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Probleme mit Unitymedia und IPv6

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon johnnyboy » 07.02.2013, 00:57

Also, eine unabhängige anwaltliche Beratung (über meine Rechtschutzversicherung) zum Thema "Erfüllung des Vertrages" hat folgendes ergeben (kurze Zusammenfassung):

Es scheint wohl so zu sein - wie hier auch schon von jemandem geäußert - dass man eher nicht auf Erfüllung des Vertrages klagen könnte. Denn es ist vertraglich leider nicht näher spezifiziert, welches Internet Protokoll Anwendung findet, bzw. finden soll, um einen "Zugang zum Internet" herszustellen.
Aber andererseits könne der Kunde durchaus erwarten, dass Dienste wie VPN oder Portforwarding unterstützt würden. Auch habe der ISP im Zuge der technischen Entwicklung und damit verbundenen IP-Umstellung dafür Sorge zu tragen, dass der Kunde seine gewohnten Dienste weiterhin nutzen kann.
Wenn also ein Kunde in dieser Annahme einen Vertrag abschließt und es stellt sich nachher Gegenteiliges heraus, dann würde dies den Kunden zur Anfechtung des Vertrages wegen Irrtums über eine verkehrswesentliche Eigenschaft berechtigen. Die Anfechtung müsse möglichst sofort* nach Erkennen des Irrtums erfolgen, bzw. nachdem klar ist, dass der Vertragspartner diese Eigenschaft auch nicht nachbessert. Eine Anfechtung würde dann darauf hinaus laufen, dass der Vertrag von vorne herein als nichtig anzusehen wäre!

Ich lass das einfach mal so stehen (natürlich ohne jede (Rechts-)Verbindlichkeit)!

Was mich angeht, so habe ich mir vor lauter Ärger schon mal wieder ein Angebot von meinem alten Anbieter eingeholt und werde mir evtl. weitere Schritte in diese Richtung vobehalten ...

* Anmerkung: Eine erneute Nachfrage ergab, dass neben der Anfechtung auch die außerordentliche Kündigung (Sonderkündigung) möglich sei. Für beides gilt jedoch lt. Anwalt, dass man nur 14 Tage Zeit hätte. Die Frist beginne mit dem Tag, an dem man Kenntniss erlangt, dass UM definitiv eine Nachbesserung (sprich Umstellung auf IPv4 oder "echtes" Dual Stack) ablehnt.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon johnnyboy » 07.02.2013, 17:57

Übrigens (falls das dem einen oder anderen so nicht bekannt ist):

Man kommt innerhalb der ersten zwei Monate nach Aktivierung von Seiten Unitymedias unkompliziert über das "Speed-Fairsprechen" aus dem Vertrag raus (gilt für alle 2play und 3play Verträge ab 50 Mbit/s), auch wenn der Speed in Ordnung ist!

Siehe (UM-Hilfeseiten -> Soforthilfe):
Was genau bedeutet das Speed-Fairsprechen?

Zitat hieraus:
... Sie empfinden die gebuchte Geschwindigkeit als zu langsam oder sind mit der Leistung der von uns bereitgestellten Internetverbindung nicht zufrieden?
Dann können Sie innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach Aktivierung kündigen, d.h. wir gewähren Ihnen in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht. Dafür verlangen wir keinen Nachweis von Ihnen. Einfach telefonisch bei unserem Kundenservice Bescheid geben ...

(Hervorhebung von mir)

Der Haken daran ist nur: Beruft man sich darauf und wird die Option tatsächlich ins System eingestellt, ist man lt. Hotlineauskunft spätestens ca. 1-2 Tage später offline!!
D.h. die Option macht eigentlich nur Sinn, wenn man z.B. noch seinen alten DSL-Anschluss parallel aktiv hat und dort auch noch sicher die Kündigung zurück ziehen kann. Oder man hat mobile Alternativen, surft beim Nachbarn mit oder was auch immer.
Aber wer erst mal einen komplett neuen DSL-Anschluss buchen muss, wartet ja u.U. Wochen oder sogar Monate (je nachdem wie das mit den freien Ports vor Ort aussieht!) bis zur Aktivierung.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon BlueSkyX » 14.02.2013, 12:52

Ich hatte vor einiger Zeit die Redaktion von Onlinekosten angeschrieben und u.a. auch auf diesen Thread verwiesen. Inzwischen gibt es einen Artikel zu dem Thema (keine Ahnung, ob meine Mail der Auslöser war ..... ist aber auch egal):

http://www.onlinekosten.de/news/artikel ... 6-Adressen

Scheine also mit einer Schaltung Ende Januar noch gerade mal so Glück gehabt zu haben.

Auch interessant:

Bestandskunden sollen auch nach einem Tarifwechsel dieselbe Technologie wie zuvor nutzen können, eine Umstellung auf Dual Stack Lite sei für diese Kunden nicht geplant.
Bild
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon paul » 14.02.2013, 19:29

Na toll, und warum ich als Bestandskunde dann beim Tarifwechsel dann meine IPv4 verloren? :kratz:
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Bigfoot » 14.02.2013, 21:57

Hi,

ich schrieb ja vor ein paar Tagen, dass ich selbst als Vertriebspartner UM-Verträge "verkaufe". Heute hatte ich einen Kunden, der einen 150 MBit/S.-Anschluss unterschrieben hat. Er erzählte dann, dass er zur Zeit eine NAS mit externem APP-Zugriff (über O2-Netz) oder per WLAN über einen 6000-DSLer in Betrieb hat und er sich besonders auf den Upload freut.

Ich habe ihn dann fairerweise auf IPv6 angesprochen. Er hat den Vertrag zerrissen und ist sauer aus dem Laden gelaufen. Hat sich aber vorher für meine Fairness bedankt.

So ist das Mist!!!

Gruß
Klaus
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon jcoder » 14.02.2013, 23:08

Bigfoot hat geschrieben:Ich habe ihn dann fairerweise auf IPv6 angesprochen. Er hat den Vertrag zerrissen und ist sauer aus dem Laden gelaufen. Hat sich aber vorher für meine Fairness bedankt.

Auch wenn's mir für Dich persönlich und für alle Deine Kollegen, die mit der Vermarktung von UM-Anschlüssen ihren Lebensunterhalt verdienen, leid tut: So sollte das derzeit eigentlich jeder Kunde machen, der im Begriff ist, einen Unitymedia-Vertrag abzuschließen.

Wenn er erstmal im Vertrag gefangen ist und Probleme nach der Widerspruchsfrist feststellt (oder diese erst danach auf die IPv6/DS-Lite-Problematik eingrenzen kann), zeigt die Firma Unitymedia diese Fairness nämlich nicht. Ohne juristische Unterstützung lassen die ihre Kunden aufgrund der IPv6-Probleme vor Ablauf der Mindest-Vertragslaufzeit nicht mehr aus dem Vertrag- Problemlösungen bieten sie auch nicht.

Der Kunde, der mehr als surfen und mailen möchte, setzt mit UM-Verträgen also ein paar hundert Euro in den Sand.

Gibt's keine anständigen ISPs, deren Verträge Ihr stattdessen vermarkten könnt?
jcoder
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Bigfoot » 15.02.2013, 08:24

jcoder hat geschrieben:anständige ISPs


Hi,

ganz ehrlich? Ich finde Unitymedia ja nicht grundsätzlich unanständig. Und wir vergessen häufig, dass die "Schuld" am Chaos ja eigentlich nichtmal ausschliesslich bei UM liegt. Würden die anderen ISPs auch IPv6 anbieten, wäre ja (fast) alles wieder ok.

Auf die v6-6360 meines Chefs kann ich wunderbar zugreifen, auch mit der APP über mein WLAN zuhause. Ich habe einen "alten" UM-Anschluss mit nativem IPv4 und v6 über 6to4. Das funktioniert alles gut. Aber leider sind z.B. die Handynetze noch lange nicht soweit...

Gruß
KIlaus
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon athurdent » 15.02.2013, 08:31

Bigfoot hat geschrieben:Er erzählte dann, dass er zur Zeit eine NAS mit externem APP-Zugriff (über O2-Netz) oder per WLAN über einen 6000-DSLer in Betrieb hat und er sich besonders auf den Upload freut.

Es gibt aber durchaus NAS Dienste, bei denen das NAS die Verbindung ins Internet zu einem Clouddienst aufbaut. Ich glaube, QNAP macht das so. Der eigentliche Hintergrund dafür ist, dass Kunden sich nicht mit DynDNS und Portfreigaben rumschlagen müssen. Da die Kommunikation mit dem NAS über den Clouddienst läuft und das NAS die Verbindung nach aussen selbst aufbaut, sollte es hier eigentlich keine Probleme mit dem IPv4 Zugriff geben.
athurdent
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon jcoder » 15.02.2013, 10:17

Bigfoot hat geschrieben:
jcoder hat geschrieben:anständige ISPs

ganz ehrlich? Ich finde Unitymedia ja nicht grundsätzlich unanständig. Und wir vergessen häufig, dass die "Schuld" am Chaos ja eigentlich nichtmal ausschliesslich bei UM liegt. Würden die anderen ISPs auch IPv6 anbieten, wäre ja (fast) alles wieder ok.

Auf die v6-6360 meines Chefs kann ich wunderbar zugreifen, auch mit der APP über mein WLAN zuhause. Ich habe einen "alten" UM-Anschluss mit nativem IPv4 und v6 über 6to4. Das funktioniert alles gut. Aber leider sind z.B. die Handynetze noch lange nicht soweit...

Gruß
KIlaus

Nun- ich finde die Umstellung auf IPv6 nicht grundsätzlich unanständig. Ganz im Gegenteil! Ich finde es gut, dass jetzt endlich Fahrt aufgenommen wird.

Was ich unanständig finde, ist die Weise, wie Unitymedia die IPv6-Umstellung angegangen hat und wie die Firma Unitymedia Kunden, die mit diesem Ansatz Probleme haben, im Regen stehen lässt. Denn dass es mit dem Ansatz, den Unitymedia gewählt hat, Probleme geben würde, war vorhersagbar. Der gesamte Markt ist noch nicht so weit, dass reines IPv6 mit einem kastrierten IPv4-Tunnel flächendeckend funktionieren kann.

Trotz vorhersehbarer Einschränkungen auf die kastrierte DS-Lite-Technik zu setzen, war die Entscheidung der Firma Unitymedia. Ich finde es dabei nicht einmal schlimm, dass Unitymedia auf diese Technik setzt.

Was ich schlimm finde, ist:
- dass Unitymedia den Kunden über die Einschränkungen seines Produktes nicht informiert. (UM weist im Auftragsvorgang bis heute nicht einmal in einem neutralen Hinweis auf die grundlegende Änderung der verwendeten Zugangstechnologie hin, damit sich Kunden selber über die Eignung des Produktes für ihre Anwendung informieren könnten)
- dass Unitymedia keinerlei Lösung für Kunden anbietet, die dieses Produkt in irrigen Annahme, einen zum Markt vollwertig kompatiblen Anschluss erworben zu haben, anbietet. (und sei es nur die Lösung eines unkomplizierten Rücktritts oder einer Sonderkündigung ohne den Rechtsweg einschreiten zu müssen).

Ich will die zögerliche Haltung von Hardware-/Softwareherstellern, Providern und Diensteanbietern nicht gutheißen. Auch mich stört sie. Dass der Markt so ist wie er ist, musste UM jedoch bei Entscheidung für die Art der Umstellung klar sein.
UM konnte sich der Probleme, die die durch UM gewählte Implementation bei den Kunden verursacht also durchaus bewusst sein.

- Es war die freie Entscheidung der Firma Unitymedia, diese potentiell problematische DS-Lite-Implementation für das IPv6-Rollout zu wählen.
- Es ist die freie Entscheidung der Firma UM, Kunden, die mit dieser Implementation Probleme haben, keine Lösung zu bieten.
- Es ist die freie Entscheidung der Firma UM, diese Kunden in für sie nutzlosen Verträgen gefangen zu halten oder sie in den Rechtsweg zu zwingen.

Für all diese Entscheidungen können die anderen Provider, die Gerätehersteller und auch der Restdes Marktes nichts. So oft die Firma Unitymedia die Verantwortung auch auf den Markt zu delegieren versucht: Der Markt war schon so, als UM sich für diese Art der Implementierung entschieden hat.

Durch das 'Aussitzen' der Probleme und das Zurückweisen jeglicher Verantwortung für die durch diese Entscheidungen verursachten Probleme trägt die Firma Unitymedia die durch ihre Entscheidungen verursachten Probleme auf dem Rücken seiner Kunden aus. 'Anständig' kann ich das nicht nennen! Zumal ich denke, dass die kundenunfreundliche Haltung, die UM hier bei dem IPv6/DS-Lite-Problem wahrscheinlich weniger ein auf das Problem einzugrenzender Einzelfall ist sondern dass diese Haltung eher einer Gesamtstrategie des Problemmanagements entspringt. Wenn eine Modem-Firmware mal nicht so läuft, wie sie laufen soll, wird UM also wahrscheinlich mit anderen Argumenten eine ähnlich kundenorientierte Haltung einnehmen.

Anständig gegenüber seinen Neukunden macht es z.B. die Telekom: Die haben von vornherein einen Weg für die IPv6-Einführung gewählt, bei dem die Neukunden, die mit IPv6 ausgestattet werden, über DualStack einen vollwertigen IPv4-Stack parallel erhalten.
Dadurch erleben Telekom-Neukunden durch die Umstellung keine bösen Überraschungen und Threads wie dieser sind für Telekom-Neukunden überflüssig.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon racoon » 15.02.2013, 16:20

Bin ganz deiner Meinung. :super:

Ich hatte UM auch darum gebeten, auf natives Dual Stack solange umzustellen. Aber was erhalte ich als Altkunde,der schon seit Jahren eine IPv4-Adresse hatte? Eine PDF, in der pauschal die Problematik über die kaum noch verfügbaren IPv4-Adressen erzählt wird und UM deshalb auf den V6-Zug aufgesprungen ist. Am nächsten Tag hatte ich übrigens das gleiche Schreiben über den postalischen Weg erhalten.
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