Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

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AndyO
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 21.12.2010, 18:16

piotr hat geschrieben:
AndyO hat geschrieben: Beim Satellit hat man sich einen gefallen getan, indem man die Grundversorgung nicht verschlüsselt hat. Könnte das Kabel ja auch haben, will's aber nicht... :mussweg:
Definiere mal Deine Interpretation von Grundversorgung.

Der Begriff Grundversorgung heisst: nur die Oeffentlich-Rechtlichen Sender.
Die digitalen Oeffentlich-Rechtlich Sender sind meines Wissens auch im Kabel unverschluesselt, zumindest ist es bei der UM HD-Box so. Die gehen dort auch ohne SmartCard.
Ich hätte Free-TV schreiben sollen. Also Content, der ohne PayTV kostenfrei erhältlich (im Kabel z.B. nicht RTL (digital)) ist. Kabel ist von der Grundsubstanz (Verschlüsselung/Grundgebühr) für mich schon PayTV. Ohne Zusatzaufwand (Karte/SetTopBox) laufen Zweitgeräte nicht, oder nicht mit hinreichendem Programmangebot.
MfG
AndyO

mischobo
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von mischobo » 21.12.2010, 19:07

AndyO hat geschrieben:
Matrix110 hat geschrieben:Die Receiver sind von der Bedienbarkeit klar gegliedert und geben meist alle Funktionen die zur Verfügung stehen am unteren Bildschirm an, sollte man damit nicht zurecht kommen sollte man vielleicht erst einmal den Leseunterricht der Grundschule besuchen.

Nur weil ein Receiver anders als der jetzige zu bedienen ist, dessen Bedienung auch erst "gelernt" werden musste(auch wenn das verdrängt wird), ist die Bedienung nicht schlecht. Aber Menschen nehmen an, dass "Bedienbarkeit Receiver" ein festgeschriebene Norm ist und alles genauso bedienbar sein muss wie der bisherige gelernte Receiver...
Eine Fernbedienung und nicht komplizierter wie die hier:

http://www.amazon.co.uk/Sony-RMEZ4T-CE7 ... B001GMTJ8A

Mehr geht bei 75% der > 70jährigen nicht mehr rein. Und von den > 50jährigen freuen sich 50% über so eine einfache Lösung. Mehr brauchen die nicht. Bisher liegt da EINE Grundig Fernbedienung für den analogen Fernseher, welcher beim Drücken auch immer gleich reagiert. Das mit Hasen-SetTop-Boxen zu vergleichen, ist für die Clientel von einer anderen Welt .
Wer geistig fit und interessiert ist, der bekommt dann auch gerne einen Twin-Festplattenrecorder hingestellt. Das ist aber die Ausnahme.

P.S.: Die Endgerätepolitik bei den Kabelgesellschaften ist Müll. Selbst Sky bietet jetzt ein CI+ Modul mit Logo an. Läuft nur beim Kabel nicht...
... mir ist nicht ganz klar, was du jetzt genau willst. Deine Argumente sind doch genau das, warum eine Analog-Abschaltung so schnell nicht kommen wird.
Im Allgemeinen fallen Umstellungen den Leuten schwerer, je älter sie sind. Da es auch weit nach dem 30.04.2012 analoges Kabel-TV geben wird, gibt es für diese Leute auch keinen Anlass sich mit irgendwelchen irgendwann kommenden Umstellungen auseinander setzen zu müssen ...

Elektrolurch
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von Elektrolurch » 21.12.2010, 20:00

Hallo

Dein Problem mit dem MDR verstehe ich nicht. Schau mal nach auf welchem Kanal er kommen soll.
Bei mir in Altenbeken (NRW) teilt sich der MDR mit dem KiKa den Platz.
Bei meiner virtuellen Stichprobe in Hessen war MDR im Programmangebot enthalten!
Schau mal hier nach.

http://www.unitymedia.de/service/sofort ... sicht.html

Oder ist das auch ein Problem mit der Teilung des Sendeplatzes.

http://www.unitymedia.de/service/sofort ... erung.html

Gruß

AndyO
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 21.12.2010, 22:55

Elektrolurch hat geschrieben:Dein Problem mit dem MDR verstehe ich nicht. Schau mal nach auf welchem Kanal er kommen soll.
Bei mir in Altenbeken (NRW) teilt sich der MDR mit dem KiKa den Platz.
Bei meiner virtuellen Stichprobe in Hessen war MDR im Programmangebot enthalten!
Bei uns ist der seit 1,5 Jahren draußen. Das ist auch noch so ein Thema mit den regional abweichenden Programmangeboten. Gibt's bei Sat nicht.

65549 > Holzheimer Str. 17
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 21.12.2010, 23:01

mischobo hat geschrieben:Im Allgemeinen fallen Umstellungen den Leuten schwerer, je älter sie sind. Da es auch weit nach dem 30.04.2012 analoges Kabel-TV geben wird, gibt es für diese Leute auch keinen Anlass sich mit irgendwelchen irgendwann kommende Umstellung auseinander zu setzen ...
Der politsche Wille zur Digitalisierung ist doch klar zum Ausdruck gebracht und die Manager schielen auf die "digitale Rendite". Sonst gäbe es den Blödsinn mit Grundverschlüsselung gar nicht. Haftest du dafür, wenn der Bau der Sat-Anlage aus Endgerätemangel oder schlechter Witterung kurzfristig dann nicht möglich ist ?

Nee, nee, deiner Interpretation folge ich ohne verbindliche längerfristige Zusagen von UM nicht. MDR war dann ja schon mal ein Vorgeschmack, wie das laufen kann...
MfG
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Grothesk
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von Grothesk » 21.12.2010, 23:14

Verbindliche, offizielle Verlautbarungen seitens UM kannst du vergessen. Gerade zu den genannten Deadlines nicht.

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von mischobo » 21.12.2010, 23:18

... wenn der politische Wille verbindlich wäre, wäre Analog-TV auf allen Verbreitungswegen in diesem Jahr abgeschaltet worden.
Wenn es mit dem politischen Wille Ernst gemeint wäre, wären schon die Mediengesetze in den einzelnen Bundesländer geändert worden. Derzeit sehen die Mediengesetze die Einspeisung von mind. 24 (NRW) bzw. 28 (Hessen) analogen Programmen vor.

Die analoge Satabschaltung kommt Astra sehr entgegen. Zum Einen ist das eine sehr gite Chance, mehr HD+ Receiver unters Volk zu bringen und zum Anderen kann Astra die abgeschalteten analogen Transponder zu höheren Preisen vermieten ...

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von piotr » 22.12.2010, 01:29

AndyO hat geschrieben:MDR war dann ja schon mal ein Vorgeschmack, wie das laufen kann...
Soweit ich das der TV-Belegung von UM in Deinem Ort entnehmen kann, ist Deine PLZ im non-upgrade Gebiet.

Es kann also durchaus sein, dass das Kabelnetz in Deinem Ort noch gar nicht den vollen Frequenz-Umfang hat z.B. nur bis 470 MHz oder nur bis 620 MHz aber noch nicht bis 862 MHz geht.

Denn die Kanalbelegung bei Dir sieht stark nach einem der genannten geringeren Ausbaustaende aus.

D.h. es liegt nicht an Deinen Vermutungen, sondern schlichtweg daran dass das Kabelnetz in Deinem Ort auf 862 MHz ausgebaut werden muesste, um mehr Programme einspeisen zu koennen.

Der MDR flog vermutlich bei Dir raus, um in dem kleineren Bereich weitere private Programme einspeisen zu koennen. Und da Dein Ort sehr nah an Rheinland-Pfalz ist wird halt neben dem hr, dem BR, dem NDR und dem WDR, der SWR eingespeist.
Den SWR konntest Du frueher bestimmt auch per analoger Dach-/Zimmerantenne empfangen und weniger den MDR.

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 22.12.2010, 09:09

mischobo hat geschrieben:Die analoge Satabschaltung kommt Astra sehr entgegen. Zum Einen ist das eine sehr gite Chance, mehr HD+ Receiver unters Volk zu bringen und zum Anderen kann Astra die abgeschalteten analogen Transponder zu höheren Preisen vermieten ...
Die Diskussion, wie die Astra-Transonder bezahlt werden, ist so alt wie Astra selbst. Ich erinnere mich noch, wie ich von Kopernikus umgeschwenkt habe. Da waren da gerade mal 6 Programme drauf. Um eine ausreichende Marktpenetration zu erreichen, musste zu Zeiten der 90er Spiegel und 2,0dB LNB's auf eine direkt basierende Kundenbezahlung verzichtet werden. Heute holt man das mit HD+ für einen fragwürdigen Inhalt nach.

Dennoch ist die Sat-Verbreitung kosteneffizienter, da im Download auf der Erde alles in Kundenverantwortung ist. Dadurch braucht man nur einen Bruchteil des Personals, keine Bagger um die Straße aufzureißen, etc..

Das Kabel möchte sich durch die aufgesetzten IP-Dienste vom Sat abheben. Das gelingt mehr oder weniger gut. Da, wo man eine Alleinstellung hätte, fehlt wohl die ausreichende Backbone-Anbindung (z.B. Burchköbel, da laufen die 25.000er um 20:00 mit gerade mal 1.000). Es gibt auch andere Beispiele wie z.B. Wallrabenstein, wo nicht versorgte DSL-Gebiete als Erster erschlossen wurden. Dort konnte der Aussendienstmitarbeiter an jeder zweiten Haustür vor Bau einen Vertrag mitnehmen. Ich war dann der Bösewicht, der nach Inbetriebnahme das Aufreißen der Straße zwecks Tausch der maroden alten Abzweiger veranlasste....
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von piotr » 22.12.2010, 11:24

AndyO hat geschrieben:... fehlt wohl die ausreichende Backbone-Anbindung (z.B. Burchköbel, da laufen die 25.000er um 20:00 mit gerade mal 1.000).
Das ist auch wieder nur eine Vermutung Deinerseits.

Denn genau dieses Symptom liegt meist nicht an der Backbone-Anbindung.

Wenn es ueber einen laengeren Zeitraum andauert liegt das meist daran, dass die Anzahl der Modems in den betreffenden Gebieten des Kabelnetzes (Cluster) zu hoch geworden sind und die Cluster aufgeteilt werden muessten (Clustersplit).

Seit wann hat UM einen 25000er Anschluss?

[edit]Auch gibt es IP-Dienste ueber Sat...[/edit]

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 22.12.2010, 19:53

piotr hat geschrieben:
AndyO hat geschrieben:... fehlt wohl die ausreichende Backbone-Anbindung (z.B. Burchköbel, da laufen die 25.000er um 20:00 mit gerade mal 1.000).
Das ist auch wieder nur eine Vermutung Deinerseits.

Denn genau dieses Symptom liegt meist nicht an der Backbone-Anbindung.

Wenn es ueber einen laengeren Zeitraum andauert liegt das meist daran, dass die Anzahl der Modems in den betreffenden Gebieten des Kabelnetzes (Cluster) zu hoch geworden sind und die Cluster aufgeteilt werden muessten (Clustersplit).
Was willst du mir damit sagen? Das UM gar nicht alle Kunden im C/D-Bereich anständig mit IP versorgen kann? An so was negatives hab ich noch gar nicht gedacht. Danke für den Hinweis. Es handelt sich nämlich tatsächlich um ein T-DSL unterversorgtes Gebiet (1024K bis garnicht) mit folglich hohem UM-IP-Kundenanteil.

piotr hat geschrieben:Seit wann hat UM einen 25000er Anschluss?
Stimmt, war ein 20.000er der neu auch schon nicht mehr angeboten wird. Wenn sich die Bandbreitenangebote willkürlich ändern, kommt man schon mal durcheinander. Aber wichtig ist ja, wie mit den 1000 KBit/s um 20:00 umgegangen werden soll? Normale Netzperformance?

P.S.: IP über Sat ist auch nicht mein Ding. Da gibt's nun mal Latenzen.
MfG
AndyO

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von piotr » 22.12.2010, 23:32

AndyO hat geschrieben: Was willst du mir damit sagen? Das UM gar nicht alle Kunden im C/D-Bereich anständig mit IP versorgen kann? An so was negatives hab ich noch gar nicht gedacht. Danke für den Hinweis. Es handelt sich nämlich tatsächlich um ein T-DSL unterversorgtes Gebiet (1024K bis garnicht) mit folglich hohem UM-IP-Kundenanteil.
Das hat einfach damit zu tun, dass UM zu viele Kunden zu schnell bekommt.
UM baut auch aus, kommt aber bei dem Kundenwachstum nicht hinterher.
Auch geht ein Ausbau v.a. Clustersplits in vielen Faellen nicht von heute auf morgen.
Manchmal dauert soetwas auch viele Monate.
Aber wichtig ist ja, wie mit den 1000 KBit/s um 20:00 umgegangen werden soll? Normale Netzperformance?
Das ist kein normaler Zustand.
Es deutet auf Engpaesse hin, egal wo diese nun sind.
Stoerung melden.

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 23.12.2010, 09:20

piotr hat geschrieben:Auch geht ein Ausbau v.a. Clustersplits in vielen Faellen nicht von heute auf morgen.
Manchmal dauert soetwas auch viele Monate.
Wo genau sitzt ein Clusterspliter? Das Netz ist in der C/D-Ebene ja baumförmig aufgebaut. Ich lese im Zusammenhang von Clustersplitern immer was von Glasfaser (Fibermode). Wie kommt die Glasfaser zum aus Kundensicht ersten Clustersplitter?
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von piotr » 23.12.2010, 09:37

Ein Clustersplit ist kein Bauteil. Das heisst in einfachen Worten, dass das Kabelnetz weiter aufgeteilt wird -d.h. die erwaehnte Baumstruktur veraendert wird- und aus einem Cluster weitere Cluster entstehen um die Anzahl der Modems pro Cluster zu reduzieren.

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 23.12.2010, 10:09

piotr hat geschrieben:Ein Clustersplit ist kein Bauteil. Das heisst in einfachen Worten, dass das Kabelnetz weiter aufgeteilt wird -d.h. die erwaehnte Baumstruktur veraendert wird- und aus einem Cluster weitere Cluster entstehen um die Anzahl der Modems pro Cluster zu reduzieren.
Gut, das Koax geht vom HÜP in der Straße, geht zum Straßen"unter"abzweiger von da entlang der Straße zur Kreuzung/Einmündung und dann über einen Abzweiger an das "Längs"koax. An dem "Längs"koax hängen auf dem Land geschätzte 50-200 Haushalte. Das "Längs"koax könnte an einen Kasten gehen oder einer unerirdischen Verstärker haben. Wo genau wird die Infrastruktur nun geändert ?
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von piotr » 23.12.2010, 10:33

Es gibt viele solcher Verstaerkerpunkte im HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax), die dann wiederum an einem Fibernode mit der Glasfaserzufuehrung zur Kopfstelle (CMTS) angebunden sind. Die CMTS hat dann die Backbone-Anbindung.
Im Prinzip wird mit einem Clustersplit die Glasfaserzufuehrung (Fibernode) des betreffenden Gebietes mehr in Richtung User verschoben, meist in Form dass einer oder mehrere der vorhandenen Verstaerkerpunkte eines Fibernodes zu weiteren Fibernodes aufgeruestet werden. Damit entstehen dann mehrere, kleinere Cluster.

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von mischobo » 23.12.2010, 10:58

AndyO hat geschrieben:[...]
Dennoch ist die Sat-Verbreitung kosteneffizienter, da im Download auf der Erde alles in Kundenverantwortung ist. Dadurch braucht man nur einen Bruchteil des Personals, keine Bagger um die Straße aufzureißen, etc..
[...]
... ein Satellit hat aber auch nur eine begrenzte Lebensdauer. Ein neuer Satellit inkl. Transport in den Orbit ist nicht gerade billig und kostet mehr als Unitymedia jährlich in die Modernisierung des alten Telekom-Kabelnetzes investiert hatte.
Der Netzausbau ist weitestgehenst abgeschlossen. Zum 30.09.2010 hingen 93% der anschliessbaren Haushalte an modernisierten Kabelnetzen.

Bei der Positionierung eines neuen Satelliten ist auch mit nicht unerheblichen Risiken verbunden. So passiert es hin und wieder auch mal, dass die Trägerrakte ihr Ziel nicht erreicht und der Satellit verloren ist. Siehe z.B Astra 1K, der letztendlich in den Pazifik gestürzt ist. Nicht auszudenken, wenn ein Satellit über Land abstürzt, wie das z.B. bei der Raumstation Skylab passiert. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt oder getötet. Nicht vorzustellen, wenn dabei ein Satellit über einer Großstadt wie Köln oder Frankfurt abstürzt.

Auch technische Probleme bei der Positionierung eines neuen Satelliten können schonmal den Verlust eines Satelliten bedeuten. Einen Ersatzsatelliten zu bauen, dauert seine Zeit. Der Ersatzsatellit für Astra 1K, Astra 1KR, wurde erst 4 Jahre später in den Orbit befördert.
Auch kann es passieren, dass die Lebensdauer den vorgesehen Zeitraum unterschreitet. Das war z.B. bei Astra 5A der Fall.

Mit zunehmenden Alter eines Satelliten werden auch die verfügbaren Bandbreiten weniger. Auf z.B. Astra 1H, sind statt der ursprünglichen 30 Transponder nur noch 15 aktiv. Astra 1H soll in 2011 durch Astra 1N ersetzt werden.

Satelliten-TV ist außerdem eine Verschwendung von wertvollen Rohstoffen, denn wenn ein Satellit ausgedient hat, verbleibt er als Weltraumschrott im Orbit. Im Kabel können dagegen alle Kompenten in in irgendeiner Form recycled werden.
Im Orbit sammelt sich mit der Zeit mehr und mehr Weltraumschrott an. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch mal ein Astra-Satellit von Weltraumschrott getroffen wird und nicht mehr funktioniert. Daneben gibt es auch andere Objekte im All die einen Satelliten unbrauchbar machen können. Das müssen noch nicht mal große Obejekte sein. Dazu reichen schon Objekte mit einem Durchmesser von nur 1cm ...


Im Gegensatz zu Unitymedia leistet Astra keinen Endkunden-Support. Unitymedia beschäftigt allein im Kundenservicecenter in Bochum etwa 500 Angestellte, die bezahlt werden wollen. Daneben gibt es für die hessischen Unitymedia-Kunden noch das Kundenservuicecenter in Marburg, wo natürlich auch noch Leute arbeiten, die bezahlt werden wollen.

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 23.12.2010, 15:01

piotr hat geschrieben:Es gibt viele solcher Verstaerkerpunkte im HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax), die dann wiederum an einem Fibernode mit der Glasfaserzufuehrung zur Kopfstelle (CMTS) angebunden sind. Die CMTS hat dann die Backbone-Anbindung.
Im Prinzip wird mit einem Clustersplit die Glasfaserzufuehrung (Fibernode) des betreffenden Gebietes mehr in Richtung User verschoben, meist in Form dass einer oder mehrere der vorhandenen Verstaerkerpunkte eines Fibernodes zu weiteren Fibernodes aufgeruestet werden. Damit entstehen dann mehrere, kleinere Cluster.
:super: Super Erklärung! Da in meinem Ort (5Km von der BK-Kopfstation in Limburg entfernt) noch gar nix an Glas liegt, scheiterts, wie auch bei der Telekom schon daran, dass keiner als Erster das Glas vebudeln will.
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 23.12.2010, 15:10

mischobo hat geschrieben:
AndyO hat geschrieben:[...]
Dennoch ist die Sat-Verbreitung kosteneffizienter, da im Download auf der Erde alles in Kundenverantwortung ist. Dadurch braucht man nur einen Bruchteil des Personals, keine Bagger um die Straße aufzureißen, etc..
[...]
... ein Satellit hat aber auch nur eine begrenzte Lebensdauer. Ein neuer Satellit inkl. Transport in den Orbit ist nicht gerade billig und kostet mehr als Unitymedia jährlich in die Modernisierung des alten Telekom-Kabelnetzes investiert hatte.
Der Netzausbau ist weitestgehenst abgeschlossen. Zum 30.09.2010 hingen 93% der anschliessbaren Haushalte an modernisierten Kabelnetzen.
Nur Aufgrund der Tatsache, das Arena 5 EUR Sat-Bereitstellungs-Gebühr für BuLi gezogen hat, folge ich deiner Darstellung nicht. Arena und Eutelsat sind selbstfinanzierte private Unternehmen. Rekatenstarts sind in der Regel versichert. Die Kabelunternehmen sind von ihrer Finanzstruktur her marode bis zum geht nicht mehr und wären auch kurzfristig substituierbar.
Ich kann dir auch versichern, dass das Kabel häufiger gestört ist, wie der Satellit. Zumal die Kopfstationen ihre Programm überwiegend vom Sat beziehen. Nur braucht man bei einer Massenstörung da nicht anzurufen, weil man dann nicht durchkommt....
Zur Verfügbarkeit: Ersatztransponder werden beim Sat in Minuten geschaltet. Von solchen Reaktionszeiten kann das Kabel im C/D-Segment nur träumen.
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von mischobo » 23.12.2010, 15:58

... was hat denn arena mit dem Thema zu tun ?

Afaik versichert Astra die Beförderung von Satelliten ins All nicht, weil die Kosten dafür zu hoch Sinn. Es ist preiswerter in seltenen Fällen mal einen Sat zu verlieren, als jeden Satelliten zu versichern.

Und natürlich gibt es auch Backup-Kapazitäten, auf die kurzzfristig umgeschaltet werden kann. Aber derzeit hat Astra wohl nicht mehr allzuviele Reserven. Aber wenn nächstes Jahr Astra 1N mit 50 Ku-Band-Transponder in Betrieb genommen wird, sieht es wieder gut aus.

BTT: meine Nachbarn und ich haben heute Post von Unitymedia erhalten. Demnach können wir Digital TV BASIC ohne monatliche Zusatzkosten nutzen. Receiver und Smartcard kann jeder telefonisch bei Unitymedia anfordern. Es wird lediglich ein Aktivierungsentgelt i.H.v. 19,95 € berechnet.
Da werde ich mal gleich eine zusätzliche Smartcard mit Receiver besorgen :love:

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 23.12.2010, 20:12

mischobo hat geschrieben:... was hat denn arena mit dem Thema zu tun ?
Ganz einfach: Nur die Kabelgesellschaft, die Arena das Geld zum Kaufen der BuLi-Rechte gab, hat auch darauf hingewirkt, dass der Sat-Empfang 5 EUR teurer ist. Das einmalig in der Geschichte des Sat-Empfangs und entbehrte jeder Logik, da das Signal den Kopfstationen über Sat zugesendet wird. Afaik, kein Sat > nur wenige Kabelprogramme. :D
mischobo hat geschrieben:BTT: meine Nachbarn und ich haben heute Post von Unitymedia erhalten. Demnach können wir Digital TV BASIC ohne monatliche Zusatzkosten nutzen. Receiver und Smartcard kann jeder telefonisch bei Unitymedia anfordern. Es wird lediglich ein Aktivierungsentgelt i.H.v. 19,95 € berechnet.
Da werde ich mal gleich eine zusätzliche Smartcard mit Receiver besorgen :love:
Das Minimum, was man kostenseitig erwarten kann. Die Geräte sind ja von UM zur Nutzung überlassen. Was passiert eigentlich im Falle eines defektes? Ist das Miete, also lebenslange Garantie?
MfG
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von mischobo » 24.12.2010, 07:53

AndyO hat geschrieben:
mischobo hat geschrieben:... was hat denn arena mit dem Thema zu tun ?
Ganz einfach: Nur die Kabelgesellschaft, die Arena das Geld zum Kaufen der BuLi-Rechte gab, hat auch darauf hingewirkt, dass der Sat-Empfang 5 EUR teurer ist. Das einmalig in der Geschichte des Sat-Empfangs und entbehrte jeder Logik, da das Signal den Kopfstationen über Sat zugesendet wird. Afaik, kein Sat > nur wenige Kabelprogramme. :D
... das mit den 5 € Satnutzungsentgelt hat arenaSAT auch nur abgekuckt, denn das mit den 5 € war die Idee von Astra, die im Rahmen von Dolphin/entavio für die grundverschlüsselten Programme von RTL und ProSiebenSat.1 berechnen wollte.
arenaSAT hat zur Programmvielfalt über Sat beigetragen und hatte zur Folge, dass Premiere Premiere Star gründete, die im Rahmen einer Kooperation mit entavio ein Pay-TV-Paket angeboten hat. Von dieser Kooperation profitieren noch heute Sat-Kunden von Sky Deutschland.

In NRW sind seit Mitte 2005 alle Kabelnetze per Glasfaser mit dem zentralen Network Operation Center in Kerpen verbunden und werden zentral gespeist. Die Zuführung der Programme kann über verscheidnen Wege erfolgen. Früher wurden die Programme oft via Sat zugeführt. Neue Programme kommen immer häufiger via Glasfaser. Selbst das österreichische Programm Servus TV wird nicht via Sat sondern via Glasfaser zugeführt.
Wie die Programmzuführung erfolgt bestimmt der Programmveranstalter und wird vertraglich festgelegt. Sowas kann natürlich auch während der Vertragslaufzeit geändert werden. Siehe z.B. das ZDF. DIe analoge Version wurde bis Mitte des Jahres via Sat analog zugeführt. Während des WM-Spiels Deutschland vs. Argentinien zog eine heftige Gewitterfront auf und das ZDF befürchtete, dass aus dem Grund die Übertragung des WM-Spiels gestört werden könnte und bat Unitymedia auf das via Glasfaser zugeführte Version umzustellen. Das geschah, inkl. Re-Analogisierung, dann während der Halbzeit des WM-Spiels. Seitdem gehören wetterbedingte Störungen beim ZDF-Empfang der Vergangenheit an ...
mischobo hat geschrieben:BTT: meine Nachbarn und ich haben heute Post von Unitymedia erhalten. Demnach können wir Digital TV BASIC ohne monatliche Zusatzkosten nutzen. Receiver und Smartcard kann jeder telefonisch bei Unitymedia anfordern. Es wird lediglich ein Aktivierungsentgelt i.H.v. 19,95 € berechnet.
Da werde ich mal gleich eine zusätzliche Smartcard mit Receiver besorgen :love:
Das Minimum, was man kostenseitig erwarten kann. Die Geräte sind ja von UM zur Nutzung überlassen. Was passiert eigentlich im Falle eines defektes? Ist das Miete, also lebenslange Garantie?[/quote]
Wenn der Recever defekt ist, wird der ausgetauscht. Mit Garantie hat das nichts zu tun. Es handelt sich auch nicht um eine Miete, sondern um eine Leihe ...

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von AndyO » 24.12.2010, 09:19

mischobo hat geschrieben:In NRW sind seit Mitte 2005 alle Kabelnetze per Glasfaser mit dem zentralen Network Operation Center in Kerpen verbunden und werden zentral gespeist. Die Zuführung der Programme kann über verscheidnen Wege erfolgen. Früher wurden die Programme oft via Sat zugeführt. Neue Programme kommen immer häufiger via Glasfaser. Selbst das österreichische Programm Servus TV wird nicht via Sat sondern via Glasfaser zugeführt.
Wie die Programmzuführung erfolgt bestimmt der Programmveranstalter und wird vertraglich festgelegt.
Tja, dass sieht man halt von aussen nicht, wie viele Programme gerade vom Sat abgesaugt werden. Die Spiegel bleiben ja stehen. Aber auch das ist Minimum des Anstandes, dass man sich nicht auf die verteufelte Konkurenz auch noch abstützt. Kann mich auch bei Astra noch erinnern, dass am Anfang bei Störungen die Tafel von Usingen (Korpernikus) eingebelendet war. :smile:
Politisch ist der Sinn natürlich auch klar, dass die Übertragungsplattform unabhängig sein soll, wenn die Inder dann mal so weit sind und mit Raketen Satelliten abschießen können. Gleiches gilt ja für DVB-T. Für die WM-Spiele wurde aber irgendwo ein Downlink benötigt. Von Südafrika gibt's keine direkten Glasfaserkapazitäten in der Größenordnung.
Natürlich kann man je nach Vernetzung zwischen verschiedenen Downlinks umschalten.
Jetzt würde mich nur interessieren, wer denn den Glasfaserausbau bei UM bezahlt und wieso UM-Hessen die ländlichen Bereiche verhungern lässt? Beim Sat sind's die Werbeeinahmen der Privaten und Teile der Rundfunkgebühr, neuerdings HD+, aber letzteres sind nur Peanuts.
MfG
AndyO

Grothesk
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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von Grothesk » 24.12.2010, 10:50

Jetzt würde mich nur interessieren, wer denn den Glasfaserausbau bei UM bezahlt und wieso UM-Hessen die ländlichen Bereiche verhungern lässt?
Über die monatlichen Kabelgebühren?

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Re: Was passiert am 30 April 2012 bei UM ?

Beitrag von mischobo » 24.12.2010, 12:05

AndyO hat geschrieben:[..] Kann mich auch bei Astra noch erinnern, dass am Anfang bei Störungen die Tafel von Usingen (Korpernikus) eingebelendet war. :smile:
... das lag schlicht und ergreifend daran, dass die Programme via Kopernikus zugeführt wurden. ...
AndyO hat geschrieben:[..] Für die WM-Spiele wurde aber irgendwo ein Downlink benötigt. Von Südafrika gibt's keine direkten Glasfaserkapazitäten in der Größenordnung

... das hat aber nichts mit der Programmzuführung an sich zu tun ...
AndyO hat geschrieben:Jetzt würde mich nur interessieren, wer denn den Glasfaserausbau bei UM bezahlt und wieso UM-Hessen die ländlichen Bereiche verhungern lässt? Beim Sat sind's die Werbeeinahmen der Privaten und Teile der Rundfunkgebühr, neuerdings HD+, aber letzteres sind nur Peanuts.
... Unitymedia bezahlt erstmal den Ausbau. Sowas nennt man Investitionen, die über die diversen Unitymedia-Produkte im Laufe der Zeit wieder refinanziert werden. Mit den Kosten für die Programmzuführung via Glasfaser hat Unitymedia nichts zu tun. Das ist Sache des jeweiligen Programmveranstalters.
Und ländliche Bereiche verhungern lassen ? Das stimmt so nicht. Z.B. Eifel und Sauerland sind auch ländliche Bereiche und dort gibt's inzwischen auch bis zu 128Mbit/s.
Der Ausbau kann nicht auf einen Schlag erfolgen, sonder geschieht nach und nach. Die Reihenfolge orientiert sich an der Größe des Kabelnetzes. Je kleiner das Kabelnetz desto später erfolgt der Ausbau. Ausnahmen gibt es, wenn mit Kommunen oder Wohnungswirtschaft kooperiert wird ...

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