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Routerzwang bleibt

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon grouper » 26.09.2014, 16:42

ob das jetzt eine gebrandete/vermurkste FB oder der verstümmelte TC ist ist doch völlig egal, es sind Router die verhindern dass ich mit meinem Internetzugang machen kann was ich will.
Heise hat es heute auch nochmal schön zusammen gefasst:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 03645.html
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Re: AW: Routerzwang bleibt

Beitragvon Joerg » 26.09.2014, 16:47

grouper hat geschrieben:ob das jetzt eine gebrandete/vermurkste FB oder der verstümmelte TC ist ist doch völlig egal, es sind Router die verhindern dass ich mit meinem Internetzugang machen kann was ich will.

Wenn Du mit Deinem Anschluss nicht das machen kannst was Dir lt. Vertrag mit UM zusteht und das auch nachweisen kannst steht es Dir ggfs zu, fristlos zu kündigen... so what?

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon GoaSkin » 26.09.2014, 17:10

Joerg hat geschrieben:Andere Sichweise: Eigentlich liefert UM doch mit der F!B 6360 einen recht brauchbaren Router aus; lediglich bei der "Geiz-ist-Geil"-Sparvariante für 5 Euro weniger im Monat muss man eben mit dem TC7200-Murks vorlieb nehmen.


Es geht bei der Routerzwangsdebatte darum, dass der Kunde die Freiheit haben soll, selbst einen Router zu kaufen (!!!oder selbst in Form einer Linux-Kiste mit zwei Netzwerkkarten zu basteln!!!) und zu verwenden und nicht darum, ob die Möglichkeiten der vergebenen Zwangsrouter irgendwelche Mindestanforderungen von Nutzbarkeit erfüllen.

Eine FB6360 mag besser als ein TC7200 sein, bleibt aber dennoch ein Zwangsrouter.

Vor einigen Jahren war es noch üblich, dass der Kunde schlichtweg ein Modem erhalten, an dem man einen Router seiner Wahl anschließen konnte, den man entweder im Laden oder beim Netzbetreiber zum Kauf erhalten hat oder ggf. über die Grundgebühr indirekt abbezahlt hat. Maximal das Modem kann man bei DSL- oder Kabelanbieter noch als erforderliches Zwangsgerät als Übergabepunkt akzeptieren. Aber nicht den Router.

Von daher wäre mein Vorschlag, dass die Netzbetreiber entweder als Alternative zum Router auf Kundenwunsch ein Modem bereitstellen sollen, oder einen Router im Bridge-Modus, sodass er sich wie ein Modem verhält. Das bieten sowohl eine FB6360, als auch eine TC7200 als Feature an; aber speziell Unity Media pfuscht ja soweit in der Gerätekonfiguration herum, dass das für UM-Kunden nicht nutzbar ist - im Übrigen anders bei Kabel Deutschland und sämtlichen ausländischen UPC-Töchtern.
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon Joerg » 26.09.2014, 17:46

Versteh mich nicht falsch, ich hab ja nichts gegen freie Routerwahl einzuwenden.

Ich schätze nur den Wert der Vertragsfreiheit sehr hoch ein und würde mir wünschen, dass sich die Politik nur in wichtigen Ausnahmefällen in diese einmischt. Normalerweise sollten privatrechtliche Verträge - wie der zwischen einem Internetprovider und seinem Kunden - weitestgehend die Sache dieser beiden sein und keiner weiteren Regulierung bedürfen; zumal Regulierung durch die Politik i.d.R. durch totales Unverständnis in der Sache und höchste Unfähigkeit in der Ausführung zu unerwartet schlechten Resultaten führt...

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon hajodele » 26.09.2014, 18:39

Joerg hat geschrieben:Ich schätze nur den Wert der Vertragsfreiheit sehr hoch ein und würde mir wünschen, dass sich die Politik nur in wichtigen Ausnahmefällen in diese einmischt. Normalerweise sollten privatrechtliche Verträge - wie der zwischen einem Internetprovider und seinem Kunden - weitestgehend die Sache dieser beiden sein und keiner weiteren Regulierung bedürfen; zumal Regulierung durch die Politik i.d.R. durch totales Unverständnis in der Sache und höchste Unfähigkeit in der Ausführung zu unerwartet schlechten Resultaten führt...

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Insbesondere bei den Kabelanbietern sind diese Ausnahmefälle aber gegeben.:
Sobald du ein paar Kilometer außerhalb der Städte wohnst, kannst du (V)DSL völlig vergessen.
Sofern in der 80er-Jahren Kabel verlegt wurde, funktioniert i.d.R. auch Kabel-Internet.
Daraus folgt eine Quasi-Monopol-Stellung auf die der Staat ein besonderes Auge zu werfen hat.
Wie kann es sein, dass dieser Monopolist nicht nur dem Kunde vorschreibt, welche Hardware zu verwenden ist, sondern diese auch noch teilweise heftig beschneidet?
Bei Kabelbw trifft dies z.B. bei der 6360 sowohl auf die Privat- als auch auf die Geschäftskunden zu, indem es ihnen verwehrt ist, fremde SIP-Anbieter anzulegen. (Bei UM ist das eigentlich auch durch die AGB untersagt, nur nicht praktisch umgesetzt).

Wenn ich jetzt von einem (typischen?) Jung-Internet-Junky ausgehe, braucht dieser eigentlich keine Rufnummern. Er will eigentlich nur einen vernünftigen HighspeedRouter mit Features wie z.B. WLAN AC, einem vernünftigen Pass-Through, einem IPv6-fähigen VPN, usw. Diese Geräte gibt es wirklich bezahlbar auf dem Markt, nur kann er sie nicht nutzen.
Ja, ich weiß, dann soll er halt einen Business-Vertrag wählen. Dies empfehle ich ja auch, obwohl das für mich als Schwabe ein "Gschmäckle" hat.

Solange (V)DSL mit angemessenen Geschwindigkeiten funktioniert, habe ich eigentlich immer die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Anbietern zu wählen und Kabel steht einem häufig auch noch offen.
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon GoaSkin » 26.09.2014, 21:52

Joerg hat geschrieben:Versteh mich nicht falsch, ich hab ja nichts gegen freie Routerwahl einzuwenden.

Ich schätze nur den Wert der Vertragsfreiheit sehr hoch ein und würde mir wünschen, dass sich die Politik nur in wichtigen Ausnahmefällen in diese einmischt. Normalerweise sollten privatrechtliche Verträge - wie der zwischen einem Internetprovider und seinem Kunden - weitestgehend die Sache dieser beiden sein und keiner weiteren Regulierung bedürfen; zumal Regulierung durch die Politik i.d.R. durch totales Unverständnis in der Sache und höchste Unfähigkeit in der Ausführung zu unerwartet schlechten Resultaten führt...


Ich halte es in solchen Fällen für begründet, dass sich die Politik einmischt. Schließlich handelt es sich nicht um frei verhandelte Verträge, auf die sich Netzbetreiber und Kunden einigen, sondern ein Vertragsdiktat seitens des Anbieters, welches der Kunde so fressen kann wie es ist oder nicht. Und da es in jedem Wohnviertel nur einen Kabelanbieter gibt, kann der Kunde nicht auf andere Anbieter ausweichen, bei denen ihm die Vertragsbedingungen besser passen.
Kein Internet-Dienstleister der Welt macht mit irgend einem Kunden einen Vertrag, den der Kunde selbst mitformulieren darf.

Was ich aber bei der Zwangsrouter-Debatte für bedenklich habe, dass die Bundesnetzagentur als Behörde da politisch mit mischt. Eine Behörde sollte nicht die Aufgabe haben, Politik zu machen. Die Politik ist dazu da, die Arbeit der Behörden zu regeln und nicht umgekehrt. Die Polizei regelt schließlich auch nicht das Strafgesetzbuch.
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Re: AW: Routerzwang bleibt

Beitragvon grouper » 01.10.2014, 12:28

Joerg hat geschrieben:Wenn Du mit Deinem Anschluss nicht das machen kannst was Dir lt. Vertrag mit UM zusteht und das auch nachweisen kannst steht es Dir ggfs zu, fristlos zu kündigen... so what?
Jörg


Das ist natürlich immer eine Lösung, die bleibt dir ja bei allen Geschäftsvorgängen möglich.
Problem hierbei:

1. UM hält sich komplett bedeckt mit den versprochenen Leistungen, es werden Surf-Geschwindigkeiten etc versprochen, technische Details aber nicht näher erläutert (siehe DS-Lite und der Router der dessen vollständige Nutzung unmöglich macht)
2. Es gibt keine anderen Kabelnetzanbieter, diese sind in der Regel regionale Monopolisten.
3. Eine fristlose Kündigung zu erwirken ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit rechtlichen Auseinandersetzungen verbunden zu denen nicht jeder Lust oder Zeit hat.

Drei so-whats die diese Alternative eher ausscheiden lassen.

Off-Topic, ich werde aber sicher mit Beendigung der Mindest-Vertraglaufszeit auch meinen Vertrag kündigen und auf ein 6 Mbit-Angebot der Telekom zurück gehen, dies ist wenigstens ein vollständiger Anschluss und für VPN Verbindungen nach Hause reicht das allemal.
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon reset » 01.10.2014, 14:50

Das Paradoxe an der Sache:
Ein Kabelanschluß bzw. Internet über das Kabelnetz wird heutzutage über eine MMD (Multimediadose) ermöglicht.
Bei Radio und TV ist der Netzabschluß die MMD, für den Router soll sie es aber nicht sein!

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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon GoaSkin » 02.10.2014, 16:19

Was ich für besonders paradox halte, ist dass Unity Media dem Kunden ein Modem verspricht und dabei sogar den TC 7200 als Modem bezeichnet. In Wirklichkeit handelt es sich aber um einen Router mit integriertem Modem, hinter dem man keinen eigenen Router betreiben kann, wie mit einem Modem üblich. Naja... wenn man hier im Forum so herum liest, scheinen ja viele Leute auch noch zu glauben, ein Modem zu haben.

Aber ich frage mich, ob man das als "Modem-Lüge" bezeichnen kann, die möglicherweise garnicht rechtens ist.

Das Schlimme an der ganzen Zwangsrouter-Problematik sehe ich jedoch vor allem darin, dass der eine Kabelanbieter es dem anderen nachmacht, Zwangsrouter mit kastrierter Firmware auszuliefern und dann Scherze zu bringen, wie eine WLAN-Aktivierungsgebühr zu verlangen. Sogar Anbieter wie Primacom und andere Exoten bringen das. Worauf das hinaus läuft, ist doch klar. Was die Kabelanbieter machen (die untereinander keine Konkurrenten sind), ist dann zwar nicht unbedingt kundenfreundlich, aber gängige Praxis beim Kabel-Internet, welches kein DSL ist und sich deshalb auch von der üblichen Beschreibung eines DSL-Zuganges unterscheiden darf. Niemand hängt sich weiter aus dem Fenster als der Andere.

Die Kabelanbieter können so bequem dem Gesetzgeber erklären, dass sich die Praxis mit dem Zwangsrouter und der Leistungsumfang eines Kabelzuganges so eingebürgert hat und zum technischen Standard geworden ist, nachdem sich auch die Hardware-Hersteller richten. Sie können darauf verweisen, dass sie DOCSIS und nicht DSL bieten und bei anderen Zugangsarten wie Mobilfunk auch nicht mehr Freiheiten geboten werden. Der juristische Angriffspunkt, dass der Leistungsumfang eines Internet-Zuganges bei der Konkurrenz anders aussieht und sich der Anbieter danach richten muss, den hebelt man so aus.
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Re: Routerzwang bleibt

Beitragvon reset » 03.10.2014, 09:33

Der Routerzwang soll also doch fallen: http://www.golem.de/news/bundeswirtscha ... 09609.html

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