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Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon johnripper » 22.05.2016, 20:38

hajodele hat geschrieben:Mit deinen Spezialtheorien wird es sehr einsam um Unitymedia werden.

"Spezialtheorien" passt gut : )
hajodele hat geschrieben:Weder die Hardwarehersteller noch der Gesetzgeber noch der Kunde läßt sich dauerhaft so offensichtlich von einem relativ kleinen Provider verarschen.

Denke ich auch.

Letztlich hat man es schon an der Frage ob das Gesetz auch für Bestands- oder nur für Neukunden gelten soll gesehen. Hier im Forum war man sich relativ einige, dass Bestandskunden wenn es nach dem Gesetzeswortlaut geht außen vor sind. Das ist auch immer noch so gültig, auch wenn einige flachhirnige Politiker und die Verbraucherzentrale das jetzt anders sehen mögen. UM wird aber trotzdem (vielleicht nach Anrollen den Shitstorms) dazu entschlossen dies auch für Bestandskunden gelten zu lassen -- in meinen Augen die einzige richtige und sinnvolle Alternative. So erspart man sich einen wuchtigen Berg an Anfragen zu immer der selben Thematik, schlechte PR, Kündigungen und ggf. Klagen (=mehr schlechte PR).

Natürlich kann UM jetzt versuche auf Teufel komm raus, das ganze so zu stricken, dass faktisch der Betrieb eines eigenen Endgeräts ab 1. August nicht möglich ist, aber letztlich würden sie nur wieder mit "einem wuchtigen Anfragen zu immer der selben Thematik, schlechte PR, Kündigungen und ggf. Klagen (=mehr schlechte PR)" rechnen müssen. Und irgendwann wird das Recht (per Gesetz oder Rechtsprechung) doch so angepasst, dass man den Willen des Gesetzgebers durchgesetzt.

Letztendlich wären sie also mE gut beraten es einfach direkt, einfach umzusetzen.
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Re: AW: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr

Beitragvon Toxic » 22.05.2016, 20:56

M@rtin hat geschrieben:
MartinDJR hat geschrieben:....
Der Kunde wäre dann verpflichtet, sich ein Modem mit einstellbarer MAC-Adresse zu kaufen - wenn es so etwas überhaupt gibt. (Mein Router hat eine einstellbare MAC-Adresse - technisch möglich ist es also.)...


Das ist nicht im Sinne einer MAC-Adresse! Die MAC-Adresse ist eine eindeutige, nur einmal existierende Nummer, die die Schnittstelle eindeutig zugeordnet ist. Also sowas wie eine Fahrgestellnummer bei Fahrzeugen. Das, was du beschriebst, nennt sich Spoofing und ist alles andere als eine technisch sinnvolle Lösung und grenzt an Legalität. Sowas machen vielleicht "Script-Kiddies" in dunklen Hinterhöfen, aber kein Provider!

Deine Theorien sind gelinde gesagt sehr abenteuerlich! :kratz: :kratz: :kratz:


Ich habe schon seit Ewigkeiten Router im Betrieb, bei denen sich die MAC-Adresse ändern lässt. Ganz offiziell im Handel erworbene Router.

Was soll daran illegal sein???

Bei UM übrigens eine der wenigen Möglichkeiten eine neue/andere IP zu bekommen...

Zu meiner aktiven Gamer-Zeit mußte man schon mal seine IP ändern, um einen besseren Ping zu bekommen und damit konkurrenzfähig zu sein.
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon Leseratte10 » 22.05.2016, 21:31

@M@rtin: Bestimmte, nicht-globale MACs sind im Standard tatsächlich vorgesehen: https://de.wikipedia.org/wiki/MAC-Adresse#Vergabestelle

Damit ließe sich das ohne "Verletzung" der Eindeutigkeit von MACs lösen - denn diese MACs kann jeder selber vergeben.
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon hajodele » 22.05.2016, 21:55

Es geht ja nicht um die Legalität oder Machbarkeit (falls sich das so kurzfristig seitens UM überhaupt lösen lässt).
So eine Aktion wäre ein Affront gegen alle. Und das nur um den eigenen Dickkopf durchzusetzen.
Wie eine rechtliche Wertung aussieht, wenn dieses Verfahren die eigenen Zwangsrouter nicht beherrschen, kann ich nicht beurteilen.
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon MartinDJR » 23.05.2016, 08:18

hajodele hat geschrieben:Mit deinen Spezialtheorien wird es sehr einsam um Unitymedia werden. Weder die Hardwarehersteller...

Denen bleiben zwei Möglichkeiten:
  • Modems bauen, die mit einem Provider mit besonderem Protokoll kompatibel sind
  • Gar keine Modems an Kunden des entsprechenden Providers verkaufen
Die Hardware-Hersteller müssen dann eben entscheiden, ob die Entwicklungskosten für eine spezielle Firmware (z.B. einstellbare MAC-Adresse) höher oder niedriger sind als der entgangene Gewinn.

Die Provider, die jährlich > 10.000 eines bestimmten Routermodells bei den Herstellern kaufen, werden mit Sicherheit die gewünschten Firmware-Änderungen (z.B. einstellbare MAC-Adresse) bekommen - das kann man beim TC7200 und den UM-FritzBoxen ganz eindeutig sehen.

hajodele hat geschrieben:... noch der Gesetzgeber ...

Wenn ich die Diskussionen um "Routerzertifizierung" richtig verstanden habe, dann darf ein Provider nicht verlangen, dass ein Hersteller seine MAC-Adressen bei der Privatorganisation IEEE bezieht.

Was passiert, wenn ein Routerhersteller seine MAC-Adressen bei der Indischen, Chinesischen oder Russischen Konkurrenzorganisation zur IEEE bezieht, die nach Deutschem Recht denselben Status wie die IEEE haben und die dieselben MAC-Adressen vergeben, die bereits von der IEEE an AVM und TechniColor vergeben worden sind?

Dann gibt es wenn's dumm läuft vier Kabelrouter, die dieselbe "weltweit einmalige" MAC-Adresse haben - wenn's dumm läuft zwei davon im selben Haus!

Spätestens dann, wenn solche Router und Modems auf den Markt kommen, muss der Provider sogar auf Modems mit einstellbaren MAC-Adressen bestehen, um die gesetzlichen Vorgaben erfüllen zu können.

Von Anfang an Modems mit einstellbarer MAC-Adresse zu verlangen, wäre laut §5 FTEG übrigens eindeutig legal.

hajodele hat geschrieben:... noch der Kunde läßt sich dauerhaft so offensichtlich von einem relativ kleinen Provider verarschen.

Den meisten Kunden ist es egal, welchen Router sie haben. Ich könnte drauf wetten, dass selbst im DSL-Bereich 99% der Kunden den Router verwenden, den sie beim Provider gekauft haben. Maximal 1% der Kunden würde den Provider wechseln, weil sie keinen eigenen Router bekommen.

Alleine schon die Kosten, die einem Provider durch Modems mit einer nicht-individuellen MAC-Adresse (s. oben) entstehen könnten, werden höher sein als die Einnahmen, die er von diesen 1% der Kunden bekommt.

hajodele hat geschrieben:Es geht ja nicht um die Legalität oder Machbarkeit (falls sich das so kurzfristig seitens UM überhaupt lösen lässt).
So eine Aktion wäre ein Affront gegen alle. Und das nur um den eigenen Dickkopf durchzusetzen.
Wie eine rechtliche Wertung aussieht, wenn dieses Verfahren die eigenen Zwangsrouter nicht beherrschen, kann ich nicht beurteilen.

Nun ja. Stell dir folgende Situation vor:

  • Die Firma "China ACME Industries" (Name erfunden) bezieht ihre MAC-Adressen nicht bei der IEEE, sondern bei der CEEE (Name erfunden), die rechtlich gesehen in Deutschland denselben Status hat wie die IEEE.
  • Diese Firma bringt 2017 für nur 200 Euro einen tollen Kabelrouter auf den Markt, der super Features hat und den daher jeder haben will.
  • Die CEEE hat der Firma denselben MAC-Adressenbereich zugeteilt, der der Firma TechniColor von der IEEE zugeteilt worden ist.
  • Die Kabelrouter von "China ACME" haben dieselben MAC-Adressen wie TC7200, die bei UnityMedia im Einsatz sind
  • Aufgrund des wirklich billigen Preises kaufen sich massenhaft UnityMedia-Kunden diesen Router

Die Folgen:

  • Es kommt zu Störungen, da es mehrere Kunden gibt, die dieselbe MAC-Adresse verwenden
  • UnityMedia muss den entsprechenden Kunden verbieten, die entsprechenden Router einzusetzen
  • Dies ist in diesem Fall laut §11 FTEG zwar erlaubt, zieht aber laut §11 Abs. 6 Ärger mit der Bundesnetzagentur nach sich
  • UnityMedia wäre in diesem Fall verpflichtet, den Kunden ein gleichwertiges Endgerät zur Verfügung zu stellen. Da es sich beim "China ACME"-Router um ein besonders hochwertiges Modell handelt, würde "gleichwertig" wohl den teuersten Router bedeuten, den UnityMedia im Sortiment hat!
  • Wenn sich "China ACME" in einem Gerichtsverfahren auf den Standpunkt stellt, dass die von der CEEE vergebenen MAC-Adressen "gleichwertig" wie die von der IEEE sind, könnte es sogar sein, dass UnityMedia einen nagelneu gekauften TC7200 wegschmeißen muss, weil der TC7200 dieselbe MAC-Adresse wie ein "China ACME"-Router hat, den ein Kunde bereits verwendet.

Vor diesem Hintergrund wird jeder Provider gerne bereit sein, einen "Affront gegen alle" zu riskieren, zumal Modemhersteller wohl gar nicht so traurig darüber wären:

Die Modemhersteller würden bereits einen Monat später Modelle mit einstellbarer MAC-Adresse auf dem Markt haben. Die Tatsache, dass man die alten Geräte mit nicht-einstellbarer MAC-Adresse nicht mehr verwenden kann, kommt den Herstellern gerade recht: Dadurch machen die alten "Gebrauchtgeräte" den "Neugeräten" keine Konkurrenz!
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon hajodele » 23.05.2016, 09:22

Seltsam, dass offensichtlich nur eine Person damit ein Problem hat, während sich der Rest der Welt mit einfachen, erprobten, standardisierten Abläufen prima leben kann.
Aber halt - WIR sind der deutsche Michel.
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon johnripper » 23.05.2016, 10:06

hajodele hat geschrieben:Seltsam, dass offensichtlich nur eine Person damit ein Problem hat, während sich der Rest der Welt mit einfachen, erprobten, standardisierten Abläufen prima leben kann.
Aber halt - WIR sind der deutsche Michel.

Hier geht es nur noch darum bis August irgendwelche wilden Überlegungen zu machen.

Kein normaler Mensch/ISP wird der Kundenmasse Begriffe wie "Mac-Adresse", "IEEE-Zertifizierung" oder "DOCSIS-Spezifikationen" erklären wollen.

Wahrscheinlich wird es für UM schon schwer genug zu erklären, warum der Kunde jetzt seine "DSL"-FritzBox nicht am UM Anschluss weiterverwenden kann ("Aber sie haben doch auch eine FritzBox im Angebot, wieso geht jetzt meine nicht".
Und genau darum ging es letztlich in der Schnittstellenspezifikation: Kein Kunde soll vom Provider unmögliches verlangen können. Und nicht um irgendwelche Hirngespinste.
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon MartinDJR » 23.05.2016, 11:28

hajodele hat geschrieben:Seltsam, dass offensichtlich nur eine Person damit ein Problem hat,

Ich spekuliere nur, was denn sein könnte.

Wenn sich am 1. August tatsächlich rausstellen sollte, dass man die "Geräte von der Stange" bei UM aus irgend einem Grund nicht verwenden kann, will ich nicht das Gejammere von all den Leuten lesen müssen, die sich eine teure "FritzBox Professional Extra Expensive" gekauft haben und diese jetzt nicht verwenden können.

hajodele hat geschrieben:während sich der Rest der Welt mit einfachen, erprobten, standardisierten Abläufen prima leben kann.

In den USA ist die Rechtslage meines Wissens anders:

Dort hat die IEEE im Gegensatz zu Deutschland einen besonderen rechtlichen Status, so dass im Beispiel mit dem Modem von "China ACME Industries" in den USA klar wäre, welches Gerät die MAC-Adresse "illegal" verwendet und daher vom Netz genommen werden muss. In Deutschland ist das nicht der Fall.

Und dass "Billighersteller" Geräte mit "geklauter" MAC-Adresse bauen, konnte man an billigen Ethernet-Karten aus China bereits sehen!
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon hajodele » 23.05.2016, 12:00

MartinDJR hat geschrieben:Und dass "Billighersteller" Geräte mit "geklauter" MAC-Adresse bauen, konnte man an billigen Ethernet-Karten aus China bereits sehen!

Sowas ist mir in den 90er schon mit einer damals angesagten 3com passiert.
Ich bekam 2 Karten mit versehentlich gleicher MAC. Folge: immer der PC, der als letzter gestartet wurde, bekam keine IP. Das konnte man so relativ schnell herausfinden und die Ursache beheben = Karte austauschen und zurück zum Lieferant.

Bei einem normalen Verfahren bei UM "MAC in Datenbank eintragen" lässt sich das durch eine Überprüfung der MAC vor der Freigabe einfachst lösen.
Ein theoretischer Missbrauch ist sowieso nie auszuschließen: Dann kommt halt der Angriff aufs Kundencenter.
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Re: Nach dem 01.08. mit eigenem Router kein Telefon mehr?

Beitragvon MartinDJR » 23.05.2016, 13:38

hajodele hat geschrieben:Das konnte man so relativ schnell herausfinden und die Ursache beheben = Karte austauschen und zurück zum Lieferant.

Wenn die beiden Netzwerkkarten / Modems / Router / ... vom selben Hersteller sind, geht das.

Stammen sie von unterschiedlichen Herstellern, wird der jeweils eine behaupten, dass der jeweils andere das Gerät austauschen muss.
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