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Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

In dieses Forum kommen Themen über Unitymedia hinein, die nicht in andere Foren passen.

Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Mops21 » 05.02.2016, 13:56

Hallo ihr

Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

http://www.computerbase.de/2016-02/kabe ... wang-ende/

MfG
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon mauszilla » 05.02.2016, 14:44

Klar haben die schon Pläne, verraten die nur noch nicht.
Ist ja auch kein Hexenwerk. Müssen ja nur mal in andere Länder schauen wo das schon lange gemacht wird Belgien z.B.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon GoaSkin » 06.02.2016, 01:04

Na der Autor des Artikels ist nicht richtig informiert, denn genau diese beiden Alternativen zum Routerzwang werden genauso rechtswidrig sein, wie der Routerzwang als solches. Ein "Modem-Zwang" ist ausgeschlossen. Eine Zertifizierung von Routern ist so pauschal auch nicht möglich, da sich die Kabelanbieter weiterhin diktatorisch aussuchen können, welche Hardware-Hersteller überhaupt Hardware für ihr Kabelnetz anbieten dürfen. Lediglich eine Selbst-Zertifizierung durch die Hardware-Hersteller anhand von Vorgaben wäre denkbar. Dass Unitymedia aber z.B. Fritzboxen pauschal nicht zertifiziert, weil man sich mit AVM verkracht, ist ausgeschlossen.

Was die Ausarbeitung von Alternativen zum Routerzwang betrifft, weiss man auch nicht , ob die Kabelnetzbetreiber wirklich Alternativen erarbeiten. Vielleicht machen sie bewusst garnichts - weiss man nicht. Nichts tun bietet am Ende die Möglichkeit, juristisch gegen das Gesetz vorzugehen und mit dem wirtschaftlichen Schaden, den der "nicht umsetzbare" Routerzwang bedeutet, ganze Lobby-Arbeit zu leisten. I.e.S. durch einstweilige Verfügungen längere Übergangszeiten und Ausnahmeregelungen erwirken etc.

Es gab schon einmal einen solchen Fall: Das Dosenpfand.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 06.02.2016, 10:15

GoaSkin hat geschrieben:Na der Autor des Artikels ist nicht richtig informiert, denn genau diese beiden Alternativen zum Routerzwang werden genauso rechtswidrig sein, wie der Routerzwang als solches. Ein "Modem-Zwang" ist ausgeschlossen.

Es wird aber wohl de-facto auf so etwas rauslaufen.

Der Bundesrat hat bei der Abschaffung des Routerzwanges bemängelt, dass im Gesetz nicht drinsteht, dass Geräte nicht angeschlossen werden dürfen, die Schäden am Netz verursachen. Die Antwort der Bundesregierung war eindeutig:

Bereits jetzt ist es nicht zulässig, Geräte anzuschließen, die für das entsprechende Netz "nicht geeignet sind" und im Falle von Störungen am Netz, die durch ein "ungeeignetes" Gerät verursacht werden, kann man denjenigen, der das Gerät angeschlossen hat, für die Kosten haftbar machen.

Folgendes könnte passieren: Du schließt dein Kabelmodem deines Lieblingsherstellers an. Daraufhin ist das Kabelnetz aus irgend einem Grund gestört, die Firma mit 20 Mitarbeitern im Nachbarhaus hat ebenfalls kein Internet mehr und die Leute können deswegen nicht arbeiten. Nach einem Tag Fehlersuche wird das Problem gefunden: Das nicht-funktionierende Kabelmodem an deinem Anschluss.

Der Chef der Firma im Nachbarhaus verklagt dich auf Schadensersatz: 20 Mitarbeiter * 8 Stunden * 62 Euro / Mitarbeiterstunde = 9920 Euro.

Und laut Aussage der Bundesregierung wäre der Chef dabei voll im Recht: Es wurde ein "ungeeignetes" Gerät angeschlossen und derjenige, der dafür verantwortlich ist, muss nun die dadurch entstehenden Kosten zu 100% übernehmen:

- Wenn das Modem einen Sticker draufgeklebt hatte: "Geeignet für UnityMedia" muss der Modemhersteller die 9920 Euro bezahlen.

- Hat UnityMedia das Modem offiziell zertifiziert oder wurde es von UnityMedia (so wie heute die Zwangsmodems) gestellt, muss UnityMedia die 9920 Euro bezahlen (so, wie heute übrigens auch schon).

- Ist beides nicht der Fall, zahlst die 9920 Euro du.

Dieses Risiko wird den meisten Kunden einfach zu hoch sein...
Zuletzt geändert von MartinDJR am 06.02.2016, 10:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon strelnikov » 06.02.2016, 10:16

GoaSkin hat geschrieben:Was die Ausarbeitung von Alternativen zum Routerzwang betrifft, weiss man auch nicht , ob die Kabelnetzbetreiber wirklich Alternativen erarbeiten. Vielleicht machen sie bewusst garnichts - weiss man nicht. Nichts tun bietet am Ende die Möglichkeit, juristisch gegen das Gesetz vorzugehen und mit dem wirtschaftlichen Schaden, den der "nicht umsetzbare" Routerzwang bedeutet, ganze Lobby-Arbeit zu leisten. I.e.S. durch einstweilige Verfügungen längere Übergangszeiten und Ausnahmeregelungen erwirken etc.


Dürfte nicht passieren, da daß juristische Risiko zu groß ist und sich die Zeiten seit dem "Dosenpfand" geändert haben.

Wie sollte, dass ohne eine gemeinsame "Plattform" (wie immer die auch aussehen mag) von Herstellern und Netzbetreibern gehen? Dann könnte man auf den Gedanken kommen, an einem Kabelanschluss ein DSL Modem/-Router betreiben zu wollen. Ergo ohne einen Hinweis, beispielsweise einen Aufkleber nach dem Motto "für das Kabelnetz von XY geeignet", wird das nicht funktionieren und jemand muss das verabreden bzw. festlegen. Im schlimmsten Fall für den Verbraucher gibt der Netzbetreiber an die Hersteller ein Minimum an technischen Daten weiter, die gerade den juristischen und technischen Anforderungen entsprechen. Der Nutzer könnte ein technisch hochkomplexes Gerät mit zahlreichen Funktionen im Haus stehen haben, kann aber nur einen simplen Internetzugang nutzen.

Aber noch weiß niemand, was im Sommer 2016 passieren wird.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon GoaSkin » 06.02.2016, 19:21

MartinDJR hat geschrieben:Der Bundesrat hat bei der Abschaffung des Routerzwanges bemängelt, dass im Gesetz nicht drinsteht, dass Geräte nicht angeschlossen werden dürfen, die Schäden am Netz verursachen. Die Antwort der Bundesregierung war eindeutig:

Bereits jetzt ist es nicht zulässig, Geräte anzuschließen, die für das entsprechende Netz "nicht geeignet sind" und im Falle von Störungen am Netz, die durch ein "ungeeignetes" Gerät verursacht werden, kann man denjenigen, der das Gerät angeschlossen hat, für die Kosten haftbar machen.


Die technische Spezifikation für das Kabelnetz ist Euro-DOCSIS, nicht mehr und nicht weniger. Ein Standard, an den sich nicht nur der Kunde mit seinen Endgeräten halten muss, sondern auch der Kabelnetzbetreiber. Es gibt keinen Grund, warum der Kabelnetzbetreiber was Euro-DOCSIS-Konform ist, weiter einschränken sollte.

Für Mobilfunk ist auch ein GSM-Gerät standardkonform genug. Da kann auch kein Mobilfunkanbieter sagen "die Telefone von Samsung stellen sich zu dämlich bei der Funkzellensuche an, deshalb wollen wir sie nicht".
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 06.02.2016, 21:20

GoaSkin hat geschrieben:Die technische Spezifikation für das Kabelnetz ist Euro-DOCSIS, nicht mehr und nicht weniger.

Ein Standard, an den sich nicht nur der Kunde mit seinen Endgeräten halten muss, sondern auch der Kabelnetzbetreiber.


Laut Gesetz (§5 FTEG) entscheidet alleine der Netzbetreiber, an welche Spezifikation er sich hält, ob er eine eigene Spezifikation schreibt oder ob er eine bestehende Spezifikation (DOCSIS) abändert.

Wie kommst du auf die abwegige Idee, dass sich der Kabelnetzbetreiber an die DOCSIS halten müsste?

GoaSkin hat geschrieben:Für Mobilfunk ist auch ein GSM-Gerät standardkonform genug.


Richtig. Wenn dein Handy aber ein Billigprodukt ist, das Funkstörungen verursacht, darfst du das Gerät auch nicht betreiben. Früher war eine "Postzulassung" für Handies notwendig. Möglicherweise ist sie das heute noch.

Wenn ich die Stellungnahmen der Kabelnetzbetreiber richtig verstehe, wollen die nichts anderes, als dass Kabelmodems rechtlich wie Mobiltelefone behandelt werden. Wenn dann die Bundesnetzagentur getestet hat, dass das Modem DOCSIS-Konform ist, sind die Provider erst mal glücklich.

Wenn aber der Hersteller Chung-Wu-Chang einen Kleber draufklebt, auf dem draufsteht, dass das Ding 100% DOSCIS-Kompatibel ist und das Netz stört, dann wollen die Provider diese Geräte eben nicht an ihrem Netz haben.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon Reiner_Zufall » 06.02.2016, 22:24

MartinDJR hat geschrieben:
Richtig. Wenn dein Handy aber ein Billigprodukt ist, das Funkstörungen verursacht, darfst du das Gerät auch nicht betreiben. Früher war eine "Postzulassung" für Handies notwendig. Möglicherweise ist sie das heute noch.

Wenn aber der Hersteller Chung-Wu-Chang einen Kleber draufklebt, auf dem draufsteht, dass das Ding 100% DOSCIS-Kompatibel ist und das Netz stört, dann wollen die Provider diese Geräte eben nicht an ihrem Netz haben.



Auch der Hersteller Chung-Wu-Chang muss CE-konforme Geräte liefern. Somit dürfte ein Gerät, was schwerwiegende Netz-Störungen verursacht, kein CE haben und ein Verkauf in der EU wäre nicht möglich.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon racoon1211 » 07.02.2016, 03:21

Ein CE Zeichen wird nirgends behördlich geprüft und wird von der Firma selbst auf das Gerät geklebt.
Die Firma sagt damit nur "Jaja, wir halten uns schon dran, whatever..."

Als Gütesiegel ist ein CE-Zeichen vollkommen nutzlos.

Jier könnte entweder der VDE, TÜV oder von mir aus Stiftung Warentest mehr bringen.
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Re: Noch keine konkreten Pläne für Routerzwang-Ende

Beitragvon MartinDJR » 07.02.2016, 08:29

Reiner_Zufall hat geschrieben:Auch der Hersteller Chung-Wu-Chang muss CE-konforme Geräte liefern. Somit dürfte ein Gerät, was schwerwiegende Netz-Störungen verursacht, kein CE haben und ein Verkauf in der EU wäre nicht möglich.

racoon1211 hat geschrieben:Ein CE Zeichen wird nirgends behördlich geprüft und wird von der Firma selbst auf das Gerät geklebt.
Die Firma sagt damit nur "Jaja, wir halten uns schon dran, whatever..."

Im Gegensatz zu einem Handy kommt noch hinzu, dass ein Kabelmodem auch dann ganz offiziell verkauft werden darf, wenn es das Kabelnetz stört:

Schließlich könnte man das Kabelmodem ja an einem privaten Kabelnetz nutzen, wo man selbst die Hoheit darüber hat, welche Frequenzen genutzt werden dürfen und welche nicht.

Nur wenn das Kabelmodem auch in diesem Fall (Betrieb an einem privaten Kabelnetz) andere Geräte stören würde, dürfte es nicht verkauft werden...
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