Umstellung von analog nach digital?

Hier geht es um alle digitalen TV- und Radioprogramme, die von Unitymedia ins Kabelnetz eingespeist und selbst vermarktet werden (inklusive ARD Digital und ZDFvision).
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Obo
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Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Obo » 13.07.2009, 07:57

Hallo!
Wir haben in unserer Wohnung einen analogen Kabelanschluss (haben wir nicht selbst bestellt, ist in der Miete mit drin). Jetzt hat mir auf der Arbeit jemand erzählt, dass demnächst alles von analog auf digital umgestellt wird und ich dann einen Digitalreciever bräuchte. Schlimmer noch, da sowohl ich als auch meine Mitbewohnering und ihre Tochter jeweils einen Anschluss (Fernsehgerät) nutzen, bräuchten wir drei Stück. Ist das Unsinn oder hat mein Kollege Recht?
Ich habe gar keine Lust auf diesen Kram und auf Unitymedia schon gar nicht. Bei jedem Gewitter habe ich Schnee in den meisten Programmen, einmal im Monat fällt der Empfang ganz aus. Dafür werden wir mit Reklame zugeschmissen. Einmal war sogar eine äusserst aufdringliche Trulla an der Türe, die mit auch noch Telephon und Internet via Kabel aufschwatzen wollte. Dabei bin ich froh, dass dies Störungsfrei läuft (Telekom), wenn die Glotze mal wieder streikt.
Da ich letztlich selber keinen Einfluss auf das Kabel habe (ich hätte es schon längst abgeschafft) würden mich Alternativen für den obigen Fall interessieren. Ist eine Schüssel oder DVBT besser oder günstiger? Habe leider nich viel Ahnung von diesen Dingen, wäre dahe dankbar für Eure Tips.

identic
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von identic » 13.07.2009, 08:54

Hallo Obo,
das alles auf digital Fernsehen bei UM umgestellt wird, ist momentan noch nicht aktuell, aber in deinem Fall kostet digitales Fernsehen 3,90 € im Monat weil dein Kabelanschluss in den Nebenkosten drin ist.
Also müsstest du 11,90 € für 3 Digitale Receiver zahlen, das ist eigendlich recht günstig, da Kunden die ihren Kabelanschluss nicht über die NK abgerechnet bekommen für 1 Digitalen Receiver schon 16,90 € im Monat zahlen müssen.
Ich hoffe die AW hat Dir geholfen.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Voldemort » 13.07.2009, 09:21

Natürlich hat eine Schüssel weitaus mehr Vorteile. Du bist ungebunden, die einmaligen Kostgen sind nach ein paar Monaten amortisiert und du hast bedeutend mehr Auswahl an HDTV-Sendern.

DVB-T ist abhängig davon wo du wohnst. Aufgrund der jeweiligen Topographie kann es da schon mal zu Ausfällen kommen. Hier in Wuppertal zB ist DVB-T in den meisten Stadtteilen nahezu unmöglich.
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inmado
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von inmado » 13.07.2009, 10:43

Hi Obo,

im Prinzip hat Dein Kollege recht. Unklar ist allerdings, was "demnächst" bedeutet. Die Abschaltung des Analog-TV ist zwar einerseits beschlossene Sache, andererseits immer wieder verschoben worden. Der mir zuletzt zu Ohren gekommene Zeit-"Punkt" für die Abschaltung, 2010, ist auch schon wieder hinfällig. Terristrisch ist das analoge TV ja bereits abgeschaltet und durch DVB-T ersetzt worden. Und per Satellit... hm ... hier weiß ich es nicht so genau. Gibt es noch analoges Satelliten-TV? Da die Kosten für die Übertragung pro Sender per Satellit analog viel höher sind, als bei digitaler Übertragung, haben die Sender natürlich ein massives Interesse an einer zügigen Umstellung.

Bleibt das Kabel. Noch immer sehen etwa 50% aller Zuschauer (alle, also inkl. Kable, Satellit, DBV-T) analog TV. Woraus leicht folgt, daß die überwiegende Mehrzahl der Kabelkunden nach wie vor analog schaut. Natürlich haben auch die Kabelnetzbetreiber ein Interesse an der Abschaltung des analogen Fernsehens im Kabel. Denn auch hier wird für die analogen Kanäle viel Bandbreite benötigt. Viel mehr, als für die digitale Übertragung. Andererseits ist die Not (anders als beim Satelliten-TV) nicht so groß, den Bandbreite ist im Kabel reichlich vorhanden. Die Sender übergeben ihre Programme an die Kabelnetzbetreiber ohnehin digital, so daß diese die digitalen Programme erst nach Analog wandeln werden müssen. Darauf könnte man leicht verzichten.

Das Problem ist aber, daß die Kabelbetreiber meinen, der Endkunde müsse für eine Umstellung, die ohnehin im Interesse des Kabelnetzbetreibers liegt, auch noch extra zahlen. Und zwar nicht nur in Form einer einmaligen Investition eines Digitalreceivers, nein, vielmehr sollen monatliche Gebühren bezahlt werden. Und zwar pro Endgerät!

Wenn möglich, würde UM sicher gerne das analoge Kabel-TV anschalten. Nur würde diese bei der Mehrzahl der UM-Kunden zu einem schwarzem Bildschirm führen. Das würde nicht nur einen Sturm der Entrüstung bei den Zuschauern führen. Auch die Sender, vor allem die werbefinanzierten , wären nicht begeistert ob dieses plötzlichen Schwunds, denn weniger Zuschauer = weniger Werbeeinnahmen.

Um verhält sich daher eher abwartend und versucht möglichst viele Digital-Abos zu verkaufen. Wer weiß. vielleicht haben ja in wenigen Jahren 90% der Kabelkunden ein digital-TV-Abo? Dann fällt das Abschalten des analogen Signals natürlich leichter.

Der Wechsel auf digitales Kabelfernsehen ließe sich sicherlich drastisch beschleunigen, wenn es im Kabel keine Grundverschlüsselung gäbe und also auch keine monatlichen Gebühren, so daß die derzeit analog empfangbaren Sender auch in digitaler Form frei enpfangbar wären. Dann könnte man sich auch einen eigenen Kabereceiver am freien Markt kaufen. Sogar einen Twin-Receiver mit Festplatte und DvD-Brenner zum dauerhaften archiviern.

Das Geschäftsmodell von UM ist aber ein anderes. Es basiert auf der Kontrolle über die gesendeten Inhalte. Diese soll zu erhöhten Gebühreneinnahmen führen. Die Verschlüsselung von ansonsten (d.h., per Kabel/analog, Satelit, DVB-T) frei empfangbaren Sendern soll zu Gebühren nicht mehr nur pro Haushalt, sondern nun noch zusätzlich pro Endgerät führen. Aufnehmen digitaler Sendungen ist nicht erwünscht. Jedenfalls nicht, wenn UM daran nicht verdient: Den Festplattenreceiver von UM gibt es für 5€/Monat. Aber natürlich kannst Du aufgenommene Sendungen nicht etwa auf eine DVD brennen. Anstelle Dein eigenes kleines Archiv anzulegen, solltest Du wohl besser zusätzlichen, kostenpflichtigen Sender bei UM abonieren. Da gibt es so viele Wiederholungen auch von alten, guten Filmen, wozu dann noch selbst sammeln?

Ich (UM 3-play, aber nur wegen des Internets) habe mir gerade einen Twin-DVB-T Festplattenreceiver mit offerner USB-Schnittstelle (Datenübertragung vom Receiver zum Computer, brennen dort) gekauft. Und werde mir eher einige DVB-T Receiver Kaufen, als pro Monat pro Endgerät an UM zu zahlen.

Nein, identic, ich finde 11,70 zusätzlich ohne (!) erkennbaren Gegenwert nicht günstig, sondern unverschämt teuer.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von std » 13.07.2009, 12:25

Hi

grundsätzlich wurde ja schon alles gesagt
bezüglich der Empfangsprobleme würde ich mich mal an den Störungsdienst von UM wenden
Ich hatte früher weder die den genannten "Schnee" noch die regelmäßigen Ausfälle
Aber natürlich schaue ich auch nicht rund um die Uhr TV. Wenn ich früh von der Arbeit nach hause komme gibt es schonnmal kein Bild aufgrund von Wartungsarbeiten, einmal war der Empfang den ganzen Tag unterbrochen da ein Bagger ein Kabel gekappt hat
Ansonsten klappt das hier seit vielen Jahren rproblemlos

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Obo » 13.07.2009, 15:21

Vielen Dank für die qualifizierten und schnellen Antworten, jetzt sehe ich doch endlich klarer! Also eine ziemliche Abzocke, muss ich schon sagen. Und da wollte die Trulla an der Tür mir noch unterstellen, ich sei blöd und würde mein Geld zum Fenster raus werfen. Frechheit!
Ich werde mir dann wohl auch DVB-T Receiver zulegen, wenn´s beim Nachbarn klappt, wird das hier wohl auch gehen.
Apropos: Seit einer halben Stunde wieder kein Fernsehempfang. Wie gut, dass Telephon und Internet nicht übers Kabel läuft. Beschweren ist übrigens nicht so einfach. Eine Nummer von der Störungsstelle ist nirgendwo zu finden. Das einzige was ich fand war so eine Service-Hotline - für 14 Cent pro Minute. Da verdienen die auch noch an den Beschwerden mit!
Also nochmal vielen Dank euch allen!

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von std » 13.07.2009, 16:09

Hi

DVB-T auf nem Flachbildschirm ist ja mal gar nix. Ich pers. finde es schon auf recht kleinen Röhren-TVs unerträglich, und die Röhrentechnik kaschiert die Bildfehler noch etwas

Die recht eingeschränkte Senderauswahl ist dann das endgültige KO

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Voldemort » 13.07.2009, 16:13

Sehe ich genauso.
DVB-T hat zB auch meine Schwester. Grottenschlecht auf einem 32"-LCD im Vergleich zu DVB-C und DVB-S.
Bild

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von inmado » 14.07.2009, 00:22

Hi!

Also: Ich habe einen 32" LCD. Einen recht guten, wie ich meine. Als ich mir den gekauft habe dachte ich: "Jetzt gibt es die ersten bezahlbaren LCD. Schon ab 500 Euro. Es muß ja nicht der billigste sein. Für vielleicht 800-1000 Euro werde ich schon 'was orderntliches bekommen". Dann habe ich mir beim Händler Geräte angesehen. Das Bild war eingentlich überall gut. Klar, Quelle war auch eine BR-Disk. Auf meine Nachfrage schaltete der Verkäufer mal um auf ein analoges Signal... - Da standen drei Geräte eines Hersteller nebeneinander: Eines für 500 Euro, eines für 800, und eines für 1200. Und bei analogem Signal hat man wirklich jeden Euro gesehen, der in den Geräten steckte. Offensichtlich gelingt es nur mit erheblichem, technischen Aufwand, auf einem Digital-TV ein analoges Bildsignal gut darzustellen. Ich habe mir dann ein Gerät für 1600 Euro gekauft. - Und bin später dann von Freunden angesprochen worden, was für ein ausgezeichnetes Bild ich doch hätte. - Es war analog.

Dann habe ich meinen Internet-Anschluß - 2000 Mbps für 20 Euro / Monat - gegen einen 10.000 Mbps für 25 Euro / Monat aufgerüstet. Obendrein gab's noch einen Telefonanschluß mit Flatrate ins Festnetz (brauche ich eigentlich nicht, habe ja 'ne Flat auf dem Handy) und einen digitalen Fernsehanschluß hinzu.

So habe ich nun alles parallel: Digitales TV per Kabel, DVB-T und auch analoges TV per Kabel. Und ich verstehe Eure Kommentare nicht, Voldemort und std.

DVB-T hat wirklich ein exellentes Bild. Deutlich besser, als das analog-Bild aus dem Kabel. Und kaum zu unterscheiden vom digitalem TV.

Vielleicht wohnt Deine Schwester ja am Rand des DVB-T Sendegebiets? Ich wohne - zugegebenermaßen - nur ca. 1 km entfernt vom Sendeturm. Und es ist mir ein völliges Rätsel, wie man ein DVB-T Bild als "grottenschlecht" bezeichnen kann.

Und den Begriff "eingeschränkte Senderauswahl" finde ich auch unpassend. Ich habe hier 25 Sender per DVB-T und vermisse nichts. Es ist mir noch nie passiert, daß ich einen Sender per DVB-C hätte ansehen "müssen", weil er per DVB-T nicht verfügbar wäre. Ich schaffe es ja nicht einmal so, die Sendungen zu sehen, die mich ggf. interessieren würden. Es gibt ja auch noch ein Leben neben dem Fernsehen. Wozu mehr Sender? Brauche ich nicht.
Zuletzt geändert von inmado am 14.07.2009, 11:01, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von psychoprox » 14.07.2009, 00:33

Das Problem bei DVB-T ist die geringe Bandbreite. Diese führt oft zur Klötzchenbildung, vorallem bei schnellen Bildwechseln/Bewegungen (z.B. Sport, Actionfilm).Der Vorteil ist halt das es kein analoges rauschen gibt. Dadurch wirkt das Bild klarer, vorallem auf einem Flachbildfernseher.
ENDLICH DVB-S Bild
Der Kabelanschluss bleibt trotzdem :D

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von std » 14.07.2009, 00:51

bei DVB-T siehst du beim Fussball, selbst bei der ARD, lauter Klötzchen. Der Bildhintergrund ist gar nicht mehr zu erkennen. Nur noch irgendeine farbige Masse

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von inmado » 14.07.2009, 11:19

Ich sehe zwar nicht allzu oft Fußball im Fernsehen, aber "Klötzchen" habe ich dabei noch nie gesehen. Aber folgendes ist mir aufgefallen: Folgt die Kamera mit einem Schwenk über das Spielfeld dem Ball, so wird der Hintergrund - etwa die Bandenwerbung - während des Schwenks unscharf. Endet der Kameraschwenk, wird also wieder ein fester Ausschnitt des Platzes gezeigt, so scheint der Hintergrund wieder "einzurasten": Plötzlich erscheint er wieder schärfer.

Meinst Du das?

Tja, diesen Effekt beobachte ich aber bei DVB-T und DVB-C gleichermaßen.

Auch Fußballübertragungen im ach so hochgelobten DVB-S sind oft gruselig. Hier scheint mir Premiere auf wenig Bandbreite pro Kanal zu setzen, um gleichzeitig mehrere Spiele übertragen zu können. Soll heißen: Auch technisch theoretisch vorhandene Vorteile gereichen in der Praxis zum Vorteil des Zuschauers.

Sicher könnte DVB-C groß auftrumpfen mit HDTV in der Kombination groooooßer Display. Aber zum einen sind diese noch recht teuer, zum anderen gibt es ja praktisch keine Inhalte in HDTV.

Und es würde mich bei UM nicht wundern, wenn HDTV dann nur über ein Extra-Abo, also mit Extra-Gebühren zu haben sein würde. - Was wieder zum klassischen Henne-Ei Problem führt und die Einführung dieser Technik behindert. Ich persönlich kann auf HDTV gut verzichten. Jedenfalls wäre ich nicht bereit, dafür extra zu zahlen.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Voldemort » 14.07.2009, 11:38

Unter uns Gesangsschwestern...: Du hast einfach Glück das du zum Sendemast spucken kannst. Es ist definitiv in der Regel gruselig, DVB-T zu schauen - im Vergleich zu DVB-C und DVB-S. Fussball zB ist schlimm per DVB-T. Da denkst du echt die spielen nicht auf Rasen sondern auf grüner Soße :brüll:

Da zahl ich lieber ein paar Dukaten. Abgesehen davon gibts Sky nicht via DVB-T - also ist die Diskussion eh sinnfrei :D
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von inmado » 16.07.2009, 16:25

Voldemort, es mag ja sein, daß die Singnalqualität von DVB-T mit zunehmender Entfernung deutlich abnimmt und es dann aufgrund des schlechten Empfangs zu schlechten Bildern kommt. Aber um fair zu sein, sollte wir doch Gleiches mit Gleichem vergleichen. Auch bei einer schlecht justierten Satellitenschüssel, mangelhafter Sicht nach Süden oder schlechtem Wetter (Schnee, Regen), kann es bei DVB-S zu schlechten Bildern kommen. Und bei DVB-C führt oft eine unzureichende Verkabelung im Haus zu schlechter Bildqualität (diesbezügliche Beiträge finden sich ja auch hier im Forum). Und so, wie man im Falle von DCB-C zu einer Prüfung / Überarbeitung der Verkabelung rät, muß man bei DVB-T ggf. auch mal auf die Möglichkeit einer Außenantenne verweisen. Ja, es stimmt: Diese "Überall-Fernsehen" ist gar nicht überall, jedenfalls nicht überall in hinreichender Qualität. Aber deshalb kann man nicht einfach ein ideales DVB-C oder DVB-S Bild mit einem DVB-T Bild bei schlechter Empfangslage vergleichen und erklären, daß DVB-T grundsätzlich schlecht sei.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von TheSi » 16.07.2009, 16:37

Zunächst einmal nimmt die Bildqualität eines digitalen Signals nicht mit der Entfernung zum Sendemast ab. Entweder das Signal kann noch fehlerfrei decodiert werden... oder halt nicht. Erst dann treten (abrupt) Bildfehler auf bzw. das Bild ist gleich ganz weg.
Die Qualitätsunterschiede zwischen DVB-T,-S und -C liegen systembedingt an der unterschiedlich genutzten Bandbreite und der daraus resultierenden Datenrate. Diese ist bei DVB-T eher gering, daher die grundsätzlich schlechte Bildqualität im Vergleich zu DVB-C und -S.
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von std » 16.07.2009, 17:50

und gerade das bestreitet "inmado" Bei schätzungsweise halber Bitrate kann DVB-T aber gar nicht so gut sein wie -S und -C

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von baum500 » 16.07.2009, 19:41

also ich empfehle dir den digitalen Kabelanschluss zu nehmen. 3,90€ im Monat wirst du doch wohl noch übrig haben.
Das sind für ein Jahr gerademal 46,80€. Und du bekommst über 70 Programme. Digital TV Family ist auch noch 3 Monate gratis. :super:
Bedenke auch, dass ein DVB-T Receiver ca. das gleiche kostet. :streber: Digital TV Basic ist viel besser als das DVB-T.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von inmado » 16.07.2009, 22:50

@ TheSi: Natürlich nimmt die Bildqualität mit der Entfernung zum Sendemast ab. Und zwar genau so, wie Du es beschrieben hast: Es treten dann abrupt Bildfehler, Artefakte, oder - wie der Volksmund sagt: - Klötzchen auf. Ich hatte Voldemort so verstanden, daß er diesen Effekt bei DVB-T beklagt. Wer nur grenzwertige Empfangsqualität hat und eben diese Klötzchen sieht, der mag meinen, die Qualität von DVB-T sei (grundsätzlich) mies. Ich wollte hier nur darauf hinweisen, daß eine so entstandene Meinung falsch begründet ist.

@std: Ich habe nicht behauptet, daß die Bildqualität von DVB-T mit der von DVB-C oder DVB-S identisch ist. Ich sage nur, daß der Unterschied nicht sonderlich, wenn nicht sogar garnicht feststellbar wird.

@baum: Ich habe DVB-C (UM 3-play). Aber tatsächlich habe ich mir zB gerade einen Twin DVB-T Festplatten-Receiver gekauft, weil ich bei diesem freien Zugang zu den aufgenommenen Filmen auf der Festplatte habe und diese ggf. auch auf einer DVD archivieren kann. Ich wechsele nach belieben zwischen analog TV, DVB-C und DVB-T. Und die Unterschiede sind wirklich nicht so weltbewegend. Klar erkenne ich sofort einen Unterschied zwischen analogem und digitalem TV. Aber eine Unterscheidung zwischen DVB-C und DVB-T finde ich schwer. Jedenfalls auf meinem 32" LCD.

Und das mit den 70 Programmen bei UM digital Basic Packet ist auch kaum mehr als ein schlechter Witz. Die kommen auch nur zusammen, weil die 3. Programme jeweils gleich mehrfach eingespeist werden (zB WDR 3 Köln, WDR 3 Essen, WDR 3 Dortmund, etc. pp), obwohl die Inhalte der Sender praktisch identisch sind. Der Rest sind dann irgendwelche Dauer-Werbe-Sender a la QVC oder so. Mir fällt ehrlich gesagt nicht ein Sender ein, den ich per DVB-C sehen kann und will, aber nicht per DVB-T.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Voldemort » 17.07.2009, 00:10

Ich glaube du willst es nicht verstehen oder !?

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inmado hat geschrieben:(...) Mir fällt ehrlich gesagt nicht ein Sender ein, den ich per DVB-C sehen kann und will, aber nicht per DVB-T.
Mir dafür umso mehr :roll:
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von std » 17.07.2009, 00:21

wie gesagt fand ich DVB-T schon auf meiner 32" (82cm) Röhre grottig. Sogar auf ner 70cm Röhre sehe ich die Fehler sofort. Selbst wenn die vergleichsweise guten ARD oder ZDF laufen
Auf nem Flachmann für mich unerträglich. Ich sitze hier 2,7m vor nem 42er, da geht das gar nicht. Selbst DVB-C ist da je nach Sender grenzwertig

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Voldemort » 17.07.2009, 00:30

std hat geschrieben:wie gesagt fand ich DVB-T schon auf meiner 32" (82cm) Röhre grottig. Sogar auf ner 70cm Röhre sehe ich die Fehler sofort. Selbst wenn die vergleichsweise guten ARD oder ZDF laufen
Auf nem Flachmann für mich unerträglich. Ich sitze hier 2,7m vor nem 42er, da geht das gar nicht. Selbst DVB-C ist da je nach Sender grenzwertig

So sieht die Realität (leider) aus, ja. Aber einer wie Immado wird das niemals nie nicht zugestehen. :zwinker: Lassen wir ihm seine Meinung und schmeissen alle zusammen - für einen Sehtest bei Fielmann :D

Übrigens Immado....: :dvbt:
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von TheSi » 17.07.2009, 08:44

inmado hat geschrieben:@ TheSi: Natürlich nimmt die Bildqualität mit der Entfernung zum Sendemast ab. Und zwar genau so, wie Du es beschrieben hast: Es treten dann abrupt Bildfehler, Artefakte, oder - wie der Volksmund sagt: - Klötzchen auf.
Das irgendwann Artefakte auftreten hat aber nichts mit der Bildqualität an sich zu tun, sondern sind dies Resultate von Empfangsstörungen. Ich hab Dir mal zwei Bilder gemalt (natürlich ohne Maßstab), um den Unterschied zwischen der (gleichmäßigen) Abnahme der Empfangsquälität in Abhängigkeit zur Entfernung vom Sendemast (z.B. analoge TV-Signale) und dem Auftreten von Artefakten bei DVB-T zu verdeutlichen:
Zunächst einmal die analoge Version:
Bild
Hier sieht man, daß die Empfangsqualität mehr oder minder proportional zu der Entfernung abnimmt. In der Praxis macht sich das durch immer mehr "Schneeanteile" im Bild bemerkbar.
Im Gegensatz dazu die Situation im DVB-T:
Bild
Im Bereich 1 hat man immer exakt die gleiche Empfangsqualität, d.h. in der Praxis bleibt dort die Bildqualität absolut konstant. In dem sehr schmalen Bereich 2 treten aufgrund von Empfangsproblemen Bildfehler bzw. Artefakte auf. Direkt danach, im Bereich 3, bleibt der Bildschirm schwarz.
Natürlich hängt in beiden Fällen die Empfangsqualität von der Umgebung (Häuser etc.) ab.
inmado hat geschrieben:@std: Ich habe nicht behauptet, daß die Bildqualität von DVB-T mit der von DVB-C oder DVB-S identisch ist. Ich sage nur, daß der Unterschied nicht sonderlich, wenn nicht sogar garnicht feststellbar wird.
Nur mal zur Verdeutlichung, wie groß der systembedingte Qualitätsunterschied zwischen DVB-T und -C ist, hier die Datenraten der beiden Systeme:
DVB-T:
Bild
(Quelle: http://www.itwissen.info/definition/lex ... DVB-T.html)
DVB-C:
Bild
(Quelle: http://www.itwissen.info/definition/lex ... DVB-C.html)
Und was fällt dem Adlerauge auf? Die Maximale Bitrate bei DVB-T liegt noch unter der minimalen Bitrate bei DVB-C. Aber evtl. hast Du, inmado, es nicht gerade mit Adleraugen. Nichts für ungut :zwinker:
Zum Schluß noch eine kleine Korrektur einer Aussage, die ich anfangs gemacht habe: die unterschiedlichen Bitraten zwischen DVB-T und -C liegen nicht an der unterschiedlich genutzten Bandbreite, sondern daran, daß das Medium Luft bei DVB-T natürlich viel störanfälliger ist als das Medium Kabel bei DVB-C. Daher wird bei DVB-T stärker auf Übertragungssicherheit geachtet, was auf Kosten der für die Information verwendeten Bitrate geht.
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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von koax » 17.07.2009, 11:56

TheSi hat geschrieben: Das irgendwann Artefakte auftreten hat aber nichts mit der Bildqualität an sich zu tun, sondern sind dies Resultate von Empfangsstörungen.
Es gibt nicht nur Artefakte durch Empfangsstörungen sondern auch u.a. durch geringe Bitrate bei schnellen Bildinhaltswechseln.
Nur mal zur Verdeutlichung, wie groß der systembedingte Qualitätsunterschied zwischen DVB-T und -C ist, hier die Datenraten der beiden Systeme:
DVB-T:
Der systembedingte Unterschied ist richtig. Allerdings hat zur Zeit für die Praxis die Beschränkung vieler Sender im Kabel bei der übertragenen Bitrate eine weitaus größere Relevanz.
Und was fällt dem Adlerauge auf? Die Maximale Bitrate bei DVB-T liegt noch unter der minimalen Bitrate bei DVB-C.
Du solltest überall das Wort "möglich" dazu setzen. DBV-T wird zur Zeit durch technisch bedingte Gründe der maximal möglichen Bitrate beeinflusst.
Im Kabel ist und wäre es durchaus möglich, wesentlich höhere Biraten zu erzielen. Dies geschieht aber in vielen Fällen nicht. Schau Dir nur mal die jämmerlichen Bitraten der Sky-Select-Kino-Kanäle an.

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von std » 17.07.2009, 12:41

ja

sky ist natürlich für Bezahl-TV eine Unverschämtheit. Ebenso wie die UM Filme auf Abruf (haben die inzwischen wenigstens Mehrkanalton?)

Die ÖR sind im Kabel aber sehr gut. Bei den Privaten gibt es enorme Unterschiede

Bei DVB-T ist die Datenrate aber prinzipiell geringer was noch eher zu Blockartefakten und Mosquitos führt (zur Erklärung, das sieht aus wie Insektenschwärme um bewegte Objekte)

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Re: Umstellung von analog nach digital?

Beitrag von Matrix110 » 19.07.2009, 22:03

Empfangsstörungen können zu Blockbildung führen, ebenso wie niedrige Bitraten.
Auch ist die Empfangsqualität von sehr vielen anderen Faktoren als der Entfernung abhängig, so können auch im "Bereich 1" Empfangstörungen auftreten durch andere Umwelteinflüsse, die zum Teil nicht konstant sind und unregelmäßig Störungen verursachen.

Das die Privaten nicht unbedingt ihr SD Programm mit 7MBit wie die ÖR rauspumpen liegt daran, dass Sie im Unterschied zu den ÖR ein recht knapp bemessenes Budget haben, und dort sparen, wo der Großteil der Zuschauer es nicht bemerkt. Ist zwar schade, aber kann man leider nichts dagegen machen. Sky verlangt zwar je nach Paket mehr als die ÖR hat aber den Nachteil, dass man nicht dazu genötigt wird dafür zu bezahlen wie bei den ÖR, wenn man einen Radio/TV/PC besitzt, und deswegen der Kundenstamm doch recht gering ist und eine Deutschlandweite Ausstrahlung halt recht aufwendig ist, wenn man per Kabel und Sat empfangbar sein möchte. Ich würde ja gerne wissen, wie es so ausschaut mit den Gebühren je MBit bei UM/KBW/KDG und SAT insbesondere wieviel UM im gegensatz zu SAT verlangt wäre sehr interessant...da darin der sehr wahrscheinlich der Grund für die Vernachlässigung zur Einspeisung von HD Programmen bei UM liegt :)

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