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Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Hier geht es um alle digitalen TV- und Radioprogramme, die von Unitymedia ins Kabelnetz eingespeist und selbst vermarktet werden (inklusive ARD Digital und ZDFvision).

Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon mischobo » 06.05.2008, 19:04

Beobachter7 hat geschrieben:
mischobo hat geschrieben:Bekanntlich werden die Sat-Transponder nicht mehr 1:1 ins Kabel von UM übernommen, sondern es werden von der ARD ohne Umweg DVB-C-Multiplexe erstellt und den Kabelnetzbetreibern (aktuell Unitymedia und Kabel BW) per Glasfaser zugeführt werden. Diese DVB-C-Multiplexe werden von den Kabelnetzbetreibern 1:1 durchgeleitet. Anzahl der Programme und Qualität wird ausschliesslich von der ARD bestimmt. Die Kabelnetzbetreiber haben darauf keinen EInfluss.
Das ist nicht ganz richtig, weil die ARD, wie man auf der Website des Bayerischen Rundfunks lesen konnte, verschiedene Varianten anbietetet, zwischen denen die Kabelnetzbetreiber frei wählen können:
Bayerischer Rundfunk hat geschrieben:Das Kabelkompression-Center der ARD

Nicht via Satellit sondern per Leitung - das ist das alternative Zuführungskonzept für große Kabelnetze: Unitymedia (Kabelnetzbetreiber in Hessen und Nordrhein-Westfalen) sowie Kabel Baden-Württemberg haben sich dafür entschieden und beziehen unsere Digitalprogramme für den Großteil ihrer Kabelnetze ab voraussichtlich Mai 2008 aus dem ARD-eigenen Kabelkompression-Center (KCC).

Das KCC in Frankfurt bietet zwei unterschiedliche Multiplex- Kombinationen an, aus denen die Kabelnetzbetreiber selbstständig auswählen können. Dies wird abhängig vom Ausbaugrad und der Kapazität der jeweiligen Netze geschehen und bedingt dann die Anzahl der Programme und die Bild- und Tonqualität (Datenrate).
... die ARD bietet zwei Multiplex-Kombinationen an, die eine für ausgebaute Netze und die andere für nicht ausgebaute Netze. Die jeweiligen Mulitplexe werden von der ARD erstellt und von den Kabelnetzbetreibern 1:1 durchgeleitet. Über Zusammenstellung und Bild- und Ton-Qualität entscheidet einzig und allein die ARD ...
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Beobachter7 » 08.05.2008, 07:56

mischobo hat geschrieben:
Bayerischer Rundfunk hat geschrieben:Das KCC in Frankfurt bietet zwei unterschiedliche Multiplex- Kombinationen an, aus denen die Kabelnetzbetreiber selbstständig auswählen können.
... die ARD bietet zwei Multiplex-Kombinationen an, [...] Über Zusammenstellung und Bild- und Ton-Qualität entscheidet einzig und allein die ARD ...


Ist der erste Satz oben so schwer zu begreifen? Oder was ist an dem Wort "selbständig" so unverständlich?
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon mischobo » 08.05.2008, 12:47

Beobachter7 hat geschrieben:
mischobo hat geschrieben:
Bayerischer Rundfunk hat geschrieben:Das KCC in Frankfurt bietet zwei unterschiedliche Multiplex- Kombinationen an, aus denen die Kabelnetzbetreiber selbstständig auswählen können.
... die ARD bietet zwei Multiplex-Kombinationen an, [...] Über Zusammenstellung und Bild- und Ton-Qualität entscheidet einzig und allein die ARD ...


Ist der erste Satz oben so schwer zu begreifen? Oder was ist an dem Wort "selbständig" so unverständlich?
... wörtlich ist auf der BR-online Site zu lesen:
Das KCC in Frankfurt bietet zwei unterschiedliche Multiplex- Kombinationen an, aus denen die Kabelnetzbetreiber selbstständig auswählen können. Dies wird abhängig vom Ausbaugrad und der Kapazität der jeweiligen Netze geschehen und bedingt dann die Anzahl der Programme und die Bild- und Tonqualität (Datenrate).
... demnach gibt es eine Multiplex-Kombination für ausgebaute Kabelnetze und eine Multiplex-Kombination für nicht ausgebaute Netze. Kapazitätsengpässe gibt es bei Unitymedia und Kabel BW nur in nicht ausgebauten Netzen. Die Multiplex-Kombination für ausgebaute Netze enthalten auch alle ARD-Hörfunkprogramme. In der ARD-digital-FAQ zur Qualitätsoffensive ist zu lesen, dass sowohl Unitymedia als auch Kabel BW in ihren ausgebauten Netzen alle ARD-Hörfunkprogramme verbreiten werden.

Die Kabelnetzbetreiber haben nicht unbedingt die große Auswahl. Das ist so, als würde VW nur einen blauen Golf mit 60 PS und einen rosa Golf mit 100 PS anbieten würden. Auch hier könnte der potentielle Käufer selbständig auswählen ...
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Beobachter7 » 08.05.2008, 21:42

mischobo hat geschrieben:Die Kabelnetzbetreiber haben nicht unbedingt die große Auswahl.
Das ist ja auch gut so.
mischobo hat geschrieben: Das ist so, als würde VW nur einen blauen Golf mit 60 PS und einen rosa Golf mit 100 PS anbieten würden. Auch hier könnte der potentielle Käufer selbständig auswählen ...
Beim ersten Massenauto, dem Ford Modell T hieß es: Sie können das Auto in jeder Farbe haben, solange diese schwarz ist... Heute kriegt man ein neues Auto überhaupt nicht mehr in Farbe, sondern nur in grau, außer man ist bereit, mindestens einen halben Tausender für Farbe draufzulegen.

Man kann die Verbreitung der verschiedenen ARD-Muxe sicherlich als eine Frage betrachten, ob denn das Glas halb voll oder halb leer ist, aber den Kabelnetzbetreibern die Entscheidung zu überlassen, was wir von den öffentlich-rechtlichen Programmen sehen dürfen und in welcher Qualitität, wäre ja wohl das allerletzte, was einem selbst in den allerschlimmsten Albträumen einfallen würde.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Invisible » 08.05.2008, 22:49

Eben. Wenn ich die ständig ausufernde Anzahl der öffentlich-rechtlichen Sparten- und Wiederholungskanäle sehe dann muß man nicht jeden Schwachsinn einspeisen. Schlimm genug wenn wir das mit unseren GEZ-Gebühren finanzieren müssen.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon dyewitness » 09.05.2008, 03:47

Eben. Ob die ARD schon mal von sowas, um bei dem Autobeispiel zu bleiben, wie Selbstkonfiguarion gehört hat?

Es klang ja oben schon irgendwie spöttisch an, aber es stimmt doch. Bei dem passenden Programm bekomme ich meinen Golf auch in kotzgrün-metallic. Und nicht nur in schwarz oder schwarz und nicht zu vergessen schwarz.

Aber wahrscheinlich braucht die ARD jetzt ebenfalls 100 Jahre (Ford T 1908 Audi /BMW /VW Individualprogramme 2008)... . :schnarch: :wand:

PS: Übrigens: Ein silbernen Golf kostet den halben tausender mehr. Ein weißer, schwarzer oder roter kostet den Grundpreis. :streber:
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon Beobachter7 » 09.05.2008, 08:17

Invisible hat geschrieben:dann muß man nicht jeden Schwachsinn einspeisen.
Also streichen wir 9live, die ganzen Versandkataloge, DSF, "Das Vierte", Tele5, RTL (alle), SAT1/Pro7 (alle), ...
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon FBI01 » 09.05.2008, 11:02

dyewitness hat geschrieben:Eben. Ob die ARD schon mal von sowas, um bei dem Autobeispiel zu bleiben, wie Selbstkonfiguarion gehört hat?
Es klang ja oben schon irgendwie spöttisch an, aber es stimmt doch. Bei dem passenden Programm bekomme ich meinen Golf auch in kotzgrün-metallic. Und nicht nur in schwarz oder schwarz und nicht zu vergessen schwarz.
Aber wahrscheinlich braucht die ARD jetzt ebenfalls 100 Jahre (Ford T 1908 Audi /BMW /VW Individualprogramme 2008)... .
PS: Übrigens: Ein silbernen Golf kostet den halben tausender mehr. Ein weißer, schwarzer oder roter kostet den Grundpreis.


Aus dem Kabel Compression Center in Frankfurt am Main werden fertig gemuxte Programmpakete als Multicaststrom an die Kabelnetzbetreiber übergeben. An einem fertigen Mux ändern die Kabelbetreiber inhaltlich nichts mehr - warum auch ?!

Die Vergleiche mit den PKWs sind irgendwie Unsinn. Die Zusammenstellung der Multiplexe in der Hand der ARD zu lassen ist ja durchaus wünschenswert. Wie wäre es, wenn die Kabelbetreiber "Das Erste" z.B. bei einem Olympia Event im Datenstrom begrenzen würden, wenn auf dem gleichen Multiplex ein "Pay-Sender" für mehr Daten ordentlich was anbietet? Dann könnte man die verfügbare Qualität nicht mehr garantieren ...

Unity Media kann mit den fertig angelieferten Multiplex-Strömen in optimal abgestimmter Qualität sein eigenes Angebot ordentlich aufpolieren und wird mit der Verantwortung für die Qualität gar nicht erst überfordert. Denn - es ist doch wohl unbestritten - in diesem Zusammenspiel ist eher UM die "Telekom" als die ARD ... "Kabelnetze wie Phönix aus der Asche und volle Kassen bei den neuen Kabel-Dienstleistern" und die ARD hilt sogar noch kräftig mit. Nicht auszudenken, wenn UM sich aus dem DVB-S Angebot selbst was zurecht gemuxt hätte - dann wären wir bei den Dritten-Programmen vermutlich zur "Body In Balace"-Qualität (< 600 kbit/s total) verurteilt und hätten alles auf einer Frequenz bekommen ...
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon dyewitness » 09.05.2008, 11:15

Diese Problem könnte die ARD mit geschickten Klauseln im Einspeisevertrag begegnen.

- Mindestauflösung
- Mindesbandbreite pro Kanal (Video)
- Mindestbandbreite pro Kanal (Audio)
- Zusätzliche Audistreams
- Mindestbildrate
- Mindestbandbreite des Gesamtmuxxes

- Zusatzklausel Special Event / HDTV.

Ob die UM das jedoch angenommen hätte, wäre auf einem anderen Blatt gestanden.

Aber zumindes ist es falsch zu behaupten, dass ein reines UM Muxxing gleichzeitig zwangsläufig zu bescheidener Qualität führen muss. Wenn dies so ist, dann liegt das am fehlenden Interesse diesbezüglich des Programmbetreibers, seinem fehlenden Verhandlungsgeschick oder seiner fehlenden Markt- und damit Verhandlungsmacht.
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Re: Unity Media und KDG wollen ARD-Radiotp. einspeisen

Beitragvon FBI01 » 09.05.2008, 11:28

dyewitness hat geschrieben:(...) - Zusatzklausel Special Event / HDTV. (...)
Ob die UM das jedoch angenommen hätte, wäre auf einem anderen Blatt gestanden.
Aber zumindes ist es falsch zu behaupten, dass ein reines UM Muxxing gleichzeitig zwangsläufig zu bescheidener Qualität führen muss. Wenn dies so ist, dann liegt das am fehlenden Interesse diesbezüglich des Programmbetreibers, seinem fehlenden Verhandlungsgeschick oder seiner fehlenden Markt- und damit Verhandlungsmacht.

Hi, ich habe es nicht behauptet, sondern vermutet. Ich gebe Dir Recht, man könnte sowas alles vereinbaren - ich vermute (!) jedoch, dass wir dann noch lange nicht soweit wären. Die ARD zeigt doch aber, dass sie als "Programmbetreiber" großes Interesse an der Qualität hat und es mit dem muxen gleich selbst erledigt. Ich denke nicht, dass UM darüber betrübt ist ...
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