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Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

In dieses Forum kommen Themen über Unitymedia hinein, die nicht in andere Foren passen.

Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon Zethar » 15.09.2016, 16:33

Hallo zusammen,

ich werde gegen Ende des Jahres neuer Hausbesitzer eines bereits vorhandenen Hauses sein. In meiner Bekanntschaft sind genug fähige Leute die Kabel verlegen können, bevor hier eine Frage zu kommt :)

Ich will gerne die Verteilung des Kabelsignals neu machen und dafür eine Sternverteilung vornehmen die ggf. bis zu 8 Anschlüsse versorgen soll.

Meine Frage also welche Kabel könnt ihr empfehlen und welchen Verstärker.

Wenn ich es richtig weiß, brauch ich ja dann von jeder Dose im Haus ein Kabel zum Verstärker und der Verstärker wird dann an den Verteiler von Unitymedia angeschlossen oder umgekehrt.
Falls ich noch weitere Sachen benötige, einfach schreiben bitte.

Beim Kabel bin ich oft auf folgende Empfehlung gestoßen:
Kathrein LCD 115 A+ Koax Kabel RG6, schwarz, UV-stabil, halogenfrei, Class A+ (1,13/4,8/6,9 mm)

Hoffe ihr könnt mir weiter helfen.

Viele Grüße,
Christian
Zethar
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon dsaw » 15.09.2016, 19:07

lcd 115 ist für außen
lcd 110 für innen
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon Bastler » 15.09.2016, 19:34

Ich möchte jetzt hier keine konkrete Materialempfehlung geben, nur zu Dimensionierung des Verstärkers (Achtung, ist vielleicht etwas "komplizierter", aber im Grunde doch einfach):

Ein im Kabelnetz verwendeter Verstärker muss über einen Entzerrungssteller verfügen, es gibt nur extrem wenige Fälle, wo man ohne auskommt.

Rechne zunächst die Hausdämpfung aus, also die Dämpfungen aller Bauteile auf dem Weg bis zum TV-Anschluss. Also z.B. 8-Fach Verteiler (11 dB) und Anschlussdose (z.B. 12 dB, sofern an jedem Strang nur eine Dose benutzt wird).
In diesem Fall 23 dB. Der Verstärker muss also mindestens 23 dB Verstärkung haben.
Aber: Ab jetzt braucht man um weiter machen zu können ein Messgerät und etwas Fachwissen. Jetzt müsste man nämlich den ÜP-Pegel messen und vor allem die Schräglage zwischen den unteren und den oberen (analogen) Kanälen, also etwa zwischen ~114 MHz und ~ 500 MHzermitteln. Den Pegelunterschied zwischen beiden Kanälen mus man nun zu der zuvor ermittelten Verstärkung addieren (aber nur dann, wenn der obere Kanal weniger Pegel hat als der untere. Ist er höher, hat man den seltenen Fall, dass man im Verstärker keine Entzerrung braucht). Also z.B:
23 dB Hausdämpfung + 9 dB Schräglage = 32 dB.

Diese 32 dB Verstärkung muss der Verstärker mindestens haben. Falls die Frage aufkommt, warum man die Schräglage dazu rechnen muss: Die Verstärkung des Verstärkers wird durch die Entzerrung logischerweise um so viel dB kleiner, wie man den Entzerrer einstellt.

Soweit die Theorie.
Wenn man es richtig machen will, muss man noch mehr beachten: Erst mal wird man feststellen, dass die Verstärkung weiter zurück geht beim Entzerren als der Wert den man "einstellt". Das hat einfach den Grund, dass die Entzerrung "über alles" wirkt, die Kanäle die man zur Beurteilung der nötigen Entzerrung misst, sind aber nur etwa das "halbe Band".
Also muss man zu der ermittelten Entzerrung noch mal einen Korrekturwert hinzunehmen, 5dB haben sich da bewährt.
23 dB+ 9 db+ 5 dB = 37 dB

Ist vielleicht bis hier hin schon zu kompliziert, aber es geht sogar noch weiter:
Jetzt komt noch die UHF-Verzerrung ins Spiel. Das Signal am ÜP ist vom Frequenzgang her oft ungleichmäßig, es kommt oft vor, dass auf VHF die Schräglage negativ ist, ab 450 MHz aufwärts aber gerade oder sogar positiv.
Dieses muss man auch noch berücksichtigen und mit entsprechenden Bauteilen entzerren, wodurch sich die Verstärkung des Verstärkers noch mal um den Wert, den man entzerrt hat, veringert.

Das alles setzt außerdem noch voraus, dass am ÜP alle Pegel mindestens so stark anliegen, wie sie später auch an den Dosen anliegen sollen,und zwar auch auf dem höchsten genutzten Kanal. Wenn das nicht der Fall ist,muss der Verstärker noch mal größer gewähöt werden oder sogar vorverstärkt werden.

Hört sich kompliziert an, ist aber wenn man es ein paar mal gemacht hat gar nicht so schwer, aber eben ohne Messgerät nicht möglich.
Du siehst also, dass der "passende" Verstärker stark von der Anlage und den Pegeln am ÜP abhängig ist und man deshlab keine Generalempfehlung geben kann.

Es ist leider nicht mehr so wie früher, einfach einen Verstärker entsprechend der Dämpfung reinknallen und fertig. Das ging zu reinen Analogzeiten oder als das UHF-Band noch nicht im Kabel genutzt wurde, heute aber in der Regel nicht mehr.

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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon elo22 » 16.09.2016, 17:25

Bastler hat geschrieben:Rechne zunächst die Hausdämpfung aus, also die Dämpfungen aller Bauteile auf dem Weg bis zum TV-Anschluss. Also z.B. 8-Fach Verteiler (11 dB) und Anschlussdose (z.B. 12 dB, sofern an jedem Strang nur eine Dose benutzt wird).

:kratz: Kann nicht nachvollziehen. Warum erst eine hohe Verstärkung und dann runtergeknüppeln. Da nimmt man Abzweiger mit Stich/Einzeldosen, dann ist auch der Verstärker kleiner.

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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon Andreas1969 » 16.09.2016, 17:53

Der Einzelne Stich hat aber auch ne hohe Dämpfung,
teilweise bis 18 dB, je nach Ausführung.
Nur der Stamm-Abgang hat eine niedrige Dämpfung von ca. 1,5 dB

Gruß Andreas
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon MartinP_Do » 16.09.2016, 18:11

Andreas1969 hat geschrieben:Der Einzelne Stich hat aber auch ne hohe Dämpfung,
teilweise bis 18 dB, je nach Ausführung.
Nur der Stamm-Abgang hat eine niedrige Dämpfung von ca. 1,5 dB

Gruß Andreas


Eine Stichdose hat keinen Stamm-Abgang ...
Enddose != Stichdose ...

Stichdosen gibt es auch mit 1 dB Dämpfung ...

https://www.kab24.de/tv-sat/antennendos ... eckel.html

EDIT ( Stich" / "Stichdose" ) Der Verteiler, den man in den Keller baut, um die vielen Sternförmig abgehenden Leitungen zu versorgen hat natürlich eine hohe Dämpfung.

https://www.kathrein.de/sat/produkt/21610003/



EDIT2: ELO22 hob wohl darauf ab, daß "Bastler" mit einem Verteiler mit 11 dB Dämpfung und eine Enddose mit 13 dB Dämpfung gerechnet hat.
Durch Nutzung einer Stichdose hätte man sich ggfs die 13 dB sparen können.
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon Andreas1969 » 16.09.2016, 19:09

MartinP_Do hat geschrieben:Eine Stichdose hat keinen Stamm-Abgang ...
Enddose != Stichdose ...


Ich meinte auch die einzelnen Stiche auf dem "Stichverteiler" :D
War vielleicht etwas unverständlich ausgedrückt.


Gruß Andreas
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon Bastler » 16.09.2016, 19:50

Stichdosen und die dazugehörigem Multitaps zur Verteilung sollte man generell vermeiden wo es nur geht (und es geht so gut wie immer!).
Damit bekommt man so gut wie nie die angestrebte, möglichst gleichmäßige Dämpfung zu allen Anschlüssen hin, sondern bringt durch den Multitap mutwillig extreme Dämpfungsunterschiede in die Verteilung...

Sowas bedenken aber 230V-Elektriker in der Regel nicht, sofern sie überhaupt wissen, dass Stichdosen nicht an Verteiler angeschlossen werden dürfen.
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon Hemapri » 16.09.2016, 22:34

Zethar hat geschrieben:Wenn ich es richtig weiß, brauch ich ja dann von jeder Dose im Haus ein Kabel zum Verstärker


Nein, die Koaxialleitungen führen vom Verteiler über Erdungsblöcke oder Erdungswinkeln zu den Dosen.

und der Verstärker wird dann an den Verteiler von Unitymedia angeschlossen oder umgekehrt.


Zuerst kommt der Hausübergabepunkt, dann sollte normalerweise ein Doppelt Galvanisches Trennglied folgen. Dann kommt der Verstärker und nach diesem dr Verteiler.

Beim Kabel bin ich oft auf folgende Empfehlung gestoßen:
Kathrein LCD 115 A+ Koax Kabel RG6, schwarz, UV-stabil, halogenfrei, Class A+ (1,13/4,8/6,9 mm)


Wer hat denn das empfohlen? Das ist für Innenverlegungen unnötig. Wenn ich eines empfehlen darf, dann das "SK2000 Plus von Televes", ehemals Preisner.

MfG
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Re: Empfehlungen für Kabel/Verstärker Sternverteilung

Beitragvon MartinP_Do » 19.09.2016, 10:37

Bastler hat geschrieben:Stichdosen und die dazugehörigem Multitaps zur Verteilung sollte man generell vermeiden wo es nur geht (und es geht so gut wie immer!).
Damit bekommt man so gut wie nie die angestrebte, möglichst gleichmäßige Dämpfung zu allen Anschlüssen hin, sondern bringt durch den Multitap mutwillig extreme Dämpfungsunterschiede in die Verteilung...

Sowas bedenken aber 230V-Elektriker in der Regel nicht, sofern sie überhaupt wissen, dass Stichdosen nicht an Verteiler angeschlossen werden dürfen.


Sind es nicht eher die unterschiedlichen Leitungslängen zu den Stichdosen, die unterschiedliche Dämpfungen hervorrufen?

Ich würde schon davon ausgehen, daß die Pegel direkt an den Abgängen des Multitap noch identisch sind ...
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