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Routerzwang aufgehoben?

In dieses Forum kommen Themen über Unitymedia hinein, die nicht in andere Foren passen.

Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon MartinDJR » 22.12.2015, 18:00

elg hat geschrieben:
ervau hat geschrieben:Der unbedarfte Kunde mit seinen Geräten zwischen allen Stühlen sitzt.
Schaumama!


Der "unbedarfte" Kunde kann Modem+Router von UM bestellen.

Dieser "Unbedarfte" wird nicht dazu gezwungen, ein eigenes Modem/Router zu kaufen.

Oder sind wir alle "Unbedarfte"?

Ich bin mir nicht sicher, warum sich die Kabelprovider die Mühe machen, Router mit massiv gepatchter Firmware herauszugeben.

Das ist wesentlich teurer, als wenn sie einfach nur einen Router von der Stange an die Kunden weitergeben würden.

Ich selbst habe dafür nur eine Erklärung: Ein Router von der Stange würde an einem Anschluss von UM oder KD gar nicht funktionieren, sondern es sind massive Firmwarepatches notwendig!

Laut FTEG §5 ("Verbot des Routerzwangs"; dort Abs. 1 und 2) sind die Gerätehersteller dazu verpflichtet, die Router und Modems so zu bauen, dass sie kompatibel zu den Netzen der Provider sind (und nicht umgekehrt).

Selbstverständlich können Routerhersteller auch auf die Packung schreiben: "Funktioniert nur an Anschlüssen, die zu folgenden Standards kompatibel sind: ..." (Natürlich ist der von UnityMedia verwendete Standard nicht dabei.)

Wenn man es nicht schafft, irgendwoher einen Softwarepatch für den eigenen Provider für seinen Router zu bekommen, hat man keine Chance, das Ding zum Laufen zu bekommen - auch als IT-Profi nicht!

Von daher ist das mit den "Unbedarften" schon ein berechtigter Einwand.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon manu26 » 22.12.2015, 18:10

MartinDJR hat geschrieben:Laut Gesetz ist das nicht vorgesehen.

Es ist ausreichend, wenn du die Zugangsinformationen bekommst.

Bei einem Kabelmodem wären das: MAC-Adresse, ...

Was, du hast ein Kabelmodem, bei dem man die MAC-Adresse nicht einstellen kann?

So ein Pech aber auch. Da musst du dich an den Hersteller wenden.


Naja, nicht ganz. Die MAC-Adresse ist ja hardwaregebunden. Im Prinzip könnte man also sagen, dass Unitymedia heute schon Zugangsdaten rausgibt, indem sie dir ein spezifisches Modem geben, wo die Daten entsprechend draufstehen. Es muss umgekehrt laufen. Der Kunde muss Unitymedia quasi die Daten mitteilen, die sie freischalten sollen.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon Stiff » 22.12.2015, 21:59

MartinDJR hat geschrieben:Es ist ausreichend, wenn du die Zugangsinformationen bekommst.

Bei einem Kabelmodem wären das: MAC-Adresse, ...

Was, du hast ein Kabelmodem, bei dem man die MAC-Adresse nicht einstellen kann?

So ein Pech aber auch. Da musst du dich an den Hersteller wenden.

..Ich selbst habe dafür nur eine Erklärung: Ein Router von der Stange würde an einem Anschluss von UM oder KD gar nicht funktionieren, sondern es sind massive Firmwarepatches notwendig!...


Also ich kenn die MAC Adresse meines Modems, steht in den Einstellungen, hat aber nix mit "Zugangsinformationen" zu tun. :kafffee:
Selten so einen Quark wie in diesen beiden Posts gelesen.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon magruk » 22.12.2015, 22:55

MartinDJR hat geschrieben:...
Ich bin mir nicht sicher, warum sich die Kabelprovider die Mühe machen, Router mit massiv gepatchter Firmware herauszugeben.

Das ist wesentlich teurer, als wenn sie einfach nur einen Router von der Stange an die Kunden weitergeben würden.

Ich selbst habe dafür nur eine Erklärung: Ein Router von der Stange würde an einem Anschluss von UM oder KD gar nicht funktionieren, sondern es sind massive Firmwarepatches notwendig!
...


Nein, die Endgeräter der Hersteller folgen i.d.R. den naheliegenden Standards, bei Cable z.B. Euro- DOCSIS/PacketCable und funktionieren damit bestmöglich.
Alles andere wird auf expliziten Wunsch der Provuder ein- oder eben auch ausgebaut.
(Beispielsweise bekommt man bei NetCologne) die AVM6490 so, wie sie von AVM gebaut wird.
Geräte wie Horizon oder Connect Box sind von vornherein nach Providerwunsch customized.
UM Anschluss: 200M/20M Triple Play, Telefon Plus
Hardware: AVM Fritz!Box 6490 Cable, Samsung Horizon, AVM Fritz!Fon C4, Apple APX, MikroTik RB751G, Synology DS114, Samsung UE55J6250, Apple TV4

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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon MartinDJR » 23.12.2015, 00:04

manu26 hat geschrieben:Naja, nicht ganz. Die MAC-Adresse ist ja hardwaregebunden. Im Prinzip könnte man also sagen, dass Unitymedia heute schon Zugangsdaten rausgibt, indem sie dir ein spezifisches Modem geben, wo die Daten entsprechend draufstehen. Es muss umgekehrt laufen. Der Kunde muss Unitymedia quasi die Daten mitteilen, die sie freischalten sollen.

Stiff hat geschrieben:Also ich kenn die MAC Adresse meines Modems, steht in den Einstellungen, hat aber nix mit "Zugangsinformationen" zu tun.

@manu26: Wie kommst du auf die Idee, dass ein Provider dir ein Modem freischalten muss?

@Stiff: Das ganze hat sehr wohl etwas mit Zugangsinformationen zu tun:

Das Gesetz (§5 FTEG) ist an dieser Stelle ziemlich eindeutig: Der Provider ist derjenige, der bestimmt, wie die Zugangsdaten aussehen und wie ein Modem/Router gebaut sein muss, damit er am Netz des Providers funktioniert.

Bei der herkömmlichen Provisionierung wird die MAC-Adresse, die Seriennummer des Modems und ein weiterer Code benötigt. Alle drei Zahlen sind in herkömmlichen Modems fest "eingebrannt".

Wenn ich als Provider wirklich meine Kunden verärgern wollte, würde ich in die "Schnittstellenbeschreibung" (nach §5 FTEG) reinschreiben, dass die MAC-Adresse vom Provider vorgegeben wird und nur die zwei anderen Zahlen vom Modem abzulesen sind. Ich würde dafür sorgen, dass irgend ein Hersteller ein Kabelmodem mit einstellbarer MAC-Adresse für 5000 Euro im Angebot hat.

Den Kunden würde ich dann ihre MAC-Adresse, die sie zu verwenden haben, mit den Zugangsdaten mitteilen. Der (Quasi-Zwangs-) Router, den ich dem Kunden freundlicherweise anbiete, hat natürlich rein zufällig bereits die MAC-Adresse, die ich dem Kunden mitgeteilt habe...

Pro-Forma bin ich als Provider der gesetzlichen Pflicht nachgekommen: Du kannst dein eigenes Modem kaufen und anschließen. Die Argumentation: "Die MAC-Adresse eines Modems kann man aber nicht verändern" zieht nicht - ich werde dich darauf verweisen, dass das beim 5000-Euro-Modell möglich ist und dass ich nichts dafür kann, wenn das bei "Billigroutern" nicht möglich ist.

Lange kann ein Provider das allerdings nicht durchhalten: 3 Monate später werden AVM, Cisco usw. ebenfalls Modems mit einstellbarer MAC-Adresse im Angebot haben - zu "normalen" Preisen...
Stiff hat geschrieben:Selten so einen Quark wie in diesen beiden Posts gelesen.

Noch zum zweiten Post:

Der zweite Post hat mit dem ersten rein gar nichts zu tun.

Die Kosten um einen Firmwarepatch zu erstellen sind extrem hoch (ich kenne es aus dem Automobilbereich - im Internetbereich sind sie zugegebenermaßen etwas geringer). Das macht man nicht einfach nur, weil man dem Kunden irgendwelche Features des Routers nicht gönnen will!

Sofern es irgendwie möglich ist, Teile von der Stange mit der Standardsoftware zu verwenden, wird man einen Firmwarepatch um jeden Preis vermeiden.

Möglicherweise gab es 2012 einfach nur noch keine DS-Lite-Fähigen Router auf dem Markt, weswegen UM die gepatchte Firmware gemacht hat. Möglicherweise hat UM jedoch auch Änderungen am Protokoll vorgenommen, so dass möglicherweise kein "reines" 4in6 oder sogar kein "reines" IPv6 verwendet wird. Im zweiten Fall wird ein Router ohne speziellen UM-Patch nicht am UM-Netz funktionieren.

Wie gesagt: Laut §5 FTEG legen die Provider fest, an welchen Standard (und das kann auch ein hauseigener Standard sein!) sich die Hardware halten muss.

Und im Gegensatz zu der Sache mit der MAC-Adresse, bei der nicht klar ist, wie ein Richter die Sache sehen würde, wird kein Richter einen Provider dazu zwingen, sämtliche Router (die beim Kunden und die am anderen Ende der Leitung) alle auszutauschen, weil diese einem inoffiziellen Standard entsprechen.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon hajodele » 23.12.2015, 00:14

Tut das weh :wein: :heul: :wand:
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon MartinDJR » 23.12.2015, 00:24

Könntest du mir bitte genauer erklären, was an dem, was ich geschrieben habe, falsch sein soll?
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon manu26 » 23.12.2015, 00:25

Tipp: bei Gesetzen spielt auch eine Rolle, wie sie gemeint sind. Zugangsdaten aushändigen bedeutet in diesem Zusammenhang, dem Kunden die Authentifizierung zu ermöglichen. Wie das technisch im Detail gelöst wird, das ist eine andere Frage. Ich glaube nicht, dass sich Unitymedia auf einen Rechtsstreit einlassen wird. Im Zweifelsfall kann das Gesetz einfach noch einmal angepasst werden, um alle Unklarheiten zu beseitigen.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon MartinDJR » 23.12.2015, 00:57

manu26 hat geschrieben:Tipp: bei Gesetzen spielt auch eine Rolle, wie sie gemeint sind.

Das ist (leider) falsch:

Um zu verhindern, dass Chefs von Firmen, die pleite gehen, noch schnell Geld beiseite schaffen, wurde ein Gesetz erlassen, nachdem bestimmte Mitarbeiter nach der Firmenpleite die letzen 3 oder 4 Monatgehälter wieder zurückzahlen müssen.

Daraufhin wurde von Leuten wie der Putzfrau oder dem Hausmeister (teilweise knapp über Harz IV-Niveau) das Gehalt des letzten viertel Jahres zurückverlangt.

Die entsprechenden Gerichtsprozesse haben diese Mitarbeiter alle verloren. Die Richter dürfen sich nach deutschem Recht nicht darum scheren, wie das Gesetz gemeint ist, sondern müssen sich ausschließlich danach halten, was wort-wörtlich im Gesetz drin steht.

So, wie das Gesetz (FTEG) geschrieben ist:

- ermöglicht es jedem Hersteller, Geräte (Modems, Router) zu bauen, die mit einem bestimmten Netz kompatibel sind (z.B. indem man die MAC-Adresse einstellen kann).
- zwingt es den Provider nicht dazu, "Standardgeräte" (z.B. mit fester MAC-Adresse) am eigenen Netz zuzulassen

Gerade im zweiten Punkt ist das Gesetz sogar recht eindeutig formuliert, so dass man nicht von einer "Unklarheit" sprechen kann.
manu26 hat geschrieben:Zugangsdaten aushändigen bedeutet in diesem Zusammenhang, dem Kunden die Authentifizierung zu ermöglichen.

Das exakt selbe Gesetz gilt übrigens auch für analoge Telefonanschlüsse; es macht zwischen Telefon und Internet keinen Unterschied.

Meinst du, dass du ein Recht darauf hast, ein VoIP-Telefon an die analoge Telefondose zu klemmen und dass der Provider dann dafür zu sorgen hat, dass alles funktioniert?

Warum soll es bei Kabelmodems anders sein?
manu26 hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass sich Unitymedia auf einen Rechtsstreit einlassen wird.

Gerade was die Sache mit den MAC-Adressen angeht (oder ähnliche Späße), wird wohl alleine deswegen kein Provider so etwas machen, weil der Ruf danach so ruiniert ist, dass man nie wieder Neukunden bekommen wird - selbst wenn der Provider vor Gericht gewinnen sollte.

Was die Sache mit möglicherweise providerspezifischen Firmware-Patches angeht (ich weiß nicht, ob das bei UM der Fall ist): Da wird sich jeder Provider stur stellen und sagen, dass die Hersteller gefälligst gepatchte Geräte rausbringen sollen, wenn die Kunden mit dem "Mietrouter" nicht einverstanden sind:

Die Kosten, die durch eine Umstellung auf gängige Industriestandards entstehen würden, sind enorm. Auch bei einem Rechtsstreit hätte der Provider hier wohl extrem gute Chancen, da er diese Patches ja nicht deswegen macht, um "Fremdrouter" zu verhindern, sondern weil er richtig hohe Kosten hätte.
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Re: Routerzwang aufgehoben?

Beitragvon manu26 » 23.12.2015, 01:12

Naja gut, wie eindeutig der Gesetzestext ist, das würde ja dann im Zweifel ein Gericht entscheiden. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es die juristische Auslegung gibt und dass das Gesetz nicht zwangsläufig so gilt, wie jemand hier in Forum es versteht. Ist doch immer so. Der eine Jurist behauptet, die Sache sei glasklar, der andere sieht es komplett anders und dazwischen gibt es nochmal ein Dutzend Meinungen.
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