IP und das ist alles noch im UM internen Netz.
Bei 3rd Party SIP Anbietern ist das natürlich anders, aber selbst da gibt es keinen Grund zur Sorge, da man nicht so einfach das "internet" anzapfen kann und mithören kann was man möchte...dazu müsste man Kniffe anwenden die jemand bestimmt nicht unternimmt um von irgendeinem "nobody" ein Gespräch mitzuhören...
Da ist wie gesagt das verwanzen nen Kinderspiel dagegen.

Die einzige Möglichkeit die Gespräche mit wenig Aufwand abzuhören wäre, den Router ne modifizierte Firmware unter zujubeln. Alles andere ist absolut utopisch für jeden der nicht extrem kriminell ist und sehr viele Ressourcen zur Verfügung hat.

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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von piotr » 21.08.2010, 19:31

addicted hat geschrieben:
Laurie hat geschrieben:Die per Voice over Cable übertragenen Telefonate eines analogen Kabel-Telefonanschlusses besitzen auch meinen Informationen zufolge im CMTS Priorität vor dem Internet-Traffic.
Aber gilt dies auch für Telefonate per Voice over IP bei Telefon PLUS?
Nein, erstmal nicht. Die VoIP-Verbindung läuft eine "Ebene" höher und sieht erstmal auch wie "normale" Nutzdaten aus. Die Fritzbox prioritisiert diese Verbindung nur lokal
...
Nicht ganz. Die Fritzbox priorisiert das UM SIP nicht nur lokal.
Sie haengt beim UM SIP bestimmte Paket-Kennungen an die Sprachpakete dran, die UM (hoffentlich) erkennt und damit dann auch das UM SIP im UM Netz priorisiert behandeln werden kann (und damit nicht wie normale Daten mit Besteffort behandelt wird).

Beim 3rd party SIP stimmt Deine Aussage aber.

addicted
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von addicted » 21.08.2010, 21:04

Cool. Mein Porn-Downloads sind mindestens so wichtig wie der Anruf meines Herzinfarkt-Nachbarn bei 112.
Zugegeben, sie könnten das Flag auf die Telefonie-Server filtern. Aber dann könnten sie das Flag auch sparen und gleich den Traffic vom und zum Telefonieserver priotisieren. Jetzt muss ich nurnoch rausfinden, wie ich darüber Porn bekomme...
</Ironie>

Meinst Du wirklich, die glauben den low delay Flags vom Kunden?

Laurie
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitrag von Laurie » 22.08.2010, 19:19

addicted hat geschrieben: Allerdings verlassen auch die VoIP-Telefonate das (IP-)Netz von UM nicht, d.h. es gibt keine zusätzlichen zugriffsberechtigten Personen ausserhalb von UM bis zum Interconnection-Punkt, an dem widerum auch die VoC-Gespräche ankommen.
[...]
Wenn Dir der VoIP-Anbieter auch den Internetzugang bereitstellt, ist diesbezüglich alles mit VoC zu vergleichen.
[...]
selbst wenn sich jemand z.B. mittels Trojaner Zugriff auf das System eines UM-Kunden beschafft, muss er immernoch in die Telefonieserver einbrechen. Aber wenn auch das klappen sollte, dann macht es vermutlich keinen Unterschied mehr, ob Du VoC oder VoIP benutzt.
Matrix110 hat geschrieben: Beim UM VoIP eben nicht, die Gespräche gehen nur bis zum UM Telefonieserver per IP und das ist alles noch im UM internen Netz.
Soweit ich das nun verstanden habe, werden die Pakete bei VoC vom Kunden über eine vom Internet völlig getrennte Verbindung mit zugesicherter Bandbreite zu VoC-Servern im IP-Subnetz von UM übertragen und von dort zum Interconnection-Punkt.
Demgegenüber werden die Sprachpakete bei UM-VoIP über die Internetverbindung zu VoIP-Servern im IP-Subnetz UMs und von dort ebenfalls zum Interconnection-Punkt geleitet, wobei ihre Priorisierung technisch möglich, aber nicht anzunehmen ist.
Und ab diesem Punkt besteht kein Unterschied in der Übertragung mehr.

Ein potentieller Angreifer, der sich trotz der Sicherheitsvorkehrungen in das IP-Subnetz von Unitymedia einhackt, könnte auf die VoC-Server ebenso "leicht" Zugriff erlangen wie auf die VoIP-Server.
Ein Unterschied in puncto Sicherheit besteht demzufolge nur in bezug auf die Kundenseite, da über das Internet ein Angriff auf die Fritzbox, aber nicht auf die Analoganschlüsse des Kabelmodems möglich ist.

Mit vermutlicher Ausnahme der Priorisierung von Sprachpaketen gelten die Angaben in folgenden Auszügen einer pdf-Datei des Netzbetreibers Kabel Deutschland zu den Vorteilen von VoC in Relation zu VoIP eines Drittanbieters folglich nicht nur für VoC, sondern analog für UM-VoIP(?):
Voice over Cable: Eine sichere Sache
Mit Voice over Cable (VoC) macht eine Alternative zur
Festnetztelefonie von sich Reden, für die die klassischen Bedenken
gegen VoIP – vor allem in Sachen Quality of Service und Sicherheit
– nicht gelten.
[...]
Voice over Cable – das steckt dahinter
Um Sprache über das Fernsehkabel zu übertragen, greifen die Anbieter
auf eine Technik zurück, die Voice over IP (VoIP) in Grundzügen ähnelt,
jedoch einige entscheidende Vorteile aufweist.
[...]
Technisch unterscheiden sich VoIP über Kabel und über Internet nur
marginal. Betrachtet man jedoch die wichtigen Aspekte Qualität und
Sicherheit, hat das Kabel aufgrund der eigenständigen Infrastruktur und
der für Sprachdienste garantierten Bandbreite die Nase vorn. Der
wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei VoC das Internet außen
vor bleibt. Gute Sprachqualität und sichere Verbindungen sind bei VoIP
dagegen derzeit nur in einem „Managed Network“ möglich.
[...]
Beim Kabelnetz stehen dagegen alle Netzknotenpunkte unter der
Kontrolle des Netzbetreibers – ein „Managed Network“ also. Das
ermöglicht den Betreibern, die Sprachnachrichten zu priorisieren. Dazu
nutzen die Anbieter die Packet-Cable-Technik.
[...]
Betrachtet man neben der generellen Sicherheit der Datenübertrag über
das Fernsehkabel die Telefonie im Detail, hat ein Managed Network wie
das Fernsehkabel deutliche Vorteile in punkto Sicherheit gegenüber der
Telefonie über das Internet. Da die Gespräche nicht über ein „Shared
Medium“ wie das öffentliche Internet übertragen werden, besteht keine
Gefahr, dass ein Angreifer Daten mithilfe eines Sniffer-Programms
mitschneidet. Mittlerweile gibt es sogar in geswitchten Netzwerken die
Möglichkeit, ungeschützte Verbindungen zu manipulieren – mittels ARPSpoofing
(Address Resolution Protocol). Man spricht dabei von einem
Man-In-The-Middle-Angriff. Der Angreifer sendet eine manipulierte ARPNachricht
an einen Host und veranlasst ihn, Pakete statt an den
Empfänger an den Angreifer zu schicken. Der Angreifer leitet nun als
Proxyserver die Daten an den eigentlichen Empfänger weiter. Solche
Gefahren spielen für VoC keine Rolle, da die Daten über die
verschlüsselte DOCSIS-Verbindung übertragen werden.
An der Schnittstelle von VoIP zum Telefonnetz können sich außerdem
0900-Dialer einnisten, die das Gespräch über einen teuren Zugang
leiten und die Telefonrechnung in Schwindel erregende Höhen treiben.
Sie können sogar die Kontrolle über ganze Telefonanlagen übernehmen
und kostenpflichtige Gespräche aufbauen, ohne dass der Teilnehmer es
merkt. Auch diese Gefahr besteht bei VoC nicht, da das Internet außen
vor bleibt.
[...]
Man spricht
dabei von First-Line-Qualität – also einem Telefonanschluss, der
genauso zuverlässig ist wie das Festnetz.
addicted hat geschrieben: Allerdings: Falls es wirklich nichtmal mehr für ein Telefonat langt (<64KBit/s), dann hat UM mehrere Auslastungsgrenzen für den Ausbau verschlafen.
- Das Problem scheint doch schon aktuell zu sein. Schließlich wird phasenweise schlechte Sprachqualität bei VoIP immer wieder in Foren diskutiert. Zudem drosselt(e?) Kabel Deutschland zu bestimmten Zeiten die Bandbreite. Einige Knotenpunkte scheinen folglich zumindest zeitweise an ihre Auslastungsgrenzen zu stoßen.
- Entsprechen max. 64 kbps der benötigten Bandbreite bei der Einstellung "Festnetzqualität" in der Fritzbox?
addicted hat geschrieben: Da gibt es noch Ende-zu-Ende Verschlüsselung, die ich als sehr sicher einstufe, wenn man nur den Kommunikationsweg betrachtet und der/die Anwender sich gut genug auskennen (= es richtig machen).
Unter den von Dir genannten Bedingungen stellt eine End-to-end-Verschlüsselung bestimmt die sicherste Form der Telefonie dar. Leider ist ihr möglicher Anwendungsbereich durch die dafür erforderlichen Kenntnisse sowie Hard-/Software sehr begrenzt. Zudem werden auch anonyme Prepaid-Karten in absehbarer Zeit wohl nicht mehr existieren, so daß die Möglichkeiten sicherer Kommunikation weiter reduziert werden.
Matrix110 hat geschrieben: das "internet" anzapfen [...] dazu müsste man Kniffe anwenden die jemand bestimmt nicht unternimmt um von irgendeinem "nobody" ein Gespräch mitzuhören...
Da ist wie gesagt das verwanzen nen Kinderspiel dagegen.
addicted hat geschrieben: Wenn ich Dich belauschen wollte, als Privatmensch, würde ich eher Wanzen in Deiner Wohnung anbringen [...] Wie oft kontrollierst Du, ob in der Fassung Deiner Deckenlampen eine Wanze angebracht wurde?
Auch wenn die letzte Frage rhetorisch gemeint war: Freunden unterstelle ich diese Absicht nicht, Fremde lasse ich in meiner Wohnung normalerweise keine Sekunde unbeaufsichtigt. Demzufolge fühle ich mich auch ohne regelmäßige Kontrolle meiner Lampen auf Wanzen zuhause unbeobachtet. :-)
Im übrigen mag die Verwanzung der Wohnung bei gegen eine bestimmte Person gerichtetem Abhörwunsch die oft einfachere Alternative darstellen. Von einem derart gezielten Angriff gegen mich gehe ich jetzt erst einmal nicht aus. Allerdings schätze ich die Motivation einer Reihe von Internetnutzern zum Abhören beliebiger Menschen offensichtlich höher ein als Ihr.
piotr hat geschrieben: Die Fritzbox [...] haengt beim UM SIP bestimmte Paket-Kennungen an die Sprachpakete dran, die UM (hoffentlich) erkennt und damit dann auch das UM SIP im UM Netz priorisiert behandeln werden kann
addicted hat geschrieben:Meinst Du wirklich, die glauben den low delay Flags vom Kunden?
Der die deutliche Majorität der Kunden bildende ONU wird seine DLs sicher nicht falsch flaggen, wohl aber bei schlechter Sprachqualität die Störungshotline kontaktieren, ggf. einen Techniker beauftragen und darüber hinaus u. U. Negativwerbung für seinen Anbieter machen. Könnte insofern nicht der finanzielle Schaden für Unitymedia bei Nichtpriorisierung der entsprechend geflaggten Pakete größer sein?
addicted hat geschrieben:und gleich den Traffic vom und zum Telefonieserver priotisieren. Jetzt muss ich nurnoch rausfinden, wie ich darüber Porn bekomme...
Das ist ganz einfach ... :-D

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