Routerzwang aufgehoben?

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MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 23.12.2015, 13:19

mauszilla hat geschrieben:Mach dich mal Kundig was DS-Light ist...
Da ich selbst mich mit IETF-Dokumenten befasse, ist mir das offizielle IETF-Dokument, in dem DS-Lite beschrieben wird, lieber als eine vereinfachte Zusammenfassung auf "feste-ip.net", wo wahrscheinlich auch noch sehr stark vereinfacht wird. Den offiziellen Standard für DS-Lite findest du hier:

https://tools.ietf.org/html/rfc6333

Im Abschnitt "Anhang B.1" im entsprechenden Dokument ist eine ASCII-Grafik zu sehen, an der man genau erkennen kann, warum man für DS-Lite einen speziellen "Home Router" (so die wörtliche Bezeichnung dort) benötigt und eben nicht jeden beliebigen Router verwenden kann:

Der Router zuhause muss in der Lage sein, IPv4-Pakete in IPv6-Pakete zu "verpacken" und diese zu einem "Concatenator" im AFTR zu schicken (obere Hälfte der Grafik).

Mein Router (DLink DIR-615) ist übrigens ein reiner IPv4-Router. Wenn UnityMedia meinen Anschluss irgendwann einmal auf IPv6 umstellt - und das wird früher oder später kommen - ist dieser Router nicht in der Lage, die IPv6-Pakete, die aus dem Netz kommen, an meinen Rechner weiterzuleiten.

Ich bin dann gezwungen, mir einen neuen Router zu kaufen - ob ich will oder nicht!

MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 23.12.2015, 13:33

hajodele hat geschrieben:Deine Beispiele hinken gewaltig.
Mit Ausnahme von der Abschaltung des terrestrischen TVs gab es nie eine Zwangsumstellung, bei der eine Hardwareänderung notwendig war.
Es gibt z.B. heute noch Zugänge mit Splitter (wenn die Kunden keine Vertragsumstellung gemacht haben)
Die Voip-Umstellung für reine Telefonkunden erfolgt zentral. Da merkt der Kunde nicht einmal was davon.
Mir ist nicht bekannt, dass es kein ISDN mehr gibt.
Sofern ich es richtig verstanden habe, ging es darum, das bei einem Providerwechsel ein Harwarewechsel notwendig ist.

Als meine Eltern von Telekom nach 1&1 gewechselt haben, war dies der Fall: 1&1 hat ausschließlich VoIP im Angebot gehabt und fertig.

Den Splitter behalten? Geht nicht!

Der Wechsel von IPv4 nach IPv6 - den ich ebenfalls in meiner Liste habe - wird ebenfalls erfordern, dass alte Hardware rausgeschmissen wird:

Mein DLink D-615-Router kann genau so wenig IPv6 wie meine FritzBox 7050, die ich als Ersatzteil rumliegen habe. Die FritzBox 7170 meiner Mutter ist auch nicht IPv6-Tauglich. Laut AVM haben beide Boxen (7050 und 7170) angeblich zu wenig Speicher, so dass eine neue Firmware, die IPv6 unterstützt, angeblich nicht machbar ist...
hajodele hat geschrieben:Es geht auch nicht darum, dass eine Technologie X wegen Überalterung abgeschaltet wird, sondern dass versucht wird, ein Gesetz zu umgehen, das einem nicht passt. Ein typisches Beispiel aus der aktuellen Zeit ist hier das Messverfahren zum Schadstoffausstoß bei Kraftwagen.
Hier hat es der Gesetzgeber inzwischen auch gemerkt, dass hier nachzubessern ist.
Wenn du dir anschaust, welche Lobbyisten an diesem Gesetz mitgewirkt haben, siehst du, dass das Gesetz vor allem einen Zweck hatte:

Den Hardwareherstellern zu ermöglichen, mehr Geräte zu verkaufen!

Die Interessen des Kunden waren bei diesem Gesetz völlig egal.

Und so gesehen wäre ein regelmäßiger Austausch "veralteter" durch "neuere" Technologien, wobei der Kunde alle paar Jahre neue Hardware kaufen muss, sogar voll im Sinne des Gesetzes: Die Hersteller verkaufen dadurch nämlich mehr Geräte!

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von mauszilla » 23.12.2015, 13:39

Dann schau dir mal die Grafik nochmal genau an. Da geht es um den betrieb von reinen IPv4 Endgeräten im IPv6 Netz.
Natürlich muss da ein Router erst übersetzen können.

Sind deine Geräte zuhaue alle IPv6 tauglich benötigst keinen speziellen Router der das Protokoll übersetzt.

Und dann kommst mit einem uralt fast Ethernet Router um die Ecke. Wir sind im Zeitalter des Gigabit Netzwerks und bald kommt schon das nächste.

Wer also ewig in der Vergangenheit lebt, hat halt Probleme mit der Zukunft.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von GoaSkin » 23.12.2015, 13:48

mauszilla hat geschrieben:
Wer also ewig in der Vergangenheit lebt, hat halt Probleme mit der Zukunft.
Nicht so laut! Hier haben viele Leute noch Horizon-Recorder.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von mauszilla » 23.12.2015, 14:07

GoaSkin hat geschrieben:
mauszilla hat geschrieben:
Wer also ewig in der Vergangenheit lebt, hat halt Probleme mit der Zukunft.
Nicht so laut! Hier haben viele Leute noch Horizon-Recorder.
Die dann vielleicht froh sind den Elektroschrott nicht mehr als Router verwenden zu müssen :D
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MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 23.12.2015, 14:19

mauszilla hat geschrieben: Und dann kommst mit einem uralt fast Ethernet Router um die Ecke. Wir sind im Zeitalter des Gigabit Netzwerks und bald kommt schon das nächste.
Meine Geräte sind zugegebenermaßen schon etwas älter. Du bekommst im Laden Stand heute (wahrscheinlich sogar noch Januar 2016) aber immer noch IPv4-Router zu kaufen. Angeblich sind sogar die meisten (!) Router, die man heute im Laden kaufen kann, IPv4-only...
mauszilla hat geschrieben: Dann schau dir mal die Grafik nochmal genau an. Da geht es um den betrieb von reinen IPv4 Endgeräten im IPv6 Netz.
Natürlich muss da ein Router erst übersetzen können.
Na super: Da muss ich mir erst einen IPv6-fähigen Router mit B4-Funktion (DS-Lite) kaufen, damit ich dann meinen alten Router an den neuen Router anschließen kann...

Um den Kauf des neuen Routers käme ich aber so oder so nicht drumherum.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von mauszilla » 23.12.2015, 15:15

Irgendwann ist etwas eben so veraltet, das man es tauschen sollte.

Habe schon den zweiten IPv6 tauglichen Router hier. Den ersten hab ich vor 6 Jahren gekauft, weil ich Gbit Netzwerk haben wollte.

Sollten diese nicht DS-Light tauglich sein, kann ich das sogar ändern, da ich auf beiden openwrt instllieren kann.
https://wiki.openwrt.org/doc/uci/network6

Wie du siehst, schaut man sich vor dem Kauf etwas um, muss man nicht alle Nase lang neu kaufen. Außer die Hardware ist total veraltet.
Hab hier auch noch einen Rechner mit Pentium 2 stehen, der läuft super, nur macht nichts mehr Spaß damit. Nicht mal surven kann man ohne Anfälle zu kriegen. Ist damit wie zu 64k Modem zeiten selbst mit 100Mbit Leitung :kafffee:
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hajodele
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von hajodele » 23.12.2015, 15:28

Bei der Einführung von 200 Mbit haben einige dumm geschaut, als plötzlich ein neuer Router notwendig wurde weil der alte einfach nicht genügend LAN-WAN Performance hatte.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von mauszilla » 23.12.2015, 15:34

War nicht vor kurzem noch einer hier, der sich wunderte, warum von seiner 120er Leitung nur 89Mbit ankamen :D
Der hatte auch noch den alten geschenkten D-Link von UM :brüll:
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manu26
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von manu26 » 23.12.2015, 17:27

+++ BREAKING NEWS - Unitymedia stellt auf folgendes Protokoll um: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Interne ... n_Carriers +++

Joerg
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Re: AW: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Joerg » 23.12.2015, 18:28

hajodele hat geschrieben:Deine Beispiele hinken gewaltig.
Mit Ausnahme von der Abschaltung des terrestrischen TVs gab es nie eine Zwangsumstellung, bei der eine Hardwareänderung notwendig war.
Bei der Umstellung auf VDSL mit Vectoring müssen alle Kunden am betroffenen DSLAM ein entsprechendes - ggfs neues - Modem haben, ob sie wollen oder nicht.

Jörg

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Re: AW: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von mauszilla » 23.12.2015, 18:40

Joerg hat geschrieben:Bei der Umstellung auf VDSL mit Vectoring müssen alle Kunden am betroffenen DSLAM ein entsprechendes - ggfs neues - Modem haben, ob sie wollen oder nicht.

Jörg
Niht nur neues Modem, unter Umständen sogar neuen Vertrag mit der Teledoof ;)
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Joerg » 23.12.2015, 22:45

Das glaube ich weniger; der alte Provider dürfte Vertragspartner bleiben und als Reseller auftreten.

Jörg

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von mauszilla » 23.12.2015, 23:06

Solange er damit kein minusgeschäft macht.
Wenn es ein kleiner ist, wo der Kunde zu den saugstarken gehört, kann die Fortführung des Vertrages schon mal zu kostenintensiv sein.
Irgendwo, glaub auf Heise, hab ich gelesen, was die Telekom von den Resellern haben will für ein Datenpaket.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von magruk » 24.12.2015, 17:58

hajodele hat geschrieben:Bei der Einführung von 200 Mbit haben einige dumm geschaut, als plötzlich ein neuer Router notwendig wurde weil der alte einfach nicht genügend LAN-WAN Performance hatte.
In der Regel ist nicht das das Problem, sondern das Cablemodem, bzw. dessen Bonding-Fähigkeiten. Für 200 mbit/s braucht man 16x4.
UM Anschluss: 200M/20M Triple Play, Telefon Plus
Hardware: AVM Fritz!Box 6490 Cable, Samsung Horizon, AVM Fritz!Fon C4, Apple APX, MikroTik RB751G, Synology DS114, Samsung UE55J6250, Apple TV4

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Re: AW: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von GoaSkin » 25.12.2015, 02:49

manu26 hat geschrieben:+++ BREAKING NEWS - Unitymedia stellt auf folgendes Protokoll um: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Interne ... n_Carriers +++
Die Autoren des Wikipedia-Artikels haben nicht bedacht, dass man hier für einen Computer mit Eimerkettenspeicher benötigt.
Joerg hat geschrieben: Bei der Umstellung auf VDSL mit Vectoring müssen alle Kunden am betroffenen DSLAM ein entsprechendes - ggfs neues - Modem haben, ob sie wollen oder nicht.
hajodele hat geschrieben:Bei der Einführung von 200 Mbit haben einige dumm geschaut, als plötzlich ein neuer Router notwendig wurde weil der alte einfach nicht genügend LAN-WAN Performance hatte.
Das sind Beides keine Zwangsumstellungen. Es wird lediglich neue Hardware notwendig, wenn der Kunde eine Umstellung auf einen anderen Tarif mit anderen technischen Voraussetzungen wünscht. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er mit seiner alten Hardware in einem alten Tarif bleibt.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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Re: AW: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Joerg » 25.12.2015, 07:12

GoaSkin hat geschrieben:
Joerg hat geschrieben: Bei der Umstellung auf VDSL mit Vectoring müssen alle Kunden am betroffenen DSLAM ein entsprechendes - ggfs neues - Modem haben, ob sie wollen oder nicht.
Das sind Beides keine Zwangsumstellungen. Es wird lediglich neue Hardware notwendig, wenn der Kunde eine Umstellung auf einen anderen Tarif mit anderen technischen Voraussetzungen wünscht. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er mit seiner alten Hardware in einem alten Tarif bleibt.
Mit Verlaub, sobald ein Nutzer, der an einem Leitungsbündel hängt, Vectoring nutzen möchte müssen alle DSL-Modems an diesem Leitungsbündel Vectoring unterstützen, damit das auch in Senderichtung richtig funktioniert. Somit wird auch für die Kunden, die nicht den neuen Tarif buchen, i.d.R. ein neues Modem fällig.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von hajodele » 25.12.2015, 18:46

magruk hat geschrieben:
hajodele hat geschrieben:Bei der Einführung von 200 Mbit haben einige dumm geschaut, als plötzlich ein neuer Router notwendig wurde weil der alte einfach nicht genügend LAN-WAN Performance hatte.
In der Regel ist nicht das das Problem, sondern das Cablemodem, bzw. dessen Bonding-Fähigkeiten. Für 200 mbit/s braucht man 16x4.
Falsch - für 200 mbit/s braucht man 8x4.
Die Betroffenen User wollten damals erfolgreich ihre Cisco 3208/3212 behalten. Die Fritzbox-User mussten bis zur Einführung der 6490 warten.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von GoaSkin » 26.12.2015, 03:54

Die Fritzbox 6320 ist der Aussage eines UM-Technikers nicht für 200MBit zugelassen worden, weil Tests gezeigt haben, dass die Geräte ständig nur rebooten, wenn man 200 MBit aufschaltet. Die 6360 kann nur vier Down-Kanäle.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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