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Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Leseratte10 » 23.05.2016, 18:35

Unitymedia hat geschrieben:Wenn zum 1. August die gesetzliche Regelung zur Routerfreiheit in Kraft tritt, werden bestehende Unitymedia Kunden ebenso wie Neukunden an ihrem Unitymedia Anschluss auf Wunsch einen eigenen Kabelrouter nutzen können, sofern das gewählte Gerät unserer ab dem 1. August geltenden Schnittstellenbeschreibung entspricht.


(http://www.heise.de/ct/artikel/Mit-Opt- ... 15517.html)

Wenn ich das schon wieder lese "unserer ab dem 1. August geltenden Schnittstellenbeschreibung entspricht" ...
Das klingt erstens nach "es gilt ab dem 1. August eine vollkommen neue Schnittstellenbeschreibung zu der es dann garantiert noch keine verfügbaren Router gibt" und zweitens nach "wir tun alles um diese Schnittstelle so weit es geht zu verkomplizieren" ...
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon manu26 » 23.05.2016, 18:47

Lassen wir uns überraschen, was die sich ausdenken. Hoffentlich denken die daran, dass es um freie Routerwahl geht und nicht um die Freiheit, sich ein noch nicht existierendes Modem entwickeln und bauen zu lassen, das irgendwelchen willkürlichen Schnittstellen entspricht.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 23.05.2016, 21:12

Leseratte10 hat geschrieben:Das klingt erstens nach "es gilt ab dem 1. August eine vollkommen neue Schnittstellenbeschreibung ..." und zweitens nach "wir tun alles um diese Schnittstelle so weit es geht zu verkomplizieren" ...

In folgendem Beitrag: viewtopic.php?f=53&t=33381&p=348863#p348836 (unteres Viertel) habe ich geschrieben, warum Kabelprovider eventuell sogar eine "vollkommen neue Schnittstellenbeschreibung" erstellen müssen.

Leseratte10 hat geschrieben:zu der es dann garantiert noch keine verfügbaren Router gibt

Dann gibt es die entsprechenden Router halt erst am 1. September oder 1. Oktober.

Ob du jetzt zwei oder vier Monate auf deinen eigenen Router warten musst, dürfte wohl egal sein.

Nur einen neuen Router würde ich an deiner Stelle erst dann kaufen, wenn klar ist, welches Routermodell nach dem 1. August bei UM funktionieren wird.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Leseratte10 » 23.05.2016, 21:43

Die MAC-Adressen haben 48 bit. Bei 48 bit ist es wohl sehr sehr sehr unwahrscheinlich, dass ausgerechnet an einer ganz bestimmten CMTS nun zwei Modems hängen die jetzt zufällig die gleiche MAC haben sollten.

Funktioniert doch in den USA auch? Da gibts auch keine Modems wo man die MAC einstellen muss, und da kann sich ja auch einer ein Modem aus China und einer eins aus Deutschland importieren ...
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 24.05.2016, 07:40

Leseratte10 hat geschrieben:Bei 48 bit ist es wohl sehr sehr sehr unwahrscheinlich, dass ausgerechnet an einer ganz bestimmten CMTS nun zwei Modems hängen die jetzt zufällig die gleiche MAC haben sollten.

Sofern der Hersteller die MAC-Adressen zufällig auswählt: Ja.

Sofern der Hersteller vielleicht soagr bewusst MAC-Adressen von TC7200s nimmt, ist die Wahrscheinlichkeit schon deutlich höher.

Falls der Hersteller allen seinen Geräten dieselbe MAC-Adresse verpasst (bei Netzwerkkarten haben einige Hersteller das schon gemacht), ist nur die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass zwei Kunden im selben Hochhaus sich einen Kabelrouter derselben Firma kaufen...

Leseratte10 hat geschrieben:Funktioniert doch in den USA auch?

Das habe ich zwei Beiträge weiter unten erläutert:

Sofern ich die rechtliche Situation korrekt überblicke, gibt es da folgenden Unterschied:

  • In den USA darf ein Modem-Hersteller keine Modems verkaufen, der keine von der IEEE zugewiesenen individuellen MAC-Adressen verwendet.
  • In Deutschland darf man einem Modem-Hersteller nicht vorschreiben, eine individuelle MAC-Adresse zu verwenden.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon hajodele » 24.05.2016, 09:33

MartinDJR hat geschrieben:In Deutschland darf man einem Modem-Hersteller nicht vorschreiben, eine individuelle MAC-Adresse zu verwenden.

Ob das so ist, weiss ich nicht. Bei vielen anderen Produkten (z.B. rund ums Auto) darf man alles verkaufen, nur der Kunde darf es nicht benutzen.
Bei einer MAC mit der Kennung einer anderen Firma könnte man z.B. mit Produktpiraterie argumentieren. Auch das kennt man zur Genüge aus China.

Bei einer im Gerät änderbaren MAC könnte ich mir gut vorstellen, dass das tatsächlich ein human Problem ist:
Da gibt es eine Anleitung, in der steht: tragen sie hier ihre Wunsch-MAC ein, z.B. affe.....
Man kann ziemlich sicher annehmen, dass ein gewisser Teil Benutzer einfach genau dieses Beispiel übernimmt.

Die Router, die ich mit veränderbarer MAC kenne, nennen das ein Feature und es war noch zu Modemzeiten gerade bei Kabel beliebt.
Bei manchen Downloadseiten bekommt man pro Tag nur ein Kontingent Highspeed-Download pro IP. Nur mit einer anderen MAC am Router konnte man die IP ändern. Der Vergleich hinkt natürlich, da am Modem noch deutlich mehr dranhängt.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Leseratte10 » 24.05.2016, 09:58

Wenn ein Hersteller absichtlich allen Geräten die gleiche MAC gibt dann steht der schuldige allerdings klar fest...
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 24.05.2016, 16:03

hajodele hat geschrieben:Bei einer MAC mit der Kennung einer anderen Firma könnte man z.B. mit Produktpiraterie argumentieren.

Bei einer einfachen Zahl (was eine MAC-Adresse ja ist) bin ich mir absolut sicher, dass sich diese nicht rechtlich schützen lässt.

Wenn die Provider den Kunden in Zukunft die MAC-Adresse und den Private-Key auf Papier aushändigen, haben sie hingegen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

  • Es ist sichergestellt, dass die MAC-Adresse nicht mehrfach verwendet wird
  • Der Provider muss an seiner Technik absolut nichts ändern:
    Es wird wie bisher auch schon pro Kunde ein bestimmtes Modem (= MAC-Adresse + Public-Key) provisioniert und fertig
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon hajodele » 24.05.2016, 17:46

MartinDJR hat geschrieben:Wenn die Provider den Kunden in Zukunft die MAC-Adresse und den Private-Key auf Papier aushändigen, haben sie hingegen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

Es ist sichergestellt, dass die MAC-Adresse nicht mehrfach verwendet wird
Der Provider muss an seiner Technik absolut nichts ändern:
Es wird wie bisher auch schon pro Kunde ein bestimmtes Modem (= MAC-Adresse + Public-Key) provisioniert und fertig

Wenn du meinst. :D
Der Provider muss erstmal so ein System aufstellen.
Keiner, der bisher verwendeten Hardwarehersteller macht so einen Unfug.
Damit wäre dein Ziel erreicht.
Und meins auch: UM macht sich weltweit lächerlich. (Man beachte dass der Mutterkonzern schon in anderen europäischen Ländern ohne solche "von hinten durch die Nase" Technologien auskommt.

Wie es wohl die Bundesnetzagentur sieht, wenn die Fremdgeräte anderst als die Eigengeräte misshandelt werden?
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 24.05.2016, 20:25

hajodele hat geschrieben:Der Provider muss erstmal so ein System aufstellen.

Ein Schlüsselpaar erzeugen und aus der Kundennummer eine MAC-Adresse berechnen?

Ein Schlüsselpaar generieren musste ich in Java für ein Hobbyprojekt einmal. Arbeitsaufwand: 1 Stunde

Die MAC-Adresse aus der Kundennummer berechnen: Habe ich gerade eben spaßeshalber in C# programmiert: 4 min 25 sek einschl. Testen

hajodele hat geschrieben:Keiner, der bisher verwendeten Hardwarehersteller macht so einen Unfug.

Die Argumentation der Provider könnte genau andersherum sein:

"Die MAC-Adresse eines Gerätes zu provisionieren, das nicht ein vom Provider beauftragter Techniker angeschlossen hat?
Keiner der vier (?) deutschen Kabel-Provider macht bisher so einen Unfug."

Gegen das Argument mit den Billigherstellern, die keine individuellen MAC-Adressen verwenden, würde es wohl gar kein Gegenargument geben.

hajodele hat geschrieben:Wie es wohl die Bundesnetzagentur sieht, wenn die Fremdgeräte anderst als die Eigengeräte misshandelt werden?

Hier fallen mir gleich mehrere Argumentationen ein, wie die Provider argumentieren könnten.

Beispielsweise: "Bei den gemieteten Modems sind die 'Zugangsdaten' bereits korrekt eingestellt."

Wahrscheinlich würden - wenn die Kabelbetreiber dies so handhaben - bereits Mitte August in Deutschland nur Modems erhältlich sein, bei denen man die MAC-Adresse einstellen kann.

Da es zur Zeit noch gar keine Kabelgeräte frei auf dem Markt zu kaufen gibt, kann sich auch niemand darüber aufregen, dass man die "alten Geräte" nicht weiter verwenden kann.
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