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Kabelanschluss neu verkabeln :)

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Kabelanschluss neu verkabeln :)

Beitragvon zigzag » 06.04.2012, 17:31

Hallo,

ich habe es ziemlich satt, dass sich doch immer mal wieder Probleme mit dem Kabelanschluss einschleichen. Unsere Installation im Haus ist recht alt, Anfang 80er, die Kabel sind alle nur einfach geschirmt (Kupfergeflecht, sonst keine Abschirmung erkennbar), die Dosen größenteils noch aus den 80ern. Laut den Technikern, welche zahlreich im Laufe der Jahre hier vor Ort waren, ist die alte Kabelinstallation zumindest ein bedeutender Faktor, der zu der mangelnden Zuverlässigkeit führt. Ich möchte jetzt also von Null aus die Verkabelung im Haus neu aufbauen und neue Kabel legen sowie die Dosen erneuern. Auf die Richtigkeit der bestehenden Anlage kann ich mich dabei nicht verlassen, die Anlage wurde zweimal von Laien erweitert. Es geht also im Grunde darum, wie man das ganze optimal neu aufbaut.

Aktuell ist der Zustand in unserem Haus folgender: HÜP und Verstärker im Keller. Der Abgang des Verstärkers verschwindet im Haus, es weiss keiner, wo er endet. Sicher ist, dass es einen Verteiler irgendwo geben muss, denn unsere Anlage hat zwei "Enden", wo die Dosen mit Abschlusswiderständen versehen sind. Womöglich ist dieser Verteiler in die Wand gekleistert worden und nicht mehr erreichbar.

Ein "Strang" der Anlage besteht aus der Multimediadose auf der mittleren Etage und zwei Dosen im Keller; der andere Strang besteht aus den beiden Dosen auf dem Dachboden.

Ich habe mal versuchsweise ein Stück zufällig vorhandenes doppelt geschirmtes Kabel direkt vom Verstärker an die Multimediadose gezogen, mit dem Ergebnis, dass sich das Kabelmodem darüber nicht verbindet. Scheinbar frisst der (normalerweise ja dazwischenhängende) Verteiler mitsamt den alten Kabeln so viel Pegel, dass der Verstärker jetzt so weit aufgedreht ist, dass mit neuem Kabel und direkter Verbindung zur Dose die Fritzbox viel zu viel Pegel kriegt.

Also, wie würdet ihr die Sache angehen? Mir stellen sich mehrere Fragen:
1. Welches Kabel empfiehlt sich, wenn man jetzt optimale Signalqualität erreichen möchte?
2.Welche Dosen (sowohl normale Dosen als auch Multimediadosen) sind empfehlenswert?
3. Wie kann ich in Ermangelung eines Pegelmessgerätes ermitteln, welche Dose mit welchen Dämpfungswerten ich an welcher Stelle brauche?
4. Wie soll ich das Signal auf 5 Kabeldosen verteilen? Empfiehlt sich wieder der Einsatz eines Verteilers oder kann ich 5 Dosen "hintereinanderreihen"?
5. Gibt es ein nicht allzu teures Pegelmessgerät, mit dem ich den Verstärker grob auf die neue Situation justieren kann und ermitteln kann, welche Dämpfung ich bei den Dosen brauche?

Ich weiss, viele Fragen, aber vielleicht hat ja einer der alten Hasen ein paar gute Tips für mich.

Vielen Dank,
zigzag
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Re: Kabelanschluss neu verkabeln :)

Beitragvon Cablemen » 06.04.2012, 18:53

1. min. doppelt abgeschirmtes Kabel verwenden und keine Billigkabel nach dem Motto 100m kosten nur 20 Euro (3-fach abgeschirmtes Kabel nehmen in der Regel die Techniker). Da gibt es namenhafte Hersteller wie: DELTA, Hirschmann, Kathrein, WISI und Astro usw. um mal ein paar zu nennen.
2. Nimm doch gleich komplett Multimediadosen da ist man flexibler wenn man doch mal den Standort des ein oder anderen Gerätes ändern will. In der Regel wählt man die Dose nach benötigter Dämpfung. Da gibt es bsp. von Braun Telecom die btv 1165 DATA (10dB Durchgangsdose), btv 1265 DATA (12dB Durchgangsdose), btv 1465 DATA (14dB Durchgangsdose). Da gibt es dann noch sogenannte Stichdosen bzw die 19dB Durchgangsdose. Bloß diese Dosen sind nicht unbedingt zu empfehlen wenn alles ordentlich eingestellt ist. Stichdosen nimmt man eh nur wenn die Leitungen bsw. über einen Multitap installiert sind.
3. Nein kann man leider nicht da kann man nur als Regel sagen je näher am Verstärker um so höher die Dämpfung. Wobei dies aber ohne Messgerät schwer nachzuprüfen ist. Da kann man nur als Laie schauen ob das Bild gut oder schlecht ist.
4. Für jede Dose ein Kabel (Sternverteilung) ist natürlich die teuerste und vor allem die technisch die beste Lösung da man in der Regel eine mehr oder weniger gleichmäßige Dämpfung an jeder Dose erreichen kann und im Falle eines defektes nicht das ganze Hausnetz lahmgelegt wird sondern nur die betroffene Leitung. Außerdem sind bei 5 Dosen in der Reihe geschaltet schon arg übel weil ab der 4. Dose wirds langsam kriminell mit dem Pegel.
5. Nicht das ich wüsste die Dinger kosten einige hundert bis tausend Euro. Vielleicht hast du ja glück und du findest was günstig auf Ebay! Aber ohne richtiges Fachwissen nützt ein dies auch nichts. :zwinker:
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Re: Kabelanschluss neu verkabeln :)

Beitragvon Bastler » 08.04.2012, 08:41

Die Planung der Anlage ist schon ohne Messwerte grundsätzlich erst mal möglich.
Nur bei der Wahl des passenden Verstärkers wird es schwierig.

Vorgehensweise ist folgende: Einfach nur ein bisschen Plus und Minus rechnen :zwinker: .
1. Dämpfungen zusammen rechnen.
In deinem Fall (wenn du wieder genau so aufbauen willst wie es jetzt ist) 2-Fach Verteiler im Keller: 4 dB.
Die Dosen passend abstufen (ich rechne jetzt mal mit den typischen braun telecom MMDs, die man aber so im normalen Handel eher nicht bekommt, daher muss man die Rechnung natürlich mit den realen Dosen machen).
Du hast zwei Stränge, einer mit 2 Dosen, einer mit 3 Dosen (wenn ich es richtig verstanden habe).
Ideal ist es also, auch 3 Dosentypen mit 3 verschiedenen Auskoppeldämpfungen zu nehmen.
Um bei den braun MMDs zu bleiben z.B. 1. Dose 14 dB, zweite 12 dB und die dritte 10 dB, damit sich die Durchgangsdämpfung mit den jeweiligen Ausgangsdämpfungen "kompensiert".

Jetzt rechnet man also: 4 dB + 2,5 dB + 1,5 dB + 12 dB [die letzten drei Zahlen sind: Durchgangsdämpfung der ersten Dose, dann die der zweiten Dose, dann die Auskoppeldämpfung der letzten Dose].
Macht: 20 dB. Die Kabellängen sind uns nicht bekannt, wir nehmen aber einfach mal ~ 3 dB Kabeldämpfung an (mehr wird es in einem normalem Haus eigentlich nicht werden bei neuen Kabeln, eher weniger):

Also 23 dB Gesamtdämpfung.
Jetzt kann man den Verstärker wählen, der im Idealfall ca. 4-7 dB ,ehr Verstärkung hat als die Hausdämpfung (um die höhere Dämpfung auf den höheren Frequenzen mit entsprechender Einstellung etwas kompensieren zu können.

Du muss bei dir höchstwahrscheinich eh den vorhandenen UM Verstärker weiter nutzen, also brauchst du dir darum keine Sorgen zu machen, die UM Verstärker sind eigentlich alle überdimensioniert von der Verstärkung her und müssen teilweise noch zusätzlich gedämpft werden...
Ganz grob funktioniert das so (wenn man kein Messgerät hat kann man es nicht genauer machen).

Jetzt zu den Problemen, die ohne Messgerät auftauchen können:
Man kennt den Übergabepegel nicht. Wenn der also hart an der unteren Grenze ist kann es sein, dass man mehr Verstärkung oder einen Vorverstärker braucht, um in den optimalen Betriebsbereich des Verstärkers zu kommen. Wobei dein Signal von der Qualität her dadurch auch nicht besser wird, es wird nur der Pegel höher.

Auch das Gegenteil kann sein: Der Übergabepegel kann zu stark sein, so dass der Verstärker übersteuert wird und seinen maximalen Ausgangspegel überschreitet, dann kommt auch nichts brauchbares mehr heraus.

Und die ach so tollen, von UM am Reißbrett, ohne die jeweiligen Anlagen zu kennen, vorgegebene Entzerrung und UHF Entzerrung kann man ohne Messgerät natürlich auch nicht einstellen, wobei ich das als das kleinste Übel ansehe :zunge: .
Da ja HSI in der Anlage ist, wirst du den Verstärker eh von einem Techniker einpegeln lassen müssen.

Eine reine Fernseh-Anlage funktioniert in der Regel auch nach dem reinen rechnerischem Verfahren, aber nur, wenn man von einem Übergabepegel um die 70 dB ausgeht :zwinker: .

Es wäre schon begrüßenswert, wenn alle "Elektriker-Anlagen zumindest nach diesem Schema gebaut würden - leider ist das maximal bei der Hälfte der Fall.
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