- Anzeige -

IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon dribs » 21.08.2014, 19:27

Bin zur Zeit mit IPv4 unterwegs (3Play Plus mit FritzBox 6360).

In der FritzBox war die IPv6-Unterstützung ausgeschaltet, IPv6-Adressen somit nicht erreichbar.
Habe das dann mal probeweise eingeschaltet und promt war der Test unter http://test-ipv6.com erfolgreich - siehe Bilder.

Macht es Sinn das so zu lassen? Habe ich dadurch nennenswerte Vor- oder Nachteile?

Und warum erhalte ich als "Bereitschafts Ergebnis" nur 7 von 10 Punkten?

Bild

Bild
dribs
Kabelexperte
 
Beiträge: 103
Registriert: 27.04.2010, 19:30

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon phoenixx4000 » 21.08.2014, 20:29

Habe die IPv6 Unterstützung seit einiger Zeit auch an und gefühlt werden einige Seiten im Internet schneller geladen als zuvor, da man grundsätzlich beide Pfade (IPv4 und IPv6) für Suchanfragen nutzen kann.

Verbindungen zu anderen IPv6 Geräten funktionieren auch nur bei aktiviertem IPv6.

Reiner IPv4 Betrieb schränkt die Internetnutzung in der heutigen Zeit doch erheblich ein.
Benutzeravatar
phoenixx4000
Übergabepunkt
 
Beiträge: 481
Registriert: 30.03.2008, 22:36
Wohnort: Geldern

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon dribs » 21.08.2014, 20:43

Danke. Gefühlt habe ich zwar noch nichts, werde das aber mal beobachten ...

Irgendjemand anderer Meinung?
dribs
Kabelexperte
 
Beiträge: 103
Registriert: 27.04.2010, 19:30

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon Joerg123 » 21.08.2014, 20:50

also ich habe IPv6 auch aktiviert, würde aber eher sagen, dass die Performance ein wenig langsamer wird.
Dafür der Vorteil: reine IPv6-Seiten, also Seiten die nicht auch noch eine IPv4 besitzen, können geladen werden, was ansonsten nicht möglich wäre. Wenn du die test-ipv6-Webseite kennst, dann sollte dir dort doch eigentlich alles erklärt werden.

Einen Geschwindigkeitsvorteil mit aktivem IPv6 kann ich nicht wirklich glauben.
1. wie du auch selber sehen müsstest beim ipv6-test, wird bei dir (und ebenfalls bei mir mit nativer IPv4-Adresse), wird IPv4 bevorzugt so die aufgerufene Webseite beide IP-Protokolle anbietet.
2. wie du in meiner Signatur siehst und auch da erwarte ich bei dir nichts anderes, ist IPv6 langsamer. Finde ich auch sehr logisch, denn bei IPv4 gehts direkt vom Anbieter ungebremst mit der zur Verfügung stehenden Geschwindigkeit direkt zu mir, während IPv6 halt erst noch über ein Gateway, welches tausende Kunden nutzen, geroutet wird. Aber selbst wenn ich der einzige Nutzer des Gateways wäre: eine indirekte Verbindung über einen weiteren Server kann in der Regel (wenn keine Störungen vorliegen) niemals schneller sein.
Wenn man einen IPv6 Anschluss hat würde ich erwarten, dass das Ergbnis genau anders rum aussieht = IPv6 wird schneller sein als das getunnelte IPv4-Protokoll, gleiche Begründung wie beim getunnelten IPv6-Protokoll. Da bislang immer noch fast alle Webseiten/server zumindest auch wie IPv4 zu erreichen sind, stört mich persönlich das weniger *g*
Office Internet&Phone 50/5 Mbit/s via Fritzbox 6360 mit Fritz!OS 06.50
2x DECT (Siemens S67h + S68h, HDfähig) via Fritzbox
Joerg123
Übergabepunkt
 
Beiträge: 430
Registriert: 29.09.2011, 18:27

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon dribs » 21.08.2014, 20:58

Klingt einleuchtend. Deine Sig muss ich mir mal anschauen (ist hier standardmäßig ausgeblendet).

Gibt es denn tatsächlich (interessante) Seiten welche nur über IPv6 erreichbar sind?
dribs
Kabelexperte
 
Beiträge: 103
Registriert: 27.04.2010, 19:30

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon phoenixx4000 » 21.08.2014, 21:09

Laut wieistmeineip.de fallen zumindest die Bandbreitentests nahezu identisch aus.
Ping liegt zwischen 18 und 20 ms

Bei IPv6-test.com sieht die Sache zu Lasten von IPv6 etwas anders aus.
4/6 49,9/35

Zumindest der Vorteil, das sowohl v6 als v4 Seiten aufgerufen werden können liegt auf der HAnd.

Sollte UM sich irgendwann mal dazu herablassen aus v4 Anschlüssen echte DS Anschlüsse mit nativem v4 und v6 zu machen, dann dürfte sich das alles relativieren.
;-) (man darf ja noch träumen )
Benutzeravatar
phoenixx4000
Übergabepunkt
 
Beiträge: 481
Registriert: 30.03.2008, 22:36
Wohnort: Geldern

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon GoaSkin » 22.08.2014, 00:15

IPv6 bietet den Vorteil, das quasi jedes Gerät im Haus eine öffentliche IP-Adresse haben kann. Sofern man andere Leute kennt, die ebenfalls IPv6 nutzen, bietet das gute Möglichkeit, Daten von privat zu privat direkt auszutauschen, ohne umständliche Port-Weiterleitungen einrichten und vor allem ohne dies über Drittserver (Mail, Dropbox etc.) abwickeln zu müssen.

IPv6 ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil, wenn man sich zu helfen weiss. Nutzt jemand einen Provider, der kein IPv6 ermöglicht, kann man zunächst versuchen, einen 6-to-4-Gateway einzurichten. Diese Übergangstechnik funktioniert zwar nicht immer, ermöglicht aber auch für IPv4-Only Anbindung eine de facto genauso schnelle und direkte Datenübertragung. Die Aktivierung von 6-to-4 ist eine einfache Einstellung im Betriebssystem, wobei man aber unter Windows einmalig einen Befehl im DOS-Fenster ausführen muss. Unter Mac OS X kann man 6-to-4 menügeführt einrichten. Ob es unter Linux einfach oder umständlich möglich ist, hängt vom genutzten Window-Manager und dem darin integrierten Netzwerk-Konfigurationsdialog ab. Aber wie schon gesagt - 6-to-4 funktioniert manchmal nicht, weil es entweder vom Provider verhindert wird oder der Router zu doof ist, die Pakete zu transportieren. In einem solchen Fall kann man sich dann eine IPv6-Adresse über einen Tunnelbroker holen. Dann geht aber der gesamte IPv6-Verkehr über den Tunnelbroker und das ganze läuft nicht mehr so schnell.

http://de.wikipedia.org/wiki/6to4
http://de.wikipedia.org/wiki/Tunnelbroker
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
GoaSkin
Glasfaserstrecke
 
Beiträge: 1093
Registriert: 12.12.2009, 17:25

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon SpaceRat » 22.08.2014, 12:27

GoaSkin hat geschrieben:6-to-4 funktioniert manchmal nicht, weil es entweder vom Provider verhindert wird oder der Router zu doof ist, die Pakete zu transportieren. In einem solchen Fall kann man sich dann eine IPv6-Adresse über einen Tunnelbroker holen. Dann geht aber der gesamte IPv6-Verkehr über den Tunnelbroker und das ganze läuft nicht mehr so schnell.

Auch 6to4 ist nur eine Tunnelanbindung.

Die Wertung beträgt, trotz das alle Tests erfolgreich waren, deshalb nur 7/10, weil es sich bei 6to4 - nach Teredo/Miredo - um die zweitschlechteste Wahl handelt:
Es handelt sich um einen "unmanaged tunnel", d.h. eine automagisch konfigurierte Anbindung, die - wie Du schon sagtest - auch jederzeit wieder in die Hose gehen kann.

Aus diesem Grund laufen Verbindungen auch weiterhin bevorzugt über IPv4, wenn die IPv6-Anbindung lediglich aus einem 6to4-Gateway besteht.
Auf diese Anbindung greift Windows erst zurück, wenn es nicht anders geht, die Gegenseite also anders gar nicht erreichbar wäre ...
... daher würde ich das auch aktiv lassen oder wenn, dann durch eine höherwertige Anbindung ersetzen, aber nicht abschalten.
Die Alternative zu einem fehlgeschlagenen Verbindungsaufbau via 6to4 wäre nämlich überhaupt keine Verbindungsmöglichkeit ...


Wenn man IPv6 aber ernsthaft nutzen will und kein natives IPv6 vom Provider erhält, dann ist ein richtiger 6in4-Tunnel - also ein "managed tunnel" - vorzuziehen.

Bei einer Fritz!Box würde ich den SixXS-Heartbeat-Tunnel wählen:
Technisch ist das auch ein 6in4-Tunnel mit einigen Erweiterungen zur vereinfachten Einrichtung/Aufrechterhaltung.

6in4-/SixXS-Tunnel erfordern zwar eine Anmeldung, sind aber kostenfrei.
Receiver/TV:
  • Vu+ Duo² 4xS2 / OpenATV 5.3@Samsung 50" Plasma
  • AX Quadbox HD2400 2xS2 / OpenATV 6.0@Samsung 32" TFT
  • 2xVu+ Solo² / OpenATV 6.0
  • DVBSky S2-Twin PCIe@SyncMaster T240HD (PC)
  • TechniSat SkyStar HD2@17" (2.PC)
Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Mega HD, Brazzers, XXL, HD-, Sky
Fon: VF Komfort-Classic (ISDN), Siemens S79H+S1+Telekom Modula+Siedle DoorCom Analog@F!B 7390
Internet: UM 1play 100 / Cisco EPC3212+Linksys WRT1900ACS / IPv4 (UM) + IPv6 (HE)
Bild
Benutzeravatar
SpaceRat
Kabelkopfstation
 
Beiträge: 2614
Registriert: 08.05.2010, 01:30
Wohnort: Kreis Aachen

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon GoaSkin » 22.08.2014, 13:05

Meine Erfahrung ist halt, dass die getesteten kostenlosen Tunnelbroker nur eine sehr begrenzte Bandbreite ermöglichen. Bei 6-to-4 werden die IPv6-Geräte nur so lange in ein IPv4-Paket eingepackt, bis sie den nächsten Router erreichen, der auch IPv4 kann.

In unserer Firma haben wir einen Provider, der zwar grundsätzlich auch IPv6 anbietet, aber aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage ist, dies auf jeder Art von Internet-Anbindung zu ermöglichen. So gibt es dort im Endeffekt eine IPv4-Leitung. In diesem Falle bedeutet der Einsatz von 6-to-4, dass der ganze IPv6-Traffic sowieso nach dem zweiten Hop - noch beim ISP - dann über IPv6 weiter übertragen wird, was in diesem Falle einwandfrei funktioniert.

Das mag woanders aber auch anders sein.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
GoaSkin
Glasfaserstrecke
 
Beiträge: 1093
Registriert: 12.12.2009, 17:25

Re: IPv6-Unterstützung in Fritz!Box einschalten - Vorteile?

Beitragvon SpaceRat » 22.08.2014, 13:35

GoaSkin hat geschrieben:Meine Erfahrung ist halt, dass die getesteten kostenlosen Tunnelbroker nur eine sehr begrenzte Bandbreite ermöglichen.

Begrenzt ist relativ:
Bild

Dieser Test-Server scheint auch IPv4-mäßig nicht viel drauf zu haben.
Und solange der große "Speedtest.net" nicht den Großteil der Testserver IPv6-tauglich macht, laufen natürlich sämtliche IPv6-Speedtests über eine sehr überschaubare Anzahl an Testservern ...

Mach diesen Test 20x und Du erhältst 25 verschiedene, teils eklatant widersprüchlich Ergebnisse.

Letztendlich isses aber auch schnuppe, was bei so einem Speedtest rauskommt:
Selbst wenn es nur 50 MBit/s (Bei einer einzigen Verbindung) wären, so reicht das immer noch locker und drei Tage für HD-Streaming. Da man am Computer seltenst nur eine einzige Verbindung aufrecht erhält, ist das Ergebnis für eine einzige sowieso irrelevant.
Und selbst bei Bevorzugung von IPv6 vor IPv4 (Was bei einem 6in4-Tunnel passiert), laufen ja immer noch die Verbindungen zu IPv4-only-Servern nicht über diesen Tunnel, sind also auch nicht von dessen eventueller Bandbreitenlimitierung betroffen.
Und bis zu dem Zeitpunkt, an dem nahezu alle Server eine Dual-Stack- oder gar IPv6-only-Anbindung haben, wird dann hoffentlich auch der eigene Provider natives IPv6 zur Verfügung stellen können, so daß der Tunnel dann gar nicht mehr genutzt wird.

Die Frage nach der maximalen Bandbreite des 6in4-Tunnels ist also eine über ungelegte Eier.

GoaSkin hat geschrieben:Bei 6-to-4 werden die IPv6-Geräte nur so lange in ein IPv4-Paket eingepackt, bis sie den nächsten Router erreichen, der auch IPv4 kann.

Anders herum:
Es werden die IPv6-Pakete immer nur so lange in IPv4-Paketen transportiert, bis sie beim Gateway sind, das dann beides kann und die IPv6-Pakete über IPv6 weiterleitet.

GoaSkin hat geschrieben:In diesem Falle bedeutet der Einsatz von 6-to-4, dass der ganze IPv6-Traffic sowieso nach dem zweiten Hop - noch beim ISP - dann über IPv6 weiter übertragen wird, was in diesem Falle einwandfrei funktioniert.

Das ist das grundsätzliche Problem bei 6to4: Du weißt einfach nicht, wer das Gateway betreibt, wie er überhaupt angebunden ist und wo er sich befindet.
Wenn man Glück hat, befindet sich das Gateway beim selben Provider und ist fett angebunden, wenn man Pech hat ...

Bei 6in4 entscheidest Du selber, welches Gateway/welchen PoP Du nutzt. Du kannst natürlich ganz geistreich einen in Hong Kong oder Peking nehmen, sinnvoller ist es allerdings, man nutzt einen geographisch und topologisch nahen. Bei Hurricane Electric/Tunnelbroker wäre das z.B. für deutsche Nutzer sinniger Weise Frankfurt, wo eh 98% des eigenen Traffics durch müssen.

Ein richtiger Provider selber würde auch gar nicht mit 6to4 arbeiten, sondern zumindest mit 6rd (Wenn er schon kein natives IPv6 auf die Kette kriegt).
Das macht z.B. Vaderphone.

Wenn man nun aber weiß, daß man mit 6to4 entweder ein Zufalls-Gateway oder ein Gateway eines Blödmannsgehilfen-Providers wie dem Deiner Firma oder Unitymedia/KabelBW nutzt, dann weiß man auch, daß man es nicht ernsthaft nutzen möchte, sondern wirklich nur als allerletzten Ausweg (aber immer noch knapp vor IPv4-only).
Benutzeravatar
SpaceRat
Kabelkopfstation
 
Beiträge: 2614
Registriert: 08.05.2010, 01:30
Wohnort: Kreis Aachen


Zurück zu Internet und Telefon über das TV-Kabelnetz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 24 Gäste