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Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
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Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon s.g. » 03.07.2011, 23:21

Hallo zusammen,

habe eine Frage an die Spezialisten des Forums :smile: ;

Die Mietergemeinschaft unseres Hauses interessiert sich für den Internetzugang über Kabel, da die hier über DSL erzielbaren Bandbreiten für die meisten nicht mehr ausreichen.

Nun stellt sich folgendes Problem:

Ursprünglich wurde im Haus Kabel-TV verwendet, eine Baumstruktur mit 5 Zuleitungen für insgesamt 11 Wohnungen. Mittlerweile wird die Verkabelung für eine Unicable-SAT-Anlage verwendet. (3x Technisat TechniRouter + entsprechende Dosen in allen Wohnungen (RV 600))

Meine Frage:

Wäre es möglich das Kabelsignal in die bestehende Anlage einzukoppeln? Rein HF-technisch liegt der im Kabelnetz genutzte Frequenzbereich doch unter den vom Unicable-System genutzten Frequenzen.. Falls ja, welche Bauteile wären hier erforderlich?, könnte mir vorstellen das der Rückkanal der Modems auf dem Weg zur SAT-Hardware ausgefiltert werden muss. Darüber hinaus müssten auch die Dosen gegen Modelle mit doppelten F-Stecker getauscht werden.

Hat jemand von euch ein solches Mischsystem im Einsatz?

Anbei ein Bild der bestehenden Installation:

http://dl.dropbox.com/u/9913572/Cable/Foto-2.JPG

Danke und Gruß,

André
s.g.
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon SpaceRat » 04.07.2011, 05:40

s.g. hat geschrieben:habe eine Frage an die Spezialisten des Forums :smile: ;

Die Mietergemeinschaft unseres Hauses interessiert sich für den Internetzugang über Kabel, da die hier über DSL erzielbaren Bandbreiten für die meisten nicht mehr ausreichen.

Vernünftig.

s.g. hat geschrieben:Ursprünglich wurde im Haus Kabel-TV verwendet, eine Baumstruktur mit 5 Zuleitungen für insgesamt 11 Wohnungen. Mittlerweile wird die Verkabelung für eine Unicable-SAT-Anlage verwendet. (3x Technisat TechniRouter + entsprechende Dosen in allen Wohnungen (RV 600))

Auch vernünftig *g*

s.g. hat geschrieben:Wäre es möglich das Kabelsignal in die bestehende Anlage einzukoppeln? Rein HF-technisch liegt der im Kabelnetz genutzte Frequenzbereich doch unter den vom Unicable-System genutzten Frequenzen.. Falls ja, welche Bauteile wären hier erforderlich?, könnte mir vorstellen das der Rückkanal der Modems auf dem Weg zur SAT-Hardware ausgefiltert werden muss.

Letztlich einfach nur primitive Frequenzweichen an beiden Enden des Kabels in die Wohnung.
Im Keller werden der Frequenzbereich vom Kabel (5 bis 860 MHz) und vom Sat (960-2250) auf ein Kabel vereint, in der Wohnung müßte eine zweite Weiche sie wieder trennen, damit sie auf Dosen aufgelegt werden können.

s.g. hat geschrieben:Darüber hinaus müssten auch die Dosen gegen Modelle mit doppelten F-Stecker getauscht werden.

Nein, es müßten schon getrennte Dosen her, denn nur weil man an einer Sat-Dose mit F-Anschluß den F-Stecker vom Kabel-Modem dranschrauben könnte, bedeutet das noch lange nicht, daß die Dose an diesem Anschluß auch den richtigen Frequenzbereich durchläßt.

Beispiel Kathtrein ESD32:
Eingang 1: FM/TV (47-862 MHz) + SAT (950-2400 MHz)
Eingang 2: FM/TV/SAT (47-2400 MHz)
Wie man sieht, fehlt der Bereich von 5-47 MHz an allen Anschlüssen, das sind aber genau die Frequenzen, die für den Rückkanal benötigt werden.

Die GEDU-15 läßt zwar an jeder Buchse 5-2500 MHz durch, hat aber eben nur die klassischen TV/Radio-Anschlüsse. Das würde also zwangsläufig zu einer Bestückung mit T-Adapter, Belling-Lee-auf-F-Adapter und ähnlichem Kram führen, da höre ich schon das 7.1-Surround-K*tzen von allen UM-Niederlassungen und durch den Techniker vor Ort ...

Langer Rede, kurzer Sinn: Mir ist keine "Kombi-Dose" bekannt, die das leisten könnte, also Sat-Signale einerseits und BK-Signale inkl. DOCSIS-Rückkanal an geeigneten Anschlüssen zur Verfügung zu stellen. Da müßte also schon in jeder Wohnung eine weitere Weiche her, die die beiden Signale wieder trennt, damit sie danach auf zwei getrennte und jeweils geeignete Dosen aufgelegt werden.

Da sind wir aber auch schon beim zweiten Problem: Es gibt kein eigenes Kabel für jede Wohnung, sondern 5 für 11, das heißt also, daß sich rechnerisch je zwei Wohnung ein Kabel teilen, an einem Kabel hängen sogar drei Wohnungen. Es würde mich wundern, wenn es auch nicht auch mindestens zwei TV-Dosen je Wohnung sind Wohnen+Kinder o. Wohnen+Schlafen oder gar Wohnen+Kinder+Schlafen=drei.
Da würde unter Umständen schon kein Internet mehr drauf geschaltet werden, wenn es das Sat-Problem nicht gäbe, denn die KNB fordern für Internet zumindest halbwegs unverzweigte/kaskadierte Sterne.

Resümee:
Im Prinzip könnte das funktionieren, ist aus Sicht von UM aber Murks. Die werden das so wahrscheinlich nicht aufschalten.
Man kann natürlich den Versuch wagen, sich den Anschluß im Keller anlegen zu lassen, da geht das ja noch sauber, und dann selber wie beschrieben zu murksen:

Code: Alles auswählen
Sat ------------Frequenz ________________ T  _____________________ || ________________ T _________________|||_____________________Frequenzweiche --- Sat-Dose
BK ------------ -Weiche                   |                                            |                                                   |
                                          |                                            |                                                  MMD-BK-Dose
                                  Frequenzweiche                                 Frequenzweiche
                                  |            |                                |            |
                            Sat-Dose          MMD-BK-Dose                      Sat-Dose     MMD-BK-Dose



Wobei:

II bzw. III = nächste Wohnung, bei nur zwei Wohnungen natürlich entsprechend kürzer
T = Normaler Abzweig ohne Filter

Bedenke, daß auch die Abzweiger Dämpfung reinbringen und mindestens die Kabel-Internet-Nutzer dazu auch noch die Frequenzweiche mit ihrer Dämpfung kriegen. Ggf. müssen also auch noch alle Dosen gegen welche mit geringerer Dämpfung getauscht werden, um diese neuen Bauteile zu kompensieren ... wenn es noch was zu kompensieren gibt.

Also ich mach ja viel mit, aber insgesamt betrachtet gruselt es mich bei dieser Lösung schon. Ihr solltet lieber erstmal prüfen, ob sich nicht die ein oder andere WE auch getrennt versorgen läßt, also durch Kabeltausch.

s.g. hat geschrieben:Hat jemand von euch ein solches Mischsystem im Einsatz?

Ja, ich mit einem sauberen Extra-Kabel für Kabel-Internet, also nein :)
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon ernstdo » 04.07.2011, 10:05

Da sollte man sich lieber einen ungenutzten möglichst schon für Kabelverlegung vom Schornsteinfeger freigegebenen Schornstein/ Abzug suchen, Loch rein, neues Koaxkabel in Keller fallen lassen, Richtung Hausübergabepunkt verlegen, 1 oder 2 Play bestellen, Techniker kommen lassen, installiert Verstärker und Multimediadose/n und gut ist .....
Kabel verlegen kann man ja auch selbst und so ist es bestimmt günstiger als wenn man einen Fachmann fürs umstricken der bestehenden Anlage holen muß und es ggf. nachher doch zu Problemen kommt ....
Ne separate Dose an anderer Stelle ist sowieso besser als wenn man in der Nähe des Fernseher und sonstigen AV Gedöns auch noch ein Modem einen Router und ein Telefon anschließen muß bzw. rumliegen/ stehen hat ......
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon SpaceRat » 04.07.2011, 10:47

ernstdo hat geschrieben:Da sollte man sich lieber einen ungenutzten möglichst schon für Kabelverlegung vom Schornsteinfeger freigegebenen Schornstein/ Abzug suchen, Loch rein, neues Koaxkabel in Keller fallen lassen, Richtung Hausübergabepunkt verlegen, 1 oder 2 Play bestellen, Techniker kommen lassen, installiert Verstärker und Multimediadose/n und gut ist .....

Deshalb wies ich ja auch darauf hin, ob es nicht doch denkbar wäre, die Verkabelung zu ergänzen :)

Bei der Bastelei mit den Weichen etc. pp. ist es ja nun nicht ganz abwegig, daß man ansonsten Besuch von Dinniz oder einem Kollegen kriegt, der das wieder abklemmt, weil es Ingress verursacht *g*

Allerdings hat man lange nicht in jedem Haus besagten ungenutzten Zug. Eigentlich sogar eher nur in Altbauten ...
Häuser, die von Anfang an mit Zentralheizung geplant wurden, brauchten nie mehr einen Zug für selbige und haben daher auch selten mehr als einen, ggf. noch einen zweiten für einen Kamin. Man darf ja nicht vergessen, daß man die ganzen schönen leeren Züge den ursprünglich einzelnen Holz-/Kohleöfen je Raum verdankt, wenn sie einer Zentralheizung gewichen sind.

ernstdo hat geschrieben:Ne separate Dose an anderer Stelle ist sowieso besser als wenn man in der Nähe des Fernseher und sonstigen AV Gedöns auch noch ein Modem einen Router und ein Telefon anschließen muß bzw. rumliegen/ stehen hat ......

Finde ich auch, aber manche Leute stehen drauf. Mein Trauzeuge wollte seine Fritz!Box unbedingt hinter den Wohnzimmerschrank schmeißen, obwohl es verlegungstechnisch sogar umständlicher war und ihn auch noch Bandbreite kostet (echtes RAM an mieser Leitung bei mieser Hausverkabelung). Ein Mitschreiber hier im Forum will seinen Router gar im Esszimmer haben ...
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon Desperados-1984 » 04.07.2011, 12:16

das ist eigentlich ganz einfach, hab ich selber bei mir in Betrieb. Im Keller muss nur das Kabelsignal mit einer Weiche in die vorhandene Verkabelung eingespeißt werden. Oben im Zimmer brauch zur Auskopplung keine zweite Weiche benutzt werden. entweder diese Dose verbauen: http://www.astro-kom.de/de/produkte/pro ... mmd_7_sat/ oder eine MMD mit in den Strang dazwischen oder ans Ende anklemmen. Das wars. Bei mir sitzt einfach am Ende eines der Stränge eine MMD.

Bestellt doch einfach 2Play, der Techniker sollte euch das schon passend einrichten. Der hat wohl Weichen und passende Dosen mit.
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon Dinniz » 04.07.2011, 12:20

Die Dose hat allerdings eine Anschlussdämpfung bei 860 MHz von 30dB.
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon Desperados-1984 » 04.07.2011, 14:33

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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon Dinniz » 04.07.2011, 14:42

sieht besser aus.
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Re: Kabel-Internet und Unicable-SAT-Anlage

Beitragvon SpaceRat » 04.07.2011, 18:15

Desperados-1984 hat geschrieben:dann vielleicht diese hier besser?
http://www.dct-delta.de/download/aktuel ... Dose_D.pdf

Was es nicht alles gibt ...

Hätte ich jetzt so nicht erwartet, denn so groß dürfte der Markt dafür nicht sein:
Bei aktiven Sat-Komponenten finde ich immer nur den Frequenzbereich 47-862 vor - also ohne den Löwenanteil des Upstreams - und bei einfachsten Sat-Aufbauten (LNB -> Loch durch die Wand/Fensterdurchlaß *Grusel* -> Receiver) fallen mir recht wenige Szenarien ein, bei denen der Kabelweg dann auch sinnvoll für Kabel-Internet ist.
Bei den großen Namen wie Kathrein und Hirschmann habe ich entsprechendes denn auch nicht gefunden ...

Dazu kommt ja auch noch, daß man ganz schnell zum Leistungserschleicher wird: Verfügt die Sat-Anlage über eine UKW-Antenne, würde ich ja als Nutzer auf jeden Fall geeignete Radios über diese große Antenne laufen lassen, statt über die blöden Wurf-/Zimmerantennen an den Geräten. Werden Sat und BK-Netz jetzt in einem Kabel vermengt, stammt ja zwangsläufig auch der UKW-Bereich aus dem BK-Netz, während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß keine Kabel-Grundgebühr bezahlt wird, sondern nur die Datenprodukte 1play oder 2play ...

Damit wären wir auch wieder bei meinem Lieblingskritikpunkt. Ich denke, daß sich die KNB mittelfristig von ihren Kabel-Grundgebühren verabschieden werden müssen, zumindest in dieser Höhe. Es erscheint irrsinnig, dem Internet-/Telefonkunden zwar de facto technisch einen kompletten BK-Anschluß (Also analoges TV, digitales TV, Radio, Internet und Telefon) zur Verfügung zu stellen, dann aber die legale Nutzung des TV-/Radio-Signals von einer bei 1play/2play zusätzlichen Gebühr abhängig zu machen.

Das führt zu folgendem absurden realen Preisgefüge:

20 EUR 16000er Internet-Zugang
5 EUR Telefon
18 EUR TV

Das paßt nicht zu den Aufpreisen für TV bei T-Entertain, Vodafone-TV und Alice-TV ... die technische Qualität im Vergleich zu DVB-C jetzt mal beiseite gelassen. Die derzeit bei 3play wie aus dem Nichts hinzukommende Kabel-Gebühr empfinden die Kunden als intransparent, wenn vorher ein ganz anderer Preis für 3play plakatiert wurde ...

Die KNB verpassen somit ja auch die Chance, dem Kunden Zusatzpakete (TV Highlights, TV AllStars, Video on Demand) zu verkaufen, was ja durchaus realistisch wäre. Ein Sat-Benutzer wird aber wohl kaum einfach so 18 EUR zusätzlich für etwas bezahlen, was er eh schon hat. Ich prophezeie, daß wir eine völlig andere Preisgestaltung kriegen werden, wenn sich der Kundenstamm bei den KNB immer mehr vom klassischen (zwangsverkabelten) reinen TV-Konsumenten zu Internet-/Telefonkunden wandelt. Meine Vorstellung geht in die Richtung, daß es dann 1play Internet, 1play Telefon und 1play TV geben wird und der Schritt auf 2play oder 3play auch im Bereich TV nur noch 5 EUR Aufpreis kosten wird, wie heute beim Telefon.
In etwa so:
1play Internet für 20 EUR + TV 5 EUR = 2play Internet+TV für 25 EUR
1play Telefon für 20 EUR + TV 5 EUR = 2play Telefon+TV für 25 EUR
2play Internet+Telefon für 25 EUR + TV 5 EUR = 3play für 30 EUR
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