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Probleme mit Unitymedia und IPv6

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon BlueSkyX » 24.01.2013, 13:09

Genau das ist es nämlich. Es geht nicht um die Nichterfüllung von vertraglich zugesicherten Leistungen, sondern um die Nichterfüllung von Leistungen, die im Alltag als selbstverständlich angesehen werden (sowas ähnliches wie ein Gewohnheitsrecht). Eigentlich müsste UM in deren Verträgen meiner Meinung nah darauf hinweisen, dass man diese unter Umständen nicht erfüllt.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon johnnyboy » 24.01.2013, 14:08

Ja, das war jetzt nur mal so aus der Hüfte geschossen!
Deshalb hab ich ja auch dazu geschrieben, dass es wohl besser ist, vorher erst mal eine Kündigungsmöglichkeit aus Kulanz anzufragen. Weil, wenn man gleich so massiv losfeuert, muss man natürlich damit rechnen, dass die Gegenseite auch erst mal auf stur, bzw. noch sturer schaltet.

Ich bin kein Jurist, ich weiß nur, dass mein "Internet" mit UM jetzt nicht mehr vollständig nutzbar ist. Wie mein Vorschreiber das auch schon schreibt, so, wie man das halt gewohnt war. VPN ist ja nun kein - wie soll ich mal laienhaft sagen - "unüblicher" Dienst im Internet! Und UM schreibt ja auch selbst (in der Email), dass ein paar Dienste nicht oder nur eingeschränkt funktionieren.

Unter "Besondere Geschäftsbedingungen Internet und Telefonie" steht beispielsweise unter Punkt 1.1:
"1.1 Der Kabelnetzbetreiber gewährt dem Kunden im Rahmen seiner technischen, betrieblichen und rechtlichen Möglichkeiten nach Maßgabe der vertraglichen Bestimmungen für die Dauer des Vertragsverhältnisses einen Zugang zum Internet (nachfolgend "Internetanschluss").

Eine Beschränkung dieses "Zugangs zum Internet" sieht UM in Punkt 1.6 nur unter folgenden Bedingungen vor:
1.6 Der Kabelnetzbetreiber kann den Internetzugang sowie den Zugang zu den sonstigen Leistungen beschränken, sofern die Sicherheit des Netzbetriebes, die Aufrecherhaltung der Netzintegrität, der Schutz der Software oder der gespeicherten Daten, die Interoperabilität der Dienste oder Datenschutz dies erfordern.

Ob das so ausreichend ist, ob man da nicht hätte genauer auf mögliche Funktionseinschränkungen wegen Umstellung IPv4/IPv6 hinweisen müssen, die aufgrund der technischen Umsetzung seitens UM entstehen können, weiß ich nicht. Vielleicht könnte man hier schon eine Nichterfüllung annehmen, da der "Zugang zum Internet" (was ja irgendwie alles und nichts impliziert!) nicht vollständig funktioniert! Aber letztlich wird sich das nur anwaltlich klären lassen.
Vielleicht kann mal jemand bei seiner Rechtschutzversicherung (Anwaltshotline) nachfragen?!
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Baktosh » 24.01.2013, 14:46

Und genau darauf wollte ich hinaus.

UM sagt hier in 1.1. aus, das die vertragliche Leistung die zur Verfügungstellung einer Internetanbietung darstellt.
Oder besser ausgedrückt... Die reine zur Verfügungstellung der Anbindung. UMs Job ist also NUR dich ins Internet zu bekommen, weniger nicht aber auch nicht mehr.
Oder ganz plastisch... Wenn du surfen kannst ist UM's Job getan.

Der Punkt 1.6 sagt aus das UM die Möglichkeiten hat Störungen und Beeinträchtigung derer Infrastruktur(en) mit allen möglichen und notwendigen Mitteln zu beheben bzw. zu verhindern.
Heißt also nichts weiter als... Wenn du durch irgendwelche Hardware oder durch anderweitige Nutzungen das Netz von UM so stark beeinträchtigst das diese Infrastruktur oder andere Nutzer gestört, ge bzw. beschädigt werden... dann darf UM hier alles notwendige zur Abhilfe "auffahren".

Hier jetzt einen konkludenten Zusammenhang zwischen der IPv6 "Problematik" und der Sicherung der Netzinfrastruktur zu konstruieren... C'mon man (heimatlicher Ausspruch).

Auch wenn es für dich "gewohnheitsmäßige Nutzung" ist, ist es für andere Teilnehmer das nicht. Diese habe andere "gewohnheitsmäßige Nutzungen". UM kann nun aber nicht auf subjektive gewohnheitsmäßigkeiten Rücksicht nehmen. Denn derer gibt es zuviele und deswegen beschränken sich die ISP's halt auf den Terminus "der reinen zur Verfügungstellung der Anbindung". Alles was darüber hinaus geht ist ein nettes Goodie mehr aber auch nicht.

Vielleicht sollte hier wirklich jemand eine Anwaltliche Klärung herbeiführen. Evtl. hierzu auch einen "Interessenverband UM Geschädigter IPv6 Nutzer" im voraus gründen.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon BlueSkyX » 24.01.2013, 15:11

Baktosh hat geschrieben:Vielleicht sollte hier wirklich jemand eine Anwaltliche Klärung herbeiführen. Evtl. hierzu auch einen "Interessenverband UM Geschädigter IPv6 Nutzer" im voraus gründen.


Wer gerne über sowas berichtet - Teltarif.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Uwe_L » 24.01.2013, 15:50

Baktosh hat geschrieben:Vielleicht sollte hier wirklich jemand eine Anwaltliche Klärung herbeiführen. Evtl. hierzu auch einen "Interessenverband UM Geschädigter IPv6 Nutzer" im voraus gründen.

na ja, muss ja nicht gleich ein Anwalt sein... vielleicht reicht auch eine Anfrage an eine Verbraucherzentrale, was die dazu sagen.

Wie schon von anderen erwähnt würde das Thema aber deutlich an Fahrt gewinnen, wenn sich beispielsweise eine C't mal des Themas annehmen würde. Ich weiß nicht, ob die das einfach nicht auf dem Radar haben (und man ihnen also mal eine Klapps geben müsste) oder ob sie es für nicht hinreichend wichtig erachten... und das, obwohl Unitymedia wohl nicht der einzige große Player ist, der auf DS Lite setzt (Kabel Deutschland ja wohl auch...). Man muss ja auf C't Seite nicht gleich Partei ergreifen, aber eine sachliche Berichterstattung würde die IT-interessierte Öffentlichkeit etwas sensibilisieren....
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Baktosh » 24.01.2013, 18:18

Die ursächliche Frage die zu klären ist, ist ja...

Muss UM im Vorfeld einer Bestellung bzw. im Bestellprozess selber, wenn ein Internetanschluss mit gebucht wird, sicht und nicht übersehbar daraufhinweisen, das dieser nur mit IPv6 sowie DS-Lite Verfahren möglich ist und sich daraus folgende #Auflistung der Einschränkungen# ergeben

oder

Liegt es, wie sonst i.d.R. auch, im Verantwortungsbereich des jeweiligen Kunden sich im Vorfeld beim zuständigen Service zu erkundingen ob eine von Ihm unbedingt genutzte Technik mit dem von Ihm gewünschten Anschluss funktioniert.

Period!

Alles andere ist rein subjektiver BS
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon paul » 24.01.2013, 18:39

Baktosh hat geschrieben:Liegt es, wie sonst i.d.R. auch, im Verantwortungsbereich des jeweiligen Kunden sich im Vorfeld beim zuständigen Service zu erkundingen ob eine von Ihm unbedingt genutzte Technik mit dem von Ihm gewünschten Anschluss funktioniert.

Period!

Alles andere ist rein subjektiver BS


VPN ist eine übliche Technik und ein Netzbetreiber muss schon darauf hinweisen, das diese übliche Technik mit seinen IPv6-Anschlüssen nicht mehr funktioniert. Aus welchen Grund weist UM da wohl nicht drauf hin? Weil sich Neukunden dann ganz schnell eine andere Lösung suchen, bei denen sie auch weiterhin mit VPN arbeiten können.

Auch bei einem Tarifwechsel muss UM auf so etwas hinweisen. Ich hätte niemals gewechselt, wenn ich das zuvor gewusst hätte.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Uwe_L » 24.01.2013, 19:54

Baktosh hat geschrieben:Liegt es, wie sonst i.d.R. auch, im Verantwortungsbereich des jeweiligen Kunden sich im Vorfeld beim zuständigen Service zu erkundingen ob eine von Ihm unbedingt genutzte Technik mit dem von Ihm gewünschten Anschluss funktioniert.
ich könnte jetzt eine Menge Vergleiche aus anderen Feldern des täglichen Lebens bringen, und ich bin mir sicher, dass Du die Sache dann nicht mehr so entspannt auf den Kunden abwälzen würdest. Aber egal...

Ich halte es da wie paul, VPN-Dienste sind absolut üblich, viele Menschen arbeiten auch zuhause mal und mancher Arbeitgeber setzt schon fast voraus, dass man auch mal von zuhause auf Firmendaten zugreifen kann, was meist einen funktionierenden VPN-Zugang voraussetzt. XBox Spieler (ich gehöre nicht dazu...) gibt es auch mehr als eine Handvoll... Fernwartung ist schon mal ganz nett, wenn der elterliche PC mal wieder irgendwas hat, da will man auch nicht jedesmal hinfahren, und Erklärungen am Telefon dauern oft 10x länger als es gleich per Fernwartung selbst wieder in Ordnung zu bringen.

Die Liste der Dienste, die aktuell nur mit IPv4 oder Dual Stack funktionieren ist nicht so exotisch... ich würde das schon als Mainstream bezeichnen.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon jcoder » 24.01.2013, 20:12

Ich würde gar nicht über die Üblichkeit meiner Nutzung gehen. Ich denke, 80 Prozent aller Anwender benötigen keine eingehenden Datenpakete (weder IPv4 noch IPv6). Wenn ich mich auf die Diskussion über 'übliche Nutzung' einlasse, stehe ich also auf dünnem Eis.

Wenn ich klagen wollte, würde ich über die 'übliche Beschaffenheit' eines Produktes gehen.
Die eigentliche Frage ist doch: Welche marktübliche Beschaffenheit kann ich von einem Produkt x beim Kauf erwarten.

Und da ist es recht eindeutig: Bislang war es auf dem Festnetz-Markt üblich, bidirektional nutzbare Internet-Anschlüsse, die über IPv4 angebunden sind, zu vermarkten. Das war nicht nur beim Wettbewerb mit DSL-Anschlüssen so- auch Unitymedia hat seine Anschlüsse mit dieser Beschaffenheit vermarktet.

Wenn mein Nachbar also von Unitymedia mit einem Anschluss mit dieser Beschaffenheit ausgerüstet wurde, durfte ich als normal informierter Kunde davon ausgehen, dass auch mein Anschluss in der Lage sein wird, mit dem Anschluss meines Nachbarn ohne besondere Vorkehrungen bidirektional zu kommunizieren.

Diese Eigenschaft des Produktes hat Unitymedia stillschweigend und Markt-unüblich entfernt.

Auch ich hätte das Produkt übrigens nicht gekauft, wenn mir diese Einschränkung bekannt gewesen wäre. Meine Erwägung war damals, da DSL-Versorgung an meinem Wohnort zu schlecht ist (max. 2MBit):
LTE Produkt oder Festnetzanschluss über Kabel.
Bei Mobilen-Internetanbindungen ist es marktüblich, IPv4-Verbindungen mit Carrier-Grade-Natting anzubinden. Gerade weil es im Festnetz nicht üblich ist, habe ich mich für den Kabelanschluss entschieden- und genau das bekommen, was ich nicht wollte.
Zuletzt geändert von jcoder am 24.01.2013, 20:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon paul » 24.01.2013, 20:15

Lassen wir mal die Xbox aussen vor ...

Was bitteschön machen die Leute, die nun dank UM von aussen nicht mehr auf ihre Heizungssteuerung zugreifen können? Gerade jetzt im Winter ein interessantes Thema. Das ist auch kein Thema, das mit dem obligatorischen Hinweis auf einen Businessanschluss abgespeist werden könnte.
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