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Probleme mit Unitymedia und IPv6

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon curcuma » 02.03.2014, 18:00

Und es geht doch – kostenlose Umstellung von IPv6 auf IPv4 !!!!

Ich bin seit Ende 2012 Kunde bei UM und habe damals eine FB6320 sowie IPv6 erhalten. Ein Wechsel auf IPv4 wurde trotz mehreren telefonischen/schriftlichen Versuchen kategorisch abgelehnt.

Habe den Vertrag vor einigen Monaten (etwa ein halbes Jahr vor Vertragsende) gekündigt. Wurde dann vor etwa einem Monat von einer Kundenrückgewinnungsabteilung (oder so ähnlicher Name) angerufen wo man mir jeden Wunsch erfüllt hat:

Neben Neukundenkonditionen bei Vertragsverlängerung (Wechsel von bisher 2Play 50 auf 2Play PLUS 100 mit doppelter Geschwindigkeit) habe ich kostenlos eine 6360 erhalten (nur 10 Euro Verandkosten und kostenloser Rückversand der 6320, keinerlei zustäzlichen Aktivierungsgebühren oder ähnliches) UND für die Comfort-Option muss ich während der Mindestvertragslaufzeit nichts bezahlen d. h. erhalte vorab (!) die kompletten 120 Euro für 24 Monate Comfort-Option erstattet!

Das Beste zum Schluss: jetzt auf einmal soll es im Rahmen der Vertragsverlängerung mit Tarifwechsel kein Problem sein auf IPv4 zu wechseln – was früher so energisch abgelehnt wurde! Begründung: „Sie sind Bestandskunde und dann ist das kein Problem, nur bei Neukunden geht das nicht.“.

Habe jetzt seit wenigen Tagen die 6360 mit der 100 MBit-Leitung sowie „richtiges“ IPv4 :D
UM 2PlayPLUS 100 + Comfort-Option, Fritz!Box 6360, Gigaset S68H (via DECT angeschlossen).
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 02.03.2014, 21:23

curcuma hat geschrieben:Und es geht doch – kostenlose Umstellung von IPv6 auf IPv4 !!!!

Ich bin seit Ende 2012 Kunde bei UM und habe damals eine FB6320 sowie IPv6 erhalten.

Ich meine Ende 2012 hättest Du aber eh zumindest mit 100 MBit/s auch noch eine IPv4 erhalten.
Richtig brenzlig wurde die Sache erst im Laufe des Jahres 2013.

curcuma hat geschrieben:Habe den Vertrag vor einigen Monaten (etwa ein halbes Jahr vor Vertragsende) gekündigt. Wurde dann vor etwa einem Monat von einer Kundenrückgewinnungsabteilung (oder so ähnlicher Name) angerufen wo man mir jeden Wunsch erfüllt hat:

Ich denke mal, das ist jetzt nicht unbedingt die Lösung, erst einmal 2 Jahre abzusitzen, um dann IPv4 zur Bedingung für eine Verlängerung machen zu können ;)

curcuma hat geschrieben:Habe jetzt seit wenigen Tagen die 6360 mit der 100 MBit-Leitung sowie „richtiges“ IPv4 :D

Und falls Du Dir damals für außerhalb einen SixXS-Tunnel zugelegt hast, kannst Du den nun in der 6360 eintragen (oder einen zusätzlichen dafür beantragen) und hast dann sogar vollwertigen Dual Stack :)
Receiver/TV:
  • Vu+ Duo² 4xS2 / OpenATV 5.3@Samsung 50" Plasma
  • AX Quadbox HD2400 2xS2 / OpenATV 6.0@Samsung 32" TFT
  • 2xVu+ Solo² / OpenATV 6.0
  • DVBSky S2-Twin PCIe@SyncMaster T240HD (PC)
  • TechniSat SkyStar HD2@17" (2.PC)
Pay-TV: Schwarzfunk, Redlight Elite Mega HD, Brazzers, XXL, HD-, Sky
Fon: VF Komfort-Classic (ISDN), Siemens S79H+S1+Telekom Modula+Siedle DoorCom Analog@F!B 7390
Internet: UM 1play 100 / Cisco EPC3212+Linksys WRT1900ACS / IPv4 (UM) + IPv6 (HE)
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon curcuma » 03.03.2014, 02:15

SpaceRat hat geschrieben:Ich meine Ende 2012 hättest Du aber eh zumindest mit 100 MBit/s auch noch eine IPv4 erhalten.
Richtig brenzlig wurde die Sache erst im Laufe des Jahres 2013.


Davon weiß ich nichts bzw. hat man mir damals auch nicht als Möglichkeit angeboten um auf IPv4 zu wechseln. Ich hatte bis vor wenigen Tagen 2Play50 und jetzt 2PlayPLUS100.

SpaceRat hat geschrieben:Ich denke mal, das ist jetzt nicht unbedingt die Lösung, erst einmal 2 Jahre abzusitzen, um dann IPv4 zur Bedingung für eine Verlängerung machen zu können ;)


"Die" Lösung gibt es nicht solange UM nicht schnell und unkompliziert jeden auf IPv4 umstellt der das auch will. Es ist aber eine mögliche Lösung um zumindest zu einem späteren Zeitpunkt zu IPv4 zu wechseln. Auch habe ich keine 2 Jahre abgesessen sondern nur etwas mehr als 1 Jahr da damals Mindestvertragslaufzeit 12 Monate + Freimonate (im meinem Fall damals 6). Der alte Vertrag sollte noch bis Mitte diesen Jahres laufen aber durch die Vertragsverlängerung läuft jetzt schon seit 1.3. der neue Vertrag für 24 Monate.

SpaceRat hat geschrieben:Und falls Du Dir damals für außerhalb einen SixXS-Tunnel zugelegt hast, kannst Du den nun in der 6360 eintragen (oder einen zusätzlichen dafür beantragen) und hast dann sogar vollwertigen Dual Stack


Fragt sich nur ob ich dadurch richtiges IPv4 hätte? Würden damit auch Anwendungen wie z. B. Fernwartungssoftware (NSM die nur v4 unterstützt und eine saubere Direktverbidnung zwischen den Clients/Hosts und Server/Remote benötigt) laufen?

Wie auch immer...es ist sicherlich nicht die ideale Lösung aber halt eine Möglichkeit für Endverbraucher (für Business-Kunden soll v4 generell kein Problem sein) um zumindest früher oder später von IPv6 an IPv4 zu gelangen.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 03.03.2014, 02:59

curcuma hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Und falls Du Dir damals für außerhalb einen SixXS-Tunnel zugelegt hast, kannst Du den nun in der 6360 eintragen (oder einen zusätzlichen dafür beantragen) und hast dann sogar vollwertigen Dual Stack

Fragt sich nur ob ich dadurch richtiges IPv4 hätte?

Nein, denn IPv4 hast Du ja jetzt eh schon. Aber Du hättest zusätzlich richtiges IPv6, also Dual Stack.

Die Aussage bezog sich ja auf das "jetzt". Jetzt hast Du ja von UM IPv4, aber eben auch nur IPv4.
D.h. Du könntest mit Deinem jetzigen Anschluß Deinen Anschluß von "früher" nicht erreichen, umgekehrt wäre es schon gegangen ...

Insofern ist Dein jetziger Anschluß eingeschränkter als der alte ...
Eine Einschränkung, die Du aber durch einen solchen Tunnel beseitigen könntest.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon curcuma » 03.03.2014, 15:06

SpaceRat hat geschrieben:
curcuma hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Und falls Du Dir damals für außerhalb einen SixXS-Tunnel zugelegt hast, kannst Du den nun in der 6360 eintragen (oder einen zusätzlichen dafür beantragen) und hast dann sogar vollwertigen Dual Stack

Fragt sich nur ob ich dadurch richtiges IPv4 hätte?

Nein, denn IPv4 hast Du ja jetzt eh schon. Aber Du hättest zusätzlich richtiges IPv6, also Dual Stack.

Die Aussage bezog sich ja auf das "jetzt". Jetzt hast Du ja von UM IPv4, aber eben auch nur IPv4.
D.h. Du könntest mit Deinem jetzigen Anschluß Deinen Anschluß von "früher" nicht erreichen, umgekehrt wäre es schon gegangen ...

Insofern ist Dein jetziger Anschluß eingeschränkter als der alte ...
Eine Einschränkung, die Du aber durch einen solchen Tunnel beseitigen könntest.


Ach so...aber IPv6 weine ich keine Träne nach und wer braucht es aktuell wirklich - wohl kaum jemand. Zwar soll das v6 sich irgend wann mal durchsetzen aber fakt ist, dass es teilweise mehr Schlecht als Recht läuft und immer noch als exotisch angesehen wird. Selbst im "Mutterland des Internets" nutzt meines Wissens nach kein Provider v6 - jedenfalls nicht bis zum Endkunden. Von daher bin ich der Meinung, dass man aktuell und auch sicherlich noch die nächsten 2-3 Jahre viel besser mit v4 fährt als v6. Auch viele Webeiten (insbesondere Foren wie übrigens auch dieses hier) laufen mit v6 nicht einwandfrei. Bei vielen Foren wird man ständig ausgeloggt sobald sich die v4 ändert - und das passiert bei UM mit DSL-Lite oft alle 1-2 Minuten oder gar noch kürzer. Abgesehen davon gibt es wohl keinen VPN-Anbieter der v6 unterstützt. Mit unterstützt meine ich, dass auch die v6-Adresse voll anonymisiert/ersetzt wird. Man surft dann über einen Proxy-Server mit einer anonymen v4-Adresse aber ist weiterhin sofort anhand der v6 identifizierbar und kann sich das ganze dann komplett sparen (falls man anonym surfen/downloaden o. ä. will).

Wie gesagt: ich betrachte das nicht Vorhandensein von v6 aktuell keineswegs als Einschränkung sondern eher als Segen :zwinker:
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon boba » 03.03.2014, 18:48

Meine Erfahrungen bezüglich IPv6:
Als Altkunde habe ich natives IPv4, eine Fritz!Box 6360 und nutze IPv4 auch zum Fernzugriff auf mein System zuhause. Kürzlich habe ich mir einen Sixxs IPv6 Tunnel zugelegt und war freudig überrascht, wie verwendbar die IPv6 Unterstützung in der Fritzbox ist.

Spasseshalber habe ich meine Kisten im lokalen Netz alle IPv6-fähig gemacht soweit sie das noch nicht waren (neben meinem Windows 7 Arbeitsrechner habe ich als Bastler noch ein paar virtuelle Linux-Maschinen unter dem kostenlosen vmware ESXi laufen), und was soll ich sagen, das lief einfach. Ein bißchen Bastelarbeit noch am DNS Server, den ich ebenfalls lokal am laufen habe und nicht den vom Provider zugewiesenen verwende, und man merkt absolut sofort, dass IPv6 mit einer der größten Krücken des IPv4 Systems aufräumt: dem NAT. Wenn ich die IPv6 Firewall auf der Fritzbox für eine meiner Maschinen:Ports aufmachen würde, wären die erreichbar - kein abstruses Portforwarding mehr, kein Adress- und Portgedrängel. Und man hat einen gigantischen Adressraum fürs private Netz, kein Gefuddel und kein Kampf um jedes einzelne Bit für die Subnets mehr. Vor allem gibs ne anständige Autokonfiguration.

IPv4 und der IPv6 Tunnel zusammen laufen gut. Teilweise über IPv6, teilweise über IPv4, je nachdem was die Gegenstelle kann.

Allerdings fürchte ich, dass die direkte Adresszuordnung wieder von den Providern kaputtgemacht wird, indem die ihren Kunden bei jeder neuen Einwahl oder sogar alle paar Tage einen neuen ipv6 prefix zuordnen. Das ist natürlich der Horror für SoHo Netze, in denen beispielsweise für Windows Active Directory Netze ein DNS Server läuft und sich die IP Adressen aller Maschinen im Netz ständig von extern ändert. Wie soll man sowas intern abbilden?

Aktuell gibts von Sixxs sogar die Möglichkeit, reverse DNS lookup zu konfigurieren - das wird es wohl für Consumer-Anschlüsse nicht geben bzw. solche minderwichtigen Sachen, die über die reine Connectivity hinausgehen, düften noch auf Jahre hinaus nicht verfügbar sein.

Jedenfalls suche ich noch nach "best practice" Infos, wie man sein lokales Netz zusätzlich mit IPv6 zusätzlich zu IPv4 ausstattet. Gerade wenn man mehr als nur den Router als zentrales Multifunktionsgerät mit DNS+DHCPv6 laufen hat, sondern einige dieser Dienste stattdessen lokal im Netz auf anderen Maschinen bereitstellt. Da gibts noch nicht allzu viel know-how im Netz zu lesen. Diverse Probleme, die ich bei mir lokal gefunden habe, sind auch in vielen Artikeln im Netz zu finden, teilweise sind die schon vor 10 Jahre bemerkt worden, nur eine praktische Lösung dazu nicht und keine konkreten Vorgaben wie man solche Netze aufzieht. Ich denke, das ganze kann erst dann so richtig reifen, wenn die Verbreitung von IPv6 größer wird.

"Minderwertig" ist IPv6 aber in keinster Weise. Eher die IPv4-Unterstützung beim Einsatz von DS-Lite.

Erreichbarkeit von IPv6 auf Seiten der Server im Internet ist allerdings auch alles andere als verbreitet. Ich habe meinen Web-/Mailserver, auf dem ich meine eigene domain hoste, IPv6-fähig gemacht, und da habe ich dann gesehen, dass von den Mailprovidern praktisch nur Google und freenet via IPv6 ausliefert bzw. erreichbar ist. IPv6-fähige Webseiten, die ich persönlich nutze, habe ich nur heise.de (und Google) gefunden.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 03.03.2014, 21:41

curcuma hat geschrieben:Ach so...aber IPv6 weine ich keine Träne nach und wer braucht es aktuell wirklich - wohl kaum jemand.

Tjor, das ist genau das, was ich meine.

Nur weil es verkrüppelte Anschlüsse wie Deinen jetzigen gibt, hast Du Deinen vorherigen überhaupt als Einschränkung empfunden.

Sobald die veralteten IPv4-only-Anschlüsse ausgerottet sind, spielt es überhaupt keine Rolle mehr, ob man auf das veraltete IPv4 über CGN zugreift oder nicht.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon SpaceRat » 03.03.2014, 22:41

boba hat geschrieben:Als Altkunde habe ich natives IPv4, eine Fritz!Box 6360 und nutze IPv4 auch zum Fernzugriff auf mein System zuhause. Kürzlich habe ich mir einen Sixxs IPv6 Tunnel zugelegt und war freudig überrascht, wie verwendbar die IPv6 Unterstützung in der Fritzbox ist.

In der Tat.

boba hat geschrieben:Wenn ich die IPv6 Firewall auf der Fritzbox für eine meiner Maschinen:Ports aufmachen würde, wären die erreichbar - kein abstruses Portforwarding mehr, kein Adress- und Portgedrängel. Und man hat einen gigantischen Adressraum fürs private Netz, kein Gefuddel und kein Kampf um jedes einzelne Bit für die Subnets mehr. Vor allem gibs ne anständige Autokonfiguration.

Aus dem Grund habe ich bei mir auch alles auf IPv6 umgestellt, was umzustellen geht. Ich kann all meine Geräte zuhause von unterwegs aus unter ihrem eigenen Hostname erreichen statt über irgendeinen Mittelsmann (Den port-forwardenden Router), bei dem ich immer überlegen muß, auf welchen Port ich jetzt den Web-Server von Gerät x,y oder z umgebogen habe.

boba hat geschrieben:IPv4 und der IPv6 Tunnel zusammen laufen gut. Teilweise über IPv6, teilweise über IPv4, je nachdem was die Gegenstelle kann.

Eben.
Beim ausgehenden Traffic ist die Migration absolut nahtlos. Hat man beides, wird bevorzugt IPv6 genutzt, aber wenn die Gegenseite das nicht kann, wird halt auf IPv4 zurückgegriffen.
Für den eingehenden Traffic kann man wunderbar die einfachen Freigaben von IPv6 nutzen, wobei man an einem "Dual Stack"-Anschluß natürlich den Vorteil hat, auch noch das Raffel-NAT von IPv4 als Fallback zu haben, wobei man das wirklich nach und nach als den Sch... empfindet, der es ist.

Aber wer nach dem eindrucksvollen Beweis, daß IPv4 am Ende ist, immer noch mit einem kastrierten Anschluß zufrieden ist, der hat es irgendwie auch verdient jetzt noch eine mittlere Zeitspanne in dieser Scheinwelt zu leben und dann voll gegen den Schrank zu laufen.

DS-lite ist ein reines IPv4-Problem, es ist das damit verbundene IPv4-Doppel-NAT, welches die Probleme macht. Insofern müßte der Thread auch eigentlich "Probleme mit IPv4-CGN" heißen.

Diese Tatsache wird aber wohl für einige erst dann zur Erkenntnis werden, wenn es beim Zugriff aufs Netz zwangsläufig zu immer mehr Problemen kommt:
Auch die diversen Hoster kriegen keine/kaum noch IPv4-Adressen, d.h. Web-Präsenzen werden IPv4-mäßig durch immer mehr vhosts auf immer weniger IPv4-Adressen gebündelt und es ist absehbar, daß man irgendwann, in gar nicht so ferner Zukunft, für eine IPv4-Adresse extra bezahlen wird. Spätestens dann werden sich IPv4-only-Anschlüsse, IPv4-only-Hardware (insb. Router) usw. rächen.


boba hat geschrieben:Allerdings fürchte ich, dass die direkte Adresszuordnung wieder von den Providern kaputtgemacht wird, indem die ihren Kunden bei jeder neuen Einwahl oder sogar alle paar Tage einen neuen ipv6 prefix zuordnen. Das ist natürlich der Horror für SoHo Netze, in denen beispielsweise für Windows Active Directory Netze ein DNS Server läuft und sich die IP Adressen aller Maschinen im Netz ständig von extern ändert. Wie soll man sowas intern abbilden?

Die deutschen Präfixe (dynamisch) sind ein Horror vor dem Herrn, das stimmt.
Da fischen amerikanischer und britischer Geheimdienst unseren gesamten Traffic und Telefonverkehr ab und alles was irgendwelchen "Datenschützern" (Das sind Verwaltungsangestellte, welche durch "Handauflegung" zum Experten ernannt wurden ...) einfällt sind "dynamische Präfixe" und verschleierte Aussenansichten von Häusern ("Blurmany" in Google StreetView) als Schutz der Privatsphäre, ich muß mal kurz kotzen.

Allerdings gibt es noch einen anderen Haken bei der Verwendung der normalen öffentlichen IPv6-Adresse im Intranet:
Du kannst zwar theoretisch dafür sorgen, daß das Präfix immer verteilt wird, selbst wenn die Internet-Verbindung ausfällt. In der Regel ist das aber nicht so und es ist auch nicht so sinnvoll, wie es scheinen mag.
Domains kann man mitnehmen, wenn man sie mal registriert hat, die IP-Ranges aber gehören dem Provider. D.h. wenn SixXS irgendwann mal sagt "Inzwischen kann jeder der will eine IPv6 vom Provider erhalten, unsere Arbeit ist getan, wir machen zu", dann kriegst Du im Anschluß zwangsläufig von Deinem Provider ein anderes Präfix und mußt umkonfigurieren.

Das bedeutet, daß Du auch keine routingfähigen Adressen im Heimnetz hast, solange die Internet-Verbindung nicht steht. Dem kann man aber abhelfen!

In der Fritz!Box gibt es ja die Option "Netzwerk -> Netzwerk-Einstellungen -> IPv6-Einstellungen -> Unique Local Adresses".
Die steht standardmäßig auf "Unique Local Addresses (ULA) zuweisen, solange keine IPv6-Internetverbindung besteht (empfohlen)". Mit dieser Einstellung haben Deine Geräte im Heimnetz immer eine IPv6-Adresse und zwar entweder eine öffentliche (Solange eine Verbindung besteht) oder eine ULA.
Daraus folgend lassen sich die Geräte (Also z.B. nas.fritz.box) im Heimnetz auch immer auf eine IPv6-Adresse auflösen. Bei Verwendung von Hostnames sollte also jederzeit eine Verbindung möglich sein.

Du kannst aber auch - und das ist meine Präferenz - diese Option umstellen auf "Unique Local Addresses (ULA) immer zuweisen", dann wird das ULA-Präfix immer advertised, d.h. alle Geräte haben i.d.R. zwei IPv6-Adressen (öffentlich+ULA) und im Fall einer fehlenden Verbindung immer noch die ULA.
Da aber nun die ULA dauerhaft ist, kann diese nun an Stellen verwendet werden, wo eine IP statt einer Adresse eingegeben werden muß/soll.

Der größte Show-Stopper im Heimnetz sind die diversen Geräte mit embedded Linux, die oftmals immer noch den sehr alten Samba 3.0.37 verwenden, welcher kein IPv6 kann. Auf der Fritz!Box werkelt zwar auch Samba 3.0.37, aber AVM hat extra den IPv6-Support aus Samba 3.3.x auf Samba 3.0 zurückportiert, so daß der Samba der Fritz!Box IPv6 kann ...

boba hat geschrieben:Erreichbarkeit von IPv6 auf Seiten der Server im Internet ist allerdings auch alles andere als verbreitet. Ich habe meinen Web-/Mailserver, auf dem ich meine eigene domain hoste, IPv6-fähig gemacht, und da habe ich dann gesehen, dass von den Mailprovidern praktisch nur Google und freenet via IPv6 ausliefert bzw. erreichbar ist. IPv6-fähige Webseiten, die ich persönlich nutze, habe ich nur heise.de (und Google) gefunden.

... dieses Forum ...
Es stimmt schon, die Migration wird schon immer noch verschleppt, aber ich beobachte auch, daß IPv6 durchaus zunimmt.
Ich habe mir mal die Erweiterung "IPvFoo" im Chrome installiert, dadurch sehe ich in der Adressleiste direkt, ob ich auf eine Seite per IPv6 oder per IPv4 zugreife. Dadurch ist mir auch sofort aufgefallen, daß z.B. http://www.gas-tankstellen.de/ auf einmal per IPv6 erreichbar war oder z.B. bei der Recherche wegen unserer Kaninchen die Seite dieser Tierärztin usw. usf.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon curcuma » 04.03.2014, 11:53

SpaceRat hat geschrieben:Nur weil es verkrüppelte Anschlüsse wie Deinen jetzigen gibt, hast Du Deinen vorherigen überhaupt als Einschränkung empfunden.

Sobald die veralteten IPv4-only-Anschlüsse ausgerottet sind, spielt es überhaupt keine Rolle mehr, ob man auf das veraltete IPv4 über CGN zugreift oder nicht.



Dann sind nach Deiner Theorie aktuell weit über 95% aller Anschlüsse auf der Welt verkrüppelt und veraltet.
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Re: Probleme mit Unitymedia und IPv6

Beitragvon Knifte » 04.03.2014, 12:03

curcuma hat geschrieben:Dann sind nach Deiner Theorie aktuell weit über 95% aller Anschlüsse auf der Welt verkrüppelt und veraltet.


Naja, genau so ist es aber wohl.
Viele Grüße

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