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Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Hier geht es um alle digitalen TV- und Radioprogramme, die von Unitymedia ins Kabelnetz eingespeist und selbst vermarktet werden (inklusive ARD Digital und ZDFvision).

Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Beobachter7 » 09.05.2008, 11:57

dyewitness hat geschrieben:Diese Problem könnte die ARD mit geschickten Klauseln im Einspeisevertrag begegnen.

- Mindestauflösung
usw usf.

Die haben das noch viel einfacher gemacht: Ihr bekommt zwei Paketkombination zur Auswahl, und fertig.

Und ich bin froh, daß dies so ist.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon dyewitness » 09.05.2008, 12:44

Einfacher, aber unflexibler.

Denn so dürfen 30% der Leute mit Kabel aus NRW/Hessen weiterhin, wie schon seit Jahren, auf ein nennenswertes Angebot im digitalen Hörfunk verzichten.

Denn die Muxxe legt die ARD ja leider nicht so aus, dass zumindest DLF, DLR, Dok & Deb, alle WDR und alle HR Derivate i n alle Netze kommen.

Nö, sie machen es sich, wie ja das ganze gerade Thema ist, einfach und machen im Grunde eine Streamkombination, flanschen dann einen weiteren 256QAM Transponder darauf, nämlich den, der den Hörfunkttransponder umsetzt (und eventuell noch ein paar weitere Regionalzeiten etc. um eben die 51 MBit/s zu füllen (Wenn sie das überhaupt tun und nicht gleich auf dem 4. Transponder 60% Nullbits senden und damit nur um die 20 MBit/s netto belegen, sprich den DVB-S Hörfunkttransponder 1 zu 1 durchschalten nachdem sie die TV Programme auf ihm ausgefiltert haben)) und fertig sind die sagenumwogenen 2 Streamkombinationen.

Zumindest liest sich das so in den Aussagen, die man bisher bekommen hat.

Also wird es seitens der ARD 3 gemuxxte TV Streams für ALLE geben, mit viel Glück mit den Lokalzeiten und ohne die "Lokalzeiten" aus anderen Bundesländern und darüber hinaus für die privillegierten Netze einen 4 muxx der wohl wahrscheinlich sich kaum von Hörfunksatzmuxx unterscheidet.

Das Ganze ist so schon ärgerlich genug.

Eine ganz andere Dimension bekommt es, wenn man dabei ans Geld denkt. Oder habe ich etwas verpasst und die Leute im ausgebauten Netz zahlen mehr Kabelfernsehgrundgebühren und mehr GEZ als unsereins?

Aber hier scheiden sich ja die Geister.

Schon alleine bei der GEZ.

Für was zahlt man GEZ? Für ALLE Verbereitungswege? Sprich hat die ARD dafür zu sorgen, dass ich "meine" Programme genauso über DVB-T wie DVB-S wie DVB-C wie PAL (Kabel, Sat) empfangen kann? Und was sind überhaupt meine Programme? Als NRWler alles woran die ARD irgendwie beteiligt ist? Oder nur das Erste, WDR Fernsehen mit meiner Lokalzeit, die zwei/drei nationalen Hörfunkprogramme und die 5-x regionalen Hörfunkprogramme? Wie sieht es denn dann mit Beteiligungen wieder da aus? Ist die ARD dank der GEZ verpflichtet, mir auch DWTV und mein lokales Radio NRW Programm auf allen Wegen (DVB-C, DVB-S, DVB-T, DVB-H, DAB, DMB, analog Kabel, analog Sat, ...) zur verfügung zu stellen?

Wenn ja: Das taten sie nie und tun sie auch demnächst nicht.

Ähnliches stellt sich bei der UM. Man zahlt 16,90 Euro/Monat als "Jetzt Digital" Kunde für 862 MHz Netz , 27 DVB-C Transponder mit rund 70 "FTA" (Nach UM denkweise) Sendern, Zugang zu Triple Play Eigenschaften. Oder zahlt man 16,90 Euro/Monat als "Jetzt Digital" kunde für ein 450 MHz Netz, 19 DVB-C Transpondern mit rund 50 "FTA" Sendern, und keinem Triple Play? Wer zahlt hier zu viel oder zu wenig? Und wie stehen da die Kunden von großen Wohnungsgesellschaften die ihr Kabelfernsehen mit 1,xx-xx,xx + 3,90 Euro/Monat bezahlen?
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Beobachter7 » 09.05.2008, 12:59

dyewitness hat geschrieben:Denn so dürfen 30% der Leute mit Kabel aus NRW/Hessen weiterhin, wie schon seit Jahren, auf ein nennenswertes Angebot im digitalen Hörfunk verzichten.

Denn die Muxxe legt die ARD ja leider nicht so aus, dass zumindest DLF, DLR, Dok & Deb, alle WDR und alle HR Derivate i n alle Netze kommen.

Zumindest liest sich das so in den Aussagen, die man bisher bekommen hat.
Ich lese das anders, nämlich daß alle fünf Digitalpakete in alle Kabelnetze kommen, halt nur irgendwie anders verpackt.

dyewitness hat geschrieben:Für was zahlt man GEZ? Für ALLE Verbereitungswege?
Nicht für die Verbreitungswege, sondern für die Produktion der Programme. OK, für deren Verbreitung auch; was hätte man davon, wenn das Programm außerhalb der Studios nicht wahrnehmen könnte?

dyewitness hat geschrieben:Sprich hat die ARD dafür zu sorgen, dass ich "meine" Programme genauso über DVB-T wie DVB-S wie DVB-C wie PAL (Kabel, Sat) empfangen kann?
So sehe ich das.

dyewitness hat geschrieben:Ähnliches stellt sich bei der UM. Man zahlt 16,90 Euro/Monat als "Jetzt Digital" Kunde für 862 MHz Netz , 27 DVB-C Transponder mit rund 70 "FTA" (Nach UM denkweise) Sendern, Zugang zu Triple Play Eigenschaften. Oder zahlt man 16,90 Euro/Monat als "Jetzt Digital" kunde für ein 450 MHz Netz, 19 DVB-C Transpondern mit rund 50 "FTA" Sendern, und keinem Triple Play? Wer zahlt hier zu viel oder zu wenig? Und wie stehen da die Kunden von großen Wohnungsgesellschaften die ihr Kabelfernsehen mit 1,xx-xx,xx + 3,90 Euro/Monat bezahlen?
Das ist die Geschäftspolitik der Unitymedia GmbH.

Wenn ich das richtig verstanden habe, zahle ich jetzt für den Kabelanschluß mit digitalem Receiver von Unitymedia nur 3,90 Euro/Monat anstatt bisher 12,94 Euro/Monat (zusätzlich zu dem, was mein Vermieter via Betriebskostenumlagenabrechnung mir aufdrückt). Wenn ich das falsch verstanden haben sollte, dann kriegt Unitymedia seinen Kram wieder zurück und ich mogele eine Satellitenantenne auf eine Fensterbank.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Moses » 10.05.2008, 12:27

die 3,90€ sind immer zusätzlich zum analogen Anschluss. Wenn der bei dir 12,90€ kostet, dann bleiben die auch bestehen. Wobei es eher ungewöhnlich ist, dass du den "zweimal" bezahlst. Da solltest du mal gucken.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon mischobo » 10.05.2008, 14:24

FBI01 hat geschrieben:Aus dem Kabel Compression Center in Frankfurt am Main werden fertig gemuxte Programmpakete als Multicaststrom an die Kabelnetzbetreiber übergeben. An einem fertigen Mux ändern die Kabelbetreiber inhaltlich nichts mehr - warum auch ?!

Die Vergleiche mit den PKWs sind irgendwie Unsinn. Die Zusammenstellung der Multiplexe in der Hand der ARD zu lassen ist ja durchaus wünschenswert. Wie wäre es, wenn die Kabelbetreiber "Das Erste" z.B. bei einem Olympia Event im Datenstrom begrenzen würden, wenn auf dem gleichen Multiplex ein "Pay-Sender" für mehr Daten ordentlich was anbietet? Dann könnte man die verfügbare Qualität nicht mehr garantieren ...

Unity Media kann mit den fertig angelieferten Multiplex-Strömen in optimal abgestimmter Qualität sein eigenes Angebot ordentlich aufpolieren und wird mit der Verantwortung für die Qualität gar nicht erst überfordert. Denn - es ist doch wohl unbestritten - in diesem Zusammenspiel ist eher UM die "Telekom" als die ARD ... "Kabelnetze wie Phönix aus der Asche und volle Kassen bei den neuen Kabel-Dienstleistern" und die ARD hilt sogar noch kräftig mit. Nicht auszudenken, wenn UM sich aus dem DVB-S Angebot selbst was zurecht gemuxt hätte - dann wären wir bei den Dritten-Programmen vermutlich zur "Body In Balace"-Qualität (< 600 kbit/s total) verurteilt und hätten alles auf einer Frequenz bekommen ...
... warum gehst du davon aus, daß, wenn Unitymedia die Mulitplexe selbst muxen würde. die Dritten nur in "Body in Balance"-Qualität vorhanden werden. Body in Balance wird in der miesen Qualität zugeführt und Unitymedia kann daraus kein perfektes Bild zaubern. Die Qualität spart Bandbreite, was für Body in Balance geringere Kosten bedeutet. Im Moment ist es noch so, dass die Dritten die eher schlechte Bildqualität haben. Auch die Premiere-Programme und Pay-TV-Programme, die über KDG-Transponder auf 23,5° Ost zugeführt werden, brillieren nicht gerade durch Qualität. Ganz extrem sieht man das z.B. bei Premiere Bundesliga. Unitymedia muxxt die Spiele der Bundesliga in einer erheblich besseren Bildqualität als Premiere über die eigenen Sattransponder.

Die Aktion mit dem Kabelkompressionscenter ist meiner Ansicht aber auf jedenfall zu begrüßen. Als Vorteile sehe ich:
  • Ausnutzung der Kapazität der Kanäle im Kabel
  • Resistent gegen wetterbedingte Störungen, was bei der Sat-Zuführung unter ungünstigen Umständen nicht gegeben ist
  • durch den Wegfall der Transmodulation von DVB-S zu DVB-C keine zusätzliche Zeitverzögerung
  • die Möglichkeit Sendungen in Orginalton und/oder zusätzlicher Audiodiskription zu verbreiten, was bei der Satzuführung aufgrund der Lizenzproblematik nicht möglich ist
  • Kunden in nicht ausgebauten Gebieten könnten das eine oder andere digitale ARD-Hörfunkprogramm empfangen
Ein Nachteil ist die mangelnde Flexibilität um auf regionale Gegebenheiten einzugehen, wie beispielsweise die Hörfunkprogramme mit diversen Regionalisierungen. So wie es derzeit aussieht, wird WDR2 digital wohl nur in der Regionalisierung "für das Rheinland" verbreitet werden. Die Regionalisierungen "für Aachen und die Euregio", "für den Niederrhein", "für das Ruhrgebiet", "für das östliche Ruhrgebiet", "aus Ostwestfalen-Lippe", "aus dem Münsterland", "für das bergische Land" und "für Südwestfalen" bleiben wohl außen vor. Wenn Unitymedia die Pakete muxxen würde, könnte man in den entsprechenden Regionen die korrekte Regionaliserung anbieten.
SWR 3 wird leider auch nur in der Regionaliserung "für die Pfalz und Baden" verbreitet und hier nicht in der Regionaliserung "für Rheinland-Pfalz und das Rheinland". Das betrifft hier auch die analoge Verbreitung. Die Veranstaltungshinwiese auf SWR 3 für z.B. Bonn sind hier nur terrestrisch zu empfangen.

Leider ist noch nicht bekannt, wie die einzelnen Mulitplexe aussehen werden. Hast du da evtl. irgendwelche Infos ?
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon mischobo » 10.05.2008, 14:30

dyewitness hat geschrieben:...
Denn die Muxxe legt die ARD ja leider nicht so aus, dass zumindest DLF, DLR, Dok & Deb, alle WDR und alle HR Derivate i n alle Netze kommen.
...
... DLF, DLR und Dok & Deb werden über den ZDF-Transponder verbreitet ...
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon FBI01 » 12.05.2008, 11:42

mischobo hat geschrieben:... warum gehst du davon aus, daß, wenn Unitymedia die Mulitplexe selbst muxen würde. die Dritten nur in "Body in Balance"-Qualität vorhanden werden.

Es wäre eine Möglichkeit, wenn man Bandbreite sparen will und andere Kunden dafür bezahlen ...
mischobo hat geschrieben:Body in Balance wird in der miesen Qualität zugeführt und Unitymedia kann daraus kein perfektes Bild zaubern.

Weiss ich - es war ja auch nur ein Vergleich mit dem "Worst Case" !
mischobo hat geschrieben:Die Qualität spart Bandbreite, was für Body in Balance geringere Kosten bedeutet. Im Moment ist es noch so, dass die Dritten die eher schlechte Bildqualität haben. Auch die Premiere-Programme und Pay-TV-Programme, die über KDG-Transponder auf 23,5° Ost zugeführt werden, brillieren nicht gerade durch Qualität. Ganz extrem sieht man das z.B. bei Premiere Bundesliga. Unitymedia muxxt die Spiele der Bundesliga in einer erheblich besseren Bildqualität als Premiere über die eigenen Sattransponder.

... was beweits, dass Unity Media selbst gerne entscheidet, welche Qualität dem Kunden geliefert wird. Das kann dann mal besser und mal schlechter ausfallen.
mischobo hat geschrieben:Die Aktion mit dem Kabelkompressionscenter ist meiner Ansicht aber auf jedenfall zu begrüßen.

Das sehe ich auch so! :D
mischobo hat geschrieben: (...) Leider ist noch nicht bekannt, wie die einzelnen Mulitplexe aussehen werden. Hast du da evtl. irgendwelche Infos ?

Was genau willst Du wissen?
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon FBI01 » 12.05.2008, 14:12

dyewitness hat geschrieben:Denn die Muxxe legt die ARD ja leider nicht so aus, dass zumindest DLF, DLR, Dok & Deb, alle WDR und alle HR Derivate in alle Netze kommen.

Was sind alle Netze aus Deiner Sicht? Es werden alle Hörfunkprogramme digital angeboten, die von der ARD produziert werden. Ausgenommen sind natürlich "subregionale" Programminhalte auf den Landeswellen; das sind z.B. "Friesische Nachrichten" auf NDR1 Welle Nord usw. ...

Dass die Programme seit der WM2006 nicht im Kabel waren hat die ARD selbst so entschieden. Damals waren keine Kapazitäten mehr verfügbar auf den vorhandenen Transpondern - zur WM2006 wurde die Qualität von "Das Erste" bereits auf 7,000 Mbit/s angehoben und war sogar mit bis zu 10,000 Mbit/s am Start - jetzt werden alle Angebot in sehr guter Qualität nachgeschoben ...

Für so einen Service über die GEZ Gebühren zu diskutieren wäre vergleichbar mit der Aussage: "SMS, wozu brauchen wir das und warum funken wir nicht mit 40.000.000 Deutschen im C-Netz?"

Im regionalen Bereich empfängt jeder (via HF, DVB-T, UKW):
- "Das Erste", eine Gemeinschaftsproduktion aller Landesrundfunkanstalten (ARD)
- "Drittes Fernsehen", eine Produktion der Landesrundfunkanstalt
- "Regionale Radioprogramm", eine Produktion der Landesrundfunkanstalt

Und über Sat können zusätzliche Angebote empfangen werden. Zusätzlich heisst, dass man sich selbst um die Empfangsgeräte dieser zusätzlichen Dienste kümmert. Radioprogramme und Fernsehprogramme aus anderen Bundesländern sind zusätzliche Angebote. Wenn man moderne Medien-Verbreitungswege wie Sat und Kabel mit digitalen und sparsamen Bandbreitenverbrauch bei der ARD einführt und die GEZ-Gebühren nicht um 50% angehoben werden, dann ist nur eine strikte Kostenbremse die Lösung, um überhaupt noch diese Leistungen erbringen zu können. Diese Kostenbremse haben hunderte Journalisten zu spüren bekommen und ermöglichten durch weiterhin engagiertes Zusammenarbeiten das technische Fortkommen der ARD.

Die ARD ist ja nun kein "T...en-Kanal" oder "Telefon-Quizshow" Anbieter, der reine kommerzielle Ziele verfolgt. Die ARD bezahlt mehr als 20.000 Menschen für Ihr hochqualitative journalistische Arbeit und unterstützt für technische Verbreitung mit innovativen neuen Technologien eigene Institute wie das IRT oder die RBT. Jetzt werden die Programminhalte für die Kabelnetzbetreiber sogar noch von der ARD selbst zusammengestellt und angeliefert. (Politische Gründe dieser Massnahme wären Stoff für eine eigene Diskussion!)

dyewitness hat geschrieben:Das Ganze ist so schon ärgerlich genug.
Eine ganz andere Dimension bekommt es, wenn man dabei ans Geld denkt. Oder habe ich etwas verpasst und die Leute im ausgebauten Netz zahlen mehr Kabelfernsehgrundgebühren und mehr GEZ als unsereins?

Unsereins wohnt in der Bundesrepublik Deutschland, wo sowas nach dem Solidaritätsprinzip organisiert ist. Mach Dir mal über solche übergeordneten Dimensionen Gedanken, bitte. Die GEZ nach "Verfügbarkeit" zu berechnen - erstellt Du kurz den Abrechnungsschlüssel? Willst Du für ein Hochtaunus-Tal ohne DVB-T einen Füllsender für 200.000,00 Euro jährliche Betriebskosten alleine bezahlen, wenn Du der einzige Hausbesitzer in dem Tal bist oder wäre es Dir lieber diese Kosten auf alle zu verteilen?

dyewitness hat geschrieben:Ähnliches stellt sich bei der UM. Man zahlt 16,90 Euro/Monat als (...)

Keine Ahnung wie man die Geschäftsmodelle von UM mit der Qualitätsoffensive der ARD vergleichen kann.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Beobachter7 » 13.05.2008, 12:47

FBI01 hat geschrieben:Im regionalen Bereich empfängt jeder (via HF, DVB-T, UKW):
- "Das Erste", eine Gemeinschaftsproduktion aller Landesrundfunkanstalten (ARD)
- "Drittes Fernsehen", eine Produktion der Landesrundfunkanstalt
- "Regionale Radioprogramm", eine Produktion der Landesrundfunkanstalt

Und über Sat können zusätzliche Angebote empfangen werden. Zusätzlich heisst, dass man sich selbst um die Empfangsgeräte dieser zusätzlichen Dienste kümmert. Radioprogramme und Fernsehprogramme aus anderen Bundesländern sind zusätzliche Angebote.
Das ist so nicht ganz richtig. In der Frühzeit der Breitbandverkabelung wurde unterschieden zwischen ortsüblichen Programmen und hinzugeführten (oder "herangeführten"?) Programmen.

Im Rhein-Main-Gebiet gehörten so auch die Fernsehprogramme des Südwestfunks (SWF) und des Bayerischen Fernsehens zu den ortsüblichen Programmen, weil man diese ganz normal per Antenne empfangen konnte. Das gleiche gilt auch für UKW-Rundfunkprogramme der genannten Anstalten und teilweise auch des Westdeutschen Rundfunks. Diese ortsüblichen Programme sind deswegen "must carry" in den Kabelnetzen, nicht nur die Programme der jeweiligen Landesrundfunkanstalt. In grenznahen Gebieten gehören Programme der Nachbarländer sicherlich auch zu den ortsüblichen Programmen. Hier in Frankfurt wurde anfangs auch das AFN-Fernsehen im Kabel verbreitet, was dann nur von AFN selber untersagt wurde (vmtl. Lizenzfragen wg. der Übernahmen der großen US-amerikanischen Senderketten); das UKW-Programm von AFN wird noch im Kabel verbreitet.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon mischobo » 13.05.2008, 13:22

... das ändert aber nichts an der Tatsache, daß der Anteil der GEZ für die ARD an die Landesrundfunkanstalt im Bundesland in dem der Zahlungspflichtige wohnt.
Ich wohne in Bonn und den ARD-Anteil der GEZ geht damit an den WDR. Der SWR, dessen Programme hier in Bonn problemlos terrestrisch empfangen werden können, erhält von den von mir bezahlten GEZ keinen einzigen Cent.
Meine GEZ zahle ich derzeit für:
  • Das Erste
  • ZDF
  • WDR Fernsehen
  • 3sat
  • arte
  • Ki.Ka
  • Phoenix
  • die digitalen ARD Spartenkanäle EinsExtra, EinsPlus und EinsFestival
  • die digitalen ZDF-Spartenkanäle ZDFinfo, ZDFdoku und ZDF Theaterkanal
  • die Hörfunkprogramme des WDR
  • Deutschlandradio und Deutschlandfunk
darüberhinaus erhält auch die LfM-NRW einen Teil meiner GEZ-Gebühren.

Habe übrigens erst kürzlich einen Bescheid des Westdeutschen Rundfunk erhalten, der meinen Antrag auf Befreiung der GEZ ablehnt ...
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