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Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

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Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon shooby » 17.02.2016, 14:40

Hi,

wir renovieren gerade ein Haus aus den 70ern, welches über einen Kabelanschluss verfügt.

Situation momentan:

Vom HÜP in der Garage gehen zwei Kabel raus. Eines an eine Dose im EG und eines an eine Dose im OG. Keine Netzwerkkabel

Wunschsituation:

Zwei Fernsehanschlüsse im OG, zwei Fernsehanschlüsse im EG. Zusätzlich soll noch ein Modem angeschlossen werden, um beide Stockwerke mit Internet zu versorgen.

Jetzt die Fragen: Wo am besten den Verstärker platzieren und wie die unterschiedlichen Dosen anfahren? Geht das auch in Reihe? Oder muss jede Dose separat vom Verstärker angefahren werden? Ich weiß nicht, in wie weit ich noch die Möglichkeit habe weitere Kabel von der Garage ins OG und EG zu ziehen.
Wo am besten die MMD installieren lassen? Im EG und dann über WLAN (DLAN) nach oben legen? Oder komme ich nicht drum rum und muss irgendwie noch ein Netzwerkkabel legen, damit ich zumindest für oben ein separates WLAN aufbauen kann?
Werden die alten Antennenkabel überhaupt ausreichen?

Ich bin komplett neu in dem Thema und bin über jede Hilfe dankbar!

Grüße
shooby
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Re: Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon MartinP_Do » 17.02.2016, 15:01

Für Satelliten-Empfang ist eine Sternverkabelung vorteilhaft - mit eigenen Leitungen zu jeder Antennendose. An den Stellen, wo man gleichzeitig aufnehmen und schauen will, besser sogar zwei Leitungen.
Falls sicher ist, daß es bei Kabel bleibt, reichen vielleicht die zwei Abgänge vom HÜP.

Kommunikationsleitungen (auch Antennenleitungen) gehören nach den DIN-Vorschriften in Leerrohre - genaugenommen sogar die Antennen - und IT-Leitungen in separate...

Die MMD würde ich so nah wie möglich an den räumlichen Mittelpunkt des Hauses setzen, so besteht die beste Chance, daß alleine der Kabel-Router für den WLAN - Empfang im ganzen Haus ausreicht.
An die Netz-Steckdose für das Steckernetzteil für den Router denken!

Einen günstigen Montageort habe ich vorab ausgesucht, indem ich ein Smartphone als Access-Point eingerichtet habe und jeweils an den favorisierten Aufbauorten des Routers platzierte.
Mit einem zweiten Smartphone und der kostenlosen APP "Wifi-Analyzer" habe ich dann geschaut, wie der Empfang in den verschiedenen Räumen ist...
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Re: Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon AS400 » 17.02.2016, 15:40

Sorry, wenn ich das mit dieser Offenheit sage, aber wenn du tatsächlich keine Ahnung vom Aufbau und Betrieb einer Hausverteilanlage hast, solltest du auch besser die Finger davon lassen.

Der Verstärker gehört IMMER direkt hinter den HÜP und somit vor das passive Hausverteilnetz. Wenn die Kabel aus den 70er Jahren stammen, kannst du sie getrost rausschmeißen, da moderne Koaxialkabel mehrfach geschirmt sind und daher ein sehr viel höheres Schirmungsmaß aufweisen, als Kabel die damals hergestellt wurden.
Grundsätzlich wäre es möglich, jede Anschlussdose einzeln zu speisen (also per Sternverteilung) oder aber jeder Etage oder übereinanderliegenden Zimmern einen Strang zu verpassen, wobei dann die Anschlussdosen in der Tat -als Durchgangsdosen- hintereinander geschaltet sind.
Die technisch sauberere Lösung wäre allerdings die Sternverteilung, wobei dann meist der Verlegeaufwand (Kabel) größer ist, was sich aber allein schon aus Entkopplungsgründen lohnen kann.

Mit einem n-fach-Verteiler hinter dem Verstärker geht es weiter zu jeder einzelnen Dose bzw. zu jedem Strang.
Entweder man benutzt Enddosen (nur mit einem Eingang) für die Sternverteilung oder die letzte Dose im Strang oder man kann auch eine geeignete Durchgangsdose mit Endwiderstand ans Ende setzen.

Von den Empfangspegeln am HÜP und der Gesamtdämpfung der Verteilanlage (Verteiler, Kabel, Auskoppeldämpfung) hängt ab, die groß (hinsichtlich des Verstärkungsmaßes) der Verstärker ausgelegt sein muss. Früher ist man mal für optimale Emfangsbedingungen von einem Idealpegel von etwa 70dBµ an jeder Anschlussdose ausgegangen (1R8-15), wobei auch zwischen den einzelnen Bändern keine zu großen Pegeldifferenzen auftreten sollten, was man bei größeren Anlagen mit entsprechenden Verstärkern über die Entzerrung korrigieren könnte...

Im Prinzip dürften deine Probleme damit beginnen, dass du wahrscheinlich kein geeignetes Messgerät für das Messen der Pegel am HÜP, hinter dem Verstärker und an den Anschlussdosen hast...
Viele Grüße

R.

Falsches wird nicht dadurch richtig, dass es fortwährend wiederholt wird...
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Re: Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon shooby » 17.02.2016, 16:25

Danke für die Antworten bis hier hin.

Nur weil ich (noch) keine Ahnung von einer Hausverteileranlage habe, heißt das ja noch lange nicht, dass das so bleiben muss und ich mir lieber doch ein neues Haus mit fertiger Verkabelung bauen lassen sollte, richtig? Man arbeitet erstmal mit dem, was man hat.

Das heißt also zusammengefasst, dass es am einfachsten wäre zwei Stränge mit neuen Kabeln zu machen. Einen für oben, einen für unten. Bei beiden Etagen würden die Dosen jeweils in der gleichen Wand auf entgegengesetzten Seiten liegen.

Und am allerbesten wäre es, wenn ich vier neue Kabel für jede Dose verlege. Dazu müsste ich mir mal genau den Verlauf der Kabel anschauen.

Ein Messgerät habe ich natürlich nicht. Muss ich mir dafür eigentlich für eine genaue Vor-Ort-Analyse einen Unity Media Techniker kommen lassen, oder macht das auch ein Elektriker?

Vielen Dank für die Hilfe. Es kommt immer mehr Licht ins Dunkel.
shooby
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Re: Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon elo22 » 17.02.2016, 16:33

AS400 hat geschrieben:Entweder man benutzt Enddosen (nur mit einem Eingang) für die Sternverteilung oder die letzte Dose im Strang oder man kann auch eine geeignete Durchgangsdose mit Endwiderstand ans Ende setzen.

Wieder einer der es nicht verstanden hat: Enddosen sind die Dosen mit eingebautem oder eingelegtem Abschlusswiderstand und die gehören an Stammleitungen. An Stichleitungen der Sternverteilung gehören Stich oder Einzeldosen.

Lutz
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Re: Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon MartinP_Do » 17.02.2016, 16:46

elo22 hat geschrieben:
AS400 hat geschrieben:... An Stichleitungen der Sternverteilung gehören Stich oder Einzeldosen.

Lutz


Ist das wirklich so in BK-Verkabelungen?

Meine MMD-Dose (siehe Foto) ist die einzige angeschlossene Dose am Verstärker, und sie ist eine Enddose...

Bei einer Satelliten-ZF-Verteilung können wenigstens die Reflektionen an einer nicht genutzten Stichdose nicht über den Multischalter zurückwirken....

Edit: Hier habe ich etwas gefunden:

http://forum.digitalfernsehen.de/thread ... st-1057044
MartinP_Do
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Re: Renovierung eines Hauses. Wie Antennendosen verlegen?

Beitragvon hajodele » 17.02.2016, 16:59

Ich würde die ganze Doserei einem Fachmann überlassen und nur die Kabel legen.
Übrigens würde ich paralell auch noch Netzwerkkabel (immer Paarweise) verlegen. Auch hier würde ich die Dosen vom Fachmann setzen lassen.
An der Zentrale (HÜP) laufen die Kabel auf ein Patchfeld. Dort stellst du später noch einen Switch hin und kannst dann über das Modem, das sich irgendwo im Haus befindet, eine ordentliche LAN-Verbindung machen.

Ich sehe eigentlich nur ein zeitliches Problem:
Wie bekommst du UM Wochen vor dem Umzug dazu, dir den MMD-Anschluß einschl. Verstärker zu montieren.
Die anderen Dosen einschl. Netzwerk kannst du auch von vielen Elektrikern machen lassen.
So brauchst du dich nicht um Stich-, End- Durchgangsdosen und Widerstände kümmern.
hajodele
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