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Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Hier geht es um die technischen Geräte zum Empfang des digitalen Fernsehens.

Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon Merlin63 » 17.10.2009, 15:41

Hallo zusammen,

ich habe mir vor einigen Monaten einen neuen Fernseher (Panasonic TX-32 LX 85 F) und Receiver (Technisat Digicorder HD K2) gekauft und mir dazu auch noch das Vivanco Koaxialkabel „Absorber TV/RD Antennenkabel 7/95 G“ (max. 90dB) geleistet. In der Tat war das Bild brillant, ich konnte kaum einen Unterschied zwischen normaler und HD-Qualität feststellen. Es gab nur ein Problem: Sämtliche Sender auf dem Kanal S32 (z.B. 3Sat, alle ZDF-Sender) waren so stark gestört, daß man sie nicht anschauen konnte. Die Störungen zeigten sich in grünen und magentafarbenen Klötzchen und Balken sowie in jaulendem Ton. Es hat eine Zeitlang gebraucht, bis ich dahinterkam, daß es am Kabel liegt, nämlich erst, als ich testhalber mein altes Koaxialkabel wieder angeschlossen habe. Nun empfange ich alle Sender in leidlicher Qualität, aber die Bewegungsunschärfe ist stärker, und das Bild ist insgesamt nicht so gut wie vorher.
Da ich annahm, daß das Koaxialkabel von Anfang an defekt war, wandte ich mich wieder an den Händler mit der Bitte, es gegen ein intaktes umzutauschen, aber er erklärte mir, daß nicht das Kabel defekt sei, sondern anscheinend mein Empfang generell nicht gut (Signal auf S32 zu schwach). Ich bräuchte einen anderen Verstärker, der regulierbar sei etc. Der Elektriker, der den Verstärker (WISI-VX86 BK, 21dB) installiert hatte, hatte hingegen behauptet, der Empfang sei optimal. Der Händler gab mir das Geld zurück, aber wirklich zufrieden bin ich nicht, denn der Empfang auf allen Kanälen außer dem S32 war mit dem Vivanco-Kabel sehr viel besser. Ich habe aber auch keine Lust, jedesmal wenn ich 3Sat oder ZDF schauen möchte, das Kabel umzustecken.
Kennt jemand dieses Problem? Hat jemand einen Rat? Ist ein anderes Kabel vielleicht besser?
Herzlichen Dank im voraus für eure Mühe!!!
Ratlose Grüße

Merlin63

Meine Spezifikationen:

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TV: Panasonic TX-32 LX 85 F
Receiver: Technisat Digicorder HD K2
Verstärker: WISI-VX86 BK, 21dB
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon Moses » 24.10.2009, 01:49

Wenn du digital TV guckst, kann das Antennen-Kabel keine Auswirkung auf die Bildqualität haben. Nur mal so als Anmerkung... :)

Die Störungen, die du mit ZDF hast/hattest sind tatsächlich Empfangsstörungen. Wie lang ist denn das Antennenkabel zum Receiver?
Moses
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon Merlin63 » 27.10.2009, 12:22

Hallo Moses,

hatte gehofft, daß Du Dich melden würdest ...
Wieso hat das Antennenkabel bei digitalem TV keine Auswirkungen auf die Bildqualität? Werden die Daten nicht nach wie vor analog übertragen? Ich meine, es ist ja tatsächlich so, daß die Bildstörungen auf Kanal S32 verschwunden sind, seit ich das alte Koax-Kabel (ohne Ferritkern) wieder angeschlossen habe. Nur leider ist das Bild mit dem alten Kabel nun insgesamt nicht so gut wie mit dem Vivanco-Kabel. Bilde ich mir das denn nur ein?
Um Deine Frage zu beantworten: Das Koax-Kabel zwischen Wandsteckdose und Receiver ist 5m lang. Deswegen hatte mir der Verkäufer auch dieses Vivanco-Kabel empfohlen wegen Signalverlust aufgrund der Länge etc. Ich habe leider keine Ahnung von diesen Dingen, deswegen habe ich das einfach mal geglaubt.
Herzliche Grüße
Merlin63
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon reset » 27.10.2009, 12:59

Über den Koax kommt nur das analoge Signal.
Digital über Scart.

Gruß
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon Moses » 27.10.2009, 19:23

Jaja... die Analog/Digital Verwirrung. :)
Also grundsätzlich werden über Kabel immer nur Sinusschwingungen übertragen. ;)

Über das Koax-Kabel kommt auch immer digital und analog TV. Es kommt nur darauf an, wer was wann wo interpretiert und in Bilder umsetzt. Bei "analog TV" kann das jeder Fernseher, da eben ein analoger Kabeltuner Standardausrüstung ist. Bei "digital TV" braucht man eben einen DVB-C-Tuner. Der ist im "normalen" Setup im DVB-C Receiver, da Fernseher mit integriertem DVB-C Tuner eher selten sind.

Jetzt kennt man ja den dummen Spruch, dass digital immer "entweder an oder aus" ist. Das ist zwar ein ziemlich dämlicher Spruch, aber nicht ganz falsch. Beim digital TV werden die Daten eben digital modeliert und als 0 und 1 (grob vereinfacht) über die Leitung geschickt. Solange der DVB-C Tuner noch erkennen kann, ob da jetzt eine 0 oder eine 1 ankommt, hat man 100% der verfügbaren Bildqualität. Daher ist das Koax-Kabel, das zum Receiver geht für die Bildqualität egal. Wenn das Signal nicht ausreichend gut ist, hat man einfach keinen Empfang bzw. Empfangsstörungen, die sich in extremer Klötzchenbildung, Bildausfall und Ton-Piepsen äußern.
Bei analog TV ist das anders. Da zählt die Qualität von jedem Kabel, da die Daten direkt auf das Kabel modelliert werden.

Richtig ist, dass bei dem "normalen" Setup von UM mit DVB-C Receiver und SCART Kabel die Daten analog von Receiver zu TV übertragen werden. Das ist aber normalerweise nicht so schlimm, da das SCART Kabel ja ziemlich kurz ist, da sind die Verluste nicht so groß. Aber bis zum Receiver ist alles digital und da gilt: Entweder 100% Bildqualität oder gar nix.
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon Merlin63 » 28.10.2009, 14:09

Hallo Moses,

vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung! Ein paar Fragen habe ich aber noch:
- Was hat es mit der "Abschirmung" auf sich?
- Warum fragtest Du, wie lange mein Koax-Kabel zwischen Wandsteckdose und Receiver ist? (Antwort: 5m)
- Wenn man sich die Ferritkernkabel im Internet bei diversen Händlern anschaut, steht dort immer so was wie "für digitales Fernsehen geeignet". Ist das demnach Blödsinn, weil das Kabel bei digital TV keinen Unterschied macht?
Viele Grüße

Merlin63
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon Moses » 28.10.2009, 22:51

Die Abschirmung sorgt dafür, dass keine Störsignale von Außen in das Kabel dringen und damit dem Empfang stören. Normalerweise sind Kabel mit einer Abschirmung von 90db eine gute Wahl. Ein sehr langes Kabel kann die Signalqualität beeinträchtigen. 5m sollten aber ok sein. Oder war das alte Kabel kürzer/länger?

Das "geeignet für digital TV" ist tatsächlich nur ein Marketinggag. Das gilt für Kabel-TV wie auch für Sat-TV (wobei es da tatsächlich einen zufälligen Zusammenhang zwischen "Highband" und digital TV gibt ;)).

Warum nur genau ein Kanal gestört sein kann, kann dir Bastler erklären. Ich hab davon nur noch im Kopf, dass das durch einen Kabelbruch passieren kann.
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Re: Probleme mit Vivanco-Kabel mit Ferritkern?

Beitragvon scenic » 26.10.2010, 14:28

Auch ich habe mir ein Vivanco Antennenkabel mit Ferritkern gekauft (5 oder 10 m, müsst ich jetzt nachforschen), da ich mein Full HD TV Gerät mit integriertem DVB-C störungsfrei an die Haus-TV-Anlage (anlaog+digital+HD Signale über DVB-C) anschließen wollte. Das Antennenkabel habe ich unter dem Laminat-Fussboden verlegt, das TV-Gerät erst etwas später gekauft. Und jetzt musste ich feststellen, dass der Empfang von analogen und digitalen Sendern wunderbar funktioniert, bis auf HD Sender ("kein Signal"). Und ähnlich dem Threadgründer hier habe ich dann ein altes stinknormales 5 Meter Antennenkabel ausgepackt und angesteckt und alles - inklusive HD-Sender - funktioniert wunderbar! Tja Pech für mich, das Kabel kann ich nicht mal zurückgeben, liegt ja unterm Fussboden. Und das alte Kabel verwenden, ist somit auch keine Option, da müsst ich schon den Fussboden wieder rausreißen. Diese Extrainvestition in den Ferritkern war ganz offensichtlich ein Schuß nach hinten.
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