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Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

In diesem Forum geht es um die Router für Kabel Internet FRITZ!Box 6320, FRITZ!Box 6340, FRITZ!Box 6360 und FRITZ!Box 6490 der Firma AVM.

Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon hajodele » 28.11.2013, 22:50

Dein Denken ist viel zu kompliziert:
Zum Einen werden die Fritzboxen 6xxx gar nicht öffentlich legal gehandelt, sondern exclusiv für einige Kabelbetreiber produziert. Also braucht man sich darüber gar keine Gedanken machen.
Zum Anderen würde es für die Kunden reichen, wenn nur ein Modem/Bridemode verfügbar wäre. Dann liese sich ganz einfach dahinter ein beliebiger Router (z.B. FB7390) installieren.
Damit bleibt der interne Teil des UM-Netzes unangetastet und der Kunde hat das, was er will: keinen Routerzwang.
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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon Leseratte10 » 29.11.2013, 08:35

Aber vielleichtwürden die 6xxx-Boxen von AVM offiziell verkeuft werden, wenn der Kunde auch was damit anfangen könnte?

Ich denke, die werden momentan nur deshalb nicht gekauft, damit nicht die ganzen Kunden kommen und bei AVM meckern "Die Box geht an meinem UM-Anschluss nicht!!".

In dem eben zitierten Artikel stand "Anmeldung der Router (TK-Endeinrichtungen) am Netz", und unter "Router, der sich am Netz anmeldet", verstehe ich das Gerät, was zwischen Netz des Anbieters (übers TV-Kabel) und Netz des Kunden (Ethernet) routet. Also das allererste Gerät, was sowohl eine TV-Kabel-Buchse als auch eine LAN-Buchse besitzt. Punkt.

Aber nur mal eine theoretische Frage:

Es gibt doch Wege, aus dem von UM gestellten "Modem" die Konfigurationsdatei auszulesen; außerdem identifiziert sich das Modem mit seiner MAC-Adresse an der CMTS.
Könnte es nicht theroretisch funktonieren, man kauft sich ein "freies" Modem (gibts die überhaupt in DE), klont die MAC auf die des Originalmodem, macht einen TFTP-Server auf und spielt dem neuen Modem die alte Konfig ein?
Würde das gehen? Wäre das erlaubt?
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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon GoaSkin » 29.11.2013, 15:53

Die Boxen werden deshalb nicht öffentlich gehandelt, weil es sich bei einem Antennenkabel um eine Durchgangsleitung handelt, über die auch die Daten anderer Kunden in einem Mehrfamilienhaus wandern können. Wäre das Gerät, was die DOCSIS-Verbindung aufbaut, kein geschlossenes System, dann könnten Leute auf die Idee kommen, die Verbindung des Nachbarn zu hacken oder ihm die Verbindung zu "vermiesen". Aus diesem Grund hat sich das beim Kabel-Internet so etabliert.

Zum Vergleich: Auf einer 2-Draht Telefonleitung sind nur die Signale vorhanden, die für den jeweiligen Kunden bestimmt sind und nicht auch die aus der Nachbarschaft.

Sofern es keinen Router-Zwang mehr gibt, müssen sich die Kabelanbieter etwas Neues einfallen lassen, um in geeigneter Weise einen Übergabepunkt zu schaffen (z.B. wie früher einmal: Trennung zwischen Router und Modem).
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon Leseratte10 » 29.11.2013, 17:12

Die Daten der anderen Clusterbenutzer sind meines Wissens verschlüsselt. Und dem Nachbarn die Verbindung vermiesen bzw. sich selber mehr Bandbreite zuteilen geht auch jetzt schon. Da braucht man kein freies Modem für. Wäre damit nur etwas einfacher.
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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon OneOfNine » 04.01.2014, 16:52

Hallo, hab seit kurzen auch Internet/Telefon bei UM.

Ich wäre dafür, das die Endgeräte sache des Kunden ist. Hab für Inet/Telefon die Fritzbox 6230 und bin damit nicht zufrieden. Ich kann mit dieser Fritz meine ISDN Endgeräte nicht nutzen, obwohl ich vor der bestellung gefragt habe, ob ich meine ISDN Geräte weiter verwenden kann. Die antwort lautete ' Ja ', entweder war der Mitarbeiter am Telefon schlecht geschuld, oder hat mich veräppelt.
Ich würde gerne eine Fritzbox 6490 nutzen, oder wenigstens die 6360, damit ich meine ISDN Geräte wieder nutzen kann.
5 Euro mehr für die Fritzbox 6360 bezahle ich nicht.

Falls es zu einer Trennung von Modem und Router kommt, wäre das Modem nicht auch ein Endgerät?
Es ist doch die Frage, nach der definition des Netzabschlusspunkt und alles was hinter einer Dose ist, sollte Sache des Kunden/Nutzer bleiben.
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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon Joerg » 04.01.2014, 18:12

Das Modem wird bei Kabelinternet m.E. dauerhaft in der "Hoheit" des Netzbetreibers bleiben, da hier einerseits über das Profil die für den Kunden verfügbare Geschwindigkeit reguliert wird (technisch liegt bei jedem die "volle" Bandbreite, das sind bei 4 Kanälen gut 200 MBit/s, an), und andererseits - aufgrund der Busstruktur des Kabelnetzes - ein fehlerhaftes Modem theoretisch zu Internet- und TV-Störungen für den gesamten Straßenzug führen könnte.

Die Umsetzung liefe also auf Modems im Bridgemode mit vom Kunden gekauften Routern hinaus.

5 Euro/Monat für die 6360 ist übrigens angesichts des doch recht happigen Preises der FritzBoxen in meinen Augen durchaus ein faires Angebot; ich hab da eine ISDN-TK-Anlage dranhängen, das funktioniert damit einwandfrei.

Hab ich nach der Umsetzung die Wahl bleibe ich bei der gemieteten 6360, da ich ansonsten anstelle von einem Gerät dann zwei da stehen hätte (UM-Modem+Fritzbox mit DECT&ISDN). Geht man von einem Mehrverbrauch von 15 Watt für das zweite Gerät aus sind das bereits 2,70 €/Monat; bei einer Lebensdauer von 4 Jahren dürfte mein gekauftes Gerät also max. 2,30€*12*4=110€ kosten. Eine brauchbare FB mit ISDN&DECT (in neu, sie muss ja 4 Jahre halten, und Garantie wäre auch sinnvoll) bekomme ich dafür kaum.

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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon piotr » 05.01.2014, 00:19

Joerg hat geschrieben:Das Modem wird bei Kabelinternet m.E. dauerhaft in der "Hoheit" des Netzbetreibers bleiben, da hier einerseits über das Profil die für den Kunden verfügbare Geschwindigkeit reguliert wird (technisch liegt bei jedem die "volle" Bandbreite, das sind bei 4 Kanälen gut 200 MBit/s, an), und andererseits - aufgrund der Busstruktur des Kabelnetzes - ein fehlerhaftes Modem theoretisch zu Internet- und TV-Störungen für den gesamten Straßenzug führen könnte.
...

Jörg


Warum geht es dann in den USA?

Dort kann man ein handelsübliches Kabelmodem kaufen und es bei den KNB - sofern es sich ein von deren Regulierungsbehörde FCC typgeprüftes Kabelmodem handelt - einfach mit einem Anruf und Durchgabe der MAC Adresse für den jeweiligen Anschluss freischalten / provisionieren lassen.

Eine ähnliche Zulassungsmöglichkeit wurde in Deutschland mit der Typprüfung von Telefonen beim BZT (heute heisst diese Behörde BNetzA) eingeführt als das Postmonopol langsam aufgegeben wurde.
Die deutsche Regulierungsbehörde BNetzA könnte das bei Kabelmodems genauso wie die FCC unter der Auflage der Typprüfung freigeben.

Die deutschen KNB werden aber von vielen, v.a. von Politikern, noch immer nur als Betreiber der Kabelfernsehnetze und nicht als Internet/Telefonprovider wahrgenommen. Dazukommt, dass es auch eine Lobby der KNB namens ANGA gibt die naturgemäß gegen eine Öffnung des Endgerätemarktes beim Kabel ist.
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Re: AW: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon Joerg » 05.01.2014, 00:36

Ich sage ja auch nicht das es technisch unmöglich ist, sondern halte es aus o.g. Gründen für unwahrscheinlich das es in DE passiert. Der Aufwand - für die KNB und den Regulierer - wäre deutlich höher als bei DSL, wo eine simple Richtlinie ausreicht.

Übrigens kommt der "Anbietermodemzwang" bei DSL im Rahmen der Vectoring-Einführung grade wieder...

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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon JPDribbler » 13.02.2014, 11:24

Was passiert denn jetzt mit dem Routerzwang? Wird der nun gesetzlich abgeschafft?

Das Thema bleibt weiterhin ein Ärgernis, auch wenn man sich die aktuellen Probleme mit den Fritzboxen anschaut. Ich finde es unmöglich, dass man keinen eigenen Router mehr nutzen kann (Nein, ich will nicht meinen Router nur als AP nutzen)
In Amerika kann man sich beliebige Kabelmodems im Geschäft kaufen und ohne Probleme anschließen. Das kann Unitymedia auch wenn sie es wollen



Joerg hat geschrieben:Ich sage ja auch nicht das es technisch unmöglich ist, sondern halte es aus o.g. Gründen für unwahrscheinlich das es in DE passiert. Der Aufwand - für die KNB und den Regulierer - wäre deutlich höher als bei DSL, wo eine simple Richtlinie ausreicht.

Übrigens kommt der "Anbietermodemzwang" bei DSL im Rahmen der Vectoring-Einführung grade wieder...

Jörg


Richtig! Es ist möglich. Und nein, das ist nicht aufwendig. Es muss nur die MAC Adresse des Modems übertragen werden, der Aufwand ist nun wirklich überschaubar. Schau mal wie das z.B. in Amerika funktioniert: http://www.timewarnercable.com/en/resid ... modem.html
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Re: Koalitionsvertrag mit klarem Nein zum Routerzwang

Beitragvon hajodele » 13.02.2014, 11:56

JPDribbler hat geschrieben:Was passiert denn jetzt mit dem Routerzwang? Wird der nun gesetzlich abgeschafft?

Kommt Zeit, kommt Gesetz :zwinker:
Ein Koalitionsvertrag ist ja nur eine Absichtserklärung, was man während der nächsten Legislaturperiode anpacken will. Nicht was in den nächsten nicht mal 100 Tagen durchgesetzt wird. :glück:
Auch wenn das Gesetz heute verabschiedet werden würde, gäbe es mit Sicherheit eine Übergangslösung bis mindestens 2015. Das ist sowohl der Technik als auch den Verträgen der Provider mit den Herstellern geschuldet.
JPDribbler hat geschrieben:In Amerika kann man sich beliebige Kabelmodems im Geschäft kaufen und ohne Probleme anschließen. Das kann Unitymedia auch wenn sie es wollen

Die Situation in USA, damit ist wohl Amerika gemeint, ist mit Deutschland nicht direkt vergleichbar und auch dort funktioniert in der Praxis nicht jedes Modem. UMKBW kämpft nach wie vor mit den eigenen Geräten (Siehe z.B. die Probleme mancher Fritzboxen).
Insbesondere redest du plötzlich wieder vom Modem. Es geht aber in der Praxis nur um das Thema "Router". Die sollen doch (optional) ein Cisco3212 anbieten an das du dann einen beiliebigen Router anschließen kannst, der die technischen Anforderungen erfüllt. So lange ist das gar nicht her, als das damals noch bei UM und bei KBW normal war.
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