Routerzwang aufgehoben?

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laurin
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von laurin » 17.12.2015, 05:05

Der erste gute ansatz wäre ja "JETZT" schon denn Bridged Mode in allen Geräten aktiviren.
Und (zumindestens für NUR Internet Kunden)
alles andere (auf Wunsch) abschalten DHCP W-LAN.....

Das wäre doch mal ein zeichen....

GoaSkin
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von GoaSkin » 17.12.2015, 13:24

laurin hat geschrieben:Der erste gute ansatz wäre ja "JETZT" schon denn Bridged Mode in allen Geräten aktiviren.
Und (zumindestens für NUR Internet Kunden)
alles andere (auf Wunsch) abschalten DHCP W-LAN.....

Das wäre doch mal ein zeichen....

Das Gesetz verlangt, dass der Endkunde auch ein eigenes Modem nutzen darf. Es geht nicht nur um den reinen Routerzwang, sondern zugleich auch um Modemzwang. Die Auflage ist nicht erfüllt, wenn die Kabelanbieter reine Modems anbieten oder den Bridge-Modus freigeben. Zu dem verlangt das Gesetz zwar, dass der Kunde seine eigene Hardware nutzen darf, aber nicht, dass er die Hardware, die er (ab dann freiwillig) vom Anbieter erhält, auch einen Bridgemodus unterstützen muss.

In sofern würde mich es nicht überraschen, wenn man ab Mitte 2016 zwar ein selbstgekauftes Modem provisionieren darf, sich aber an der von Unitymedia bereitgestellten Leih-Hardware trotzdem nichts ändert und für alle, die nichts ändern wollen, auch alles beim Alten bleibt.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

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laurin
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von laurin » 17.12.2015, 14:25

Das ist richtig, das ist mir bewust...

Dese wegen sagte ich ja auch
Der erste gute ansatz wäre ja "JETZT" schon denn Bridged Mode in allen Geräten aktiviren

hajodele
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von hajodele » 17.12.2015, 15:57

Ein noch besserer Ansatz wäre gewesen, wenn man dieses Gesetz gar nicht gebraucht hätte.

Ich erwarte nicht, dass sich vorher irgendwas tut. Bei einer wesentlich einfacheren Sache (Telefonwarteschleife) haben sie es auch bis nach der Aktivierung des Gesetzes ausgereitzt

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Leseratte10 » 17.12.2015, 18:05

Wenn ich mich richtig erinnere darf die BNetzA doch Strafen verhängen, wenn ein Unternehmen sich nicht an diese Gesetze hält oder?

Dann ist das doch ganz einfach (wenn die BNetzA mitspielt): Pro Kunde (der wegen UMs Verzögerungen noch kein eigenes Endgerät einsetzen darf) und Tag nach Inkrafttreten des Gesetzes ein Bußgeld von X €. Da kommt ordentlich was zusammen wenn das für jeden Kunden und pro Tag zählt.

Oder geht das nicht so einfach wie ich mir das vorstelle?

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von strelnikov » 17.12.2015, 18:10

Ohne Kläge kein Richter.

Da niemand eine genaue Vorstellung hat, was nach der Jahresmitte 2016 passiert, ist das alles pure Spekulation.
Volkskommissar für Telekommunikation

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von GoaSkin » 18.12.2015, 13:02

hajodele hat geschrieben:Ein noch besserer Ansatz wäre gewesen, wenn man dieses Gesetz gar nicht gebraucht hätte.

Ich erwarte nicht, dass sich vorher irgendwas tut. Bei einer wesentlich einfacheren Sache (Telefonwarteschleife) haben sie es auch bis nach der Aktivierung des Gesetzes ausgereitzt
Und sogar beim Dosenpfand.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.

Joerg
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Joerg » 18.12.2015, 13:04

Aber in dem Fall nicht UM, glaube ich :P

Jörg

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laurin
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von laurin » 18.12.2015, 16:39

Leseratte10 hat geschrieben:Wenn ich mich richtig erinnere darf die BNetzA doch Strafen verhängen, wenn ein Unternehmen sich nicht an diese Gesetze hält oder?

Dann ist das doch ganz einfach (wenn die BNetzA mitspielt): Pro Kunde (der wegen UMs Verzögerungen noch kein eigenes Endgerät einsetzen darf) und Tag nach Inkrafttreten des Gesetzes ein Bußgeld von X €. Da kommt ordentlich was zusammen wenn das für jeden Kunden und pro Tag zählt.

Oder geht das nicht so einfach wie ich mir das vorstelle?
Habe ich schon mal erläutert, siehe:
http://www.unitymediaforum.de/viewtopic ... ld#p334506

Deine Frage beantwortet? :cool:

MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 22.12.2015, 16:30

GoaSkin hat geschrieben: In sofern würde mich es nicht überraschen, wenn man ab Mitte 2016 zwar ein selbstgekauftes Modem provisionieren darf,...
Laut Gesetz ist das nicht vorgesehen.

Es ist ausreichend, wenn du die Zugangsinformationen bekommst.

Bei einem Kabelmodem wären das: MAC-Adresse, ...

Was, du hast ein Kabelmodem, bei dem man die MAC-Adresse nicht einstellen kann?

So ein Pech aber auch. Da musst du dich an den Hersteller wenden.

MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 22.12.2015, 17:00

elg hat geschrieben:
ervau hat geschrieben:Der unbedarfte Kunde mit seinen Geräten zwischen allen Stühlen sitzt.
Schaumama!
Der "unbedarfte" Kunde kann Modem+Router von UM bestellen.

Dieser "Unbedarfte" wird nicht dazu gezwungen, ein eigenes Modem/Router zu kaufen.

Oder sind wir alle "Unbedarfte"?
Ich bin mir nicht sicher, warum sich die Kabelprovider die Mühe machen, Router mit massiv gepatchter Firmware herauszugeben.

Das ist wesentlich teurer, als wenn sie einfach nur einen Router von der Stange an die Kunden weitergeben würden.

Ich selbst habe dafür nur eine Erklärung: Ein Router von der Stange würde an einem Anschluss von UM oder KD gar nicht funktionieren, sondern es sind massive Firmwarepatches notwendig!

Laut FTEG §5 ("Verbot des Routerzwangs"; dort Abs. 1 und 2) sind die Gerätehersteller dazu verpflichtet, die Router und Modems so zu bauen, dass sie kompatibel zu den Netzen der Provider sind (und nicht umgekehrt).

Selbstverständlich können Routerhersteller auch auf die Packung schreiben: "Funktioniert nur an Anschlüssen, die zu folgenden Standards kompatibel sind: ..." (Natürlich ist der von UnityMedia verwendete Standard nicht dabei.)

Wenn man es nicht schafft, irgendwoher einen Softwarepatch für den eigenen Provider für seinen Router zu bekommen, hat man keine Chance, das Ding zum Laufen zu bekommen - auch als IT-Profi nicht!

Von daher ist das mit den "Unbedarften" schon ein berechtigter Einwand.

manu26
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von manu26 » 22.12.2015, 17:10

MartinDJR hat geschrieben: Laut Gesetz ist das nicht vorgesehen.

Es ist ausreichend, wenn du die Zugangsinformationen bekommst.

Bei einem Kabelmodem wären das: MAC-Adresse, ...

Was, du hast ein Kabelmodem, bei dem man die MAC-Adresse nicht einstellen kann?

So ein Pech aber auch. Da musst du dich an den Hersteller wenden.
Naja, nicht ganz. Die MAC-Adresse ist ja hardwaregebunden. Im Prinzip könnte man also sagen, dass Unitymedia heute schon Zugangsdaten rausgibt, indem sie dir ein spezifisches Modem geben, wo die Daten entsprechend draufstehen. Es muss umgekehrt laufen. Der Kunde muss Unitymedia quasi die Daten mitteilen, die sie freischalten sollen.

Stiff
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Stiff » 22.12.2015, 20:59

MartinDJR hat geschrieben: Es ist ausreichend, wenn du die Zugangsinformationen bekommst.

Bei einem Kabelmodem wären das: MAC-Adresse, ...

Was, du hast ein Kabelmodem, bei dem man die MAC-Adresse nicht einstellen kann?

So ein Pech aber auch. Da musst du dich an den Hersteller wenden.

..Ich selbst habe dafür nur eine Erklärung: Ein Router von der Stange würde an einem Anschluss von UM oder KD gar nicht funktionieren, sondern es sind massive Firmwarepatches notwendig!...
Also ich kenn die MAC Adresse meines Modems, steht in den Einstellungen, hat aber nix mit "Zugangsinformationen" zu tun. :kafffee:
Selten so einen Quark wie in diesen beiden Posts gelesen.

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magruk
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von magruk » 22.12.2015, 21:55

MartinDJR hat geschrieben: ...
Ich bin mir nicht sicher, warum sich die Kabelprovider die Mühe machen, Router mit massiv gepatchter Firmware herauszugeben.

Das ist wesentlich teurer, als wenn sie einfach nur einen Router von der Stange an die Kunden weitergeben würden.

Ich selbst habe dafür nur eine Erklärung: Ein Router von der Stange würde an einem Anschluss von UM oder KD gar nicht funktionieren, sondern es sind massive Firmwarepatches notwendig!
...
Nein, die Endgeräter der Hersteller folgen i.d.R. den naheliegenden Standards, bei Cable z.B. Euro- DOCSIS/PacketCable und funktionieren damit bestmöglich.
Alles andere wird auf expliziten Wunsch der Provuder ein- oder eben auch ausgebaut.
(Beispielsweise bekommt man bei NetCologne) die AVM6490 so, wie sie von AVM gebaut wird.
Geräte wie Horizon oder Connect Box sind von vornherein nach Providerwunsch customized.
UM Anschluss: 200M/20M Triple Play, Telefon Plus
Hardware: AVM Fritz!Box 6490 Cable, Samsung Horizon, AVM Fritz!Fon C4, Apple APX, MikroTik RB751G, Synology DS114, Samsung UE55J6250, Apple TV4

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MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 22.12.2015, 23:04

manu26 hat geschrieben: Naja, nicht ganz. Die MAC-Adresse ist ja hardwaregebunden. Im Prinzip könnte man also sagen, dass Unitymedia heute schon Zugangsdaten rausgibt, indem sie dir ein spezifisches Modem geben, wo die Daten entsprechend draufstehen. Es muss umgekehrt laufen. Der Kunde muss Unitymedia quasi die Daten mitteilen, die sie freischalten sollen.
Stiff hat geschrieben: Also ich kenn die MAC Adresse meines Modems, steht in den Einstellungen, hat aber nix mit "Zugangsinformationen" zu tun.
@manu26: Wie kommst du auf die Idee, dass ein Provider dir ein Modem freischalten muss?

@Stiff: Das ganze hat sehr wohl etwas mit Zugangsinformationen zu tun:

Das Gesetz (§5 FTEG) ist an dieser Stelle ziemlich eindeutig: Der Provider ist derjenige, der bestimmt, wie die Zugangsdaten aussehen und wie ein Modem/Router gebaut sein muss, damit er am Netz des Providers funktioniert.

Bei der herkömmlichen Provisionierung wird die MAC-Adresse, die Seriennummer des Modems und ein weiterer Code benötigt. Alle drei Zahlen sind in herkömmlichen Modems fest "eingebrannt".

Wenn ich als Provider wirklich meine Kunden verärgern wollte, würde ich in die "Schnittstellenbeschreibung" (nach §5 FTEG) reinschreiben, dass die MAC-Adresse vom Provider vorgegeben wird und nur die zwei anderen Zahlen vom Modem abzulesen sind. Ich würde dafür sorgen, dass irgend ein Hersteller ein Kabelmodem mit einstellbarer MAC-Adresse für 5000 Euro im Angebot hat.

Den Kunden würde ich dann ihre MAC-Adresse, die sie zu verwenden haben, mit den Zugangsdaten mitteilen. Der (Quasi-Zwangs-) Router, den ich dem Kunden freundlicherweise anbiete, hat natürlich rein zufällig bereits die MAC-Adresse, die ich dem Kunden mitgeteilt habe...

Pro-Forma bin ich als Provider der gesetzlichen Pflicht nachgekommen: Du kannst dein eigenes Modem kaufen und anschließen. Die Argumentation: "Die MAC-Adresse eines Modems kann man aber nicht verändern" zieht nicht - ich werde dich darauf verweisen, dass das beim 5000-Euro-Modell möglich ist und dass ich nichts dafür kann, wenn das bei "Billigroutern" nicht möglich ist.

Lange kann ein Provider das allerdings nicht durchhalten: 3 Monate später werden AVM, Cisco usw. ebenfalls Modems mit einstellbarer MAC-Adresse im Angebot haben - zu "normalen" Preisen...
Stiff hat geschrieben: Selten so einen Quark wie in diesen beiden Posts gelesen.
Noch zum zweiten Post:

Der zweite Post hat mit dem ersten rein gar nichts zu tun.

Die Kosten um einen Firmwarepatch zu erstellen sind extrem hoch (ich kenne es aus dem Automobilbereich - im Internetbereich sind sie zugegebenermaßen etwas geringer). Das macht man nicht einfach nur, weil man dem Kunden irgendwelche Features des Routers nicht gönnen will!

Sofern es irgendwie möglich ist, Teile von der Stange mit der Standardsoftware zu verwenden, wird man einen Firmwarepatch um jeden Preis vermeiden.

Möglicherweise gab es 2012 einfach nur noch keine DS-Lite-Fähigen Router auf dem Markt, weswegen UM die gepatchte Firmware gemacht hat. Möglicherweise hat UM jedoch auch Änderungen am Protokoll vorgenommen, so dass möglicherweise kein "reines" 4in6 oder sogar kein "reines" IPv6 verwendet wird. Im zweiten Fall wird ein Router ohne speziellen UM-Patch nicht am UM-Netz funktionieren.

Wie gesagt: Laut §5 FTEG legen die Provider fest, an welchen Standard (und das kann auch ein hauseigener Standard sein!) sich die Hardware halten muss.

Und im Gegensatz zu der Sache mit der MAC-Adresse, bei der nicht klar ist, wie ein Richter die Sache sehen würde, wird kein Richter einen Provider dazu zwingen, sämtliche Router (die beim Kunden und die am anderen Ende der Leitung) alle auszutauschen, weil diese einem inoffiziellen Standard entsprechen.

hajodele
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von hajodele » 22.12.2015, 23:14

Tut das weh :wein: :heul: :wand:

MartinDJR
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 22.12.2015, 23:24

Könntest du mir bitte genauer erklären, was an dem, was ich geschrieben habe, falsch sein soll?

manu26
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von manu26 » 22.12.2015, 23:25

Tipp: bei Gesetzen spielt auch eine Rolle, wie sie gemeint sind. Zugangsdaten aushändigen bedeutet in diesem Zusammenhang, dem Kunden die Authentifizierung zu ermöglichen. Wie das technisch im Detail gelöst wird, das ist eine andere Frage. Ich glaube nicht, dass sich Unitymedia auf einen Rechtsstreit einlassen wird. Im Zweifelsfall kann das Gesetz einfach noch einmal angepasst werden, um alle Unklarheiten zu beseitigen.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 22.12.2015, 23:57

manu26 hat geschrieben:Tipp: bei Gesetzen spielt auch eine Rolle, wie sie gemeint sind.
Das ist (leider) falsch:

Um zu verhindern, dass Chefs von Firmen, die pleite gehen, noch schnell Geld beiseite schaffen, wurde ein Gesetz erlassen, nachdem bestimmte Mitarbeiter nach der Firmenpleite die letzen 3 oder 4 Monatgehälter wieder zurückzahlen müssen.

Daraufhin wurde von Leuten wie der Putzfrau oder dem Hausmeister (teilweise knapp über Harz IV-Niveau) das Gehalt des letzten viertel Jahres zurückverlangt.

Die entsprechenden Gerichtsprozesse haben diese Mitarbeiter alle verloren. Die Richter dürfen sich nach deutschem Recht nicht darum scheren, wie das Gesetz gemeint ist, sondern müssen sich ausschließlich danach halten, was wort-wörtlich im Gesetz drin steht.

So, wie das Gesetz (FTEG) geschrieben ist:

- ermöglicht es jedem Hersteller, Geräte (Modems, Router) zu bauen, die mit einem bestimmten Netz kompatibel sind (z.B. indem man die MAC-Adresse einstellen kann).
- zwingt es den Provider nicht dazu, "Standardgeräte" (z.B. mit fester MAC-Adresse) am eigenen Netz zuzulassen

Gerade im zweiten Punkt ist das Gesetz sogar recht eindeutig formuliert, so dass man nicht von einer "Unklarheit" sprechen kann.
manu26 hat geschrieben: Zugangsdaten aushändigen bedeutet in diesem Zusammenhang, dem Kunden die Authentifizierung zu ermöglichen.
Das exakt selbe Gesetz gilt übrigens auch für analoge Telefonanschlüsse; es macht zwischen Telefon und Internet keinen Unterschied.

Meinst du, dass du ein Recht darauf hast, ein VoIP-Telefon an die analoge Telefondose zu klemmen und dass der Provider dann dafür zu sorgen hat, dass alles funktioniert?

Warum soll es bei Kabelmodems anders sein?
manu26 hat geschrieben: Ich glaube nicht, dass sich Unitymedia auf einen Rechtsstreit einlassen wird.
Gerade was die Sache mit den MAC-Adressen angeht (oder ähnliche Späße), wird wohl alleine deswegen kein Provider so etwas machen, weil der Ruf danach so ruiniert ist, dass man nie wieder Neukunden bekommen wird - selbst wenn der Provider vor Gericht gewinnen sollte.

Was die Sache mit möglicherweise providerspezifischen Firmware-Patches angeht (ich weiß nicht, ob das bei UM der Fall ist): Da wird sich jeder Provider stur stellen und sagen, dass die Hersteller gefälligst gepatchte Geräte rausbringen sollen, wenn die Kunden mit dem "Mietrouter" nicht einverstanden sind:

Die Kosten, die durch eine Umstellung auf gängige Industriestandards entstehen würden, sind enorm. Auch bei einem Rechtsstreit hätte der Provider hier wohl extrem gute Chancen, da er diese Patches ja nicht deswegen macht, um "Fremdrouter" zu verhindern, sondern weil er richtig hohe Kosten hätte.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von manu26 » 23.12.2015, 00:12

Naja gut, wie eindeutig der Gesetzestext ist, das würde ja dann im Zweifel ein Gericht entscheiden. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es die juristische Auslegung gibt und dass das Gesetz nicht zwangsläufig so gilt, wie jemand hier in Forum es versteht. Ist doch immer so. Der eine Jurist behauptet, die Sache sei glasklar, der andere sieht es komplett anders und dazwischen gibt es nochmal ein Dutzend Meinungen.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Stiff » 23.12.2015, 01:39

MartinDJR hat geschrieben: Der Provider ist derjenige, der bestimmt, wie die Zugangsdaten aussehen und wie ein Modem/Router gebaut sein muss, damit er am Netz des Providers funktioniert.
Wenn ich als Provider wirklich meine Kunden verärgern wollte, würde ich in die "Schnittstellenbeschreibung" (nach §5 FTEG) reinschreiben, dass die MAC-Adresse vom Provider vorgegeben wird und nur die zwei anderen Zahlen vom Modem abzulesen sind.

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Digitale-W ... rwahl.html
Anbieter von Telekommunikationsdiensten dürfen ihren Kunden auch weiterhin ein Endgerät (Router/Modem) anbieten oder zur Verfügung stellen. Die Verbraucher erhalten durch den Gesetzentwurf allerdings eine Wahlfreiheit: Telekommunikationsanbieter dürfen ihre Kunden künftig nicht mehr zwingen, ein bestimmtes Endgerät zu verwenden.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von MartinDJR » 23.12.2015, 08:29

Stiff hat geschrieben:Anbieter von Telekommunikationsdiensten dürfen ihren Kunden auch weiterhin ein Endgerät (Router/Modem) anbieten oder zur Verfügung stellen. Die Verbraucher erhalten durch den Gesetzentwurf allerdings eine Wahlfreiheit: Telekommunikationsanbieter dürfen ihre Kunden künftig nicht mehr zwingen, ein bestimmtes Endgerät zu verwenden.
Das Gesetz besagt an keiner Stelle, dass du ein Recht darauf hast, dass jedes beliebige Gerät an jedem Anschluss angeschlossen werden kann. Andernfalls müssten auch DSL-Modems an einer Multimediadose betrieben werden können und Kabelmodems an einem analogen Telefonanschluss.

Es ist ausreichend, wenn jeder Hersteller die Möglichkeit hat, ein kompatibles Gerät zu bauen.

Und jeder Hersteller von Kabelmodems hat das Recht und die Möglichkeit, ein Modem zu bauen, bei dem man die MAC-Adresse einstellen kann. Somit ist kein Kunde "gezwungen, ein bestimmtes Endgerät zu verwenden", wenn der Provider sein Netz so auslegt, dass es nur mit Modems mit einstellbarer MAC-Adresse funktioniert (indem er eine MAC-Adresse vorgibt).

Bei der MAC-Adresse könnte ein Richter die Sache noch anders sehen: Er wird den Provider fragen, warum er denn vor dem Ende des Routerzwangs die MAC-Adresse von jedem Modem abgelesen hat und nach dem Ende des Routerzwangs eine MAC-Adresse vorgibt. Wenn der Provider daraufhin behauptet, das hätte Kostengründe, wird das Gerichtsverfahren vielleicht so ausgehen, dass der Provider die tatsächlich anfallenden Kosten für die Provisionierung von Modems ohne einstellbare MAC-Adresse in Rechnung stellen darf: Das sind vielleicht 10 Euro für die Arbeitszeit eines Hotline-Mitarbeiters.

Was notwendige Firmware-Patches angeht, sieht die Sache ganz anders aus:

Ein halbwegs sinnvoller Grund für einen Firmware-Patch (ich weiß nicht, ob dies z.Z. bei einem Provider der Fall ist) wäre, in den 4in6-Paketen (DS-Lite) zusätzliche Informationen hineinzucodieren, dass man sich beim AFTR Speicher spart und stattdessen freien Speicher auf den Routern beim Kunden ausnutzt.

Durch eine Umstellung auf einen nicht-hauseigenen Standard müsste der Provider den Speicher in seinen AFTRs aufrüsten oder sogar neue AFTRs kaufen: Das kostet den Provider richtig viel Geld. Der Richter könnte natürlich auch sagen, dass der Provider die Kosten auf den Kunden umlegen darf. Nehmen wir an, 10 Kunden bestehen auf einen "Router von der Stange"; dadurch muss der Provider einen neuen Router für 10.000 Euro kaufen: Macht 1000 Euro pro Kunde...

Wenn der Provider so etwas bereits vor 2015 gemacht hat, kann man auch nicht behaupten, der Provider würde das nur machen, um "Fremdmodems" nicht ans eigene Netz zu lassen: Wenn das der Grund wäre, hätte er diese Technologie vor 2015 nicht angewendet!

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von manu26 » 23.12.2015, 08:56

Das ist doch Unfug. Ja, der Provider kann sich jeden möglichen Quatsch ausdenken, um sich da irgendwie rauszuwinden. Das wird aber nicht helfen. Aus dem Kontext des Gesetzes geht hervor, dass die jeweils für einen Anschluss geeigneten Geräte gemeint sind. Und da gibt es nunmal Standards. Gerätewahl heißt nicht, dass ich meinen alten Akustikkoppler an die die Leitung klemmen und dann Kompatibilität verlangen kann.

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von Joerg » 23.12.2015, 09:19

manu26 hat geschrieben:Und da gibt es nunmal Standards.
Die obigen Szenarien sind natürlich grotesk überzogen und werden so sicher nicht eintreten. Andererseits zwingt das Gesetz zur freien Endgerätewahl die Anbieter aber tatsächlich nicht, bestimmte Standards einzuhalten. So könnte im Prinzip jeder Anbieter auf seinen Leitungen machen was er will (und das dann als "seinen" Standard definieren), solange er die technischen Daten nur hinreichend offenlegt um beliebiegen Herstellen die Entwicklung und Herstellung passender Endgeräte zu ermöglichen.

Man sollte immer beachten, dass dieses Gesetz nie die Interessen des Verbrauchers im Auge hatte, sondern auf Betreiben der Herstellerlobby durchgesetzt wurde - und deren Interessen sind nicht unbedingt deckungsgleich mit denen der Kunden.

Jörg

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitrag von hajodele » 23.12.2015, 09:59

Ich gehe mal davon aus, dass es bisher die Docsis-Standards verwendet wurden.
Ein Provider kann weder aus Zeit- noch aus Kosten-Gründen einen eigenen Standard einführen.

Insbesondere bei den Kabel-Providern hängt am Modem auch die gebuchte Geschwindigkeit.
Es ist für mich schwer zu glauben, dass es im Standard eine Möglichkeit gibt, diese Daten zu manipulieren. Die freie Modemwahl wird ja schon seit Jahren weltweit bei Kabel-Providern praktiziert (Übrigens auch bei einigen kleinen Providern in Deutschland).

Zudem gibt es nur sehr wenige Flecken, bei denen man mehr oder weniger auf Kabel angewiesen ist.
Warum sollte also ein Kabel-Provider sehr viel Geld in die Hand nehmen um damit letztendlich Kunden zu verlieren?

Gerade bei UM ist es ja schon krotesk, dass alle von UM verwendeten Geräte im Ausland mehr können als in Deutschland.
So was wird übrigens nicht durch eigene Firmware sondern nur durch entsprechende Parameter realisiert.

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