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Routerzwang bleibt

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Re: AW: Routerzwang bleibt

Beitragvon Joerg » 21.08.2015, 21:39

mauszilla hat geschrieben:Klar will UM Kabel-D usw ihre Netze nicht für andere freigeben, bedeutet es doch Konkurrenz, nur werden sie sich nicht mehr lange wehren können.

Die deutschen Kabelnetze wurden mit privatem Geld von privaten Firmen vom damaligen Staatskonzern Bundespost bzw Telekom gekauft und dann - wieder mit privaten Investitionen - modernisiert und ausgebaut. Würden die Eigentümer nun gezwungen andere Anbieter da "draufzulassen" käme das einer Teilenteignung gleich - und die es m.E. keinesfalls geben.

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Re: AW: Routerzwang bleibt

Beitragvon ervau » 21.08.2015, 22:35

[/quote]Die deutschen Kabelnetze wurden mit privatem Geld von privaten Firmen vom damaligen Staatskonzern Bundespost bzw Telekom gekauft und dann - wieder mit privaten Investitionen - modernisiert und ausgebaut. Würden die Eigentümer nun gezwungen andere Anbieter da "draufzulassen" käme das einer Teilenteignung gleich - und die es m.E. keinesfalls geben.[/quote]


Naja, wenn ich mir aber vor Augen führe, welche Summen an Steuergeld Bund; Länder und selbst Gemeinden in den schnellen Netzausbau investieren, weil die privaten Firmen nur am Jammern sind, frage ich mich, wo der return aus diesen Steuergeldern hängen bleibt; doch wahrscheinlich wohl beiden eben diesen privaten Firmen. Irgendwie gehört aber doch der eine oder andere cm auch mir/ uns Steuerzahlern, denn ich/ wir haben ihn ja mitfinanziert. Nur als Miteigentümer habe ich leider keinerlei Mitspracherecht z.B. über die Abschlußgeräte, oder?/ wohl eher nicht!
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon Joerg » 21.08.2015, 22:44

Nope, aus Subventionen ergibt sich kein Eigentumsanspruch für den Staat. Zum Glück, sonst würde dem Staat auch - dank Eigenheimzulage, die inzwischen allerdings abgeschafft wurde - ein Teil meines Hauses gehören :P

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon mauszilla » 22.08.2015, 08:14

Sie müssen sie ja nicht kostenlos rauf lassen und somit ist das auch keine Enteignung.
Bezahlen die Netzbetreiber an den Staat miete für das Land wo die Kabel liegen? Nö.
Die Telekom hat übrigens kein Netz gekauft, es wurde ihr überlassen. In meinen Augen ein grober Fehler.
Ich persönlich finde, das der Staat sich um die Infrastruktur kümmern müsste und alle Dienstanbieter mieten sich ein, das wäre deutlich Fairer und könnte zu einem besseren Ausbau auch in ländlichen Bereichen führen.
So lange einer Firma die Kabel gehören, wird es nie wirklich einen Fairen Wettbewerb geben.
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon Joerg » 22.08.2015, 08:45

mauszilla hat geschrieben:Sie müssen sie ja nicht kostenlos rauf lassen und somit ist das auch keine Enteignung.

Eine Einschränkung des Nutzungsbestimmungsrechts über die beim Kauf hinaus festgelegten Regeln hinaus wäre sehr wohl eine Art von Teilenteignung. Etwa so, also würde mich der Staat zwingen einen Teil meines Hauses zu vermieten.
mauszilla hat geschrieben:Bezahlen die Netzbetreiber an den Staat miete für das Land wo die Kabel liegen? Nö.

War davon die Rede, als sie das Netz gekauft haben? Nö.
mauszilla hat geschrieben:Die Telekom hat übrigens kein Netz gekauft, es wurde ihr überlassen. In meinen Augen ein grober Fehler.

Der Fehler war, die Telekom als "ein Unternehmen" bestehen zu lassen. Es hätte zwei geben müssen - eines, dass sich ausschließlich um das Netz kümmert und dieses den Telcos vermietet, und ein davon komplett getrenntes, das dann selber als Telco auftritt. Und ja, das Netz wurde nicht verkauft, u.a. deshalb hat sich die Telekom den Anordnungen der RegTP zu beugen.
Ich persönlich finde, das der Staat sich um die Infrastruktur kümmern müsste und alle Dienstanbieter mieten sich ein, das wäre deutlich Fairer und könnte zu einem besseren Ausbau auch in ländlichen Bereichen führen.
So lange einer Firma die Kabel gehören, wird es nie wirklich einen Fairen Wettbewerb geben.

Für die Telekomnetze - die mit Steuern bezahlt und niemals verkauft wurden - stimmt ich Dir zu, s.o. Ansonsten steht es jeder Firma im Prinzip frei selber zu buddeln, so wie hier in der Region beispielsweise BORnet das tut.

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon mauszilla » 22.08.2015, 09:11

Joerg hat geschrieben:
mauszilla hat geschrieben:Sie müssen sie ja nicht kostenlos rauf lassen und somit ist das auch keine Enteignung.

Eine Einschränkung des Nutzungsbestimmungsrechts über die beim Kauf hinaus festgelegten Regeln hinaus wäre sehr wohl eine Art von Teilenteignung. Etwa so, also würde mich der Staat zwingen einen Teil meines Hauses zu vermieten.

Je nach Förderung dürfen und machen sie das auch und dürfen sogar bestimmen, das du nur an Menschen mit WBS vermieten darfst und wie hoch die Miete werden kann.
Selbst wenn du alles komplett selbst bezahlt hast, darfst du Wohnraum nicht einfach brach liegen lassen, das kann zu Strafen führen und sei es nur, das du eine Hypothetische Einkommenssteuer entrichten musst, die du durch Vermietung hättest abführen müssen.
Gerade auch recht aktuell, der Staat darf bei dir im Notfall auch Flüchtlinge in deine Wohnung setzen ohne das du dich wehren kannst ;)

mauszilla hat geschrieben:Die Telekom hat übrigens kein Netz gekauft, es wurde ihr überlassen. In meinen Augen ein grober Fehler.

Der Fehler war, die Telekom als "ein Unternehmen" bestehen zu lassen. Es hätte zwei geben müssen - eines, dass sich ausschließlich um das Netz kümmert und dieses den Telcos vermietet, und ein davon komplett getrenntes, das dann selber als Telco auftritt. Und ja, das Netz wurde nicht verkauft, u.a. deshalb hat sich die Telekom den Anordnungen der RegTP zu beugen.[/quote]
Deiner Logik nach würde das jedoch nur für das Übernommene Netz gelten, nicht jedoch für das selbst weiter ausgebaute ;)

Ich persönlich finde, das der Staat sich um die Infrastruktur kümmern müsste und alle Dienstanbieter mieten sich ein, das wäre deutlich Fairer und könnte zu einem besseren Ausbau auch in ländlichen Bereichen führen.
So lange einer Firma die Kabel gehören, wird es nie wirklich einen Fairen Wettbewerb geben.

Für die Telekomnetze - die mit Steuern bezahlt und niemals verkauft wurden - stimmt ich Dir zu, s.o. Ansonsten steht es jeder Firma im Prinzip frei selber zu buddeln, so wie hier in der Region beispielsweise BORnet das tut.

Jörg[/quote]
Nö, sie dürfen nicht einfach nach gut dünken überall Buddeln, sie müssen es genehmigt bekommen, oder was würdest du davon halten, wenn UM einfach mal deinen Garten umgräbt, um ein oder ein weiteres Kabel prophylaktisch zu verlegen?
Im Übrigen waren auch die ersten Kabel von UM, Kabel-D usw mal Staatlich ;) Kabel-TV wurde auch noch von der Post als Staatsunternehmen begonnen.
Warum also sollten die anders behandelt werden als die Telekom?
Grundgesetz - Gleichheitsgrundsatz?
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon Joerg » 22.08.2015, 09:39

mauszilla hat geschrieben:Im Übrigen waren auch die ersten Kabel von UM, Kabel-D usw mal Staatlich ;) Kabel-TV wurde auch noch von der Post als Staatsunternehmen begonnen.

... und wurde dann gegen gutes Geld an die Kabelfirmen verkauft.
mauszilla hat geschrieben:Warum also sollten die anders behandelt werden als die Telekom?
Grundgesetz - Gleichheitsgrundsatz?

Verkauft != überlassen. Darum.

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon koax » 29.09.2015, 09:43

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon Knifte » 29.09.2015, 10:28

Das wollte ich auch gerade posten @koax.

Unglaublich, wie sich Politiker immer wieder von der Industrie vor den Karren spannen lassen.
Viele Grüße

Knifte
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon hajodele » 29.09.2015, 11:35

Wobei ich NULL Probleme hätte, wenn das Endgerät ein Modem/Bridgemode wäre.
Wir wollen doch nur eigene Router und die SIPs da unterbringen, wo wir es wollen.

Kann man eigentlich irgendwie herausfinden, wer (welche Bundesländer) dafür verantwortlich ist?
--- Und wenn wir keine Maut bekommen, bleibt ihr auch beim Routerzwang ...

Ich stelle mir gerade vor, der aktuelle Gesetzentwurf wird EU-Recht. So sieht es aktuell aus .....
Zuletzt geändert von hajodele am 29.09.2015, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
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