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Erlebnis der dritten Art

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Erlebnis der dritten Art

Beitragvon xxt » 12.07.2016, 13:45

Ich bin 2 Play100 Nutzer, und auch einigermaßen zufrieden damit.

Vor rund 2 Wochen bekam ich einen ziemlich penetranten Werbeanruf von einem UM-Vertriebsbüro, welcher mich von einem Wechsel in einen Business Tarif überzeugte. Ich widerief zwar kurz später per E-Mail, aber bekam trotzdem die Fritzzbox zugeschickt, welche ich auch anschließen musste, damit weiterhin Internet ging. So weit so gut.

Nach einiger Zeit bekam ich ein Schreiben in welchem mir mitgeteilt wurde, dass ich als Business-Kunde kein Widerufsrecht hätte. Ich habe mich dann an die Hotline gewandt und denen mitgeteilt, dass ich trotz des Anrufs ihres Vertriebsbüros weiterhin Privatkunde sei. Man sagte mir dann, ich solle den Nachweis (Über eine Negativerklärung des Gewerbeamtes?!?) erbringen, dass ich kein Gewerbe angemeldet hätte. Da bin ich dann mal kurz sehr bestimmend geworden und die vehement verweigert.

Nach Rücksprache mit ihrem Chef wurde dann der Widerruf akzeptiert.
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon Wasserbanane » 12.07.2016, 15:24

Du hast also einem Wechsel in einen Geschäftskunden-Tarif zugestimmt!? Somit gelten wohl oder übel auch alle Vor- und Nachteile die Geschäftskunden genießen (u.a. Widerrufsausschluss). Auch wenn ich das Gebaren von UM in diesem Falle nicht gut heiße, sind sie wohl im Recht.

Btw. Dies ist keine Rechtsberatung! Nur vorsichtshalber!
Zuletzt geändert von Wasserbanane am 12.07.2016, 16:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: AW: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon Toxic » 12.07.2016, 15:35

Im Übrigen kann man schon fast sagen, dass mit Annahme und Anschluss der FB der Vertrag akzeptiert wurde...
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon koax » 12.07.2016, 16:37

Wasserbanane hat geschrieben:Du hast also einem Wechsel in einen Geschäftskunden-Tarif zugestimmt!? Somit gelten wohl oder übel auch alle Vor- und Nachteile die Geschäftskunden genießen (u.a. Widerrufsausschluss). Auch wenn ich das Gebaren von UM in diesem Falle nicht gut heiße, sind sie wohl im Recht.

Wohl kaum. Das gesetzliche Widerrufsrecht orientiert sich an dem Umstand, ob der Kunde ein privater Endverbraucher ist, nicht jedoch daran ob ein Unternehmen einem Produkt den Namen Business gibt. UM schließt private Verbraucher nicht als Kunden der Business-Verträge aus.
Recht hat UM aber wohl bei der Beweislast, dass es sich um ein privates Rechtsgeschäft handelt, denn die trägt derjenige, der sich auf das Recht des den Widerrufs beruft, also der Verbraucher.
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon Dinniz » 12.07.2016, 20:41

Seit wann widerruft man etwas per Email?
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon Wasserbanane » 12.07.2016, 21:34

Naja, da habe ich wirklich nicht zu Ende gedacht. Ist wohl so, wie koax es schreibt. Nur bestätigt man bei Bestellung des Business-Anschlusses nicht stillschweigend (schriftlich durch Unterschrift die AGB), dass man Geschäftskunde ist?

Dann bleibt es trotzdem dabei, was ich geschrieben habe und koax bestätigt hat. Man ist selbst in der Beweispflicht!?
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon johnripper » 12.07.2016, 21:52

Dinniz hat geschrieben:Seit wann widerruft man etwas per Email?

Geht sogar mündlich, solange der Gegner es akzeptiert. Probleme kommen halt auf wenn Zugang und Inhalt nachweisen willst.
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon xxt » 12.07.2016, 22:39

Man wird ja nicht zum Geschäftskunden, nur weil UM das Produkt so nennt. Schriftlich hatte ich auch nichts bekommen, war ja ein ungebetener Anruf von einem UM Vertriebspartner und es lief alles mündlich.
Ich wollte über das Kundencenter widerrufen, aber ich hatte da ständig technische im Mailsystem von denen.
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon Wasserbanane » 12.07.2016, 23:07

Wie gesagt, keine Rechtsberatung.

Nur hast du dich doch als Geschäftskunde ausgegeben, als du ein Produkt speziell ausgelegt für B2B gebucht hast. So verstehe ich das. Ich persönlich sehe das wie z. B. bei den Metro-Einkaufsmärkten. Man braucht zwar eine Karte um sich als Selbstständiger auszuweisen, es kauft dort aber trotzdem so gut wie jeder auch privat ein. Nur dann müssen sich diese auch an deren Bedingungen halten.

Kann jetzt in diesem Fall auch anders sein, aber das wird dir hier wohl keiner zu 100% beantworten können. Im Zweifelsfall bleibt da wohl nur Bindesnetzagentur, Verbraucherzentrale oder Anwalt.
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Re: Erlebnis der dritten Art

Beitragvon koax » 13.07.2016, 09:16

Wasserbanane hat geschrieben:Man ist selbst in der Beweispflicht!?

Als allgemeiner Rechtsgrundsatz gilt, dass jemand, der ein Recht für sich in Anspruch nimmt (in diesem Fall das Widerspruchsrecht des Verbrauchers) im Streitfall nachweisen muss, dass er die geforderten Voraussetzungen auch erfüllt.

Nur hast du dich doch als Geschäftskunde ausgegeben, als du ein Produkt speziell ausgelegt für B2B gebucht hast.

Sowas kann man nur im konkreten Einzelfall beurteilen. Ich kenne in den AGBs von UM keine Passus, dass Business-Verträge nur für Geschäftskunden erlaubt sind und man mit Abschluss eines solchen Vertrages versichert ein Unternehmer zu sein.
Der einzige Hinweis den ich gesehen habe findet sich im Bestellformular in der Form, dass es ein Pflichfeld "Firma" gibt. Die Angabefelder für einen Besteller sind für Geschäftskunden ausgelegt.

Ich glaube (persönliche unverbindliche Meinung) jedoch nicht, dass wenn dort ein Besteller einfach "Hans Müller" einträgt, UM mit einer Auffassung vor Gericht durchkäme, dass sie von der Auffassung ausgingen, dass es sich um einen Geschäftskunden handelt.
Wenn in den Bestellangaben jedoch ausdrücklich weitere unternehmertypische Angaben (z.B.Mitarbeiterzahl, Branche) sähe m.E. die Sache schon anders aus. Ein Verbraucher verliert nach Treu und Glauben sein Recht auf auf die Verbraucherrechte, wenn er sich fälschlicherweise als Unternehmer ausgibt und dies dem Vertragspartner nicht bekannt ist und nicht erkennbar ist.

Allein die Tatsache, dass wohl UM vieltausendfach Businessveträge mit Nichtunternehmern abgeschlossen hat stärkt m.E. nicht gerade eine Rechtsposition, dass ein Besteller automatisch als Geschäftskunde zu werten ist.

Ich vermute mal, dass im Rahmen von Business-Vertragsabschlüssen UM überhaupt keine Widerrufsbelehrung mitgeteilt hat?
Das wäre dann zumindest ein Indiz für ihre Rechtsmeinung, dass sie es mit Unternehmern als Kunden zu tun haben.
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