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Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon johnripper » 17.02.2016, 23:15

MartinDJR hat geschrieben:In dem Moment, wenn er eine Beschreibung vorlegt, die der DOCSIS widerspricht, ist seine Beschreibung per Gesetz der offiziell gültige Standard, an den sich alle Hersteller halten müssen, während die DOCSIS-Spezifikation nur eine PDF-Datei ist, die keinerlei Gültigkeit hat!

Der Provider kann keine Standards definieren, sondern nur sog. Schnittstellen.

MartinDJR hat geschrieben:Mein Arbeitgeber hat sich 20 Netzwerkkarten aus Fernost gekauft: Alle 20 hatten dieselbe MAC-Adresse.

Technisch kein Problem 19 von 20 Geräte abzustellen. Ansonsten einfach alle 20 abstellen. Die Kündigung wegen Verstoß gegen die (noch zu ändernden) AGBs gibt es gleichzeitig mit der Strafanzeige wegen Leistungserschleichung.

MartinDJR hat geschrieben:Laut FTEG wäre das dann aber ein Problem des Kabelproviders, nicht des Kunden: Er wäre dazu verpflichtet, die Modems mit gleicher MAC-Adresse am selben Netz zum Laufen zu bringen. Das geht aber meines Wissens nicht.

Schnittstellendefinition: "(...) nur eine MAC-Adresse gleichzeitig anschließbar (...)" -> Problem gelöst. Außerdem, siehe oben.

MartinDJR hat geschrieben:Dass ein derartiges Modem dann eben nicht mehr der "DOCSIS 3.1"- sondern der "UM-2017"-Spezifikation entsprechen würde, ist nur Formsache.

Vorteil für den Kabelprovider: Er muss an seinem jetzigen Provisionierungsmodell nichts ändern.

Nachteil für den Provider: BMWi bedient sich § 4 II FTEG und der Provider kann seine "Schnittstellendefinition" auf den Müll hauen und fängt mit der Implementierung von vorne an. Da dies eine Weile dauern wird -> § 17 FTEG.

Sprich: So einseitig wie du das alles beschreibst, ist es nicht. Und ja, das BMWi "kann" ist hier eine Annahme. Diese triffst du aber auch zur genüge.
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johnripper
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 18.02.2016, 01:00

johnripper hat geschrieben:Technisch kein Problem 19 von 20 Geräte abzustellen.

Du hast das Szenario nicht verstanden:

Herr Müller, Herr Maier und Herr Schmidt haben alle drei den neuen 5-Play-Vertrag von DabelKeutschland (Name frei erfunden). Herr Müller hat diesen Vertrag seit September 2016 und kauft sich das qualitativ hochwertige Kabelmodem "Czwk-Gursky 7200" eines osteuropäischen Herstellers für 9,99 Euro.

Das Modem hat dieselbe MAC-Adresse wie die "AVM FritzBox", die sich her Maier bestellt hat, und wie das "Wu-Wang EVW3226", die an Herrn Schmidt geliefert wird.

Herr Maier und Herr Schmidt wohnen im selben Haus wie Herr Müller, schließen den Vertrag aber erst im Dezember 2016 ab. Sobald das zweite Modem ans Netzwerk angeschlossen ist, funktionert bei den dreien nichts mehr...

johnripper hat geschrieben:Schnittstellendefinition: "(...) nur eine MAC-Adresse gleichzeitig anschließbar (...)" -> Problem gelöst. Außerdem, siehe oben.

Was, wenn in Russland eine Organisation existiert, die "individuelle" MAC-Adressen vergibt und in China auch?

Dann gibt es jede MAC-Adresse auf der Welt im dümmsten Fall drei mal. Und da die IEEE nur eine Privatorganisation ohne staatliche Anerkennung ist, sind auch alle drei Vergabestellen vor dem Gesetz "gleichwertig"...

Spätestens, wenn zwei Modems unterschiedlicher Hersteller mit gleicher MAC-Adresse Probleme verursacht haben, wird das Bundesamt vom Provider wissen wollen, ob denn das "nur eine MAC-Adresse gleichzeitig" technisch überhaupt umsetzbar ist - unter der Voraussetzung, dass die Hersteller ihre MAC-Adressen von zwei unterschiedlichen Organisationen beziehen.

Spätestens dann wird gar nichts anderes übrig bleiben, als die MAC-Adresse entweder vom Provider oder von einer Bundesbehörde zuzuweisen.

Und das würde bedeuten: Die MAC-Adresse muss im Nachhinein in das Modem programmiert werden.

johnripper hat geschrieben:Der Provider kann keine Standards definieren, sondern nur sog. Schnittstellen.

Jeder dahergelaufene Hansel kann einen Standard definieren, der exakt die gleiche rechtliche Gültigkeit wie "DOCSIS 3.1" hat:

Der DOCSIS 3.1-"Standard" ist nichts anderes, als eine von einer Privatfirma herausgegebene Beschreibung. Auch UnityMedia ist eine Privatfirma und auch die sind in der Lage, so eine Beschreibung herauszugeben.

Der Provider kann vorgeben, dass die ersten 6 Bytes eines Datenpaketes in Richtung Kunde und die zweiten 6 Bytes eines Datenpaketes vom Kunden nicht die "MAC-Adresse", sondern die vom Provider vorgegebene "Kundenkennung" darstellen.

In diesem Fall hat er nur das Datenformat auf der Leitung spezifiziert (also die Schnittstelle), aber dennoch (indirekt) die MAC-Adresse des Modems vorgegeben!

johnripper hat geschrieben:Nachteil für den Provider: BMWi bedient sich § 4 II FTEG und der Provider kann seine "Schnittstellendefinition" auf den Müll hauen...

Wenn du das FTEG vollständig gelesen hättest, würdest du wissen, dass §4 sich nur auf Geräte bezieht, die über (Zitat §2 FTEG) "elektromagnetische Wellen mit Frequenzen von neun Kilohertz bis dreitausend Gigahertz ... kommunizieren ..., die sich ohne künstliche Führung im Raum ausbreiten".

... also ohne Kabel!

Aus genau diesem Grund sind Kabelprovider ja auch so dagegen, dass "Fremdgeräte" zugelassen wurden:

Geräte, die unter den Begriff "Funk" fallen, dürfen erst gar nicht in Betrieb genommen werden, wenn davon auszugehen ist, dass sie Störungen verursachen. Bei Kabelmodems ist die Rechtslage aber nicht eindeutig.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon hajodele » 18.02.2016, 18:19

Was wirfst du dir eigentlich so ein?
Vielleicht wäre mal was anderes, das dich hoch- anstatt runterbringt, besser :confused:
Deine ganzen Einwände sind bereits jetzt, mit Routerzwang, technisch möglich.
Es ist ja nur eine Frage des Aufwands. Illegal und ggf. nachverfolgbar ist es allemal.

Für was kauft ihr eigentlich noch 'Netzwerkkarten?
Die letzten Netzwerkkarten haben wir vor 20 Jahren gekauft.
Wir verwendeten damals 3com. Da war auch mal eine doppelte MAC dabei.
Davon ist aber das Netz nicht abgestürzt. Nur die betroffenen Geräte hatten Probleme, die aber selbst damals im Log schnell nachvollziehbar waren.

Wenn das aber tatsächlich ein Problem von UM sein soll, kann ich das einfach nicht nachvollziehen.
Irgendwie liest du Dinge aus dem Gesetz raus, die so weder drinn stehen noch von einem Gericht so gesehen werden.

Kannst du dir vielleicht nicht ein anderes Hobby suchen.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 18.02.2016, 21:47

hajodele hat geschrieben:Was wirfst du dir eigentlich so ein?

Nun ja.

Dass sich die Diskussion so entwickelt, wie sie es getan hat, war nicht meine Absicht.

Angefangen hat es mit der Fragestellung, ob und wie Provider den Modemzwang weiterhin durchsetzen könnten und auch wie das Problem mit der Provisionierung gelöst wird.

Da habe ich die Idee mit den MAC-Adressen geäußert, die für den Provider mindestens zwei Vorteile bieten würde. (Nämlich eindeutige MAC-Adressen auch bei chinesischen Modems und keinen Aufwand, wenn sich der User ein neues Modem kauft) Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass einer der Kabelprovider diese Idee bereits hatte und auch umsetzen wird.

Viele Leute sind jetzt hellauf begeistert, dass der Routerzwang aufgehoben ist und können es kaum erwarten, das eigene Modem anzuschließen. Ich habe Beiträge von Usern gelesen, die haben vor, ihren Vertrag so zu kündigen, dass sie am 1. August einen neuen Vertrag machen, um sich gleich ein neues Modem kaufen zu können.

Meine Absicht war eigentlich nur, die Leute vor so etwas zu warnen:

Wenn's dumm läuft, haben diejenigen Kunden danach DS-Lite mit UBEE-Router (der ja schlechter sein soll als die TC 7200), während sie jetzt noch IPv4 mit TC 7200 haben...

hajodele hat geschrieben:Für was kauft ihr eigentlich noch Netzwerkkarten?

Nun ja, ich habe nicht gesagt, dass das in den letzten paar Jahren passiert ist.

Für manche Anwendungsfälle ist es aber vorgeschrieben, dass ein Labor-Gerät mit Netzwerkanschluss nicht am Firmennetz hängen darf. Das kommt bei uns recht häufig vor. Da braucht man eine zweite Netzwerkkarte, um das Laborgerät mit dem Laptop zu verbinden, während man mit dem anderen Anschluss am Firmennetz hängt.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Stiff » 19.02.2016, 08:56

Nur mal so zur Info für alle die sich auf ein reines Modem freuen, damit sie dahinter einen router ihrer Wahl anschliessen können:

TP-Link muss WLAN-Firmware sperren
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 09847.html
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Wasserbanane » 19.02.2016, 09:25

Stiff hat geschrieben:Nur mal so zur Info für alle die sich auf ein reines Modem freuen, damit sie dahinter einen router ihrer Wahl anschliessen können:

TP-Link muss WLAN-Firmware sperren
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 09847.html

Nur mal zum Verständnis. Was hat das modden von WLAN-Geräten mit Kabelmodems zu tun? Gibt es den keine reinen Modems mehr, nur noch Gateways? Im Kabelsegment sieht es in Deutschland natürlich mau aus, da kein Markt dafür vorhanden. Das dürfte sich aber doch mit der Zeit bessern.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon manu26 » 19.02.2016, 15:17

hajodele hat geschrieben:ich habe übrigens mal spasseshalber einige Große Internetanbieter angeschaut:
Telekom, UM und Vodafone haben nur IPv4. 1und1 hat auch IPv6
Ist das nun lustig? :heul:


Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei der Telekom vollwertiges Dual Stack bekommt.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon hajodele » 19.02.2016, 16:14

manu26 hat geschrieben:Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei der Telekom vollwertiges Dual Stack bekommt.

Ja - noch. Die haben anscheinend wg. DS-LITE mal was von 2018 gefaselt.

Meine Tests bezogen sich auch die Webpräsentation selbst :smile:
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Stiff » 19.02.2016, 16:18

Wasserbanane hat geschrieben:Nur mal zum Verständnis. Was hat das modden von WLAN-Geräten mit Kabelmodems zu tun?


Nix,
aber hier erhoffen sich ja viele dann hinter einem eigenen Modem einen restriktionslosen Router ihrer Wahl anzuschliessen, den sie konfigurieren können wie sie wollen.
Und jetzt fangen offenbar die Routerhersteller an ernsthaft die Firmware auf den Geräten zu bestimmen.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon mauszilla » 19.02.2016, 16:28

Die Routerhersteller machen das nur aufgrund neuer Gesetze.
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Da es zu teuer wäre nur das Funkmodul zu sperren, wird eben die gesamte Firmware der Router gesperrt.
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