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Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufen?

In diesem Forum geht es um die Router für Kabel Internet FRITZ!Box 6320, FRITZ!Box 6340, FRITZ!Box 6360 und FRITZ!Box 6490 der Firma AVM.

Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon blaxxz » 22.08.2016, 11:37

So habe eine Antwort seitens AVM zu diesem Thema erhalten:

AVM Support hat geschrieben:Wenn die gesichterten Einstellungen einer FRITZ!Box 6490 OEM (UM) in eine retail (freien) FRITZ!Box 6490 eingespielt werden, werden auch Funktionen wie Update und Rufnummer Konfiguration aus der Sicherungsdatei überschrieben. Das bedeutet, sobald Sie die FRITZ!Box 6490 im Handel erworben haben, bitte keine Sicherungsdatei aus einer OEM FRITZ!Box 6490 importieren.

Das FRITZ!OS Update für die retail FRITZ!Box 6490 wird von uns regelmäßig kostenlos Updates bereit gestellt.


AVM Support hat geschrieben:nachtrag zu meiner zuvor geschriebenen Email.

Meine Aussage zu den Einstellungen möchte ich noch einmal etwas präzisieren.
Wenn zum Beispiel die Telefonie-Einstellungen für Sie als Endkunde mit einer OEM FRITZ!Box 6490 nur mit Leserechten versehen war, kann es bei dem Import der Sicherung dazu kommen, dass die entsprechenden Rufnummern nicht zu bearbeiten sind.

Mit dem aktuellen FRITZ!OS 06.6x für die retail FRITZ!Box 6490, stellen wir Ihnen das Update zur Verfügung.
Wir haben bereits aus anderen Anfragen von Kabelkunden gehört, dass durch deren Anbieter ein "beschnittenes" FRITZ!OS auf die FRITZ!Box 6490 installiert wurde. Dies ist weder mit uns abgesprochen, noch von uns ein gewünschtes Verhalten der Kabelanbieter.

Sollte Ihr Kabelanbieter Ihnen ein anderes, beschnittenes FRITZ!OS, als das von uns zur Verfügung und bereitgestellte FRITZ!OS installieren, wenden Sie sich bitte an den Kabelanbieter, damit dieser das "beschnittene" FRITZ!OS entfernt. Die Möglichkeit hat der Kabelanbieter dazu.
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon MartinDJR » 22.08.2016, 16:20

Leseratte10 hat geschrieben:Du hast bei deiner schönen Abwälzung des Problems an die Routerhersteller aber eine Sache vergessen: In der Schnittstellenbeschreibung steht, dass Unitymedia an eigene Router keine CVC-Informationen (Firmwareupdate) übermittelt

Dass man diesen Satz so oder so interprätieren kann, darüber habe ich mich ja schon in einem anderen Beitrag ausgelassen:

UM könnte argumentieren, dass aus dem entsprechenden Satz in Abschnitt 6.2 folgt, dass das Configfile, das dem User hochgeladen wurde, ungültige Daten und keinen gültigen Request zum Download einer neuen Firmware enthalten hat. Laut offizieller Spezifikation gibt es schließlich keine gültigen Requests zum Download einer neuen Firmware. Der Router hätte daraufhin kein Firmware-Update starten dürfen, da mit Sicherheit an einer anderen Stelle in der Spezifikation (wahrscheinlich in der DOCSIS) steht, wie sich der Router beim Empfang ungültiger Daten zu verhalten hat.

Was diesen Fall angeht, wird sich UM wahrscheinlich nicht den Stress geben und dem Kunden einfach einen neuen Router bezahlen. Was zukünftige Fälle angeht, kann ich mir aber durchaus vorstellen, dass UM eine Klarstellung herausbringt, dass Abschnitt 6.2 genau so zu verstehen ist oder Abschnitt 6.2 noch einmal klarer umformulieren.

Leseratte10 hat geschrieben:Klar, sie könnten jetzt die Schnittstellenbeschreibung ändern. Aber wäre das "logisch"?

Bei dem von mir dargestellen Kostenunterschied (ca. 5.000 Euro für die Änderung der Schnittstellenbeschreibung im Vergleich zu 100.000 Euro für die Softwareänderung) wäre das die aller logischste Vorgehensweise!

Leseratte10 hat geschrieben:"Wir müllen ihren Router mit dämlichen Anweisungen zu, irgend einen Müll herunterzuladen, und sie sind dafür verantwortlich dass auch ja jede einzelne dieser Anweisungen ignoriert wird, sonst verwandelt sich ihr Router in einen Backstein"? Ernsthaft?

Wenn es in der Schnittstellenbeschreibung so drinsteht, MÜSSEN die Routerhersteller dafür sorgen, dass die Router sich nicht "in einen Backstein" verwandeln, sondern den "Müll" ignorieren.

Leseratte10 hat geschrieben:Aber gibt es da nicht irgendwelche Regeln / längere Fristen?
Wenn nicht, könnte UM ja einfach ~100 klitzekleine Änderungen vorbereiten ...

Die Schnittstellenbeschreibung darf ein Provider wohl nicht "einfach so" mal kurz ändern, zumal diese erst von der Bundesnetzagentur genehmigt werden muss.

Die wird natürlich Gründe dafür verlangen, warum die Schnittstellenbeschreibung geändert werden soll.

Die Begründung: "Aufgrund der Tatsache, dass Gerätehersteller und wir die Schnittstellenbeschreibung anders verstanden(*) haben, sind bereits Router kaputt gegangen." wird bei der Bundesnetzagentur aber ziehen.

(*) UM würde an dieser Stelle behaupten, dass "will not include CVC information" so zu verstehen ist, wie ich es oben geschrieben habe.
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon manu26 » 22.08.2016, 17:52

Sorry, die Beschreibung ist an dieser Stelle eindeutig und UM hat es vermasselt. Ganz einfach.
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon Leseratte10 » 22.08.2016, 18:20

Du interpretierst dieses Ereignis also tatsächlich so, als hätte der Router *wissen* müssen dass UM keine Firmwareupdates in der Konfig übermittelt und hätte nur aufgrund dieses Wissens das sonst völlig valide Konfig-File als ungültig zurückweisen sollen, nur weil in der Beschreibung steht dass keine Updates übermittelt werden?

Wenn UM in ihre Beschreibung schreibt, dass sie dasunddas NICHT tun, und dann dadurch, dass sie das *doch* tun ein Router kaputt geht weil er nicht damit rechnet, dann ist das verdammt nochmal der Provider Schuld und nicht der Hersteller des Routers.

Und die Begründung lautet wohl eher "weil wir zu faul / unfähig / sonstwas sind, unsere CMTS so zu konfigurieren, dass sie sich an die von uns veröffentliche Schnittstellenbeschreibung halten, haben wir einige Kunden-Router zerstört".
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon MartinDJR » 22.08.2016, 18:48

manu26 hat geschrieben:Sorry, die Beschreibung ist an dieser Stelle eindeutig und UM hat es vermasselt. Ganz einfach.

Dass UM diesen Satz ursprünglich so gemeint hast, wie du ihn verstehst, ist mir auch klar, aber ...

Leseratte10 hat geschrieben:Du interpretierst dieses Ereignis also tatsächlich so, als hätte der Router *wissen* müssen dass UM keine Firmwareupdates in der Konfig übermittelt und hätte nur aufgrund dieses Wissens das sonst völlig valide Konfig-File als ungültig zurückweisen sollen, nur weil in der Beschreibung steht dass keine Updates übermittelt werden?

... ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass die DOCSIS-Spezifikation besagt, dass Modems Daten, die laut Spezifikation nicht vorkommen können, zu ignorieren haben oder mit einer Fehlermeldung zu reagieren ist.

Da die DOCSIS-Spezifikation genauso Bestandteil der Schnittstellenspezifikation wie der Abschnitt 6.2 ist, kann man argumentieren, dass sich aus der Kombination von beiden Sätzen ergibt, dass ein Firmware-Update per Config-File von JEDEM am UM-Netz angeschlossenen Modem prinzipiell IMMER abgelehnt werden muss.

Würde es wirklich zu einem Rechtsstreit kommen (ein User hat ja zu einer Strafanzeige geraten!), könnte UM so argumentieren.
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon Leseratte10 » 22.08.2016, 19:42

Mit "Daten, die nicht vorkommen können" sind wohl eher Einstellungen mit einer nicht existenten / vergebenen OID gemeint - damit herstellerspezifische OIDs genutzt werden können, ohne dass das andere Geräte beeinflusst - und das tut die Box, wie du an der Meldung "TLV-11 - unrecognized OID" in den Kabel-Events sehen kannst.

Und ein Firmwareupdate ist ja jetzt prinzipiell auch nicht etwas, was nicht vorkommen kann - nur dass UM halt in diesem speziellen Fall kein Recht dazu hat.
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon MartinDJR » 23.08.2016, 07:04

Leseratte10 hat geschrieben:Mit "Daten, die nicht vorkommen können" sind wohl eher...

Das kommt auf die EXAKTE Formulierung des entsprechenden Satzes in der DOCSIS an:

Wenn es so formuliert wäre, wie ich es geschrieben habe, wären damit alle Daten gemeint, die laut Gesamt-Spezifikation eigentlich nicht möglich sind. Und aufgrund von Abschnitt 6.2 wäre ein Update eigentlich "nicht möglich" und müsste ignoriert werden.

Steht hingegen da: "Daten, die in der folgenden Liste in Kapitel X.Y. nicht aufgeführt sind" oder: "Daten, die als 'Vendor-Specific' gekennzeichnet sind" oder sonst irgendwie, sähe die Sache anders aus: Software-Update ist in der Liste schließlich aufgeführt.

Ich habe mir mal die Dokumente "OSSI" und "SEC" der DOCSIS-Spezifikation angeschaut, um nachzuschauen, wie es denn genau spezifiziert ist.

Dabei fällt auf, dass UnityMedia sich hinten und vorne nicht an die DOCSIS-Spezifikation hält. Das wäre zwar erlaubt, wenn entweder im providerspezifischen oder im ANGA-spezifischen Teil (die man beide über UM downloaden kann) drinstehen würde, dass es an der entsprechenden Stelle eine Abweichung von der "original"-DOCSIS-Spezifikation gibt, es steht dort aber nicht drin.

Da die von UM herausgegebene Schnittstellenbeschreibung also nicht der "Wahrheit" entspricht, wird UM wohl sowieso nochmal nacharbeiten müssen.
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon blaxxz » 23.08.2016, 14:17

Es war doch klar das die Umstellung auf freie Router ein Chaos wird.

[ironie] Nicht vergessen. UM hatte auch wenig Zeit sich darauf vorzubereiten ;) [/ironie]
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Re: Abschaffung Routerzwang: Fritzbox 6490 jetzt schon kaufe

Beitragvon F-orced-customer » 23.08.2016, 14:24

Die Kabelnetzbetreiber, vor allem UPC/UM kämpfen wohl immer noch dagegen.
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