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Probleme mit Unitymedia und IPv6

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Moses » 21.03.2013, 11:16

Korrekt. Es sind alle IP Adressenblöcke verkauft. Ob die am Ende auch genutzt werden, oder nicht, spielt dabei nichtmal eine große Rolle, was diese merkwürdige Studie völlig belanglos macht. Man könnte natürlich jetzt mit einer großen Enteignungsaktion kommen, da hätte man vielleicht nochmal ein paar Jahre Ruhe. Wirklich lösen würde sich das Problem aber nicht. IPv4 bietet 3.707.764.736 nutzbare Adressen. Das ist zu wenig für >6Mrd Menschen (Tendenz steigend).

UM kann, egal, wie sehr sie das wollen, keine weiteren IPv4 Adressen kaufen (es seidenn jemand anders verkauft welche... passiert aber nicht so oft).
Also wird sich an DS-Lite nichts ändern. Was sollen sie machen, wenn nicht genügend Adressen da sind?

Insofern lässt sich die Frage von salvac beantworten: Ihr könnt nichts ändern.

Da hilft nur sich damit abzufinden, irgendwelche VPN-Lösungen, oder zu kündigen. Die Diskussion über DS-Lite und ob das jetzt eingeschränkt wäre und was UM doch so böse ist, ist völlig unsinnig. Wenn man der Meinung ist, dass einem der Zugang ohne IPv4 Adresse nichts bringt, bleibt einem nur die Kündigung. Keiner zwingt euch bei UM zu kaufen, umgekehrt zwingt aber auch niemand UM Produkte nach euren Vorstellungen zu machen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass UM in den AGBs (die man ja vor dem Vertragsabschluss liest ;)) keine IPv4 Adresse zusichert.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon josen » 21.03.2013, 15:54

Hallo,

wer gern die günstigen Preise eines Privatkunden-Anschlusses weiternutzen möchte aber trotzdem für eingehende Verbindungen auf IPv4 angewiesen ist, kann zu Tunnel- und VPN-Anbietern ausweichen.
Einer von dem ich durch Berufskollegen immer positives höre ist vollmar, die bieten PPTP und OpenVPN Tunnel mit fester IP an. Findet man hier: http://www.vollmar.net/tunnel

Grüße
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon websurfer83 » 22.03.2013, 18:33

Moses hat geschrieben:Korrekt. Es sind alle IP Adressenblöcke verkauft. Ob die am Ende auch genutzt werden, oder nicht, spielt dabei nichtmal eine große Rolle, was diese merkwürdige Studie völlig belanglos macht. Man könnte natürlich jetzt mit einer großen Enteignungsaktion kommen, da hätte man vielleicht nochmal ein paar Jahre Ruhe. Wirklich lösen würde sich das Problem aber nicht. IPv4 bietet 3.707.764.736 nutzbare Adressen. Das ist zu wenig für >6Mrd Menschen (Tendenz steigend).


Ich bin jetzt zwar nicht so der Protokoll-Fachmann, aber dennoch ist mir klar, dass die IPv4-Adressen praktisch heute bereits erschöpft sind (wenngleich es dennoch Provider gibt, die auf massenweise freien IPv4-Adressen sitzen und diese horten, aber wohl nie brauchen werden --> Entwicklungsländer).

Aber generell ist IPv6 eben eine schwierige Baustelle, die eigentlich viel mehr Schulungen, Einweisungen und vor allem Aufklärung benötigen würde. Für Laien ist es nur schwer verständlich, warum der Nachbar seine Hardware mit IPv4 problemlos betreiben kann, man selbst aber womöglich in neue Hardware investieren oder zumindest kräftig an der vorhandenen Infrastruktur nachbessern muss, weil einem der Provider nur noch IPv6 schaltet.

Gerade vorhin habe ich mir ein Interview mit Ralf Koenzen angesehen (Geschäftsführer von LANCOM Systems, siehe hier). Er meinte, dass IPv6 ein eher ungeliebtes Kind sei, weil die Kunden dadurch keinen Mehrwert erhielten. Deren Geräte sind übrigens seit LCOS 8.80, welches Anfang März offiziell freigegeben wurde, mittlerweile meist IPv6-fähig, aber eben nicht alle. Mein 821+, der schon 6 Jahre auf dem Buckel hat, hat beispielsweise kein IPv6 bekommen.

So hofft halt fast jeder, dass der bittere Kelch namens IPv6 an ihm vorbeiziehen wird, aber das ist menschlich. Letztlich wissen wir alle, dass es uns früher oder später treffen wird, aber hoffentlich eben nicht so bald...

Ich persönlich finde IPv6 sowieso eine etwas seltsame Angelegenheit. Hätte es nicht gereicht, ein IPv5 einzuführen, welches im Prinzip genau wie IPv4 funktioniert, nur eben deutlich mehr Adressen hergibt? Warum nicht Adressen wie 172.180.230.178.188.168.2.1 einführen? Eine solche Lösung wäre für die meisten Benutzerinnen und Benutzer leichter verständlich, als das komplett neu strukturierte und für meine Begriffe völlig unübersichtliche IPv6.

Gruß
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Creep89 » 22.03.2013, 18:59

Weil vorgesehen ist, dass jeder Kühlschrank, Spülmaschine, Mikrowelle etc pp vollständigen Internetzugriff bekommt ohne das ungebliebte Kind "NAT".
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Moses » 23.03.2013, 12:53

websurfer83 hat geschrieben:Ich persönlich finde IPv6 sowieso eine etwas seltsame Angelegenheit. Hätte es nicht gereicht, ein IPv5 einzuführen, welches im Prinzip genau wie IPv4 funktioniert, nur eben deutlich mehr Adressen hergibt?


Das ist eben nicht möglich. Im Prinzip ist IPv6 genau das, was du forderst. Die Erweiterung von IPv4 auf mehr Adressen (bzw. flexiblere Adressräume) ist schon mit der Netzwerkmaske völlig ausgeschöpft. Bei IPv4 können keine längeren Adressen mehr vergeben werden. Alles, was du machst, um mehr Adressen zu bekommen, ist per Definition nicht mehr mit IPv4 Kompatibel, denn ein IPv4 Gerät kann eben keine Pakete an Geräte mit längeren Adressenfeldern senden. Dafür ist im Header kein Platz mehr. Und das verschicken von IPv4 Geräten (bzw. von Providern, die noch kein IPv6 nutzen) ist ja genau das Problem hier. Wenn man so will, ist auf dem "Briefumschlag", den IPv4 nutzt, kein Platz mehr um eine Länger Adresse unter zu bringen. Da hat man damals (also vor einigen Jahrzehnten) an der falschen Stelle gespart. Aber damals ging man noch davon aus, dass Rechner soooo teuer sind und es unwahrscheinlich ist, dass jemals mehr als ein paar 100 im Internet unterwegs wären. ;)

Warum nicht Adressen wie 172.180.230.178.188.168.2.1 einführen? Eine solche Lösung wäre für die meisten Benutzerinnen und Benutzer leichter verständlich, als das komplett neu strukturierte und für meine Begriffe völlig unübersichtliche IPv6.


Wenn du unbedingt willst, kannst du IPv6 auch im Octet-Format angeben. Musst aber etwas mehr tippen. Deshalb ist man eben auf Hex-Umgestiegen. Bei IPv6 ist der Ansatz, dass man diesmal ausreichend Platz für die Adressen hat und nicht in ein paar Jahren wieder in das gleiche Problem, wie bei IPv4 rein läuft. Ich denke nicht, dass man oft IPv6 Adressen wird eingeben müssen. Das komplizierteste an IPv6 sind eigentlich die ganzen Dinge um den Umstieg von IPv4 zu erleichtern. ;)

Übrigens wette ich, dass das Linux, was in deinem alten Router werkelt schon IPv6 kann, nur der Hersteller keine Lust hat, seine Web-Oberfläche nochmal zu polieren. Da wundert man sich, wie lange gerade Linux schon IPv6 unterstützt (aber auch die MS Systeme unterstützen das schon seit geraumer Zeit). Der Linux-Kernel unterstützt IPv6 seit 2004 voll. Ab ca 2000 gab es aber schon eine "experimentelle" Unterstützung. Sogar für Windows 9x gibt es einen IPv6 Stack, zwar von einem Dritthersteller, aber immerhin. Insofern ist IPv6 schon ein absolut alter Hut. Haben die Benutzer nur noch nicht mitbekommen. ;)

Creep89 hat geschrieben:Weil vorgesehen ist, dass jeder Kühlschrank, Spülmaschine, Mikrowelle etc pp vollständigen Internetzugriff bekommt ohne das ungebliebte Kind "NAT".


Naja, das ist ja eher ein Nebeneffekt. Außerdem ist NAT ja auch nur eingeführt worden, um das IPv4 Adressproblem anzugehen. Und wenn NAT so eine tolle Lösung wäre, gäb es ja mit dem DS-Lite gar keine Probleme. Im Prinzip ist das ja nichts anderes als NAT. ;)
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon websurfer83 » 23.03.2013, 13:14

Hallo Moses,

danke für die ausführliche Antwort. Für mich ist das IPv6 immer noch ein spanisches Dorf, ich denke, ich muss mal eine Schulung dazu besuchen, dann sehe ich vielleicht etwas klarer :cool:

Moses hat geschrieben:Übrigens wette ich, dass das Linux, was in deinem alten Router werkelt schon IPv6 kann, nur der Hersteller keine Lust hat, seine Web-Oberfläche nochmal zu polieren.


Da hingegen muss ich (leider) widersprechen, da LANCOM Systems ein komplett eigenes OS auf seinen Endgeräten einsetzt, das definitiv nicht auf Linux aufsetzt. Das ist eine Eigenentwicklung, die so gewollt ist. Wir hatten das Thema schon mehrfach bei Tagungen etc. mit dem Hersteller besprochen, da sowohl Hardware als auch Software in Deutschland entwickelt und die Geräte sogar hier gefertigt werden (von RAFI Eltec in Überlingen am Bodensee) setzt man auf höchste Sicherheitsstandards und kann Backdoors oder sonstige Sicherheitsprobleme quasi komplett ausschließen. Gerade deshalb setzt man auch auf keinem Linux auf, da man komplett auf eigenen Code setzt, um alle Fäden in der Hand zu behalten.

EDIT: Auch wenn es nicht ganz hierzu passt, aber es gibt sogar Hardware-IPv6-Clients, die reine IPv4-Geräte dann IPv6-fähig machen: http://www.silexeurope.com/de/home/prod ... 600cv.html
Ist zwar nicht ganz billig (ca. 90 Euro), aber vielleicht immer noch billiger, als manche Geräte direkt zum Elektronikschrott zu werfen und durch Neuanschaffungen zu ersetzen. Bis jetzt sehe ich dafür aber noch keinen Bedarf, da man hausintern ja trotzdem mit IPv4 vernetzen kann, es zwingt einen ja niemand dazu, das LAN vollständig auf IPv6 zu migrieren. Noch in den 90ern war eine friedliche Ko-Existenz von TCP/IP und NetBEUI in vielen Netzen nahezu Standard.

Gruß
Gunther.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon paul » 23.03.2013, 18:30

Wenn IPv6 so toll ist, warum ist dieses Forum dann nur unter IPv4 erreichbar?
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon websurfer83 » 23.03.2013, 19:26

paul hat geschrieben:Wenn IPv6 so toll ist, warum ist dieses Forum dann nur unter IPv4 erreichbar?


Weil der gesamte Server, auf dem das Forum liegt, meines Wissens nach auch nur per IPv4 ans Internet angebunden ist :winken:
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon josen » 24.03.2013, 02:34

Hallo,

der Anbieter könnte IPv6 bereitstellen. Darüber hinaus ist das Forum noch nicht per IPv6 angebunden, weil es dafür bisher keinen Bedarf gab. IPv6 ist deshalb noch nicht so weit verbreitet, weil die Bereitstellung kostet. Zeit oder Geld, in unserem Fall Zeit (zum Beispiel meine).

Ich werde das Thema mal im Team die Tage ansprechen :-)

Grüße
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon websurfer83 » 24.03.2013, 14:29

Prinzipiell bin ich einer Erreichbarkeit des Forums per IPv6 gegenüber nicht abgeneigt, allerdings müsste es dann zwingend auch per IPv4 parallel weiterhin erreichbar sein (Dual Stack), da wir sonst sehr viele User einschließlich Team-Mitgliedern aussperren würden.

Vielleicht wäre das ja eine Idee, dies zum 1. Jahrestag des World IPv6 Launch Day (6. Juni) einzuführen :zwinker:
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