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Probleme mit Unitymedia und IPv6

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 27.11.2013, 22:04

frozen1900 hat geschrieben:ich habe jetzt sixxs Tunnel #1 und #2 am Laufen. Als nächstes muss ich mich um vpn kümmern (die fb 6360 kann das leider nicht, oder?)

Nicht zwischen DS-lite-Endpunkten ...

frozen1900 hat geschrieben:hierfür würde ich dann openvpn auf dem RPi einrichten. Wird hier einfach das ganze ipv6 Netzwerk was man hat freigegeben, um auf alle systeme zu kommen?

Ich habe leider - vor allem in Ermangelung einer geeigneten Gegenstelle - keinerlei Erfahrung mit OpenVPN.
Ein Bekannter hat jetzt ein NAS, auf das man OpenVPN installieren könnte, vielleicht mache ich damit mal einen Testlauf.

Wie Du das VPN konfigurierst, ist letztlich Dir überlassen, da gibt es durchaus mehrere Möglichkeiten:
Beim AVM-VPN verbindest Du ja in der Standardeinstellung zwei lokale Netze mit ihren lokalen IP-Bereichen, also z.B. das private LAN 192.168.1.x von Box 1 mit dem LAN 192.168.2.x von Box 2.
Danach kannst Du von jedem Rechner in LAN 1 aus über das VPN auch jeden Rechner aus LAN 2 erreichen und umgekehrt. Der Internet-Traffic beider Netze geht aber nach wie vor von der jeweiligen Fritz!Box aus zum jeweiligen Internet-Provider.
Das kannst Du über OpenVPN natürlich ganz genauso machen (Unabhängig davon, ob OpenVPN als Trägernetz nun IPv4 oder IPv6 nutzt, kann die Payload - der Traffic innerhalb des VPN - IPv4, IPv6 oder beides sein), Du kannst also über ein OpenVPN, welches zwei IPv6-Endpunkte verbindet, trotzdem ein reines IPv4-VPN aufbauen.
Natürlich kannst Du innerhalb des VPN auch per IPv6 kommunizieren ...

Bei der Nutzung von IPv6 über das VPN würde ich zur Verwendung der ULA (Unique Local Addresses) tendieren, besonders wenn man die Router auf beiden Seiten dazu kriegt, diese dauerhaft zu vergeben und individuelle ULA-Präfixe zu nutzen. Dann kann man das ULA-Subnet der jeweils anderen Seite durch das VPN routen, genauso wie man es mit privaten IPv4-Adressen auch tun würde. Die ULA haben den Vorteil, nicht dynamisch zu sein (IPv6-Präfixe von Providern hingegen sind es, statisch sind die bislang nur über Tunnel-Provider oder - gegen Aufpreis - bei NetCologne).

ULA sind die IPv6-Entsprechung der bekannten privaten IPv4-Bereiche, von denen 192.168.x.y der bekannteste ist: Sie werden, korrekte Konfiguration vorausgesetzt, nicht durch's Internet geroutet und ggü. privaten IPv4-Adressen haben sie noch den Vorteil, virtuell eindeutig zu sein, solange man der Empfehlung folgt, sich das ULA-Präfix - z.B. hier - auf Basis der MAC-Adresse des Routers generieren zu lassen.
Dadurch sollte es beim Aufbau eines VPN auch nicht vorkommen, daß beide Seiten das selbe ULA-Präfix haben (Bei IPv4 mußte man sich ja absprechen, wenn wir beide 192.168.1.x in der Fritz!Box nutzen, müßte einer von uns beim Aufbau eines VPN seinen Adressbereich ändern ...).

Am Ende des Tages mußt Du selber wissen, was Du brauchst. Du kannst auch den gesamten Internet-Traffic einer Seite durch das VPN auf die andere Seite schaufeln und erst von dort ins Internet blasen lassen, wenn Dir danach ist. Das geht übrigens auch mit dem AVM VPN, wenn man es entsprechend umkonfiguriert.

Zu Beginn würde ich aber ganz klein anfangen:
Nutze IPv6 einfach zuerst einmal nur für das Trägernetz, dabei sollte ja nicht mehr erforderlich sein als die IPv6-Adressen der beiden Tunnel-Endpunkte. Für die Payload reicht für den Anfang das gewohnte IPv4 aus. Für's LAN bzw. im VPN wird das den meisten auch völlig reichen.

IPv6-Payload ist eigentlich nur dann zwingend, wenn man einen vsftpd (Gängiger FTP-Server auf Linux-Büchsen) sowohl über das VPN als auch direkt aus dem Internet erreichbar machen will und man dort wo der vsftpd läuft nur IPv6 bzw. DS-lite hat:
vsftpd kann leider nur entweder IPv4 oder IPv6, aber eben nicht beides zugleich. Öffnet man daher den vsftpd über IPv6 in Richtung Internet, dann muß er auch lokal und im VPN über IPv6 angesprochen werden ...

Allerdings ist vsftpd auch ziemlicher Müll. Am besten nutzt man stattdessen OpenSSH und dessen sftp/scp. Das geht über IPv4 und IPv6, ist zuverlässiger (vsftpd hat keine Fehler, es ist vielmehr einer) und sicher.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon gofc » 28.11.2013, 09:41

michael_zzz hat geschrieben:Hallo zusammen,

habe jetzt die gleiche Odysee hinter mir, wie sie schon oft hier im Thread beschrieben wurde. :traurig:
Ich kann mein Synology-NAS nicht mit meinem 3playPremium 100 erreichen aus dem Internet. Nach stundenlangem herumprobieren und surfen hab ich jetzt auch verstanden, dass es an IPv6 und DS lite liegt. Die Gespräche mit der Unitymedia-Hotline waren teilweise haarsträubend. :zerstör:

Im Endeffekt gibt es laut Unitymedia 4 Lösungsalternativen:

1. Bestellung einer Horizon (weil die nur IPv4 spricht). Kostenpunkt 8.- EUR p.M. plus 9,90 EUR Versand
2. Bestellung eines 3PlayPremium 150, der mit der Horizon ausgestattet ist. Kostenpunkt 10.- EUR p.M. plus 50.- EUR Bereitstellung plus 9,90 EUR Versand.
3. O-Ton aus der Mail von Unitymedia: "Um eine IPv4 Verbindung von einem IPv6 Tunnel aufzubauen, stellen verschiedene, externe Unternehmen einen Service (sogenannte Tunnelbroker) zur Verfügung. Beispielhaft ist dies mit SixXS, Net Assist oder Hurricane Electric möglich."
4. Kündigen und anderen Provider nutzen.

Welche Variante in nutze weiß ich noch nicht. Als nicht-Fachmann erscheint mir die "3" sehr kompliziert. Hab zwar schon einen Zugang zu SixXs und Hurricane Electric, aber die Einrichtung eines Tunnels überfordert mich etwas....


Guten Morgen,

also verstehe ich das richtig, dass wenn ich den Horizon Receiver als Modem benutze IPv4 bekomme, egal ob alter Bestandskunde oder nicht?

Zu meiner Situation: Habe mir vor 2/3 Monaten (ca. eine Woche bevor Horizon rauskam) bei Unitymedia 3Play PLUS 50 bestellt mit dem alten HD Receiver und einer FritzBox 6320 Cable (keine Telefon Komfort Option). Da Neukunde 2013 habe ich natürlich auch das schöne DS-Lite bekommen.

Jetzt stellt sich mir die Frage, wenn ich auf 3Play PLUS 100 mit dem Horizon Receiver Upgrade und diesen dann als Modem benutze, dahinter meinen eigenen Router anschließe, bekomme ich dann definitv eine v4 ? Da Horizon ja nur v4 spricht? (FritzBox und den alten HD Receiver sende ich zurück)
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Knifte » 28.11.2013, 10:14

Wenn UM dann auch die FritzBox zurücknimmt, müsste das so funktionieren.

Da du die aber eh schon zuhause hast, könnte es ja auch sein, dass die wollen, dass du das behälst.

Aber auf einen Versuch könnte man es ankommen lassen. Ggf. mit der Argumentation, dass du dann durch die Horizon-Box ja auch nur ein Gerät für alles hast.
Viele Grüße

Knifte
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 28.11.2013, 10:32

gofc hat geschrieben:also verstehe ich das richtig, dass wenn ich den Horizon Receiver als Modem benutze IPv4 bekomme, egal ob alter Bestandskunde oder nicht?

Zumindest momentan ist das zutreffend.
Ob aber z.B. eine Firmware in der Mache ist mit der die Horizon-Box auch IPv6 und DS-lite könnte und ob Kunden dann darauf umgestellt würden, kann keiner sagen.

gofc hat geschrieben:Zu meiner Situation: Habe mir vor 2/3 Monaten (ca. eine Woche bevor Horizon rauskam) bei Unitymedia 3Play PLUS 50 bestellt mit dem alten HD Receiver und einer FritzBox 6320 Cable (keine Telefon Komfort Option). Da Neukunde 2013 habe ich natürlich auch das schöne DS-Lite bekommen.

Immerhin hast Du noch eine Fritz!Box 6320 bekommen und nicht das gruselige DK7200 von Drecknikotzlor! :)

gofc hat geschrieben:Jetzt stellt sich mir die Frage, wenn ich auf 3Play PLUS 100 mit dem Horizon Receiver Upgrade und diesen dann als Modem benutze, dahinter meinen eigenen Router anschließe, bekomme ich dann definitv eine v4 ? Da Horizon ja nur v4 spricht?

So ist es.

Es gibt aber auch ein paar Dinge, die es zu berücksichtigen gilt:
  • Die Horizon-Box ist nicht gerade als stabiles Traumgerät bekannt, insbesondere im Hinblick auf TV
    Ich würde mich also an Deiner Stelle vorab im entsprechenden Unterforum hier über die Box informieren, eben auch im Hinblick auf Fernsehen!
  • Auch die Horizon-Box kann für den Internet-Zugang nicht in den Bridge-Modus versetzt werden, um dahinter einen eigenen Router uneingeschränkt betreiben zu können.
    Man muß also mit Portfreigaben bzw. einer "DMZ/exposed host"-Konfiguration für den eigenen Router arbeiten, die gegenüber einer sauberen Bridge-Lösung mit Einschränkungen verbunden ist.
    Hier im Forum sind Rückmeldungen dazu, wie gut (oder eben schlecht) das mit der Horizon-Box klappt, leider rar.
  • Die kriegst die Fritz!Box 6320 nie wieder zurück!
    Solltest Du merken, daß die Horizon-Box nicht das Gelbe vom Ei ist (Egal ob jetzt bzgl. Internet oder TV) und wechselst zum HD-Receiver zurück oder zum "alten" HD-Festplatten-Receiver, dann wirst Du statt der Fritz!Box 6320 ein Drecknikotzlor DK7200 als Router erhalten, praktisch die Mutter aller Probleme.
    Die einzige Möglichkeit wieder an eine Fritz!Box zu kommen ist dann die kostenpflichtige Option "Telefon Komfort".

Die Frage ist also, wofür Du IPv4 brauchst oder zu brauchen meinst:
  • Wenn es um eine banale Port-Freigabe z.B. für einen ftp- oder Web-Server im Heimnetz geht, dann wird das mit einiger Sicherheit mit der Horizon-Box funktionieren, allerdings wäre es auch relativ einfach über IPv6 zu lösen.
  • Geht es um Freigaben für Geräte, bei denen man am fehlenden IPv6-Support nichts drehen kann, also z.B. veraltende IPv4-only-Spielekonsolen, dann würde das sehr wahrscheinlich ebenfalls über die Horizon-Box-Lösung gehen und wäre in diesem Fall auch die praktikabelste, wenn auch rückwärtsgewandte Lösung.
    Rückwärtsgewandt deshalb, weil man sich die momentan naheliegende, einfach Problemlösung mit möglicherweise nachhaltigen Problem in der Zukunft erkauft:
    Man könnte z.B. die Probleme der XBox360 mit IPv6 dadurch lösen, gleichzeitig aber durch die Router-Kaskade den für die Nachfolge-Konsole XBox One notwendige IPv6-Unterstützung nachhaltig erschweren.
  • Willst Du ein VPN aufbauen, welches IPv4 erfordert (z.B. zu einer AVM Fritz!Box), dann kann es sein, daß es Dank der Router-Kaskade trotz IPv4 nicht funktioniert, wenn die Horizon-Box VPN-Traffic nicht einwandfrei durchleitet.

Fazit:
Würde die Horizon-Box den Bridge-Modus unterstützen, dann würde ich diese Lösung durchaus empfehlen, sofern die Probleme beim TV-Empfang (Abstürze, Bildausfälle, Probleme mit der Aktivierung von sky-Paketen, usw. usf.) inzwischen gelöst sind.
Da sie das nicht tut, hängt die Empfehlung für oder wider der Horizon-Box davon ab, wie gut man dahinter einen kaskadierten Router betreiben kann. Dazu fehlen aber leider bisher Erfahrungswerte von anspruchsvollen Benutzern, die auf dem kaskadierten Router auch mal ein VPN oder einen SixXS- oder 6in4-Tunnel aufgesetzt haben oder in diesem eigenen Router VoIP-Konten anderer VoIP-Anbieter betreiben, im Falle einer Fritz!Box MyFritz! nutzen, oder oder oder.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon gofc » 28.11.2013, 10:38

Knifte hat geschrieben:Wenn UM dann auch die FritzBox zurücknimmt, müsste das so funktionieren.

Da du die aber eh schon zuhause hast, könnte es ja auch sein, dass die wollen, dass du das behälst.

Aber auf einen Versuch könnte man es ankommen lassen. Ggf. mit der Argumentation, dass du dann durch die Horizon-Box ja auch nur ein Gerät für alles hast.


Danke für die schnelle Antwort! Also sollte ich das Thema IPv4 nochmals erwähnen bei der Hotline, da das wie gesagt eigentlich der einzige Grund für das Upgrade wäre, oder einfach wie du bereits angesprochen hast nur mit der Argumentation von wegen ein Gerät für alles? Weil wenn sie die FritzBox nicht zurücknehmen wollen und ich quasi auf DS-Lite sitzen bleiben würde, gäbe es für mich keine Veranlassung für ein Upgrade. Und ich denke nicht, dass die deshalb auf 7 Euro pro Monat mehr verzichten werden oder?

Edit: Danke dir SpaceRat für deine sehr ausführliche Antwort!! Dann muss ich mir wohl doch nochmal Gedanken darüber machen. Und das mit dem Bridge-Modus ist definitiv nicht zu umgehen?
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 28.11.2013, 10:52

Ich würde mich übrigens sehr freuen, wenn man hier mal Erfahrungsberichte von Horizon-Nutzern (und daneben auch DK7200-Opfern mit IPv4 ...) lesen könnte, die dahinter einen eigenen Router betreiben und dessen Funktionen auch einigermaßen ausreizen.

Die möglichen Probleme wären z.B.:
  • Kaskadierte Router kriegen die öffentliche IPv4-Adresse nicht per DHCP mitgeteilt.
    Je nachdem, wie DynDNS-Dienste auf dem Router implementiert sind, funktionieren diese dann nicht mehr.
    Zumindest auf Fritz!Boxen ist dieser Punkt aber durch benutzerdefinierte DynDNS-Dienste einfach lösbar.

    Allerdings haben moderne Router über einfache DynDNS-Updates hinaus inzwischen auch eigene Cloud- und DynDNS-Dienste (MyFritz!, mydlink, Asus AiCloud, ...), die je nach Implementierung/Funktionalität ebenfalls darauf angewiesen sind, die öffentlichen Adressen zu kennen.
  • Die vollständige Weiterleitung aller TCP+UDP-Ports auf den kaskadierten Router stellt längst keine komplette Durchleitung dar.
    Es gibt z.B. auch noch GRE und ESP.
    Je aufwendiger ein zu nutzender Dienst ist, z.B. ein VPN oder ein SixXS-/6in4-/6rd-Tunnel, desto wahrscheinlicher wird es, daß der vorgeschaltete Router (Die Horizon-Box oder das DK7200) irgendetwas dafür Notwendiges nicht korrekt durchleitet, also z.B. proto-41. Beim SixXS-Tunnel kommt auch wieder hinzu, daß auch dieser die öffentliche IPv4-Adresse kennen muß.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 28.11.2013, 11:05

gofc hat geschrieben:Edit: Danke dir SpaceRat für deine sehr ausführliche Antwort!! Dann muss ich mir wohl doch nochmal Gedanken darüber machen. Und das mit dem Bridge-Modus ist definitiv nicht zu umgehen?

Zu umgehen ist es nicht, nein.

Ich will keine Panik verbreiten, es kann sehr gut sein, daß es mit einer Router-Kaskade ganz hervornagend klappt ... kann aber auch sein, daß es genau das nicht tut.

Für mich wäre es übrigens super spannend, ein solches Setup mal näher zu betrachten, ich würde es sogar für jemanden aufsetzen, nur um zu sehen, wie gut (oder schlecht) es funktioniert.
Nur wäre es sinniger, wenn ein DK7200-Opfer diesen Schritt macht, bei dem kann es nicht mehr schlimmer kommen.

Bei Dir ist das Problem, daß Du mit der Fritz!Box 6320 ein Gerät hast, mit dem man die Thematik IPv6 super in den Griff bekommt. Sollte die Horizon-Box aus irgendeinem Grund nicht die Lösung sein - und das kann wie gesagt auch wegen Problemen mit dem Fernsehen sein - dann fällst Du bei einem Rückwechsel verdammt tief: Das DK7200 ist ein Ausblick auf die ewigen Qualen des Fegefeuers, ohne Aussicht auf Erlösung.

Es ist ein "Spatz in der Hand - Taube auf dem Dach"-Problem:
Die Wahrscheinlichkeit, daß die Horizon-Box plus ein eigener Router in Bezug auf Internet deutlich besser funktioniert, ist durchaus da und auch recht groß. Den Spatz "Fritz!Box 6320" wirst Du beim Versuch aber garantiert los, denn selbst wenn Du die Fritz!Box erst einmal nicht zurückschickst, wird man sie Dir nicht wieder aktivieren.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 28.11.2013, 11:51

SpaceRat hat geschrieben:Ich will keine Panik verbreiten, es kann sehr gut sein, daß es mit einer Router-Kaskade ganz hervornagend klappt ... kann aber auch sein, daß es genau das nicht tut.

Ich rudere dann mal bzgl. des ersten Teils zurück:

Die Horizon-Box funktioniert offenkundig extrem schlecht in einer Router-Kaskade:
Horizon & VPN?
Fazit dort: Die Durchleitung von PPTP und L2TP/IPSec funktioniert nicht. Selbes Fazit auch in der Schweiz, dort (UPC) kriegt man dann aber auf Wunsch ein externes Modem (Also eine echte Bridge), was UPC/Unitymedia in Deutschland ja nicht mehr auf die Kette kriegt.

Damit ist dann klar:
Einfachste Port-Freigabe-Probleme würdest Du mit der Horizon vermutlich in den Griff kriegen, also z.B. den FTP-Server auf einem NAS erreichbar machen. Das geht aber auch problemlos per IPv6.
Probleme eine PS3 oder XBox360 mit dem DS-lite würdest Du vermutlich auch gelöst kriegen, erkauft mit neuen Problemen, sobald eine XBox One ins Haus kommt.
Ein VPN aufzubauen geht hinter der Horizon über PPTP und IPSec gar nicht, das betrifft z.B. auch das AVM VPN, da wäre also nichts gewonnen. OpenVPN ginge, aber das wiederum geht auch per IPv6 ...

Und wenn ich mir das Horizon-Unterforum so angucke, dann taugt die im TV-Betrieb vor allem dazu, durch jede Menge Fehler eine Ablenkung vom bescheidenen Fernsehprogramm zu sein ...

Somit lege ich mich fest auf: Finger weg, besonders da Du derzeit eine Fritz!Box hast.

PS: Vielleicht magst Du Dir mal die Business-Tarife anschauen.
In den Business-Tarifen kriegst Du eine IPv4 und entweder eine reine Bridge (Cisco EPC3208, bei "Business Internet") oder eine Fritz!Box 6360 (Bei "Business Internet+Telefon").
Bei Deiner Geschwindigkeit von 50 MBit/s sind die Business-Tarife auch recht erschwinglich, überteuert werden sie erst bei 100 MBit/s und mehr (Achtung: Preisangaben sind netto, da kommt also noch die Meerschweinsteuer drauf!).

Fernsehen müsstest Du dann natürlich über einen getrennten Einzelvertrag oder besser noch über Sat *g* laufen lassen, denn 3play gibt es bei Business nicht.
Receiver/TV:
  • Vu+ Duo² 4xS2 / OpenATV 5.3@Samsung 50" Plasma
  • AX Quadbox HD2400 2xS2 / OpenATV 6.0@Samsung 32" TFT
  • 2xVu+ Solo² / OpenATV 6.0
  • DVBSky S2-Twin PCIe@SyncMaster T240HD (PC)
  • TechniSat SkyStar HD2@17" (2.PC)
Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Mega HD, Brazzers, XXL, HD-, Sky
Fon: VF Komfort-Classic (ISDN), Siemens S79H+S1+Telekom Modula+Siedle DoorCom Analog@F!B 7390
Internet: UM 1play 100 / Cisco EPC3212+Linksys WRT1900ACS / IPv4 (UM) + IPv6 (HE)
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon gofc » 28.11.2013, 13:27

Danke dir nochmals für deine aufschlussreiche Erklärung. Dann werde ich mir das durch den Kopf gehen lassen. Schade dass es da keine optimale Lösung gibt. Ein einfaches Kabelmodem, IPv4 ( bzw. echtes Dualstack) und mein eigener Router - mehr will ich doch gar nicht :pcfreak:
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon luckz » 28.11.2013, 15:52

SpaceRat hat geschrieben:Fazit dort: Die Durchleitung von PPTP und L2TP/IPSec funktioniert nicht.

Jo, da sieht man nix zu im Horizon-Webinterface, und das ist wohl seitens UM auch so gewünscht.
Habe entsprechende Features der Tcom-Fritzbox auch nur ein einziges Mal in vielen Jahren genutzt -- um einem Kumpel hinter ganz schlimmem NAT vernünftigen Internetzugang zu ermöglichen. Quasi wie DS-Lite vor DS-Lite ;).
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