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Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

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Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon diocletian » 31.07.2015, 09:14

Hallo zusammen,

ich habe einen UM 3play Anschluss und die Dose (siehe Bild) befindet sich im Wohnzimmer. Dort steht auch der Router und der Receiver. Funktionert alles, so weit gut.
Jetzt würden wir aber gern in den 2 Jugendzimmern und im Schlafzimmer auch Kabelprogramm empfangen.
Reicht es wenn ich einen 4-fach Verteiler hole und dann die Kabel nach oben ziehe? Könnte ich theoretisch auch gleich noch das Internet mit hochverlegen?

Hier das Bild von der Anschlussdose im Wohnzimmer:

Bild


Danke schon mal für eure Antworten!

dio
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon eye of the tiger » 31.07.2015, 09:41

Internet wirst du wohl mit Kabeln legen wollen - die müssen dann eben vom Router aus abgehen, das ist kein Problem.

Das TV-Kabel sollte eigentlich auch verlegbar sein, je nach Kabellänge und -qualität wirst du jedoch vielleicht Probleme bekommen. Klar sollte dir auch sein, dass du natürlich kein TV-Paket oder so damit verteilen kannst. Wirst also nur die Standardsender empfangen können. Wenn du mehr willst musst du für jedes Gerät einzeln einen Vertrag abschließen.
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon koax » 31.07.2015, 09:45

diocletian hat geschrieben:ich habe einen UM 3play Anschluss und die Dose (siehe Bild) befindet sich im Wohnzimmer. Dort steht auch der Router und der Receiver. Funktionert alles, so weit gut.
Jetzt würden wir aber gern in den 2 Jugendzimmern und im Schlafzimmer auch Kabelprogramm empfangen.
Reicht es wenn ich einen 4-fach Verteiler hole und dann die Kabel nach oben ziehe?

Solche Verteiler sind immer allenfalls eine schlechte Ersatzlösung.
Statt dessen sollte man 2 weitere Durchgangsdosen setzen, wobei der vorhandene Endwiderstand in der jetzigen einzigen Dose in die dann letzte Dose verlagert wird, die damit zur Enddose wird.
Bei o.a. Darlegung gehe ich davon aus, dass die jetzige Dose keine Stichdose sondern eine Durchgangsdose ist.

Eine solche Dose hat spezielle Dämpfungswerte für den Anschluss und für die Durchleitung des Signals. Die Signalwerte wurden vom Techniker für diese Dose eingemessen und der Verstärker entsprechend eingestellt.
Bei der Wahl mehrere Durchgangsdosen stellt man einen gleichen Pegel durch die Auswahl von Dosen mit einer abgestufte Anschlussdämpfung sicher. Die Abstufung dient dazu, die Pegelverluste durch die folgenden Kabel und die immer vorhandene Durchgangsdämpfung der Dosen auszugleichen.

Beispiel:
1. Dose: 15 db Anschlussdämpfung
2. Dose: 12 db Anschlussdämpfung
3. Dose: 10 db Anschlussdämpfung

Du müsstest also zunächst mal feststellen, was für ein Dosentyp- und Modell mit welchen Werten die vorhandene Dose ist. Also aufschrauben und nachschauen.

Ist die jetzige Dose eine mit 14-15 db Anschlussdämpfung ist das Setzen weiterer Dosen wie Du am Beispiel erkennen kannst einfach.
Hat der Techniker aber beispielsweise eine Dose mit 10 db Anschlussdämpfung gesetzt, müsste diese eigentlich zur Erreichung der Abstufung ausgetauscht werden und damit wäre eine erneute Einpegelung erforderlich.
Sofern die weiteren Dosen lediglich TV-Nutzung ermöglichen sollen, wäre trotzdem auch technischer Murks möglich, sprich der Verzicht auf eine Abstufung, denn wenn der Pegelverlust nicht so dramatisch ausfällt, könnte immer noch ein ausreichend starkes Signal an den weiteren Dosen anliegen.

Könnte ich theoretisch auch gleich noch das Internet mit hochverlegen?

Nach Deiner Schilderung gehe ich nicht davon aus, dass Du beabsichtigst, einen weiteren Vertrag mit Unitymedia abzuschließen um dann ein weiteres Modem in einem anderen Zimmer anschließen zu können. Ich vermute mal Du meinst damit die Möglichkeit, Rechner in anderen Zimmern an eine Dose anschließen zu können.
Dazu wäre nicht die Verlängerung der Koax-TV-Leitungen das Mittel sondern das Setzen von Ethernet-Netzwerkdosen, die jeweils per Netzwerkkabel mit dem Router bzw. den Rechnern verbunden werden. D.h. Du "verlängerst" das Internet nicht per TV-Kabel sondern für das Internet ist ausschließlich der Router mit seinen LAN-Achlüssen oder ggfls. WLAN zuständig.
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon diocletian » 01.08.2015, 10:51

Danke erst einmal für die ausführlichen Antworten.
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.... bezüglich des Internets, klar... mit Netzwerkkabeln vom Router hochgehen. Okay, abgehakt. :D

So, für das TV. Ich habe die Dose aufgeschraubt und siehe Bild, sie hat wohl 12db Anschlussdämpfung.

Bild


Wie würde die weitere Konfiguration aussehen? Dosen setzen in den 3 Zimmern oben? Das würde dann bedeuten, dass Wände aufgestemmt werden müssten etc. :kratz: - gibt es da keine einfachere Lösung?

Danke und Gruß,

dio
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon koax » 01.08.2015, 12:35

diocletian hat geschrieben:So, für das TV. Ich habe die Dose aufgeschraubt und siehe Bild, sie hat wohl 12db Anschlussdämpfung.
Wie würde die weitere Konfiguration aussehen?

3 weitere Dosen sind natürlich bei der Konstellation grenzwertig.
Wenn Du also nicht die 1. von UM gesetzte Dose austauschen willst, was eigentlich ein Neueinpegeln erfordert, bleibt Dir nur die Möglichkeit, weitere Dosen nicht ganz passender Anschlussdämpfung zu nehmen und zu hoffen, dass der an diesen Dosen anliegende gedämpfte Signalpegel noch innerhalb der Toleranz für einen störungsfreien Digital-TV-Empfang liegt. Ich weise aber darauf hin, dass ein solcher Aufbau nicht mehr technisch gesehen 100 % korrekt ist, was nicht bedeutet, dass er notwendigerweise nicht funktioniert. Bei 3 weiteren Dosen bin ich aber sehr skeptisch, denn der Pegel dürfte an der letzten Dose schon mindestens ca. 6 db niedriger liegen.

Alternativ würde man eigentlich vom Verstärker aus zumindest 1 weiteren Strang nach oben ziehen, also die Verteilung auf die Stränge bereits im Keller vornehmen. Die Änderung eines solchen Aufbaus erfordert aber auf jeden Fall einen Technikereinsatz.
Wenn Du es halt ohne Änderung der UM-Dose mit dem Risiko des Nichtfunktionierens selbst versuchen willst, besorg Dir (um bei Dosen der Firma BraunTelecom zu bleiben, was nicht zwingend notwendig ist) folgende weitere Dosen.

2. Dose: BTV 12D http://shop.brauntelecom.de/Antennenste ... -12-d.html
3-4 Dose: BTV 9D http://shop.brauntelecom.de/Antennenste ... v-9-d.html

Am Anschluss mit dem Pfeil-Raus-Symbol schließt Du das Kabel für weitere Dosen an. Der eingebaute Endwiderstand wird entfernt und wandert in die letzte Dose.
Vielleicht probierst Du es zunächst mal nur mit 2 weiteren Dosen aus und schaust, ob es überhaupt funktioniert.

Wenn Du glaubst durch eine Lösung mit Verteilern und Kabeln ohne Dosen die Dämpfung zu verhindern, vergiss es. Auch solche Bauteile haben eine Dämpfung, die letztlich bewirkt, dass am Ende des Strangs weniger Pegel ankommt.

Dosen setzen in den 3 Zimmern oben? Das würde dann bedeuten, dass Wände aufgestemmt werden müssten etc. :kratz: - gibt es da keine einfachere Lösung?

Wände aufstemmen ist eigentlich nicht erforderlich, wenn Du eine Aufputz-Lösung nimmst, die soweit ich das auf dem Foto erkennen kann, ja auch schon jetzt bei der vorhandenen Dose vorliegt. Am Durchgang durch die Decken kommst Du ja wohl auf jeden Fall nicht herum.
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon robbe » 03.08.2015, 18:39

3 Dosen hinter einer 12dB Dose Ist fachlich korrekt nicht wirklich machbar, da die Dosen immer weiter abgestuft werden müssen. Die letzte Dose in einer Baumstruktur sollte immer eine Enddose sein. Die kleinste Enddose (von einer MMD ausgehend) hat 10dB Anschlussdämpfung.
Jede Dose dämpft im Durchgang (den die vorhandene Dose übrigens nicht mal hat) ca.3dB. Wenn du jetzt also einen Digitalpegel von 62dB an der Dose hast, wären das an der letzten (10dB)-Dose 55dB. Würde zwar grad so noch gehen, dazu kommt aber noch der Kabelweg und ob an der ersten Dose wirklich 62dB anliegen, weiß auch keiner.

Korrekt wären Dosen mit 17dB>15dB>12dB>10dB Anschlussdämpfung.
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon diocletian » 03.08.2015, 20:00

Okay, dann vielen Dank für die ausführlichen Antworten! :super:

Wenn jetzt die Dosen alle technisch sauber installiert sind, Anlage neu eingepegelt etc. - dann müssen ja überall noch Receiver dran, oder? Muss ich dann für jedes Zimmer einen neuen Vertrag abschließen? :confused: Wir haben aktuell einen Receiver inkl. Smartcard. Aber wo bekomme ich den Rest her?
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon eye of the tiger » 04.08.2015, 09:07

Das "normale" digitale Fernsehen bekommst du automatisch an jeder Dose, dazu reicht 1 Vertrag. Willst du mehr als das musst du für jedes Gerät einen eigenen Vertrag abschließen.
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon koax » 04.08.2015, 09:24

robbe hat geschrieben:Korrekt wären Dosen mit 17dB>15dB>12dB>10dB Anschlussdämpfung.

Was dann natürlich auch eine Neueinpegelung des Verstärkers erfordern würde.
Da mit einer solchen korrekten Lösung ohnehin in die Anlage eingegriffen werden müsste, wäre vielleicht die Realisierung mit 2 Strängen vom Verstärker ausgehend vorzuziehen.
Beides sind Sachen, die man nicht so ohne weiteres selbst ohne Technikerhilfe machen kann.
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Re: Verkabelung/Anschlüsse im Einfamilienhaus

Beitragvon diocletian » 04.08.2015, 13:46

eye of the tiger hat geschrieben:Das "normale" digitale Fernsehen bekommst du automatisch an jeder Dose, dazu reicht 1 Vertrag. Willst du mehr als das musst du für jedes Gerät einen eigenen Vertrag abschließen.


Okay, mir reicht das normale digitale Fernsehen. Bedeutet also, dass ich jeden digitalen Kabelreceiver nehmen könnte für das Schlafzimmer bzw. die zwei Jugendzimmer?
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