Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

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strelnikov
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von strelnikov » 01.04.2016, 21:37

GeeBee hat geschrieben:Gibt es hier mittlerweile Neuigkeiten? Man hat ein wenig das Gefühl Unitymedia möchte die Situation ein wenig aussitzen, aber vielleicht kann ein Mitarbeiter ja hier etwas mehr Klarheit und Transparenz schaffen. Zumindest würde ich mich sehr darüber freuen :super:
Was für ein Quatsch - :brüll:

Ein Mitarbeiter wird sich hüten, etwas konkretes zu sagen, wenn er den etwa wüßte :schnarch:
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GoaSkin
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von GoaSkin » 02.04.2016, 01:44

Wie dem auch sei - es wird viel über den Irrglauben diskutiert, dass sich in Bezug auf die Leihgeräte, die mit den laufenden Verträgen ausgegeben sind, etwas ändern muss.

Das neue Gesetz verpflichtet aber nicht dazu, dass alle Leihgeräte ab dem Sommer offen sein müssen, vom Benutzer mit eigener Firmware bespielt werden können und nur noch ungepatchte Firmware läuft. Das ist ein völlig anderes Thema.

Es ist lediglich gefordert, dass man sich als Nutzer sein eigenes DOCSIS-Modem (oder Router) erwerben kann und nutzen darf. Und dafür gibt es auch nicht viel vorzubereiten. Ob Horizon, Fritzbox oder ein im Nerd-Großhandel gekauftes Bastler-Modem: Die Prozedur ist für den Netzanbieter, dort ein DOCSIS Configfile aufzuspielen, immer die selbe. Gedanken muss sich Unitymedia da eher in die Richtung machen, wie das verwaltungstechnisch am besten umgesetzt wird (Webseite? Anpassung in der Callcenter Software notwendig? Änderungen an der Kundendatenbank notwendig?). Themen, die für die Öffentlichkeit und die Nutzer vollkommen langweilig sind. Darum gibt es dazu auch nichts zu erzählen und zu verkünden.

Wie dem auch sei - vergesst den Gedanken, dass man ab Sommer auf einer Leih-Fritzbox 6490 plötzlich einen Telnet-Zugang hat, dort selbst Update-Files einspielen kann und die Freetz-Firmware installieren!

Wer einen Router mit Narrenfreiheit möchte, muss ihn sich im Einzelhandel kaufen.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 02.04.2016, 08:05

GoaSkin hat geschrieben: Es ist lediglich gefordert, dass man sich als Nutzer sein eigenes DOCSIS-Modem (oder Router) erwerben kann und nutzen darf.
... und die Bundesregierung weist darauf hin, dass dies auch nur für Neuverträge gilt!

Wenn man sich also einen eigenen Router anschaffen will, bleibt nichts anderes übrig, als den bestehenden Vertrag zu kündigen und einen neuen Vertrag zu unterschreiben.

Leute, die noch einen IPv4-Altvertrag haben, bekommen dann DS-Lite (http://www.unitymediaforum.de/viewtopic ... 10&t=33128) oder müssen einen Buissiness-Vertrag nehmen.

(... wobei DS-Lite in mittlerer Zukunft ein echter Vorteil gegenüber IPv4-only (nicht gegenüber echtem DualStack) sein könnte:

Die ersten IPv6-only-Webseiten gibt es bereits (z.B. eine Universität in China und auch eine Deutsche Website, die aber eher als Spielerei zu betrachten ist) und es gibt davon immer mehr und gleichzeitig beginnen Tunnel-Broker (konkret: SixXS) lansam, den Dienst einzustellen (http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 60822.html).

Während man mit DS-Lite dann alle Websites der Welt (egal ob IPv4-only, DualStack oder IPv6-only) ansurfen kann, werden immer mehr Websites für Leute mit IPv4-only nicht mehr erreichbar sein. Spätestens, wenn es so weit ist, werde ich - Altvertrag - mich auch ebenfalls auf DS-Lite umstellen lassen.)
GoaSkin hat geschrieben: Wie dem auch sei - vergesst den Gedanken, dass man ab Sommer auf einer Leih-Fritzbox 6490 plötzlich einen Telnet-Zugang hat, dort selbst Update-Files einspielen kann und die Freetz-Firmware installieren!

Wer einen Router mit Narrenfreiheit möchte, muss ihn sich im Einzelhandel kaufen.
Völlig korrekt erkannt!

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von un1que » 02.04.2016, 13:45

MartinDJR hat geschrieben:Wenn man sich also einen eigenen Router anschaffen will, bleibt nichts anderes übrig, als den bestehenden Vertrag zu kündigen und einen neuen Vertrag zu unterschreiben.

Leute, die noch einen IPv4-Altvertrag haben, bekommen dann DS-Lite
Woher stammt denn diese Info, hast du eine zuverlässige Quelle? Oder bist du dieser "UM Mitarbeiter", der sich hier melden sollte?
GeeBee hat geschrieben:vielleicht kann ein Mitarbeiter ja hier etwas mehr Klarheit und Transparenz schaffen

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Leseratte10 » 02.04.2016, 14:57

GoaSkin hat geschrieben:Wie dem auch sei - vergesst den Gedanken, dass man ab Sommer auf einer Leih-Fritzbox 6490 plötzlich einen Telnet-Zugang hat, dort selbst Update-Files einspielen kann und die Freetz-Firmware installieren!
Auf einer Leih-Fritzbox vielleicht nicht; aber dann hindert mich keiner mehr dran, mir ne eigene 6490 zu kaufen. Und wenn die dann mir gehört, dann kommt man auch an Telnet - notfalls, indem man sie aufschraubt und sich direkt an die serielle Konsole hängt um einen Telnet-Dienst da drauf zu kriegen. Wenn man dann Telnet hat, kann man sich auch die Update-Funktion wieder freischalten; und AVM wird mit Ende des Routerzwangs wohl auch Firmware veröffentlichen.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 02.04.2016, 16:37

un1que hat geschrieben: Woher stammt denn diese Info, hast du eine zuverlässige Quelle?
Das sind gleich drei Aspekte auf einmal:
  • Die Information, dass Bestandskunden keinen Anspruch auf Anschluss eines eigenen Routers haben, stammt aus einer Stellungnahme der Bundesregierung. Die Gesetzesänderung gilt demnach nur für Neukunden. Die Bundesregierung ist eine zuverlässige Quelle.
  • Natürich könnte UnityMedia sich auch dazu entscheiden, Bestandskunden freiwillig zu erlauben, einen eigenen Router anzuschließen. Zugegeben, das wäre möglich. Wenn die das wirklich vorhätten, frage ich mich aber, warum die das nicht schon jetzt ihren Kunden erlauben. Daher bin ich mir zu 99% sicher, dass es für Bestandskunden zumindest dieses Jahr nicht möglich sein wird, einen eigenen Router anzuschließen.
  • Dass du als Neukunde bei UnityMedia einen DS-Lite-Anschluss bekommst (oder einen Bussines-Vertrag nehmen musst), konnte man oft genug lesen. Im von mir verlinkten Beitrag eines DS-Lite-"Geschädigten" zum Beispiel.
Sobald den beiden Firmen (UM und KD) die IPv4-Adressen ausgehen, könnte ich darauf wetten, dass sie den alten (IPv4-only) Bestandskunden erlauben werden, eigene Modems anzuschließen: Dadurch können sie die Kunden auf DS-Lite umstellen, ohne die gemietete Hardware gegen IPv6-fähige Hardware austauschen zu müssen!

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von GoaSkin » 02.04.2016, 16:44

Leseratte10 hat geschrieben: Auf einer Leih-Fritzbox vielleicht nicht; aber dann hindert mich keiner mehr dran, mir ne eigene 6490 zu kaufen. Und wenn die dann mir gehört, dann kommt man auch an Telnet - notfalls, indem man sie aufschraubt und sich direkt an die serielle Konsole hängt um einen Telnet-Dienst da drauf zu kriegen. Wenn man dann Telnet hat, kann man sich auch die Update-Funktion wieder freischalten; und AVM wird mit Ende des Routerzwangs wohl auch Firmware veröffentlichen.
Wenn AVM seine Produktpolitik ändert und die Fritzbox 6490 über den Einzelhandel vertreibt, dann kann man natürlich auch eine eigene Fritzbox 6490 mit normaler Firmware kaufen.

Bislang sieht es aber so aus, dass AVM die Kabelfritzboxen nur an Kabelanbieter ausliefert. Manche Kabelanbieter (u.A. Kabel Deutschland) verkaufen diese Router dann zwar an die Endkunden weiter; dabei handelt es sich aber dann nicht um jungfräuliche Boxen, sondern welche mit Provider-Branding und kastrierter Firmware drin.
DS-Lite-Spekulationen allgemein hat geschrieben:
Nicht nur der Kunde hat ein Kündigungsrecht zum Vertragsende. Auch der Anbieter hat nicht die Pflicht, nach dem Vertragsende dem Kunden eine Verlängerung zu den selben Konditionen zu bieten. Dass man IPv4-Kunden nicht bei Tarifänderungen oder dem Ablauf der Mindestvertragslaufzeit auf DS-Lite umstellt, ist einfach nur Kulanz.

Ob Kunden mit eigenem Modem dann DS-Lite verpasst bekommen oder Bestandskunden unter anderen Umständen zukünftig IPv4 verlieren werden, ist ein Blick in die Glaskugel. Das einzige was klar ist, dass es eine Frage der Zeit ist, bis alle Kunden auf IPv6 umgestellt werden - bei allen Providern und zwar weltweit.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 02.04.2016, 16:52

MartinDJR hat geschrieben:[*]Natürich könnte UnityMedia sich auch dazu entscheiden, Bestandskunden freiwillig zu erlauben, einen eigenen Router anzuschließen. Zugegeben, das wäre möglich. Wenn die das wirklich vorhätten, frage ich mich aber, warum die das nicht schon jetzt ihren Kunden erlauben. Daher bin ich mir zu 99% sicher, dass es für Bestandskunden zumindest dieses Jahr nicht möglich sein wird, einen eigenen Router anzuschließen.[/list]
Die Frage ist, ob bzw. wieviel extra Mühe es kostet, den Bestandskunden dies (ebenfalls) zu erlauben oder ob ggf. sogar einfach ist, die Plattform komplett für alle Kunden umzustellen.
Bevor am 1. August die Hotline explodiert bzw. das Netz zusammenbricht, würde ich als KNB erst mal versuchen Erfahrungen mit den Neukunden zu sammeln und mir dann erst später nicht mehr die Mühe machen zwischen Neu- und Altkunde zu unterscheiden.
Eventuell führt man auch einfach einen neuen Tarif für die Altkunden ein um die Hemmschwelle etwas zu erhöhen.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von ervau » 02.04.2016, 18:18

Wäre aber doch richtig toll, wenn UM/KBW bei den bisher verteilten Kisten den Bridge-Modus freischalten würde!
Mir ist allerdings klar, daß man dazu die Kunden fragen müßte, wer's mag und wer nicht.
Technisch wäre das einfach, denn es gibt's; verwaltungstechnisch vermutlich zu aufwändig und damit zu teuer.
Eigentlich Schade.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 02.04.2016, 19:32

ervau hat geschrieben:Wäre aber doch richtig toll, wenn UM/KBW bei den bisher verteilten Kisten den Bridge-Modus freischalten würde!
Mir ist allerdings klar, daß man dazu die Kunden fragen müßte, wer's mag und wer nicht.
Technisch wäre das einfach, denn es gibt's; verwaltungstechnisch vermutlich zu aufwändig und damit zu teuer.
Eigentlich Schade.
Ich glaube (!!!) das werden sie am wenigsten machen, denn damit erfüllen Sie nicht die gesetzlichen Anforderungen und es macht nur Arbeit & Ärger mit dem "doofen" Kunden.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Leseratte10 » 03.04.2016, 00:57

Je nachdem wie viel manuelle Arbeit die allerdings mit dem freischalten eines eigenen Geräts haben kann ich mir vorstellen, dass zusätzlich auch der Bridgemodus in den UM-Geräten aktiviert wird, damit möglichst wenig Kunden einen Sinn darin sehen, ein eigenes Gerät anzuschließen.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 03.04.2016, 01:10

Leseratte10 hat geschrieben:Je nachdem wie viel manuelle Arbeit die allerdings mit dem freischalten eines eigenen Geräts haben kann ich mir vorstellen, dass zusätzlich auch der Bridgemodus in den UM-Geräten aktiviert wird, damit möglichst wenig Kunden einen Sinn darin sehen, ein eigenes Gerät anzuschließen.
Auch ne Idee. Aber dann würde man es dem Kunden ja zu einfach machen. UM ist jetzt wirklich nicht kundenorientiert in so Sachen : )
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von GoaSkin » 03.04.2016, 02:43

Leseratte10 hat geschrieben:Je nachdem wie viel manuelle Arbeit die allerdings mit dem freischalten eines eigenen Geräts haben kann ich mir vorstellen, dass zusätzlich auch der Bridgemodus in den UM-Geräten aktiviert wird, damit möglichst wenig Kunden einen Sinn darin sehen, ein eigenes Gerät anzuschließen.
Wenn der Kunde nicht in der Lage ist, einen eigenen Router im Bridge-Modus hinter dem UM-Gerät in Betrieb zu nehmen, ist das genau der selbe Support-Aufwand, als wenn jemand nicht in der Lage ist, einen selbst gekauften DOCSIS-Router in Betrieb zu nehmen. Von daher gehupft wie gesprungen.

Wenn jemand nicht inder Lage ist, DOCSIS-Hardware in Betrieb zu nehmen, kann Unitymedia allerdings das Gerät per TR-069 konfigurieren und vom Kunden verlangen, TR-069 zur Verarbeitung des Support-Falles zu aktivieren. Ein per LAN nachgeschaltetes Gerät ist für den Provider nicht so einfach erreichbar. Die Telekom macht übrigens auch als letztes Mittel eine Fernkonfiguration, sofern dies möglich ist.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 03.04.2016, 06:51

GoaSkin hat geschrieben: Wenn der Kunde nicht in der Lage ist, einen eigenen Router im Bridge-Modus hinter dem UM-Gerät in Betrieb zu nehmen, ist das genau der selbe Support-Aufwand, als wenn jemand nicht in der Lage ist, einen selbst gekauften DOCSIS-Router in Betrieb zu nehmen. Von daher gehupft wie gesprungen.
Nicht ganz:

Als ich den Beitrag von von "ervau" gelesen habe, habe ich genau so gedacht wie "Leseratte10":

Die Provider wollen nicht, dass man eigene Router oder Modems anschließt, da sie Angst vor Problemen haben. Was können sie also tun?

Die Möglichkeit wäre zum Beispiel, reine Modems auszugeben, damit die Kunden möglichst alle Freiheitsgrade haben, und möglichst wenige Kunden ein eigenes Modem haben wollen.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von koax » 03.04.2016, 08:09

Nur mal als Beispiel wie ein anderer Provider das regelt bzw. teilweise noch nicht regelt.
Netcologne hat bisher sobald IP-Telefonie eingeschlossen war auch keine SIP-Daten herausgegeben sondern Zwangs-IADS oder Zwangsrouter verordnet.
Netcologne bietet verschiedene Techniken an, u.a. auch Anschlüsse über Kabelmodem.
Während die Voraussetzungen für die übrigen Techniken bereits genannt werden und dem Kunden beim Produktwechsel oder Neuanschluss genannt werden, sind sie mit einer Umsetzung beim Kabel auch noch nicht so weit.
https://www.netcologne.de/selbsteinrichten

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von hajodele » 03.04.2016, 09:49

MartinDJR hat geschrieben:Die Provider wollen nicht, dass man eigene Router oder Modems anschließt, da sie Angst vor Problemen haben. Was können sie also tun?

Die Möglichkeit wäre zum Beispiel, reine Modems auszugeben, damit die Kunden möglichst alle Freiheitsgrade haben, und möglichst wenige Kunden ein eigenes Modem haben wollen.
Dieser Vorschlag wurde von den Kunden gleich nach der Einführung der Gateways gemacht. Leider ging damals Kabelbw bzw. UM nicht darauf ein. Es wurde nichteinmal versucht, es zu erklären.
Der erste Versuch des Routerzwanggesetzes über die Bundesnetzagentur ging in die gleiche Richtung. Da mussten die Provider lediglich eine Liste mit ein paar Geräten veröffentlichen, die sie anschließen müssen. Kurz vor der Verabschiedung wurde damals die Verordnung schlicht ins Gegenteil getauscht. Ich wäre so gerne "Mäuschen" gewesen um zu erfahren, was sich da hinter den Kulissen abgespielt hat. Die Kabelprovider waren damals auch gegen diese Lösung.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 03.04.2016, 11:20

Die KNBs waren jahrelang gegen jeglichen Kompromiss, jetzt müssen sie eben mit der Maximalforderung leben und sogar kundeneigene Modems unterstützen.

Zu Beginn/früher (TM) von (damals noch T-)DSL war es üblich, dass dir die Telekom ein Modem gestellt hat, das einfach nur ein blödes Modem war. Groß, hässlich, weiß. Es hatte diverse LEDs um zu prüfen ob es mit der Vermittlungsstelle synchronisiert. Hat es dies nicht, dann war dies ein Fall für den Service des Anbieters, hat es synchronisiert wusste man es funktioniert grundsätzlich. Hinter dem Modem konnte man dann Anschließen was man wollte, Hauptsache der Router oder PC konnte eine PPoE Einwahl. Waren die angesprochen LEDs grün, wusste man der Fehler lag bei einem selbst.

Jahrelang hatten diese Lösungen niemand gestört, bist die Provider angefangen haben mit ihrem Routerzwang. Sollen sie am Supportaufwand ersticken.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von ervau » 03.04.2016, 11:53

MartinDJR:
Die Möglichkeit wäre zum Beispiel, reine Modems auszugeben, damit die Kunden möglichst alle Freiheitsgrade haben, und möglichst wenige Kunden ein eigenes Modem haben wollen.
Wäre doch fast das, was ich vorgeschlagen habe -> Freischalten des Bridge-Modus bei TC und Ubee? Nur daß bei meinem Vorschlag niemand Hardware durch die Gegend schicken muß.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 03.04.2016, 18:06

johnripper hat geschrieben:Die KNBs waren jahrelang gegen jeglichen Kompromiss, jetzt müssen sie eben mit der Maximalforderung leben und sogar kundeneigene Modems unterstützen.
...
Jahrelang hatten diese Lösungen niemand gestört, bist die Provider angefangen haben mit ihrem Routerzwang. Sollen sie am Supportaufwand ersticken.
Sollte es den Kabelprovidern zu bunt werden, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, die ich in vorherigen Posts beschrieben habe: Es technisch so gut wie unmöglich zu machen, eigene Geräte anzuschließen.

Was den Supportaufwand angeht: Wenn du den Router nicht beim Provider mietest, ist der Provider auch nicht verpflichtet, irgendwelchen Support zu geben, wenn das Problem (aus Sicht des Kunden) vor der Multimedia-Dose und nicht dahinter liegt.

Router lässt sich nicht einrichten? Rufen Sie beim Hersteller an! UnityMedia ist nicht zuständig.

Oder noch besser:

Router lässt sich nicht einrichten? Für 2,99 Euro die Minute helfe ich Ihnen gerne weiter!

Bei 2,99 Euro die Minute erstickt jede Firma gerne im Supportaufwand!
ervau hat geschrieben: Wäre doch fast das, was ich vorgeschlagen habe -> Freischalten des Bridge-Modus bei TC und Ubee? Nur daß bei meinem Vorschlag niemand Hardware durch die Gegend schicken muß.
Zumindest was den/die/das TC7200 mit DS-Lite angeht, funktioniert das meines Wissens nicht:

Ich habe mal igrendwo das Handbuch des TC7200 gefunden, das die Kunden in Ländern ohne Routerzwang bekommen, die sich so ein Gerät ohne den Provider zu fragen im Laden kaufen.

Da stand drin, dass der Bridge-Modus nur im IPv4-only-Betrieb funktionieren würde...

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von johnripper » 03.04.2016, 18:15

MartinDJR hat geschrieben:
johnripper hat geschrieben:Die KNBs waren jahrelang gegen jeglichen Kompromiss, jetzt müssen sie eben mit der Maximalforderung leben und sogar kundeneigene Modems unterstützen.
...
Jahrelang hatten diese Lösungen niemand gestört, bist die Provider angefangen haben mit ihrem Routerzwang. Sollen sie am Supportaufwand ersticken.
Sollte es den Kabelprovidern zu bunt werden, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, die ich in vorherigen Posts beschrieben habe: Es technisch so gut wie unmöglich zu machen, eigene Geräte anzuschließen.
Was dazu führt, dass UM auf einmal eine ganze Reihe Kunden mit eigenem Router/Modem vor der Tür stehen hat und all diesen Kunden erklären kann/muss, dass das Gerät am UM-Anschluss nicht funktioniert? Mit der Gefahr, dass es hinterher doch wieder als Routerzwang ausgelegt wird?

Na den Shitstorm mag ich sehen: :ballett:
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von hajodele » 04.04.2016, 09:00

Zudem müsste UM erst mal erklären, warum z.B. die Fritzbox 6490, die über UM gemietet wird läuft, die gleiche über Amazon bestellt nicht funktioniert.
UM müsste also ALLE beim Kunden befindlichen Geräte gegen Geräte mit einer speziellen Version austauschen.
An diesem Tag möchte ich kein Kunde bei UM sein. Und am "Day after" auch nicht.

Das hätte aber für die verbleibenden Kunden einen Vorteil: Es ständen wieder reichlich IPv4-Adressen zur Verfügung :D

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von MartinDJR » 04.04.2016, 14:39

hajodele hat geschrieben:Zudem müsste UM erst mal erklären, warum z.B. die Fritzbox 6490, die über UM gemietet wird läuft, die gleiche über Amazon bestellt nicht funktioniert.
Als es um die beiden Fragen ging ...
  • wie die Provider das mit der Provisionierung in Zukunft machen wollen
  • was die Provider denn machen wollen, wenn billige Fernosthersteller Modems verkaufen, die alle dieselbe MAC-Adresse haben (bei Netzwerkkarten ist das bereits heute der Fall)
... habe ich die Idee geäußert, die Provider könnten einfach definieren, dass die MAC-Adresse des Modems Bestandteil der Zugangsdaten ist, die dem Kunden bei Vertragsabschluss ausgehändigt werden. Dadurch müssen die Provider an ihren internen Abläufen (Modem-Provisionierung) nichts ändern und auch das Problem mit doppelten MAC-Adressen kann nicht auftreten.

Sofern die Modemhersteller in der Lage wären (wohlgemerkt: "wären", nicht: "wenn sie das tun"), Modems mit einstellbarer MAC-Adresse zu bauen, ist dies 100% mit der neuen Gesetzeslage konform. Wenn auch nur ein einziges Modell auf dem Markt ist, bei dem man das tatsächlich machen kann (z.B. ein Laborgerät für 10.000 Euro), dann ist das juristisch absolut wasserdicht.

Wenn du ein gemietetes Modem nimmst, sorgt UnityMedia natürlich dafür, dass das Modem "die korrekten Zugangsdaten eingestellt hat" (= dass dir die MAC-Adresse, die das Modem sowieso schon hat, als "Zugangsdaten" mitgeteilt wird).

Wenn du bei UnityMedia nachfragst, wie man denn die Zugangsdaten bei der FritzBox einstellt, wird dir lapidar gesagt, dass die für Großabnehmer bereits bei AVM korrekt eingestellt werden.

Ob einer der Kabelprovider das wirklich so handhaben wird, weiß ich natürlich nicht. Denkbar wäre es allerdings!

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von GoaSkin » 04.04.2016, 16:18

Wir sollten uns keine Gedanken über Probleme machen, die keine sind. Es gibt bereits Länder ohne Routerzwang (hier schon berichtet: Australien) und darüber hinaus kleine deutsche Kabelanbieter, bei denen man ein eigenes DOCSIS-Modem nutzen darf. Dort sind weder die Kabelnetze voller Störquellen, noch wird anderen Leuten der Zugang durch gefälschte MAC-Adressen geklaut.

Und ganz unabhängig davon: Man kann sich bei vielen einschlägigen Elektronikhändlern DOCSIS-Modems einfach so kaufen. Und auch wenn Unitymedia sie (noch) nicht freischaltet - anschließen und versuchen, damit Mist zu bauen, kann man schon immer.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von Reiner_Zufall » 05.04.2016, 06:56

Ich glaube, ihr reitet euch in was hinein. Geht bitte bei den Nutzern nicht von Nerds aus. Die Mehrheit der Kunden wird wahrscheinlich noch nicht mal was vom Routerzwang wissen noch wissen, was das konkret bedeutet. Dann kommt UM irgendwann mit einem "kostenlosen Servicevertrag" für den Kunden, dass er mit dem Vertrag einen Rundum Service erhält, was den Router angeht. Dann gibt's den UM Router für umme. Den meisten wird es egal sein, da ja das Wort "kostenlos" drin vorkommt. Kostenlos zieht bei Kunden immer gut.

Hier wird es ja so dargestellt, als ob das große Chaos im August bei UM einbricht. Dem wird nicht so sein. Für die Nerds wird man ne Lösung haben, der Rest wird sich freiwillig nen Router von UM holen. Ganz ehrlich, wenn UM mir bei Abschluss ne FB für umme anbietet, wozu selbst einen Router kaufen? Das da Sip nicht geht... Geschenkt bei Flat auf dem Handy.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitrag von GoaSkin » 05.04.2016, 11:55

Reiner_Zufall hat geschrieben:Ich glaube, ihr reitet euch in was hinein. Geht bitte bei den Nutzern nicht von Nerds aus. Die Mehrheit der Kunden wird wahrscheinlich noch nicht mal was vom Routerzwang wissen noch wissen, was das konkret bedeutet. Dann kommt UM irgendwann mit einem "kostenlosen Servicevertrag" für den Kunden, dass er mit dem Vertrag einen Rundum Service erhält, was den Router angeht. Dann gibt's den UM Router für umme. Den meisten wird es egal sein, da ja das Wort "kostenlos" drin vorkommt. Kostenlos zieht bei Kunden immer gut.

Hier wird es ja so dargestellt, als ob das große Chaos im August bei UM einbricht. Dem wird nicht so sein. Für die Nerds wird man ne Lösung haben, der Rest wird sich freiwillig nen Router von UM holen. Ganz ehrlich, wenn UM mir bei Abschluss ne FB für umme anbietet, wozu selbst einen Router kaufen? Das da Sip nicht geht... Geschenkt bei Flat auf dem Handy.
Mich hatte aus der Nachbarschaft schonmal jemand hergeholt, weil er seinen alten ARCOR-Router nicht am UM-Anschluss zum Laufen bekommen hat. Manche Leute denken sich halt auch, sie haben doch schon Router.
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