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Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

In vielen Netzen von Unitymedia sind Internet und Telefonie bereits verfügbar.
Wichtig:
  • Kunden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen können über die Rufnummer 0221 / 466 191 00 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.
  • Kunden aus Baden-Württemberg können über die Rufnummer 0711 / 54 888 150 Hilfe bei allen Problemen in Anspruch nehmen.

Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitragvon addicted » 21.08.2010, 21:04

Cool. Mein Porn-Downloads sind mindestens so wichtig wie der Anruf meines Herzinfarkt-Nachbarn bei 112.
Zugegeben, sie könnten das Flag auf die Telefonie-Server filtern. Aber dann könnten sie das Flag auch sparen und gleich den Traffic vom und zum Telefonieserver priotisieren. Jetzt muss ich nurnoch rausfinden, wie ich darüber Porn bekomme...
</Ironie>

Meinst Du wirklich, die glauben den low delay Flags vom Kunden?
addicted
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Re: Technische Fragen zu Voice over Cable vs. Telefon PLUS (VoIP

Beitragvon Laurie » 22.08.2010, 19:19

addicted hat geschrieben:Allerdings verlassen auch die VoIP-Telefonate das (IP-)Netz von UM nicht, d.h. es gibt keine zusätzlichen zugriffsberechtigten Personen ausserhalb von UM bis zum Interconnection-Punkt, an dem widerum auch die VoC-Gespräche ankommen.
[...]
Wenn Dir der VoIP-Anbieter auch den Internetzugang bereitstellt, ist diesbezüglich alles mit VoC zu vergleichen.
[...]
selbst wenn sich jemand z.B. mittels Trojaner Zugriff auf das System eines UM-Kunden beschafft, muss er immernoch in die Telefonieserver einbrechen. Aber wenn auch das klappen sollte, dann macht es vermutlich keinen Unterschied mehr, ob Du VoC oder VoIP benutzt.

Matrix110 hat geschrieben:Beim UM VoIP eben nicht, die Gespräche gehen nur bis zum UM Telefonieserver per IP und das ist alles noch im UM internen Netz.

Soweit ich das nun verstanden habe, werden die Pakete bei VoC vom Kunden über eine vom Internet völlig getrennte Verbindung mit zugesicherter Bandbreite zu VoC-Servern im IP-Subnetz von UM übertragen und von dort zum Interconnection-Punkt.
Demgegenüber werden die Sprachpakete bei UM-VoIP über die Internetverbindung zu VoIP-Servern im IP-Subnetz UMs und von dort ebenfalls zum Interconnection-Punkt geleitet, wobei ihre Priorisierung technisch möglich, aber nicht anzunehmen ist.
Und ab diesem Punkt besteht kein Unterschied in der Übertragung mehr.

Ein potentieller Angreifer, der sich trotz der Sicherheitsvorkehrungen in das IP-Subnetz von Unitymedia einhackt, könnte auf die VoC-Server ebenso "leicht" Zugriff erlangen wie auf die VoIP-Server.
Ein Unterschied in puncto Sicherheit besteht demzufolge nur in bezug auf die Kundenseite, da über das Internet ein Angriff auf die Fritzbox, aber nicht auf die Analoganschlüsse des Kabelmodems möglich ist.

Mit vermutlicher Ausnahme der Priorisierung von Sprachpaketen gelten die Angaben in folgenden Auszügen einer pdf-Datei des Netzbetreibers Kabel Deutschland zu den Vorteilen von VoC in Relation zu VoIP eines Drittanbieters folglich nicht nur für VoC, sondern analog für UM-VoIP(?):

Voice over Cable: Eine sichere Sache
Mit Voice over Cable (VoC) macht eine Alternative zur
Festnetztelefonie von sich Reden, für die die klassischen Bedenken
gegen VoIP – vor allem in Sachen Quality of Service und Sicherheit
– nicht gelten.
[...]
Voice over Cable – das steckt dahinter
Um Sprache über das Fernsehkabel zu übertragen, greifen die Anbieter
auf eine Technik zurück, die Voice over IP (VoIP) in Grundzügen ähnelt,
jedoch einige entscheidende Vorteile aufweist.
[...]
Technisch unterscheiden sich VoIP über Kabel und über Internet nur
marginal. Betrachtet man jedoch die wichtigen Aspekte Qualität und
Sicherheit, hat das Kabel aufgrund der eigenständigen Infrastruktur und
der für Sprachdienste garantierten Bandbreite die Nase vorn. Der
wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei VoC das Internet außen
vor bleibt. Gute Sprachqualität und sichere Verbindungen sind bei VoIP
dagegen derzeit nur in einem „Managed Network“ möglich.
[...]
Beim Kabelnetz stehen dagegen alle Netzknotenpunkte unter der
Kontrolle des Netzbetreibers – ein „Managed Network“ also. Das
ermöglicht den Betreibern, die Sprachnachrichten zu priorisieren. Dazu
nutzen die Anbieter die Packet-Cable-Technik.
[...]
Betrachtet man neben der generellen Sicherheit der Datenübertrag über
das Fernsehkabel die Telefonie im Detail, hat ein Managed Network wie
das Fernsehkabel deutliche Vorteile in punkto Sicherheit gegenüber der
Telefonie über das Internet. Da die Gespräche nicht über ein „Shared
Medium“ wie das öffentliche Internet übertragen werden, besteht keine
Gefahr, dass ein Angreifer Daten mithilfe eines Sniffer-Programms
mitschneidet. Mittlerweile gibt es sogar in geswitchten Netzwerken die
Möglichkeit, ungeschützte Verbindungen zu manipulieren – mittels ARPSpoofing
(Address Resolution Protocol). Man spricht dabei von einem
Man-In-The-Middle-Angriff. Der Angreifer sendet eine manipulierte ARPNachricht
an einen Host und veranlasst ihn, Pakete statt an den
Empfänger an den Angreifer zu schicken. Der Angreifer leitet nun als
Proxyserver die Daten an den eigentlichen Empfänger weiter. Solche
Gefahren spielen für VoC keine Rolle, da die Daten über die
verschlüsselte DOCSIS-Verbindung übertragen werden.
An der Schnittstelle von VoIP zum Telefonnetz können sich außerdem
0900-Dialer einnisten, die das Gespräch über einen teuren Zugang
leiten und die Telefonrechnung in Schwindel erregende Höhen treiben.
Sie können sogar die Kontrolle über ganze Telefonanlagen übernehmen
und kostenpflichtige Gespräche aufbauen, ohne dass der Teilnehmer es
merkt. Auch diese Gefahr besteht bei VoC nicht, da das Internet außen
vor bleibt.
[...]
Man spricht
dabei von First-Line-Qualität – also einem Telefonanschluss, der
genauso zuverlässig ist wie das Festnetz.


addicted hat geschrieben:Allerdings: Falls es wirklich nichtmal mehr für ein Telefonat langt (<64KBit/s), dann hat UM mehrere Auslastungsgrenzen für den Ausbau verschlafen.

- Das Problem scheint doch schon aktuell zu sein. Schließlich wird phasenweise schlechte Sprachqualität bei VoIP immer wieder in Foren diskutiert. Zudem drosselt(e?) Kabel Deutschland zu bestimmten Zeiten die Bandbreite. Einige Knotenpunkte scheinen folglich zumindest zeitweise an ihre Auslastungsgrenzen zu stoßen.
- Entsprechen max. 64 kbps der benötigten Bandbreite bei der Einstellung "Festnetzqualität" in der Fritzbox?

addicted hat geschrieben:Da gibt es noch Ende-zu-Ende Verschlüsselung, die ich als sehr sicher einstufe, wenn man nur den Kommunikationsweg betrachtet und der/die Anwender sich gut genug auskennen (= es richtig machen).

Unter den von Dir genannten Bedingungen stellt eine End-to-end-Verschlüsselung bestimmt die sicherste Form der Telefonie dar. Leider ist ihr möglicher Anwendungsbereich durch die dafür erforderlichen Kenntnisse sowie Hard-/Software sehr begrenzt. Zudem werden auch anonyme Prepaid-Karten in absehbarer Zeit wohl nicht mehr existieren, so daß die Möglichkeiten sicherer Kommunikation weiter reduziert werden.

Matrix110 hat geschrieben:das "internet" anzapfen [...] dazu müsste man Kniffe anwenden die jemand bestimmt nicht unternimmt um von irgendeinem "nobody" ein Gespräch mitzuhören...
Da ist wie gesagt das verwanzen nen Kinderspiel dagegen.

addicted hat geschrieben:Wenn ich Dich belauschen wollte, als Privatmensch, würde ich eher Wanzen in Deiner Wohnung anbringen [...] Wie oft kontrollierst Du, ob in der Fassung Deiner Deckenlampen eine Wanze angebracht wurde?

Auch wenn die letzte Frage rhetorisch gemeint war: Freunden unterstelle ich diese Absicht nicht, Fremde lasse ich in meiner Wohnung normalerweise keine Sekunde unbeaufsichtigt. Demzufolge fühle ich mich auch ohne regelmäßige Kontrolle meiner Lampen auf Wanzen zuhause unbeobachtet. :-)
Im übrigen mag die Verwanzung der Wohnung bei gegen eine bestimmte Person gerichtetem Abhörwunsch die oft einfachere Alternative darstellen. Von einem derart gezielten Angriff gegen mich gehe ich jetzt erst einmal nicht aus. Allerdings schätze ich die Motivation einer Reihe von Internetnutzern zum Abhören beliebiger Menschen offensichtlich höher ein als Ihr.

piotr hat geschrieben:Die Fritzbox [...] haengt beim UM SIP bestimmte Paket-Kennungen an die Sprachpakete dran, die UM (hoffentlich) erkennt und damit dann auch das UM SIP im UM Netz priorisiert behandeln werden kann

addicted hat geschrieben:Meinst Du wirklich, die glauben den low delay Flags vom Kunden?

Der die deutliche Majorität der Kunden bildende ONU wird seine DLs sicher nicht falsch flaggen, wohl aber bei schlechter Sprachqualität die Störungshotline kontaktieren, ggf. einen Techniker beauftragen und darüber hinaus u. U. Negativwerbung für seinen Anbieter machen. Könnte insofern nicht der finanzielle Schaden für Unitymedia bei Nichtpriorisierung der entsprechend geflaggten Pakete größer sein?

addicted hat geschrieben:und gleich den Traffic vom und zum Telefonieserver priotisieren. Jetzt muss ich nurnoch rausfinden, wie ich darüber Porn bekomme...

Das ist ganz einfach ... :-D
Laurie
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