Planung für den Anschluss mehrerer Gebäude an 1 ÜP

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dribs
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Planung für den Anschluss mehrerer Gebäude an 1 ÜP

Beitrag von dribs » 07.04.2019, 11:41

Ich stehe vor der undankbaren Aufgabe die Arbeiten einer Fremd-Firma fortzusetzen. Anlagen in EFH stellen soweit kein Problem für mich dar, hier aber hätte ich gerne mal Rat von den Profis. Es gibt zwar noch ein paar Unbekannte, trotzdem hätte ich gerne eure Meinung dazu gehört.

4 Gebäude mit 8 bzw. 6 Wohnungen sollen an 1 ÜP angeschlossen werden (fragt mich nicht warum, ist einfach so). Primär geht es um den TV-Empfang, HSI ist nicht gefordert. Die Gebäude stehen, die hausinterne Verkabelung ist soweit abgeschlossen. Das heißt: Kabel vom jeweiligen Technikraum bis in die Wohnungen, dort jeweils 4-fach Verteiler zu 3 oder 4 Anschlüssen. Infos zu den Kabellängen und Art der Dosen leider (noch) nicht vorhanden.

Gedacht ist ein Verstärker sowie 4-fach Verteiler hinter dem ÜP (Pegel unbekannt), von da Kabel (RG11/HD163) zu den unterschiedlich entfernten Gebäuden (35-90 m). Grob gerechnet ergibt sich hier eine Dämpfung von 12-17 dB inkl. Verteiler. Dann jeweils ein HAV sowie 8- bzw. 6-fach Verteiler in den jeweiligen Technikräumen.

Was spricht dagegen? Anderer Vorschlag? Wie sollte man die Verstärker dimensionieren?

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Re: Planung für den Anschluss mehrerer Gebäude an 1 ÜP

Beitrag von Bastler » 07.04.2019, 14:20

Wenn man es 100%ig korrekt machen würde, dann würde man es mit AND durchrechnen bzw. durchrechnen lassen.
Es geht aber auch so einigermaßen, lediglich wie viel Verstärkung man am 1. Verstärker braucht kann man nur mit Wissen der ÜP Pegel angeben.

Dennoch sind das alles recht ungenaue Angaben, z.B. ob eine Linie 35 oder 90 m (!) ist, macht einen deutlichen Unterschied, gerade wenn nur mit (hoffentlich P-)RG11 Kabel gearbeitet wird (für 90 m ist PRG11 schon eine sehr gewagte Länge!)

Habe ich das richtig verstanden, dass die 4 Häuser von einem Punkt (an dem sich der ÜP befindet) aus sternförmig versogrt werden?
Hat das Gebäude, in dem sich der ÜP befindet, auch Wohnungen, sprich geht es im Endeffekt um 5 Häuser?

Falls ja, dann müsste an den ÜP ein Linienverstärker, ggf. ein rauscharmer Vorverstärker davor (je nach Pegel). AND bzw. Unitymedia würde wahrscheinlich keinen 4-Fach Verteiler vorshehen (auch wenn das prinzipiell gehen würde), sondern einen 2-FachAbzweiger mit 20 dB und dahinter einen 2 Fach 16 dB, so dass man die unterschiedlichen Dämpfungen der Linienkabel entsprechend etwas kompensieren könnte. Falls das ÜP Haus auch Wohnungen haben sollte, müsste als erstes noch ein 20 dB Einfach Abzweiger davor für den Hausverstärker und die Abzweiger dahinter wüden demenstrepchend beide jeweils eine Abstufung kleiner gewählt werden.
Also konkret : ÜP > (ggf) Vorverstärker) > Linienverstärker > 1 Fach Abzweiger 20 dB (Abzweig auf den Hausverstärker) > 2-Fach Abzweiger 16 dB (Abzweige auf die beiden längeren Linien) > 2 Fach Abzweiger 12 dB auf die kürzeren Linien.
Der Linienverstärker braucht nicht viel Verstärkung ~32 dB reichen in der Regel aus (Netto-Verstärkung braucht man viel weniger, vielleicht nur ~ 25 dB, der Rest geht für die Entzerrung drauf).
Um die Hausverstärker dimesionieren zu können braucht man Angaben über den exakten Aufbau der jeweiligen Hausverteilung inkl. Dosen.
Da aber in den Wohnungen noch zusätzlich die 4-Fach Verteiler sind kann man eigentlich schon Pauschal mit jeweils einem 40 dB Verstärker rechnen.

dribs
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Re: Planung für den Anschluss mehrerer Gebäude an 1 ÜP

Beitrag von dribs » 07.04.2019, 15:08

Der ÜP befindet sich separat, keine Wohnungen. Wo GENAU weiß ich noch nicht.

Ja, die Häuser werden von da aus sternförmig versorgt. 35m bis Haus 1, 45m bis Haus 2, je 8 Parteien. 80m bis Haus 3, 90m bis Haus 4, je 6 Parteien. Bisher habe ich nur Bilder vom Technikraum sowie einem 4-fach Verteiler in der Wohnung mit 3 abgehenden Kabeln gesehen (angeblich Sternverteilung).

Vorgesehen ist DIESES Kabel. Das hältst du für sehr gewagt?

Die Lösung mit den abgestuften Abzweigern hinter dem 1. Verstärker macht angesichts der unterschiedlichen Kabellängen zu den Häusern durchaus Sinn. Dort hätte ich dann auch einen 35-40 dB Verstärker vorgesehen, in der Hoffnung, dass die Elektrikfirma keine Stichdosen mit kleiner Dämpfung verbaut hat. Das wird aber noch geklärt.

Es soll zunächst ein KVA erstellt werden, die Mieter müssen fernsehen können, mehr nicht. Sollte einer davon HSI beantragen und UM alles wieder rausschmeißen, ist das eben so.

Danke soweit!

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Re: Planung für den Anschluss mehrerer Gebäude an 1 ÜP

Beitrag von Bastler » 07.04.2019, 15:33

dribs hat geschrieben:
07.04.2019, 15:08
Vorgesehen ist DIESES Kabel. Das hältst du für sehr gewagt?
Bei 90 m (in einem Stück, ohne einen Linienverstärker auf halber Strecke zwischenzusetzen) ja. Das ergibt auf der Länge schon ~ 10 dB Schräglage. Kriegt man zwar wahrscheinlich mit entsprechender Pegelung gelöst, wenn man es genau wissen will braucht man AND.
Bei UM eigenen Anlagen würde eine so lange durchgehende Linie aber ziemlich sicher entweder mit einem anderen Kabeltyp (NKX oder COAX4) aufgebaut wegen der Schräglage.
Bei Neubauten, wo die Verkabelung vom Elektriker vorgenommen wird und UM nur die Verstärker / Verteiler und Dosen installiert (MMA-Vollausbau) können wir aber schon froh sein, wenn überhaupt (P)RG11 verlegt wurde. Oft lesen die Elektriker sich die Anfordrungen in der Baubeschreibung vorher nicht durch und legen einfach normales 7 mm Kabel als Querverbindung (auch bei Längen von 60 m...) :zwinker: .

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