Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

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johnripper
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 17.02.2016, 22:15

MartinDJR hat geschrieben: In dem Moment, wenn er eine Beschreibung vorlegt, die der DOCSIS widerspricht, ist seine Beschreibung per Gesetz der offiziell gültige Standard, an den sich alle Hersteller halten müssen, während die DOCSIS-Spezifikation nur eine PDF-Datei ist, die keinerlei Gültigkeit hat!
Der Provider kann keine Standards definieren, sondern nur sog. Schnittstellen.
MartinDJR hat geschrieben: Mein Arbeitgeber hat sich 20 Netzwerkkarten aus Fernost gekauft: Alle 20 hatten dieselbe MAC-Adresse.
Technisch kein Problem 19 von 20 Geräte abzustellen. Ansonsten einfach alle 20 abstellen. Die Kündigung wegen Verstoß gegen die (noch zu ändernden) AGBs gibt es gleichzeitig mit der Strafanzeige wegen Leistungserschleichung.
MartinDJR hat geschrieben: Laut FTEG wäre das dann aber ein Problem des Kabelproviders, nicht des Kunden: Er wäre dazu verpflichtet, die Modems mit gleicher MAC-Adresse am selben Netz zum Laufen zu bringen. Das geht aber meines Wissens nicht.
Schnittstellendefinition: "(...) nur eine MAC-Adresse gleichzeitig anschließbar (...)" -> Problem gelöst. Außerdem, siehe oben.
MartinDJR hat geschrieben: Dass ein derartiges Modem dann eben nicht mehr der "DOCSIS 3.1"- sondern der "UM-2017"-Spezifikation entsprechen würde, ist nur Formsache.

Vorteil für den Kabelprovider: Er muss an seinem jetzigen Provisionierungsmodell nichts ändern.
Nachteil für den Provider: BMWi bedient sich § 4 II FTEG und der Provider kann seine "Schnittstellendefinition" auf den Müll hauen und fängt mit der Implementierung von vorne an. Da dies eine Weile dauern wird -> § 17 FTEG.

Sprich: So einseitig wie du das alles beschreibst, ist es nicht. Und ja, das BMWi "kann" ist hier eine Annahme. Diese triffst du aber auch zur genüge.
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MartinDJR
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 18.02.2016, 00:00

johnripper hat geschrieben: Technisch kein Problem 19 von 20 Geräte abzustellen.
Du hast das Szenario nicht verstanden:

Herr Müller, Herr Maier und Herr Schmidt haben alle drei den neuen 5-Play-Vertrag von DabelKeutschland (Name frei erfunden). Herr Müller hat diesen Vertrag seit September 2016 und kauft sich das qualitativ hochwertige Kabelmodem "Czwk-Gursky 7200" eines osteuropäischen Herstellers für 9,99 Euro.

Das Modem hat dieselbe MAC-Adresse wie die "AVM FritzBox", die sich her Maier bestellt hat, und wie das "Wu-Wang EVW3226", die an Herrn Schmidt geliefert wird.

Herr Maier und Herr Schmidt wohnen im selben Haus wie Herr Müller, schließen den Vertrag aber erst im Dezember 2016 ab. Sobald das zweite Modem ans Netzwerk angeschlossen ist, funktionert bei den dreien nichts mehr...
johnripper hat geschrieben: Schnittstellendefinition: "(...) nur eine MAC-Adresse gleichzeitig anschließbar (...)" -> Problem gelöst. Außerdem, siehe oben.
Was, wenn in Russland eine Organisation existiert, die "individuelle" MAC-Adressen vergibt und in China auch?

Dann gibt es jede MAC-Adresse auf der Welt im dümmsten Fall drei mal. Und da die IEEE nur eine Privatorganisation ohne staatliche Anerkennung ist, sind auch alle drei Vergabestellen vor dem Gesetz "gleichwertig"...

Spätestens, wenn zwei Modems unterschiedlicher Hersteller mit gleicher MAC-Adresse Probleme verursacht haben, wird das Bundesamt vom Provider wissen wollen, ob denn das "nur eine MAC-Adresse gleichzeitig" technisch überhaupt umsetzbar ist - unter der Voraussetzung, dass die Hersteller ihre MAC-Adressen von zwei unterschiedlichen Organisationen beziehen.

Spätestens dann wird gar nichts anderes übrig bleiben, als die MAC-Adresse entweder vom Provider oder von einer Bundesbehörde zuzuweisen.

Und das würde bedeuten: Die MAC-Adresse muss im Nachhinein in das Modem programmiert werden.
johnripper hat geschrieben: Der Provider kann keine Standards definieren, sondern nur sog. Schnittstellen.
Jeder dahergelaufene Hansel kann einen Standard definieren, der exakt die gleiche rechtliche Gültigkeit wie "DOCSIS 3.1" hat:

Der DOCSIS 3.1-"Standard" ist nichts anderes, als eine von einer Privatfirma herausgegebene Beschreibung. Auch UnityMedia ist eine Privatfirma und auch die sind in der Lage, so eine Beschreibung herauszugeben.

Der Provider kann vorgeben, dass die ersten 6 Bytes eines Datenpaketes in Richtung Kunde und die zweiten 6 Bytes eines Datenpaketes vom Kunden nicht die "MAC-Adresse", sondern die vom Provider vorgegebene "Kundenkennung" darstellen.

In diesem Fall hat er nur das Datenformat auf der Leitung spezifiziert (also die Schnittstelle), aber dennoch (indirekt) die MAC-Adresse des Modems vorgegeben!
johnripper hat geschrieben: Nachteil für den Provider: BMWi bedient sich § 4 II FTEG und der Provider kann seine "Schnittstellendefinition" auf den Müll hauen...
Wenn du das FTEG vollständig gelesen hättest, würdest du wissen, dass §4 sich nur auf Geräte bezieht, die über (Zitat §2 FTEG) "elektromagnetische Wellen mit Frequenzen von neun Kilohertz bis dreitausend Gigahertz ... kommunizieren ..., die sich ohne künstliche Führung im Raum ausbreiten".

... also ohne Kabel!

Aus genau diesem Grund sind Kabelprovider ja auch so dagegen, dass "Fremdgeräte" zugelassen wurden:

Geräte, die unter den Begriff "Funk" fallen, dürfen erst gar nicht in Betrieb genommen werden, wenn davon auszugehen ist, dass sie Störungen verursachen. Bei Kabelmodems ist die Rechtslage aber nicht eindeutig.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von hajodele » 18.02.2016, 17:19

Was wirfst du dir eigentlich so ein?
Vielleicht wäre mal was anderes, das dich hoch- anstatt runterbringt, besser :confused:
Deine ganzen Einwände sind bereits jetzt, mit Routerzwang, technisch möglich.
Es ist ja nur eine Frage des Aufwands. Illegal und ggf. nachverfolgbar ist es allemal.

Für was kauft ihr eigentlich noch 'Netzwerkkarten?
Die letzten Netzwerkkarten haben wir vor 20 Jahren gekauft.
Wir verwendeten damals 3com. Da war auch mal eine doppelte MAC dabei.
Davon ist aber das Netz nicht abgestürzt. Nur die betroffenen Geräte hatten Probleme, die aber selbst damals im Log schnell nachvollziehbar waren.

Wenn das aber tatsächlich ein Problem von UM sein soll, kann ich das einfach nicht nachvollziehen.
Irgendwie liest du Dinge aus dem Gesetz raus, die so weder drinn stehen noch von einem Gericht so gesehen werden.

Kannst du dir vielleicht nicht ein anderes Hobby suchen.

MartinDJR
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 18.02.2016, 20:47

hajodele hat geschrieben:Was wirfst du dir eigentlich so ein?
Nun ja.

Dass sich die Diskussion so entwickelt, wie sie es getan hat, war nicht meine Absicht.

Angefangen hat es mit der Fragestellung, ob und wie Provider den Modemzwang weiterhin durchsetzen könnten und auch wie das Problem mit der Provisionierung gelöst wird.

Da habe ich die Idee mit den MAC-Adressen geäußert, die für den Provider mindestens zwei Vorteile bieten würde. (Nämlich eindeutige MAC-Adressen auch bei chinesischen Modems und keinen Aufwand, wenn sich der User ein neues Modem kauft) Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass einer der Kabelprovider diese Idee bereits hatte und auch umsetzen wird.

Viele Leute sind jetzt hellauf begeistert, dass der Routerzwang aufgehoben ist und können es kaum erwarten, das eigene Modem anzuschließen. Ich habe Beiträge von Usern gelesen, die haben vor, ihren Vertrag so zu kündigen, dass sie am 1. August einen neuen Vertrag machen, um sich gleich ein neues Modem kaufen zu können.

Meine Absicht war eigentlich nur, die Leute vor so etwas zu warnen:

Wenn's dumm läuft, haben diejenigen Kunden danach DS-Lite mit UBEE-Router (der ja schlechter sein soll als die TC 7200), während sie jetzt noch IPv4 mit TC 7200 haben...
hajodele hat geschrieben: Für was kauft ihr eigentlich noch Netzwerkkarten?
Nun ja, ich habe nicht gesagt, dass das in den letzten paar Jahren passiert ist.

Für manche Anwendungsfälle ist es aber vorgeschrieben, dass ein Labor-Gerät mit Netzwerkanschluss nicht am Firmennetz hängen darf. Das kommt bei uns recht häufig vor. Da braucht man eine zweite Netzwerkkarte, um das Laborgerät mit dem Laptop zu verbinden, während man mit dem anderen Anschluss am Firmennetz hängt.

Stiff
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Stiff » 19.02.2016, 07:56

Nur mal so zur Info für alle die sich auf ein reines Modem freuen, damit sie dahinter einen router ihrer Wahl anschliessen können:

TP-Link muss WLAN-Firmware sperren
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 09847.html

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Wasserbanane » 19.02.2016, 08:25

Stiff hat geschrieben:Nur mal so zur Info für alle die sich auf ein reines Modem freuen, damit sie dahinter einen router ihrer Wahl anschliessen können:

TP-Link muss WLAN-Firmware sperren
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 09847.html
Nur mal zum Verständnis. Was hat das modden von WLAN-Geräten mit Kabelmodems zu tun? Gibt es den keine reinen Modems mehr, nur noch Gateways? Im Kabelsegment sieht es in Deutschland natürlich mau aus, da kein Markt dafür vorhanden. Das dürfte sich aber doch mit der Zeit bessern.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von manu26 » 19.02.2016, 14:17

hajodele hat geschrieben: ich habe übrigens mal spasseshalber einige Große Internetanbieter angeschaut:
Telekom, UM und Vodafone haben nur IPv4. 1und1 hat auch IPv6
Ist das nun lustig? :heul:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei der Telekom vollwertiges Dual Stack bekommt.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von hajodele » 19.02.2016, 15:14

manu26 hat geschrieben:Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei der Telekom vollwertiges Dual Stack bekommt.
Ja - noch. Die haben anscheinend wg. DS-LITE mal was von 2018 gefaselt.

Meine Tests bezogen sich auch die Webpräsentation selbst :smile:

Stiff
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Stiff » 19.02.2016, 15:18

Wasserbanane hat geschrieben: Nur mal zum Verständnis. Was hat das modden von WLAN-Geräten mit Kabelmodems zu tun?
Nix,
aber hier erhoffen sich ja viele dann hinter einem eigenen Modem einen restriktionslosen Router ihrer Wahl anzuschliessen, den sie konfigurieren können wie sie wollen.
Und jetzt fangen offenbar die Routerhersteller an ernsthaft die Firmware auf den Geräten zu bestimmen.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von mauszilla » 19.02.2016, 15:28

Die Routerhersteller machen das nur aufgrund neuer Gesetze.
http://www.heise.de/netze/meldung/Funkr ... 21891.html
Da es zu teuer wäre nur das Funkmodul zu sperren, wird eben die gesamte Firmware der Router gesperrt.
BildBild

GoaSkin
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von GoaSkin » 19.02.2016, 17:39

Bei den Anforderungen geht es letztendlich nur darum, dass diverse WLAN-Parameter nicht mehr beliebig per Software gesetzt werden können.

Code: Alles auswählen

Usage: iwconfig [interface]
                interface freq N.NNN[k|M|G]
                interface channel N
                interface bit {N[k|M|G]|auto|fixed}
                interface rate {N[k|M|G]|auto|fixed}
                interface power {period N|timeout N|saving N|off}
                interface txpower {NmW|NdBm|off|auto}
                interface sens N
                interface frag {N|auto|fixed|off}
Erwähnte Parameter, die man z.B. unter Linux mit iwconfig setzen könnte, darf WLAN-Hardware nicht mehr beachten, sondern muss das eigenständig regeln können. So lange die Router weiterin WLAN-Hardware nutzen, bei denen kritische Parameter weiterhin per Software konfigurierbar sind, muss die Firmware als Solche dann dicht gemacht werden. Wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, der Hardware mitzuteilen, dass diverse Parameter nicht mehr auf Auto stehen, dann ist es auch kein Thema, ob die Firmware des Routers offen ist oder nicht. Anforderung ist eben, dass das WLAN-Modul Funkleistung und Co. autonom setzt und sich nicht der Rechner darinter drum kümmert oder kümmern kann.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

mauszilla
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von mauszilla » 19.02.2016, 20:38

TP-Link arbeite übrigens derzeit an einer Version wo nur die Funkmodule gesperrt sein sollen und der Rest wieder offen ist.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 12827.html
BildBild

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von BoMbY » 20.02.2016, 15:07

Alles was ich möchte ist, dass der Bridge-Modus auf meinem Cisco-Modem von Unitymedia nicht automatisch zurück gesetzt wird. Sofern die diese Einstellung erlauben, benutze ich das Gerät gerne weiter.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Leseratte10 » 20.02.2016, 15:09

Du meinst wohl eher "Cisco-Router".

"Modem" und "Bridge-Modus" passen nicht zusammen. Ein Modem hat keinen Bridge-Modus, und alles, was einen Bridge-Modus hat, ist kein Modem.

Aber komplette Endgerätefreiheit ist immer noch besser als freigeschalteter Bridgemodus, denn dann hat UM immer noch Vollzugriff auf ein Gerät in meinem Netzwerk.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 20.02.2016, 15:36

Leseratte10 hat geschrieben: Aber komplette Endgerätefreiheit ist immer noch besser als freigeschalteter Bridgemodus, denn dann hat UM immer noch Vollzugriff auf ein Gerät in meinem Netzwerk.
Ich sehe die Sache anders:

Bei anderen Netzen (z.B. einige Glasfaser-Netze) ist das, was dem Kabelmodem entspricht, irgendwo in einem Schaltkasten außerhalb des Hauses. In der Wohnung kommt nur das an, was der Ethernet-Buchse am Kabelmodem entspricht.

Bei so einem Netzaufbau wäre es dir wahrscheinlich doch auch egal, welches Modem der Netzbetreiber in seinem Schaltkasten hat, welche Software er aufspielt usw...

Warum also nicht im Kabelnetz?

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von manu26 » 20.02.2016, 15:42

Prinzipiell richtig. Der einzige Unterschied wäre in diesen Beispiel, dass in einem Fall das Gerät am Strom des Kunden hängt.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Leseratte10 » 20.02.2016, 15:48

Da ist es außerhalb des Hauses, außerhalb meiner Reichweite, genau.

Vergleichen wir doch mal, was passiert, wenn so ein Glasfaser-Schaltkasten gehackt wird versus wenn mein TC7200 (im Bridge-Modus) gehackt wird.

Bei gehacktem TC (und einem unfreiwilligen WLAN-Mitbenutzer) hast DU die Arschkarte, weil das über deinen Anschluss / deine MAC usw. in UMs Netz landet und sämtliche Straftaten zu deinem Anschluss zurücklaufen. Dann musst du erstmal nachweisen, dass da einer dran war, und das ist ohne riesige öffentlich bekannte Sicherheitslücke (vgl. Fritzboxen) wohl eher schwierig.
Bei gehacktem Glasfaser-wasweißichwas-Kasten auf der Straße, den sich evtl. sogar noch mehrere Kunden teilen (?) geht das so nicht.

Oder verstehe ich da was falsch?

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 21.02.2016, 07:52

Leseratte10 hat geschrieben: Oder verstehe ich da was falsch?
Falls wir von der Situation vor August 2016 sprechen, verstehst du etwas falsch:

Wenn das Modem im Schaltkasten gehackt wirst, hast DU erst einmal genau so die Arschkarte gezogen, wie wenn dein Router gehackt wird:

Es gab einen Fall, da musste eine ältere Frau (laut erster Gerichtsinstanz) Störerhaftung bezahlen, weil ihre IP-Adresse zum illegalen Upload benutzt wurde. Erst in der zweiten Instanz wurde das Urteil gekippt, weil die Dame nachweislich keinen Internet-Anschluss mehr hatte, und die IP-Adresse lediglich zum "Modem im Schaltkasten" gehörte, die Leitung zwischen Schaltkasten und Wohnung zu diesem Zeitpunkt aber nachweislich gar nicht mehr angeschlossen war.

Wenn die Leitung noch angeschlossen gewesen wäre, wäre es wohl unmöglich gewesen, zu beweisen, dass der Fehler auf der Seite des Providers (also im Schaltkasten) gelegen hat und man hätte die Störerhaftung bezahlen müssen.

Wenn man es hingegen beweisen hätte können, dass der Fehler auf Provider-Seite liegt, dann gilt bis August 2016 (für existierende Verträge eventuell auch danach noch), dass die Verantwortlichkeit des Kunden beim Ethernet-Anschluss des Zwangsmodems oder Zwangsrouters anfängt, während alles was davor kommt (also alles, was im Zwangsmodem oder im Zwangsrouter selbst schief läuft), Problem des Providers ist.

Ob sich das Modem in der Wohnung oder im Schaltkasten vor dem Haus befindet, ist rechtlich völlig irrelevant.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von hajodele » 21.02.2016, 14:41

Wo ist da jetzt der Unterschied?
Die Störerhaftung bezieht sich nach OSI ab der Internet-Schicht.
Wo soll es da einen Differenzierung zwischen Miet- und Kaufgerät geben.
Übrigens lieferte UM bis vor wenigen Jahren Modems, die bis heute im Einsatz sind.
War da nicht wer, der so ein Miet-Teil noch hat? :zwinker:

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 21.02.2016, 16:22

hajodele hat geschrieben:Wo ist da jetzt der Unterschied?
Die Störerhaftung bezieht sich nach OSI ab der Internet-Schicht.
Die meisten Gerichte nehmen an, dass man über die IP-Adresse auch an den Namen desjenigen kommt, der die Urheberrechtsverletzung begangen hat. Daher hättest du auch schon dann ein Problem, wenn beim Abschreiben der IP-Adresse ein Zahlendreher passiert ist (was bei derartigen Gerichtsverfahren angeblich häufiger vorkommt, als man denkt).

Das Problem ist dabei die Beweislast: Wie will man beweisen, was wirklich passiert ist?

Nehmen wir aber einmal an, dass man beweisen konnte, dass die Ursache für das Problem ein gehackter Router war:

Bei der Störerhaftung ist man laut BGH-Urteil nur dann haftbar, wenn - vereinfacht ausgedrückt - im "eigenen Bereich" etwas falsch gemacht wurde (und man zumindest theoretisch die Möglichkeit gehabt hätte, dasjenige zu verhindern - was aber fast immer der Fall ist).

Bei einem Zwangsrouter (wie es bei einem Mietrouter ist, weiß ich nicht) beginnt "der eigene Bereich" bei der Ethernet-Buchse des Routers, während der Router selbst noch Bestandteil des Netzes des Providers ist. Bei einem gekauften Router beginnt "der eigene Bereich" an der Dose an der Wand und der Router gehört voll dazu.

Wenn du vor Gericht nachweisen kannst, dass dein Zwangsrouter gehackt war und deswegen ein Hacker illegal Dateien hochladen konnte, bist du fein raus: Der Zwangsrouter zählt in die Zuständigkeit des Providers und der Provider haftet folglich auch dafür, wenn damit Straftaten begangen wurden.

Wenn dein selbst gekaufter Router gehackt wurde, bist du dafür verantwortlich, was damit passiert und du musst Störerhafrung bezahlen - selbst dann, wenn du beweisen kannst, dass dein Router gehackt wurde!

Das ist übrigens bei gemieteten Gegenständen oft so: Wenn du ein Auto kaufst, an dem irgendwelche illegalen Manipulationen vorgenommen wurden und deswegen ein Unfall mit diesem Auto passiert, haftest du dafür. Wenn du das manipulierte Auto gemietet hast, haftet hingegen die Autovermietung.

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Re: AW: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Toxic » 21.02.2016, 18:06

Jein..

Denn miete/leihe ich mir ein Auto, muß ich mich vom ordnungsgemäßen Zustand überzeugen.
Ich muß zum Beispiel prüfen, ob Reifen und Beleuchtung in Ordnung sind, oder offensichtliche Anbauten eingetragen sind.

Was mir allerdings nicht angekreidet werden kann, sind Manipulationen, die nur von einem Fachmann offensichtlich entdeckt werden können.
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MartinDJR
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Re: AW: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 21.02.2016, 18:33

Toxic hat geschrieben:Was mir allerdings nicht angekreidet werden kann, sind Manipulationen, die nur von einem Fachmann offensichtlich entdeckt werden können.
Entschuldigung.

Ich bin natürlich von Manipulationen ausgegangen, die nur für einen Fachmann erkennbar sind.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von hajodele » 21.02.2016, 20:10

MartinDJR hat geschrieben:Bei der Störerhaftung ist man laut BGH-Urteil nur dann haftbar, wenn - vereinfacht ausgedrückt - im "eigenen Bereich" etwas falsch gemacht wurde (und man zumindest theoretisch die Möglichkeit gehabt hätte, dasjenige zu verhindern - was aber fast immer der Fall ist).

Bei einem Zwangsrouter (wie es bei einem Mietrouter ist, weiß ich nicht) beginnt "der eigene Bereich" bei der Ethernet-Buchse des Routers, während der Router selbst noch Bestandteil des Netzes des Providers ist. Bei einem gekauften Router beginnt "der eigene Bereich" an der Dose an der Wand und der Router gehört voll dazu.
Wie kommst du darauf, dass "der eigene Bereich" an der Ethernet-Buchse beginnt?
Jeder Benutzer hat die Möglichkeit (und eigentlich die Pflicht) z.B. ein eigenes komplexes WLan-Passwort zu generieren.
Mich wundert in diesem Zusammenhang, dass nicht die Routerhersteller hier in die Pflicht genommen werden, weil dieser Teil von allen mir bekannten Routern nicht deutlich hervorgehoben wird.
Jeder Benutzer hat die Möglichkeit und (eigentlich die Pflicht) die Zugangsdaten zum Router zu ändern.
Dies wird wenigstens von einigen Herstellern beachtet.
Es gibt nur einen Bereich, in dem man vom Provider abhängig ist: Firmwareupdates.
Diese kommen aber gerade bei diesem Provider extrem schleppend. Wenn ich da nur an das hochkritische Update der Fritzboxen auf 6.03 denke, bei der sich UM die goldene Schnecke geholt hat.
Ich bin aber davon überzeugt, dass genau der Usertype, der auf eigene Router pocht, genau das im Griff hat. Und wenn nicht, habe ich auch kein Bedauern mit ihm.

Mehr als "eigene Passwörter" und "aktiuelle Firmware" verlangt der Richter dem Benutzer nicht ab.
Das Problem bei falschen IP-Adressen trifft aber alle.

MartinDJR
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 21.02.2016, 22:08

hajodele hat geschrieben: Wie kommst du darauf, dass "der eigene Bereich" an der Ethernet-Buchse beginnt?
Das ist ganz einfach:

Nach bisheriger Rechtslage waren Zwangsrouter und -modems nur möglich, wenn der Provider im Vertrag drin stehen hatte, dass der Router oder das Modem noch Bestandteil des Netzes des Providers ist und eben nicht zum "eigenen Bereich" gehört.

(Ab August ist so etwas eben nicht mehr möglich.)
hajodele hat geschrieben: Jeder Benutzer hat die Möglichkeit (und eigentlich die Pflicht) z.B. ein eigenes komplexes WLan-Passwort zu generieren.
Der Provider wird in diesem Fall wahrscheinlich in seinem Vertrag drin stehen haben, dass du verpflichtet bist, ein sicheres Passwort auszusuchen.

In diesem Fall würde der Vorgang "Aussuchen des Passworts" wieder zum "eigenen Bereich" gehören (nicht jedoch der Router als solcher) und man könnte dich wahrscheinlich wegen Strörerhaftung dran bekommen, wenn dein Router wegen eines zu einfachen Passworts gehackt wurde. Die Argumentation ist dann, dass du beim Aussuchen des Passworts (= eigener Bereich) nicht sauber genug gearbeitet hast.

Wenn der Provider dir das Passwort vorgibt und du ohne Zustimmung des Providers gar nichts an den Sicherheitseinstellungen ändern kannst, kann man so auch nicht mehr argumentieren und der Provider würde wohl die Störerhaftung zahlen müssen (wenn überhaupt).
hajodele hat geschrieben: Mich wundert in diesem Zusammenhang, dass nicht die Routerhersteller hier in die Pflicht genommen werden, weil dieser Teil von allen mir bekannten Routern nicht deutlich hervorgehoben wird.
Stimmt.

Irgendwer hat einmal gefordert, eine EU-Verordnung einzuführen, dass die Standardeinstellung eines WLAN-Routers die allerhöchste Sicherheitsstufe sein muss (ggf. sogar "WLAN aus", so dass man für die erste Verbindung ein LAN-Kabel braucht) und der Benutzer, wenn er das will, ganz bewusst die Sicherheit runtersetzen muss.
hajodele hat geschrieben: Wenn ich da nur an das hochkritische Update der Fritzboxen auf 6.03 denke, bei der sich UM die goldene Schnecke geholt hat.
Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, warum UM eine gepatchte Firmware verwendet. Das Patchen einer Firmware kostet extrem viel Geld - ich weiß das, da ich das beruflich im Automobilsektor mache.

Diese Geldmenge holt man normalerweise nicht dadurch wieder rein, dass man Features wie WLAN abschaltbar macht und dadurch kassiert. (Einige Leute behaupten ja, dass das der Grund dafür war; falls es wirklich der Grund war, dann hat sich UM wahrscheinlich massiv mit den Kosten verkalkuliert.)

Warum also die Firmware patchen?

Ich kann mir immer noch vorstellen, dass irgend Etwas im UM-Netz nicht 100% standardkonform ist und es ohne den Firmwarepatch irgendwelche Ausfälle im UM-Netz gegeben hätte. Sicher wissen kann ich es natürlich nicht. Aber mir fällt kein anderer Grund ein.

Wenn das stimmt, dann hätte UM nach der Veröffentlichung des AVM-Firmwareupdates erst einmal eine neue Software zusammenpatchen müssen, die sowohl die Änderungen von AVM als auch die Änderungen für das UM-Netz enthält. Wenn AVM irgend etwas geändert hat, was auch für das UM-Netz geändert werden musste, dann wird das Mergen besonders haarig. Und das dauert nun mal Zeit.
hajodele hat geschrieben: Ich bin aber davon überzeugt, dass genau der Usertype, der auf eigene Router pocht, genau das im Griff hat. Und wenn nicht, habe ich auch kein Bedauern mit ihm.
Bei selbstgekauften Routern würde AVM dann vielleicht ein Firmwareupdate herausbringen mit der Warnung:
Fiktive Warnung hat geschrieben: Achtung:
Nach der Installation läuft der Router nicht mehr in den Netzen von UnityMedia und KabelHintertupfingen!
Das Firmwareupdate für UnityMedia-Kunden bringen wir in einigen Wochen heraus, für KabelHintertupfingen haben wir kein Update geplant.
Selbst als Profi hast du dann keine Chance, als "einige Wochen" zu warten, bis das Softwareupdate für UnityMedia-Kunden verfügbar ist, während die Kunden von KabelDeutschland längst mit dem neuen Update am Netz sind.

Dabei würde es dir dann aber immer noch besser gehen, als dem Kunden von KabelHintertupfingen.

johnripper
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 21.02.2016, 22:13

Ich bin zwar kein Moderator, aber vielleicht darf ich euch trotzdem bitten zum Thema zurückzukommen. Die Schließung wird sonst absehbar sein.
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