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Upgrade auf 120 Mbit ging nicht: Falsches Kabel. Und nun?

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Upgrade auf 120 Mbit ging nicht: Falsches Kabel. Und nun?

Beitragvon Doktor » 27.02.2016, 20:57

Hallo zusammen,

ich habe seit Jahren 3play mit 50 Mbit. Da ich meinen Vertrag verlängert habe, wollte ich jetzt auf 120 Mbit umsteigen inkl. Horizontbox.
Damit ich jedoch die Horizonbox anschließen kann, sollte der Techniker die TV-Steckdose austauschen gegen eine Dose mit 2 Datenanschlüssen.
Techniker kam, sah die Dose und meinte: Er darf keine Dose austauschen, da ich hier im Haus nur ein 1-fach abgeschirmtes Kabel habe und Unitymedia die Vorgabe hat, dass sie Dosen nur an mind. 2-fach abgeschirmte Kabel verbauen dürfen.
Da das Haus schon älter ist, meinte er, dass man wohl ein Kabel an der Hausaussenwand verlegen muss und jetzt er einmal die Genehmigung der Hausverwaltung eingeholt werden muss.
Ich kann gar nicht abschätzen, ob die Hausverwaltung zustimmen wird. Ist eine Umsetzung mit 1-fach abgeschirmten Kabel wirklich nicht möglich? Wir sind hier im ganzen Haus gerade mal 3 Parteien und ich bin der einzige 3play Nutzer. Daher glaube ich auch nicht, dass mein 1-fach Kabel andere stören könnte. Die 50 Mbit liefen auch seit Jahren stabil ohne Probleme.
Ist so eine Bohrung von Aussen ein sehr großer Nachteil? Wärmelack, Undicht, Schimmelbildung oder ähnliches?
Sollte ich vielleicht die Dose selber setzen? Ist das schwer?

Was meint Ihr? Wie soll ich weiter vorgehen?
Gruß
Doktor
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Re: Upgrade auf 120 Mbit ging nicht: Falsches Kabel. Und nun

Beitragvon Hemapri » 28.02.2016, 16:05

Doktor hat geschrieben:ich habe seit Jahren 3play mit 50 Mbit. Da ich meinen Vertrag verlängert habe, wollte ich jetzt auf 120 Mbit umsteigen inkl. Horizontbox.
Damit ich jedoch die Horizonbox anschließen kann, sollte der Techniker die TV-Steckdose austauschen gegen eine Dose mit 2 Datenanschlüssen.


Nur mit Dose austauschen ist da oft nichts getan. Es muss auch eine geeignete Leitung und vor allem der Rückweg vorhanden sein.

Techniker kam, sah die Dose und meinte: Er darf keine Dose austauschen, da ich hier im Haus nur ein 1-fach abgeschirmtes Kabel habe und Unitymedia die Vorgabe hat, dass sie Dosen nur an mind. 2-fach abgeschirmte Kabel verbauen dürfen.


Womit er recht hat. Es geht dabei nicht darum, ob es funktioniert oder nicht, sondern um eine normgerechte Installation. Er ist der letzte, der an der Anlage gearbeitet hat und darf die Installation an einer nur 1-fach geschirmten Installationsleitung nicht ausführen. Der Grund sind rechtliche Bestimmungen hinsichtlich der Grenzwerte für Elektroemmission. 1-fach geschirmte Leitungen sind nicht in der Lage, die geforderten Grenzwerte bei den aktuellen Frequenzen bis 862 MHz einzuhalten. Das kann zu technischen Störungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Das ist zwar auch ohne Horizon und neue Dosen der Fall, aber dann das Problem des Hauseigentümer, bzw. der dort lebenden Personen. Führt der Techniker jetzt dort im Auftrag von UM Arbeiten aus, muss er garantieren, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Die 50 Mbit liefen auch seit Jahren stabil ohne Probleme.


Über eine 1-fach geschirmte Leitung? Das hätte noch nie der Fall sein dürfen. Wenn ja, dann hat derjenige, der das installiert hat, massiv gepfuscht, bzw. die Überschreitung der Belastung mit hochfrequenten elektromagnetischen Wellen einfach billigend in Kauf genommen. Das es funktioniert bestreitet auch niemand.

Ist so eine Bohrung von Aussen ein sehr großer Nachteil? Wärmelack, Undicht, Schimmelbildung oder ähnliches?


Wieso dass??? Das Loch wir wieder zugeschmiert und fertig.

Sollte ich vielleicht die Dose selber setzen? Ist das schwer?


Du kannst setzen, was du willst. Wenn die analge richtig gebaut ist, ist auf der Leitung kein Rückweg vorhanden und sollte es auch nicht. Ist ein Rückweg vorhanden, geht es auch mit einer normalen Dose. Man muss dann logischerweise eine normale Anschlussleitung nehmen, ohne den F-Stecker.

Was meint Ihr? Wie soll ich weiter vorgehen?


Ich würde mal checken, wie der jetzige Multimediaanschluss ausgeführt ist. Vieleicht wurde für diesen doch eine neue Leitung verlegt?.

MfG
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Re: Upgrade auf 120 Mbit ging nicht: Falsches Kabel. Und nun

Beitragvon Doktor » 28.02.2016, 20:09

Danke für die Ausführungen. Mir ist klar, dass ein 2-fach abgeschirmtes Kabel diverse Vorteile hat.

Also für den jetzigen Anschluss wurde damals kein neues Kabel verlegt. Besteht auch schon bestimmt seit 6 Jahren oder so. Hier im Haus (3 Parteien im Haus) bim ich auch der einzige 3 Play Nutzer. Lief bis jetzt ohne Tadel. Ich frage mich halt, ob 50 Mbit zu 120 Mbit einen so großen Unterschied macht, dass man es jetzt nicht mehr mit der alten Verkabelung mal "versuchen" könnte.
Keine Ahnung was Du mit Rückweg meinst. Die Frage ist nur: Soll ich die Dose selber setzen, damit der Techniker keine rechtlichen Problem hat?
Ich hätte einfach ganz gerne den Anschluss und bin mir sehr unsicher, wie das mit der Hausverwaltung ausgeht.
Gruß
Doktor
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Re: Upgrade auf 120 Mbit ging nicht: Falsches Kabel. Und nun

Beitragvon MartinP_Do » 29.02.2016, 10:18

Es steht eigentlich alles in den Antworten drin: Der Techniker KONNTE an der der Anlage nichts ändern, weil die Kabel nicht den heutigen Vorschriften entsprechen.

Würdest Du bei einem schmalen Techniker-Gehalt eine PERSÖNLICHE Haftung für evtl. Regress der durch Störstrahlungen Geschädigten übernehmen? Es besteht eben die Anweisung seitens UM, an solchen Kabeln nichts zu montieren. Macht es der Techniker trotzdem, ist das sein Problem....Da können wichtige Funkdienste gestört werden, was ziemliche Kosten verursachen kann.

Hier in Dortmund ist vor drei Jahren ein Radiowecker von Messtrupps der BNetzA als Störquelle ausgemacht worden, der den Flugfunk am Flughafen Dortmund gestört hat....

http://www.derwesten.de/staedte/dortmun ... 49664.html

Aus dem Artikel:
Relativ oft komme es allerdings vor, dass nicht richtig abgeschirmte Kabelfernsehanlagen dem Flugfunk Probleme bereiten.


Wenn das Hart auf Hart kommt können da ganz schöne Schadenersatzsummen zusammen kommen. Insbesondere, weil jetzt auch LTE immer weiter in die Kabel-Frequenzen vordringt, und auf der anderen Seite das Kabelnetz in Richtung höherer Frequenzen ausgebaut wird....

Der Techniker hat den vorgefundenen Sachverhalt in Deiner Wohnung wahrscheinlich dokumentiert. Von daher sind jetzt auch eigenmächtige Arbeiten an der alten Antennenleitung finanziell riskanter ...

Du bist wahrscheinlich aber Mieter, und von daher ist auch der Vermieter dafür zuständig, die Anlagen im Hause auf einem den aktuellen Vorschriften entsprechenden Stand zu halten...
Auch in einer reinen Kabel-TV-Verteilung ist der Einsatz von einfach geschirmtem Kabel nicht zulässig.
Kommt ein Messtrupp der BNetzA heraus, kann der die sofortige Stillegung der Anlage bis zur Behebung des Mangels fordern!
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Re: Upgrade auf 120 Mbit ging nicht: Falsches Kabel. Und nun

Beitragvon Hemapri » 29.02.2016, 11:35

Doktor hat geschrieben:Also für den jetzigen Anschluss wurde damals kein neues Kabel verlegt. Besteht auch schon bestimmt seit 6 Jahren oder so. Hier im Haus (3 Parteien im Haus) bim ich auch der einzige 3 Play Nutzer.


Dann hätte der Anschluss niemals in Betrieb gehen dürfen!

Lief bis jetzt ohne Tadel. Ich frage mich halt, ob 50 Mbit zu 120 Mbit einen so großen Unterschied macht, dass man es jetzt nicht mehr mit der alten Verkabelung mal "versuchen" könnte.


Klar läuft es, das streitet ja auch niemand ab und es macht absolut keinen Unterschied, ob 50 oder 120 MBit/s oder ob nur TV darüber läuft. Sobald irgendwelche Arbeiten an dem Teil der Anlage vorgenommen werden und bei einer Multimediainstallation trifft das zu, müssen die aktuell geltenden Vorschriften eingehalten werden. Die Leitung ist auch für reines Kabel TV ungeeignet, aber das geht dem Techniker nichts an. Er kann höchstens darauf hinweisen. Im Exremfall können hochfrequente Wellen z.B. einen Herzschrittmacher, technische Geräte oder Funkdienste stören.

Keine Ahnung was Du mit Rückweg meinst. Die Frage ist nur: Soll ich die Dose selber setzen, damit der Techniker keine rechtlichen Problem hat?
Ich hätte einfach ganz gerne den Anschluss und bin mir sehr unsicher, wie das mit der Hausverwaltung ausgeht.


Die Dose ist doch völlig unrelevant. Der Horizon würde auch an einer normalen TV-Anschlussdose funktionieren, wenn an dieser der Rückweg anliegt. Man muss dafür logischerweise eine normale TV-Anschlussleitung nehmen. Der Rückweg ist die Senderichtung der Geräte ins Netz. Normalerweise liegt der an normalen Anschlussdosen nicht an und wird durch Hochpassfilter gesperrt. Wie das bei dir ist, kann ich nicht sagen. Wo ist denn das jetzige Kabelmodem angeschlossen? Möglicherweise ist der Rückweg sogar vorhanden, wenn es sich um die gleiche Stammleitung handelt. Das Kabelmodem benötigt diesen auf jeden Fall, sonst würde es nicht funktionieren.

MfG
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