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HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

In dieses Forum kommen Themen über Unitymedia hinein, die nicht in andere Foren passen.

HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon kistemaker » 01.09.2015, 20:47

Hallo und Guten Tag,
ich bin neu im Forum :smile: und hoffe auf Unterstützung. Mein Standort ist Niederkassel, genau zwischen Köln und Bonn.

Ich beabsichtige, ein "3play" Angebot von Unitymedia zu beauftragen.
Aktuell:
- TV über Sat (ich erhoffe mir besseres Sehen, vorallem bei schlechtem Wetter)
- Internet über 1und1 mit max. 16MBit (Ich hoffe auf 50 MBit)
- Telefon über 1und1

Ich bin Eigentümer einer Doppelhaushälfte, in der weder ein Telefonanschluss der Telekom noch ein Kabelanschluss vorhanden ist.
Beide Anschlüsse sind jedoch in der Doppelhaushälfte meines Nachbarn vorhanden.

Aus der nachbarlichen Hälfte des Doppelhauses ist ein Kabel für den Telekom-Anschlusses in unsere Doppelhaushälfte vorhanden. Dieses Kabel wird zurzeit von uns als DSL- und Telefonverbindung genutzt (alles legal, die Telekom hat in den 70er Jahren schon gespart. Oder mein Vorbesitzer der Doppelhaushälfte).
Solch eine separate Verbindung stelle ich mir auch für meinen zukünftigen Kabelanschluss für Unitiy-Media vor.

Mit meinem Nachbarn habe ich bereits gesprochen und sein Einverständnis erhalten, den Hauptübergabepunkt zu nutzen.
Er benötigt zurzeit keinen Kabelanschluss.

Aus dieser Situation ergeben sich für mich einige Fragen, die hoffentlich jemand beantworten kann:

1) Wie kann ich den Anschluss bei meinem Nachbarn nutzen?
2) Ist es sinnvoll, vom Hauptübergabepunkt (Keller des Nachbarn) ein Leerrohr in meinen Keller zu verlegen, um das Anschlusskabel in meine Haushälfte zu bekommen?
3) Wenn ja, welche Anforderungen werden an das Leerrohr gestellt?
4) Welches Kabel ist vom Hauptübergabepunkt in meine Haushälfte notwendig?
Standard-Koaxial-Kabel oder etwas mit besonderer Spezifikation?
5) Setze ich am Ende des Kabels in meiner Wohnung eine spezielle Antennendose?
6) Welche sonstigen Tätigkeiten kann ich im Vorfeld der Installation bereits durchführen?
7) Ein Mitarbeiter hat mir telefonisch empfohlen, einen Elektriker zu beauftragen. Der Elektriker wüßte, was zu tun ist.
Wenn ich das mache, was macht der Elektriker, was ich nicht könnte?

Ich bedanke mich recht herzlich für die Beantwortung meiner Fragen.

Viele Grüße
kistemaker
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Re: HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon hajodele » 02.09.2015, 09:17

Hallo,
ich habe eigentlcih gehofft, dass sich ein Techniker erbarmt.
Nachdem hier aber Ruhe ist, schreibe ich was dazu.

Technisch ist das schon möglich und wird auch hier und da gemacht.
Leerrohre solltest du selbst zur Verfügung stellen. Ums Kabel kümmert sich der Techniker.
Am HÜP wird zusätzlich ein rückkanalfähiger Verstärker angeschlossen. Meistens installiert diesen der Techniker neben dem HÜP. In deinem Fall ist es wohl besser, wenn dieser auf deiner Hausseite steht. In jedem Fall ist eine Erdung erforderlich.
hajodele
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Re: HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon Bastler » 12.09.2015, 09:42

Der Verstärker sollte im Idealfall so nah wie mögich an den ÜP. Wenn der ÜP beim Nachbarn ist, ist das natürlich etwas blöd wegen Zugängen im Störungsfall und auch wegen der Stromversorgung. Es kommt auf die Länge der Leitung vom ÜP zum Verstärker und auf die ÜP-Pegel an, ob es machbar ist, den Verstärker in deinem Keller zu installieren.
Nur: Wenn der Nachbar irgendwann doch mal auf die Idee kommt, dass er den kabelanschluss selbst nutzen möchte, spätestens dann müsste der Verstärker sowieso dort hin umgesetzt werden.
Deshalb würde eher den Verstärker gleich beim Nachbarn installieren, weil das aus technischer Sich "besser" und "richtiger" ist.
Für den Verstärker wird eine (separate) IP44 Steckdose benötigt (keine Verlängerungskabel, Dreifachsteckdosen, Steckdosen in Lichtschalterkombinationen!) und ein Potentialausgleich für den Verstärker (der ÜP muss wird nach neustem Stand nicht mehr in den PA eingebunden bei UM, je nach Form des Stromnetzes im Haus).

Egal für welche Variante man sich entscheidet, ein Koaxkabel vom ÜP bis zu der Stelle, wo du das Modem haben möchtest, wird auf jeden Fall gebraucht. Wie du das verlegst, ist im grunde "deine Sache". Natürlich macht man sowas heute im Leerrohr, weil ja jede Leitung austrauschbar sein soll, praktisch juckt es aber keine Sau, wie du das im Endeffekt gemacht hast. Normales, mindestens doppelt geschirmtes Satkabel mit ClassA kennzeichnung ist völlig ausreichend (lass dich nicht von Verkäufern / Werbungen ver***** die behaupten, dass man 4 Fach geschirmte Kabel mit 12o dB Schirmungsmaß oder ähnlichen Quatsch bräuchte)

Anschlussdose, Verstärker und das "drumherum" installiert der Techniker, das brauchst du nicht selbst zu besorgen.
Wenn es einfach machbar ist, kümmert der Techniker sich im Normalfall auch um die 230 V Steckdose und die Erdung, wenn es einen geeigneten und aus Um-Sicht zulässigen (und das ist der Knackpunkt) Kabelweg gibt, legt der Techniker sogar das Koaxkabel bis zum Modem. Allerdings ist das alles zeitlich bei einer normalen Installation nicht eingeplant und es kann sein, dass der Techniker den Auftrag verschiebt, wenn er vor Ort feststellt, dass es länger als ca. 2 Stunden dauert.
Eingeplant ist nur zeitlich die Installation des Verstärkers und der Erdung (wenn diese nicht zu aufwendig wird). Deshalb wird jeder Techniker froh sein, wenn wenigstens das Koaxkabel und die 230 V Steckdose bereits vorhanden sind...
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Re: HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon elo22 » 12.09.2015, 18:37

Bastler hat geschrieben:…(der ÜP muss wird nach neustem Stand nicht mehr in den PA eingebunden bei UM, je nach Form des Stromnetzes im Haus).

Das sehe ich anders: Mir wird anderes Potenzial ins Haus gebracht das muss ich ausgleichen. Der Schutzpotenzialausgleich muss auch bestehen bleiben wenn Bauteile entfernt werden.

Bastler hat geschrieben:Egal für welche Variante man sich entscheidet, ein Koaxkabel vom ÜP bis zu der Stelle, wo du das Modem haben möchtest, wird auf jeden Fall gebraucht.

Auch hier ist ein Schutzpotenzialausgleich auf beiden Seiten/Haushälften nötig.

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Re: HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon Bastler » 12.09.2015, 20:18

Es ist scheißegal wie du das siehst (und wie ich das sehe), UM sieht es so.
Es wird übrigens kein Potential eingeschleppt durch das Erdkabel, da ja eben ein doppelt galvanisches Trennglied (das bescheuertste Bauteil überhaupt im Kabelbereich) zwischen ÜP und Verstärker verbaut wird, wenn der ÜP nicht gerdet wird. Der Teil vom ÜP bis zum Trennglied ist komplett gegen Berührung geschützt.
Finde ich auch nicht gut, ist aber so. Wir reißen jetzt vielfach die vor Jahren mühsam zum ÜP gelegten Erdungsdrähte wieder raus, weil das so gefordert ist...

Auch hier ist ein Schutzpotenzialausgleich auf beiden Seiten/Haushälften nötig.

Nein. Wenn auf der anderen Seite nur die Dose und das Modem installiert wird, wird dort nicht geerdet. So weit, dass wir Anschlussdosen erden sind wir bei UM dann doch noch nicht :D .

Ansonsten schöne grüße aus dem realen Technikerleben.
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Re: HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon Micha2k » 22.09.2015, 14:56

Bastler hat geschrieben:ein doppelt galvanisches Trennglied (das bescheuertste Bauteil überhaupt im Kabelbereich)

Hat zwar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber warum ist das bescheuert? Offenbar ist es doch notwendig, oder nicht?
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Re: HÜP beim Nachbarn im Keller, ich möchte den nutzen

Beitragvon Bastler » 22.09.2015, 19:18

1. Es ist eine totale Fummelei die Teile zu installieren, zumindest in der Bauform, wie UM sie verwendet, hält total auf.
2. Jahrelang war der Einsatz von diesen galvanischen Trennglieder sozusagen "verboten" (außer im TNC-Netz, da waren sie Pflicht) und die ÜPs wurden geerdet. Es besteht überhaupt kein technischer Grund, dass wir diese jahrelang tlw. aufwendig verlegten Erdungsdrähte wieder abklemmen und ein Trennglied montieren. Wird aber so verlangt jetzt.
3. wird ein fehlerhafter oder ganz fehlender Potentialausgleich der Kabelanlage im Haus durch den Einbau eines Trenngliedes nur noch schlimmer, da nicht mal mehr über den Koaxschirm des Erdkabels ein Fehlerstrom zur Erde abfließen kann und somit ein FI nicht auslösen würde.

Ich mag die Teile überhaupt nicht. Aber UM (bzw. KBW) anscheinend...
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