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Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

In dieses Forum kommen Themen über Unitymedia hinein, die nicht in andere Foren passen.

Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon GoaSkin » 19.02.2016, 18:39

Bei den Anforderungen geht es letztendlich nur darum, dass diverse WLAN-Parameter nicht mehr beliebig per Software gesetzt werden können.

Code: Alles auswählen
Usage: iwconfig [interface]
                interface freq N.NNN[k|M|G]
                interface channel N
                interface bit {N[k|M|G]|auto|fixed}
                interface rate {N[k|M|G]|auto|fixed}
                interface power {period N|timeout N|saving N|off}
                interface txpower {NmW|NdBm|off|auto}
                interface sens N
                interface frag {N|auto|fixed|off}


Erwähnte Parameter, die man z.B. unter Linux mit iwconfig setzen könnte, darf WLAN-Hardware nicht mehr beachten, sondern muss das eigenständig regeln können. So lange die Router weiterin WLAN-Hardware nutzen, bei denen kritische Parameter weiterhin per Software konfigurierbar sind, muss die Firmware als Solche dann dicht gemacht werden. Wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, der Hardware mitzuteilen, dass diverse Parameter nicht mehr auf Auto stehen, dann ist es auch kein Thema, ob die Firmware des Routers offen ist oder nicht. Anforderung ist eben, dass das WLAN-Modul Funkleistung und Co. autonom setzt und sich nicht der Rechner darinter drum kümmert oder kümmern kann.
Es gibt drei Fleischsorten: Beef, Chicken und Veggie. Von welchem Tier die kommen? Von garkeinem, sondern aus der Packung.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon mauszilla » 19.02.2016, 21:38

TP-Link arbeite übrigens derzeit an einer Version wo nur die Funkmodule gesperrt sein sollen und der Rest wieder offen ist.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 12827.html
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon BoMbY » 20.02.2016, 16:07

Alles was ich möchte ist, dass der Bridge-Modus auf meinem Cisco-Modem von Unitymedia nicht automatisch zurück gesetzt wird. Sofern die diese Einstellung erlauben, benutze ich das Gerät gerne weiter.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Leseratte10 » 20.02.2016, 16:09

Du meinst wohl eher "Cisco-Router".

"Modem" und "Bridge-Modus" passen nicht zusammen. Ein Modem hat keinen Bridge-Modus, und alles, was einen Bridge-Modus hat, ist kein Modem.

Aber komplette Endgerätefreiheit ist immer noch besser als freigeschalteter Bridgemodus, denn dann hat UM immer noch Vollzugriff auf ein Gerät in meinem Netzwerk.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 20.02.2016, 16:36

Leseratte10 hat geschrieben:Aber komplette Endgerätefreiheit ist immer noch besser als freigeschalteter Bridgemodus, denn dann hat UM immer noch Vollzugriff auf ein Gerät in meinem Netzwerk.

Ich sehe die Sache anders:

Bei anderen Netzen (z.B. einige Glasfaser-Netze) ist das, was dem Kabelmodem entspricht, irgendwo in einem Schaltkasten außerhalb des Hauses. In der Wohnung kommt nur das an, was der Ethernet-Buchse am Kabelmodem entspricht.

Bei so einem Netzaufbau wäre es dir wahrscheinlich doch auch egal, welches Modem der Netzbetreiber in seinem Schaltkasten hat, welche Software er aufspielt usw...

Warum also nicht im Kabelnetz?
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon manu26 » 20.02.2016, 16:42

Prinzipiell richtig. Der einzige Unterschied wäre in diesen Beispiel, dass in einem Fall das Gerät am Strom des Kunden hängt.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Leseratte10 » 20.02.2016, 16:48

Da ist es außerhalb des Hauses, außerhalb meiner Reichweite, genau.

Vergleichen wir doch mal, was passiert, wenn so ein Glasfaser-Schaltkasten gehackt wird versus wenn mein TC7200 (im Bridge-Modus) gehackt wird.

Bei gehacktem TC (und einem unfreiwilligen WLAN-Mitbenutzer) hast DU die Arschkarte, weil das über deinen Anschluss / deine MAC usw. in UMs Netz landet und sämtliche Straftaten zu deinem Anschluss zurücklaufen. Dann musst du erstmal nachweisen, dass da einer dran war, und das ist ohne riesige öffentlich bekannte Sicherheitslücke (vgl. Fritzboxen) wohl eher schwierig.
Bei gehacktem Glasfaser-wasweißichwas-Kasten auf der Straße, den sich evtl. sogar noch mehrere Kunden teilen (?) geht das so nicht.

Oder verstehe ich da was falsch?
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 21.02.2016, 08:52

Leseratte10 hat geschrieben:Oder verstehe ich da was falsch?

Falls wir von der Situation vor August 2016 sprechen, verstehst du etwas falsch:

Wenn das Modem im Schaltkasten gehackt wirst, hast DU erst einmal genau so die Arschkarte gezogen, wie wenn dein Router gehackt wird:

Es gab einen Fall, da musste eine ältere Frau (laut erster Gerichtsinstanz) Störerhaftung bezahlen, weil ihre IP-Adresse zum illegalen Upload benutzt wurde. Erst in der zweiten Instanz wurde das Urteil gekippt, weil die Dame nachweislich keinen Internet-Anschluss mehr hatte, und die IP-Adresse lediglich zum "Modem im Schaltkasten" gehörte, die Leitung zwischen Schaltkasten und Wohnung zu diesem Zeitpunkt aber nachweislich gar nicht mehr angeschlossen war.

Wenn die Leitung noch angeschlossen gewesen wäre, wäre es wohl unmöglich gewesen, zu beweisen, dass der Fehler auf der Seite des Providers (also im Schaltkasten) gelegen hat und man hätte die Störerhaftung bezahlen müssen.

Wenn man es hingegen beweisen hätte können, dass der Fehler auf Provider-Seite liegt, dann gilt bis August 2016 (für existierende Verträge eventuell auch danach noch), dass die Verantwortlichkeit des Kunden beim Ethernet-Anschluss des Zwangsmodems oder Zwangsrouters anfängt, während alles was davor kommt (also alles, was im Zwangsmodem oder im Zwangsrouter selbst schief läuft), Problem des Providers ist.

Ob sich das Modem in der Wohnung oder im Schaltkasten vor dem Haus befindet, ist rechtlich völlig irrelevant.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon hajodele » 21.02.2016, 15:41

Wo ist da jetzt der Unterschied?
Die Störerhaftung bezieht sich nach OSI ab der Internet-Schicht.
Wo soll es da einen Differenzierung zwischen Miet- und Kaufgerät geben.
Übrigens lieferte UM bis vor wenigen Jahren Modems, die bis heute im Einsatz sind.
War da nicht wer, der so ein Miet-Teil noch hat? :zwinker:
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 21.02.2016, 17:22

hajodele hat geschrieben:Wo ist da jetzt der Unterschied?
Die Störerhaftung bezieht sich nach OSI ab der Internet-Schicht.

Die meisten Gerichte nehmen an, dass man über die IP-Adresse auch an den Namen desjenigen kommt, der die Urheberrechtsverletzung begangen hat. Daher hättest du auch schon dann ein Problem, wenn beim Abschreiben der IP-Adresse ein Zahlendreher passiert ist (was bei derartigen Gerichtsverfahren angeblich häufiger vorkommt, als man denkt).

Das Problem ist dabei die Beweislast: Wie will man beweisen, was wirklich passiert ist?

Nehmen wir aber einmal an, dass man beweisen konnte, dass die Ursache für das Problem ein gehackter Router war:

Bei der Störerhaftung ist man laut BGH-Urteil nur dann haftbar, wenn - vereinfacht ausgedrückt - im "eigenen Bereich" etwas falsch gemacht wurde (und man zumindest theoretisch die Möglichkeit gehabt hätte, dasjenige zu verhindern - was aber fast immer der Fall ist).

Bei einem Zwangsrouter (wie es bei einem Mietrouter ist, weiß ich nicht) beginnt "der eigene Bereich" bei der Ethernet-Buchse des Routers, während der Router selbst noch Bestandteil des Netzes des Providers ist. Bei einem gekauften Router beginnt "der eigene Bereich" an der Dose an der Wand und der Router gehört voll dazu.

Wenn du vor Gericht nachweisen kannst, dass dein Zwangsrouter gehackt war und deswegen ein Hacker illegal Dateien hochladen konnte, bist du fein raus: Der Zwangsrouter zählt in die Zuständigkeit des Providers und der Provider haftet folglich auch dafür, wenn damit Straftaten begangen wurden.

Wenn dein selbst gekaufter Router gehackt wurde, bist du dafür verantwortlich, was damit passiert und du musst Störerhafrung bezahlen - selbst dann, wenn du beweisen kannst, dass dein Router gehackt wurde!

Das ist übrigens bei gemieteten Gegenständen oft so: Wenn du ein Auto kaufst, an dem irgendwelche illegalen Manipulationen vorgenommen wurden und deswegen ein Unfall mit diesem Auto passiert, haftest du dafür. Wenn du das manipulierte Auto gemietet hast, haftet hingegen die Autovermietung.
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