- Anzeige -

DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeiten

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeiten

Beitragvon GoaSkin » 09.11.2014, 22:57

Wir bemängeln, dass man bei Unity Media einen Zwangsrouter nutzen muss, versucht wird, Gebühren für WLAN Aktivierung zu kassieren und Neukunden nur DS-Lite benutzen können.

Was Unity Media und Kabel BW tun, ist jedoch auch bei Kabel Deutschland, kleineren Kabelanbietern wie Primacom und auch im Ausland üblich. Auch der größte spanische Kabelanbieter ONO verlangt eine WLAN-Aktivierungsgebühr auf dem Zwangsrouter.
Die Freiheit, beliebige Hardware einsetzen zu dürfen und damit eine PPPoE-Verbindung aufzubauen, die gibt es faktisch nur bei DSL-Anbietern. DS-Lite ist bei Kabelneukunden inzwischen fast die Regel; im DSL-Bereich unüblich.

Würden DSL-Anbieter anfangen, den Leistungsumfang derartig einzuschränken, würden sie ggf. Ärger bekommen, weil ihre Leistungen nicht dem marktüblichen Standards entsprechen. So wurde z.B. aus den Drosselplänen der Telekom erst einmal nichts. Ich habe allerdings das Gefühl, dass die Kabelanbieter sich hier zumindest stillschweigend auf einen niedrigeren Leistungsumfang als bei DSL einigen und diesen im Zweifel damit zu begründen versuchen, dass DOCSIS nicht DSL ist und darauf verweisen könnten, dass z.B. ein Mobilfunk-Internetzugang auch nicht dem Leistungsumfang eines DSL-Anschlusses entspricht. So muss sich der Kabelanbieter nur mit anderen Kabelanbietern vergleichen, die Internetzugänge unter ähnlichen Voraussetzungen anbieten. Zugleich lässt sich ja auch argumentieren, dass DOCSIS keine vom Kunden aufgebaute Verbindungen mit Autentifizierung kennt - was sich technisch mit der Zeit so standardisiert hat, aber im Prinzip kein Ding der Unmöglichkeit ist.

Kann es sein, dass DOCSIS/Kabelinternet ein Versuch ist, den Standard, den ein Kunde für seinen Internetzugang bekommt, zu senken und sofern es zu keinen gesetzlichen Regeln kommt - die Anbieter darauf hoffen, einen Freibrief zu erhalten, um auch auf Basis beliebiger zukünftiger Technologien nur noch kastrierte Zugänge anbieten zu dürfen?

Wenn dem so ist, dann wird die Frage, ob Kabelanbieter vom geplanten Gesetz gegen Zwangsrouter ausgenommen sind, entscheidende Weichen für die Zukunft der ganzen Branche stellen. Jede neue Technologie, die einen Internet Zugang ermöglicht, kann man dann bequem so gestalten, dass sie vom Routerzwang ausgenommen wird, eine Drossel erlaubt ist, Carrier-Firewall-Regeln aufgezwungen werden und. und. und.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
GoaSkin
Glasfaserstrecke
 
Beiträge: 1096
Registriert: 12.12.2009, 17:25

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon conscience » 09.11.2014, 23:12

Du hast leider DOCSIS nicht verstanden, da Du Angebot eines Unternehmens mit einem technischen Standard gleichsetzt.
conscience
Kabelkopfstation
 
Beiträge: 3634
Registriert: 24.12.2007, 11:16

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon Dinniz » 09.11.2014, 23:59

Die DOCSIS Verschwörung .. wieder die Illuminaten? :brüll:

Ich würde es auch begrüßen wenn man einfach nur ein Modem bekommt und den Rest selber machen müsste.
Dieses hätte aber zufolge, dass sich der Anbieter kaum noch Störungen annimmt solange das Modem mit guten Werten online ist.
Außerdem würden dann auch wieder einige rumjammern weil nicht Kundenfreundlich weil man Router selbst kaufen muss blabla .. allen kann man es halt nicht recht machen.
destroying ne3/4 since 2002
Benutzeravatar
Dinniz
Carrier
 
Beiträge: 10371
Registriert: 21.01.2008, 23:43
Wohnort: NRW

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon GoaSkin » 10.11.2014, 00:56

conscience hat geschrieben:Du hast leider DOCSIS nicht verstanden, da Du Angebot eines Unternehmens mit einem technischen Standard gleichsetzt.


Es geht nicht um das Angebot eines Unternehmens, sondern um das Angebot der meisten DOCSIS-Anbieter. Es ist keine technische Notwendigkeit dem Kunden zumindest ein vorkonfiguriertes Modem ohne Zugangsdaten - im Regelfall aber ein Zwangsrouter mit begrenzter Funktionalität zu liefern. Es ist aber Fakt, dass fast alle Kabelanbieter - nicht nur Unity Media / Kabel BW - das so machen, aber kein seriöser DSL-Anbieter Internet-Zugänge auf diese Art und Weise anbietet. Kurz gesagt, hat die Branche im Bereich Kabelinternet einen anderen, kundenunfreundlicheren Leistungsumfang bei Kabelzugängen eingebürgert und kann sagen "bei Kabel ist das halt so, bei jedem Kabelanbieter geht es doch nur mit Zwangshardware; alle nehmen doch WLAN-Aktivierungsgebühren". Und der Markt hat eine Realität geschaffen - auch nicht aus technischer Notwendigkeit - in der der Kunde - anders als bei DSL - nicht mit seiner eigenen konformen Hardware kommen kann und sagen "ich will euer Modem/euren Router nicht, sondern mein eigenes nutzen".
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
GoaSkin
Glasfaserstrecke
 
Beiträge: 1096
Registriert: 12.12.2009, 17:25

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon Joerg » 10.11.2014, 08:06

Das "Kabel" ist aber - im Gegenssatz zu DSL, da handelt es sich um einen "Stern" - ein Bussystem. Während ein "amoklaufendes" Modem bei DSL im Wesentlichen Deine Doppelader zur Vermittlungsstelle lahmlegt wäre beim Kabel gleich der ganze Straßenzug betroffen. Daher sind hier sehr wohl strengere Maßsstäbe anzulegen als bei DSL.

Mit Vectoring ändert sich das übrigens ein wenig - da hier das Übersprechen "rausgerechnet" wird müssen alle Modems am entsprechenden "Kabelbündel" unter der Kontrolle des Betreibers des DSLAMs stehen, womit dann aktuell m.W. auch wieder "Zwangsmodems" bei DSL ins Spiel kommen.

Modem statt Router (zumindest als Option) fände ich ja bei UM auch nett (wobei ich mit der Fritz!Box sehr gut leben kann), aber "gestellte" Modems finde ich ganz ok. Andernfalls sollte man zumindest die Auswahl der zulässigen Modems eng auf ein paar von UM "getestete" einschränken.

Zum ersten Post: Ich weiss gar nicht wie Du darauf kommst, eine Drossel sei nicht zulässig - das liegt in der Vertragsfreiheit zwischen Kunden und Provider. Gerichte haben lediglich festgestellt dass es unzulässig ist, so ein Konstrukt als "Flatrate" zu bezeichnen. O2 drosselt z.B. doch neuerdings und nennt das dann euphemistisch "Fair-Use-Vorteil"...

Jörg
Joerg
Übergeordneter Verstärkerpunkt
 
Beiträge: 824
Registriert: 22.09.2007, 19:24
Wohnort: NRW

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon conscience » 10.11.2014, 08:57

@GoaSkin
Dann solltest Du nicht Sätze schreiben, wie diesen:
Kann es sein, dass DOCSIS/Kabelinternet ein Versuch ist, den Standard, den ein Kunde für seinen Internetzugang bekommt, zu senken und sofern es zu keinen gesetzlichen Regeln kommt - die Anbieter darauf hoffen, einen Freibrief zu erhalten, um auch auf Basis beliebiger zukünftiger Technologien nur noch kastrierte Zugänge anbieten zu dürfen?

DOCSIS ist eine Technik oder vielleicht weniger eine Norm oder Standard und hat nichts mit dem Verhalten Dritter zu tun.

Und was du in Bezug auf "Kastration" schreibst, das wird in Zukunft noch viel schlimmer werden, und zwar bei allen Anbietern; denn diese werden staatlicherseits gezwungen weden, Freiheiten einzuschränken und der eigentliche Druck auf Netzbetreiber wird durch Inhaltsanbieter ausgehen, die Traffic verursachen.

Das "Goldene Zeitalter" der fast freien Nutzung des Internet geht zu Ende.
conscience
Kabelkopfstation
 
Beiträge: 3634
Registriert: 24.12.2007, 11:16

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon GoaSkin » 10.11.2014, 12:15

Zum ersten Post: Ich weiss gar nicht wie Du darauf kommst, eine Drossel sei nicht zulässig - das liegt in der Vertragsfreiheit zwischen Kunden und Provider. Gerichte haben lediglich festgestellt dass es unzulässig ist, so ein Konstrukt als "Flatrate" zu bezeichnen. O2 drosselt z.B. doch neuerdings und nennt das dann euphemistisch "Fair-Use-Vorteil"...


Was aber nur für DSL-Anbieter gilt. Bei Mobilfunktarifen werden alle Drosseltarife ganz offiziell als Flatrate bezeichnet.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
GoaSkin
Glasfaserstrecke
 
Beiträge: 1096
Registriert: 12.12.2009, 17:25

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon Joerg123 » 10.11.2014, 12:31

ich kann das Gejammer nicht verstehen
DOCSIS (EuroDOCSIS 3.0) ist ein Standard. Gerade das Einhalten solcher Standards sorgt dafür, dass technisch gesehen jedes DOCSIS-taugliche Kabelmodem genutzt werden kann. Wenn man davon ausgeht, das die Anbieter ihre eigene Hardware beim Kunden dauerhaft durchsetzen möchten, dann wäre ein selbst gestricktes, vom DOCSIS-Standard (leicht) abweichender Standard ein viel besseres Mittel, nur müsste man dann halt selber auch entsprechende Software für die Modems zusammenbasteln, bzw von Anbietern wie AVM für sein Kabelnetz die Hardware anpassen lassen = das wird teuer und man ist völlig abhängig vom Hersteller.

Ob das Preis/Leistungsverhältnis von Kabelanbietern wie UM noch passt im Vergleich mit anderen Anbietern... gucken wir Telekom (da hat ein Bekannter gerade einen 16er Anschluss bestellt: 35 Euro im Monat, wobei die ersten 12 Monate nur 30€ kosten, Mindestlaufzeit 24 Monate). So man einen kompatiblen Router besitzt bzw kauft, kann man den nutzen, sonst mietet man so ein Teil (die ersten 24 Monate kostenlos, danach 5 Euro, bei Vertragsende zurückzugeben). Also zumindest sehe ich da keine echten Vorteile, vorallem wenn man die Neukundenpreise mit UM vergleicht.
Zumindest die Fritzboxen bieten eine grosse Menge an Funktionen, wovon abgesehen von Internetzugang und Telefonie, die meisten nur sehr eingeschränkt nutzbar sind. Da kann man nur immer wieder sagen: wer Profi-Funktionalität benötigt, der sollte sich entsprechende Hardware (WLan-Accesspoint, NAS-Laufwerk) die den eigenen Anforderungen reicht, selber dazu holen. Ich kann diese "ich erwarte neben günstigem Zugang auch beste Hardware zu niedrigst Preisen, am besten kostenlos" nicht wirklich nachvollziehen, es wird ja auch kein aktueller (Gamer-)PC, Laptop, oder Tablet mitgeliefert. Ebenso das Haus inklusive Stromanschluss, zwingend erforderlich zur Montage einer Antennendose und der restlichen Hardware, ist nicht im Grundpreis enthalten.
Office Internet&Phone 50/5 Mbit/s via Fritzbox 6360 mit Fritz!OS 06.50
2x DECT (Siemens S67h + S68h, HDfähig) via Fritzbox
Joerg123
Übergabepunkt
 
Beiträge: 430
Registriert: 29.09.2011, 18:27

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon Knifte » 10.11.2014, 13:49

Vor allen Dingen finde ich den 1. Satz vom TE schon sehr geil:
Wir bemängeln, dass man bei Unity Media einen Zwangsrouter nutzen muss, versucht wird, Gebühren für WLAN Aktivierung zu kassieren und Neukunden nur DS-Lite benutzen können.


1. Wer ist wir? Wenn man so was schon schreibt, dann muss auch klar ersichtlich sein, wer "wir" ist.
2. Ja, finde ich auch doof. Und deswegen werde ich auch nach Ende der MVLZ zu einem anderen Anbieter (VDSL 100) wechseln. Das steht ja jedem frei. Leider gibt es nicht überall auch entsprechend vergleichbare Internetanschlüsse. Aber so funktioniert freie Marktwirtschaft nun einmal. Angebot und Nachfrage bestimmen nicht nur den Preis, sonder ggf. auch die Spielregeln oder zumindest die technischen Rahmenbedingungen.
3. Was ist daran verwerflich, für die WLAN-Funktionalität Geld zu verlangen? Jeder hier hätte gern ein reines Modem, da würde es auch kein WLAN geben. :D Hier bietet man dir nicht nur ein Modem, sondern einen Router (hat ja mehr Funktionen wie ein reines Modem, also aus Anbietersicht ein Mehrwert, für den du nix bezahlen musst) und du hast die Möglichkeit, für eine einmalige Gebühr noch die WLAN-Funktion freizuschalten. Alternativ kannst du dir ja einen eigenen Router kaufen, den du zwar nur eingeschränkt nutzen kannst, aber der kostet bestimmt mehr als 30 Euro, wenn er denn auch was taugen soll.
4. Zum Thema DS-Lite ist hier ja auch schon alles mehrfach gesagt worden, nur offenbar noch nicht von jedem :D Was sollen die ISP, welche nicht auf einem riesigen IPv4-Adresspool sitzen denn machen, außer DS-lite anzubieten. Es scheint ja keine wirkliche Alternative zu geben. Klar könnte die Telekom einen Teil Ihrer IPv4-Bestände abgeben, aber wenn UMKBW da anfragt, kriegen die, wenn überhaupt eine Reaktion kommt, den Mittelfinger gezeigt. Es ist doch das beste Kundengewinnungsinstrument für die etablierten DSL-Anbieter, dass die vollertige Internetanschlüsse anbieten können, was die Kabelnetzbetreiber anscheinend mehrheitlich nicht können.

Und, wie hier auch bereits mehrfach geschrieben wurde, DOCSIS ist ein technischer Standard und hat rein gar nichts damit zu tun, wie die Kabelnetzbetreiber diesen nutzen. Die von dir angesprochenen Punkte: Zwangsrouter, WLAN-Aktivierungsgebühr und DS-lite haben mit der Technik Docsis nicht direkt zu tun bzw. diese sind vollkommen unabhängig davon. Diese Themen könnte man genauso bei DSL usw. einbauen. Nur macht das hier keiner, weil es da einen funktionierenden Wettbewerb ohne Monopolstellungen gibt.

Wenn man etwas gegen das Geschäftsgebahren der Kabelnetzbetreiber unternehmen will, dann muss man gegen die Monopolstellung vorgehen. Viel Erfolg dabei :D
Viele Grüße

Knifte
jetzt:Bildvorher:Bild
UM 2play Premium 150.000 mit dem Cisco EPC 3208-Modem - ASUS RT-AC66U-Router - FritzBox 7490 - FritzFon C4
Knifte
Kabelkopfstation
 
Beiträge: 2573
Registriert: 18.04.2009, 21:19
Wohnort: Kreis Kleve

Re: DOCSIS - Internet mit weniger Freiheiten und Möglichkeit

Beitragvon ervau » 10.11.2014, 14:26

Is' ja alles richtig, was Ihr da schreibt, und läßt sich sicher auch plausibel begründen -nur Modem oder Router-.
Warum ich aber als langjähriger UMKBW-Kunde €10,- zahlen muß, wenn ich während der Vertragslaufzeit von 32Mbit auf 100Mbit aufbohre, verstehe ich nicht ganz. Daß ich den Versand für das neu Modem/ Router zahlen soll, kann ich gerade noch nachvollziehen.
Das alles war vor 4 Wochen und bis wieder alles funktionierte -wohlgemerkt von der Providerseite- hat es dann 1 Woche gedauert; Provisioning nennt man das! Als ich jetzt erneut nachgefragt habe -es gibt seit kurzem 5Mbit upload -und gerade das ist interessant-, hat man mir erneut €10,- in Aussicht gestellt wegen Vertragswechsels vor Vertragsende. :wut:
Gruß ervau
ervau
Kabelexperte
 
Beiträge: 146
Registriert: 01.11.2014, 11:11
Wohnort: KabelBW-Land

Nächste

Zurück zu Internet und Telefon über das TV-Kabelnetz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], Yahoo [Bot] und 7 Gäste